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Der Piratenkönig - Die Legende vom Dunkelelf (R.A. Salvatore)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 05. März 2010

Verlag: Blanvalet (7. September 2009)
Taschenbuch: 476 Seiten, 8,95€ 
ISBN-13: 978-3442266180

Genre: Fantasy


Klappentext

Die Legende vom Dunkelelf

Unter der Herrschaft der Arkanen Bruderschaft ist Luskan zu einem sicheren Hafen für Piraten und Söldner geworden. Aber jetzt scheint die Macht der Bruderschaft endlich gebrochen zu sein. Kapitän Deudermont, ein enger Freund des Dunkelelfen Drizzt Do'Urden, ist fest entschlossen, die Stadt zu befreien. Als Drizzt es nicht schafft, dem Kapitän den selbstmörderischen Plan auszureden, bleibt ihm nur eine Möglichkeit - er muss seinem Freund zur Seite stehen ... 

„Action ohne Ende!“ Publishers Weekly


Rezension

Mit „Der Piratenkönig“ liegt mittlerweile der 21. Roman um den Dunkelelfen Drizzt Do´Urden vor, geht man nach der deutschen Zählweise sogar der 27. (Die ersten sechs englischen Bände wurden jeweils in zwei deutsche aufgeteilt). Da wäre es nur natürlich, wenn sich der Autor, R.A. Salvatore, einfach zurücklehnen und altbekannte Geschichtenteile kombinieren und etwas anders verpacken würde. Schließlich müssten auch ihm irgendwann die Ideen ausgehen und wenn man ehrlich ist, hatte er im Laufe der Reihe schon den ein oder anderen Durchhänger.

„Der Piratenkönig“ ist davon allerdings weit entfernt. Zum ersten Mal hat man den Eindruck, dass Salvatore mehr will, als nur eine einfache Fantasygeschichte um Mut und Freundschaft zu erzählen, oder um persönliche Ziele und Entwicklung. Überraschend für alteingesessene Leser in den Vergessenen Reichen und ebenso auch für Neue legt er hier einen Fantasyroman vor, der sich mit aktuellen Themen unserer realen Welt beschäftigt und auf seine Weise einen Kommentar zur Situation in Afghanistan und dem nahen Osten darstellt.

Dafür rückt die Hauptfigur, der Dunkelelf Drizzt Do´Urden, etwas in den Hintergrund, um Platz für seinen Freund Kapitän Deudermont zu machen, einem Piratenjäger und Mann mit ebenso moralischen und ethischen Grundsätzen wie Drizzt. Er ist es, der nach einer kurzen Einleitung mit dem Dunkelelf und seinen Freunden die Handlung vorantreibt, sobald Drizzt und Regis in Tiefwasser auf ihn treffen. Zusammen mit einem jungem Lord will er Luskan, eine Hafenstadt und Nest vieler Piraten, wieder zu einer freien und gerechten Stadt machen. Ein hehres Ziel. Doch mit der Eroberung allein ist es nicht getan, wie der Kapitän schmerzhaft erfahren muss. Und hier findet sich dann auch die Parallele zur Außenpolitik der USA. Anstatt der Frage auszuweichen, inwiefern man einem anderen Volk die Freiheit aufzwingen darf, stellt sich Salvatore ihr und präsentiert all die Probleme, die damit einhergehen. Bemerkenswert ist dann auch die Verweigerung eines Happy Ends, welches man so in einem Fantasyroman nicht unbedingt gewohnt ist. Damit wird aus einem einfachen Plot ein Kommentar der Realität.

Dabei stellt Salvatore die Verhältnisse, Beziehungen und Intrigen jederzeit nachvollziehbar dar, so dass man als Leser nicht ins Stocken gerät. Jede Figur hat im großen Spiel ihren Platz und keine ist als Lückenfüller vom Autor eingebaut. Zusätzlich muss sich auch Drizzt Do´Urden der Frage stellen, wie weit die Justiz im Namen des Guten gehen darf. Eine Begegnung mit den Harpells, die er bisher als gütig kennengelernt hatte, führt dazu, dass ihm Zweifel kommen, ob es wirklich richtig ist, alles für das Gute zu tun, wenn dabei auch möglicherweise Unrecht begannen wird, bzw. stellt sich ihm die Frage, ob nicht manchmal das „Böse“ als Mittel für das „Gute“ herhalten muss. Auch wenn es ihm nicht gefallen mag. Salvatore wertet allerdings nicht, sondern überlässt es dem Leser, selbst eine Antwort zu finden.

