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SV-Special: Teil IX (Crossvalley Smith)
Geschrieben von Judith
Sonntag, der 21. März 2010

Schattenversuchungen-Special: Teil IX

Crossvalley Smith

Literatopia: Hallo Crossvalley Smith! Stell Dich doch bitte kurz unseren Lesern vor – wer bist Du und was hast Du mit Literatur zu tun?

Crossvalley Smith: Wer ich bin – und vor allem wie viele – versuche ich selbst seit Jahren zu analysieren – ohne wirklichen Erfolg…
Aber im Ernst. Ich bin in Kanada aufgewachsen. Habe später in Deutschland Mathematik und Physik studiert und nach der Promotion viele Jahre in der IT-Branche gearbeitet. Da ich seit dem zweiten Schultag am Burnout Syndrom litt, habe ich ab dem dritten Schultag zur Entspannung mit Malen und Zeichnen begonnen. Später – so Anfang der 90er - habe ich IT-Kenntnisse und Kunst zusammengeworfen und versucht Grafiken am Computer zu entwerfen. Thematisch versuche ich vielseitig zu sein. Die Bandbreite meiner Arbeiten reicht von Science Fiction, über Phantastik bis zur Erotik.
Ich bin natürlich immer ein (passiver) Literatur Konsument gewesen.
Aktiv bin ich heute als Grafiker für die Literatur sozusagen ein Supporter, der versucht Stories grafisch umzusetzen, um damit dem potentiellen Leser einen Anreiz zu geben, sich auf die Story zu stürzen und sie zu lesen.

Literatopia: Du hast für Alisha Biondas „Schattenversuchungen“ die Innengrafiken gestaltet – wie sind sie entstanden? Nach dem ersten Eindruck sehen sie wie am Computer bearbeitete Photographien aus – ist dem so? Gab es zuvor Aufnahmen oder ist vielleicht alles virtuell?

Crossvalley Smith: Die Szenarien selbst sind virtuell und im Computer entstanden. Leider bin ich noch nicht so berühmt, dass ich z.B. mit zwei Models in eine Kirche gehen und eine Szene wie DIE LETZTE VERSUCHUNG abfotografieren kann. Eine einzelne Grafik ist in der Regel aus mehreren hundert Objekten, bzw. Objektebenen, zusammengesetzt. Die einzelnen Objekte können dann entsprechend der beabsichtigten Sichtbarkeit skaliert, transformiert, coloriert und mit dem elektronischen Radierer (meinem Lieblingswerkzeug) modelliert werden. Auf diese Weise kann man z.B. spezielle Beleuchtungseffekte herausarbeiten.

Literatopia: Hast Du alle Geschichten oder zumindest manche aus der Anthologie gelesen, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wie Du die Grafiken gestaltest? Oder sind sie rein aus Alishas Biondas Vorgaben entstanden? Wie hat sich die Zusammenarbeit gestaltet?

Crossvalley Smith: Im Falle der SCHATTENVERSUCHUNGEN habe ich alle Stories gelesen. Ich benötige auch diesen Input. In der Regel erscheint dann beim Lesen vor meinem geistigen Auge ein Bild, das dann am Computer entsprechend Gestalt annimmt. Wenns gut läuft ist die Stimmung, die der Autor ausdrücken wollte, dann im Bild wiedergegeben. Die Zusammenarbeit mit Alisha Bionda war von Anfang an optimal, da sie ein sehr gutes Gefühl für den Wert und den Ausdruck einer Grafik hat. Ihr Input hat dann die entsprechende Grafik immer besser gemacht.

Literatopia: Was zeichnet die „Schattenversuchungen“ Deiner Meinung nach aus? Ist es die gelungene Abstimmung zwischen Geschichten und Bildern? Und empfindest Du Grafiken als eine Art „Aufwertung“ für Anthologien? Als zusätzlichen Anreiz, sich eine Anthologie zu kaufen, oder gar als innige Symbiose?

Crossvalley Smith: Grundsätzlich halte ich Grafiken immer für eine Aufwertung, da der Mensch visuell orientiert ist. Man sagt nicht umsonst , dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte.
Elementar wichtig ist natürlich die Tatsache, dass die Grafik die Story würdig repräsentiert.
Es wäre mir schrecklich, wenn jemand eine Story nicht gelesen hätte, weil er die zugehörige Grafik – den ersten Eindruck also – als nicht ansprechend empfunden hätte.

Literatopia: Gibt es eine Grafik, die Dir schnell gut gelungen ist? Und gibt es welche, die eher eine Entstehungsgeschichte mit Umwegen haben? Wurden auch welche verworfen, weil Alisha und Dir während der Entstehung bessere Ideen gekommen sind?

Crossvalley Smith: Die Innengrafiken sind etwa gleich schnell gelungen. Ich habe (nach Alisha Biondas Vorgaben) einen Entwurf gemacht und ihr diesen vorgelegt. Wenn die Richtung stimmte, diskutierten wir über Details, welche ich dann eingearbeitet habe. In der Regel war eine Innengrafik, dann nach zwei, spätestens drei Versionen fertig. Anders ist es bei einem Cover, da hier weitergehende Aspekte berücksichtigt werden müssen. Das Cover muss ja das gesamte Buch repräsentieren und zusätzlich ein Eyecatcher sein. Es muss einerseits kompatibel mit dem Massengeschmack sein, aber andererseits darf es nicht in der Masse untergehen. Bei Covergrafiken ist Einiges zu beachten, sodass hier meist mehrere Entwürfe notwendig sind.

