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Labyrinth der Spiegel (Sergej Lukianenko)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 18. Februar 2011

Verlag: Heyne Verlag (Dezember 2010)
Taschenbuch: 608 Seiten; 15 €
ISBN-13: 978-3453527751

Genre: Science Fiction


Klappentext

„Die Tiefe" - so heißt eine geheimnisvolle virtuelle Welt, in der Träume Realität werden. Doch diese Träume können schnell zu Alpträumen werden - wenn sich die Nutzer des virtuellen Paradieses zu weit von der Realität entfernen und in der "Tiefe" verlorengehen ... Dies sind die Abenteuer des jungen Computerexperten Leonid, der in der „Tiefe" auf eine tödliche Gefahr stößt, eine Gefahr, die unsere Zivilisation für immer verändern könnte.

Nach dem großen Erfolg des WÄCHTER DER NACHT-Zyklus - das neue atemberaubende Abenteuer des russischen Kultautors Sergej Lukianenko. 

"Düster und kraftvoll - Sergej Lukianenko ist der neue Star der phantastischen Literatur!"
Frankfurter Rundschau


Rezension

Durch den großen Erfolg der „Wächter der Nacht“ veröffentlicht Heyne mittlerweile auch die anderen Romane von Sergej Lukianenko. Diese haben zwar thematisch nichts mit den Wächtern zu tun, sind aber trotzdem meist äußerst lesenswert. Das „Labyrinth der Spiegel“ ist dabei aus dem Jahr 1996. Dieser Umstand ist im Prinzip wichtig zu wissen, denn er macht manche Dinge, die zwar nicht stören, aber kurz stutzen lassen können, verständlicher. Schließlich geht es um die virtuelle Welt, in die die Protagonisten eintauchen. Durch das Jahr des Erscheinens gibt es daher naturgemäß so manchen Anachronismus zu der Computertechnik der heutigen Zeit. Aber wie gesagt, als wirklich störend empfindet man diese Anachronismen eher nicht.

Inhaltlich geht es um Leonid, der in der „Tiefe“, einer speziell entwickelten virtuellen Realität, in die sich Menschen mit Anzug und Helm begeben können, Geschäfte abwickelt, die eher krimineller Natur sind. Wenn jemand Informationen braucht, beschafft er sie. Denn er ist ein „Diver“, jemand der jederzeit, ohne das Programm in der virtuellen Realität beenden zu müssen, die Tiefe verlassen kann. Dadurch übersteht er problemlos auch schwerste Zusammenstöße und kann in der Tiefe bleiben und weitermachen. Eine Fähigkeit, die bei seiner Art Geschäften äußerst nützlich ist. Besonders da er auch jederzeit wieder einsteigen kann. Allerdings braucht er auch weiterhin ein Medium, etwas, das ihm den Zugang zur Tiefe erlaubt, sprich einen PC. Eines Tages bekommt er einen seltsamen Auftrag. In der „Tiefe“ gibt es einen Bereich, in der sich die Menschen zum Spielen von „Doom“, dem legendären Ego-Shooter zusammenfinden können und genau dort gibt es ein Problem. Einer der Nutzer kann das Labyrinth, wie dieser Ort auch genannt wird, nicht mehr verlassen. Egal wie sehr die Administratoren des Spieles auch versuchen ihn durchzuschleusen, er wird jedes Mal vor erreichen des Levelendes getötet und muss erneut beginnen. Leonid bekommt nun den Auftrag, ihn dort herauszuholen. Und seine Entdeckung bringt ihm selbst in größte Gefahr. Der „Gefangene“ mit dem Spitznamen der „Loser“ scheint eine sehr spezielle Fähigkeit zu haben: Er braucht keine Hilfsmittel, um die „Tiefe“ zu betreten. Damit ist mehr als eine Gruppe stark an ihm interessiert und versucht ihn in ihre Hände zu bekommen. Regierung, Firmen und der Erfinder der „Tiefe“, alle wollen seiner habhaft werden. Damit beginnt eine Hetzjagd, in deren Zentrum sich Leonid plötzlich wiederfindet und versuchen muss zu überleben. Denn auch wenn die „Tiefe“ ihm eigentlich nichts anhaben kann, kann die Entdeckung seiner Identität durchaus Konsequenzen in der Realität haben.

