Es ist: 27-07-2017, 05:35
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Literarisches Tagebuch
Beitrag #291 |

RE: Literarisches Tagebuch
Icon_bussi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #292 |

RE: Literarisches Tagebuch
Penetrant

Irgendwo von oben hörte er wieder diese nervige Heavy-Metal-Musik. Begleitet von einer lauten, aber unharmonisch verzerrten Stimme, die wieder einmal versuchte mitzusingen.
„OH BABY YEAH ...“
Er schloss kurz die Augen und seufzte still in sich hinein, so wie jeden Morgen, wenn der liebe Nachbar seinen ganz persönlichen Aufsteh-Kult zelebrierte. Freundliche Nachfragen, ob wenigstens die Musikrichtung geändert werden könnten, hatte der freundliche alte Herr unkommentiert gelassen.
„ALL MEN ARE SLAVES ..."
Ein bisschen ärgerlich, vor allem aber aufdringlich und nur durch eine große Geduld bezwingbar.
Ganz ruhig, dachte er und wandte sich wieder seiner aktuellen Tätigkeit zu. Noch fünf Minuten, dann hört er wieder auf.
Er stand halbbekleidet vor dem breiten Spiegel und putzte sich die Zähne. Sie waren weiß geblieben, beinahe makellos, wenn man von einigen Plomben einmal absah.
„TERROR TILL THE END OF TIME ...“
Die Vibrationen der einzelnen Bässe schlug bis zum Handtuch durch, das über der Heizung zum Trocknen lag und langsam zu Boden glitt.
„BLOODGOD FOREVER ...“
Er ließ sich in Gedanken versinken, und den Bürstenkopf mit kreisen Bewegungen seine Arbeit verrichten. Das Bild aus dem Spiegel, mit seinem Gesicht und den gleichen Augen, war ähnlich geistesabwesend.
Was wäre wenn?, dachte er, als das Ticken einer Uhr, die neben dem Zahnputzbecher stand, sich zwischen den einzelnen Tracks einbrachte. … es andersherum laufen würde?
„FUCK FUCK FUCK ALL OF THEM ...“
Ein plötzlicher Stop der Bewegung, ein irritierter Blick seines Zwillings aus der Spiegelwelt.
Ja, was wäre, wenn es nicht nach vorn, sondern nach hinten gehen würde?
Er drehte den Wasserhahn auf, hielt die Zahnbürste drunter und nahm anschließend einen großen Schluck, mit dem er sich die Paste aus dem Mund spülte.
Hm.

Am Essenstisch. Reichlich gedeckt, mit allem, was man so für einen rüstigen Anfang brauchte.
„Alles in Ordnung?“, fragte sie, die ihm gegenüber saß. „Du bist etwas geistesabwesend.“
Im Hintergrund war ein großes Fenster, durch das der neue Tag seine feurigen Strahlen schickte. Es würde warm werden, warm und behaglich.
„Alles okay“, sagte er und langte nach dem Aufstrich. „Wieso fragst Du?“
„Irgendwas ist heute anders.“
„Unser Nachbar geht mir gehörig gegen den Strich.“
„Das tut er schon seit einer Ewigkeit“, sagte sie und goss sich noch einen Schwung frischen Tee in die Tasse. „Wieso ist es heute anders?“
Er starrte nachdenklich auf sein Brotmesser, während der aromatische Duft des Kaffees an seiner Nase vorbeischlich.
„Ich …“, begann er. „Ich fühl mich irgendwie … hilflos.“
Sie schmunzelte, als sie das leblose Messer in seiner Hand sah.
„Dann sollten wir uns vielleicht endlich mal wehren?“, meinte sie und strich sich eine blonde Strähne hinters Ohr. „Es geht mir auch langsam an die Nerven.“
Wieder sein Blick auf das Messer, dann das halbbestrichene Brot.
„Und wie?“, fragte er.
„Lass Dir was einfallen“, meinte sie und griff herzhaft nach einem Croissant. „Du bist schließlich die Zeit.“

