Sonntag, 19. Mai 2019

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Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Hey Sniffu, ich gebe dir absolut recht. Vielleicht hätte ich die Hörbuchfassung erwähnen sollen. ABER ...

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Klings Werke wirken in erster Linie als Hörbuch. Die Bücher lesen sich wie Drehbücher - natürlich ...

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Ausblick auf den Bücherherbst 2019

Liebe LeserInnen,

bereits Anfang des Jahres habe ich einen kleinen Ausblick auf das Bücherjahr 2019 gewagt, wobei entsprechend des frühen Zeitpunkts nur Titel aus dem Winter / Frühjahr dabei waren. Zwei davon sind bereits rezensiert: "Die Stadt der Symbionten" von James A. Sullivan sowie "Gold & Schatten - Das erste Buch der Götter" von Kira Licht. Auf "Miami Punk" von Juan S. Guse hatte ich mich besonders gefreut, allerdings liegt das Buch seit zwei Monaten bei mir und ich habe noch nicht einmal das erste Drittel gelesen. Thematisch hat mich der Roman sehr gereizt, wobei mir die hohe Seitenzahl zu Denken gab. Leider zieht sich das Buch tatsächlich in die Länge, was vor allem daran liegt, dass der rote Faden kaum erkennbar ist. Der Stil von Juan S. Guse ist detail- und abwechslungsreich inklusive einiger cooler Formulierungen, doch "Miami Punk" liest sich alles andere als flott weg. Ich lese jetzt erst einmal etwas anderes und kehre später zu diesem durchaus interessanten, aber gänzlich anders als erwarteten Roman zurück. "Nekkiri" von Alex Kühnert hat dagegen noch nicht den Weg in mein Regal gefunden, einfach, weil ich momentan wenig Lust auf diese Art von Fantasy habe, auch wenn ich die Idee nach wie vor spannend finde.

Da inzwischen beinahe alle Herbstvorschauen online sind, hat sich meine Wunschliste entsprechend erweitert. Insofern schiebe ich hiermit einen Ausblick auf den Bücherherbst 2019 nach ;-)

wasteland vogt"Wasteland" von Judith C. Vogt und Christian Vogt (Oktober 2019)

Ich mag den Stil und die Figuren von Judith und Christian Vogt unglaublich gerne, insofern bin ich froh, dass die beiden weiterhin sehr produktiv sind und nach dem grandiosen zweiten Band der "13 Gezeichneten" mit der "Mad-Max-Utopie" "Wasteland" im Herbst nachlegen. Die Autoren haben Mut zu ungewöhnlichen Settings und entführen die Leser diesmal in eine Dystopie, die gleichzeitig Utopie sein soll. Man fühlt sich tatsächlich an Mad Max erinnert, wobei "Wasteland" nicht in der Wüste spielt, sondern in einer tristen Zukunft, in der die Menschheit von einer Seuche dezimiert wurde und Protagonistin Laylay als Einzige immun zu sein scheint. Sie soll den Sohn einer alten Händlerin aus dem Ödland retten und kommt einem Geheimnis auf die Spur ... so weit, so gut, die Handlung klingt nicht neu, aber die Stärken von Judith und Christian Vogt sind ohnehin die Authentizität ihrer Charaktere und die dichte Atmosphäre, die mit vielen originellen Details besticht. Egal ob Eiszeit-Steampunk, römisches Sternenreich oder napoleonische Fantasy - als Leser versinkt man in ihren Welten und fiebert mit den Protagonisten mit (und steigert sich in den Hass auf die Antagonisten hinein).

neon birds"Neon Birds" von Marie Grasshoff (November 2019)

Mit Cyberpunk kriegt man mich eigentlich immer. "Neon Birds" bietet darüber hinaus einen gehörigen Schuss Solarpunk sowie skurrile Charaktere, wenn man dem angekündigten Klappentext glauben darf: "Ein Supersoldat, der seine glorreichen Tage hinter sich hat. Ein Träumer mit einem düsteren Geheimnis. Ein Untergrundkämpfer mit Todeswunsch. Eine Jägerin mit Verbindung zu einer dunklen Macht." Auch wenn da durchaus Klischees dabei sind, sind das doch Charaktere, die man in einem Cyberpunksetting wünscht. Dazu gibt es ein technisches Virus, eine mächtige KI, die über in Cyborgs verwandelte Menschen herrscht, und Supersoldaten, die diese Cyborgs abschlachten und dafür gefeiert werden. Im Prinzip ist also alles für einen temporeichen, dreckigen, moralisch fragwürdigen, schillernden Cyberpunkroman vorhanden. Da ich allerdings bisher nichts von der Autorin gelesen habe, bin ich gespannt, ob sie meine Hoffnungen erfüllt oder ob ich ähnlich wie bei "Miami Punk" erstmal umdenken muss ... unabhängig davon sind Titel und Cover schon mal geil. Übrigens ein Trilogieauftakt.