Neben all den aktuellen Bezügen und moralischen Fragen ist „Der Piratenkönig“ aber nach wie vor immer noch ein Roman um den Dunkelelf Drizzt Do´Urden. und das heißt: Spannung und Kämpfe satt, auch wenn die Charaktere ruhiger geworden sind. Am Anfang schickt er den Dunkelelf und den Halbling Regis auf die Reise in ihre frühere Heimat Eiswindtal, um dort ihren alten Freund Wulfgar zu besuchen. Doch mehr als eine Reise zu ihrem Freund, wird es zu einer Reise zu ihnen selbst und es wird dem Leser schnell klar, dass sich die Figuren weiterentwickelt haben. Sie sind jetzt ruhiger, ausgeglichener und dadurch erwachsener. Bei den vielen Geschehnissen und Intrigen schafft es Salvatore dennoch, seine größten Stärken und Markenzeichen auszuspielen. Nach wie vor schildert er Kampfszenen so plastisch und farbenfroh, wie kaum ein anderer Autor. Dabei erscheint die Hauptfigur zwar immer noch als äußerst brillant im Umgang mit seinen Krummsäbeln, aber seine Überzeugungen sind nicht mehr so fest wie früher und was einst nahezu undenkbar, geschieht in diesem Roman. Er zieht die Möglichkeit in Betracht zu unterliegen. Seit langer Zeit kommt einem als Leser damit in den Sinn, dass Drizzt Do´Urden verlieren und sterben könnte. Etwas, das den Romanen um den Dunkelelfen nur gut tun kann. Ebenso wie die endgültige Auflösung des üblichen Schwarz-Weiß-Schemas. Im „Piratenkönig“ sind viele Graustufen vorhanden, die den Roman umso besser machen.

Somit lässt Salvatore den Leser mit vielen Fragen und neu entflammten Interesse zurück. In der Qualität von „Der Piratenkönig“ steht nichts noch vielen weiteren Abenteuern des Sohnes von Menzoberanzzan im Weg.


Fazit

R.A. Salvatore überrascht mit einer tiefgründigen Geschichte mit außerordentlichem, aktuellem Bezug, indem er die Fragen der heutigen Zeit auf die Fantasywelt der Vergessenen Reiche überträgt und kritisch betrachtet. Trotzdem sind seine Markenzeichen Kampf und Abenteuer zu finden. Ihm gelingt es beides in einem hoch unterhaltsamen Roman zu vereinigen und dabei nicht die Charakterentwicklung zu vergessen.


Pro & Contra

+ aktueller Bezug
+ Drizzt Do`Urden muss sich neuen Gegebenheiten stellen
+ Kapitän Deudermont und Jarlaxle tauchen wieder auf
+ die Charaktere entwickeln sich immer weiter 

0 Drizzt Do`Urden ist dieses Mal nicht die Hauptfigur, 
0 viele altbekannte Figuren tauchen auf, die den Einstieg für neue Leser erschweren

Bewertung:

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von R.A. Salvatore:

Rezension zu Die Dunkelelfen
Rezension zu Der Fluch der Dunkelelfen
Rezension zu Die Rache der Dunkelelfen
Rezension zu Der König der Geister – Die Legende vom Dunkelelf
Rezension zu Die Gefährten – Die Legende vom Dunkelelf
Rezension zu Die Nacht des Jägers – Die Legende vom Dunkelelf
Rezension zu Das Zeitalter der Dämonenkriege: Todfeind
Rezension zu Das Zeitlalter der Dämonenkriege: Waffenbrüder
Rezension zu Die Legende von Drizzt: Die Niewinter-Erzählungen Bd.1
Rezension zu Das Lied von Usgar

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 15. Mai 2019
 

Kommentare  

#2 EntschuldigeMarkus 2010-06-10 04:08
Da habe ich doch deinen Kommentar glatt übersehen. Bis Lausch beim Piratenkönig anlangt, dürfte noch so einige Zeit vergehen, da kommen vorher noch ein paar Bücher. Ich kann dir nur empfehelne zu den Romanen zu greifen, die sind echt lesenswert und vor allem noch besser als die Hörspiele, obwohl Lausch da wirklich einen hervorragenden Job macht.
#1 Dr.Symeon 2010-03-09 13:04
Die Rezension macht mir schon große Lust auf die Geschichte, vielleicht fange ich doch noch mit den Büchern an. Ich verfolge die Abenteuer von Drizzt Do'Urden eigentlich eher anhand der Hörspiele von LAUSCH, aber das wird sicher noch ein wenig dauern, bis die bei dem Piratenkönig angekommen sind. Na, noch werde ich erstmal warten und mich auf die Hörspiel-Versio n der Geschichte freuen. Bestimmt lassen die sich auch auf www.drizzt-blog.de etwas dazu einfallen.

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