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Die Causa Wartenberg - Teil 5 (alt)
06-06-2011, 07:30 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07-05-2013 16:27 von Federlehrling.)
Beitrag #1
Die Causa Wartenberg - Teil 5 (alt)
Moin.
Es geht weiter ... Teil 1 ist hier zu finden.
Viel Spaß!


Stand: 24.12.2011



Wilke war ratlos. Die Schlafmittel in Wartenbergs Blut hatten seinen Mandanten aus der U-Haft befreit, der zweite Mord hatte ihn dorthin zurückverbannt. Der Anwalt schämte sich ein wenig für seinen Zynismus, doch fast hoffte er auf einen weiteren Fall, der Wartenberg entlasten könnte. Es war absurd. Die Beweislage war viel dünner als beim ersten Mord. Keine Waffe, keine Zeugen, nur ein Verdächtiger aus einem anderen Verfahren, der kurz nach den neuerlichen tödlichen Schüssen von der Polizei in der Nähe des Tatortes aufgegriffen wird. Damit konnte man an sich niemanden verurteilen. Wilke war dennoch unwohl bei diesem Fall.
Der Verteidiger lehnte sich im Stuhl zurück und legte die Füße auf den Schreibtisch. Er griff nach der Fernbedienung seines Radios und stellte das Gerät an. Gerade lief ein Kommentar zur Affaire Silperdink. Der Journalist begrüßte, dass Minister Silviodink den Rückzug aus der aktiven Politik angetreten habe, geißelte aber zugleich, wie Pontius Westermann seine Hände in Unschuld wüsche und Ministerposten an Kinder verschachere, die nicht einmal in der Lage seien, ihren Amtseid ohne größere Havarien über die Lippen zu bringen.
Wilke ließ sich von der anschließenden Musiksendung berieseln und die Gedanken schweifen. Er dachte an Wartenberg und Pünder, an die Zelle, an fehlende Beweise. Er dachte an Paula Niedermann.
Paula.
Wilke kam sich vor wie ein Schuljunge. Der Anwalt gab sich einen Ruck und griff zum Telefon. Feuchte Finger rutschten auf den Tasten hin und her. Irgendwie gelang es ihm aber doch, die Nummer vollständig in das Gerät einzutippen.
»Altstadtapotheke, Niedermann, guten Tag?«
Wilkes Herz setzte einen Schlag aus. Sie war es.
»Pa... Pardon, ich muss mich verwählt haben. Auf wiederhören!«
Wilke war fassungslos. Er konnte vis-à-vis mit Mördern sprechen, aber bei einem Telefonat mit der Angebeteten versagte sein Mut. Ein Knoten bildete sich in seiner Brust. Sie musste ihn erkannt haben, da war er sicher. Nach dieser Episode könnte er ihr nicht mehr unter die Augen treten, nie mehr. Er verfluchte sich dafür, nicht vorher darüber nachgedacht zu haben, was er ihr eigentlich sagen wollte.
Es klopfte und die Auszubildende reichte eine Mappe mit Schriftstücken herein, die Wilke unterschreiben sollte. Die stumpfe Arbeit kam ihm gelegen, brachte sie ihn doch auf andere Gedanken. Der Anwalt vergrub sich in seinen Akten, konnte sich aber bei allem Elan nicht recht auf die Arbeit konzentrieren. Laufend zehrten abschweifende Gedanken an seiner Aufmerksamkeit, alltägliche Routinetätigkeiten strengten ihn mehr an als sonst. Die Lider wurden schwer, das Büro verschwamm vor seinen Augen.
Der Anwalt schrak hoch, als das Telefon klingelte. Schlaftrunken griff er nach dem Hörer.
»Ja, Wilke?«
»Oh, verzeihen Sie«, hörte er die Frau am anderen Ende der Leitung sagen. »Ich habe mich wohl verwählt. Wiedersehen!«
Wilke starrte das Telefon an, den Hörer noch am Ohr.
Der Anwalt rieb sich das Gesicht mit beiden Händen. Nur langsam spürte er seine Lebensgeister zurückkehren.
Wiedersehen!
Reiß dich zusammen, Herrgott nochmal!
Wilke besann sich seiner Arbeit und schlug die Aktenmappe auf, die auf dem Ablagestapel zuoberst lag. Bevor er jedoch den Sachverhalt rekapitulieren, sich wieder in den Fall hineindenken konnte konnte, riss ihn erneut das Telefon aus den Gedanken.
»Wilke hier. ... In Ordnung. ... Ja, ich komme.«
Er griff nach den Unterlagen in Sachen Wartenberg und machte sich auf zum Polizeipräsidium. Eine Viertelstunde später betrat einen Raum, in dem Pünder und Wartenberg bereits warteten. Der Hauptkommissar blickte verärgert in Richtung des Anwalts, dann auf seine Uhr. Wilke lächelte und nickte kurz, bevor er zu hinter seinen Mandanten trat.
Pünder griff in eine Kiste, die neben ihm auf dem Boden stand. Ein Gegenstand in einer durchsichtigen Plastiktüte erschien und landete schwer auf den Tisch.
Eine Pistole.
»Sie kennen die Waffe.« Pünder fragte nicht, er stellte fest. Wartenberg starrte das Beweisstück an. Sein Mund klappte auf, die Unterlippe zuckte, doch er sagte nichts. Wilke zog die Stirn kraus und neigte den Kopf.
»Herr Wartenberg?« Pünder wirkte zufrieden.
»Die Waffe? Habe ich noch nie gesehen«, keuchte Wartenberg. Er schwitzte, das Gesicht gräulich-weiß.
»Das bringt uns doch nicht weiter.« Der güte Tonfall stand Pünder nicht, auch nicht der bedauernde Blick, mit dem er Wartenberg bedachte.
»Die Waffe ... Ich ...« Die Stimme des Journalisten war tonlos, kurz vor dem Versagen.
Pünder wog die Plastiktüte mit der Pistole in der Hand.
»Sie erinnern sich an Donnerstag? Auf dem Asphalt, in Ihrer Kotze? Was hatten Sie da in der Hand?« Versonnen betrachtete er das Asservat. »HK USP, neun Millimeter. Profiwerkzeug.«
Pünder musterte sein Gegenüber und hob die Augenbrauen, als Wartenberg erstarrte.
»Nie gesehen, wie?« Er machte eine Pause, als wolle er Wartenberg die Möglichkeit zum Geständnis geben. »Es ist nicht die Waffe vom Donnerstag, aber ein baugleiches Modell. Wir haben sie in einem Müllcontainer gefunden, zwei Straßen entfernt vom Tatort.«
»Ich war es nicht!« Wartenbergs Stimme überschlug sich, verfärbte sich zu einem schrillen Kieksen. »Ich habe den Mann nicht getötet! Verstehen Sie denn nicht?«
»Herr Wartenberg.« Pünder lehnte sich gemächlich vor und stützte sich mit den Unterarmen auf den Tisch. »Ihre Fingerabdrücke sind darauf.«

Zurheyden schob den Knoten seiner Krawatte zurecht, bevor er die Staatskanzlei betrat.
»Herr Minister!« Zurheyden genoss den Klang dieser Begrüßung. Er nickte dem Mann in der marineblauen Pförtneruniform freundlich zu, ohne dabei seinen Schritt zu verlangsamen.
»Kleiner Sitzungssaal?« Zwar war er sicher, dass die Kabinettssitzung dort stattfand und er kannte auch den Weg, doch fiel ihm auf die Schnelle keine Höflichkeitsfloskel ein, die er mit dem Pförtner hätte wechseln können.
»Kabinettssitzung heute im Kleinen, jawohl! Sie finden allein hin?« Der Mann überschlug sich fast vor Eilfertigkeit.
Zurheyden griff seine Aktentasche fester und marschierte zügig zur Treppe. Im ersten Stock betrat er einen holzvertäfelten Korridor. An den Wänden hingen schlicht gerahmte Federzeichnungen mit den Portraits der bisherigen Ministerpräsidenten. Hier befanden sich die repräsentativen Säle der Landesregierung. Zurheyden folgte dem Korridor, ging am kleinen Sitzungssaal vorbei und durchschritt die Glastür zu den dahinterliegenden Büroräumen. Der Ministerpräsident kam ihm mit dem Leiter der Staatskanzlei entgegen. Zurheyden presste die Lippen aufeinander und nickte den beiden Männern zu. Westermann war sein politischer Mentor. Er hatte ihn stets begleitet, ihn immer unterstützt, so lange er denken konnte. Dr. Finkenhain hingegen konnte er nicht ausstehen; eine Abneigung, die auf Gegenseitigkeit beruhte.
»Na, verlaufen?« Westermann klopfte Zurheyden freundschaftlich auf den Oberarm. »Wir sehen uns dann gleich!«
Dr. Finkenhain ließ lähmend langsam von seinem Blackberry ab, steckte das Gerät in seine Jackentasche und gab dem jungen Minister die Hand. Zurheyden war beeindruckt, wie viel Missbilligung in einem Händedruck zu spüren sein konnte. Er musterte den Staatskanzleichef. Ein hagerer Verwaltungsbeamter Ende fünfzig, dem jegliche Ausstrahlung für einen Politiker in der ersten Reihe fehlte. Als Kopf der Ministerialbürokratie war er dennoch ein einflussreicher Mann, einflussreicher als die allermeisten Politiker, die den Weg zur Macht über gewählte Ämter gesucht hatten. Er war langgedient und hatte ein Netzwerk gewoben, das sich durch sämtliche politischen und gesellschaftlichen Kreise und in die Presse zog, hier im Land und bis nach Berlin. Finkenhain kannte jedermann. Zurheyden fluchte in sich hinein. Ausgerechnet mit einem der wichtigsten Drahtzieher des Landes musste er auf Kriegsfuß stehen.
»Bis gleich.« Zurheyden nickte den beiden Männern zu und setzte seinen Weg fort, in Gedanken schon im Büro ganz hinten rechts.
Gleich neben der Tür hing, mit Edelstahlbolzen befestigt, ein gläsernes Namensschild. Elisabeth Hartenbusch.
Zurheyden stellte enttäuscht fest, dass Stimmen aus dem Zimmer drangen. Er blickte um die Ecke und sah eine korpulente, mittelalte Frau in einem wallenden Zelt, die wild gestikulierend einen Kaffeebecher durch das Büro schwenkte. Daneben schoss die schlanke Gestalt einer jungen Frau im anthrazitgrauen Hosenanzug empor, das lange Haar in einem strengen Knoten gebändigt.
Ela.
Gerade wollte Zurheyden umkehren und zur Kabinettssitzung gehen, enttäuscht, dass sie keinen Moment für sich hatten, als sich ihre Blicke doch noch kreuzten. Die Korpulente schien Hartenbuschs Ablenkung zu bemerken, verstummte mitten im Satz und wandte sich um.
»Zurheyden. Ich bin der neue Innenminister. Bin ein paar Minuten früher gekommen, wollte mich kurz vorzustellen«, ging er in die Offensive. Er lächelte und streckte der Frau die Hand entgegen.
»Schierhorst, freut mich. Also wirklich, Herr Minister, das ist wirklich zu nett, dass Sie persönlich vorbeischauen. Natürlich lesen wir alle die Rundschreiben, und da war Ihr Gesicht ja auch schon zu sehen, und auch sonst - man kennt Sie ja aus der Presse, aber wissen Sie, ich bin bei so etwas ja ein wenig altmodisch, und wenn Sie jetzt öfter hier sind, dann läuft man sich ja regelmäßig einmal über den Weg, Sie kennen das ja. Mögen Sie einen Kaffee?«
»Danke, danke. Ich bin auf dem Sprung.« Mit Mühen befreite Zurheyden seine Hand. Er ging zu seiner Freundin und reichte auch ihr die Hand. »Philipp Zurheyden. Ich glaube, wir sind uns schon einmal begegnet?«
»Elisabeth Hartenbusch. Wir kennen uns.« Sie grinste breit und Zurheyden zwinkerte ihr dankbar zu.
»Kabinettssitzung, entschuldigen Sie mich.« Er hob die Hand zum Gruß und verließ das Zimmer.

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06-06-2011, 17:18
Beitrag #2
RE: Die Causa Wartenberg - Teil 5
Hey Lehrling,
ich fang gleich mal mit Teil 5 an. Icon_smile
Mal sehen, was du nun für uns parat hältst...

Zitat:Wilke war ratlos. Die Schlafmittel in Wartenbergs Blut hatten seinen Mandanten aus der U-Haft befreit, der zweite Mord hatte ihn dorthin zurückverbannt. Wilke schämte sich für seinen Zynismu

Eine kleine "Wilke"-Wiederholung. Ich habe schon bemerkt, dass du das sehr gerne machst. Daher ist das auch nur eine klitzkleine Anmerkung, da sich die Wiederholung leicht mit "der Anwalt" umgehen ließe.

Zitat:Wilke hatte trotzdem ein schlechtes Gefühl in der Sache.

bei der Sache

Zitat:Laufend zehrten abschweifende Gedanken von seiner Aufmerksamkeit

an seiner Aufmerksamkeit

Zitat:Wilke konnte sich bei allem Elan nicht recht auf die Arbeit konzentrieren. Laufend zehrten abschweifende Gedanken von seiner Aufmerksamkeit, alltägliche Routinetätigkeiten strengten ihn mehr an als sonst. Die Lider wurden schwer, das Büro verschwamm vor seinen Augen.

Gibt´s dafür irgendeinen besonderen Grund? Vielleicht hat man ihm was verabreicht...

Zitat:riss ihn erneut das Telefon aus den Gedanken. Er nahm ab, schloss die Akte, griff nach den Unterlagen in Sachen Wartenberg und machte sich auf zur Untersuchungshaftanstalt.

Moment mal. Er wird angerufen, geht dran und erfährt dann doch, dass er wo hin muss. Das würde ich noch kurz ausführen.
Irgendwie so: Er nahm ab. Pünder war am Hörer um ihm zu sagen, er solle sofort kommen. [...] Einfach einen ganz kurzen Satz dazu abgeben.

Zitat:Hier geradezu
[/quote

Ich kenne nur den Ausdruck geradeaus!?

[quote]
sah eine korpulente, mittelalte Frau

mittelalt klingt irgendwie komisch.
Vorschlag: Frau mittleren Alters

Zitat:Er ging zu seiner Freundin und reichte auch ihr die Hand. »Philipp Zurheyden. Ich glaube, wir sind uns schon einmal begegnet?«

Okay, er verbirgt seine Beziehung also. Wird schon seine Gründe haben...

So, fertig.
Wieder sprachlich sehr sicher und es war flüssig zu lesen. Pro Nur ein paar komische Ausdrücke - die ich dir ja angestrichen habe - hattest du drin, allerdings ja nur sehr spärlich.
=> Wieder gern gelesen, freue mich auf die Fortsetzung.
LG,
rex
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06-06-2011, 17:58
Beitrag #3
RE: Die Causa Wartenberg - Teil 5
Moin Rex!

Zitat:Eine kleine "Wilke"-Wiederholung. Ich habe schon bemerkt, dass du das sehr gerne machst. Daher ist das auch nur eine klitzkleine Anmerkung, da sich die Wiederholung leicht mit "der Anwalt" umgehen ließe.
Danke, wird geändert. Dass ich das öfter mache hat (hoffe ich) weniger mit meinem Stil zu tun als mit der Motivationsprojekts-Hetze und der daraus folgenden mäßigen Überarbeitung Icon_rolleyes

Zitat:bei der Sache
Hmm. Eigentlich hast du Recht, allerdings verwende ich "Sache" hier im Sinne von Rechtssache, Verfahren, Streit, Fall. Sprich: "In Sachen Wartenberg" hat Wilke ein schlechtes Gefühl. Nur, dass ich die Formulierung da in der Nähe schon habe. Ich hab's also bewusst so geschrieben. Ich lasse es erst einmal so stehen und sehe mal, ob sich noch weiterer Protest regt. Ich lass' da mit mir reden Icon_wink

Zitat:an seiner Aufmerksamkeit
Danke.

Zitat:Gibt´s dafür irgendeinen besonderen Grund? Vielleicht hat man ihm was verabreicht...
Soll ja vorkommen in dieser Geschichte Mrgreen
Nein, einen konkreten Grund hat es hier nicht. Ich denke, er hat einfach einen schlechten Tag. Dann noch die Geschichte mit seiner Paula, die ihm nicht aus dem Kopf geht und seine Aufmerksamkeit auf sich und von der Arbeit abzieht ... Und wenn du nicht bei der Sache bist, dann fällt selbst Routine schwerer. Tja, irgendwann kracht dann eben der Schädel auf die Platte Icon_wink (Kann sein, dass die Inspiration für Wilke an dem Tag aus meinem eigenen Elan stammte Icon_rolleyes )

Zitat:Moment mal. Er wird angerufen, geht dran und erfährt dann doch, dass er wo hin muss. Das würde ich noch kurz ausführen.
Irgendwie so: Er nahm ab. Pünder war am Hörer um ihm zu sagen, er solle sofort kommen. [...] Einfach einen ganz kurzen Satz dazu abgeben.
Vielleicht. Andererseits ist alles Wesentliche gesagt: Der Leser weiß, dass Wilke plötzlich zu Wartenberg muss.

Zitat:mittelalt klingt irgendwie komisch.
Vorschlag: Frau mittleren Alters
Sag's ruhig: "Mittelalt ist doch Käse, ey!" Mrgreen
Nee, ist ok. Ich hab's auf der Rechnung. Ich mag den Satz aber irgendwie ...

Zitat:Okay, er verbirgt seine Beziehung also. Wird schon seine Gründe haben...
Hast du ne Ahnung, was die Politik für ein Klatschverein ist?? Da würd' ich mir das auch gut überlegen mit ner Beziehung. Wenn sie mal irgendwann gefestigt ist, ok, aber bis dahin?

Zitat:=> Wieder gern gelesen, freue mich auf die Fortsetzung.
Danke für die Blumen und für die Anmerkungen am Text!

Beste Grüße,
Lehrling

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07-06-2011, 12:11 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07-06-2011 12:11 von Sternchen.)
Beitrag #4
RE: Die Causa Wartenberg - Teil 5
Hallo Lehrlingsmodkrieger,

nun denn, dann wieder einmal ein paar Wörter in Sachen Wartenberg. Oder besser: Zur Causa Wartenberg. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Vorallem aber immer noch auf deine Antwort zu Teil vier, die ich erwarte und hier nun die Frage nochmals stelle: Wie viele Teile denkst du werden das? Mrgreen

Wilke war ratlos. Die Schlafmittel in Wartenbergs Blut hatten seinen Mandanten aus der U-Haft befreit, der zweite Mord hatte ihn dorthin zurückverbannt. Der Anwalt schämte sich für seinen Zynismus, doch fast hoffte er auf einen weiteren Fall, der Wartenberg entlasten könnte.
=> Die Wortwiederholung stößt sauer auf und der Zynismus erreicht mich nicht ganz. So zynisch find ich jetzt die Hoffnung nicht. hmm, ... zu dem hatte-Problem: "Die Schlafmittel in Wartenbergs Blut mochten seinen Mandanten aus der U-Haft befreit haben, doch der zweite Mord hatte ihn dorthin zurückverbannt." Nur so ein Vorschlag.

Es war absurd. Die Beweislage war viel dünner als beim ersten Mord, und doch machte er sich Sorgen. Keine Waffe, keine Zeugen, nur ein Verdächtiger aus einem anderen Verfahren, der kurz nach den neuerlichen tödlichen Schüssen von der Polizei in der Nähe des Tatortes aufgegriffen wird. Damit konnte man niemanden verurteilen. Wilke hatte trotzdem ein schlechtes Gefühl in der Sache.
=> Ich find das irgendwie zu viel und würd eines davon rausnehmen. Das er ein schlechtes Gefühl hat ist eine einzige Wiederholung der letzten Sätze. Unnötig in meinem Augen. Also eher letzteres streichen.

Der Journalist begrüßte, dass Minister Silviodink den Rückzug aus der aktiven Politik angetreten habe, geißelte aber zugleich, wie Pontius Westermann seine Hände in Unschuld wüsche und Ministerposten an Kinder verschachere, die nicht einmal in der Lage seien, ihren Amtseid ohne Schwierigkeiten über die Lippen zu bringen.
=> Ein langer Satz. Aber Hallo. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob er vielleicht gerade richtig und gut gelückt ist, oder doch zu ausladend. Wie auch immer, den Inhalt find ich lustig. Unser armes neues "Ministerkind". *G*

Wilke ließ sich von der anschließenden Musiksendung berieseln und die Gedanken schweifen. Er fragte sich, wie es Wartenberg wohl gehe, ob Pünder inzwischen Beweise zur Hand habe, woran Paula Niedermann gerade denke.
=> Das quischt in meinen Ohren. Wieso nicht "ging" "hatte" und "dachte". Würd sich für mich runder anhören. Gerade über "denke" bin ich gestolpert. Das geht gar nicht irgendwie ...

Wilke war fassungslos. Er konnte vis-à-vis mit Mördern sprechen, und bei einem Telefonat mit der Angebeteten versagte sein Mut.

=> Eher "aber" oder?

Nach dieser Episode könnte er ihr unter die Augen treten. Er verfluchte sich dafür, nicht vorher darüber nachgedacht zu haben, was er ihr sagen wollte.
=> "nur schwer" unter die Augen treten, oder was meinst du?
~ Wortwiederholung von "ihr". Keine schlimme, aber du könntest es ganz leicht umgehen, weil du das Wörtchen im zweiten Satz gar nicht brauchst.

Der Anwalt vergrub sich in seinen Akten. Wilke konnte sich bei allem Elan nicht recht auf die Arbeit konzentrieren.
=> Nicht sehr schön, die Doppelung der Anfänge. Vielleicht "Der Anwalt vergrub sich in seinen Akten, konnte sich jedoch bei allem Elan nicht recht auf die Arbeit konzentrieren."

»Oh, verzeihen Sie«, hörte er die Frau am anderen Ende der Leitung sagen. »Ich habe mich wohl verwählt. Wiedersehen!«
=> *G* Süüüß. Icon_lol

Wilke starrte das Telefon an, den Hörer noch am Ohr.
Der Anwalt rieb sich das Gesicht mit beiden Händen. Nur langsam spürte er seine Lebensgeister zurückkehren. Wilke gähnte gedehnt und schlug die Aktenmappe auf, die auf dem Ablagestapel zuoberst lag. Bevor er jedoch den Sachverhalt rekapitulieren, sich wieder in den Fall hineindenken konnte konnte, riss ihn erneut das Telefon aus den Gedanken. Er nahm ab, schloss die Akte, griff nach den Unterlagen in Sachen Wartenberg und machte sich auf zur Untersuchungshaftanstalt.
Er betrat einen Raum, in dem Pünder und Wartenberg bereits warteten. Der Hauptkommissar blickte verärgert in Richtung des Anwalts, dann auf seine Uhr. Wilke lächelte und nickte kurz, bevor er zu hinter seinen Mandanten trat.

=> Okay, ganz eindeutig, das geht mir alles zu schnell. Wilke tut das, dann das und das dies, er hebt dort ab, gähnt da. Auf nix gehst du näher ein und handelst es ab. Nicht weiter schlimm, soll ja was weitergehen, aber irgendwo muss du das mal kurz in die Länge, bzw. in Detail ziehen, sonst klingt das alles nach ner Wiederholung. Besonders "Wilke" und "er" doppelt sich Gefühlsmäßig so in einem Stück. Verstehst du was ich mein?

Wilke erkannte, es war eine Pistole.
=> "Wilke erkannte eine Pistole."

»Herr Wartenberg« Pünder lehnte sich gemächlich vor und stützte sich mit den Unterarmen auf den Tisch. »Ihre Fingerabdrücke sind darauf.«
=> Ich liebe Pünder. Mrgreen

Dr. Finkenhain stand ließ lähmend langsam von seinem BlackBerry ab, steckte das Gerät in seine Jackentasche und gab dem jungen Minister die Hand.
=> Was jetzt?

Zurheyden war beeindruckt, wie viel Missbilligung in einem Händedruck zu spüren sein konnte.
=> Schöner Satz.

»Philipp Zurheyden. Ich glaube, wir sind uns schon einmal begegnet?«
»Hartenbusch. Wir kennen uns.« Sie grinste breit und Zurheyden zwinkerte ihr dankbar zu.