rebellion von laterre"Die Rebellion von Laterre" von Jessica Brody und Joanne Rendell (November 2019)

Als Planetary Romance fällt "Die Rebellion von Laterre" in mein Beuteschema, vor allem da ich ewig nichts in der Richtung gelesen habe. Auch wenn mich die Ankündigung "Les Misérables in einer mitreißenden Neuinterpretation" ein bisschen abschreckt. Ich schätze gute Liebesgeschichten, es darf auch gerne Drama sein, aber bitte nicht zu viel Kitsch und künstlich herbeigeführte Eskalation. Aber da ich beide Autorinnen noch nicht kenne, bin ich vorerst guter Dinge und lasse mich überraschen. Ich freue mich auf einen fremden Planeten mit archaischen Machtstrukturen, eine aufziehende Revolution sowie junge Charaktere aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Eine Diebin, eine Bibliothekarin und der zweifelnde Sprössling einer mächtigen Familie - das kann eine gute Mischung werden. Wenn das Setting dann auch noch gut ausgearbeitet ist, umso besser. Aber wie gesagt, ich kenne die Autorinnen noch nicht, kann es nicht einschätzen. Aber der Titel hat mich sofort fasziniert.

neptunation"Neptunation" von Dietmar Dath (September 2019)

Von Dietmar Dath wollte ich schon lange mal etwas lesen, schließlich klingen die Klappentexte immer interessant und der Autor wird von so manchem hochgelobt. Aber irgendwie sind die Titel immer an mir vorübergezogen. Mit "Neptunation" erscheint im September ein neuer Roman, dessen Cover an "Venus siegt" erinnert, weshalb ich mich spontan gefragt habe, ob ich "Venus siegt" gelesen haben sollte. Allerdings spielt "Neptunation" ín der nahen Zukunft und scheint ein Einzelroman zu sein. Kurz vor dem Ende des Kalten Krieges haben Sowjetunion und DDR ein Himmelfahrtskommande ins All geschickt. Über dreißig Jahre später begibt sich ein deutsch-chinesisches Team auf eine Rettungsmission. Hat diese überhaupt Aussicht auf Erfolg? Was finden die Astronauten in unserem Sonnensystem? Dietmar Dath wirft spannende Fragen auf ("Was hat Politik mit Schwerkraft zu tun?"), aber 688 Seiten schrecken mich etwas ab, vor allem da bereits einige andere ähnlich dicke Brocken auf meiner Wunschliste stehen. Dabei mag ich dicke Bücher eigentlich nicht, denn so viele Seiten muss man richtig ausfüllen.

Tja, irgendwie ist hier wenig Fantasy dabei, was vor allem daran liegt, dass ich mit der klassischen Fanatsy recht wenig anfangen kann. Ich mag lieber Urban Fantasy, aber das Genre ist (in Deutschland) gerade ziemlich tot und bei den wenigen Titeln ist kaum etwas dabei, das mich richtig anspringt. Doch es gibt zwei Ausnahmen:

schwarzer leopard roter wolf"Schwarzer Leopard, roter Wolf" von Marlon James (Oktober 2019)

Hier hat mich das Cover sofort angefixt - und die fast tausend Seiten zurücktaumeln lassen. Doch afrikanische Urban Fantasy klingt ungemein spannend, zumal der Roman sowohl hochgelobt als auch übelst zerrissen wurde. Auf dem Cover wird Neil Gaiman zitiert, der von einem "gefährlichen, halluzinatorischen, vergangenen Afrika" spricht und Autor Marlon James gar mit Tolkien vergleicht (wobei ich solche Vergleiche nicht mag und Tolkien trotz seines beeindruckenden Werkes nicht meinen Geschmack trifft). Die Handlung ist vergleichsweise simpel: Protagonist Tracker ist, wie sein Name schon verrät, Jäger und soll einen Jungen aufspüren. Sein Weg führt durch Wälder und Städte und er begegnet dabei Ausgestoßenen, Gestaltwandlern und Hexen. Es wird darauf ankommen, wie Marlon James seine Fantasy gestaltet, ob Setting und Figuren überzeugen und ob er so viele Seiten tatsächlich ausfüllen kann. Mal schauen, ob ich mich trotz des Umfangs heranwage. Hier würde ich tatsächlich mal zur Leseprobe greifen. Übrigens auch ein Trilogieauftakt ...