Literatopia: Da Du auch in Zukunft für Alisha Bionda Anthologien illustrieren wirst, scheinst Du mit Vorgaben gut umgehen zu können. Worin besteht Deiner Meinung nach die Herausforderung, wenn man nach Wünschen anderer arbeitet? Inwiefern muss man sein künstlerisches Ego dabei zügeln?

Crossvalley Smith: Absolut wichtig ist es, auf der gleichen Wellenlänge zu sein. Dann ist jeder Gedankenaustausch eine Bereicherung. Es hängt aber auch vom Thema ab. Bei meinen Grafiken zum Thema „Raum & Zeit“, bzw. Sience Fiction, lasse ich mir nur ungerne hineinreden.
Erotische Grafiken sind immer ein Balanceakt, da hier jeder Mensch ein anderes Empfinden hat. Was den einen anspricht, stößt den anderen vielleicht ab.
Hier ist mir Alishas Input immer sehr wichtig. Ihre Hinweise haben diesen Balanceakt immer perfekt unterstützt.

Literatopia: Wie ist die Zusammenarbeit mit Alisha Bionda eigentlich entstanden? Hat sie Dich kontaktiert oder seid ihr „zufällig“ aufeinander getroffen?

Crossvalley Smith: Ich habe an einem Grafikwettbewerb teilgenommen, bei dem sie Jurorin war. So kam der Kontakt zustande. Nachdem wir uns vom „Sehr geehrte Frau Bionda“ aufs „Du“ geeinigt hatten, gings los…

Literatopia: Wenn Du keine Bücher illustrierst – wie sehen Deine Bilder aus? Auf Deiner Homepage steht, dass Deine Werke unter anderem von Einstein und Hawking inspiriert sind. Was fasziniert Dich an der Astrophysik?

Crossvalley Smith: Astrophysik und Kosmologie faszinieren mich, da sie versuchen das große Ganze zu erfassen. Religionen und Philosophie versuchen seit Jahrtausenden die Welt zu erklären. Aber wirkliche Ergebnisse und Erkenntnisse konnte immer nur die Naturwissenschaft vorweisen.
Fragen nach Urknall, schwarzen Löchern, Exoplaneten oder dem Wesen der Zeit finde ich einfach spannend.

Literatopia: Hast Du Dich schon einmal an einer Kurzgeschichte oder einem Gedicht versucht? Schreibst Du vielleicht sogar regelmäßig? Oder ist das selbstgeschriebene Wort so gar nicht Deine Welt?

Crossvalley Smith: Wenn einem tausend Ideen durch den Kopf spuken, versucht man schon dies für sich festzuhalten. Ich habe Geschriebenes jedoch nie veröffentlicht und werde es wohl auch nie. Ich denke einfach, meine grafische Ausdrucksform ist wesentlich besser und ausgereifter, um an die Öffentlichkeit zu gehen und auch diese zu erreichen.

Literatopia: Liest Du selbst viel? Wenn ja – in welchen Genres bist Du unterwegs?

Crossvalley Smith: Da ich sehr viel beruflich reisen muss, habe ich zwangsläufig auch sehr viel Zeit zum Lesen. Das Genre wechselt.
SF, wissenschaftliche Bücher und gute Thriller sind aber wiederkehrende Genres für mich.

Literatopia: In welchen Projekten von Alisha Bionda wirst Du in Zukunft vertreten sein? Kannst Du uns schon Ausblicke auf besondere Leckerbissen geben? Und wirst Du auch in anderen literarischen Werken mit Deinen Bildern mitmischen?

Crossvalley Smith: Für 2010 ist natürlich die Fortführung der ARS AMORIS-Reihe vorgesehen. Ende 2009 erschien ja HÖLLISCHE WEIHNACHTEN (mit einem Cover, das eins meiner persönlichen Lieblingsbilder ist) und DIE HERRIN DER DORNEN.
Es wird aber auch wieder Illustrationen zum Thema SPACE & TIME, respektive SF, geben.

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview!

Crossvalley Smith: Gerne geschehen! Ich habe zu danken!


Schattenversuchungen-Special: Teil I (Christoph Marzi und Tanya Carpenter)

Schattenversuchungen-Special: Teil II (Aino Laos und Linda Koeberl)

Schattenversuchungen-Special: Teil III (Barbara Büchner und Ascan von Bargen)

Schattenversuchungen-Special: Teil IV (Michael Schmidt und Hermann Agis)

Schattenversuchungen-Special: Teil V (Jennifer Schreiner und Arthur Gordon Wolf)

Schattenversuchungen-Special: Teil VI (Guido Krain und Klaus-Peter Walter)

Schattenversuchungen-Special: Teil VII (Reimund Neufeld und Karl-Georg Müller)

Schattenversuchungen-Special: Teil VIII (Alisha Bionda (Hrsg.))

Grafik: Copyright by Crossvalley Smith

Rezension zu "Schattenversuchungen"

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Dieses Interview wurde von Judith Gor für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.
Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 21. März 2010
 

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