Literatopia
Literarisches Tagebuch - Druckversion

+- Literatopia (https://www.literatopia.de/forum)
+-- Forum: Skriptorium (https://www.literatopia.de/forum/forum-7.html)
+--- Forum: Schreibcafé (https://www.literatopia.de/forum/forum-10.html)
+--- Thema: Literarisches Tagebuch (/thread-136.html)

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32


RE: Literarisches Tagebuch - Trinity of Chaos - 19-05-2011

Zwischendenken

"Und holen!"
Gemeinsam mit den anderen zog sie los, trat vom Weg und schritt ganz sacht über die Wiese; den Blick wie glückssuchend auf das kreuz und quer voneinander abstehende Gras gerichtet. Ein Teil zumindest tat das, einer nur, vielleicht der, der auch die konzentrischen bunten Kreise im Augenwinkel hatte, die ihr Ziel zu sein schienen. Vielleicht. Ihr Körper schien wie von selbst eine etwas schräge Bahn einzuschlagen, als wäre sie schon so oft über diesen Platz gegangen wie die älteren Herrschaften weiter links, wesentlich weiter links, die mit hochkonzentrierten Gesichtern stoisch dastanden; als wäre sie nicht heute zum ersten Mal hier.
Pusteblumen zogen vor ihren irdischen Augen vorbei, trotzig dem Stadtdunst am Himmel entgegengedrückt, und im Vorbeigehen kämpften die Grasarmeen gegen ihre Chucks; chancenlos. Aber obwohl sie es sah und auch irgendwie wahrnahm, waren ihre Gedanken ganz woanders. Vielleicht bei einem Volk aus der Savanne, das seltsame Tiere jagte; und dem nächsten Mittagessen, was es wohl Gutes geben mochte; und vielleicht auch beim wunderschönen Anblick einer vollgeschriebenen Seite, ja, erst gestern hatte sie wieder zufrieden den Füller weglegen können; und bei dem Wetter, das hoffentlich nicht schwüler würde, aber wenigstens war es warm; und bei den sonderbaren Kostümen, die sie sich noch für das Theater ausdenken musste; und wie sie die nächste Handlung konstruieren würde, eigentlich könnte sie ja auch noch einen Charakter einbauen, nicht wahr? Und vielleicht bei allem gleichzeitig, so rasch pfiffen die Gedanken durch ihren Kopf - angenehm. Zeit zum Nachdenken, sie erreichte die Scheibe. Vielleicht dachte ein Teil auch noch kurz "Einmal Gold, das ist wohl nicht schlecht für das erste Mal", aber auch wirklich nur einen Moment lang. Dann schlossen sich ihre Finger um den Aluminiumschaft und zogen und rüttelten ganz von alleine, während ihre Gedanken wieder atomhaft um den Kern ihrer Sorgen, Wünsche und des Alltags kreisten; zurückgehen, nun musste sie nicht mehr auf den Boden gucken.
"Alle hinter der Linie? Gut, dann könnt ihr wieder!"
Den Griff vom Ständer ziehen, die linke Hand passte perfekt um den Griff, als wäre es ihr Gerät. Vielleicht bildete sie sich das auch nur ein; aber das Gefühl war dem ihrer Protagonistin ähnlich, so musste sie fühlen, als sie ihre Waffe bekommen hatte; hinstellen. Ein Teil registrierte die Markierung, die sie während der letzten Passe durch ihre Schuhe in den Wegstaub gedrückt hatte; ihr Körper stellte sich hinein. Im Auto war doch sicher noch das Brötchen vom Bäcker, das konnte sie gleich nachher essen; erst noch die Pfeilauflage treffen, damit nichts verrutschte, vorhin war ja das Visier verrutscht und die Trainerin hatte es nachstellen müssen, aber nun sorgsam zielen.
Konzentration. Auf das Nichts, ein Teil von ihr sah ruhig durch das Visier und sah Gold, andere schwangen im Takt ihrer Gedanken; noch zwei Tage Unterricht, dann war sie durch mit der Schule, kann man das glauben? Vielleicht; den Arm gerade nach hinten ziehen. Ihre Finger berührten das Kinn, die Sehne drückte sacht gegen ihre Nasenspitze und sie lächelte, halb im Alltagskopf versunken. Das würde ihre nächste Protagonistin auch tun, oh ja, das würde sie - würde so stehen und dann loslassen. Sie sah nicht, wohin der Pfeil flog, aber das würde sie ja noch früh genug mitbekommen. So wie sie vorhin erst bemerkt hatte, dass gleich am nächsten Tag ja schon wieder Freitag war, Freitag ... Da konnte ihr Bruder ja den Lateinduden mitnehmen, sie brauchte es ja nicht mehr, letzte Lateinstunde gestern, die Lehrerin war fast gerührt gewesen - so viele Lehrer hatten ihnen versichert, es wären die nettesten Kurse gewesen, taten sie das in den Schulgeschichten nicht auch immer?
"Sehr schön, Leute - und holen! Noch die letzte Passe für heute."
Die letzte? Sie blickte auf, vielleicht etwas benommen von der Stille, der Ruhe, die trotz schwirrender Gedanken in sie eingekehrt war. Stundenlang hätte sie das alles noch weitermachen können, hatte sie nicht schon stundenlang dasselbe getan und nachgedacht?
Es war so ruhig in ihr gewesen, die Zeit hatte ihr eine Pause zum Nachdenken gegeben.
Nächste Woche, dachte sie mit einem stillen Lächeln, werde ich wieder zur Bogenschützengilde fahren.


