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So weit das Leben trägt (1 von 4) (1878 S.D.) - Druckversion

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Seiten: 1 2


So weit das Leben trägt (1 von 4) (1878 S.D.) - Sternchen - 04-03-2011

Hallo zusammen,

ich bin wieder in Sonstiges gelandet. Weit ab meiner großen Liebe Fantasy, zurück zum Stiefkind Western, das manche von euch schon vor (mein Gott) zwei Jahren kennenlernen durften. Eine Chance hat sich dieses Genre verdient. Ich hoffe manche von euch sehen das ebenso. Darüber hinaus ist mir Adam Chonely aus Totgelebt niemals ganz aus dem Kopf gegangen. Western schreib ich auf eine andere Art als Fantasy. Ich befürchte fast, dass ich wieder wenig Geschmäcker treffen werde, aber trotzdem möchte ich diese Geschichte teilen. Und wer weiß, vielleicht irre ich mich ...

Ich danke schon jetzt für die eventuell kommende Kritik und für Verbesserungsvorschläge.
Es werden noch ein paar Teilchen folgen. Vermutlich zwei.
Vorwissen aus "Totgelebt" ist - denke ich - nicht unbedingt notwendig.
Wer möchte darf und kann aber gerne stöbern. Ich würd mich freuen.




~*~ ~*~ ~*~

Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte ...
(Johnny Cash - Hurt)

~*~ ~*~ ~*~

So weit das Leben trägt

1878: Irgendwo in South Dakota ...

