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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
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Rezensionen im Oktober (2010)
Geschrieben von Jessica
Dienstag, der 02. November 2010
Liebe LeserInnen,

der zehnte Monat des laufenden Jahres ist vorbei, die ersten Schneefälle machten von sich reden und langsam, aber sicher bekommen auch die letzten Ecken Deutschlands die herbstliche Kälte und die winterlichen Vorreiter zu spüren. Grund genug für unsere Redaktionsmitglieder, sich mit einer Vielzahl von Büchern in eine warme Ecke zu verkriechen und fleißig für euch zu lesen. Von insgesamt 44 neuen Rezensionen möchten wir euch heute mit einer kleinen, aber feinen Auswahl einen kurzen Rückblick dessen geben, womit wir uns in den letzten vier Wochen die Zeit (und die Kälte) vertrieben haben.



Belletristik

“Flieg, Hitler, flieg!“ von Ned Beauman ist ein schräges Buch, zu dem weder sein deutsches Cover noch der Klappentext passen. Streckenweise eher zäh, immer wieder doch noch interessant genug, um weiter zu lesen aber nie wirklich packend. Man fragt sich rückblickend womöglich sogar kopfschüttelnd, wie ein Autor eine Geschichte über Nazi-Memorabliensammler, Auftragsmörder, brutale Straßenboxer und verkrümmte Wissenschaftler derart unlebendig abhandeln kann. Trotzdem liest man bis zum Schluss und hat am Ende doch das Gefühl, die Exkurse und Seltsamkeiten davor haben sich auf irgendeine Weise ausgezahlt, und legt einigermaßen befriedigt das Buch zur Seite. Einigermaßen befriedigt, aber keinesfalls begeistert.

Jodi Picoult hat bestimmt kein Patentrezept oder eine endgültige Meinung zu dem Entschluss zu klagen, sie durchleuchtet in “Zerbrechlich“ lediglich alle Seiten einer vertrackten Situation, ohne zu verurteilen oder zu rechtfertigen. Sie gibt dem Leser genügend Raum für seine eigene Meinung und bittet lediglich zu bedenken, dass Schwarz nicht immer Schwarz und Weiß nicht immer Weiß sein muss.

Historik

“Die Pfeiler des Glaubens“ von Ildefonso Falcones ist ein breit angelegter, überzeugender historischer Roman, der ein ebenso düsteres wie wichtiges Kapitel der europäischen Geschichte lebendig werden lässt.

Der Roman “Die Muschelsammlerin“ von Katryn Berlinger liefert ein sehr anschauliches und authentisches Bild der Zeit und des Publikums in einem Seebad. Die Beschreibungen der Süßspeisen sind die wundervollsten Passagen und werden nicht nur Hobbyköche begeistern. Leider weist die Handlung große Schwächen auf und wird zu rasch ihrem Finale zugeführt. Hier hätte sich die Autorin ein paar Seiten mehr Zeit nehmen sollen.

Dark Fantasy

“Nach dem Sommer“ von Maggie Stiefvater ist eine romantische Liebesgeschichte mit übernatürlichem Hintergrund, die Bauchkribbeln verursacht aber auch tragisch ist. Ein sehr gelungener und poetischer Roman, der unter die Haut geht.

Kreative Ideen, eine düstere Atmosphäre und humorvolle Einschübe machen “Babel – Hexenwut“ von Cay Winter zu einem vielversprechenden Reihenauftakt. Babel ist sowohl als Charakter als auch als Hexe wahnsinnig interessant und man darf gespannt sein, wie ihr Kampf mit ihren inneren Dämonen weitergeht.

“Engel der Nacht“ hat alles, was man sich von einem guten Dark Fantasy-Roman erwartet: Spannung, Mystik, Humor und natürlich Liebe. Einzigartig wird es jedoch durch die düstere Stimmung, die Becca Fitzpatrick schafft, und die tollen und packenden Charaktere, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Fantasy

Untermalt von einem traumhaften Stil erblüht das viktorianische Zeitalter zu neuem, dunklem Glanz. Hinzu kommen sympathische Charaktere mit allerlei Macken, die einem schnell ans Herz wachsen. “Magierdämmerung – Für die Krone“ von Bernd Perplies ist unglaublich stimmungsvoller Trilogieauftakt, der kräftig Neugier auf die nächsten Bücher schürt!

Aufregend, wild und leidenschaftlich soll “Der Kuss des Kjer“ laut Klappentext sein und tatsächlich stimmt man im Großen und Ganzen zu, wenn auch die Gefühle nicht ganz so pompös gestaltet sind. Darüber hinaus muten viele Feinheiten eher leise und sanft an; andere verblüffen durch Brutalität. Lynn Raven hat es geschafft, ein Buch zu schreiben, das Tiefsinnigkeit ebenso wie leichte Unterhaltung zu bieten versteht und Romantiker ab frühestens sechzehn Jahren zu empfehlen ist wie gestandenen Leseratten auf der Suche nach liebenswerter Zwischenmahlzeit.

Science Fiction

Im Vergleich zum ersten Teil ihrer Trilogie um Lia Kahn hat sich Robin Wasserman in “Crashed“ leicht gesteigert. Trotzdem bleibt beim Leser der Eindruck zurück, dass da noch mehr Möglichkeiten versteckt sind, und man blickt mit Spannung und Vorfreude dem dritten, abschließenden Band entgegen.

Ganz ohne Zweifel ist die Sammlung “Prothesengötter“ von Frank Hebbel ist etwas Besonderes. Die düsteren Zukunftsvisionen und der zeitweise poetische Schreibstil haben etwas geschaffen, was seinesgleichen sucht. Für Fans von Cyberpunk-Geschichten ist diese Sammlung ein unbedingtes Muss. Für alle anderen Freunde des Science-Fiction-Genres ist sie interessant, aber man sollte Gefallen an solchen Geschichten finden.

Thriller

“Ich bin kein Serienkiller“ von Dan Wells überzeugt auf ganzer Linie mit einem Spitzenprotagonisten und einer spannenden Handlung. Thriller- und Mystery-Fans kommen garantiert auf ihre Kosten. Lesen!

Camilla Way präsentiert mit ihrem zweiten Roman “Little Bird“ eine Geschichte, die zu berühren versteht. Psychologisch tiefgründig erzählt sie den Werdegang eines Mädchens, das sich erst in die Gesellschaft einfinden und die Hölle durchleiden muss, um schlussendlich Stabilität in dieser so kurzlebigen Zeit zu finden. Als Psychothriller zu wenig, doch lesenswert in jedem Fall!

Krimi

Für Baltrum-Kenner ist “Endstation Baltrum“ von Ulrike Barow ein kleiner, feiner, literarischer Leckerbissen. Für alle anderen eine recht amüsante Geschichte, die sich flüssig lesen lässt, für zwischendurch, die durch ihre einzigartige Atmosphäre etwas ganz Besonderes ist.

Manga / Comic

Eine spannende Story mit passenden sehr schön anzusehenden Zeichnungen bietet “Belladonna Bd. 1 – Marie“ von Ange und Alary. Das Komplott gegen die Krone verspricht noch so manche Überraschung. Dabei lebt Belladonna vor allem von Marie, die mehr als nur rätselhaft ist und scheinbar selbst erst ihre Vergangenheit kennen lernen muss, um siegreich zu bleiben.

“Renaissance“ von Christian Volckmann punktet mit seinem außergewöhnlichen Stil und seiner extrem düsteren Atmosphäre. Die Story des Films wurde gut umgesetzt, doch es fehlt ihr auch im Comic an Spannung. Für Fans des Films stellt es dennoch eine tolle Ergänzung dar und ist ebenso für all jene zu empfehlen, die mal etwas ganz anderes sehen wollen.

Sachbuch

Wer immer schon mal etwas über unsere Sonne und ihre Verwandten lernen wollte, sollte zu “Weißt du, wie viel Sterne stehen?“ greifen. Locker, leicht und vor allem für den Laien verständlich führen Harald Lesch und Jörn Müller durch das Leben eines Sterns.

“Halbmondwahrheiten“ von Isabella Kroth ist ein Sachbuch, das versucht äußerst hilfreich dabei sein, die türkischen Männer, ihre Bedürfnisse und die daraus folgenden Optionen für ein friedlicheres Zusammenleben verstehen zu können. Die Schicksale der Männer sind hoffnungsvoll, tragisch und verzweifelnd zugleich und jenen Menschen zu empfehlen, die Hintergründe nicht nur kennen, sondern eingehend beleuchten wollen.

Sonstiges

Mit “Vogelstimmen“ setzt Dirk Bernemann seine spezielle Art des Schreibens fort. Wieder setzt er sich mit einem ernsten Thema auseinander, ohne offensichtlich anklagend zu wirken. Wenn man möchte, kann man diesen Roman als Lebensratgeber verstehen – muss man aber nicht. Nachdenklich und wachgerüttelt wird man als Leser zurückgelassen – ein Lesegenuss der besonderen Art, wie man es vom Autor gewohnt ist.

Die Biographie “Musik ist meine Sprache“ von Lang Lang mit David Ritz bietet hochinteressante Einblicke in das Leben eines Kindes mit einer besonderen Begabung. Besonders die Unterschiede im Umgang damit zwischen China und der westlichen Welt eröffnen völlig neue Horizonte.

Andy Strauß ist mit "Establishmensch" bestens im Anti-Pop-Genre aufgehoben und versteht es, seine besondere Slam-Art geschickt aufs Papier zu bringen. Grinsend, kopfschüttelnd und mitunter sogar ein wenig angeekelt fühlt sich der Leser bestens, ja teilweise sogar herausfordernd unterhalten. Establishmensch lädt zur Sicht über den Tellerrand hinaus ein.



Natürlich wird uns die Kälte auch weiterhin nicht davon abhalten, in unseren Regalen nach interessanten Büchern zu schauen und diese für euch fundiert zu rezensieren. Sollte euch der Lesestoff ausgehen, findet ihr jede Menge weiterer Anregungen in unserer Rezensions-Übersicht.

Einen lesereichen November wünscht
euer Literatopia-Team
Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 01. Februar 2011
 

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