Er stand wieder am Waschbecken, vor den Zahnputzbechern, vor dem Spiegel und starrte auf sein Zwilling von der anderen Seite.
Ja, die Zeit, das bin ich, dachte er. Nur wie?
Und wieder schwang ein leises Ticken in sein Innerstes. Ein alter Gedanke, der dem Gefängnis des Kurzzeitgedächtnisses entkommen war, baute sich wieder in ihm auf.
Anders herum.
Die Badezimmertür ging auf und ein Gesicht mit blonden Haaren lugte herein.
„Na, schon eine Lösung gefunden?“
„Hm.“
„Keine kryptischen Andeutungen bitte“, murrte sie. „Du weißt, dass ich es einfach mag.“
„Einfach?“, fragte er. „Du nimmst auch kompliziertere Wege in Anspruch.“
Sie schob die Tür ganz auf und trat neben ihn, während gleichzeitig ihr Zwilling im Spiegel erschien.
„Du hast eine Idee, weißt aber nicht, ob sie mir gefallen wird?“
„Du liest in meinen Gedanken.“
„Das nennt man 'bessere Hälfte', mein Schatz.“
Er zog eine Augenbraue hoch.
„Du klingst gerade wie Gollum.“
Sie knuffte ihn in die Seite.
„Vorsichtig, Freundchen“, knurrte sie. „Ich bin das Leben, also sei schön artig. Sonst verwandel ich Dich in einen Einzeller!“
Und dann war es völlig klar. Der Gedanke reifte heran zu einem Plan, mit einem Anfang und einem Ende. Wobei er dabei nicht wusste, was was wäre.
„Okay“, meinte er und nahm sie in den Arm. „Ich glaub, ich habs.“
„Dein Enthusiasmus macht mir Angst.“
„Quatsch“, sagte er und zeigte auf den Spiegel. "Schau."
Bis gerade eben waren noch die beiden Zwillinge dort zu sehen, mit den weißen Fließen des Badezimmers im Hintergrund. Doch jetzt wurde aus Weiß erst Schwarz, gefolgt von mehreren blinkenden Lichtern.
„Spürst Du es?“, fragte er, und eigentlich hätte er das gar nicht aussprechen brauchen – er merkte es an ihrem Körper, der sich anspannte und wärmer wurde.
Wie tausend Sonnen, die plötzlich in ihrem Herzen loderten.
„Ja“, hauchte sie. „Jedes Wesen, jedes Leben da draußen.“
Vögel, die wie Drachen aussahen. Mehrfüßer, Methan-Atmer, denkende Wale in tiefen Meeresplaneten. Menschenähnliche Gestalten, Primaten, die gerade aus einer anderen Ursuppe kletterten und sich bereits im Badeanzug an den Strand legten.
Nebelschwaden zogen irgendwo am fernsten Punkt der Galaxis hinter dem Spiegel vorbei, Ringe aus Staub folgten und auch ein verwaister Komet schoss grüßend von links nach rechts hinter dem Spiegel an den Beiden vorbei.
Doch plötzlich verharrte es. Das ganze Spiel des Lebens, der Zeit und dem ganzen Rest davon. Stille, kein Herz dort draußen schlug mehr, doch sie waren immer noch da. Lebendig, verharrend, wie in Trance.
„Was machst Du da?“, murmelte sie.
Er schwieg. Was hätte er auch sagen sollen? Etwas Hochtrabendes, wie 'Gott spielen konnte jeder, doch die Zeit war etwas anderes'?
Verharrend, beinahe leblos, stand er neben ihr, die Lider halb heruntergezogen, die Augen funkelten in einem lodernden Blau, das es in diesen Formen und Farben gar nicht gab. Kristallklar bis meerestief.
"Moment", flüsterte er. Und dann geschah es.
Der Komet, der gerade noch grüßend an ihnen vorbeigeschossen war, schlich von rechts leise wieder zurück und verschwand nach links aus dem Spiegel. Und als er weg war, kam der Schwung zurück – nur rückwärts. Die fremden Wesen wurden jünger und jünger, bis sie wieder zu Eiern oder Zellen wurden, getragen von Wesen, die gerade bereits fort gewesen waren.
Auferstanden, und jedes mit dem Keim der Zukunft in sich. Nichts war fort, nur noch ein Staubkorn in einem Korn, in Trägern, die sich den Bauch ob der ganzen Leben halten mussten.
Sie waren alle da, groß wie klein und noch kleiner, hinab bis in die Molekularebene, gefolgt von ungeborenem Nachwuchs.
Fragend starrten sie durch den Spiegel auf die Zeit und das Leben, während die Universen sich nicht länger ausbreiteten, sondern wieder jünger wurden. Kleiner, kompakter, bis die Ursuppe überall hin reichte.
Bis zum Anfang mit dem Knall.

Schwer atmend stand das Leben neben der Zeit.
Wackelige Beine, zuckende Augen, klopfendes Herz aus vielen.
„Ich weiß nicht, ob mir das gefällt“, meinte sie und fasste sich an die Brust. „Sind sie jetzt alle t-?“
Ein Klingeln an der Haustür unterbrach sie.

