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TriAdeM (20.07.2010)
Geschrieben von Judith
Dienstag, der 20. Juli 2010
Interview mit TriAdeM

Alisha Bionda

Literatopia: Hallo Alisha! Unsere Leser dürften inzwischen wissen, dass Du ein echtes Multitalent bist. Dieses Jahr fügt sich ein neues, großes Projekt in Dein umfangreiches Schaffen: TriAdeM. Verrate unseren Lesern doch bitte, wer und was sich hinter diesem Namen verbirgt?

Alisha Bionda: Dann gehe ich mal in der buchstäblichen Reihenfolge vor:

Tanya Carpenter
Alisha Bionda
Melanie Stone

Drei Autorinnen, die sich unterscheiden und dennoch – oder grade dadurch – ergänzen.
Man darf gespannt sein, was genau daraus erwachsen wird.
Ich selbst bin es jedenfalls.
Denn es muss sich ja immer erst beweisen, ob eine gute Idee auch fruchtet. Die Voraussetzungen erfüllen wir jedenfalls schon mal. Und das ist schon viel wert.
Darüber hinaus sind wir drei Weiblichkeiten jetzt in die Pflicht genommen – jede den anderen beiden gegenüber.
Ich hoffe, die Leser und Fans begleiten uns dabei und lassen uns durch ihre Feedbacks auch erkennen, ob ihnen unser „Treiben“ gefällt.

Literatopia: Von wem stammt die Idee zu dieser Kollaboration? Warst Du sozusagen die Initiatorin oder entstand der Zusammenschluss vielleicht bei einem gemütlichen Abend zu dritt?

Alisha Bionda: Gemütliche Abende finden eher zwischen Tanya und Melanie statt, die auch privat befreundet sind und in einem Land leben – hehe – da bin ich ja komplett außen vor. Ich kenne durch mein Inselleben beide nicht persönlich. Bei Tanya wird sich das aber im September ändern, da sie mich auf der Insel besucht. Wie ich uns kenne, entspringt diesem Treffen sicher die ein oder andere Projektidee. Wenngleich wir beide so eingebunden sind, dass wir jetzt schon immer sehr streng überlegen müssen, was wir umsetzen wollen und was erst einmal nicht. Denn auch unser Tag hat ja (leider) nur 24 Stunden. Und wir sind anderweitig (beruflich und privat) auch extrem gefordert. Mich wundert immer wie wir das alles immer unter einen Hut bringen – aber wir schaffen es. Was auch schon mal eine wesentliche Brücke einer solchen Vereinigung ist.

Die Idee entsprang aus einer Gemeinschaft, der wir vorher angehörten und die nicht funktionierte, weil dort die Tempi der einzelnen Mitglieder zu unterschiedlich waren. Sachlich gesprochen, frei von Wertigkeiten: Es macht keinen Sinn, wenn drei immer vorpreschen und die Zugpferde sind und die anderen Mühe haben zu folgen. Da entsteht schnell ein Ungleichgewicht, das für alle Beteiligten nicht gesund ist. So haben wir drei diese Gemeinschaft zusammen verlassen. Da lag es beinahe auf der Hand, dass wir eine neue Vereinigung gründen.

Die Idee des Namens stammt von mir. Sie kam mir als ich Pressetexte verfasste, hehe. So fruchtbar können auch solche Arbeiten sein.

Literatopia: Was zeichnet TriAdeM Deiner Meinung besonders aus? In welchen Bereichen vereint Ihr Eure Kräfte und entwickelt Vorteile gegenüber „Einzelkämpfern“?

Alisha Bionda: Also auszeichnen muss es sich jetzt erst.
Wir sind ja erst im Mai an den Start gegangen. Und auszeichnen müssten uns dann irgendwann andere ... hehe.
Im Ernst, es muss sich wie oben gesagt, erst beweisen.
Aber es birgt für mich folgendes Potential:
Gemeinsames Vorantreiben
Gemeinsame Projekte (z.b. die Online-Serie „Höllischer Alltag“ – späterer Print nicht ausgeschlossen)
Und der Vorteil gegenüber „Einzelkämpfern“ liegt darin, dass man sich gegenseitig stützen und jede von der anderen „profitieren“ kann.
Wenn das ausgewogen umgesetzt wird liefe es auf das alte aber zutreffende „Gemeinsamkeit macht stark“ hinaus.
Und da muss man erst mal schauen – ich sage mal nach einem Jahr – ob das erreicht werden konnte.
Der Grundstein wurde gelegt, nun gilt es ein stabiles Fundament zu errichten, erst dann könnte und kann man ein Haus darauf bauen.

