Freitag, 13. Dezember 2019

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Habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Nun, 2019, in einer Welt voller Unruhe lebend, denke ich ...

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Swantje auf der Leipziger Buchmesse 2019

Während die Leipziger Buchmesse letztes Jahr im Schneechaos versank, ertappte ich mich am Donnerstag bei dem Gedanken, dass es ein Fehler war, vorsorglich mit Winterjacke und warmem Schal anzureisen, da ich zeitweise im T-Shirt draußen herumlaufen konnte. Allerdings lernte ich meine warme Kleidung zwischen Messe, Abendveranstaltungen und Unterkunft und auch am deutlich kühleren Sonntag wieder zu schätzen. Über dieses weitaus freundlichere Wetter als letztes Jahr freuten sich bestimmt die Cosplayer, die wieder in fantasievollen Kostümen, die das ganze Spektrum von absolut minimaler Bekleidung bis Ganzkörperrüstung oder -Fellanzug abdeckten, vor allem in Halle 1 strömten. Dort fand die Comiccon statt und es wurden Comics, Mangas, Fanartikel, Zeichenzubehör, japanische Süßigkeiten, Steampunk-Mode und noch viel mehr feilgeboten. Ich habe am Freitagmorgen dort vorbeigeschaut, war an den anderen Tagen aber davon abgeschreckt, wie voll und wuselig es in der Halle wurde. Da ich am Freitag etwas zu früh da war, stand ich mit vielen Gästen vor noch verschlossenen Glastüren und genoss die Atmosphäre der Vorfreude.

Meist war ich allerdings in der Phantastik-Ecke von Halle 2 unterwegs und nutzte es voll aus, dass ich als Autorin Zugang zur Lounge des Phantastik Autoren Netzwerks (PAN e.V.) hatte. Hier gab es Kaffee, Tee und von unermüdlichen Standhelfer*innen immer wieder aufgefüllte Schalen mit Snacks – vor allem aber viele großartige Gespräche. Natürlich entstanden dabei auch – nicht ganz ernstgemeinte – Plotideen: Sabrina Železný, die am Samstag aus ihrem „Inkapunk“-Roman „Feuerschwingen“ vorlas, möchte die Völkerfantasy um „Die Lamas“ erweitern, und ich habe mit Laura Dümpelfeld und Alessandra Reß (glaube ich) über das ultimative Phantastiksubgenre-Crossover „Zombie-Elfen im Weltraum“ gewitzelt.

Diese Leipziger Buchmesse stand ganz im Zeichen aktueller Debatten in der Phantastikszene. Drei Mitglieder des Nornennetzes hielten ein Panel zum Thema Diversität und Repräsentation in Phantastik und mussten dabei den Spagat dazwischen meistern, dass sie vor Menschen sprachen, von denen sich viele bereits eingehend mit dem Thema beschäftigt hatten, aber mindestens genauso viele eben noch nicht. Meiner Meinung nach ist ihnen das gut gelungen, weil sie zwar viele bekannte Punkte ansprachen, z.B. die Bedeutung von gründlicher, respektvoller Recherche, aber den Fokus weniger auf die in diesem Zusammenhang am häufigsten diskutierten Themen von sexueller Identität und/oder Orientierung und Ethnie gelegt haben, sondern ausführlich auf die Darstellung von Menschen mit Behinderung eingegangen sind.

Auch bei der Verleihung des „Seraph“, des Literaturpreises der Phantastischen Akademie, am Spätnachmittag wurde ein Thema angesprochen, das gerade viele Menschen in der Szene beschäftigt: die (noch ausbaufähige) Sichtbarkeit von Science-Fiction-Autorinnen. Der von Theresa Hannig initiierte und von vielen Autor*innen leidenschaftlich unterstütze Versuch, diese mit einer entsprechenden Wikipedia-Liste zu fördern, stieß auf verblüffenden Widerstand (und einige herablassende Kommentare) in der Wikipedia-Community. Das wurde natürlich nicht unkommentiert hingenommen, sodass dieses Thema gerade wohl nicht nur meinen Twitter-Feed dominiert und auf der Messe sehr präsent war.

Auf der Seraph-Shortlist machten Autorinnen allerdings mehr als zwei Drittel der Nominierten aus. Während beim Indie-Seraph mit „Hexensold“ und „Das Erbe der Rauhnacht“ von Birgit Jaeckel, das dann auch gewann, zwei düstere Märchen- bzw. Sagenadaptionen vertreten waren, waren viele der anderen Titel Science-Fiction-Romane oder Dystopien – und auch in den Regalen der Verlage sah es ganz so aus, als gäbe es neben einer kontinuierlichen Entwicklung zu Phantastik, deren Verfasser*innen zunehmend einen wachen Blick auf die politischen Implikationen ihrer Texte haben, auch wieder einen Aufschwung der Science Fiction. Außer Birgit Jaeckel gewannen Bernhard Hennen (Bestes Buch: „Die Chroniken von Azuhr – Der Verfluchte“) und Kris Bryn (Bestes Debüt: „The Shelter – Zukunft ohne Hoffnung“).

Wenige Stunden später lasen die drei Gewinner*innen im Werk zwei vor hunderten Zuschauern aus ihren Büchern vor. Ebenfalls auf der Bühne: etablierte Stars der Szene wie Kai Meyer, der mit „Das Fleisch der Vielen“ eine Horror-Geschichte vorstellte, die von dem Musiker ASP und dem Comiczeichner Jurek Malottke adaptiert wurde, oder Markus Heitz, der in „Die dunklen Lande“ die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges mit Fantasy- und Horrorelementen verflechtet. Monika Peetz, die ihre Schreibkarriere als Drehbuchautorin begann, stellte ihren Zeitreise-Jugendfantasy-Roman „Das Herz der Zeit“ vor, Lena Kiefer präsentierte ihre Jugenddystopie „Ophelia Scale – die Welt wird brennen“ und Maja Ilisch las den atmosphärischen Prolog zu „Die Neraval-Sage – Das gefälschte Siegel“ vor. Mit Maja konnte ich mich am übernächsten Tag ausführlich unterhalten. Wir sprachen unter anderem über eigenwillige Figuren, die Entstehung ihres Covers und die Schwierigkeit, unverkennbar zu kommunizieren, dass ein Charakter asexuell ist.

Der Messefreitag fand für mich mit der Lesung aus „Dunkle Ziffern“ einen sehr emotionalen Abschluss. Die von der Geschichte der Künstlerin Napolde inspirierte Anthologie ist ein Herzensprojekt der Herausgeberinnen Isa Theobald, Diana Kinne und Fabienne Siegmund. In Holger Kliemannel von „Edition Roter Drache“ fanden sie einen Verleger, der sich sofort für die Idee einer Benefizanthologie für die Opfer sexueller Gewalt begeistern ließ. Da viele der Autor*innen, die, teils schonungslos direkt, teils in phantastische Bilder verpackt, Geschichten von Traumata, aber auch deren Überwindung erzählen, selbst entsprechende Erfahrungen gemacht hatten, wurde es ein Abend voller Tränen und Umarmungen.

In Halle 5, in der neben viel politischer Literatur auch diverse Veranstaltungen für im Literaturbetrieb Beschäftigte (oder die, die es werden wollen) angeboten wurden, hörte ich mir am Samstag einen Vortrag zum erfolgreichen Bewerben auf Stellen in Verlagen und einen zum Urheberrecht an. Ich hatte auch Gelegenheit, ausführlich mit Jenny-Mai Nuyen zu sprechen, deren neuestes Buch, „Die Töchter von Ilian“, erst vor kurzem bei Fischer Tor erschienen ist. Am Abend war ich jedoch zu müde, um den Heyne-Fantasyabend an der Bahnhofsbuchhandlung zu besuchen, den ich eigentlich eingeplant hatte – schließlich wollte ich ja für meine Lesung am Sonntag ausgeschlafen sein.

Diese lief überraschend gut – mir wurden erst danach die Knie weich. Anschließend unterhielt ich mich noch lange mit Bernhard Hennen über Lesungen und das surreale Gefühl, wenn die Autor*innen, die einen einst für Phantastik begeistert haben, plötzlich Kolleg*innen sind. Dann folgten Abschiedsszenen, die mich ein wenig an den Brexit erinnerten: Ich verabschiedete mich vorsorglich von anderen Autor*innen, nur, um ihnen dann doch nochmal über den Weg zu laufen. Schließlich machte ich mich schwer beladen auf den Heimweg – obwohl ich mir vorgenommen hatte, mich bei dieser LBM zurückzuhalten, hatten es dann doch vier Bücher und allerlei anderes in meine Tasche geschafft.

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 25. März 2019
 
lbm19 – Ein buntgemischter Messeauftakt (21.03.2019)

Seit kurz vor 20 Uhr habe ich nun dieses Browser-Fenster auf und will den Bericht zum ersten Messetag schreiben. Doch ich sag's euch, wie es ist - ich bin echt kaputt, dabei war der erste Tag verhältnismäßig ruhig. Am liebsten würde ich mich mit meiner aktuellen Lektüre ins Bett legen, noch ein paar Seiten lesen und dann einfach schlafen, denn morgen wird definitiv nicht entspannter. Vielmehr springe ich morgen zwischen zwei Hallen hin und her, die zum Glück nebeneinander liegen, sodass ich nicht durch die Glashalle muss. Aber ein Spaß wird es trotzdem nicht werden. Ich weiß allerdings auch, dass ich den Bericht jetzt schreiben muss - denn wenn ich erst mal anfange zu trödeln, dann schreibe ich am Ende wahrscheinlich gar keinen Bericht. Haben wir ja letztes und vorletztes Jahr gesehen.

Deshalb strecke ich jetzt einmal meine müden Knochen und schreibe zumindest eine grobe Zusammenfassung. Allerdings müsste ihr vorübergehend auf weitere Fotos verzichten, die reiche ich später nach. Wirklich interessant sind für euch wahrscheinlich ohnehin nur die drei Verlagstermine, die für heute anstanden, denn ihr seid sicher neugierig auf das kommende Programm. Ich werde den Bericht trotzdem wie immer auch mit ein paar kleinen privaten Anekdoten und Infos ausstatten - gerade heute gab es nämlich tatsächlich ein Erlebnis, über das ich eigentlich sogar stundenlang referieren könnte. Für euch aber hier nur die Kurzfassung: Auf dem Weg zum Messegelände trat mir in der S-Bahn ein älterer Herr mit Schmackes auf den Fuß tritt, wurde darauf von mir angesprochen, hat alles abgestritten und besaß dann noch die Frechheit, mich zum Aufstehen und ihm den Platz Überlassen aufzufordern.

Mit einer entsprechenden Laune kam ich dann also auf dem Messegelände an und war außerdem irgendwie plötzlich etwas spät dran, weil ich die Fahrzeit vom Hostel zur Messe vom letzten Jahr irgendwie kürzer in Erinnerung hatte. Und eigentlich wollte ich vor meinem ersten Termin noch kurz beim Amrûn-Verlag vorbeischauen, um wenigstens schnell "Hallo" zu sagen. Na ja, das klappte dann leider nicht, aber meine Laune wurde trotzdem aufgebessert, als ich die langen Schlangen vor dem normalen Einlass gesehen habe. Dort musste ich dank des Einsatzes meiner Chefredaktionskollegin Judith nicht durch, denn meine Presseakkreditierung war für dieses Jahr eigentlich schon abgelehnt gewesen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier nicht erzählen werde :D

Ich flitzte also an der Comic-Manga-Halle vorbei und entkam gerade noch so dem großen Ansturm der Cosplayer. Der Weg war recht kurz, denn ich hatte den ersten Termin heute Morgen bei Droemer Knaur in Halle 3, gemeinsam mit einer Hand voll anderen Bloggern. Da wir von unseren Interessen her eine sehr bunte Mischung waren, konnte die Verlagskollegin natürlich nicht auf jede Vorliebe einzeln eingehen, sondern gab uns nur einen groben Umriss des kommenden Programms, doch ein paar Titel sind auf meiner Wunschliste gelandet und es gibt ein paar echte Highlights, auf die man sich freuen kann. Zum Beispiel kommt ein neuer Fitzek, wobei das nur die halbe Wahrheit ist - denn eigentlich sind es zwei. Seine Schwägerin hat nämlich auch einen Krimi geschrieben, der bei Droemer erscheinen wird. Außerdem geht endlich die "Todes"-Reihe von Karen Rose weiter und bekommt in diesem Zuge ein komplett neues Gewand. Fans von Leigh Bardugo dürfen sich auf die Übersetzung von "King of Scars" freuen - und eine komplette Neuausgabe der Grisha-Trilogie in sehr kurzen Abständen. Und man darf die Daumen drücken, dass die Autorin es dieses Mal zur Frankfurter Buchmesse schafft, nachdem ihr letzter Besuch leider kurzfristig abgesagt werden musste. Fürs Herz wird es von Dani Atkins einen neuen Roman geben, die Bloggerin Tami Fischer kommt mit einer YoungRomance-Trilogie und ansonsten steht in meinen Notizen tatsächlich nur Spannungsliteratur von Autoren, deren Namen mir gar nichts sagen. Schauen wir also mal.

Anschließend habe ich mich (viel zu früh) auf den Weg zum Stand vom Festa-Verlag gemacht, wo als Ehrengast dieser Leipziger Buchmesse Mister Wrath James White himself heute seine erste Signierstunde hatte. Ich lungerte dann also etwa eine Stunde dort rum, sprach mit den Verlagsmitarbeitern und las in ein, zwei Titel rein, die noch nicht aufgrund meiner Abonnements zu Hause im Regal stehen. Von meinem Fangirling will ich euch an dieser Stelle mal verschonen, nur so viel: Ich fand Wrath schon nur von seinen Facebook- und Instagram-Posts her unglaublich sympathisch, aber in Real ist er noch eine ganze Ecke vereinnehmender. Purer Zucker, und seine süße Frau Tammy erst! Die folgende kurze Freizeit nutzte ich, um dann doch endlich mal zu Amrûn zu schlendern und kurz mit Jürgen zu schnacken, bevoor ich mich dann auf eine Frische-Luft-Pause in schönstem Sonnenschein mit Kerstin Ruhkieck zu treffen. Wir hatten ein sehr angeregtes Gespräch über Verlags- und Lektorenarbeit und stellten außerdem fest, dass wir beide in Hamburg leben und extra nach Leipzig fahren, um uns zu treffen.

Und dann wurde es Zeit für den zweiten Verlagstermin. Beim Coppenrath Verlag erfuhr ich nicht wirklich viel Neues, da ich einen Großteil des Programms bereits vor knapp einem Monat schon bei der Pressebörse der Kinder- und Jugendbuchverlage in Hamburg vorgestellt bekam. Es wird eine neue wunderschöne Schmuckausgabe geben, zu der aber noch nicht viel mehr erzählt werden darf aus verlagsinternen Gründen, außerdem erscheint endlich, endlich das Prequel zu "Gelöscht"-Trilogie von Teri Terry, die auch in Frankfurt dann wieder dabei sein wird. Ein Titel aus dem Kinderbuchprogramm hat mich ebenfalls sehr angesprochen, und zwar das "Bessermacherbuch", das in kindgerechtem Niveau auf Nachhaltigkeit und Inklusion und Ähnliches hinweist. Und passend zum "Starke Frauen"-Trend, der gerade einen großen Boom erfährt, bringt das Label Bohem ein Buch zum immer noch Tabu-Thema Menstruation raus. Ich durfte heute schon ein wenig in "Rot ist doch schön" von Lucia Zamola blättern und ich bin total begeistert von der Aufmachung und auch dem Ton des Buches. Freue mich auf das fertige Buch und bin gespannt, wie es bei den Lesern ankommen wird.

Vor dem nächsten Termin hatte ich ein wenig Angst, denn ich war für ein Interview verabredet - und hatte meine Notizen vergessen. Dazu kommt, dass das Buch von Dorothee Haentjes-Holländer eine nicht gerade leichte Thematik hat. In "Paul und der Krieg" geht es nämlich um ihren Vater, der als 15-Jähriger als Luftwaffenhelfer zur Flak – den Flugabwehrkanonen – einberufen wurde. Ich habe aber mit ganz offenen Karten gespielt und heraus kam ein unglaublich interessantes und sehr entspanntes Interview, auf dessen Transkription und Nachbereitung ich mich schon ziemlich freue. Meine Notizen werde ich in Absprache mit der Autorin nachträglich noch einarbeiten und das Interview so vervollständigen. Ihr dürft euch also nach Jahren endlich mal wieder auf ein Interview von mir freuen :)

Mit etwas zeitlichem Puffer schaute ich dann beim Arena-Verlag vorbei, bei dem mein letzter Termin des Tages stattfinden sollte. Dort traf ich dann auf Vera vom ChaosKingdom, die direkt vor mir ihren Termin hatte, und wir beschlossen kurzerhand, den Termin zusammen wahrzunehmen, sodass die Verlagskollegin dann ein wenig Pausenzeit vor ihrem letzten Termin haben würde. Tja, na ja, was soll ich sagen ... die Idee war sicher gut, allerdings haben wir uns dann so festgequatscht, dass wir fast eine Stunde zusammensaßen. Aber es war ein wie immer sehr schöner Termin und der perfekte Abschluss für den ersten Messetag. Natürlich sprachen wir auch über das kommende Programm, das eigentlich nur bekannte Namen beherbergt. Die Wasser-Trilogie von Andreas Eschbach findet mit "Ultramarin" ihren Abschluss, Katja Brandis legt den zweiten Band von "Khyona" vor (mit einem echt traumhaften Cover übrigens, aber das wisst ihr nicht von mir ^^), von June Perry wird es ein neues StandAlone zum Thema Künstliche Intelligenz geben, Antje Babendererde begibt sich in "Schneetänzer" mit ihrem Protagonisten nach Kanada, Beatrix Gurian tanzt auf dem "Alabasterball" und Fans von Jennifer Alice Jager wird eine endzeit-dystopische Quadrologie namens "Terra" im Zweimonatstakt veröffentlichen. Allesamt interessant klingende Titel, wobei mich nur zwei wirklich sehr reizen.

Nachdem ich dann noch ein paar Lektüretipps für meine kleine Nichte (oder vielmehr meinen Bruder, der sich nämlich immer beschwert, dass er wieder vorlesen muss ^^) bekommen habe und wir noch ein wenig plauderten, folgte ich Vera zum Rest der Bloggersquad, knuddelte alle einmal und trat dann den Weg zurück ins Hostel an. Da hielt ich mich allerdings nicht allzu lange auf, denn ich hatte Hunger, also ging ich auf Essensjagd und jetzt sitze ich seit fast drei Stunden hier. Aber: Der Messebericht zum ersten Tag ist fertig. Und irgendwie doch länger geworden, als ich eigentlich wollte.

Na ja, ihr werdet es mir nachsehen. Ist schließlich eine Weile her, dass ich so lang und ausführlich geschrieben habe ;) Jetzt trinke ich mein Bierchen aus und dann geht's mit Buch ins Bett. Wie eingangs schon erwähnt, wird morgen ein echter Marathontag. Ich melde mich dann (spät)abends wieder. Lasst es ech bis dahin gutgehen!


Dies ist ein Gastbeitrag von Schattenwege.net, der privaten Seite unserer Chefredakteurin Jessica.

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 21. März 2019
 
Ausblick auf das Bücherjahr 2019

Liebe LeserInnen,

wie bereits angekündigt, kommt hier ein kleiner Ausblick auf das Jahr 2019 beziehungsweise die erste Hälfte davon. Nachdem ich in den letzten Jahren irgendwie immer weniger gelesen habe, ging es 2018 endlich wieder bergauf und es gibt in den Vorschauen ein paar Titel, auf die ich mich richtig freue:

 miami punk"Miami Punk" von Juan S. Guse (Februar 2019)

Diesen Titel hätte ich beinahe in der Vorschau übersehen, da wir auf der Frankfurter Buchmesse nur auf das phantastische Programm von Fischer geschaut haben - dabei ist "Miami Punk" mit seinem dystopischen Setting, in dem sich der Atlantik plötzlich von der amerkanischen Küste zurückzieht und eine Wüste aus rostenden Kreuzfahrtschiffen hinterlässt, durchaus phantastisch. In Miami liegt die Tourismusbranche brach und auch in der Werbeindustrie ist nichts mehr zu verdienen. Mitten in diesem düstere Szenario: eine Indie-Game-Programmiererin, eine strauchelnde Arbeiterfamilie, eine junge Soziologin und ein E-Sports-Team aus Wuppertal - ähm, was? Wuppertal? Ja, richtig gelesen. Klingt seltsam und deshalb interessant. Und klingt alles ein bisschen nach Cyberpunk und Gesellschaftskritik, wie auch die kurze Verlagszusammenfassung vermuten lässt: "»Miami Punk« ist ein Roman über die Bedeutung von Arbeit, über Herrschaft und Macht und über einsame Nächte vor dem Computer." Auf dieses Buch bin ich wirklich wahnsinnig gespannt!

stadt der symbionten"Die Stadt der Symbionten" von James A. Sullivan (April 2019)

Bereits die beiden Space Operas "Chrysaor" und "Die Granden von Pandaros" haben mich gut unterhalten und ich lese den charakterorientierten, lockeren Stil von James A. Sullivan sehr gern - und ich liebe urbane Settings mit Cyberpunkelementen, was "Die Stadt der Symbionten" offenbar zu bieten hat. Nach einer Alieninvasion leben die letzten Menschen in Jaskandris, einer Kuppelstadt in der Antarktis, die von KI verwaltet wird. Menschen und Maschinen sind eine Symbiose eingegangen und so kann Protagonist Gamil Dellbridge gedanklich mit den KIs kommunizieren. Eines Tages mischt sich ein seltsames Signal in den Datenstrom und stellt Gamils Welt auf den Kopf. Das Cover sieht schon mal großartig aus und mich reizt insbesondere das Interface zwischen Mensch und Maschine beziehugsweise die Umsetzung davon. Auch das Setting in der Antartkis ist spannend, allerdings muss ich bei 672 Seiten erstmal durchschnaufen. Ich bin kein Fan von allzu langen Romanen, aber "Die Granden von Pandaros" hatte ich trotzdem schnell durch, insofern wird das hoffentlich passen.

"Gold und Schatten" von Kira Licht (Februar 2019)

Eigentlich fasse ich Jugendbücher, deren Klappentext mit dem Alter der Protagonistin beginnt, nur ungern an, da sich dahinter meist der übliche Kitsch verbirgt - eine Ausnahem stellt "Memento" von Julianna Baggott dar, eine Trilogie, die mich schwer begeistert hat. Bei "Gold und Schatten" fasziniert mich, dass Protagonistin Livia die Stimmen von Pflanzen hören kann. Ein Konzept, aus dem man sehr viel machen kann und ich hoffe sehr, dass die Pflanzen auch etwas Sinnvolles zu sagen haben. Natürlich gibt es auch einen düsteren, geheimnisvollen jungen Mann, wobei Hadessohn Maél durchaus interessant erscheint. Die griechische Götterwelt hat ohnehin ihren Reiz, auch wenn mich die meisten Titel dieser Art bisher nicht angesprochen haben. "Gold und Schatten" hat auf jeden Fall was und ich freue mich darauf, herauszufinden, ob der erste Eindruck täuscht oder ob uns Kira Licht endlich mal wieder ein originelles Jugendbuch präsentiert.

"Nekkiri - Die Essenz der Magie" von Alex Kühnert (März 2019)

Wo wir schon beim Thema Pflanzen sind: In "Nekkiri" wird Magie aus Pflanzen gewonnen und bei einer solchen Konstellation werde ich immer hellhörig. Zudem durfte ich erst kürzlich ein Interview mit Alex Kühnert führen, dessen Antworten mein Interesse an seinem neuen Roman verstärkt haben. Der Weltentwurf klingt spannend und Nekkiri könnte eine ungemein liebenswerte Protagonistin sein, die hartnäckig ihre Ziele verfolgt. Ihre Welt wird von sechs Göttern geträumt und die Magie stammt von riesigen, denkenden Pflanzen, die mit den Träumern in Verbindung stehen. Ich hatte den Eindruck, dass sich der Autor sehr viele Gedanken um sein Setting gemacht hat und ich freue mich darauf, herauszufinden, ob die Welt wirklich mit so vielen tollen Details aufwartet wie erhofft - und dass der Roman tatsächlich im März erscheint, denn er wurde schon einmal verschoben.

Das wären erstmal die wichtigsten Bücher, die ich den kommenden Monaten unbedingt lesen will. Dazu kommen einige Fortsetzungen wie der dritte "FAAR"-Band von Christian Günther und der zweite Band der "13 Gezeichneten" von Judith und Christian Vogt. Und gerade bei den kleineren Verlagen reichen die Vorschauen noch nicht so weit voraus, sodass hier sicher noch einige spannende Titel auftauchen werden. 

Viele Grüße von Eurer

- Judith 

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 03. Januar 2019
 
Judiths Jahreshighlights 2018

Hallo zusammen,

da ich meine jeweiligen Lieblingsbücher aus einem Jahr meistens in den Geschenktipps vorschlage, verzichte ich oft auf einen gesonderten Jahresrückblick. Während ich in den letzten Jahren irgendwie selten das Vergnügen hatte, etwas wirklich Außergewöhnliches und Begeisterndes zu lesen, gab es in diesem Jahr gleich mehrere Bücher, die ich verschlungen habe - und meinen beiden Lieblingen wollte ich einen Extrabeitrag widmen:

