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Die Eiswolf-Saga - Brudermord (Holger Weinbach)
Geschrieben von Dennis
Sonntag, der 16. Januar 2011

Acabus Verlag (Februar 2010)
Taschenbuch, 300 Seiten, EUR 13,90
ISBN: 978-3492267229
Die Eiswolf-Saga 1

Genre: Historik


Klappentext

Im Jahr 956 herrscht wieder Frieden im ostfränkischen Reich, nachdem im Vorjahr die ungarischen Horden dort ihr Unwesen getrieben haben. Doch die vermeintliche Ruhe trügt. Die noch vor wenigen Monaten einig hinter König Otto stehenden Fürsten trachten danach, ihre Macht im Reich zu festigen. Kaltblütige Intrigen werden geschmiedet, selbst gegen die eigene Familie! Der Verrat seines Bruders kostet Graf Farold und dessen Gemahlin das Leben. Einzig ihrem Sohn Rogar gelingt die Flucht. Traumatisiert und ohne Kenntnis über seine wahre Identität, wird er als Waisenkind unter dem Namen Faolán in das Noviziat eines Benediktinerordens aufgenommen, wo ihn der Abt vor den meuchelnden Fingern des Verräters zu bewahren versucht. Als der Jüngling Faolán aber eines Tages das Mädchen Svea kennen lernt, beginnt sich sein Leben auf dramatische Weise zu verändern. Sein bisheriges Weltbild gerät ins Wanken und seine Häscher wittern nach all den Jahren die Gelegenheit, ihren einstigen Verrat für immer Vollkommen zu machen.


Rezension

Mit „Brudermord“ stellt Holger Weinbach seine vielversprechende Eiswolf-Saga auf solide Füße. Ausgehend von einer Spannung versprechenden Grundidee liefert die Handlung über weite Teile genau das: Spannung. Darüber hinaus lässt der erste Band auf eine recht breit angelegte Saga hoffen; verschiedene Handlungsstränge werden etabliert, treffen das erste mal zaghaft zusammen, entwickeln sich. Deutlich ist zu erkennen, dass hier der Grundstein für eine weitläufige, facettenreiche Geschichte gelegt wird; die einzelnen Handlungsstränge werden in aller Ruhe vorgestellt und entwickeln sich im Laufe des Buches nur langsam.
Dabei sind besonders die drei Haupthandlungsstränge so gestaltet, dass in jedem eine Menge passieren kann - und auch muss. Das schließt durchaus auch Entwicklungen in kommenden Bänden ein; es deuten sich also längere, Bücherumspannende Handlungsbögen an – nicht die schlechteste Voraussetzung für eine mehrbändige Saga.
Die drei erwähnten Haupthandlungsstränge sind aus der Perspektive der drei wichtigsten Charaktere geschrieben. Als erstes ist da natürlich der Novize Faolán, der unter mysteriösen Umständen in das Kloster zu Neustatt gelangt ist und dessen wahre Identität für allerlei Aufruhr im Kloster sorgt, auch wenn Faolán sich diesen nicht erklären kann – hat er doch an die Zeit vor seinem Noviziat keinerlei Erinnerungen mehr.
Weiterhin ist da der niedere Adlige und tapfere Ritter Brandolf, der den Verrat an seinem Grafen hautnah miterlebt hat und diesem vor dessen Tode das Versprechen gab, sich um Rogar zu kümmern – ein Versprechen, das ihn auf Jahre hin beschäftigen wird und im Zuge dessen Erfüllung er sich die Feindschaft des neuen Grafen zuzieht; dem machtgierigen Brudermörder.
Und dann ist da noch Svea, ein einfaches Bauernmädchen mit einer seltsamen Gabe, die Faolán den Kopf verdreht – eine Tatsache, die die Dinge nicht gerade unkomplizierter macht.

Bei all diesen Intrigen und Verwicklungen ist eine gute Planung der Handlung unabdingbar; eine Tatsache, der Weinbach offenbar Beachtung geschenkt hat. Das so entstehende Geflecht aus Handlungssträngen, die einander durchdringen, die Intrigen und Charakterbeziehungen sind dabei das Markenzeichen der Handlung und machen diese erst so richtig interessant. Nebenbei bilden sie auch den Ausgangspunkt für jede Art von überraschenden Wendungen – es bleibt abzuwarten, inwiefern Weinbach in den kommenden Bänden hiervon Gebrauch machen wird.

Hinzu kommt, dass nicht nur die drei genannten Protagonisten eigene Kapitel haben, sondern bei Bedarf auch mal ein Kapitel aus der Sicht einer Nebenfigur eingestreut wird. So ergibt sich doch ein recht umfassendes Bild der Gegebenheiten, weil viele Blickwinkel beleuchtet werden können. Dabei treten diese aber nicht nur als passive Beobachter auf, sondern bringen ihre eigenen Interessen und Ränke in die mit diesen Elementen reich gesegnete Handlung ein.
Protagonisten wie auch Nebencharaktere sind demnach durchdacht und gut ausgearbeitet, handeln nachvollziehbar und haben ihre eigenen Interessen und Beweggründe. Hin und wieder begegnet einem aber auch ein Stereotyp wie beispielsweise der verschlagene Prior Walram, der alles dafür tun würde, den Posten des Abtes zu bekommen oder auch der Adelssohn Drogo, ein Raufbold, der seine Macht ausnutzt, um andere zu schikanieren.

Trotzdem – die Eiswolf-Saga könnte in der Historik ein echter Geheimtipp werden, zumal dieses Genre nicht gerade bekannt ist für Sagas mit mehreren Büchern. Einzig die Tatsache, dass die Historik hier eher Kulisse ist und nicht handlungstragendes Element, dürfte den einen oder anderen Fan des Genres enttäuschen. Zwar werden einige historische Ereignisse und Persönlichkeiten genannt, doch dies wirklich nur am Rande. Nichtsdestotrotz bietet das Süddeutschland des Hochmittelalters mit seinen weiten Wäldern, Burgen und Klöstern ein wunderschönes Setting, dass Weinbach gekonnt in Atmosphäre umzusetzen versteht.


Fazit

Dieser erste Band der Eiswolf-Saga kann durchaus der Auftakt zu etwas Großem sein. Die spannende Handlung bietet genügend Potential für eine breit angelegte Saga und auch die Charaktere scheinen mit ihrem Geflecht aus Intrigen und eigenen Interessen geeignet, den Leser durch mehrere Bücher zu begleiten.


Pro & Kontra

+ solides Handlungsfundament
+ spannend
+ Ränke und Intrigen bieten Möglichkeiten für überraschende Wendungen
+ Charaktere sind gut beschrieben und handeln nachvollziehbar
+ gelungenes Setting

- „Historik“ nur als Kulisse
- einige Charaktere stereotyp

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 3/5


Rezension zu "Die Eiswolf-Saga - Band 2" (Irrwege)

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 18. Oktober 2011
 

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