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So werden wir Weltmeister - Die Physik des Fußballspiels (Metin Tolan)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 21. Mai 2010

Verlag: Piper (März 2010)
Gebundene Ausgabe: 367 Seiten; 16,95 €
ISBN-13: 978-3492053556

Genre: Sachbuch


Klappentext

Mit Physik zum Pokal: Metin Tolan verrät die Erfolgsformel für die Weltmeisterschaft. So einfach kann Fußball sein.


Rezension

Ein weiteres Mal schlägt Professor Metin Tolan zu. Widmete er sich mit „Geschüttelt, nicht gerührt“ dem bekanntesten Geheimagenten der Welt, fällt sein physikalischer Blick dieses Mal auf den Fußball. Einer Sportart also, deren Protagonisten wohl eher selten an naturwissenschaftlichen Grundlagen interessiert sein dürften. Aber das muss nicht für die Zuschauer gelten, zu denen Metin Tolan mit Sicherheit zu zählen ist, so wie er sich anscheinend in der Welt des Fußballs auskennt.

Das Buch beginnt mit einem Rückblick auf die Entstehung des Fußballs und seiner Geschichte. Informativ und locker geschrieben, erfährt man so manches, was einem bis dahin unbekannt war. Nach dieser kurzen Einführung geht es dann aber sofort los. Und zwar mit den Regeln, die ja durchaus spielentscheidend sind. Fragen wie: Warum wird es immer falsche Abseitsentscheidungen geben? oder Was ist die optimale Anzahl an Feldspielern?
werden in diesem Abschnitt beantwortet, teilweise mit überraschenden Ergebnissen. 

„Ich verwarne Ihnen. - Ich danke Sie!“ (Dialog zwischen dem Referee und dem Spieler Willi „Ente“ Lippens, der daraufhin wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz flog.)“

Danach geht es mit einem ziemlich großen Block Statistik weiter, der unter anderem zu der Erkenntnis führt, dass Fußballmannschaften Tore mit der gleichen Wahrscheinlichkeit schießen, wie Atomkerne zerfallen. Die Funktion, dies zu beschreiben, ist in beiden Fällen gleich. Glücklicherweise schafft es Metin Tolan diesen und andere Sachverhalte so einfach wie möglich aufzubereiten, so dass man nicht ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Mathematik oder Physik braucht, um zu verstehen, was gemeint ist. Leider zieht sich dieser Statistikblock aber ein bisschen zu sehr hin. Wenn man das Buch in einem Stück liest, wirken die einzelnen Kapitel mit der Zeit gleich. Man liest zwar, dass es um andere Sachverhalte geht, aber der Weg dorthin scheint immer derselbe und so überfliegt man den Inhalt lediglich und nimmt nur die Kernaussagen mit.

„Ich bin Optimist. Sogar meine Blutgruppe ist positiv!“ (Der österreichische Nationalspieler Toni Polster in Diensten von Borussia Mönchengladbach)

Nachdem die Statistik beiseite gelegt wird, beschäftigt sich Metin Tolan mit dem wichtigsten beim Fußball überhaupt. Dem Ball an sich. Welche Kräfte treten auf, wie muss er angespielt werden, damit es eine Bananenflanke gibt und wie muss er eigentlich aussehen, kann er flattern? Fragen, die Fußballer sicherlich teilweise intuitiv beantworten können, jetzt aber ihre wissenschaftliche Grundlage finden. Dabei erfährt man, dass es manchmal einem Wunder gleicht, wenn ein Torwart einen Ball halten kann und so manches Tor bei dem die Nummer 1 schlecht aussieht, schlicht unhaltbar war.

„Wenn der Ball so aufgesprungen wäre, wie ich gedacht habe, hätte ich ihn gehalten, glaube ich.“ (Jens Lehmann über den ersten Gegentreffer bei der 0:2-Niederlage der Stuttgarter gegen Leverkusen am 2. Spieltag der Saison 2008/09)

Im Schlussviertel des Buches wird dann noch geklärt, warum Frauenfußball irgendwann attraktiver sein wird und vor allem zwei der wichtigsten Fragen überhaupt:
War das Wembley-Tor drin oder nicht? 
und
Wird Deutschland 2010 Weltmeister?
Ersteres lässt sich ganz klar mit einem „Nein“ beantworten, womit bewiesen wäre, dass die Engländer zu unrecht 1966 Weltmeister wurden.
Die zweite beantwortet Metin Tolan, mit einem Augenzwinkern, mit einem deutlichen „Ja“. Wer hätte da auch je dran gezweifelt, weswegen Gary Lineker an dieser Stelle zitiert werden soll:

„Fußball ist ein Spiel für 22 Mann; 11 auf jeder Seite. Die Spieler treten den Ball von einem Ende des Platzes an das andere. Das Leder muss in ein Tor, in dem ein Keeper steht. Das Spiel dauert 90 Minuten. Und am Ende gewinnt immer Deutschland.“

Ganz so sicher wie der vermutliche Sieg Deutschlands bei der WM, ist der von Prof. Tolan bei seinem Buch aber leider nicht. Ihm gelingt es zwar, genau wie bei seinem Vorgänger „Geschüttelt, nicht gerührt“ physikalische Sachverhalte möglichst einfach zu erklären, ist aber nicht mehr ganz so locker und leicht in seinem Stil. Trotzdem kommt man aber flüssig durch das Buch, ohne groß zu stocken. Einziges großes Manko ist der Statistikteil, der etwas ausgeufert und gestreckt wirkt. Hier hätte die Hälfte der Seiten locker ausgereicht. Dazu ist er gleich am Anfang unglücklich platziert, denn es besteht die Gefahr, dass so mancher Leser das Buch zu früh aus der Hand legt und damit die wirklich interessanten Teile verpasst. Die Aufmachung des Buches kann dagegen nur als gelungen bezeichnet werden. Angefangen bei der Umschlaggestaltung bis hin zu den vielen Fußballerzitaten im Inneren, die die einzelnen Kapitel einleiten und so die Physik auflockern. Alles in allem ist das Buch für jeden Fußballfan zu empfehlen, schließlich bekommt die Formel zur Berechnung der WM - wenn auch mit einem Augenzwinkern versehen.


Fazit

Etwas schwächer als sein Vorgänger ist „So werden wir Weltmeister“ von Prof. Metin Tolan ein gelungenes Buch über den Fußball und die Physik. Nur ganz so viel Statistik hätte nicht sein müssen.


Pro & Contra

+ Zitate von Fußballern und Funktionären
+ überraschende Ergebnisse 

- zu großer Statistikteil

Bewertung:

Lesespaß: 4/5
Informationsgehalt: 4/5
Aktualität: 5/5
Verständlichkeit: 4/5
Preis/ Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Metin Tolan:

Rezension zu Geschüttelt, nicht gerührt
Rezension zu Die STAR TREK Physik

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 05. September 2016
 

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