Literatopia: Auf den ersten Blich erkennt man die Anfangsbuchstaben Eures Autorentrios. Aber wie kam der Name „TriAdeM“ eigentlich zu Stande? Gibt es da vielleicht eine unterhaltsame Anekdote?

Alisha Bionda: Nein, da gab es keine Anekdote, meine Überlegungen zu dem Namen waren: TRIA = drei, Triadem, abgeleitet von Diadem = etwas Besonderes, Kostbares und dann die Wortspielerei mit den Anfangsbuchstaben
Das gefiel mir persönlich sehr gut, und den beiden Mädels auch.

Literatopia: Werdet man Euer Dreiergespann in Zukunft öfter zusammen auf Lesungen und anderen Events erleben können? Oder lassen Eure straffen Zeitpläne das eher nicht zu?

Alisha Bionda: Also das wird es wohl in D nicht geben, da ich ja auf der Insel lebe und nicht mal eben für jeden Event, jede Lesung rüberfliegen kann. Das ginge rein betriebswirtschaftlich schon nicht. Aber auch von der Zeit, in der dann meine Arbeiten ruhen würden. Derzeit sind Tanya und Mel auf dem ein oder anderen Event/Con anzutreffen und vertreten mich dann mit.

Ich denke aber über Workshops für Autoren und Künstler hier auf der Insel nach. Auch in Kombination mit Lesungen, die wir dann hier anbieten wollen. In idyllischer Atmosphäre abends/nachts am Meer.

Literatopia: 2009 sind viele bemerkenswerte Anthologien unter Deiner Herausgabe erschienen. Auch dieses Jahr können sich die Fans auf weitere Titel aus Deinen Reihen freuen. Was wird uns 2011 von Dir erwarten? Können die Fans auf regelmäßige Lesestoffzufuhr hoffen oder wirst Du mehr im Hintergrund arbeiten?

Alisha Bionda: Wirklich im Hintergrund arbeite ich ja immer .

Da ich ja schon seit fast 10 Jahren, alle Bereiche der Branche abdecke. Das wird auch so bleiben. Ich werde immer schreiben, herausgeben – aber auch u.a. PR betreiben und denke derzeit über die Gründung einer Agentur nach.

2011 erscheinen auf jeden Fall sehr interessante Titel in meiner Horror-Reihe SCREAM, die jetzt von Voodoo Press verlegt wird. Da gibt es mit PAINSTATION eine tolle Antho mit Texten von internationalen und nationalen Autoren zu Grafiken von Mark Freier. Aber es kommt auch ein sehr stimmungsvoller Roman von Karl Georg Müller heraus (Band 3 der Reihe).

Hier gibt es erste Infos – bzw Infos zur Reihe:
http://www.literra.info/buecher/serien_r...php?id=348

Dann startet 2011 eine neue Reihe von mir.
Ich wandle erstmals auf Fiction-Pfaden mit der neuen „Dark Wor(l)ds“-Reihe.
Hier findet ihr schon Infos zu den ersten vier Bänden:
http://www.alisha-bionda.net/serien-reihen.php?id=18

Darüber hinaus gibt es noch meine Online-Projekte, wie z.B. „Höllischer Alltag“ mit Tanya und Melanie:
http://www.literra.info/specials/special.php?id=26 

Aber ich werde ab 2011 auch wieder vermehrt als Autorin auftreten.

Allem voran mit Marc-Alastor E.-E., aber auch mit Uschi Zietsch und Tanya. Und als „Solistin“ trete ich jetzt auch wieder auf.
Da lohnt sich immer ein Blick auf meine Autorenseite. Dort in die „Vorschau“ oder „In Planung“. Die Site wird täglich aktualisiert!

Literatopia: Im November wird „Just married – with a Personal Demon” in der ARS AMORIS Reihe erscheinen. Fünf duster-phantastische Erotikgeschichten soll sie enthalten. Magst Du uns ein wenig von dieser Anthologie erzählen?

