Dienstag, 17. September 2019

Gewinnspiel

Phantast (Download)

phantast21 weltenschoepferinnen

Neueste Kommentare

Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

Weiterlesen...

Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

Weiterlesen...

Hey Sniffu, ich gebe dir absolut recht. Vielleicht hätte ich die Hörbuchfassung erwähnen sollen. ABER ...

Weiterlesen...

Vampire - von damals bis(s) heute (Nicolaus Equiamicus)
Geschrieben von Judith
Samstag, der 20. November 2010

UBooks (November 2010)
Taschenbuch, 288 Seiten, 14,95
ISBN: 978-3-86608-149-9

Thema: Vampire


Klappentext

Wo liegt der Ursprung des Glaubens an und was ist überhaupt ein Vampir? Dieses Buch erläutert die verschiedenen Formen der Vampire, die geschichtlich dokumentierten Fälle, die literarische Form des Vampirs und natürlich beschäftigen wir uns mit dem populären Bild des Vampirs in Büchern, Film und Fernsehen.
Wer schon immer etwas mehr wissen wollte, als andere, dem sei dieses Buch über das Phänomen der Vampire ans Herz gelegt. Ein Buch mit Biss!


Rezension

Wer die Arbeiten von Nicolaus Equiamicus kennt, wird sich nicht wundern, dass sich dieses Buch zum Thema Vampire eher auf das „damals“ stützt. Weit in der Vergangenheit beginnend arbeitet sich der Autor chronologisch durch verschiedenste Mythen, wobei man von den griechischen Lamien, Empusen und Strigen vielleicht mal etwas gehört haben könnte. Sie sind zwar nicht direkt Vampire, weisen jedoch einige Gemeinsamkeiten mit dem gegenwärtlich faszinierendsten Wesen der Nacht auf. Viel interessanter gestaltet sich jedoch der Volksglauben, der in den modernen Medien kaum Beachtung findet. Wie auch in anderen Werken erarbeitet der Autor hier verschiedene Geschichten, die sich angeblich zugetragen haben sollen, wie die eines Wiedergängers, der ein ganzes Dorf terrorisiert. Erschreckender ist jedoch, was sich die geplagten Dorfbewohner alles einfallen ließen, um diesem schädigenden Toten endgültig den Gar aus zu machen. In zahlreichen anderen Beispielen erlebt der Leser grausame Leichenschändungen und unglaubliche Tatsachen, die zumindest ein Verständnis für die Not der damaligen Menschen schaffen.

Der erste Teil befasst sich mit der Entstehungsgeschichte des Vampirs und anderen, sogenannten schädigenden Toten wie dem Nachzehrer, der seinen lebenden Verwandten die Lebensenergie stiehlt, indem er sein Leichentuch und sein eigenes Fleisch frisst. Den beiden bekanntesten Vorfällen mit slawischen Vampiren (Kisolova, 1725 und Medvegya, 1731/32) werden in einem Extrakapitel behandelt, denn diese waren Anstoß für eine lang andauernde Diskussion in Deutschland über wiederkehrende Tote. Der Kisolova-Fall berichtet von einem blutsaugenden Gepenst; in Medvegya soll es eine regelrechte Vampirseuche gegeben haben. Besonders interessant ist, dass Vampirfälle bis in unsere Zeit beobachtet werden. Viele davon in slawischen Ländern. Ein besonders seltsamer Fall ereignete sich um 1970 in New York, wo ein Vampir sein Unwesen auf dem Highgate Cemetry getrieben haben sollte. Dieser Fall ist in Deutschland nahezu unbekannt, obwohl er bereits in mehreren Verfilmungen aufgegriffen wurde. Nebenbei werden wichtige historische Fakten erläutert, die die Entstehung und Erhaltung der Volksglauben erklären.