=> Auch herzig. Fast so wie Wilke und seine Schna ... äh sein Mädchen. Mrgreen

So und das war es schon wieder mit deiner Fortsetzung. Es ist ja wirklich gemein nicht? Man schreibt Ewigkeiten dran rum, ändert und bemüht sich und dann ist die Geschichte so schnell wieder gelesen, wie eine Wurtsemmel verschluckt. Okay, in dem Fall eine Wurtsemmel mit Gürkchen, denn auch dieser fünfte Teil beweist Geschmack. Inhaltlich passiert zwar nicht viel, aber er ist nett, locker und flüssig zu lesen. Man giert nicht danach sagen zu dürfen "mach endlich mal weiter, damit was passiert", wenn du verstehst was ich meine. Stilisch find ichs weniger gut teilweise. Dein Stil, so knapp wie möglich zu bleiben, erfüllt zwar seinen Zweck und funktioniert für mich überraschend gut, allerdings an der einen Stelle, die ich bemängelt hab, läuft das Ganze meiner Meinung nach zu sehr aus dem Ruder. Da solltest du nochmals nachfeilen. Ansonst: Ich hungere nach einem weiteren Semmerl mit Gürkchen und harre der Dinge die da kommen mögen. Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen

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18-06-2011, 23:24 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19-06-2011 02:14 von Dreadnoughts.)
Beitrag #5
RE: Die Causa Wartenberg - Teil 5
* Dreadnoughts legt seine Steuerrechtssachen für die Klausur am Montag beiseite ...

(Nur zwei neue Beiträge heute, das kann es echt nicht sein ...)

Moin.

Kurz und bündig:
Zitat:Damit konnte man niemanden verurteilen. Wilke hatte trotzdem ein schlechtes Gefühl in der Sache.
Zuerst: Umgangssprachlich müsste es nicht 'in der Sache' heißen, sondern 'bei der Sache'. Zudem finde ich die Sätze merkwürdig, so wie sie da aktuell stehen. 'Damit' und 'trotzdem' sind nicht in einer Beziehung zueinander. Anders wäre es, wenn man die Sätze verbinden würde:
Damit konnte man (zwar) niemanden verurteilen, trotzdem hatte Wilke ein schlechtes Gefühl bei der Sache.

Zitat:Der Verteidiger lehnte sich im Stuhl zurück und legte die Füße auf den Schreibtisch.
Icon_ugly
(Wilke ist eine natürliche Person und könnte aufgrund des (Frei)Berufs 'Rechtsanwalt' Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit nach § 18 Abs. 1 Satz 2 (i.V.m. § 2 Abs. 1 Satz 1 EStG) erwirtschaften haben. Allerdings ist das Arbeitszimmer hier fraglich. § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG besagt, dass Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht abzugsfähige Betriebsausgaben darstellen, es sei denn, für die berufliche Tätigkeit steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. In diesem Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1250 € begrenzt.***)
Icon_ugly

Zitat:Gerade lief ein Kommentar zur Affaire Silperdink. Der Journalist begrüßte, dass Minister Silviodink den Rückzug aus der aktiven Politik angetreten habe, geißelte aber zugleich, wie Pontius Westermann seine Hände in Unschuld wüsche und Ministerposten an Kinder verschachere, die nicht einmal in der Lage seien, ihren Amtseid ohne Schwierigkeiten über die Lippen zu bringen.
Es ist mir nicht ganz klar: Wenn Du Westermann als Pontius hinstellst, was ist dann 'Minister Silviodink'? (Ich bin tagespolitisch nicht mehr auf der Höhe, wenn ich was verpasst haben sollte - vergiss es.)
Ansonsten denke ich, könnte es wohl ein Schreibfehler sein, was das 'Silviodink' angeht. Sehr gut finde ich es, wie Du aus den letzten Szenen (Amtseid) den Eid noch einmal dem Leser vor Augen führst. Mit genau solchen Effekten wird eine Geschichte lebendig. (Stichwort: Durchlaufender-Witz.)

Zitat:Wilke ließ sich von der anschließenden Musiksendung berieseln und die Gedanken schweifen.
Na, wieder ein Alte-Leute-Test? Icon_ugly Ansonsten ...
Wilke ließ sich von der anschließenden Musiksendung berieseln und die Gedanken schweiften ab.

Zitat:Er fragte sich, wie es Wartenberg wohl gehe, ob Pünder inzwischen Beweise zur Hand habe, woran Paula Niedermann gerade denke.
Paula.
Man könnte den Effekt auch auf den Leser ausweiten, beispielsweise so:
Er fragte sich, wie es Wartenberg wohl gehe, ob Pünder inzwischen Beweise zur Hand habe, woran Paula Niedermann gerade denk-
Paula.


Zitat:Feuchte Finger rutschten auf den Tasten hin und her.
Feuchte Finger? F-e-u-c-h-t?
*hust*
(Zumindest nicht eindeutig 'nichtabsetzbar' nach §4 Abs. 5 EStG *hust*)
Hm, aber insgesamt betrachtet, fehlt mir bei der Passage:
Zitat:Der Anwalt gab sich einen Ruck und griff zum Telefon. Feuchte Finger rutschten auf den Tasten hin und her. Irgendwie gelang es ihm aber doch, die Nummer vollständig in das Gerät einzutippen.
... das 'nervös'. (Eher als 'feucht' als dafür, dass er die Nummer kaum eintippen kann.)

Zitat:Wilke war fassungslos. Er konnte vis-à-vis mit Mördern sprechen, und bei einem Telefonat mit der Angebeteten versagte sein Mut.
Empfehlung vom Steuerrechtler Icon_ugly
Das 'und' ist abzugsfähig, ersetzbar durch ein 'aber' wäre zweckmäßiger.
Beispiel:
Wilke war fassungslos. Er konnte vis-à-vis mit Mördern sprechen, aber bei einem Telefonat mit der Angebeteten versagte sein Mut.

Zitat:Nach dieser Episode könnte er ihr unter die Augen treten.
Hm, ich würde eher dazu tendieren:
Nach dieser Episode könnte er ihr nicht mehr unter die Augen treten.

Zitat:Die Lider wurden schwer, das Büro verschwamm vor seinen Augen.
*Der Anwalt schreckte hoch, als das Telefon klingelte. Schlaftrunken griff er nach dem Hörer.
»Ja, Wilke?«
Absatzempfehlung für diese *Stelle, da zu abrupt.
->
Die Lider wurden schwer, das Büro verschwamm vor seinen Augen.

