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Literarisches Tagebuch - Druckversion

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RE: Literarisches Tagebuch - Glutamat - 19-12-2014

Gerade kehre ich aus Wolkenkuckucksheim (Cloud-Cuckoo-Land) zurück, um nach der Sprache der Vögel zu suchen. Ich habe sie leider nicht gefunden. Dort habe ich jedoch erfahren, dass Kernenergie überhaupt nichts mit Aprikosenkernen zutun hat, was zur deutlichen Entlastung von Persipan führen wird. Jedoch kann auf das Erhitzen der Kerne wegen dem Amygdalin nicht verzichtet werden. Das Amygdalin widerum scheint nur am Rande etwas mit dem Corpus amygdaloideum in unserer Birne zutun zu haben. Also: Wir haben kein Persipan in der Birne. Aprikose küßt Birne letztlich nur auf die Mandel, die eigentlich überhaupt keine ist. Alles sehr verwirrend. Und das zur Weihnachtszeit. Ich wollte das hier nur kurz erwähnen. Icon_confused


RE: Literarisches Tagebuch - Trinity of Chaos - 19-12-2014

[Freitagsvorfreuden]

Zwischen Elis und Elysium weihen meine Gedanken sich dem einen Herz, das mir entlaufen durch den Regen tanzt; schnuppernd glänzenden Gleisen folgt; zwischen Zug und Bahnsteig geschwappt sehnsüchtet;
wartet.
Auf uns, auf den einen Zug - den einen Moment, die nächste Ewigkeit
Und es wittert kein Espenlaub, während es dem fernen Gesang der Fledermäuse lauscht, das sich mit jedem pochenden Schlag zum Sturmauge verdreht.


RE: Literarisches Tagebuch - Glutamat - 23-12-2014

Nur wer Glück besitzt, kann es auch wieder verlieren...


RE: Literarisches Tagebuch - AngelOfShadow - 15-01-2015

Und plötzlich schleicht sich ganz heimlich, von hinten, auf Zehenspitzen dieses leise Gefühl an.
Umgreift Deine Arme mit kalten Händen, packt Dich mit sanfter Gewalt und ringt Dich zu Boden.

"Steh auf", flüstert es Dir heiser zu, "steh einfach wieder auf."
Doch Du, Du kannst einfach nicht.
Bleibst liegen, rollst Dich zusammen, ziehst Dich in Dich zurück, versteckst Dich vor der Welt.
Aber vor Deinen Gedanken und vor diesem Gefühl kannst Du Dich nicht verstecken.

Denn Erinnerungen sind wie das Netz einer Spinne.
Vielleicht siehst Du sie nicht sofort.
Doch wenn Du erstmal drin steckst, gibt es keinen Ausweg.
Nie mehr.

Und wohin solltest Du auch flüchten?

~ 15.01.2015 ~



RE: Literarisches Tagebuch - Eselfine - 18-01-2015

18.01.2015

Irgendwo in einem Vogelkäfig
auf einer Stange
hoch über verstreuten Körnern
spiegelt sich die Vergangenheit
und stößt das Bild mit dem Schnabel an,
hofft auf eine Antwort.

Irgendwo in einem Vogelkäfig
auf einer Stange
wippend und das Gefieder schüttelnd
singt die Gegenwart
Lieder, deren Worte sie nicht versteht,
hofft auf ein Ende der Einsamkeit.

Und die Zukunft ist ein kleines Tier, das in einem Laufrad seine Runden dreht ...

Irgendwo in einem Vogelkäfig
auf einer Stange
sichtbar von allen Seiten
sucht mein Schatten
nach einem Versteck, das es nicht gibt
und fragt:
Who is the lamb and who is the knife?



RE: Literarisches Tagebuch - Eselfine - 19-01-2015

Vögel (19.01.2015)

Im Traum hatten wir
Schwingen, ausgebreitet im Wind –
Und hoch über uns segelte ein Wanderfalke, bereit, uns
Zu jagen, um seinen Hunger zu stillen.

Im Traum hatten wir
Schwingen, gefangen in einem Käfig –
Und aus dem Dunkel entfloh das Ticken einer Uhr, bereit, unser
Spiegelbild an der Fensterscheibe zu schmelzen.

Im Traum hatten wir
Schwingen –
Und ich sah dich Blut weinen, einsam in einer leeren Welt, bereit, mich
Mit dir zu nehmen, wenn du gehst.

Und als wir erwachten, hatten wir
Nichts als unseren Atem
Wandernd in der Unendlichkeit, im Wundern:


Im Traum waren wir
Überreste der Ewigkeit
Flugleere Federn, ausgerupft in froststarrer Nacht –
Wissend: Eines Tages wird jemand kommen, uns aufsammeln und
Vögel aus uns basteln.



RE: Literarisches Tagebuch - Eltair - 23-01-2015

Das hat man von zu viel Herr der Ringe..

Die Felder grün
bei Sonnenschein
wo einst Dunkel
die Wiesen streifte

Mein Herz
es horcht hierhin
wenn es die ersten
Hufen hört

In Paaren
gleichgesinnt
donnern sie dahin

Wiehern
Mähnen Schweif
rhythmische Gebilde

Aber unter all dem Weiß
Braun und Rot
warte ich auf ein Gesicht

Unter den Mengen
Abendrot
glänzen eure Helme

dein Haar weht
wie das der andern
flattert aufgeregt im Wind

Eomer
mein Eomer
die Riddermark
Ihr Eure Heimat nennt

Wo Rohans Männer reiten.

Januar 2015



RE: Literarisches Tagebuch - AngelOfShadow - 25-01-2015

Weil ein "Du fehlst mir." so viel schöner als ein "Ich vermisse Dich." ist.

Manchmal ist es hart, hier zu sein, in dieser Welt, in dieser Zeit, in diesem Augenblick, in diesem Abenteuer. Ohne Dich, ohne dieses Uns, das so wertvoll war.

Du fehlst mir.
Und wie gerne würde ich die Zeit zurückdrehen, hin zu unseren Momenten, diesen kurzen Auszeiten für Kopf und Herz, diesem Innehalten der Welt.

Und vielleicht, ganz vielleicht denkst Du auch manchmal an mich, wo immer Du gerade bist, was immer Du gerade machst. Nur für eine winzige Sekunde, in der sich ein Lächeln auf Dein schönes Gesicht verirrt und wir über all die Unendlichkeit hinaus trotzdem zusammen sind.

Ja. Du fehlst mir. Hier. An jedem Tag.

(Dieses Steinherz habe ich gestern am Venice Beach, im Wasser, gefunden. Maybe it's a sign.)

~Los Angeles, 24.01.2015~

[Bild: cvjjlwkze7b75v7po.jpg]


RE: Literarisches Tagebuch - Eltair - 28-01-2015

Durch's Leben wandeln
deiner Schritte schauen
deinem Lachen lauschen
jede Regung seh'n

Was verbirgt sich
hinter diesen Augen?
Welcher Mensch bist du privat?

Gibt es was
das Du mir zu sagen hast?

Spür die Sehnsucht
wenn ich dein Verhalten sehe
Wer wäre nicht gerne die Antwort
die zu Hause wartet?

Ein ganz besonderes Lächeln
gebührt jenen.

Zwei, füreinander, Liebende


-22. - 23. Januar 2015 -



RE: Literarisches Tagebuch - Eselfine - 01-02-2015

Eisvogel (01.02.2015)

In einem winterglitzernden Traum
Fand ich eine grauweiße Feder …
Versunken im Schlamm und im Rauschen
Verblinkend im gleißenden Sonnenschein.

An einem grasgetrockneten Tag
Folgte ich Flussläufen auf der Suche …
Versunken im Schlamm und im Rauschen
Verblinkend im gleißenden Sonnenschein.

Zwischen luftklaren Sträuchern
Auf der Suche nach grauweißen, erträumten Federn …
Versunken im Schlamm und im Rauschen
Verblinkend im gleißenden Sonnenschein.

Und ich wusste –
An diesem lichtgetränkten See würde ich sie niemals finden …
Versunken im Schlamm und im Rauschen
Verblinkend im gleißenden Sonnenschein.

Doch dann sah ich ein kleines blaues Juwel mit grauweißen Federn …
Fliehend vor meinen Füßen,
versunken im Schlamm und im Rauschen
verblinkend im gleißenden Sonnenschein.

Und die Wellen sangen mein Spiegelbild.