Dienstag, 22. Oktober 2019

Phantast (Download)

Neueste Kommentare

Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

Weiterlesen...

Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

Weiterlesen...

Hey Sniffu, ich gebe dir absolut recht. Vielleicht hätte ich die Hörbuchfassung erwähnen sollen. ABER ...

Weiterlesen...

Waffenbrüder - Das Zeitalter der Dämonenkriege (R.A. Salvatore)
Geschrieben von Markus
Donnerstag, der 08. Juli 2010

Verlag: Lyx (15. Mai 2010)
Broschiert: 415 Seiten; 13,95 €
ISBN-13: 978-3802581878

Genre: Fantasy


Klappentext

Ein Bürgerkrieg verwüstet das Land Honce, und der tyrannische König Yeslnik verfolgt und vernichtet seine Feinde gnadenlos. Allein die Abellikanische Kirche kann ihm noch Widerstand leisten, zahlt aber einen hohen Preis dafür. Der Abenteurer Bransen Garibond muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht. Unterstützt er Pater Artolivan in seinem aussichtslosen Kampf gegen Yeslniks Armeen oder sucht er den Ausgleich mit den Fürsten von Honce?

Der zweite Roman aus dem Zeitalter der Dämonenkriege

„Salvatore ist ein Meister darin, komplexe Fantasywelten und faszinierende Figuren zu schaffen, die durch ihre Gewitztheit und Zielstrebigkeit ebenso triumphieren wie durch ihre Fähigkeiten im Kampf.“ Library Journal


Rezension

Mit Klappentexten ist es so eine Sache. Mal verraten sie zu viel, mal zu wenig, selten geben sie nur das Nötige an Informationen preis, um eine Entscheidung für oder gegen den Buchkauf zu fällen. Und dann gibt es noch die Fälle, wie bei „Waffenbrüder“ auch, wo man sich fragt, ob der Verfasser das Buch wirklich aufmerksam gelesen hat. Denn wie so oft trifft der Klappentext nicht den Inhalt. Sicher es geht um Bransen Garibond, ebenso um die Abellikanische Kirche, sogar um König Yeslnik, nur was auf den Klappentext schon als gegeben dargestellt wird, ist in Wirklichkeit erst das Ergebnis des Buches, nicht die Grundkonstellation. 

Das Buch schließt direkt an seinen Vorgänger „Todfeind“ an. Bransen Garibond kehrt mit seinen überlebenden Gefährten und neuen Freunden zu Lady Gwydre zurück und berichtet ihr vom Sieg über Altvater Badden. Ein Sieg, der zwar teuer erkauft wurde, der aber den Frieden im Herrschaftsbereich der Fürstin sichern wird oder zumindest scheinbar. Denn auch wenn anfangs alles so aussieht, als ob ein paar Dinge gerichtet werden könnten, nimmt die Entwicklung der Ereignisse einen ganz anderen Verlauf. Auf Corona herrscht Chaos. Zwei Fürsten kämpfen um den Königstitel und ziehen dabei das Land in einen alles verzehrenden Krieg. Als dann Fürst Delaval Attentätern zum Opfer fällt, die Bransens Schwert ähnelnde Waffen tragen, gerät er in den Fokus des nachfolgenden König Yeslnik. Eine Menschenjagd wird auf ihn eröffnet. Nicht das einzige Mal, dass der neue König ungeheure Grausamkeit demonstriert. Als er von den neutralen Mönchen der Abellikanischen Kirche verlangt, ihm alle gegnerischen Gefangenen zur Hinrichtung auszuliefern, müssen diese eine Entscheidung fällen. Mit hineingezogen wird Lady Gwydre, die sich zu der Zeit im Kloster Mere-Abelle befindet. Am Tisch wird dann eine bedeutende Entscheidung gefällt. 

Erstaunlicherweise liegt der Schwerpunkt der Handlung nicht auf großen Schlachten, obwohl sich mehr als nur einmal dafür eine gute Gelegenheit bieten würde. Vielmehr sind die politischen Ränkespiele und Intrigen das Herzstück des Romans, wobei Salvatore natürlich immer noch ausgiebig Konfrontationen der Protagonisten mit ihren Waffen in der Hand stattfinden lässt. Aber es sind mehr persönliche Kämpfe und nicht die ganz großen Schlachten. 
Diese finden sich, wohl dosiert, im Prinzip nur an zwei Stellen und beide haben mit den Pauris, den Zwergen, die ihre Kappen in das Blut ihrer Feinde tauchen, zu tun. Die stattfindenden Seekämpfe sind, ebenso wie die Zweikämpfe, packend geschrieben. 

