Es ist: 18-01-2018, 18:22
Es ist: 18-01-2018, 18:22 Hallo, Gast! (Registrieren)


VI 15 - Erinnerungen
Beitrag #1 |

VI 15 - Erinnerungen
Erinnerungen




Während Träume sich erinnern
hinter meinem Augeninnern
geht die Seele auf die Suche
nach dem eignen dunklen Fluche
tief hinab in eine Zeit
die sich nennt Vergangenheit.


Während Geist und Körper liegen
und vom Schnarchen Balken biegen
hat die Seele längst den Schlüssel
haut mit Kraft den langen Rüssel
in die schlecht verheilte Wunde
und tritt an zur Geisterstunde.


Während ich im Laken schlafe
folgt schon bald die harte Strafe
den die Seele tut bereiten
Grausamkeiten, alte Zeiten
geschlossne Augen sehen klar
die Person die ich mal war.


Schmerz und Leid und offne Narben
die das Leben oft verdarben
Lady Shore und zu viel wissen
sind kein sanftes Ruhekissen
von Gewalt der Kopf berichtet
Albtraum-Cocktail angerichtet!


Wach, verstört und voller Schweiß
alles dreht sich wie im Kreis
schnell ans Fenster mit ner Kippe
mir zittert noch die Unterlippe
ich fühl mich hilflos wie ein Kind
mein Herz bebt leise mit dem Wind.

Du fragst, warum mein Leben Schreiben ist
Ob es mich unterhält?
Die Mühe lohnt?
Vor allem aber, macht es sich bezahlt?
Was wäre sonst der Grund??
Ich schreib allein
Weil eine Stimme in mir ist,
Die will nicht schweigen?" (Sylvia Plath)

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Beitrag #2 |

RE: VI 15 - Erinnerungen
Hallo Angelsdust,

lange haben wir uns nicht mehr gelesen, ich hoffe, das ändert sich bald wieder. Icon_smile 

Dir ist da ein schöner Versipuls gelungen. Ich weiß gar nicht, welche Phrasen vorgegeben waren, was dafür spricht, dass du ein in sich stimmiges und ansprechendes Gefüge geschaffen hast.

Du verzichtest innerhalb der Strophen konsequent auf Satzzeichen, was einerseits gut aufgeht, da du dir mithilfe der Absätze Gliederung und Satzstruktur verschaffst, doch mein penibles Überich kann diese Zeile nur schwer verkraften:


Zitat:geschlossne Augen sehen klar

die Person die ich mal war.


Hier fehlt eindeutig ein Komma, das zwar im Kontrast zum Rest des Textes stehen würde, aber womöglich gerade so nochmal kennzeichnen würde, dass das LI und die Person von damals nicht mehr derselbe sind.


Zitat:Schmerz und Leid und offne Narben
die das Leben oft verdarben
Lady Shore und zu viel wissen
sind kein sanftes Ruhekissen
von Gewalt der Kopf berichtet
Albtraum-Cocktail angerichtet!

Gehe ich recht in der Annahme, dass hier die Rede von Heroin ist? (Um eine Recherche klüger^^). Wie du Drogen hier einbaust, ist der Wahnsinn, so subtil offensichtlich. Ich hatte keine Ahnung, worum es sich hierbei handelt, wusste aber, dass es sich um eine Art Droge handeln muss. Finde, ich sehr toll, dass du ein Gefühl so gut vermitteln kannst, obwohl du es mit unwissenden LeserInnen (wie mich) zu tun hast. Mrgreen

Was kann ich noch sagen: ich bin restlos begeistert von dem Text. Er ist sprachgewaltig und eindrucksvoll, bedient sich dabei dem gängigen Klischee des Durch- bzw Erwachens und interpretiert es doch auf eine völlig neue Weise.

LG

Sniffu

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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