Alisha Bionda: Hier wollte ich einmal eine Kurzgeschichtensammlung anbieten, die wenige längere Texte beinhaltet, von sehr unterschiedlichen Autoren – in einer Kombination von bisher in meinen Anthologien aufgenommenen Autoren und solchen, die noch in keiner von mir aufgetaucht sind.

Mit Ascan von Bargen – sozusagen dem „Hahn“ im Korb“, ist ein Roman für 2011 in der ARS AMORIS in Arbeit. Ich kann nur soviel verraten: Seine Story in der JUST MARRIED ist sehr stimungsvoll und erotisch geschrieben und wer ihn als Autor kennenlernen möchte, kann das hier bestens. Und ich glaube zu Fug und Recht sagen zu können, wer diese Story liest, wird seinen Roman kaum erwarten können. Denn der Autor versteht es wirklich erotisch-spannend zu unterhalten.

Dann wird Tanya in der Anthologie vertreten sein – und neu für meine Projekte Antje Ippensen und Elke Meyer. Letztere ist den Sieben Verlag-Leserinnen bestens bekannt.
Darüber hinaus gibt es auch eine Story der Berliner Sängerin Arcana Moon, von der ebenfalls 2011 ein Roman in der ARS AMORIS erscheinen wird.


Tanya Carpenter

Literatopia: Hallo Tanya! TriAdeM besteht aus drei kreativen Köpfen. Welches ist dabei Dein „Spezialgebiet“? Und welche Werke / Autoren haben Dich in Deinem literarischen Schaffen beeinflusst?

Tanya Carpenter: TriAdeM ist ein Team, in dem ich weniger von „Spezialgebieten“ reden möchte, als vielmehr von reibungsloser Ergänzung. Was das Wirken innerhalb des Teams angeht, ergeben sich die Aufgaben oft von selbst. So ist nun mal klar, dass Alisha ihre Werke nicht selbst hier in Deutschland auf Messen und Lesungen vorstellen und präsentieren kann. Also fällt dieser Part auf mich und Melanie. Auch die Pflege der Homepage wird vorrangig von uns übernommen, weil wir da mehr zeitlich freie Ressourcen haben. Alisha hingegen hat unheimlich viele Kontakte und kann ganz anders streuen als wir es könnten, stellt Verbindungen her und präsentiert uns auf LITERRA in einer Kolumne. Außerdem gibt sie am häufigsten den Anstoß für neue Projekte und verfügt über den größten Erfahrungsschatz von uns dreien.

Was das „Spezialgebiet“ des Schreibens angeht, kann man glaub ich noch weniger von einem solchen reden, denn da sind wir alle ja sehr vielseitig. Es gibt wenige Themen, die ich gar nicht anpacken würde. Splatter und Hardcore-Erotik gehört dazu. Und mit Sci-Fi tue ich mich noch etwas schwer. Aber ansonsten versuche ich im Grunde alles abzudecken und immer wieder Neues auszuprobieren. Mein Herz schlägt allerdings überwiegend für die Fantasy in all ihren vielfältigen Aspekten. Auch Krimi und Humor reizen mich sehr und ich spiele wahnsinnig gern mit religiösen Themen, interpretiere die Dinge in völlig neuem Licht.

Autoren oder Werke, die mich beeinflusst haben sind sicher Anne Rice, da sie für mich immer noch die Pionierin der heutigen Dark Romance-Vampire ist. Dann Diana Gabaldon wegen ihrer Herangehensweise an einen Roman. Auch sie schreibt z.B. nicht von Seite 1 bis Ende, sondern szenenweise, fügt am Schluss alles zusammen und schließt die Lücken. An ein paar Klassikern kommt wohl kaum ein Autor vorbei. Goethes Faust, einige Werke von Shakespeare und Kurzgeschichten von Poe haben mich sehr beeindruckt. Ob mich irgendeine/r von diesen Autoren/innen auch in meinem Stil beeinflusst hat, kann ich allerdings nicht sagen. Solche Beurteilungen überlasse ich lieber anderen.

Literatopia: Dieses Jahr ist der vierte Teil Deiner „Ruf des Blutes“-Serie erschienen: „Unschuldsblut“. Was durchlebt Melissa dieses Mal? Und wird es neue Charaktere geben?

Tanya Carpenter: Ja, es gibt einen neuen Charakter, der auch für reichlich Aufruhr sorgt. ;-)

Die Story ist diesmal mehr zwiegespalten, denn Melissa und Armand stellen sich nicht gemeinsam dem Gegner. Armand ist verschwunden, laut einem Brief hat er Mel verlassen. In Wahrheit wurde er aber entführt und muss sich durch die „Festung ohne Wiederkehr“ kämpfen. Das verlangt ihm alles ab, bringt ihn mehrfach an den Rand des Todes oder Wahnsinns.

Mel hingegen wird vom Paranormalen Untergrund kontaktiert und soll mit einigen Komplizen darauf hinarbeiten, das Tor von Darkworld – einem Dämonengefängnis – zu öffnen. Natürlich gibt sie nur vor, den Untergrund zu unterstützen, in Wahrheit sucht sie gemeinsam mit der Ashera nach einem Weg, dieses Vorhaben zu vereiteln. Dabei schwebt sie in höchster Lebensgefahr, denn es gibt etliche Tote und die Drahtzieher hinter dem Plan haben auch keine Skrupel, was Mel angeht.

Literatopia: Wer in Anthologien von Alisha Bionda stöbert, stößt immer wieder auch auf Deinen Namen. Doch wie ist die Zusammenarbeit mit Alisha eigentlich entstanden? Wie haben sich Eure Wege das erste Mal gekreuzt?

Tanya Carpenter: Der Beginn unserer Zusammenarbeit war Alishas PR-Arbeit für den Sieben Verlag. So entstand der erste Kontakt. Ich sollte ihr Kurzinfos zu meiner Serie schicken. Wir haben recht schnell gemerkt, dass wir sehr auf einer Welle funken und gut zusammenarbeiten können. Wir sind uns da beide sehr ähnlich, sagen was wir denken und fühlen uns von offenen Worten nicht schnell angegriffen, auch wenn sie mal kritisch sind. Das bedeutet einen sehr offenen und ehrlichen Umgang miteinander, was uns beiden wichtig ist.

Ich erhielt kurze Zeit später damals das Angebot von ihr, für die Dark Ladies einen Text zu schreiben. Bis dahin war ein Schreiben nach genauer Zeichenvorgabe und dann auch noch mit einer Grafik als Vorlage völliges Neuland für mich. Weshalb auch der erste Versuch in die Hose ging. Da ich die Arbeit nach Grafik nicht kannte, passte meine Geschichte nicht zu meiner Dark Lady. Es war mir megapeinlich, aber ich erhielt von Alisha eine zweite Chance. Entstanden ist „Desmodia“, der Auftakt einer intensiven und fruchtbaren Zusammenarbeit.

Mir macht es Spaß, mich in Kurzgeschichten unterschiedlicher Genres und Themen immer wieder neu auszuprobieren und ich bin froh und dankbar, dass Alisha mir diese Möglichkeit immer wieder gibt. Ich habe dadurch eine Menge gelernt, was man Unschuldsblut wohl auch deutlich anmerkt. Jedenfalls hab ich von vielen Lesern inzwischen Feedback bekommen, dass man meine positive Entwicklung zwischen Dämonenring und Unschuldsblut extrem merkt.

Literatopia: Die „Ruf des Blutes“-Serie erscheint seit diesem Jahr im Diana-Verlag neu. Inwiefern hast Du als Autorin noch etwas mit dieser neuen Auflage beziehungsweise dem neuen Verlag zu tun?

Tanya Carpenter: Erfreulicherweise sehr viel. Der Kontakt zwischen mir und der für mich zuständigen Redakteurin sowie der Lektorin sind sehr rege. Ich werde in alle Entscheidungen mit eingebunden, gehe noch mal ein komplettes Lektorat mit ihnen durch und habe jeweils das letzte Wort bei Änderungen im Text. Es ist eine sehr professionelle Zusammenarbeit, die Spaß macht.

Literatopia: Dein Vampirbild ist von ausgeprägter Individualität bis hin zu Arroganz gezeichnet. Sie sind gefährliche Jäger der Nacht, die einander ausnutzen – doch es gibt auch Liebe in Deinen Romanen. Wie hat sich Dein ganz persönliches Bild der Vampire entwickelt?

Tanya Carpenter: Ich denke, dass Vampire in ihren Charaktergrundzügen nicht viel anders sind als Menschen. Nur werden sie auch von der Zeit geprägt aus der sie stammen und dem Status, den sie dort hatten. Dann natürlich von ihrem langen Dasein – Hunderte, sogar Tausende von Jahren. Ich habe mir also Gedanken darum gemacht, wie sich all das auf den jeweiligen Vampir wohl ausgewirkt haben muss, habe in mich hinein gelauscht, die Figuren in mir leben und sich frei entwickeln lassen. Die meisten Charakterzüge entstanden aus sich selbst heraus, nicht gezwungen von mir kreiert. Ich habe sie einfach alle sein lassen, wie sie wollen, habe sie reagieren lassen und mehr oder weniger nur aufgeschrieben, was passierte, wenn der Film in meinem Kopf erst mal losging. Dabei haben manche schließlich ganz andere Züge entwickelt, als ich anfangs dachte. Aber ich glaube, in dieser Herangehensweise liegt auch ein Grund für ihre Glaubwürdigkeit und ihre Tiefe. Sie sind authentisch in ihrem Denken und Handeln. Und eben genauso unterschiedlich, wie wir Menschen es sind. Keine 0815-Charaktere, die nur ein bestimmtes Vampir-Bild wiedergeben. Das wäre auch langweilig.

Literatopia: Was hältst Du von eher seichteren Darstellungen, in denen Vampire Sonnenlicht wunderbar vertragen und vor lauter Schuldgefühl am liebsten kein Blut trinken würden?

Tanya Carpenter: Ganz ehrlich, es liegt mir nicht. Ich mag es nicht, wenn etwas extrem übertrieben wird, wie z.B. die Schuldgefühle eines Bluttrinkers. Da vergisst der Autor in meinen Augen, dass diese Wesen Jahrhunderte so leben müssen. Mit Schuldgefühlen und Verzweiflung. Das hält keiner aus, ohne wahnsinnig zu werden. Irgendwo muss es auch noch logisch und verständlich sein, auch in der Fantastik. Jedenfalls sobald ich Bereiche antaste, die ins reale Leben reinspielen.

Die Frage mit dem Sonnenlicht muss ebenfalls glaubwürdig erklärt sein, warum es ihnen nichts ausmacht. Oder eben, warum es das doch tut. Das ist ein Manko bei vielen Romanen, dass Dinge nur behauptet werden, aber keine Erklärung dazu erfolgt. Nach dem Motto: Der Leser hat es einfach hinzunehmen, weil ich das eben so schreibe.
Ich versuche, für alles eine Begründung zu haben. Auch bei mir gibt es Daywalker und Halfblood, die beide aufgrund ihrer Herkunft resistent gegen Sonnenlicht sind. Ich habe auch eine Erklärung geliefert, welche Zellen des Vampirs auf welche Bestandteile des Sonnenlichtes reagieren. Und der Grund ist ein Fluch, der auf den Urgeschwistern liegt.
Meine Vampire sind von ihrem Charakter her Jäger, das liegt ihnen im Blut. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn es ist ja ein Dämon, der in ihrem Inneren lauert und auf die Jagd gehen will. Damit muss man sich arrangieren. Es geht ums Überleben und manche entwickeln – geprägt durch einen hohen Status, ihren Charakter, ihre Erfahrungen – auch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte sadistische Ader. Sie versuchen, sich die Jagd abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Wer das nicht erträgt, muss sterben, denn er ist zu schwach für die Unsterblichkeit. Einige Vampire gehen Kompromisse ein, indem sie gezielt ihre Opfer unter Verbrechern suchen, oder unter Totkranken. Andere lieben gerade die Süße von unschuldigem Blut. Manche sind gnädig, manche das genaue Gegenteil. Auch hier gilt: Sie sind in ihren Grundzügen nicht viel anders, als die Menschen. Sehr unterschiedlich und allesamt keine Engelchen.

Den astreinen Helden-Vampir zu erschaffen ist in meinen Augen widersinnig. Gerade das Dunkle und Gefährliche reizt die Leser ja an diesen Figuren. Die Selbstgeißelung durch Blutenthaltsamkeit raubt ihm Glaubwürdigkeit in seinem ureigensten Wesen. Es wäre im übertragenen Sinne so, als wolle man einem Krieger (oder Ritter) seinem Schwert entsagen lassen, weil er nicht mehr töten will. Dafür ist er aber nun mal Krieger. Jetzt werden viele sicher sagen: „Ja, aber der Krieger tötet nur die Bösen.“ Tut er das? Wer bestimmt denn, wer gut und wer böse ist? In Königreich der Himmel waren die Zuschauer natürlich für Orlando Bloom und die Kreuzritter, aber betrachten wir uns die Historie mal ganz objektiv, so sind die Christen schließlich in einem fremden Land eingefallen und wollten es erobern und missionieren. Zur Not auch mit Gewalt. Das ist ganz sicher nicht typisch für „die Guten“, oder?

Ich denke, man sollte immer beide Seiten sehen und mit dem Urteil „gut oder böse“ behutsam umgehen.


Melanie Stone

Literatopia: Hallo Melanie! Wo siehst Du persönlich die großen Chancen von TriAdeM? Und wie hast Du die ersten Monate in diesem Dreiergespann erlebt?

Melanie Stone: Ein Hallo zurück! :o)

Es ist doch so: Immer nur Einzelkämpfer sein ist auf Dauer sehr ermüdend, denn „Schreiben“ bedeutet so viel mehr, als nur hinter seinem Notebook zu klemmen und in die Tasten zu hauen. Da gehört Marketing dazu, Erfahrungen sammeln mit Verlagen, Lektoren und anderen Autoren. Wenn man sich da mit zwei „alten Hasen“ austauschen kann, ist das ein wahrer Segen. Ich habe das große Privileg, von so manchen Stolperfallen, die Tanya oder Alisha nehmen mussten, aus der Ferne zu lernen. Das ersetzt natürlich nicht, dass man auch seine eigenen Schritte machen muss, aber ist einfach wunderbar, sich auf so vielfältige Art mit den beiden austauschen zu können. Durch unsere Zusammenarbeit habe ich unglaublich viel über mich, meine Fähigkeiten und auch meine Grenzen gelernt. Wie viele Herausforderungen hätte ich vorbeiziehen lassen, wenn ich nicht die Unterstützung von Tanya gehabt hätte. Und wie viele Herausforderungen hätte ich gar nicht erst ohne Alisha gehabt. Ich habe mich durch TriAdeM inzwischen an viele Genres gewagt, um die ich früher einen Bogen machte. Wenn ich es also auf den Punkt bringen müsste (was nicht unbedingt zu meinen Stärken zählt *g*), würde ich sagen: Die Chancen liegen auf professioneller Ebene, dass wir uns mit Rat, Tat und Hirnschmalz zur Seite stehen. Und auf persönlicher Ebene, dass es immer ein Ohr und eine Schulter gibt, wenn man gerade durchhängt – und einen ordentlichen Tritt in den Hintern, wenn man das zu lange macht ;o)

Da wir uns schon vor dem Dreiergespann kannten, haben mich die ersten Monate nicht mehr sooooo umgehauen. Das habe ich schon hinter mir *lacht* Mit den beiden Powerfrauen mitzuhalten kann wirklich auf die Kondition gehen ;o) Es war also, wie ich es erwartet habe: Die Ideen flogen nur so durch die Gegend, wurden von mir in eine Internetpräsenz gegossen, an der wir wochenlang feilten und durch die ich um Jahre alterte. Es war ein toller Augenblick, als unsere Seite endlich Online gehen konnte und wir wussten: Jetzt geht es offiziell los!

Literatopia: Auch an Dich die Frage: Wie hast Du Alisha kennengelernt / wie ist Eure Zusammenarbeit entstanden?

Melanie Stone: Das eigentliche Kennenlernen war recht unspektakulär. Eine Autorenkollegin fragte bei mir an, ob ich nicht Lust hätte, bei LITERRA als Ressort-Redakteurin mit einzusteigen. Hatte ich ;o) Sie schlug mich bei Alisha vor, ich schickte eine Vorstellungsmail und damit wäre die (zugegebenermaßen langweilige) Kennenlerngeschichte auch schon am Ende – wenn ich nicht das Vergnügen gehabt hätte, gleich zu Anfang ein Marathontelefonat mit Alisha führen zu dürfen. Zuerst glühte nur die Leitung nach Mallorca vier Stunden lang und danach dann meine Wangen. Ich war und bin wirklich beeindruckt von dieser Powerfrau, weswegen es mir auch eine besondere Freude und Ehre war, zusammen mit Tanya das Vorwort für Alishas Buch „Let’s Talk“ schreiben zu dürfen. Wer durch diese kurzen Stories liest wird wissen, was ich meine. Jedenfalls war der Einstieg bei LITERRA symbolisch betrachtet der Anfang von dem ganzen wundervollen Chaos, das mich jetzt umgibt. Ich wurde Teil eines Autorenteams, das sich vergangenes Jahr wieder auflöste, doch bereits da kristallisierte sich heraus, dass Tanya, Alisha und ich gut zusammenarbeiten. Da lag der Entschluss dann nah, dass wir drei uns zusammentun und die Energien bündeln. Et voila – TriAdeM war geboren ;o)

Literatopia: Schon in der Schule wurde Dir eine blühende Phantasie attestiert – wie hast Du Deine Begabung letztlich zum Beruf gemacht?

Melanie Stone: Ach, das wär schon was, wenn meine Phantasie schon mein Beruf wäre. Aber um ehrlich zu sein: Davon bin ich noch ein ganzes Stück entfernt. Im Moment leider sogar noch ein ganzes Stück weiter, als mir lieb ist, da mich die harte Realität (also mein „echter“ Beruf) derzeit ganz schön einspannt und die wenige Zeit für tausend andere Dinge draufgeht.

Wenn ich Beruf aber durch Berufung ersetzen darf, würde meine Antwort lauten: Die blühende Phantasie war immer da, aber ich habe sehr lange dran gezweifelt, ob sie gut genug ist, um sie anderen zu zeigen. Erst als ich vor wenigen Jahren den Mut fasste und mich in meinem ersten Autorenforum anmeldete, wo ich andere „Schreiberlinge“ traf, kam der Stein allmählich ins Rollen. Ich wurde zu einem Anthologieprojekt eingeladen, machte meine ersten Schritte, bekam weitere Anfragen und wurde dann im vergangenen Jahr von der Lawine fast überrollt. Wenn ich den Absatz so lese, klingt das unglaublich leicht, aber das war (und ist) es nicht. Für mein Verständnis gehört zum Schreiben auch dazu, dass man sich mit der Technik auseinandersetzt. Was macht einen Charakter spannend? Wie bringe ich Emotionen rüber und was macht einen Plot interessant? Und dann immer wieder die Gretchenfragen: Wie viele Adjektive sind akzeptabel, ab wann ist eine Wortwiederholung eine Wortwiederholung und was ist das bloß mit diesen Füllwörtern? ;o) Ich habe Unmengen von Büchern gelesen, VHS Kurse besucht und sehr viel mit anderen Autoren diskutiert – und weiß, dass es nie aufhören wird, an sich und seiner Berufung zu arbeiten, egal, wie viel man glaubt schon zu wissen. Aber ist das nicht auch spannend, sich immer weiterentwickeln zu können?

Literatopia: Bisher kennt man Dich von Kurzgeschichten, die man unter anderem auf LITERRA lesen kann. In welchen Genres siedeln sich diese Geschichten an? Und gibt es eine Geschichte, die Du im Nachhinein betrachtet besonders gut / weniger gut gelungen findest?

Melanie Stone: Ich muss ganz zu Anfang etwas sehr Wichtiges loswerden: Kurzgeschichten und ich sind nicht die allerbesten Freunde. Man gebe mir ein Thema und sage: „Mach eine Kurzgeschichte draus, aber die Zeichenanzahl ist nicht so wichtig“, und du bekommst dreißig Seiten. Minimum. Daher habe ich mit meinen ersten Kurzgeschichten auch auf dem Kriegspfad gestanden. Ich wollte immer zu viel Plot in zu wenige Zeichen packen. So gern ich das Thema rund um meine Ange de la Mort auch habe, aber die Geschichte um Asuran ist ein gutes Beispiel dafür. Ich mag die Story, weil ich meine Todesengel und ihre weitreichende Mythologie mag. Und ich möchte sie in der Luft zerreißen, weil ich zu viel versucht habe, in die 20.000 Zeichen unterzubekommen, weswegen sie nicht so authentisch rüber kommt, wie sie es hätte tun können.

