Alica (Bernhard Hennen)

Verlag: Ueberreuter (Januar 2010)
332 Seiten, 14,99 EUR
ISBN:
978-3800055265

Genre: Fantasy / Jugendroman


Klappentext

Ein altes Herrenhaus, in dem es spukt, ein geheimnisvoller Geisterfalke, der erlöst werden soll, und ein junger Husar aus dem Jahr 1812: Die junge Alica lässt sich auf eine rätselhafte Mission ein, verstrickt sich dabei in schwarze Magie und riskiert alles für ihre große Liebe.


Rezension

Gleich vorneweg: "Alica" ist keine Neuerscheinung, sondern eine bearbeitete Neuauflage von "Alica und die Dunkle Königin". In "Alica" gibt es ein Wiedersehen mit den mehr oder weniger liebenswerten Gestalten aus "Nebenan": Der bissigen Möwe Schnapper, den galanten Heinzelmann Wallerich, dessen technikverliebten Chef Nöhrgel und der Knusperhäuschen-Hexe Knuper. Allerdings spielt "Nebenan" nicht die Hauptrolle in "Alica", sodass das Buch ohne weiteres ohne Vorwissen gelesen werden kann.

Die Gestaltung des neuen Covers erinnert mich sehr an die "Biss zum..." Reihe des Carlsen Verlages. Und tatsächlich: Der Klappentext verrät bereits, dass die Geschichte weitaus romantischer angelegt ist, als das satirisch angehauchte "Nebenan". Mit dieser Neuauflage kann Ueberreuter locker auf der aktuellen "all age" Welle mitschwimmen.

Obgleich es sich "nur" um ein Softcover handelt (der Verlag spricht von "Tradepaperback mit Spotlack und Hochprägung") wirkt die Aufmachung mit den sich durch den Klappumschlag ziehenden Schnörkeln hochwertig und ansprechend, ein Buch, das ich gern in die Hand genommen habe, gerade noch kompakt genug, um in eine (große) Jackentasche zu passen. Da die Kapitelüberschriften ein wenig spoilern, befindet sich das Inhaltsverzeichnis erfreulicherweise am Ende des Buches.

Die Geschichte beginnt atmosphärisch sehr dicht. Die 14-jährige Alica flieht vor Sorgen um ihre kranke Mutter und ihren verschollenen Vater zu ihren Großeltern in die Eifel. Allerdings verpasst sie die Großeltern am Bahnhof und so macht sie sich allein auf, deren Herrenhaus zu erkunden, in dem ein Geisterfalke sein Unwesen treibt. Tags darauf bittet der Heinzelmann Wallerich Alica um Hilfe bei seiner Mission, den Geisterfalken unschädlich zu machen. Schnell wird klar, dass "Alica" wesentlich ernsthafter als "Nebenan" geschrieben ist. Anders als in "Nebenan" geht es hier nicht um satirische Seitenhiebe auf die Gesellschaft, sondern es handelt sich um ein ernst zu nehmendes Fantasy-Abenteuer mit historischem Hintergrund. Als Historiker kennt sich Hennen mit der Geschichte der Eifel natürlich bestens aus und so erlebt der Leser nicht nur eine romantische Liebesgeschichte, sondern erfährt nebenher noch so einiges über die Franzosenfeldzüge im ausgehenden 18./beginnenden 19. Jahrhundert. Denn auf der Suche nach Erlösung für den Geisterfalken und seinen Herrn findet sich Alica mit Hilfe der dunklen Königin schon bald im 19. Jahrhundert wieder, um Geschichte aus erster Hand zu erleben.


Fazit

Bernhard Hennen ist ein romantischer, aber nicht kitschiger Roman aus der Perspektive einer 14-jährigen gelungen. Das Ende ist angenehm unspektakulär und dennoch befriedigend. Es bleiben genügend offene Fragen für eine Fortsetzung, die jedoch derzeit noch nicht geplant ist.

Spannung: 4 / 5
Gefühl: 5 / 5
Humor: 4 / 5
Anspruch: 3 / 5


Literatopia-Links:


Diese Rezension stammt von Warin aus dem Fantasy Forum. Mehr von ihm findet ihr dort!

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