RE: Literarisches Tagebuch - Dreadnoughts - 21-05-2011

(21.05.2011)

Bücher. Überall. Nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass so etwas in eine gute Buchhandlung gehört. Aber was ist schon eine gute Buchhandlung? Was gibt es dort für Bücher? Wohlgemerkt neben den DvDs, den CDs und dem kleinen Café in der zweiten Etage? Kaffee aus Österreich, in allen Variationen?
Er schüttelte den Kopf.
Nicht viel besser, als in einer Tankstelle.
Er stand vor dem langen Wandregal mit den Neuheiten des Monats. Links Frauenromane und Ratgeber in allen Lebenslagen - gepresst in einen einzigen Abschnitt. Rechts daneben die neuesten Werke aus dem Bereich ...
Fantasy! Er hatte es nur gedacht - hätte er es laut ausgesprochen, hätte es eher wie ein Zischen geklungen. Überall Fantasy. Irgendeine hippe Tussi. Irgendeine Begabung, ein Rätsel, das Schicksal einer fernen Welt. Abgedroschen und übersät.
Eine kleine Truppe von jungen Mädchen tauchte plötzlich wie aus dem Nichts neben ihm auf. Gierige Hände griffen nach Trudi Canavan. Suzanne Collins, Brandon Sanderson und rissen die unschuldigen Bücher aus ihrer Lethargie.
Er knurrte noch nicht einmal leise - aber für die werdenden Damen unhörbar, da der Geist bereits in den ersten Seiten schmökerte.
Ja, eine Fantasy-Tankstelle. Füllt ja euren Geist mit der Magie fremder Welten auf! Könnte sonst sein, dass ihr in der Realität ankommt.
Er wandte sich ab, wollte sich in Richtung Science-Fiction in Bewegung setzen, als ein Mann mit einem T-Shirt durch sein Blickfeld schritt. Weiß beflockt. Mit der Aufschrift 'Abercrombie'.
Das kann es echt nicht sein, dachte er. Wo sind nur die richtig guten Bücher geblieben?

Nach einer langen Kreisodyssee stand er wieder vor den Top 100 mit den Bestsellern des Augenblicks. Sein müder Blick starrte apathisch durch die Vorderseiten der Bücher. Reißerische Titel, erotisch angehauchte Bilder. Meistens leichtbekleidete Damen mit Schwertern in den Händen.
Wenn sonst die Geschichte nichts taugt - wenigstens das Cover bringt es an die heimische Tapete eines jeden Single-Haushaltes.
Daneben standen einige Romane mit den Aufdrucken blasser Gesichter.
Ach ja, dachte er. Die hätte ich ja fast übersehen. Leichenblass mit schwarzen Ringen unter den Augen. Wie bei Besoffenen, die ihre Muttersprache verloren haben. Zumindest bei Normalsterblichen.
Er wollte gerade zu einer neuen Tirade über Vampire ansetzen, als sich ein kleines weißes Büchlein von den unteren Plätzen in sein Blickfeld wand.
"Ach nee", murmelte er, als er den Titel las. "Was versteckst Du Dich da unten?"

"Dread?"
"Ja?"
"Du lächelst."
"Und?"
Ibi kniff die Augen zusammen und starrte ihn argwöhnisch an.
"Was hast Du wieder gemacht?"
"Was ist an einem Lächeln so schlimm?"
"Du lächelst nie."
"Können wir endlich gehen?", fragte er und zeigte auf die vielen Bücher auf Ibis Armen. "Die Schlange an den Kassen ist gerade sehr klein."
"Dread!"
Er hob stöhnend zwei Finger.
"Okay. Ich schwöre, dass ich kein Buch als Türstopper missbraucht habe."
Eisiger Blick antwortete ihm, einige Sekunden herrschte Stille zwischen ihnen. Dann rollte Dread mit den Augen.
"Okay, Okay", flüsterte er und zeigte auf das breite Regal mit der Top 100 in der Ferne. "Zufrieden?"
Vor dem Regal ein Stapel dicker Fantasy-Bücher. Fein säuberlich aufeinander gelegt. Über einen Meter hoch. Oben drauf ein kleines weißes Büchlein.
"Was um Himmelswillen hast Du gemacht?"
Er grinste.
"Ich habe Jack Kerouacs On the Road von den unteren Plätzen gerettet."




RE: Literarisches Tagebuch - jadeaugen - 22-05-2011

D, du hast mich gerade sehr zum Lächeln gebracht =)
Ich war schon sehr oft drauf und dran, gesamte Buchhandlungen auf den Kopf zu stellen - aber meine heimische hat es jetzt wenigstens geschafft, ein halbes (!) Regal "Klassiker" einzurichten, neben den insgesamt 5 Regalen Fantasy und Vampirzeug...

Ein Haiku zur Feier des Tages

Kulturvagabund
wir kochen zum reden - mit
einander süß sauer


RE: Literarisches Tagebuch - lu - 23-05-2011

Erinnerung

Korn steht grün,
die Letztjahrssaat sticht rot hervor.
Zwischen Bergen
graugebrannt
die Seen blau
gebändert Hügelwälder
Wiesenstrich
wir.

Über allem Glanz.

Wären diese Sonnentage
nie zu Ende.

23.5.11


.


RE: Literarisches Tagebuch - lu - 06-06-2011

Beschäftigungstherapie für einen Arzt

Das Internet funktioniert nicht, das e-Cardsystem funktioniert nicht. Keine e-Card, keine Abrechnung mit der Krankenkasse. Der Arzt weiß nicht, was er tun soll. Keine Ahnung von Technik, er steckt sonst die Karte und es funktioniert - nein, vielmehr lässt er stecken. Wie das alles geht ist egal. Die Ordinationsassistenz kommt an. Der Arzt wird unruhig, sie steckt, er steckt, immer noch Fehler. Er greift zum Telephon, lässt zum Telephon greifen. "Ruf an und sag, dass es nicht geht." Er zappelt, geht auf und ab - "..prüf, ob wir auf Ihr System zugreifen können-" - "Sag da steht 'Fehler'!" - "- problemlos zu Ihnen, also liegt der Fehler nicht auf unsrer Seite." - "Und?".
Patienten spähen durch die geschlossene Glastür - was sich denen bietet: ruhig sitzend die Assistenz, kreisend, gestikulierend, ein- und ausgehend der Arzt - "Wer ist hier zuständig?! Lass mich nochmal her!" - der Arzt greift zum Telephon, selbst, schreit die Leute an, mit denen die Assistenz nachher weiter reden muss - "Sie schicken uns hier im Kreis! Jeder sagt, er ist nicht zuständig - machen Sie gefälligst was! Das ist ja kein Zustand hier!!" - herrje!
Findet jemand meinem Arzt was zu tun, damit ich endlich arbeiten kann!