Aber Salvatore hat nicht nur eine starke Handlung, sondern auch starke Charaktere, deren Beziehungsgeflecht immer interessanter wird. Und hier bietet sich in der deutschen Ausgabe leider eine Schwachstelle, die der Autor selbst nicht zu verantworten hat. Wie schon beim Vorgänger „Todfeind“ findet sich kein Hinweis auf den, bei einem Konkurrenzverlag erschienen, ersten Band der Reihe. Auch wenn dieser als Einzelband konzipiert war, gibt es bei „Waffenbrüder“ viele Verweise auf „Der dunkle Mönch“. Ohne dessen Kenntnis dürfte es schwer fallen, manche Zusammenhänge in ihrer Gänze zu erfassen. Besonders König Yeslniks Reaktion auf Bransen, ohne ihre Vorgeschichte, ist nur schwer nachzuvollziehen. Doch das ist nicht direkt ein Schwachpunkt des Romans, der von Anfang bis Ende zu überzeugen weiß. Vielleicht sollte sich Lyx überlegen, beim nächsten Band eine Kurzzusammenfassung der Ereignisse von „Der dunkle Mönch“ mit einzubinden.
Vor allem die Vielzahl der Charaktere ist bei „Waffenbrüder“ ein Gewinn. R.A. Salvatore gelingt das Kunststück jeder einzelnen seiner handelnden Personen eine eigene Motivation für ihre Handlungen und eigene innere Konflikte zu geben. Dabei sind diese niemals platt, sondern zeugen davon, dass sich der Autor ausgiebig Gedanken um seine Geschichte gemacht hat.

R.A. Salvatore spendiert seinen Lesern einen Einblick in das Entstehen von Königreichen und Religionen und erweckt seine Welt Corona immer mehr zum Leben. Bei der Dämonendämmerung war sie nur der Schauplatz, jetzt ist sie mehr oder weniger ein weiterer Protagonist, dessen Entwicklung man als Leser auf spannende Art und Weise präsentiert bekommt.

Die Übersetzung soll ebenso nicht unerwähnt bleiben. Im Gegensatz zu „Todfeind“ gelingt Michael Kubiak bei „Waffenbrüder“ eine adäquate Übersetzung, die den guten Gesamteindruck des Romans nicht zerstört. Dieses Mal wirkt sie runder und bedachter und das kommt auch gleich dem Lesespaß zugute. Die Anglizismen sind praktisch verschwunden und bis auf ein paar wenige Begriffe aus dem Vorgängerroman wurde von ihm jetzt auch alles übersetzt. Schade, dass nicht so viel Mühe auf „Todfeind“ verwandt wurde.


Fazit

R.A. Salvatore wird immer besser. Politische Verwicklungen gewinnen zusehends in seinen Romanen die Oberhand und das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt. Trotzdem vergisst er nicht seine Erkennungsmerkmale. Starke Charaktere und mitreißende Kämpfe. Einziges Problem bei „Waffenbrüder“ ist, dass es keinen Hinweis auf „Der dunkle Mönch“ gibt. Sicher, dieser ist bei einem anderem Verlag erschienen, wird für die Geschichte aber immer wichtiger.


Pro & Contra

+ Abwesenheit von Schwarz-/Weiß-Charakteren
+ stimmige Geschichte
+ die Welt Corona
+ die Pauris

Bewertung:

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von R.A. Salvatore:

Rezension zu Die Dunkelelfen
Rezension zu Der Fluch der Dunkelelfen
Rezension zu Die Rache der Dunkelelfen
Rezension zu Der Piratenkönig - Die Legende vom Dunkelelf
Rezension zu Der König der Geister – Die Legende vom Dunkelelf
Rezension zu Die Gefährten – Die Legende vom Dunkelelf
Rezension zu Die Nacht des Jägers – Die Legende vom Dunkelelf
Rezension zu Der Aufstieg des Königs – Die Legende vom Dunkelelf
Rezension zu Das Zeitalter der Dämonenkriege: Todfeind
Rezension zu Die Legende von Drizzt: Die Niewinter-Erzählungen Bd.1
Rezension zu Das Lied von Usgar

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 07. Oktober 2019
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren