Garfield Gesamtausgabe Bd. 3 (Jim Davis)

Verlag: Ehapa Comic Collection - Egmont Manga & Anime; 
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten, 21,6 x 16,6 x 3,2 cm, 29,90 €
ISBN-13: 978-3770430499

Genre: Comic Strips


Klappentext

Ein Muss für jeden Katzen-Feind und jeden Katzen-Liebhaber

Band 3 der Garfield Gesamtausgabe, in dem er auf einem Zaun sein Publikum begeistert, sich auf einer Tür sitzend Überblick verschafft, sein Gewissen kennen lernt und in Urlaub fährt.

In einer farbig illustrierten Einführung werden dem interessierten Leser wissenswerte Hintergründe zum Autor der Serie, seiner fettfaulfilosofischen Schöpfung Garfield und seinen Freunden und Widersachern sachkundig und humorvoll serviert.


Rezension

Die Gesamtausgabe des liebenswerten, sarkastischen Lasagneverschlingers kommt in ihrer dritten Runde in den Jahren 1982 – 1984 an.
Garfield ist somit am Ende des Buches schon sechs Jahre alt, allerdings zeigt er immer noch keine Ermüdungserscheinungen oder Anzeichen, erwachsen werden zu wollen. Im Gegenteil. Nach wie vor hat er Spaß daran, Nermal und Odie leiden zu lassen oder sich in hoffnungslose Situationen zu bringen, nicht selten ist sein loses Mundwerk daran Schuld.

Als wichtiges Handlungselement treten vor allem Garfields nächtliche Zaunkonzerte in den Vordergrund. Ein ums andere Mal stellt er sich der öffentlichen Kritik, ungeachtet der Folgen. Heroisch stellt er mehr als einmal fest, dass „eine Katze mit ihrem Zaun untergeht“.
Aber auch Nermal ist wieder mit von der Partie und nervt den orangefarbenen Fellträger immer wieder aufs Neue. Im vorliegenden Band 3 ist man dann auch schließlich Zeuge von Garfields erstem Versuch, Nermal nach Abu Dhabi zu verschicken. Einem später immer wiederkehrenden und nie seinen Witz verlierenden Gag der Garfieldgeschichte. Sozusagen ein historischer Moment.
Odie ist natürlich auch wieder mit von der Partie und zeigt mehr als einmal Anflüge von Intelligenz, ist allerdings nach wie vor unheimlich naiv und dämlich.  
Auch einer der schönsten Momente zwischen Garfield und Odie findet sich hier. Es ist ein ruhiger , inmitten all der Gags, und verfehlt vielleicht gerade dadurch nicht seine Wirkung beim Leser. Und auch wenn er einen zum Schmunzeln bringt, ist es doch die Aussage übers Leben, die diesen Sonntagsstrip zu etwas Besonderen macht.

Zwei weitere absolute Highlights finden sich dann auch noch.
Das eine ist die Umsetzung des Gedichtes „A Visit from St. Nicholas“ von Clark Moore, welches in Deutschland unter dem Titel „Als der Nikolaus kam“ in der Übersetzung von Erich Kästner bekannt ist. Für Garfield wurde es von Wolfgang J. Fuchs neu übersetzt, da Kästners Text, aufgrund der etwas freieren Wortwahl, nicht ganz zu den Bildern passt.
Das zweite Highlight ist das Zusammentreffen Garfields mit seinem Gewissen und dessen Bruder Schuldgefühl. Beide treiben ihn fast an den Rand der Verzweiflung, können Garfields Einfluss aber letztendlich nicht entkommen. 

Alles in allem bleibt es dabei: Garfields Witz und Humor sind unwiderstehlich, da man sich als Leser nur zu leicht mit ihm identifizieren kann. Jim Davis versteht es dadurch, Garfield so zu präsentieren, dass er immer frisch und neu wirkt. Seine Zeichnungen tragen ihr Übriges dazu bei, werden sie doch immer perfekter und nähern sich dem heutigen Garfield immer weiter an.

Im Gegensatz zur Hägar Gesamtausgabe hat Garfields einen unbestreitbaren Vorteil. Alle Strips werden chronologisch und nicht getrennt nach Tages- und Sonntagsstrips veröffentlicht. Gerade das ist bei Garfield gar nicht mal so unwichtig. Immer wieder finden sich Bezüge zum entsprechenden Wochen- oder Feiertag. Die Montage seien hier als Beispiel angeführt, die schon fast legendär mit ihren Attacken auf den Lasagneesser sind. Als Nebeneffekt kann man so auch feststellen, auf welchen Wochentag ein bestimmtes Datum fiel, was sich in jedem Strip findet. Zudem werden die kurzen Tagesstrips durch die der Sonntage aufgelockert und es kommt mehr Abwechslung hinein, somit kommen eventuelle Ermüdungserscheinungen gar nicht erst zum Tragen.

Wie immer hat das schicke Hardcover der Gesamtausgabe ein, dieses Mal nicht ganz so umfangreiches, Vorwort von Wolfgang J. Fuchs im Gepäck. Trotzdem bietet es weiterhin interessante Information.


Fazit

Auch in Runde drei der Gesamtausgabe bleibt Garfield der strahlende Sieger im Ring der Funnies, auch wenn ihm sein Gewissen wortreich zu schaffen macht. Witziger denn je schlägt er zu und gewinnt.


Pro & Contra

+ Garfields Kampf mit seinem Gewissen
+ Arlene
+ Nermal wird nach Abu Dhabi verschickt
+ Odie gewinnt weiter an Kontur

° hoher Preis

- die neue Übersetzung ist teilweise nicht mehr so bissig und treffend

Bewertung:

Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 4/5
Humor: 5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Jim Davis:

Rezension zu Garfield Gesamtausgabe Bd.1
Rezension zu Garfield Gesamtausgabe Bd.2
Rezension zu Garfield Gesamtausgabe Bd.4

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