Es gab drei Dinge, die sich selbst der geächtetste Bürger in Rousalt verkniff: Einen Mann im Hinterzimmer eines Saloons feige in den Rücken zu schießen. Eine Frau gegen ihren Willen in ein Bett zu zerren. Und dem alten, schnattrigen Bill ein Bein zu stellen, der die gepflasterten Straßen jeden Tag entlang schritt, als würden sie ihm gehören. Ihm allein. – John Gale war sich für keines dieser Dinge zu schade gewesen. Oder zu gut. Rousalt war ein feiner Ort. Eine feine Stadt in einer verdammt feinen Gegend. Ihre Bewohner trugen Anzüge, um ihre illusionäre Überlegenheit zu untermauern und verschanzten sich hinter Schreibtischen sowie Geldscheinmauern. Scheine, die er stehlen würde. Wenn nicht jetzt, dann in einer Stunde oder am Tag darauf. Vielleicht auch gar nicht. Unwichtig, solange er noch etwas bei sich trug. Einen nicht unerheblichen Teil seines immer schnell schwindenden Reichtums hatte John einer armen Witzfigur gemeinsam mit seiner Faust ins Gesicht geschlagen. Dann war etwas Zeit vergangen. An die letzten zartgrünen Farbblätter würde er sich jedoch ewig erinnern können. An den Moment, als er sie unter einem Kissen versteckt hatte: Durchschwitze Laken. Weiß mit Schmutz und rotgespränkelt. Ein warmer, nackter Körper; flacher werdend der Atem. Der Kopf eines Mädchens – nur ein bisschen zu verdreht, um noch natürlich zu sein. John war augenblicklich bewusst gewesen, zu hart zugelangt zu haben, als ihr Widerstand ihn impulsiv reagieren ließ. Ein Reflex, den er nun bedauerte. Sie hatte Besseres verdient. Und er, John Gale, ein Quäntchen mehr Seelenfrieden.
„Dreißig Dollar für das Pferd. Nicht einen weniger“, riss ihn nun – zwei Stunden später – Rousalts schmierigster Händler, den er beinahe vergessen hatte, aus seinen Gedanken. John blickte auf und in die Augen des Mannes, der ihn unter zusammengezogenen Brauen musterte. Durchgeschwitzt. Grimmig kaute der Mann auf seinen Lippen und schob seinen schlampig gearbeiteten Ein-Dollar-Hut unruhig hin und her. Eigentlich müsste er sich sicher fühlen, in seiner durchaus ansehnlichen Scheune, seinem Geschäft – doch irgendetwas schien ihn stetig nervöser werden zu lassen. Oder irgendjemand. Feilschen kann man auch gut mit sich selbst, dachte Gale. Eines der wenigen Dinge, die er über das Leben wirklich wusste. Schweigen war der Schlüssel zum Erfolg.
„Einverstanden“, flüsterte John müde. Blieb an Ort und Stelle stehen und sah in das weite Land hinaus, das mit züngelnden Fingern nach ihm griff. Eine lichte Gegend ohne Verstecke. Ohne Schutz. Zu grün, um sein Grab zu werden. John würde überleben und weiter fliehen. Zumindest bis er das dahinter liegende, unwirtliche und altvertraute Gelände erreichte. Grau, karg, trostlos – verdorrt. Er hatte die Karten gut studiert, wusste wohin er wollte und dass er Rehauge seine Gelegenheit auf Rache – nach all den langen Monaten – schuldig geblieben war. Jetzt, wo er das eindringliche Summen des Windes vernahm, lockender als je zuvor, war er sich sicher, seinem endgültigen Ziel nahe zu sein. Dort, im Nirgendwo. Weit weg von anderen Frauen, die seiner nie gleich gekommen waren. Weg von Geldscheinmauern. Nah einer totgelebten Vergangenheit.
Es würde kein Morgen geben.
„Haben Sie in den letzten Stunden einen Mann in die Stadt reiten sehen?“, fragte John.
Der Händler starrte ihn fragend an. „Viele Männer reiten in die Stadt.“
„An diesen würden Sie sich erinnern.“
Von einem Moment auf den anderen verlor die gebräunte Haut des Mannes an Farbe. Er wirkte nun älter, fast kränklich. Lästige Schmeißfliegen schwirrten um seinen Schädel herum. Es sah aus, als hätte ein einfältiges Unschuldslamm in den Schlund der Hölle geblickt und sei nun daran erinnert worden. Ein Schnauben erklang an Johns Schulter. Er lächelte. Strich mit seiner behandschuhten, rechten Hand über die Stirn des Gaules und warf sein letztes Geld vor sich in den Staub. Tote brauchten keinen Reichtum. Ein Nicken, ein Näherkommen, ein Hinknien, ein hastiges Greifen nach Geld und dann eilte der Händler mit ausufernden Schritten fort. Schritte solcher Natur, als müsse er sein Leben retten. Oder zurück laufen in die angeblich heile Welt eines schützenden, nicht existierenden Alltags. John verfluchte sich im Stillen. Rehauge war nahe. Ihm blieb nicht mehr viel Zeit und dieser Gedanke ließ ihn frösteln. Das Pferd an den Zügeln sowie eine Hand am Sattelknauf haltend, saß er auf und machte sich daran, das verdammte Rousalt zu verlassen. Ein Unwetter kündigte sich an. Die warme Luft, ein dunkler Himmel und die feuchte Frische, die sich auf seine Haut legte, warnten ihn. Mit dem Wetter kannte John sich aus, denn als Rancher war ihm vor langer Zeit nichts anderes übrig geblieben als kurz vor Gewittereinbruch das Vieh zurück in kleinere Koppeln zu treiben. Außer verhungern natürlich. Hungern im Kreis der Familie. Nun, nach Jahren der Einsamkeit, konnte er sich nichts Schöneres ersinnen. Was für ein verflucht naiver Hund er doch gewesen war, sein Heil in der Ferne suchend und seine Existenz, sowie seine Lieben, ein paar Aufpassern überlassend, die sich bei der erstbesten Gelegenheit aus dem Staub gemacht hatten. Natürlich mit Johns Hab und Gut und ohne seine Familie zu schonen.
„Willst du etwa abhauen, Gale?“
Abrupt zügelte John sein Pferd. Es wieherte unwillig; tänzelte seitwärts und riss den Kopf mehrmals hoch. Er kümmerte sich nicht darum, blickte stattdessen gebannt in braune Augen. Da stand er – Rehauge. Lässig und verschmutzt an die Wand des Saloons gelehnt, den John hinter sich lassen musste, um zu verschwinden. Es war nicht mehr weit, dennoch zögerte er. Sein Herz raste, sehnte sich nach seinem früheren Zuhause hinter dem Grün. Mit einem Mal und obwohl es ihn hätte schon so oft erwischen können, kam es ihm unerträglich vor, seinen letzten Atemzug nicht dort zu tun.
Adams rechte Hand streichelte den Colt. Er lächelte auf seine eigene, grausame Art.
„Du weißt, was ich will“, antwortete John.
„Natürlich.“ Rehauge stieß sich ab. Marschierte mit jugendlicher Leichtigkeit zu einem der zwei Anbindepfosten vor dem Saloon und stieg auf ein scheinbar willkürlich ausgesuchtes Pferd. John dachte daran, was die Gesellschaft seiner früheren Meute an dem jungen Mann verändert und auch zerstört hatte. Damals, vor vier Jahren, als die Ebenen, die sie gemeinsam durchquerten, zumeist staubig oder schlammig gewesen waren. Was wohl aus Frank Fox geworden war? Vermutlich tot. Ebenso wie die anderen. Erstickt an ihrer Unvernunft.
„Und du weißt ebenso gut, was ich will.“
„Hier, auf offener Straße?“, zweifelte John.
Adam lachte. Er lachte und lachte.
Dann fasste er sich, zielte und schoss.

weiterlesen ...
Vorgeschichte: Totgelebt (1874 O.H)


RE: So weit das Leben trägt (1) - jeronimus - 04-03-2011

Hallo Sternchen,

ich kann mich an dein "Totgelebt" noch ganz gut erinnern glaub ich. Ich weiß noch, dass mir der Inhalt gefiel, die Sprache aber bei der Sprache angestoßen bin. Ist aber fast immer so ^^

sehr gerne nehme ich mich zum mittag deiner Geschichte an

Zitat:John Gale war sich für keines dieser Dinge zu schade gewesen
hier empfehle ich einen Absatz, weil "Ihm" ist nich gale, hatte ich aber kurz gedacht

Zitat:Einen nicht unerheblichen Teil hatte John einer armen Witzfigur gemeinsam mit seiner Faust ins Gesicht geschlagen. Papier, das Haut durchschnitt. Dann war etwas Zeit vergangen.
da fängt die Sprach wieder an ^^
das davor gefiel mir aber gut, bevor beleidigt bist
Also er hat noch etwas Geld (falls dafür Reichtum steht) und das hat er jemandem abgenommen. Und ihn davor damit vermöbelt, oder? Aber warum schneidet Papiergeld jemandem ins Gesicht? Zumal das sehr unwahrscheinlich ist, selbst wenns direkt aus der Presse wäre. Oder ist das ein Sinnbild?

Zitat:als er sie unser einem Kissen
such den Fehler ... Icon_smile

Zitat:Weiß mit Schmutz und Rot
da du so viele kurze Sätze benutz (was du mir übrigens vorgeworfen hast) haben die wirklich wenig zusammenhang. Und das rot, da musst ich kurz grübeln. ok, irgendwie ist Blut klar aber warum schreibst du nicht "rot - von Blut". ich weiß nicht obs bei nem Western nötig ist alles wie ein Rätsel aufzubauen ...


Zitat:Ein wenig verdreht um natürlich zu sein.
komma vor um

Zitat:John blickte auf und in das Gesicht des Mannes der vor mir stand
komma nach Mannes
und "mir"? Ich perspektive also eines anderen, interessant

Zitat:kaute der Mann mit dem Ein-Dollar-Hut auf seinen Lippen.
hmm ... ist das viel oder wenig? Ein doller war damals sicher nicht so wenig, oder? wenn ein Pferd 30 kostet. Es klingt aber abfällig aus seis vom Wühltisch.

Zitat:Er hatte die Karten gut studiert, wusste wohin er wollte und dass er Rehauge seine Chance, nach all den langen Jahren, schuldig geblieben war. Soll er sie bekommen.
wer ist Rehauge und "eine Chance schuldig bleiben" kenn ich nicht. da fehlt doch was oder? so wie "sich zu rächen" oder "sich zu entschuldigen" also quasi eine Chance für was ...

Zitat:und warf sein letztes Geld vor sich in den Staub
ironisch nachdem der Händler so gefeilscht hat ^^

Zitat:„Haben Sie in den letzten Stunden einen Mann in die Stadt reiten sehen?“
Der Händler bliebt stehen und starrte ihn über die Schulter hinweg an.
„Viele Männer reiten in die Stadt.“
„An diesen würden Sie sich erinnern.“
hehe ...

Zitat:ie sich auf seine Haut legte, warten ihn.
warnten

Zitat:ie sich auf seine Haut legte, warten ihn.
nicht eher "zu suchen"?

Zitat:den man hinter sich lassen musste, um zu verschwinden.
hätt ich gestrichen.

Zitat:kam es ihm unerträglich vor seinen letzten Atemzug nicht dort zu tun.
komma nach vor

Zitat:Es war nicht seines und er tat es nicht, weil er keines hatte, sondern um des Diebstahls Willen.
hätte man auch weglassen können. hätt ich cooler gefunden. Man versteht es trotzdem
Hier hätt ich sprachlich von dir erwartet, dass du "Es gehörte nicht ihm" schreiben würdest

Zitat:„Hier, auf offener Straße?“, zweifelte John.
Adam lachte. Er lachte und lachte.
Dann fasste er sich, zielte und schoss.
cooles Ende

Sodelle.
Bei dir hab ich immer das Gefühl penibler zu sein, aber das liegt sicher daran, dass ich mich mehr auf deine Sachen einlasse. Kennen uns ja ein weilchen ... wahrscheinlich ist es bei dir auch so.

Also: Sehr positiv fällt mir die Atmosphäre auf. Es ist wie der Anfang von "Spiel mir das Lied vom Tod". es passiert sehr wenig und doch ist die Stimmung bedrohlich. Man spürt richtig die Hitze der Sonnen usw.
Deine Stärke ist wie immr der/die Charakter(e). Du setzt dich offensichtlich stark mit ihnen auseinander und ich weiß, du kennst die Figuren genau. Deine angehackten Sätze dienen sehr dazu, den geistigen Zusand des Prots zu untermalen. Gleichzeit - und hier kommt das ABER - empfinde ich es mal wieder als sehr ermüdend. Nicht für diese Passage, aber über länger Zeit würde ich das nicht schaffen. Und ich denke immer daran, dass du irgendwann genug zusammenhast, dass in richtiger Reihenfolge, ein Buch fertig ist ... ich würde dafür ewig brauchen. Für so kurze Texte wirkt es aber sehr gut. Kommt eben drauf an ...

Nur damit du es nicht falsch verstehst, es hat mir gut gefallen. Ich merke aber die ABERs an.

Gruß
jeronimus




RE: So weit das Leben trägt (1) - Sternchen - 09-03-2011

Hallo Jersonimus,

ich freu mich wirklich ganz doll, dass du dich mit meiner Geschichte abgegeben hast, dich ich bald fortsetzen werde. Ein bisschen brauch ich noch, aber es geht munter weiter im Text. Und somit bald auch hier. Als Leser von Totgelebt heiße ich dich dann doppelt Willkommen. Hoffentlich kannst du dich schlussendlich für meine Lösung begeistern, die ich Adam und John auf die Stirn drücke. Icon_smile

hier empfehle ich einen Absatz, weil "Ihm" ist nich gale, hatte ich aber kurz gedacht
=> Ich hab das hier, wie vieles, gleich nach deiner Korrektur umgesetzt. Find ich so auch besser. Als Schreiberling rechnet man ja nicht damit, dass sich der Leser weniger auskennen könnte als man selbst. Dumm, ne? Vor allem, weil ichs schon besser wissen sollte. Da sieht man aber wieder auch, was ein einzelner Absatz ist in der Lage zu bewerkstelligen.

da fängt die Sprach wieder an ^^
das davor gefiel mir aber gut, bevor beleidigt bist
Also er hat noch etwas Geld (falls dafür Reichtum steht) und das hat er jemandem abgenommen. Und ihn davor damit vermöbelt, oder? Aber warum schneidet Papiergeld jemandem ins Gesicht? Zumal das sehr unwahrscheinlich ist, selbst wenns direkt aus der Presse wäre. Oder ist das ein Sinnbild?

=> Ich streue sowas gern ein und gerade an der Stelle hat es mich furchtbar gejuckt. Es ist zum Teil ein wenig Sinnbild und zum Teil auch eine Realität, diese Mischung. Versteh aber deinen Einwand und ich habs vorerst mal entfernt. Auch so liest´s sichs nicht schlecht. Und ein: Ich bin nicht beleidigt! Im Gegenteil ich freu mich, dass du mich drauf aufmerksam machst.

da du so viele kurze Sätze benutz (was du mir übrigens vorgeworfen hast) haben die wirklich wenig zusammenhang. Und das rot, da musst ich kurz grübeln. ok, irgendwie ist Blut klar aber warum schreibst du nicht "rot - von Blut". ich weiß nicht obs bei nem Western nötig ist alles wie ein Rätsel aufzubauen ...
=> Habs deutlicher gemacht und die Bilder so beibehalten. Nun sind wir halb bei rotgespränkelt. Ich glaub das ist ein guter Mittelweg! Icon_smile

komma nach Mannes
und "mir"? Ich perspektive also eines anderen, interessant

=> Eher ein Ausrutscher.

hmm ... ist das viel oder wenig? Ein doller war damals sicher nicht so wenig, oder? wenn ein Pferd 30 kostet. Es klingt aber abfällig aus seis vom Wühltisch.
=> *lach* Dann klingst ja ned schlecht. Mrgreen

wer ist Rehauge und "eine Chance schuldig bleiben" kenn ich nicht. da fehlt doch was oder? so wie "sich zu rächen" oder "sich zu entschuldigen" also quasi eine Chance für was ...
=> "Rehauge" erklärt sich hoffentlich dann mit der Zeit von selbst. Was die Formulierung betrifft, so hätte ich sie natürlich ausformen können, allerdings ists ja hier kein muss, weil mans tatsächlich so schreiben kann. Und ganz überdeutlich würd ich hier nur ungern werden. Ganz einfach weil ja auch John für sich das nicht klar definiert, obwohl er mit Rache rechnet. Unsicherheit bleibt da allerdings ein wenig. Mal sehen, was noch ein paar andere sagen. So lang wart ich ab. Danke trotzdem!

hätt ich gestrichen.
=> Ich möchts gern lachen, weils nochmal betonen soll, dass es Gales Chance ist zu verschwinden. Dass er wählen muss.

hätte man auch weglassen können. hätt ich cooler gefunden. Man versteht es trotzdem
Hier hätt ich sprachlich von dir erwartet, dass du "Es gehörte nicht ihm" schreiben würdest

=> Bin ich noch unsicher.

Bei dir hab ich immer das Gefühl penibler zu sein, aber das liegt sicher daran, dass ich mich mehr auf deine Sachen einlasse. Kennen uns ja ein weilchen ... wahrscheinlich ist es bei dir auch so.
=> Geht mir auch so, ja. Und du drafst es gerne sein. Ich freu mich sogar sehr darüber, da es mir schlussendlich ja auch weiterhilft und ich deine Meinung auch zu schätzen weiß.

Also: Sehr positiv fällt mir die Atmosphäre auf. Es ist wie der Anfang von "Spiel mir das Lied vom Tod". es passiert sehr wenig und doch ist die Stimmung bedrohlich. Man spürt richtig die Hitze der Sonnen usw.
=> Wow. Echt? Ich hatte eher das Gefühl gerade in dem Punkt zu verlieren und zu wenig zu bringen und daher fällt mir jetzt ein richtig doller Stein vom Herzen, dass ichs doch irgendwie geschafft hab! Allein der Vergleich ehrt doch fast! Mrgreen

Deine Stärke ist wie immr der/die Charakter(e). Du setzt dich offensichtlich stark mit ihnen auseinander und ich weiß, du kennst die Figuren genau. Deine angehackten Sätze dienen sehr dazu, den geistigen Zusand des Prots zu untermalen.
=> Danke, danke, danke fürs Lob! Ist mir an der Stelle auch wichtig gewesen!

Gleichzeit - und hier kommt das ABER - empfinde ich es mal wieder als sehr ermüdend. Nicht für diese Passage, aber über länger Zeit würde ich das nicht schaffen. Und ich denke immer daran, dass du irgendwann genug zusammenhast, dass in richtiger Reihenfolge, ein Buch fertig ist ... ich würde dafür ewig brauchen. Für so kurze Texte wirkt es aber sehr gut. Kommt eben drauf an ...
=> Soll heißen für ne KG noch in Ordnung aber nicht für einen Roman, bzw. aus deinen Augen eben absolut nicht für nen Roman? Damit könnte ich gut leben. An meinem Romanprojekt arbeite ich doch noch ein wenig anders und benutzt einen anderen Stil. Hier ist er ganz absichtlich so überzogen gewählt. Ich wechsel mich da gerne ab und probiere mich aus. Bei Wester kam immer irgendwie was in dieser Richtung heraus. Und wenn du es hier noch gut findes (hoffentlich hab ich dich richtig verstanden) dann bin ich sehr zufrieden mit deiner Anmerkung. Ich verstehe was du meinst. Ich bin ja immer noch an "Land der Freien" dran und der Autor schreibt zwar nicht so wie ich, aber die Elemente sind die gleiche. Wahrlich. Auf lange Zeit sehr sehr anstrengend.

Jerso, ich danke dir herzlich für deinen Kommentar! Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen



RE: So weit das Leben trägt (1) - Der Weltenwanderer - 14-03-2011

Hallo Sternchen! Icon_smile

Ich kann mich noch gut an "Tot gelebt" erinnern - deine Geschichte im Nachgang zum Schreibwettbewerb Rost. Meinen Geschmack hast du damals glaube ich getroffen. Mal schauen, wie es diesmal aussieht.


Zitat:So weit das Leben trägt
Der Titel: schön. Drückt für mich einen unbändigen Willen nach Leben aus ... man will es auskosten, ausreizen, aber gleichzeitig schwingt eine düstere Note mit - denn der Titel impliziert ja schon, dass das Leben irgendwann aufhört, zu tragen. Weckt mein Interesse, definitiv.

Zitat:Rousalt war ein feiner Ort. Eine feine Stadt in einer verdammt feinen Gegend. Ihre feinen Bewohner trugen Anzüge, um ihre Nutzlosigkeit zu untermauern.
Ah, wir haben es wieder mit einem harten Hund zu tun. Mittlerweile weiß ich ja, du hast ein Faible für sie. Icon_wink Aber die Stelle gefällt mir, du nimmst uns gut mit in die Gedankenwelt deines Prots.
Nur das "untermauern" gefällt mir nicht so richtig. Wenn man etwas untermauert, dann stärkt man seine Position - man wird sozusagen noch Nutzloser. Aber man kann nur entweder Nutzlos sein, oder nicht. *g* Ich würde hier das Verb "unterstreichen" wählen (im Sinne von "betonen").

Zitat:Einen nicht unerheblichen Teil hatte John einer armen Witzfigur gemeinsam mit seiner Faust ins Gesicht geschlagen.
Seltsam, John klingt eigentlich nicht so, als würde er jemandem seinen Reichtum überlassen, den er niederschlagen kann.

Zitat:Ein wenig verdreht, um natürlich zu sein.
Fehlt da ein "zu" zwischen "wenig" und "verdreht"? Icon_smile

Zitat:Ein Reflex, den er nun bedauerte. Sie hatte Besseres verdient. Und er, John Gale, ein Quäntchen mehr Seelenfrieden.
Ein harter Hund mit einem weichen Kern, hm? Aber je nachdem, wie fest er zu geschlagen hat, wird ihr das Geld auch nichts mehr nützen. Und jetzt? Will er jetzt weg?

Zitat:Dieser sah ihn abwartend an. Durchschwitzt.
Bei uns heist es übrigens "Durchgeschwitzt". Icon_wink
Aber was ich eigentlich will: du hast oben schon "durchschwitzte Laken" - ich glaube du möchtest da keine Assoziation herstellen. Und dann fällt es so einem Spinner wie mir eben als Dopplung auf.

Zitat: Er sollte sich wohl, hier in seiner eigentilch recht ansehnlichen Scheune, seinem Geschäft, sicherer fühlen, doch etwas schien ihn stetig nervöser werden zu lassen.
Das "i" ist an der falschen Stelle. Ich finde, der Satz ist etwas unglücklich formuliert. Einmal ist da das "wohl". Dieses Wort bedeutet für mich eine Vermutung, ein Spekulieren, als Reaktion auf eine Handlung oder ein Detail davor. In mir schreit alles nach einem "eigentlich" und Konjunktiv. Icon_wink
Und dann würde ich die unübersichtliche Struktur etwas aufbrechen. Vorschlag:
"Eigentlich müsste er sich sicher(er) fühlen, in seiner durchaus recht ansehlichen Scheune, seinem Geschäft - doch (irgend)etwas schien ihn stetig nervöser werden zu lassen."
Ich glaube so kommt man als Leser mit dem Konstrukt besser klar. Icon_smile

Zitat:Feilschen kann man auch gut mit sich selbst, dachte Gale.
*lacht* Ein guter Gedanke.

Zitat:Zu grün, um sein Grab zu sein.
Gefällt mir.

Zitat:Grau, karg, trostlos und verdorren.
Verdorrt.

