Literatopia
Literarisches Tagebuch - Druckversion

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RE: Literarisches Tagebuch - AngelOfShadow - 24-05-2013

Die Hände voller Kunstblut, das Herz voller Liebe, der Kopf voller Worte.
Und um mich herum: Die pure Stille.

Hamburg - Kiel - Hamburg. 24.05.2013


RE: Literarisches Tagebuch - AngelOfShadow - 27-05-2013

Nachwehen.

Wortfetzen im gedankenstillen Raum.
Gedankentoben im luftleeren Nichts.
Gefangen im erinnerungsschweren Chaos.
“Davonkommen ist ein hässlich verpacktes Geschenk.”

Kiel, 24.05.2013


RE: Literarisches Tagebuch - lu - 06-06-2013

.

Wäre es
der zweite Mai;

ich würde dich
umarmen,
so
als dürften wir uns
nie mehr sehn

und lachend
weinend

sitzen
neben dir,
den ganzen Tag,
und mit dir

atmen,

wortlos, still;

hinein in deinen
Abend.

6.6.2013


.


RE: Literarisches Tagebuch - Adsartha - 06-06-2013

Wie immer wunderschön, lu. Icon_smile

PS @ Angel: Kreative Beiträge! Zeit für ein eigenständiges Gedicht im Lyrikatelier?


RE: Literarisches Tagebuch - Trinity of Chaos - 12-06-2013

Über
Zeitbedeckte Verständnispfadskizzen
Geschwebt.

Bei
Sorgbelustigten Mitgedankenbewohnern
Gelebt.

Zwischen
Seitenverknitterte Gedankenwerklichkeiten
Gestapelt.

Unter
Bedingtgenossenen Wissensdurststhemenkarten
Abgelegt.

Im Leben
Abgeheftet.

Aber noch nicht ganz.

Ich werde wieder da sein, im Abendrot der Erkenntnis. Wenn ich blinzle, für den Tag ein letztes Mal, und sehe, dass all die Arbeit sich auf diesen Moment stützte. Der, in dem ich mich hinstellen muss, dort harren muss, im Instant-Rampenlicht von Referaten. Der, der dann gerade in Frischvergangenheit samt geborgen wird.
Ich werde blinzeln und wissen - und die Nacht wird mir das Schreiben zurückbringen.



RE: Literarisches Tagebuch - lu - 15-06-2013

.

Wir reichen unsre
Toten weiter;
alle paar Wochen
in das
nächste Haus.

Reihum die blinden
Lebensbande
(aufgelöst):
Stumm reichen wir die
Toten weiter,

aus unsrem
weltverlornem Atmen
in ihr

Fehlen.

15.6.2013


.


RE: Literarisches Tagebuch - poLet - 11-07-2013

11.07.2013


Ständchen: Stößchen aufs Weltchen

Auf ewig Lupinen schulterhoch
auf hitzzerflirrten Feldern,
drunter, metertief, ein Saurierknoch’
bei kelt’schen Feuermeldern;

für immer Dir flussseits Schattenplatz,
Windstaffeleien, Sprachen,
die erzählen mögen von dem Schatz,
der verwurzelt ist im Brachen;

auf ewig Welt, die sich auch verirrt
im Hitzzement, wo Sonne flirrt,
auf ewig Welt Dir, wohlgemeint,
immer, solang Dir Sonne scheint.

Prost!


RE: Literarisches Tagebuch - Eselfine - 13-07-2013

13.07.2013

Rückkehrer und ihr -
mückenstichgeplagtes wunderlecken
im Licht-
Flecken auf den Blättern
flüstern im Wind
vergangener Hügel,
die
Spatzen der Erinnerung

nur - ich
atme stille
zersteche stille
erschlage stille
unsichtbare Feindbilder
aus-
zeit.
Vergangen im träumenden Kofferpacken.


RE: Literarisches Tagebuch - Trinity of Chaos - 13-07-2013

Eine Entschuldigung

In Windeswirren eines
unklaren Geistes.

In den Rostketten eines
vorübergehenden Alltags.

In den Zweifeln eines
unerfahrenen Herzens.

In den Fluchttunneln einer
selbstgewandten Suche.

In der Zeit einer
fordernden Zusammenkunft
von ... Dingen.

Dingen, die man nicht in Worte fassen kann. Dinge, die einen zutiefst verwirren und von dem abhalten, was nach Aufmerksamkeit verlangen dürfen sollte. Dinge, die ich zerreißen, wenn sie mich definieren sollen, wenn ich sie fassen will. Dinge, die ich hinter mir glaubte, obwohl sie nie passierten.
Bei denen mir die Menschen, mit denen ich so gerne darüber reden würde, nicht helfen können.
Grauenschöne Dinge. Und ein bisschen halbverlorene Hoffnung.
(Es kommt gerade einiges zusammen, das ich nicht so geplant hatte. Es tut mir Leid.)


RE: Literarisches Tagebuch - LaFleur - 17-07-2013

Freiheit

Will ich ein Vogel sein?
Mit seid´nen Fesseln am Bein?

Will ich Flügel haben?
Und damit den Abflug wagen?

Ein Schwarm der gen Süden fliegt,
soweit sich der Horizont biegt?

Kann ich ein Vogel sein?