Der Anwalt schreckte hoch, als das Telefon klingelte. Schlaftrunken griff er nach dem Hörer.
»Ja, Wilke?«


Zitat:Er nahm ab, schloss die Akte, griff nach den Unterlagen in Sachen Wartenberg und machte sich auf zur Untersuchungshaftanstalt.*
Er betrat einen Raum, in dem Pünder und Wartenberg bereits warteten.
Vorschlag: '... machte sich auf den Weg zur ...'
Desweiteren empfehle ich auch hier eine eindeutigere Trennung der jeweiligen Szenen:
->
Er nahm ab, schloss die Akte, griff nach den Unterlagen in Sachen Wartenberg und machte sich auf zur Untersuchungshaftanstalt.

Er betrat einen Raum, in dem Pünder und Wartenberg bereits warteten.


Zitat:Wilke lächelte und nickte kurz, bevor er zu hinter seinen Mandanten trat.
Ja, wie denn nun? Hinter? Zu ihm? Zur Seite Wartenbergs? Hinter Pünder - oder doch vor ihm?

Zitat:Ein Gegenstand in einer durchsichtigen Plastiktüte erschien und schlug laut auf den Tisch.
Hm, klingt zu laut - wie wärs mit 'landete'?
->
Ein Gegenstand in einer durchsichtigen Plastiktüte erschien und landete auf dem Tisch.

Zitat:»Kabinettssitzung heute im Kleinen, jawohl! Hier geradezu, in den ersten Stock, den Korridor nach rechts, zweite Tür links! Sie finden den Weg?« Der Mann überschlug sich fast vor Eilfertigkeit.
In Anbetracht der Tatsache, dass der Leser aus Sicht Zurheydens den Weg nachvollziehen kann (... griff seine Aktentasche fester und marschierte zügig zur Treppe. Im ersten Stock betrat er einen holzvertäfelten Korridor ...) würde ich den Satz des Pförtners verkürzen auf:
->
»Kabinettssitzung heute im Kleinen, jawohl! Sie finden den Weg?«

Zitat:Dr. Finkenhain stand ließ lähmend langsam von seinem BlackBerry ab,
Komma vergessen? Oder unschlüssig gewesen?

Zitat:Stimmen drangen aus dem Büro, stellte Zurheyden enttäuscht fest.
Holpert. Wenn Zurheyden das denkt, dann:
Stimmen dringen aus dem Büro, stellte Zurheyden enttäuscht fest.
Oder so:
Stimmen drangen aus dem Büro. Zurheyden seufzte enttäuscht.

Zitat:Gerade wollte Zurheyden umkehren und zur die Kabinettssitzung gehen,
Ehrlich, ich verstehs nicht. Wolltest Du den Satz von zwei Seiten aus anfangen?

Gesamtanmerkungen am Ende der Geschichte. Bis hierhin nur die Anmerkungen, dass es zwar flüssig zu lesen ist, aber die Anfangsszene wirkt wie ein 'ich muss den Leser noch einmal auf den aktuellen Stand der Dinge bringen': Okay, wenn man selbst längere Zeit die Geschichte hat ruhen lassen, ist ein solcher Einstieg durchaus zu vertreten, aber hier wirkt er kontraproduktiv.

->***
(Ibi: DU-SOLLST-LERNEN!
D: Tu ich doch ... Icon_ugly )

LGD.

... and dread noughts
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18-09-2011, 16:42
Beitrag #6
RE: Die Causa Wartenberg - Teil 5
Hallo Lehrling,

und damit bin ich auch schon beim fünften Teil angelegt. Sie liest sich wirklich flott, deine Geschichte Icon_wink

Und wieder: passiert nicht so viel. Wilke kriegt es mit der Angst zu tun, das ungute Bauchgefühl eines Anwalts, der doch im Unrecht liegen könnte? Schade, dass er sich nie allein mit Wartenberg trifft. Denn vor allem Wartenberg ist und bleibt ein Phantom. Ich würde ihn so gern etwas einschätzen und mir eine Meinung über seine Schuld bilden können. Aber den Informationsfluss steuerst du und so nagt vor allem das Ungewisse am Ausgang dieser Geschichte.
Auf welche Länge ist sie eigentlich konzipiert? Kommen wir voran?

Die Tatwaffe für den zweiten Mord scheint gefunden - oder zumindest eine zweite Waffe mit Wartenbergs Fingerabdrücken. Und nun? Das wird uns die Geschichte lehren müssen.
Gleichzeitig tritt Zurheyden zur ersten Kabinettssitzung an. Ja, er fühlt sich ganz groß und ganz toll, aber weißt du - langsam möchte ich doch einmal wissen, wo es da eine Verbindung gibt. Abgesehen von der geteilten Titelseite des Lokalblatts. Und was Zurheyden in dieser Geschichte verloren hat. Er wirkt nun wirklich aalglatt.
Oder wartet hinter allem ein Geheimnis, das bis in die Innereien der Ministerien hochköcheln wird und zu Zurheydens erster - und vllt letzter - Aufgabe wird. Aufstieg und Fall in kurzer Zeit?

Es liest sich gut, ja, weiterhin. Mir gefällt das Setting weiterhin sehr gut. Nur will ich langsam mal was wissen ... vllt ja im nächsten Teil Icon_smile