RE: Literarisches Tagebuch - Dreadnoughts - 21-06-2011

*tut-tut-tut*
*klick*


'Hey, Dread. Ich bins. Ja, Mensch, Dich kriegt man ja auch kaum noch an die Strippe! Wie gehts Dir? Haben uns ja lange nicht mehr gesehen! Alles okay? Bist Du immer noch im Klausurenstress?'
"Määäh."
'Was?'
"Määäh!"
Schweigen.
'Gehts Dir gut?'
"Mäh Määäh."
'Du solltest den Kaffee endlich weg-'
"MÄÄÄH!"
'Okay okay, schon gut.'
"Mäh."
Stille.
'Ja, ... öhm, ... Ich ruf später nochmal an.'
"Mäh!"

*klick*
*tut-tut-tut*


Icon_ugly


RE: Literarisches Tagebuch - Lanna - 14-07-2011

~*~

graues leer
und kopfgeist-
sterben
scherben-
lichtgedanken
an die dunkelheit
hinter lidern
mottenflügelschlag
flappflappflapp
in terpentin getränkt

ein funke nur
ein geistesblitz -

und welten stehʼn in flammen

~*~



RE: Literarisches Tagebuch - AngelOfShadow - 21-07-2011

little hope(less)

Manchmal gibt es Tage, an denen alles hell und bunt und laut (in gutem Sinne) erscheint. An denen die Sonne vom Himmel strahlt und das Zwitschern der Vögel allgegenwärtig ist. An denen das eigene Lächeln sich von allein aufs Gesicht stiehlt und anderen ebenfalls ein solches entlockt. An denen Musik komplexer ist und sich die Farben intensiver anfühlen. An denen Erinnerungen keinen Kummer bereiten, sondern man in der Lage ist, aus allem einen positiven Aspekt zu ziehen. An denen trübsinnige Gedanken nicht die geringste Chance haben, zu einem durchzudringen. An denen man sich über kleine Dinge so sehr freuen kann, als wären es die größten erfüllten Träume der ganzen Welt. Tage, an denen man die ganze Welt umarmen möchte und nicht weiß, mit welcher Person man anfangen soll.

Und dann gibt es Tage, an denen alles eintönig und düster und stumm erscheint. An denen die Sonne einfach nur (ver-)brennt und die Vögel nerven. An denen Farben ihren Glanz verlieren und Musik nur noch weh tut. An denen man sich am liebsten eingraben würde, um niemanden zu sehen oder zu hören. An denen die schlimmsten Momente der Vergangenheit ans Licht kommen, die man in die hinterste Kopfecke geschoben hat. An denen dargebotene Hände und aufrichtige Lächeln keinen Trost bieten können. An denen man sich vor und im Schmerz windet und kleine Dinge einfach nicht erkennen kann. Tage, an denen man allein mit sich selbst und all seiner Angst ist und sein muss.

Die Mischung macht’s.
Hell und Dunkel, Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Realismus und Irrationalität, Leichtigkeit und Schwierigkeit, Träumen und Wachen, Kämpfen und Aufgeben, Fallen und Aufstehen – Geben und Nehmen.
Manchmal ist es schwer, den Mittelweg zu finden, das Gleichgewicht zu halten, die Notbremse zu ziehen, nicht von einem Extrem ins andere zu stürzen. Manchmal scheint ein Schritt zurück schwerer als einer nach vorn, manchmal muss man einen Umweg gehen und manche Wege sind länger, schwerer und steiniger als andere. Doch Umwege bieten auch die Möglichkeit, viele neue schöne Dinge zu entdecken und sich vielleicht spontan für eine kleine Planänderung zu entscheiden.

Ziele verändern sich. Wichtig bleibt, dass man immer eines vor Augen hat und es genau dort behält. Dann kommen die neue Hoffnung, die neue Kraft, die neue Zuversicht fast ganz von allein.
Und mit ihnen wieder helle, bunte und laute Tage.