im schatten des fuchses"Im Schatten des Fuchses" von Julie Kagawa (September 2019)

Julie Kagawa ist eine Autorin, von der ich schon oft gehört, aber noch nie etwas gelesen habe. Viele ihrer Titel erschienen mir bisher zu mädchen- und klischeehaft, allerdings greift sie in "Im Schatten des Fuchses" japanische Mythologie auf, wofür ich als Mangafan fast immer zu haben bin. Protagonistin Yumeko ist Gestaltwandlerin (na, was wohl? Eine Füchsin natürlich) und soll in einem Kloster lernen, mit ihren Fähigkeiten umzugehen. Doch das Kloster wird angegriffen und die flüchtende Yumeko gelangt in den Besitz einer alten Pergamentrolle, die Teil einer uralten Beschwörung ist. Sie trifft auf den Samurai Tatsumi, der eben diese Pergamentrolle sucht - allerdings weiß er nicht, dass Yumeko sie hat. Und sie weiß nicht, welch tödliches Geheimnis Tatsumi bewahrt. Klingt nach einer typischen Jugendbuch-Liebesgeschichte, doch das japanische Setting könnte "Im Schatten des Fuchses" zu einer interessanten Lektüre machen.

Sicher habe ich noch nicht alles auf dem Schirm und ich denke, dass mich dieses Jahr noch ein paar Überraschungen erwarten werden. Vor allem bei den Kleinverlagen reicht die Vorschau oftmals noch gar nicht bis zum Ende des Jahres, sodass da sicherlich noch ein paar tolle Bücher dazukommen, die ich dann spätestens im Jahresrückblick erwähnen werde. Der Trend bei mir persönlich gehts zur Science Fiction und dieses Jahr bietet da gefühlt etwas mehr, auch von Autorinnen - wenn ich jetzt schreibe, dass es Zufall ist, das drei (von vier) meiner SF-Wunschtitel von Frauen sind, dann glaubt mir das keiner. Aber es ist so. Die Damen haben diesen Herbst die interessanteren Ideen ;-)

Viele Grüße von Eurer

- Judith

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 11. Mai 2019
 
Verlage besuchen – Swantje bei Periplaneta und FISCHER Tor

Im Rahmen der Aktion „Verlage besuchen“ erlaubten zahlreiche Verlage Neugierigen einen Blick hinter die Kulissen. Ich habe zwei dieser Gelegenheiten wahrgenommen (wobei ich mich hinter den Kulissen von Periplaneta bereits vorher relativ gut auskannte).

Am 4.05. bot Periplaneta (Verlag, Buchladen, Lesebühne & Literaturcafé) ein umfangreiches Programm für seine Gäste an. Thomas Manegold, der als eines von nur drei festen Teammitgliedern Produktionsleiter, Projektmanager, Redakteur und Administrator ist, hielt einen Vortrag über die Arbeit des Verlags. Es folgte eine Lesung aus „Laut Los Zweifeln“, der neu erschienenen, den vorgetragenen Geschichten nach zu schließen sehr witzigen Bühnentextsammlung Matthias Niklas‘.

Im Anschluss hielt ich einen Vortrag darüber, was „Realismus“ bei Weltenbau und Charakteren in Fantasyromanen ausmacht. Darin ging es um die großen Zusammenhänge – Wie wirkt sich Magie auf die Wirtschafts- und Herrschaftsstrukturen einer Welt aus? Wie schaffe ich glaubwürdige fiktive Kulturen? Ist es wirklich glaubwürdig, wenn Werwölfe und Vampire, die sich ständig große Schnitzer bei der Geheimhaltung ihrer Existenz leisten, noch niemandem aufgefallen sind? – ebenso wie um die kleinen Details, z.B. wie sehr ein viktorianisches Kleid bei Karateschlägen tatsächlich im Weg ist. Für Letzteres konnte ich auf den aufschlussreichen Selbstversuch der Autorin Marie Brennan verweisen.

Nach mir war Ralph Mönius mit einer Lesung aus „Grimmatorium – Eine deutsche Chronik“ an der Reihe, einem Buch über eine schräge WG, in der neben Jakob und Wilhelm Grimm auch Frosch, Rapunzel und viele andere Märchenfiguren und „Wörter“ leben. Ralphs Lesung beinhaltete sogar einen musikalischen Teil, währenddessen er uns mehrfach daran erinnerte, dass wir uns vorstellen sollten, das Klavier, auf dem er sich bei einem Rap begleitete, sei eine Gitarre.