Anmerkungen:
Zitat:Wilke hatte trotzdem ein schlechtes Gefühl in der Sache.
nicht eher: "bei der Sache"?
Zitat:Nach dieser Episode könnte er ihr unter die Augen treten.
Das wäre doch gut, hm? Fehlt da ein "nicht mehr"?
Zitat:Laufend zehrten abschweifende Gedanken an seiner Aufmerksamkeit, alltägliche Routinetätigkeiten strengten ihn mehr an als sonst.
"alltägliche Routinetätigkeiten" ist doppelt - da kannst du das "alltägliche" auch rausnehmen
Zitat:»Oh, verzeihen Sie«, hörte er die Frau am anderen Ende der Leitung sagen. »Ich habe mich wohl verwählt. Wiedersehen!«
Das war aber nicht seine Angebetete?
Klingt so, weil sich so kurz nacheinander zwei Leute verwählen ...
Zitat:Er nahm ab, schloss die Akte, griff nach den Unterlagen in Sachen Wartenberg und machte sich auf zur Untersuchungshaftanstalt.
Ziemlich komprimierter Satz: Sagt er was? Nickt er? Legt er auf?
Gönn ihm doch wenigstens eine kurze Telefonaktion, sonst liest es sich, als würde da etwas fehlen.
Zitat:Er betrat einen Raum, in dem Pünder und Wartenberg bereits warteten.
Irgendeinen Raum oder ist es der Verhörraum?
So oder so würde ich darüber nachdenken, den direkten Artikel zu setzen, also "den Raum, in dem", denn du spezifizierst ja dann weiter, was das für ein Raum ist.
Zitat:»Die Waffe? Nie gesehen«, keuchte Wartenberg.
"nie gesehen" klingt so nach ... Falschaussage. Und nicht keuchend ...
vllt etwas wie "keine Ahnung", "die kenn ich nicht", "die hab ich noch nie gesehen", "ich kenn die Waffe nicht", ...
Zitat:Und wenn es die Waffe vom Donnerstag ist?
Da musste ich nachdenken: Donnerstag war der erste oder der zweite Mord? Der erste, ja? Vllt schreibst du es dann auch hin: "vom ersten Mord ist"?
Zitat:Dr. Finkenhain stand ließ lähmend langsam von seinem BlackBerry ab
Da ist was beim Überarbeiten schief gegangen Icon_wink

Auf zum vorerst letzten Teil!
Liebe Grüße,
Libertine

... dann schauen wir nach unserm Dachkräuterbeet,
in die Dachrinne haben wir Schnittlauch gesät. (Gerhard Schöne)
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22-09-2011, 20:19
Beitrag #7
RE: Die Causa Wartenberg - Teil 5
Und nochmal moin.

Zitat:Sie liest sich wirklich flott, deine Geschichte Icon_wink
Das ist ja schonmal nicht schlecht Icon_smile

Zitat:Und wieder: passiert nicht so viel.
Das alte Problem ... Aber hier finde ich, ists nicht ganz so schlimm Icon_wink

Zitat:Aber den Informationsfluss steuerst du und so nagt vor allem das Ungewisse am Ausgang dieser Geschichte.
Icon_fies

Zitat:Auf welche Länge ist sie eigentlich konzipiert? Kommen wir voran?
Tja, gute Frage. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, denn konzipiert ist noch wenig ... Eine ganze Ecke liegt noch roh auf der Platte (müsste eigentlich bald mal rein, zumal doch Wettbewerb ist *überleg* ... )

Zitat:Es liest sich gut, ja, weiterhin. Mir gefällt das Setting weiterhin sehr gut. Nur will ich langsam mal was wissen ... vllt ja im nächsten Teil Icon_smile
Dankeschön Icon_smile

Zitat:nicht eher: "bei der Sache"?
War an sich beabsichtigt. "In der Sache" Wartenberg eben. Da das allerdings schon mehrfach kritisiert worden ist, muss ich's wohl doch langsam umstellen, vielleicht zu "in der Causa Wartenberg"?

Zitat:Das wäre doch gut, hm? Fehlt da ein "nicht mehr"?
Öh ... öh ... Smiley_emoticons_blush

Zitat:"alltägliche Routinetätigkeiten" ist doppelt - da kannst du das "alltägliche" auch rausnehmen
Stimmt.

Zitat:Das war aber nicht seine Angebetete?
Klingt so, weil sich so kurz nacheinander zwei Leute verwählen ...
Wer weiß? Nee, die gute Frau hat wohl einen etwas bissigen Humor und den Schisser leider erkannt Icon_fies

Zitat:Ziemlich komprimierter Satz: Sagt er was? Nickt er? Legt er auf?
Gönn ihm doch wenigstens eine kurze Telefonaktion, sonst liest es sich, als würde da etwas fehlen.
Ich zieh's in Betracht.

Zitat:Irgendeinen Raum oder ist es der Verhörraum?
So oder so würde ich darüber nachdenken, den direkten Artikel zu setzen, also "den Raum, in dem", denn du spezifizierst ja dann weiter, was das für ein Raum ist.
Ja, vielleicht nicht schlecht. Und ja, Verhörraum.

Zitat:"nie gesehen" klingt so nach ... Falschaussage. Und nicht keuchend ...
vllt etwas wie "keine Ahnung", "die kenn ich nicht", "die hab ich noch nie gesehen", "ich kenn die Waffe nicht", ...
Ja, mit dem "nicht keuchend" hast du Recht. Dass das zu seinen Lasten ausgelegt werden kann, ist hingegen durchaus nicht unbeabsichtigt Icon_wink

Zitat:Da musste ich nachdenken: Donnerstag war der erste oder der zweite Mord? Der erste, ja? Vllt schreibst du es dann auch hin: "vom ersten Mord ist"?
Ok, vielleicht besser, ja.

Zitat:Da ist was beim Überarbeiten schief gegangen Icon_wink
*hüstel*

Ja, vielen Dank so weit Icon_smile
Lehrling

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02-10-2011, 16:59
Beitrag #8
RE: Die Causa Wartenberg - Teil 5
Mann! Hättest du mir nicht sagen können, dass der Wettbewerb schon läuft *zeter* Ach, mein Ruf ist hinüber ...

So, wie dem auch sei. Jetzt geht's ans Eingemachte!

Zitat:Der Journalist begrüßte, dass Minister Silviodink
Wer?
Zitat:Nach dieser Episode könnte er ihr unter die Augen treten.
Wäre ja schön, wenn er das so sehen könnte, aber ich glaube, du hast da was vergessen Icon_wink
Zitat:»Oh, verzeihen Sie«, hörte er die Frau am anderen Ende der Leitung sagen. »Ich habe mich wohl verwählt. Wiedersehen!«
Mrgreen
Zitat:bevor er zu hinter seinen Mandanten trat.
"zu seinem/hinter seinen" - Make a choice Icon_wink
Zitat:Dr. Finkenhain stand ließ lähmend langsam von seinem BlackBerry ab
Beim Überarbeiten was vergessen? Icon_wink

Und jetzt sehe ich, dass die Hartenbusch womöglich doch noch wichtig sein könnte, ich geb's zu Icon_wink
Armer Wartenberg. Dass jetzt auch noch seine Fingerabdrücke auf der Waffe sind, möbelt die dünne Beweislage ganz schön auf. Ich hoffe, du steckst den Armen nicht wieder in U-Haft, der weiß ja nicht mehr, wo oben und unten ist, wenn er da wieder rauskommt.
Im Zuge des Versuchs, zumindest ein wenig meiner Ehre zu retten und noch einige Kommentare zu schreiben, siehst du mich womöglich bald wieder Icon_wink

Liebe Grüße
Naira

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
(Erasmus von Rotterdam)
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10-10-2011, 11:31
Beitrag #9
RE: Die Causa Wartenberg - Teil 5
Moin.