Ein blasser alter Mann in schwarzer Lederkleidung und mit Nieten an den schweren Stiefeln schaute ihn zornig an, als er die Tür öffnete. Die schweren Silberringe an seinen Fäusten bebten bedrohlich.
„WAS HABT IHR EUCH DABEI GEDACHT?“, schrie der Alte, dessen Haare plötzlich nicht mehr weiß waren, sondern langsam wieder ihren alten schwarze Glanz bekamen. „DAS KÖNNT IHR DOCH NICHT TUN!“
Die Zeit beugte sich zum kleiner (und jünger) werdenden Mann herunter und tätschelte ihm schließlich den Kopf.
„Ganz ruhig, mein Junge“, sagte er und grinste. „Und wo wir schonmal dabei sind, möchte ich gerne an die Hausordnung erinnern.“
„ICH WERDE EUCH DAFÜR IN DIE TIEFSTEN ABGRÜNDE WERFEN!“
Das Leben tauchte hinter der Zeit auf und legte den Kopf schief.
„Du bist jetzt nur noch ein verzogenes kleines Kind“, meinte sie. „Mehr nicht.“
„ICH BIN DER TOD!“, schrie das Baby auf dem Fußabtreter, dann verstummte es und steckte sich einen Daumen in den Mund.
Stille.
„Hm“, meinte die Zeit. „Und jetzt?“
„Was: Und jetzt?“
„Ewig so klein bleiben wird er nicht“, antwortete er. „Auch das Ableben kommt wieder zurück. “
Sie schaute nachdenklich auf das nackte Kleinkind, das nuckelnd in den viel zu großen Lederklamotten kauerte.
„Hat die Kirche gegenüber nicht eine Babyklappe?“
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*hust* Mrgreen


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Beitrag #293 |

RE: Literarisches Tagebuch
(Wie immer, ...)

... wenn man kurz davor steht, fängt es an zu regnen. Aufdringlich, penetrant. Man kann nicht sein übliches Ritual begehen: Nach draußen gehen, bewaffnet mit einem Kaffee im Ikea-Pott und einer nicht ganz so langen Zigarre.

Aber vielleicht ist das auch okay so: Das Niederschreiben von losen Gedankenfetzen und surrealen Empfindungen hier in dieses Forum. Warum nicht, könnte ja auch mein eigener Blog sein. (Ja, mein Ego ist größer als 1,80 m.)

Erkenntnis der letzten Wochen: Wenn ein Bauchnabelbruch Dich ausnockt, und nochmals mit einer schönen Entzündung nachtritt, hast Du viel Zeit. Einkaufstaschen tragen, Winterreifen schleppen, Sport machen - kannste vergessen. Sitzen, wenn es zu lange dauert, ist auch scheiße. Liegen nicht, aber die ganze Zeit in der Kiste zu liegen und die Decke anzustarren, ist auch nicht eben das Gelbe vom Ei. Abgesehen davon: unproduktiv.
Ergo: Man schreibt, oder versucht es zumindest. Und man kann mal wieder ein bisschen was gegen den Todesgeruch tun und ein paar Geschichten/Gedichte aus dem nahen Winterschlaf reißen. Arbeit, Zweitarbeit oder Hobby?

Die Zeit. Das Leben. Und der Tod. (Letzterer nur vorsorglich, er steht zwar in mannigfaltiger Ausführung oftmals in den Zeitungen, wenn das oder dies passieren würde, aber diese SF-Blätter ernst zu nehmen würde bedeuten, ich hätte tatsächlich zwei Gehirnzellen im Schädel. Klingt negativ, ist auch so.)

Bleiben noch die Zeit und das Leben. Zeit wird bald wieder knapper werden, oder neudeutsch: Zeit ist eine wertvolle und knappe Ressource. Das Leben aber auch. Wenn man noch bedenkt, dass man - also in dem Fall ich - mindestens zwei Wochen brauche, um die Finger wieder halbswegs geordnet über die Tastatur zu bewegen, dann kann ich alle meine hochtrabenden Gedanken à la Ich-erobere-die-Welt-mit-meiner-Geschichte getrost begraben.

Wofür also setze ich mich in der Woche in Bewegung, um zur und von der Arbeit nach Hause zu fahren? Gefällt mir das eigentlich? Gefällt mir die Arbeit an sich? Tagein, tagaus. Wochenende, nebst anderen Verpflichtungen. Und wenn nicht, dann vergeht die kostbare Ressource Zeit wie im Fluge, nur auf der Arbeit tut sie das nicht.
Am liebsten wäre es mir, wenn ich mal das 'arbeiten' könnte, was mir Spaß machen könnte. Am liebsten würde ich mich auch gerne mal neu definieren, einen neuen Anstrich geben, mal etwas Neues ausprobieren.
(Hm. Wo ist eigentlich Manuel Neuer, wenn man ihn mal braucht?)

Ja, was wäre, was könnte, was müsste, und was braucht es definitv nicht im nächsten Jahr? Hm. Wäre schön, wenn es mal jemanden geben würde, den man mit einem Film-Trailer betrauen könnte. Wäre schön, wenn das Schreiben, die Phantasie und das halbwegs lyrische Ich nicht auf der Strecke bleiben würden. Wäre toll, wenn man sich mal wiedersehen würde, und nicht erst irgendwann. Wäre schön, wenn alle selbstgesteckten prosaischen Ziele eingehalten werden, aber zwischen dem Jetzt und dem Soll-Zustand liegt noch die Gefahr der Verblödung. Eklatant und aufdringlich.

Ganz sicher sollte ich nächstes Jahr, genau heute in einem Jahr, einen großen Saal anmieten. So mit Animateur, mit Musik, Tanz, und allen, die ich auf die Liste geschrieben haben werde. Der zweiundvierzigste Geburtstag wäre alleine schon wegen der Zahl eine große Feier wert, oder?

Mal sehen.

D.


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Beitrag #294 |

RE: Literarisches Tagebuch
(01-11-2016, 22:54)Dreadnoughts schrieb: Wofür also setze ich mich in der Woche in Bewegung, um zur und von der Arbeit nach Hause zu fahren? Gefällt mir das eigentlich? Gefällt mir die Arbeit an sich? Tagein, tagaus. Wochenende, nebst anderen Verpflichtungen. Und wenn nicht, dann vergeht die kostbare Ressource Zeit wie im Fluge, nur auf der Arbeit tut sie das nicht.
Am liebsten wäre es mir, wenn ich mal das 'arbeiten' könnte, was mir Spaß machen könnte. Am liebsten würde ich mich auch gerne mal neu definieren, einen neuen Anstrich geben, mal etwas Neues ausprobieren.

Hach, diese Gedanken kann ich ganz fett unterschreiben ...

Ich wünsch dir, dass du irgendwann (und hoffentlich bald) da hin kommst, wo du hin willst. Samt Job, der wirklich Spaß macht und der keine Zeitverschwendung ist!

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #295 |

RE: Literarisches Tagebuch
Wenn man denkt, dass irgendwie alles keinen Sinn mehr hat, umso mehr kann man sich täuschen. Wenn du nach Wochen zurückkehrst gehen Dir plötzlich ganz andere Gedanken durch den Kopf. Eigentlich weißt du gar nicht warum, denn es wird Dir erst bewusst wenn es schon längst passiert ist.

Standest Du zuerst am Abgrund, in einer der dunkelsten Zeiten deines Seins und ganz heimlich richtet sich alles wieder auf. Du siehst deine Familie mit anderen Augen und weißt, dass deine Freunde Gold wert sind. Kein materielles Gold sondern Seelengold; jenes, das man nur mit speziellen Menschen teilt. Anders als Erinnerungen kann man es nicht teilen, man entdeckt es an Anderen.

Dieser Moment, wenn du in den strahlenden Sonnenuntergang blickst: Der Himmel ist erfüllt von dutzenden Farben, wie ein Regenbogen und Du kannst bereits den Mond erkennen. Die Sichel wird von der einen Seite bereits hell erleuchtet und ein heller Stern strahlt am Firmament. Dir wird bewusst, was Du hast und gehabt hattest. Dort ist kein Platz für Zorn und Du erinnerst dich an die schönen Momente, die dich mit Menschen verbinden. Während Du den Mond beobachtet zieht die Sonne davon und doch wirft sie ihre letzten Strahlen auf die Erde, scharf zeichnet sich in schwarz die Landschaft hinter den Hügeln ab.

Die Dunkelheit wird länger doch immer wieder zeigt die Natur, dass man in noch so dunkle Räume eine Kerze tragen kann. Die Kerze wird das Dunkel vertreiben und bleibt in der Dunkelheit hell erleuchtet. Man kann aber nicht Finsterniss in einen hell erleuchtetet Raum tragen. Das Licht siegt immer, obgleich es einige dunklen Ecken gibt, man kann erahnen wo diese liegen.

Dein Blick geht erneut zum Mond und fixierst die Sichel, unscharf durch das Autofenster kannst du den dunklen Teil des Mondes erkennen. Du weißt, dass genau im gleichen Moment tausende Menschen ebenfalls zum Mond blicken, vielleicht sogar jene, die dir etwas bedeuten. Deine Gedanken ziehen weiter und Du wirst dir bewusst, dass Du schon lange weißt was du willst. In deinem Kopf ertönt die Musik eines deiner Lieblingslieder:


I am flesh and I am bone.
Arise, ting ting, like glitter and gold.
I've got fire in my soul
Rise up, ting ting, like glitter...
I am flesh and I am bone.
Arise, ting ting, like glitter and gold.
I've got fire in my soul
Rise up, ting ting, like glitter...



Dir gefällt die Melodie und besonders der Teil des "I've got fire in my soul" und stellst Dir vor, wie Deine eigene Seele kurz vorm verlöschen war, nur um heller zu scheinen als zuvor. Dir ist bewusst, dass du mehr erreichen kannst als das, was Du bisher getant hast. Du weißt was du willst.

Du spürst keinen Hass mehr.
Hass vergiftet deine Gedanken.
Du vergibst jenen, die den Hass in Dir geweckt haben, sie wissen es nicht besser.

Du spürst keinen Zorn mehr.
Zorn blendet deine Gedanken.
Du zürnst nicht mehr länger, da Du deine klaren Gedanken brauchst

Ein chinesisches Sprichwort fällt dir ein: "Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten."
Eine persönliche Überzeugung, die da sagt: Jeder Gedanke und Vorstellungen haben den Drang sich zu erfüllen. Je mehr Du um etwas gedanklich kreist, umso mehr verstärkt sich die Resonanz.
Dir wird bewusst, worum deine Gedanken seit Jahren kreisen. Eine Welt, die sich mit deinen Erfahrungen gewandelt hat. Ein Universum, dass etliche Aspekte deiner Persönlichkeit trägt und sich stets wandelt aber in den Grundfesten sich nicht mehr ändert. Du spürst, dass Du bald zufrieden bist, was Dir Jahre zuvor unmöglich erschien.

Deine Augen wandern erneut zum Mond, es wird Dir immer unwichtiger ob jemand deine Gedanken merkwürdig findet, immerhin sind es deine Eigenen. Dir wird klar, dass jene, die nichts mit deinen Überlegungen anfangen können nicht zu Dir passen. Jedesmal wenn du mit jemanden sprichst behälst du die Hälfte für dich teilweise aus Angst davor, dass man zu sonderbar ist; zum anderen Teil weil Du weißt, dass Du Dinge miteinander verknüpfst, mit denen keiner etwas anfangen kann.

Aber es ist Dir nicht mehr wichtig. Du merkst, dass sich etwas tut, in der Welt, in deinem Kopf, deinem Körper und in deinem tiefsten Inneren. Du blickst zurück auf die Dinge, bist stolz auf das, was du erreicht hast. Du trauerst um die Menschen, die dich nicht mehr auf deinem Weg begleiten, aber gleichzeitig wünschst du ihnen, dass sie ihr Glück finden. Du selbst blickst seltsam berührt zum Mond, der von der Sonne angestrahlt wirst und siehst die Dinge plötzlich klar.



Schwer in Worte zu fassen...

Lg
N.D

Ps: Das Lied.


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Beitrag #296 |

RE: Literarisches Tagebuch
Eigentlich wollte ich den heutigen Abend dazu nutzen, endlich mal wieder ein paar Rezensionen abzuarbeiten oder zumindest vorzubereiten. Dann hat mich aber die Spotify-Playlist „Wintergefühle“ völlig gefangen genommen und ganz plötzlich sind ein paar Gedanken aus meinen Fingern geflossen, die ich eigentlich gar nicht schriftlich festhalten wollte. Zumindest nicht in diesem Umfang.

Dabei rausgekommen ist dieser Backstage-Artikel. Der fast schon ein Teil vom Soundtrack meines Lebens sein könnte. Weil das Lied aber gerade erst in mein Leben getreten ist und der Dezember klassischerweise der Weihnachtsmusik gehört, habe ich mich stattdessen für diese „Zwischenlösung“ entschieden.

Und eigentlich bin ich niemand, der zwei neue Beiträge am Tag veröffentlicht. Doch diese Worte mussten einfach raus und vielleicht ist es auch ganz gut so, dass ich sie niedergeschrieben habe, bevor mein Kopf wieder schlimme Dinge mit ihnen anstellt und mich verrückt macht.



Letzte Woche bin ich ein bisschen abgestürzt.

Es war meine eigene Schuld, was musste ich auch dieses eine bestimmte Facebook-Profil aufrufen und mich in den Postings verlieren? Es hat mich sehr durcheinander gebracht, nach mehr als einem halben Jahr noch so heftig zu reagieren. Zum Glück hat mich meine beste Freundin, die ich gleich angeschrieben habe, ein wenig aufgefangen.

Inzwischen habe ich mich wieder eingekriegt und kann damit umgehen. Trotzdem ist er wieder unfassbar präsent in meinen Gedanken und ich möchte das eigentlich gar nicht. Ich möchte nicht daran denken, was wir letztes Jahr für einen wunderbaren Sommer hatten. Ich möchte nicht daran erinnert werden, wie alles auseinander gefallen ist. Und schon gar nicht möchte ich, dass mein kopf eine eMail formuliert, in der ich wieder viele Vorwürfe offen lege.

Ich möchte einfach nicht. Es war, was es war, und es war schön. Und es ist vorbei. Ja, man trifft sich immer zwei Mal im Leben, und ja, ich bin sicher, dass sich unsere Wege irgendwann auf die eine oder andere Weise wieder kreuzen werden.

Und doch … lassen mich die Gedanken nicht los. Nicht wirklich. Ich lasse sie zu, aber ich halte sie nicht fest. Ich bin gewachsen an dem, was wir gemeinsam erlebt haben, und ich bin gewachsen an dem, was danach kam. Und vielleicht habe ich gar nicht so viel verloren, sondern vielmehr eine ganze Menge gewonnen. Indem ich ihn verloren habe.




07. Dezember 2016

... weil das Leben seltsame Wege geht ...

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
(unbekannt)

Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


[Bild: 12.gif]

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Beitrag #297 |

RE: Literarisches Tagebuch
Was wir hier trinken, ist Blut,
was wir essen, ist Menschenfleisch.

Aber halt! Da ist doch noch mein Glaube.

Die katholischen Rituale laufen doch genau darauf hinaus!
Der Wein ist das Blut Jesus Christus', die Hostie sein Leib.

Jetzt bin ich in einem Dilemma.

Was in der Kirche stattfindet, ist symbolisch, also in Ordnung, auch wenn die Symbolik eine direkte Verknüpfung zu einem echten, inzwischen verstorbenen Menschen hat.
Wenn wir am heiligen Abend und an den Feiertagen also unsere Gans oder den Schweinebraten oder die Tofu-Pflanzl oder die Würstl wegputzen und Bier, Wein, Wasser oder Saft runtergluckern, dann ist das was anderes? Oder? Ist ein gemeinsames Mahl immer OK, immer gut, vielleicht sogar heilig oder zumindest selig?

Gleichzeitig verhungern Menschen, werden gequält, geschändet, entführt, getötet. Gleichzeitig fliehen Menschen aus ihrer Heimat, um nach Europa zu gelangen, um dort entweder ihr Heil oder unterwegs ihr Ende zu finden. Wir hören es in den Nachrichten; täglich, sogar stündlich oder ständig als Push-Nachricht.

Schmeckt 's?

Müssen wir uns schämen?

Dürfen wir glücklich sein, wenn es uns gut geht, wir mit unserer Familie so eng zusammen sein können?

Können wir die "Weisheit" anwenden, dass genau so viele Menschen Gewalt erleben oder sterben, wenn wir uns zu Weihnachten nicht versammeln und gemeinsam feiern?

Ausblenden? Daran bzw. darüber (nach-)denken genügt? Alles zufällig, kann nichts ändern, schlechtes Gewissen nicht notwendig?

Genau! Die Zukunft! Das ist es! Ich werde in Zukunft, gleich nach Weihnachten, nein, nach Silvester, alles tun, damit es anderen besser geht. Ich muss noch überlegen was, aber ich werde es tun!

Ganz sicher ... (ich atme auf)

Ich hebe die Arme, hinauf in ein Trommelfeuer von Gedanken, denke nochmal über alles nach und lasse die Tränen laufen. Demütig freue ich mich auf die Feiertage.

Viele Grüße
Porter
,.-~*' ̈ ̄ ̈'*·~-. ̧-(_ƤōᖆŢĕᖆ ƓĕđᗩƝƘĕƝŢᖆᗩƝƧ_)-,.-~*' ̈ ̄ ̈'*·~-. ̧
Meine Gedankentransporte

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Beitrag #298 |

RE: Literarisches Tagebuch
~ Liebhaberei trifft Kapitalismus ~
~ Deutsche sprechen Englisch ~
~ Amateuse übt Sarkasmus ~

Letzte Woche besuchte ich einen Nerd-Kongress. Um dem Vorurteil vorzubeugen, dort wären bloß Fachidioten, gab es ein kulturelles Begleitprogramm. Darin ordne ich auch die "Fiction Writer's Session" ein. Eingeladen hatte eine junge Science-Fiction-Autorin, die letztens ihren ersten Roman an einen Verlag verkauft hat. Sie hatte ihre braven Kinder mitgebracht und war überrascht, dass der Raum überhaupt voll wurde. Stolz wurde ihr Buch herumgezeigt. Dann ging es an die Vorstellungsrunde.

Da zwei Weitgereiste kein Deutsch verstanden, gaben wir alle unser Bestes, uns auf Englisch verständlich zu machen. Gast für Gast öffnete sich ein Spektrum von Ideenfragmenten über Fan Fiction und Kurzgeschichten bis zu Romanen auf dem freien eBook-Markt. Die meisten waren - der Ort legt es nahe - in der Science Fiction unterwegs.

Eine Autorin pflegte gleich mehrere Romane parallel, seit vielen Jahren, keiner mit Aussicht auf Vollendung. Was für ein bunter Mensch, dachte ich. Sie führt drei Leben im Kopf und eines draußen; von so viel Abwechslung können andere nur träumen. Natürlich bekam sie trotzdem Tipps zur Strukturierung. Wir waren schließlich eine nette Underground-Runde mit verschiedensten Erfahrungen.

Unsympathisch war mir nur der Tipp, gar kein Buch zu Ende zu schreiben, bevor es verkauft sei.
Huch? Wer hat denn vom Verkaufen geredet?
Ich drehte mich um und entdeckte neben der Tür eine minimal ältere Frau, die keinen Sitzplatz mehr abbekommen hatte. Deren Ratschlagsalve ging weiter. Nun wurde vom Wesen der klassischen Verlage berichtet. Klar, sie verlangen viele Änderungen, lassen mitunter den ganzen Schauplatz auswechseln. Höchstes Ziel ist, einen großen Mainstream-Markt zu erschließen. Deshalb sollte man am Besten nur das Exposee verkaufen und erst wirklich schreiben, wenn der Vertrag steht.

Huch? Sind hier nicht fast alles Amateure, also Liebhaber?
Dass man liebt, heißt doch nicht, dass man Liebe verkaufen will.
Also, nun, ich habe nichts gegen Mädels die das tun. Ich höre auch respektvoll zu.
Doch mit der Zeit wird mir der quasi Monolog langweilig. Will eine Professionelle die ganze Session übernehmen?

Leider muss unsere Moderatorin mit ihrem Baby hinaus. Keiner weiß, nach wessen Regeln nun weiter geredet wird. Na, was passiert? Die Professionelle ist so gut in Fahrt, dass sie schneller neue Sätze anreißt, als andere ihr Englisch sortieren können. Damit ist das Thema festgefahren.
Wie viel man pro verkauftem Buch bekommt - tja, sie bekommt weniger als bei "Books on Demand". Aber weil sie am Massenmarkt verramscht wird, hat sie nennenswerte Verkaufszahlen. Wäre ja nett, hätte sie nicht kurz zuvor erklärt, dass sie gar nicht "ihre" Geschichten schreibt, sondern eher das vom Verlag vorgegebene Story-Gerüst ausfüllt.

Ich überlege, ob ich anmerken soll, dass ich genau deshalb keine Unterhaltung mehr im Papierbuchladen kaufe. Wenn ich denn mal zum Lesen komme, dann wähle ich Werke aus Self-Publishing-Stores. Von authentischen Autoren. Ohne überbordenden Kommerz. (Wenn ich nicht sowieso das Literatopia-Forum lese.) Aber mein Englisch reagiert nicht schnell genug, um jetzt ins Gespräch einzusteigen.

Fast fühle ich mich wie in einer Kontaktbörse ... in der eine Escort-Dame auftaucht, um allen beizubringen, wie man mit Dating genug Geld zum Leben verdient.

Nein, eigentlich fühle ich mich wie in einer Selbsterfahrungsgruppe über Liebe ... in der uns eine Erfahrene berichtet, wie es auf dem Strich so läuft.

Dabei will ich doch meinen Freund behalten, genauso wie meinen geliebten Job in der IT. Und meine Geschichten.

In einer Atempause spreche ich den Widersinn an. Ich lebe von guter Arbeit und plane nicht meine Seele zu verkaufen. Anders gesagt, ich kann mehr als nur Schreiben, darum muss ich gar nicht davon leben. Gibt es was Besseres, als frei schreiben zu können, weil das Geld woanders her kommt?
Mein Blick schweift in die Runde - hier haben alle einen guten Job in der IT oder als spezialisierte Fachautoren.
Doch für den Einwurf ernte ich ein Achselzucken. "Musste halt wissen, wo du arbeiten willst."
Ja, weiß ich. Vor allem will ich Geld und Liebe trennen. Ich behalte meinen Job und meinen Freun... also, meine Texte.

Also lasse ich die Leute reden. Kurz bevor uns der nächste Workshop aus dem Raum wirft, kommen wir aufs Thema Self-Publishing. Ganz zum Schluss erwähne ich kurz, dass es für reine eBook-Projekte schickere Plattformen gibt, ich als oller Papierfreund aber mit dem ISBN-Service meines Publishers sehr zufrieden bin. Die Leute fragen, was eine ISBN kostet, was das System an sich kostet.
Aus Versehen erkläre ich zuerst die Selbstkostenpreise, wenn man das eigene Buch zum Verschenken bestellt. Das mache ich nämlich am Häufigsten. Erst als ich Schnappatmung beobachte, komme ich auf das richtige Preismodell, also was man pro verkauftem Exemplar verdient. Ja, es ist mehr als bei einem klassischen Verlag. Etwa 30 Verkäufe refinanzieren die ISBN.
Aber das forciere ich doch gar nicht. Coco will nur ab und zu einen Traum - keinen monetären Ernst - an euch verschenken.