Eine Story, die ich auch heute hingegen gern lese ist meine Dornenfee, die auf LITERRA erschienen ist. Durch Tanya und Alisha habe ich einen Hang zu humoristischen Geschichten entwickelt, auch wenn ich immer wieder gern zwischendurch erotische oder fantastische Stories schreibe. Demnächst versuche ich mich mit Tanya an einer Sci-Fi Geschichte aber um ehrlich zu sein: Humor und Fantasy sind meine Heimat.

Literatopia: Wie muss für Dich Erotik in einer Geschichte eingesetzt werden? Was ist geschmackvoll, was eher nicht? Und wieso funktioniert Deiner Meinung nach erotisch angehauchte Phantastik so gut?

Melanie Stone: Erotik sollte weder zu funktionell sein, noch zu kitschig. Sie soll prickeln, necken und spielerisch sein, erhitzen und verführen, andeuten und sich zurückziehen, überraschen und gern auch mal in einen schnellen Rhythmus wechseln, aber niemals sollten die Charaktere aus ihrer Rolle fallen. Wenn ich eine Geschichte zweier schüchterner Charaktere lese, ist ein heftiger Dirty Talk befremdlich. Ist der Text beinahe schon poetisch geschrieben, sind vulgäre Bezeichnungen diverser Körperteile und –säfte mehr als nur irritierend. Erotik muss sich in die Geschichte einpassen, sie aufwerten und darf sich nicht so lesen, als wäre sie hineingepresst worden, weil es eben verlangt wird.
Genauso unangebracht ist es hingegen, den „Akt“ wie eine Gebrauchsanweisung zu schreiben. Gemäß dem Motto: Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen. Da ist jede Bohrmaschinenanleitung erotischer.

Ich denke, dass das auch die Antwort ist, warum erotisch angehauchte Phantastik gut funktioniert: Es gibt keinen Alltag in den Geschichten, alles ist immer spannend und neu, aufregend und fesselnd. Nicht ganz das, was wir Tag für Tag erleben, oder? Wer kann schon von sich behaupten, ständig ein erotisches sieben-Gänge-Menü auffahren (lassen) zu können? Gute erotische Phantastik ist in meinen Augen der weiterführende Kleinmädchentraum vom Helden in strahlender Rüstung auf einem weißen Pferd. Nur hat der Held in der erwachsenen Version eben seine Lanze dabei.

Literatopia: Laut der TriAdeM.-Homepage hast Du mit Deinem ersten Roman begonnen. Kannst Du uns schon etwas über den Inhalt verraten?

Melanie Stone: Eigentlich sind es inzwischen zwei Projekte, an denen ich arbeite *g* Ein Roman über meine Ange de la Mort, den Engeln des Todes, und einer über eine paranormale Detektei, die ich im Stil einer amerikanischen Actionserie aufziehe.

In beiden Geschichten geht es um mythologische Aspekte, um Vertrauen und Verrat, Liebe und Verlust, Leidenschaft und Hass. Mir ist vollkommen bewusst, dass das nur mäßig auf den Inhalt schließen lässt, aber hier kommt wieder mein Problem mit dem Kurzfassen zu tragen. Weswegen Exposés und ich übrigens auch keine dicken Kumpels sind. Sobald ich in der Lage bin, diese weitreichenden Mythologien und damit auch Plots in wenige Sätze zu packen, werde ich umgehend die TriAdeM Seite aktualisieren – und ordentlich feiern ;o)

Literatopia: Vielen Dank Euch dreien!


TriAdeM-Homepage: http://www.triadem.net

Rezension zu "Schattenversuchungen" (Hrsg. Alisha Bionda)

Rezension von "Höllische Weihnachten"  (Hrsg. Alisha Bionda)

Rezension zu "Sad Roses"  (Hrsg. Alisha Bionda)

Rezension zu "Unter dunklen Schwingen"  (Hrsg. Alisha Bionda)

Rezension zu „Dark Ladies I“  (Hrsg. Alisha Bionda)

Rezension zu "Dark Ladies II"  (Hrsg. Alisha Bionda)

Rezension "Tochter der Dunkelheit" (Tanya Carpenter)

Rezension "Engelstränen" (Tanya Carpenter)

Rezension "Dämonenring" (Tanya Carpenter)


Dieses Interview wurde von Judith Gor für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.
Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 20. Juli 2010
 

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