Zitat:So, wie dem auch sei. Jetzt geht's ans Eingemachte!
Schön, dass du wieder da bist Icon_smile Und entschuldige die lange Reaktionszeit ...

Zitat: Zitat:Der Journalist begrüßte, dass Minister Silviodink

Wer?
Innenminister Silperdink. In einem Radiokommentar in Anbetracht der Vorwürfe, die an einen gewissen italienischen Spitzenpolitiker mit aktiven Lenden erinnern, verballhornt zu "Silviodink".

Zitat: Zitat:bevor er zu hinter seinen Mandanten trat.

"zu seinem/hinter seinen" - Make a choice Icon_wink
wallbash

Zitat: Zitat:Dr. Finkenhain stand ließ lähmend langsam von seinem BlackBerry ab

Beim Überarbeiten was vergessen? Icon_wink
wallbashwallbash

Vielen Dank für die Hinweise! Hach, gelesen werden macht schon Spaß Icon_wink
Liebe Grüße,
Lehrling

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10-01-2012, 15:32
Beitrag #10
RE: Die Causa Wartenberg - Teil 5
Liest sich ja sehr flott, der Wartenberg. Sehr entspannend, wenn man nicht immer so viel Zeugs auf einmal durchnehmen muss, wobei ich bei dir eh wenig anzukreiden habe an Textzeugs. Icon_wink

Zitat:Keine Waffe, keine Zeugen, nur ein Verdächtiger aus einem anderen Verfahren, der kurz nach den neuerlichen tödlichen Schüssen von der Polizei in der Nähe des Tatortes aufgegriffen wird. Damit konnte man an sich niemanden verurteilen.
-- Würde ich auch mal so sehen.

Zitat:Der Verteidiger lehnte sich im Stuhl zurück und legte die Füße auf den Schreibtisch. Er griff nach der Fernbedienung seines Radios und stellte das Gerät an.
-- Hat Wilke eigentlich nur den einen Mandanten? Es kommt mir so vor, aber eigentlich ist er doch Pflichtverteidiger und kann sich das gar nicht leisten.

Zitat: Gerade lief ein Kommentar zur Affaire Silperdink. Der Journalist begrüßte, dass Minister Silviodink den Rückzug aus der aktiven Politik angetreten habe, geißelte aber zugleich, wie Pontius Westermann seine Hände in Unschuld wüsche und Ministerposten an Kinder verschachere, die nicht einmal in der Lage seien, ihren Amtseid ohne größere Havarien über die Lippen zu bringen.
-- Das iat aber ein bissl hart, so schlimm war es nun auch nicht.

Zitat:»Pa... Pardon, ich muss mich verwählt haben. Auf wiederhören!«
- *g* erkennt sie seine stimme Nicht?

Zitat:Sie musste ihn erkannt haben, da war er sicher. Nach dieser Episode könnte er ihr nicht mehr unter die Augen treten, nie mehr.
-- *lach*

Zitat:»Oh, verzeihen Sie«, hörte er die Frau am anderen Ende der Leitung sagen. »Ich habe mich wohl verwählt. Wiedersehen!«
-- *g* Da hat sie sich aber Zeit gelassen, die Gute. :D

Zitat:»Wilke hier. ... In Ordnung. ... Ja, ich komme.«
-- Bisher hast du immer geschildert, was er hört, nun klingt es als wäre die Perspektive auf jemand anderen im Raum gewechselt. Wenn du indirekt zusammenfassen würdest, was gerade geschieht, fände ich das besser.

Zitat:Er griff nach den Unterlagen in Sachen Wartenberg und machte sich auf zum Polizeipräsidium. Eine Viertelstunde später betrat einen Raum, in dem Pünder und Wartenberg bereits warteten.
-- "sein Mandant"
-- Sagt man nicht eher, Unterlagen zum Fall Wartenberg

Zitat:Der Hauptkommissar blickte verärgert in Richtung des Anwalts, dann auf seine Uhr. Wilke lächelte und nickte kurz, bevor er zu hinter seinen Mandanten trat.
-- Warum setzt der Mann sich eigentlich nicht. Mir wäre das total unangenehm, wenn da immer einer hinter mir stehen würde.

Zitat:»Sie kennen die Waffe.« Pünder fragte nicht, er stellte fest. Wartenberg starrte das Beweisstück an. Sein Mund klappte auf, die Unterlippe zuckte, doch er sagte nichts. Wilke zog die Stirn kraus und neigte den Kopf.
»Herr Wartenberg?« Pünder wirkte zufrieden.
-- Sollte Wilke seinen Mandanten hier nicht beraten?!

Zitat:»Das bringt uns doch nicht weiter.« Der güte Tonfall stand Pünder nicht, auch nicht der bedauernde Blick, mit dem er Wartenberg bedachte.
-- gütige

Zitat: Finkenhain kannte jedermann. Zurheyden fluchte in sich hinein. Ausgerechnet mit einem der wichtigsten Drahtzieher des Landes musste er auf Kriegsfuß stehen.
-- Da das ja nicht erst seit heute ist, finde ich es etwas seltsam, dass er flucht.
Vielleicht eher: "Schon oft hatte er sich darüber geärgert, den Minister beim ... gegen sich aufgebracht zu haben."

So, also wartenberg hat etwas zu verbergen - zumindest kennt er die Waffe. Zurheyden hat eine geheime Affaire. Interessant, interessant. Icon_wink

Bin gespannt, wie es weiter geht.

LG
Addi

Vielleicht werden wir langsam Teile fremder Biographien. (Meistens geht es um (...), Libertine)

Da baumelt die kleine Spinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]
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