Später am Abend konnten Zuhörer bei der „Nacht der Drachenfliegerinnen“ neben den Bühnentexten von C.C. Holister („Inferno für Anfänger“), Bella Bender („Die artgerechte Haltung von Gedanken“, Alma Maja Ernst („Der kleine schwarze Vogel“) und mir („Drúdir") auch echter Gitarrenmusik lauschen – Singer-Songwriterin „She goes North“ ergänzte den literarischen Teil des Abends um berührende Musik.

Am übernächsten Tag öffnete FISCHER Tor seine Türen für Besucher*innen. Der zu den Fischer-Verlagen gehörende Berliner Verlag verlegt Phantastik in all ihren Spielarten, primär Übersetzungen aus dem Englischen. Fünf Mitarbeiter*innen erklärten den zahlreichen Interessierten im Schnelldurchlauf, wie der Weg von der Idee zum Verlag aussah, was es bei einem Cover zu beachten gilt (z.B. sollte, auch wenn die Covergraphik bei einem übersetzten Buch übernommen wird, die Position des Namens des/der Autor*in geändert werden, um deutschen Sehgewohnheiten zu entsprechen), was im Lektorat passiert, wie lange eine Übersetzung dauert (mindestens 2-4 Monate) und viel mehr.

Es gab auch einen Ausblick auf die Titel, die im Herbst erscheinen werden: Es werden mehrere dritte Bände erscheinen, z.B. von Bernhard Hennens „Die Chroniken von Azuhr“- und Jay Kristoffs „Nevernight“-Serie, aber auch Serienauftakte wie V.E. Schwabs Superheldenroman „Vicious“, dessen rotes Cover ein echter Blickfang ist. Ebenfalls geplant ist eine kommentierte Prachtausgabe von Bram Stokers „Dracula“, bei der mich bereits das englische Original überzeugen konnte. Einige von Leslie S. Klingers sachkundigen Anmerkungen sind genauso spannend wie der Text selbst.

In der großen Gesprächsrunde konnten die Besucher*innen dann allgemeinere Fragen loswerden, z.B. ging es im Gespräch um die Frage nach der Platzierung von „Young Adult“-Titeln in Buchläden oder kulturellen Unterschieden zwischen Deutschland und den USA, die dafür sorgen, dass Titel wie N.K. Jemisins „Broken Earth“/„Zerissene Erde“ dort Sensationserfolge und hier eher Geheimtipps sind.

Bis zum 12.05. sind noch zahlreiche weitere Veranstaltungen im Rahmen von "Verlage besuchen" geplant, zum Beispiel Tage der offenen Tür bei Lyx oder Loewe. Eine Liste der teilnehmenden Verlage gibt es hier.

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 07. Mai 2019
 
Swantje auf der Leipziger Buchmesse 2019

Während die Leipziger Buchmesse letztes Jahr im Schneechaos versank, ertappte ich mich am Donnerstag bei dem Gedanken, dass es ein Fehler war, vorsorglich mit Winterjacke und warmem Schal anzureisen, da ich zeitweise im T-Shirt draußen herumlaufen konnte. Allerdings lernte ich meine warme Kleidung zwischen Messe, Abendveranstaltungen und Unterkunft und auch am deutlich kühleren Sonntag wieder zu schätzen. Über dieses weitaus freundlichere Wetter als letztes Jahr freuten sich bestimmt die Cosplayer, die wieder in fantasievollen Kostümen, die das ganze Spektrum von absolut minimaler Bekleidung bis Ganzkörperrüstung oder -Fellanzug abdeckten, vor allem in Halle 1 strömten. Dort fand die Comiccon statt und es wurden Comics, Mangas, Fanartikel, Zeichenzubehör, japanische Süßigkeiten, Steampunk-Mode und noch viel mehr feilgeboten. Ich habe am Freitagmorgen dort vorbeigeschaut, war an den anderen Tagen aber davon abgeschreckt, wie voll und wuselig es in der Halle wurde. Da ich am Freitag etwas zu früh da war, stand ich mit vielen Gästen vor noch verschlossenen Glastüren und genoss die Atmosphäre der Vorfreude.