Im zweiten Teil des Buches widmet sich Nicolaus Equiamicus den wissenschaftlichen Erklärungsversuchen, die ebenfalls chronologisch aufgeführt werden. Dabei sind vor allem ältere, „wissenschaftliche“ Erklärungen alles andere als das. Zwar wird der Vampirismus als Aberglaube abgetan, doch sprechen Theologen und sogar Mediziner davon, dass die beobachteten Symptome, wie das Kauen und Schmatzen der Toten, vom Teufel verursacht wäre. Erst viel später werden die Erklärungsversuche zunehmend wissenschaftlicher, wobei es zitierte Personen in ihrer Zeit mit ihren nüchternen Ansichten schwer hatten. So mancher ist geradezu empört über die Leichenschändungen, wird aber vom Volk als Atheist verachtet. Das oftmals zitierte "Traktat vom Kauen und Schmatzen der Toten" wurde übrigens ebenfalls von Nicolaus Equiamicus überarbeitet und bei UBooks neu veröffentlicht. Im vierten Teil geht es schließlich um „echte“ Vampire – um Blutfetischismus und extreme Grausamkeit. Da darf natürlich auch Graf Tepes Draculea nicht fehlen, der Vorlage für den Bram Stoker‘s Dracula war.

Der für Vampirfans wohl interessanteste Teil dürfte der dritte Teil sein, in dem der Vampir als Sagen- und Märchengestalt, in literarischer Form, sowie als Filmfigur behandelt wird. Einer der wenigen alten Vampirfilme, die man vielleicht noch kennt, dürfte „Nosferatu“ sein. Alle anderen dürften den meisten jungen Vampiranhängern wenig sagen. Umso spannender gestalten sich die Abschnitte, denn der Vampirfilm ist nicht erst seit Twilight und Co. äußerst beliebt. Bei den modernen Romanen und Filmen wird eigentlich alles erwähnt, das der Genrefan kennen muss. Darüber hinaus allerdings leider relativ wenig. Von „Vampire Diaries“ über „Twilight“ und die Romane von Lara Adrian und Katie McAlister wird alles erwähnt – es mangelt jedoch an Erwähnungen deutscher Autoren und echten Geheimtipps. Zudem sei hier gesagt, dass der Inhalt der bekanntesten Werke wiedergegeben wird, was oftmals auch das Ende mit einschließt. Wer also etwas noch nicht gelesen und es noch vor hat, sollte diese Passagen überspringen.

Auch wenn das Buch chronologisch aufgebaut ist, so muss man es nicht unbedingt von Seite 1 bis 288 am Stück lesen. Das übersichtlich gestaltete Inhaltsverzeichnis bietet einem die Möglichkeit, an beliebigen Punkten einzusteigen. So wird „Vampire – von damals bis(s) heute“ vor allem zum Nachschlagewerk für alle Vampirbegeisterten, vielleicht auch zur Recherchehilfe für Genreautoren. Jeder Abschnitt ist mit zahlreichen Quellenangaben versehen, sodass hier ein guter Einstieg ins Thema geleistet wird mit weiterführenden Hilfen. Diese sind mal leichter und mal schwerer zugänglich, Anlaufstelle könnte der Antiquariatsbuchhandel oder auch Bibliotheken sein. Insgesamt liest sich „Vampire – von damals bis(s) heute“ leichter als andere historische Werke, die Nicolaus Equiamicus überarbeitet hat, da der Autor vieles in seinen Worten wiedergibt. Werden Originalquellen zitiert, wird es aufgrund der altertümlichen Sprache manchmal schwierig. Und der geneigte Leser sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich um einen wissenschaftlichen Text handelt, für den man sich durchaus Zeit nehmen muss.


Fazit

„Vampire – von damals bis(s) heute“ ist ein Muss für jeden Genrefan, der sich ernsthaft mit den Ursprüngen des Vampirglaubens, seinen Verwandten und mannigfaltigen Ausprägungen in verschiedenen Ländern, Literatur und Film beschäftigen will!


Pro & Contra

+ aktuelles Thema mit historischem Background
+ Dokumentation verschiedenster Vampirfälle bis heute
+ gut durchdachte, übersichtliche Gestaltung
+ sorgfältige Recherche
+ großzügig mit Quellenangaben bestückt
+ Thematik wird von vielen Seiten beleuchtet

o stellenweise recht anspruchsvoll
o Berichte über Leichenschändungen nichts für zarte Gemüter

- es mangelt an literarischen „Geheimtipps“ von Heute

Wertung:

Aktualität: 5/5
Verständlichkeit: 3,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 20. November 2010
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren