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Der Mensch von Morgen (Norbert Bachl / Erich Vogl)
Geschrieben von Dennis
Montag, der 21. Juni 2010

Ueberreuter Verlag (März 2010)
gebunden, mit Schutzumschlag
191 Seiten, EUR 19,95
ISBN: 978-3800074563

Genre: Sachbuch


Klappentext

Verschieben sich die Grenze der menschlichen Leistungsfähigkeit und Lebensdauer noch weiter? Wie lassen sich die Gene beeinflussen, um im Spitzensport noch bombastischere Muskelumfänge zu erzielen? Welche Methoden gibt es, um die Regeneration nach Unfällen bzw. Verletzungen drastisch zu beschleunigen? Welche Chancen bieten die Gen- und Stammzellenforschung für die Heilung von Erbkrankheiten und Krebs?

Der Sportmediziner Norbert Bachl und der Journalist Erich Vogl berichten anhand von fiktiven Fallgeschichten, welche Auswirkungen die medizinische Forschung auf Profi- und Hobbysport, aber auch auf den Alltag hat. Ein faszinierender Blick hinter die Kulissen der Genlabors und auf die Möglichkeiten der modernen Medizin in der Zukunft.


Rezension

Kaum ein Forschungsgebiet besitzt eine derartige Brisanz wie jenes, das direkten Einfluss auf die menschliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit hat. Kaum eines vermag die Gemüter derart zu erhitzen. Die vielfältigen Möglichkeiten und Neuerungen auf diesem weiten Gebiet zeigen die Autoren in „Der Mensch von Morgen“ auf, wobei jedes „Teilgebiet“ ein eigenes Kapitel bekommt. So erfährt man beispielsweise eine Menge über unterschiedliche Dopingmethoden und Hormonbehandlungen und erhält einen Einblick in die Möglichkeiten der Genetik – zum Beispiel durch direkte Eingriffe in das Erbgut.
Allerdings werden hierbei auch viele Methoden vorgestellt, die schon verfügbar sind und auch eingesetzt werden. Zwar handelt es sich hierbei natürlich um topaktuelle Verfahren, jedoch werden sie dem Anspruch des Titels „Der Mensch von Morgen“ nicht vollständig gerecht. Unter diesem Aspekt wäre ein noch stärkerer Fokus auf Aussichten und Prognosen angebracht gewesen.

Deutlich ist dem Buch anzumerken, dass beide Autoren stark auf den Sport fokussiert sind – die Anwendungsbeispiele kommen fast ausschließlich aus diesem Bereich. Da es sich bei diesem aber um den wohl wichtigsten – und interessantesten – handelt, fällt dies nicht weiter negativ ins Gewicht.
Leider kommt aber von der ganzen interessanten Thematik bei weitem nicht alles beim Leser an. Denn selbst mit recht solider Vorkenntnis im Bereich der Biologie und speziell der Genetik stößt man häufig an seine Grenzen – viele Fachbegriffe, die nicht erläutert werden, sorgen zusammen mit schlecht verständlichen Erklärungen dafür, dass der Leser irgendwann abschaltet. Wer kein Vorwissen auf dem Gebiet der Biologie mitbringt, sollte von diesem Buch tunlichst die Finger lassen. Eigentlich schade, handelt es sich dabei doch um Themen, die für alle interessant sein könnten. So aber quält man sich von Seite zu Seite in der Hoffnung auf einen Geistesblitz, auf etwas Klarheit – meist vergebens. Allenfalls an einigen Stellen schimmert die Größe dessen durch, was die Autoren vermutlich die ganze Zeit über sagen wollen. Diese sorgen dann zwar für Staunen und Verwunderung – können aber den Wust an unstrukturierten Informationen, die der Leser dafür auf sich nehmen muss, nicht wieder gutmachen.

Hinzu kommt eine komplett uninspirierte Umsetzung und Präsentation des Inhalts. Die „fiktiven Fallgeschichten“ entpuppen sich als völlig unbeholfenes Mittel, die Informationen an den Leser zu bringen und sind größtenteils nach dem Schema „Sportler x wollte mehr zum Thema y wissen und fragte den Experten z“ aufgezogen, wobei die „Charaktere“ diese Bezeichnung nicht einmal verdienen. Ist erst einmal die plumpe Überleitung zu den Ausführungen des jeweils befragten Experten geglückt, wird munter drauflos doziert. In einem oberlehrerhaft anmutenden Vortrag werden Daten und Fakten herunter gerattert und somit das Konzept der Fallgeschichten komplett zunichte gemacht. Belanglose und mit nichtssagenden Phrasen oder rhetorischen Fragen untertitelte Illustrationen unterstreichen den so entstehenden angestaubten Eindruck, der in krassem Gegensatz zur Aktualität des Themas steht.


Fazit

Ein spannendes und brandaktuelles Thema, das leider dank uninspirierter Umsetzung kaum den Leser faszinieren kann. Hinzu kommt, dass weite Teile schlichtweg unverständlich sind.


Pro & Kontra

+ Aktualität
+ faszinierendes Thema

- mangelhafte Umsetzung
- ohne Vorwissen praktisch ungenießbar

Wertung:

Aktualität: 5/5
Verständlichkeit: 2/5
Lesespaß: 2,5/5
Informationsgehalt: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 23. Juni 2010
 

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