Meist war ich allerdings in der Phantastik-Ecke von Halle 2 unterwegs und nutzte es voll aus, dass ich als Autorin Zugang zur Lounge des Phantastik Autoren Netzwerks (PAN e.V.) hatte. Hier gab es Kaffee, Tee und von unermüdlichen Standhelfer*innen immer wieder aufgefüllte Schalen mit Snacks – vor allem aber viele großartige Gespräche. Natürlich entstanden dabei auch – nicht ganz ernstgemeinte – Plotideen: Sabrina Železný, die am Samstag aus ihrem „Inkapunk“-Roman „Feuerschwingen“ vorlas, möchte die Völkerfantasy um „Die Lamas“ erweitern, und ich habe mit Laura Dümpelfeld und Alessandra Reß (glaube ich) über das ultimative Phantastiksubgenre-Crossover „Zombie-Elfen im Weltraum“ gewitzelt.

Diese Leipziger Buchmesse stand ganz im Zeichen aktueller Debatten in der Phantastikszene. Drei Mitglieder des Nornennetzes hielten ein Panel zum Thema Diversität und Repräsentation in Phantastik und mussten dabei den Spagat dazwischen meistern, dass sie vor Menschen sprachen, von denen sich viele bereits eingehend mit dem Thema beschäftigt hatten, aber mindestens genauso viele eben noch nicht. Meiner Meinung nach ist ihnen das gut gelungen, weil sie zwar viele bekannte Punkte ansprachen, z.B. die Bedeutung von gründlicher, respektvoller Recherche, aber den Fokus weniger auf die in diesem Zusammenhang am häufigsten diskutierten Themen von sexueller Identität und/oder Orientierung und Ethnie gelegt haben, sondern ausführlich auf die Darstellung von Menschen mit Behinderung eingegangen sind.

Auch bei der Verleihung des „Seraph“, des Literaturpreises der Phantastischen Akademie, am Spätnachmittag wurde ein Thema angesprochen, das gerade viele Menschen in der Szene beschäftigt: die (noch ausbaufähige) Sichtbarkeit von Science-Fiction-Autorinnen. Der von Theresa Hannig initiierte und von vielen Autor*innen leidenschaftlich unterstütze Versuch, diese mit einer entsprechenden Wikipedia-Liste zu fördern, stieß auf verblüffenden Widerstand (und einige herablassende Kommentare) in der Wikipedia-Community. Das wurde natürlich nicht unkommentiert hingenommen, sodass dieses Thema gerade wohl nicht nur meinen Twitter-Feed dominiert und auf der Messe sehr präsent war.

Auf der Seraph-Shortlist machten Autorinnen allerdings mehr als zwei Drittel der Nominierten aus. Während beim Indie-Seraph mit „Hexensold“ und „Das Erbe der Rauhnacht“ von Birgit Jaeckel, das dann auch gewann, zwei düstere Märchen- bzw. Sagenadaptionen vertreten waren, waren viele der anderen Titel Science-Fiction-Romane oder Dystopien – und auch in den Regalen der Verlage sah es ganz so aus, als gäbe es neben einer kontinuierlichen Entwicklung zu Phantastik, deren Verfasser*innen zunehmend einen wachen Blick auf die politischen Implikationen ihrer Texte haben, auch wieder einen Aufschwung der Science Fiction. Außer Birgit Jaeckel gewannen Bernhard Hennen (Bestes Buch: „Die Chroniken von Azuhr – Der Verfluchte“) und Kris Bryn (Bestes Debüt: „The Shelter – Zukunft ohne Hoffnung“).

Wenige Stunden später lasen die drei Gewinner*innen im Werk zwei vor hunderten Zuschauern aus ihren Büchern vor. Ebenfalls auf der Bühne: etablierte Stars der Szene wie Kai Meyer, der mit „Das Fleisch der Vielen“ eine Horror-Geschichte vorstellte, die von dem Musiker ASP und dem Comiczeichner Jurek Malottke adaptiert wurde, oder Markus Heitz, der in „Die dunklen Lande“ die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges mit Fantasy- und Horrorelementen verflechtet. Monika Peetz, die ihre Schreibkarriere als Drehbuchautorin begann, stellte ihren Zeitreise-Jugendfantasy-Roman „Das Herz der Zeit“ vor, Lena Kiefer präsentierte ihre Jugenddystopie „Ophelia Scale – die Welt wird brennen“ und Maja Ilisch las den atmosphärischen Prolog zu „Die Neraval-Sage – Das gefälschte Siegel“ vor. Mit Maja konnte ich mich am übernächsten Tag ausführlich unterhalten. Wir sprachen unter anderem über eigenwillige Figuren, die Entstehung ihres Covers und die Schwierigkeit, unverkennbar zu kommunizieren, dass ein Charakter asexuell ist.

Der Messefreitag fand für mich mit der Lesung aus „Dunkle Ziffern“ einen sehr emotionalen Abschluss. Die von der Geschichte der Künstlerin Napolde inspirierte Anthologie ist ein Herzensprojekt der Herausgeberinnen Isa Theobald, Diana Kinne und Fabienne Siegmund. In Holger Kliemannel von „Edition Roter Drache“ fanden sie einen Verleger, der sich sofort für die Idee einer Benefizanthologie für die Opfer sexueller Gewalt begeistern ließ. Da viele der Autor*innen, die, teils schonungslos direkt, teils in phantastische Bilder verpackt, Geschichten von Traumata, aber auch deren Überwindung erzählen, selbst entsprechende Erfahrungen gemacht hatten, wurde es ein Abend voller Tränen und Umarmungen.

In Halle 5, in der neben viel politischer Literatur auch diverse Veranstaltungen für im Literaturbetrieb Beschäftigte (oder die, die es werden wollen) angeboten wurden, hörte ich mir am Samstag einen Vortrag zum erfolgreichen Bewerben auf Stellen in Verlagen und einen zum Urheberrecht an. Ich hatte auch Gelegenheit, ausführlich mit Jenny-Mai Nuyen zu sprechen, deren neuestes Buch, „Die Töchter von Ilian“, erst vor kurzem bei Fischer Tor erschienen ist. Am Abend war ich jedoch zu müde, um den Heyne-Fantasyabend an der Bahnhofsbuchhandlung zu besuchen, den ich eigentlich eingeplant hatte – schließlich wollte ich ja für meine Lesung am Sonntag ausgeschlafen sein.

Diese lief überraschend gut – mir wurden erst danach die Knie weich. Anschließend unterhielt ich mich noch lange mit Bernhard Hennen über Lesungen und das surreale Gefühl, wenn die Autor*innen, die einen einst für Phantastik begeistert haben, plötzlich Kolleg*innen sind. Dann folgten Abschiedsszenen, die mich ein wenig an den Brexit erinnerten: Ich verabschiedete mich vorsorglich von anderen Autor*innen, nur, um ihnen dann doch nochmal über den Weg zu laufen. Schließlich machte ich mich schwer beladen auf den Heimweg – obwohl ich mir vorgenommen hatte, mich bei dieser LBM zurückzuhalten, hatten es dann doch vier Bücher und allerlei anderes in meine Tasche geschafft.

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 25. März 2019
 
lbm19 – Ein buntgemischter Messeauftakt (21.03.2019)

Seit kurz vor 20 Uhr habe ich nun dieses Browser-Fenster auf und will den Bericht zum ersten Messetag schreiben. Doch ich sag's euch, wie es ist - ich bin echt kaputt, dabei war der erste Tag verhältnismäßig ruhig. Am liebsten würde ich mich mit meiner aktuellen Lektüre ins Bett legen, noch ein paar Seiten lesen und dann einfach schlafen, denn morgen wird definitiv nicht entspannter. Vielmehr springe ich morgen zwischen zwei Hallen hin und her, die zum Glück nebeneinander liegen, sodass ich nicht durch die Glashalle muss. Aber ein Spaß wird es trotzdem nicht werden. Ich weiß allerdings auch, dass ich den Bericht jetzt schreiben muss - denn wenn ich erst mal anfange zu trödeln, dann schreibe ich am Ende wahrscheinlich gar keinen Bericht. Haben wir ja letztes und vorletztes Jahr gesehen.

Deshalb strecke ich jetzt einmal meine müden Knochen und schreibe zumindest eine grobe Zusammenfassung. Allerdings müsste ihr vorübergehend auf weitere Fotos verzichten, die reiche ich später nach. Wirklich interessant sind für euch wahrscheinlich ohnehin nur die drei Verlagstermine, die für heute anstanden, denn ihr seid sicher neugierig auf das kommende Programm. Ich werde den Bericht trotzdem wie immer auch mit ein paar kleinen privaten Anekdoten und Infos ausstatten - gerade heute gab es nämlich tatsächlich ein Erlebnis, über das ich eigentlich sogar stundenlang referieren könnte. Für euch aber hier nur die Kurzfassung: Auf dem Weg zum Messegelände trat mir in der S-Bahn ein älterer Herr mit Schmackes auf den Fuß tritt, wurde darauf von mir angesprochen, hat alles abgestritten und besaß dann noch die Frechheit, mich zum Aufstehen und ihm den Platz Überlassen aufzufordern.