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Beitrag #299 |

RE: Literarisches Tagebuch
Noch bin ich nicht verloren gegangen, nur aus der Zeit gerissen und auch das stimmt wieder nicht, denn Zeit gibt es eigentlich nicht mehr. Sie zerrinnt zwischen den Fingern und - hey - als Gott die Zeit gemacht hat, hat er davon genug gemacht - aber sie ist immer schon vorbei bevor ich sie greifen kann.
Mein Projekt war ja schon groß genug und tatsächlich sitze ich jeden Tag und schreibe - okay, fast. Manchmal reicht es nur zur Entwicklung und nicht zum Schreiben, weil ich soviel denken muss, aber das ist auch gut.
Ich verbringe außerdem viiieeel Zeit mit diesem dämlichen Computerspiel Skyrim - nein, ich spiele nicht, ich gestalte.
Hier, schaut Euch meine Unternehmungen an, und das ist erst der Anfang:

https://www.youtube.com/channel/UCTJeJx2...WdQ/videos

Eigentlich wollte ich nur voice acting machen, aber da es keine Gelegenheit gab, habe ich meinen eigenen Mod entwickelt - fast zwei Jahre habe ich dafür gebraucht um rauszukriegen, wie das überhaupt geht. Die Dialoge für die sechs Companions habe ich geschrieben - total gute Übung, um Dialoge schreiben zu lernen. Eldrid und Sherda sind meine Stimme Icon_fies .
Ja, so schreibe ich tagsüber an meinem Manuskript und nachts für Skyrim - ich bin größenwahnsinnig.
Die gute Nachricht ist: Es macht Spaß. Die Schlechte: Ein halbes Jahr meiner Auszeit ist bereits um Icon_panik .
Schon jetzt ist abzusehen, dass ich mein Manuskript nicht in der geplanten Zeit fertig stellen werde. Aber es ist auch schon abzusehen, dass es viel spannender wird, als ich dachte. Obwohl ich es schon tausendmal gelesen habe, kriege ich immernoch Gänsehaut an manchen Stellen - ich glaube, das ist gut. Und an Ideen mangelt es nicht.
Das ist literarischer Alltag pur - ich lasse jetzt mal die zehn Kilo, die ich zugenommen habe, weil ich nur noch sitze, unter den Tisch fallen. Ich liebe die englische Sprache - sie kommt mit so wenigen Kommata aus Cowsleep .

Liebe Grüße von slainte music


Mich kann man nicht komprimieren!

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Beitrag #300 |

RE: Literarisches Tagebuch
Ein Hallo an das Du ...

..., das wieder so fern ist.

Wie bei der ersten Eiszeit, die uns Beide, die überlebt hatten, eiskalt erwischt hatte. Blind vor Helligkeit, torkelnd wie Schatten, sind wir auseinandergelaufen und hatten uns blubbernd im Meer des Alltags verloren.

Irgendwann wurde es wärmer, schier heiß. Das Eis bröckelte. Die Kühlschränke des Herzens tauten auf - und mit ihnen die ganze Palette der Farbmöglichkeiten. Ein menschliches Reloaded, grundgewaschen, gepriesen mit einer Unze Anders.

Aber es gibt einfach keine dritte Halbzeit im Spiel des Lebens. Der Vorwurf stand da, im Rampenlicht der Fragezeichen. Mitten auf der Bühne - und er fand sich so toll dabei. Applaus blieb aus, wie sollte er auch aufbranden, wenn das Szenenbild mit Zuschauerplätzen zu groß ist.
Für zwei Personen.

Jetzt schwappt orientalische Musik durch die Nacht, flüstert den Baumwipfeln kryptische Botschaften zu, die die Zweige nicht verstehen. Es ist schwül, warm, unangenehm. Ganz anders als die Kälte, die da fragt: "Und jetzt? Matrix 4?"

Geschichte variiert, wiederholt sich stets in neuem Kleid und bleibt doch anders. Eine Hommage an die Möglichkeiten, an die unbeschrittenen Pfade, die sang und klanglos im finsteren Wald verschwinden und sich dabei totlaufen.

Also: Und jetzt?
"Warten auf Godot", würde Beckett sagen. Steht im Regal mit all den Klassikern, gegenüber der Pinnwand des Herzens, wo gerade in Zeitlupe der Hausmeister auf den Ikea-Tritt steigt und sich mit seinen Fingern Deinem Bild nähert. Inmitten der anderen. Bald wird da eine Lüke klaffen. Ein schwarzes Loch, das die Leere nur schwer füllen kann.

Was bleibt?
Nur ein Hallo an das Du ...

..., das gerade einen Freund verliert.


D.


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