Leonid ist anfangs noch der typische Hacker, wie man ihn sich vorstellt. Versessen darauf, jedes noch so ausgeklügelte Sicherheitssystem zu überlisten und seine Zeit vor seinem Computer verbringend. Die Entwicklung von Hacker-Programmen gehört allerdings nicht zu seinen Aufgaben, er wendet sie nur an. Trotzdem ist er ein äußerst gefragter Mann. „Diver“ wie ihn gibt es selten und alle werden ausnahmslos gut bezahlt. Erst im Laufe des Buches entwickelt er Verantwortungsgefühl und entdeckt, wie sinnlos seine Tun in der „Tiefe“ im Prinzip ist. Fixiert auf die Möglichkeiten der virtuellen Realität, hat er nicht bemerkt, was ihm die Wirklichkeit bieten kann. Ausgerechnet eine Frau, die er in der „Tiefe“ kennenlernt, öffnet ihm dafür langsam die Augen und der „Loser“ ist letztendlich der Auslöser für sein praktisches Lossagen von der „Tiefe“.

Sergej Lukianenko behandelt in „Labyrinth der Spiegel“ eingehend das Thema „Realität“. Was ist echt? Was ist Illusion? Für manch einen in der „Tiefe“ ist dies fast nicht mehr zu unterscheiden. Menschen verbringen den Großteil ihrer Zeit nicht mehr in der Wirklichkeit, sondern vorm Computer. Fast beängstigend, wie Lukianenko es in seinem Buch von 1996 schafft, einen Ausblick auf die Gegenwart zu geben. Die „Tiefe“ stellt am Ende praktisch nichts anderes dar, als „Second Life“, Facebook und Co. Und die Feststellung, dass Menschen vor ihrem Computer sterben, ist auch mittlerweile bittere Realität geworden. Teilweise noch grausamer als in Lukianenkos Vision, wenn, wie in Korea angeblich schon geschehen, Babys vernachlässigt werden, um ein virtuelles zu füttern. Man wird beim Lesen unweigerlich nachdenklich und betrachtet sein eigenes Tun vorm Computer kritischer, hinterfragt es. 
Außerdem stellt sich zudem die Frage, was eigentlich die Wirklichkeit ist. Den meisten Lesern dürfte dazu sofort der Film Matrix einfallen. Und es ist auch wirklich verblüffend, wieviele Elemente des Filmes sich in diesem Roman, der vor Matrix und seinen Fortsetzungen erschien, wiederfinden. Fast hat man den Eindruck „Labyrinth der Spiegel“ habe als Vorlage gedient. Sowohl Buch als auch Film, präsentieren einen Hacker, der in eine nicht gewollte Rolle gedrängt wird, die ihn zu so etwas, wie einen Helden macht und der am Ende Fähigkeiten erwirbt, die weit über das normale Maß hinausgehen. Ganz so stylisch und actionreich ist Lukianenkos Roman zwar nicht, aber dafür hat er die besseren Dialoge und spielt vor allem besser mit seinem Setting und greift, wie es gute Science Fiction immer sollte, der Wirklichkeit vor. Viele Dinge die der Autor beschreibt, sind Realität geworden. Fantasy-Rollenspiele wie WoW sind nur ein Beispiel. Wer also sich schon immer über die Fortsetzungen von Matrix geärgert hat, sollte als Alternative zu diesem Roman greifen.


Fazit

Mit Labyrinth der Spiegel legt Sergej Lukianenko für die Zeit seines ersten Erscheinens, ein äußerst visionäres Werk vor, dessen Prämissen sich teilweise schon erfüllt haben. Dennoch hat es nichts von seiner Kraft eingebüßt, da es nicht oberflächlich bleibt, sondern sich mit seinem Grundgedanken intensiv auseinandersetzt. Lesenswert!


Pro & Contra

+ Lukianenkos Vision der Zukunft ist teilweise eingetreten
+ Leonid und der „Loser“ sind zwei sich ergänzende Charaktere
+ teilweise Abbild unserer heutigen Gesellschaft
+ stellt wichtige Fragen

0 wirkt manchmal etwas antiquiert bei der Computertechnik, was aber an dem späten Erscheinen in Deutschland liegt

Bewertung:

Charaktere: 4/5
Handlung: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Sergej Lukianenko:

Rezension zu Die Ritter der vierzig Inseln
Rezension zu Spektrum
Rezension zu Trix Solier - Zauberlehrling voller Fehl und Adel
Rezension zu Der Herr der Finsternis
Rezension zu Wächter des Morgen
Rezension zu Die letzten Wächter 

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 02. September 2015
 

Kommentare  

#1 Bücher sind besser als Filmedirk kindel 2012-01-12 22:36
ich habe diesen roman nicht nur gelesen sondern (sorry) gefressen. es hat nur 1,5 tage gedauert, sowenig konnte ich mich von ihm lösen. ich kann nur sagen, dass dieses buch eines meiner liebsten ist; sehr spannend, sehr fesselnd,und seiner zeit echt visionär. es steht der wächter-reihe in nichts nach. obwohl diese meine erste berührung mit lukianenko war, bin ich bis auf eine ausnahme wahnsinnig begeistert von ihm und empfehle jedem, der auf sience fiction steht, alle seine bücher zu lesen, da sie echt fantastisch sind.

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