(21.07.2011)


RE: Literarisches Tagebuch - jadeaugen - 13-08-2011

Ein kleines Mädchen sitzt auf einem dieser hässlichen Drehkarusselle, der rote Lack ist fast gänzlich abgeblättert. Das Spielgerät trägt Narben vieler Sommer und Winter, von Kinderhänden und Taschenmessern, Flaschenscherben und Hoffnungslosigkeit. Um das Kind herum, auf dem Spielplatz, ist niemand, nichts, das lebt. Boden und andere Geräte sind mit Buchseiten gepflastert. Dann eine Plexiglasscheibe, wie ein Aquarium, und außen die Welt. Manchmal kommen andere und schmieren die Scheibe mit Edding-Liebesgrüßen oder Hakenkreuzen voll, doch die meisten Menschen sind in Eile, hasten an dem Mädchen hinter Glas vorbei. Manche nehmen sich die Zeit, eine kleine Kurbel zu bedienen, mit der sich das Karussel des Mädchens in Bewegung setzt.
Sie erinnert sich daran, wie sie früher immer "Schneller, schneller!" rief, und kaum jemand sie beachtete.
Heute sind es zu viele, die an der Kurbel drehen.

Jade wird langsam schwindelig.


RE: Literarisches Tagebuch - Dreadnoughts - 20-08-2011

Zwischenwelten
(20.08.2011)

Kostenartenrechnung, Kostenartenrechnung ...
Das Kamerabild steht am Boden, erfasst die Treppen zur Tür. Eine Katze, die die längerwerdenden Schatten im weiten Hof beobachtet. Hinter ihr der Turm. Der mächtige Turm, der nur noch auf den Bildern der Vergangenheit steht.
Läuft das Spiel schon? Dortmund gegen Nürnberg. Und wieso hat nur meine Frau eine Karte?
Das Bild erhebt sich, schwenkt durch den Hof. Der Eingang zum Blutgericht. Horror, Dexter Morgan? Nein, nur der Ort, wo alljährlich abends die Weinfässer angeschlagen wurden.
Husarin? Victoria, Victoria. Eingedeutet oder angedeutscht? Himmel, ich brauche einen Titel!
Einige Personen, Schatten ihrerselbst, torkeln trunken aus der Schlossschänke. Fallen hin, brechen sich übers Knie bis auf den Grund - ach, das war poLet.
Kostenarten sind unter anderem fixe, variable und oder Einzel- und Gemeinkosten.
Die Kamera erhebt sich von der erbärmlichen Szene am Boden, wendet sich den Dächern der Mauern zu. Wie ein Vogel fliegt sie darüber hinweg. Dahinter die Stadt. Alte Häuser aus der Gründerzeit. Im Norden die noblere Gegend. Maraunenhof mit seinem geplasterten Bismarckplatz. Und das kleine Stadion.
Kostenstellenrechnung beinhaltet den Betriebsabrechnungsbogen, in dem entweder mittels Anbauverfahren, Stufenleiterverfahren oder dem Iterationsverfahren die Primärkosten der Hauptkostenstellen auf die jeweiligen Endkostenstellen verteilt werden.
Straßenbahnen, am Platz des alten Kaisers, dessen Hand mahnend nach oben zeigt. Der Phosphor kam von dort und brannte sich durch die Dächer und Mauern.
Dieses Jahr muss es ein Straßenfeger werden! Es-muss-einfach ...
Eine Haltestelle in der Mitte der breiten Straße. Wartende Menschen. Frauen mit Hutnadeln, daneben ein Polizist, der ihnen einen Verweis auferlegt. Daneben irgendwo am Rand, dort wo beide Pregel zusammenfließen: Einige Restaurationen, Stühle und Tische im Freien, besetzt von älteren Herrschaften mit ihren Zeitungen und dampfenden Zigarren. Handgedreht.
Kostenträgerrechnungen umfassen die Divisions- und die Äquivalenzziffernrechnung, sowie die einfache beziehungsweise mehrfache Zuschlagskalkulation.
Ein friedlicher Tag im Fischdorf. Gegenüber der Kneiphof, der mit seiner Spitze fast den Himmel berührt. Auf der anderen Seite das Hundegatt. Regungslose Fischerboote dümpeln am Kai. Und die längst vergangene Sonne glitzert auf dem Wasser.
Wie läuft das Spiel? Schon ein Tor?
Irgendwo bleibt die Kamera über der Stadt hängen, schweben. Stillstand. Nur eingedeutet, alles vergangen, das Hirn schrubbt sich noch einen Wolf.
Himmel, schon so spät?
Der Rest der Stadt verblasst im Weiß der Gegenwart.
Meine Güte, wollte ich nicht lernen?