Mit einer entsprechenden Laune kam ich dann also auf dem Messegelände an und war außerdem irgendwie plötzlich etwas spät dran, weil ich die Fahrzeit vom Hostel zur Messe vom letzten Jahr irgendwie kürzer in Erinnerung hatte. Und eigentlich wollte ich vor meinem ersten Termin noch kurz beim Amrûn-Verlag vorbeischauen, um wenigstens schnell "Hallo" zu sagen. Na ja, das klappte dann leider nicht, aber meine Laune wurde trotzdem aufgebessert, als ich die langen Schlangen vor dem normalen Einlass gesehen habe. Dort musste ich dank des Einsatzes meiner Chefredaktionskollegin Judith nicht durch, denn meine Presseakkreditierung war für dieses Jahr eigentlich schon abgelehnt gewesen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier nicht erzählen werde :D

Ich flitzte also an der Comic-Manga-Halle vorbei und entkam gerade noch so dem großen Ansturm der Cosplayer. Der Weg war recht kurz, denn ich hatte den ersten Termin heute Morgen bei Droemer Knaur in Halle 3, gemeinsam mit einer Hand voll anderen Bloggern. Da wir von unseren Interessen her eine sehr bunte Mischung waren, konnte die Verlagskollegin natürlich nicht auf jede Vorliebe einzeln eingehen, sondern gab uns nur einen groben Umriss des kommenden Programms, doch ein paar Titel sind auf meiner Wunschliste gelandet und es gibt ein paar echte Highlights, auf die man sich freuen kann. Zum Beispiel kommt ein neuer Fitzek, wobei das nur die halbe Wahrheit ist - denn eigentlich sind es zwei. Seine Schwägerin hat nämlich auch einen Krimi geschrieben, der bei Droemer erscheinen wird. Außerdem geht endlich die "Todes"-Reihe von Karen Rose weiter und bekommt in diesem Zuge ein komplett neues Gewand. Fans von Leigh Bardugo dürfen sich auf die Übersetzung von "King of Scars" freuen - und eine komplette Neuausgabe der Grisha-Trilogie in sehr kurzen Abständen. Und man darf die Daumen drücken, dass die Autorin es dieses Mal zur Frankfurter Buchmesse schafft, nachdem ihr letzter Besuch leider kurzfristig abgesagt werden musste. Fürs Herz wird es von Dani Atkins einen neuen Roman geben, die Bloggerin Tami Fischer kommt mit einer YoungRomance-Trilogie und ansonsten steht in meinen Notizen tatsächlich nur Spannungsliteratur von Autoren, deren Namen mir gar nichts sagen. Schauen wir also mal.

Anschließend habe ich mich (viel zu früh) auf den Weg zum Stand vom Festa-Verlag gemacht, wo als Ehrengast dieser Leipziger Buchmesse Mister Wrath James White himself heute seine erste Signierstunde hatte. Ich lungerte dann also etwa eine Stunde dort rum, sprach mit den Verlagsmitarbeitern und las in ein, zwei Titel rein, die noch nicht aufgrund meiner Abonnements zu Hause im Regal stehen. Von meinem Fangirling will ich euch an dieser Stelle mal verschonen, nur so viel: Ich fand Wrath schon nur von seinen Facebook- und Instagram-Posts her unglaublich sympathisch, aber in Real ist er noch eine ganze Ecke vereinnehmender. Purer Zucker, und seine süße Frau Tammy erst! Die folgende kurze Freizeit nutzte ich, um dann doch endlich mal zu Amrûn zu schlendern und kurz mit Jürgen zu schnacken, bevoor ich mich dann auf eine Frische-Luft-Pause in schönstem Sonnenschein mit Kerstin Ruhkieck zu treffen. Wir hatten ein sehr angeregtes Gespräch über Verlags- und Lektorenarbeit und stellten außerdem fest, dass wir beide in Hamburg leben und extra nach Leipzig fahren, um uns zu treffen.

Und dann wurde es Zeit für den zweiten Verlagstermin. Beim Coppenrath Verlag erfuhr ich nicht wirklich viel Neues, da ich einen Großteil des Programms bereits vor knapp einem Monat schon bei der Pressebörse der Kinder- und Jugendbuchverlage in Hamburg vorgestellt bekam. Es wird eine neue wunderschöne Schmuckausgabe geben, zu der aber noch nicht viel mehr erzählt werden darf aus verlagsinternen Gründen, außerdem erscheint endlich, endlich das Prequel zu "Gelöscht"-Trilogie von Teri Terry, die auch in Frankfurt dann wieder dabei sein wird. Ein Titel aus dem Kinderbuchprogramm hat mich ebenfalls sehr angesprochen, und zwar das "Bessermacherbuch", das in kindgerechtem Niveau auf Nachhaltigkeit und Inklusion und Ähnliches hinweist. Und passend zum "Starke Frauen"-Trend, der gerade einen großen Boom erfährt, bringt das Label Bohem ein Buch zum immer noch Tabu-Thema Menstruation raus. Ich durfte heute schon ein wenig in "Rot ist doch schön" von Lucia Zamola blättern und ich bin total begeistert von der Aufmachung und auch dem Ton des Buches. Freue mich auf das fertige Buch und bin gespannt, wie es bei den Lesern ankommen wird.

Vor dem nächsten Termin hatte ich ein wenig Angst, denn ich war für ein Interview verabredet - und hatte meine Notizen vergessen. Dazu kommt, dass das Buch von Dorothee Haentjes-Holländer eine nicht gerade leichte Thematik hat. In "Paul und der Krieg" geht es nämlich um ihren Vater, der als 15-Jähriger als Luftwaffenhelfer zur Flak – den Flugabwehrkanonen – einberufen wurde. Ich habe aber mit ganz offenen Karten gespielt und heraus kam ein unglaublich interessantes und sehr entspanntes Interview, auf dessen Transkription und Nachbereitung ich mich schon ziemlich freue. Meine Notizen werde ich in Absprache mit der Autorin nachträglich noch einarbeiten und das Interview so vervollständigen. Ihr dürft euch also nach Jahren endlich mal wieder auf ein Interview von mir freuen :)

Mit etwas zeitlichem Puffer schaute ich dann beim Arena-Verlag vorbei, bei dem mein letzter Termin des Tages stattfinden sollte. Dort traf ich dann auf Vera vom ChaosKingdom, die direkt vor mir ihren Termin hatte, und wir beschlossen kurzerhand, den Termin zusammen wahrzunehmen, sodass die Verlagskollegin dann ein wenig Pausenzeit vor ihrem letzten Termin haben würde. Tja, na ja, was soll ich sagen ... die Idee war sicher gut, allerdings haben wir uns dann so festgequatscht, dass wir fast eine Stunde zusammensaßen. Aber es war ein wie immer sehr schöner Termin und der perfekte Abschluss für den ersten Messetag. Natürlich sprachen wir auch über das kommende Programm, das eigentlich nur bekannte Namen beherbergt. Die Wasser-Trilogie von Andreas Eschbach findet mit "Ultramarin" ihren Abschluss, Katja Brandis legt den zweiten Band von "Khyona" vor (mit einem echt traumhaften Cover übrigens, aber das wisst ihr nicht von mir ^^), von June Perry wird es ein neues StandAlone zum Thema Künstliche Intelligenz geben, Antje Babendererde begibt sich in "Schneetänzer" mit ihrem Protagonisten nach Kanada, Beatrix Gurian tanzt auf dem "Alabasterball" und Fans von Jennifer Alice Jager wird eine endzeit-dystopische Quadrologie namens "Terra" im Zweimonatstakt veröffentlichen. Allesamt interessant klingende Titel, wobei mich nur zwei wirklich sehr reizen.

Nachdem ich dann noch ein paar Lektüretipps für meine kleine Nichte (oder vielmehr meinen Bruder, der sich nämlich immer beschwert, dass er wieder vorlesen muss ^^) bekommen habe und wir noch ein wenig plauderten, folgte ich Vera zum Rest der Bloggersquad, knuddelte alle einmal und trat dann den Weg zurück ins Hostel an. Da hielt ich mich allerdings nicht allzu lange auf, denn ich hatte Hunger, also ging ich auf Essensjagd und jetzt sitze ich seit fast drei Stunden hier. Aber: Der Messebericht zum ersten Tag ist fertig. Und irgendwie doch länger geworden, als ich eigentlich wollte.

Na ja, ihr werdet es mir nachsehen. Ist schließlich eine Weile her, dass ich so lang und ausführlich geschrieben habe ;) Jetzt trinke ich mein Bierchen aus und dann geht's mit Buch ins Bett. Wie eingangs schon erwähnt, wird morgen ein echter Marathontag. Ich melde mich dann (spät)abends wieder. Lasst es ech bis dahin gutgehen!


Dies ist ein Gastbeitrag von Schattenwege.net, der privaten Seite unserer Chefredakteurin Jessica.

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 21. März 2019