"Autonom" von Annlee Newitz

Unter dem Klappentext wird Neal Stephenson zitiert, der "Autonom" mit "Neuromancer" von William Gibson vergleicht, meinem Lieblingsbuch seit vielen Jahren. Entsprechend bin ich sehr kritisch an Annalee Newitz' Roman herangegangen, da solche Zitate meist aus dem Zusammenhang gerissen sind und sehr dick auftragen. Aber das Zitat hat mich auch neugierig gemacht und ich stellte überrascht fest, dass ich die ersten hundert Seiten genüsslich verschlang, ebenso wie den Rest des Buches. Und nein - ich würde nicht so weit gehen, die Bedeutung von "Autonom" mit der von "Neuromancer" gleichzusetzen. Dennoch ist Annalee Newitz ein ganz außergewöhnlicher und auf eine positiv schrullige Art extrem unterhaltsamer Roman gelungen, der Themen des Cyberpunk aufgreift und sie in einer Art utopischer Dystopie umsetzt. "Autonom" fehlt der Dreck und die neonschimmernde Düsternis des Cyberpunk, wartet dafür aber mit spannenden Konzepten bezüglich der Zukunft des Internets, den Möglichkeiten der Biotechnologie und der Interaktion zwischen Menschen und Künstlichen Intelligenzen auf. Der Schreibstil ist amüsant, punktet mit seinem eigenwilligen Humor und ist so klar und präzise, wie man es sich vom Cyberpunk wünscht. Auch wenn nicht alle Charaktere überzeugen, so hat "Autonom" mit der Patentpiraten Jack und der Militär-KI Paladin zwei sehr einprägsame Figuren, die man nicht so schnell vergisst.

Roma Nova"Roma Nova" von Judith C. Vogt

"Roma Nova" setzt das römische Imperium in den Kontext einer wilden Space Opera, was erst einmal ziemlich absurd klingt. Als Leser erwartet man, dass das entweder total in die Hose geht und einfach grandios wird. Da ich den Roman als Jahreshighlight aufführe, dürfte klar sein: Er ist nicht in die Hose gegangen. Aber manchmal ziemlich unter die Gürtellinie. Denn die Welt von "Roma Nova" ist brutal und düster, die Sprache entsprechend derb und dreckig und einfach herrlich zu lesen. Trotz futuristischer Technologien steckt Rom in punkto Gesellschaft noch in der Antike fest. Es gibt die reichen Patrizier, das normale Volk und natürlich jede Menge Sklaven, deren Menschenwürde mit Füßen getreten wird. Und natürlich gibt es blutige Gladiatorekämpfe zur Belustigung des Volkes, das jubelt und vor Freude schreit, wenn sich die Kämpfer in der Arena in Stücke reißen. Wenige auserwählte Gladiatoren erhalten ein sogenanntes göttliches Herz, eine Maschine, die ihnen übermenschliche Kräfte verleiht - und sie kontrollierbar macht. Rom ist nicht nur eine riesige Stadt, sondern ein ganzer Planet, auf dem die Gebäude übereinander wuchern. Hier trifft die Antike auf den Cyberpunk und Judith Vogt inszeniert ihr Rom so düster und dreckig, dass sich die Bilder aus den Tiefen der Stadt regelrecht einbrennen. Der Stadtplanet wird einzig vom Hades übertroffen, einem Schwarzen Loch, das finstere Kreaturen gebiert. Das Setting von "Roma Nova" ist einfach außergewöhnlich, für manchen vielleicht zu speziell und bizarr, aber ich für meinen Teil habe mich sehr über den Mut zum Außergewöhnlichen gefreut. Und wie man es von Judith Vogt kennt, wartet auch "Roma Nova" mit kantigen Charakteren auf, die Fehler machen und deren Sehnsüchte und Hoffnungen für den Leser greifbar sind. Sie erscheinen durch und durch menschlich und die Handlung wird von ihren Entscheidungen getragen, sodass man immer wieder auch überrascht wird.

Beide Bücher haben einen besonderen Platz in meinen Regalen, denn beide haben eindrucksvolle Bilder in meiner Erinnerung hinterlassen und insbesondere bei "Roma Nova" würde ich mich sehr über weitere Romane freuen, da dieses Setting unbedingt weiter ausgebaut werden sollte.

Zumindest lesetechnisch hält 2019 bereits ein paar Bücher bereit, auf die ich mich richtig freue - demnächst erzähle ich Euch mehr davon ;)

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Viele Grüße

- Judith

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 31. Dezember 2018