Zitat:Er hatte die Karten gut studiert, wusste wohin er wollte und dass er Rehauge seine Chance, nach all den langen Jahren, schuldig geblieben war. Soll er sie bekommen.
Und da taucht auch schon der Gegenspieler auf. Klingt sehr nach einem rachsüchtigen Pistolero auf der unerbittlichen Jagd nach dem Mörder von keine Ahnung was ... bzw. streicht das fast. Icon_wink

Zitat:war er sich sicher, seinem entgültigen Ziel wieder nahe zu sein.
Endgültig.

Zitat:Weit weg von anderen Frauen, die seiner nie gleich gekommen wären.
Er hatte also eine Frau - und versucht jetzt sie zu vergessen, in dem er Prostituierte schlägt?

Zitat:Lästige Schmalzfliegen schwirrten um seinen verschwitzen Schädel herum.
Ich kenn nur Schmeißfliegen ... aber das heißt ja nix.

Zitat: Er sah aus, als hätte ein einfältiges Unschuldslamm in den Schlund der Hölle geblickt und sei nun daran erinnert worden.
Klingt ganz so, als wäre tatsächlich ein Mann in die Stadt geritten. (Rehauge?)

Zitat:Adams rechte Hand streichelte den Colt. Er lächelte auf seine eigene, grausame Art.
Ich hab mir schon gedacht, dass Rehauge Adam ist. Bekommen wir ein High Noon?

Zitat:John wusste es, denn er war sich mehr als Adam selbst gewiss gewesen, was die Gesellschaft seiner früheren Meute an dem Jungen verändert und auch zerstört hatte.
Das falsche Verb. "Gewiss sein" heißt "sicher/überzeugt sein" - wenn ich mich nicht täusche, ist das Verb, das du meinst "sich bewusst sein".

Zitat:Adam lachte. Er lachte und lachte.
Dann fasste er sich, zielte und schoss.
Geil.
Sehr guter Cliffhanger.

Gut - wir haben hier einen (Ex-)Banditen, der anscheinend hauptsächlich seine Ruhe will und wir haben Rehauge, der ihn jagt - vielleicht gerade weil der nicht mehr Mitglied der Bande ist. Vielleicht hat Adam auch einfach damit begonnen, sie alle umzulegen, einen nach dem anderen.

Mir sind ein paar Rechtschreibfehler und kleine unsaubere Formulierungen aufgefallen, die ich dir oben rausgeschrieben habe. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass du bloß noch einmal hättest drüberlesen müssen, um sie selbst zu finden. Icon_smile
Deine Sprache ist teilweise recht einfach, teilweise aber auch gespickt mit ansprechenden Bildern ... irgendwie passt sie zu der Geschichte, die du erzählst, ungeschönt und kantig - trägt einen Teil zum Gesamteindruck bei.
Insgesamt besteht der größte Teil dieses Teils aus Gedanken von John, ich finde dir gelingt gut, sie uns zu vermitteln - er hat eine recht ungeschönte, desillusionierte Sichtweise auf die Stadt und sein Leben. Irgendwie schön dreckig.
Über diese Gedanken und seine Erinnerung an das Mädchen vermittelst gut eine düstere Atmosphäre - das gefällt mir gut.
Dazu der Cliffhanger am Ende ... ich würde sagen, so weit gefällt mir deine Geschichte.

Liebe Grüße vom Wanderer


RE: So weit das Leben trägt (1) - LadydesBlauenMondes - 24-03-2011

Hallo Sternchen,

schön, dass es von dir wieder was zu lesen gibt. An deinen Western „Totgelebt“ kann ich mich irgendwie auch noch erinnern, der Titel blieb bei mir hängen. Ich bin schon gespannt was mich hier erwartet.

Zitat: Er sollte sich wohl, hier in seiner eigentilch recht ansehnlichen Scheune,

eigentlich

Zitat: „Einverstanden“, flüsterte John fast sanft; müde. Blieb an Ort und Stelle stehen und sah in das weite Land hinaus, das mit züngelnden Fingern nach ihm griff.

Also der zweite Satz ist für sich genommen, eigentlich keiner. Vielleicht irgendwie verbinden, durch ein Komma oder Spiegelstrich?

Gut, ansonsten ist mir jetzt nix aufgefallen. Adam sagt mir natürlich vom Namen her noch was. Hat der in „Totgelebt“ nicht irgendwen erschossen? An John hingegen kann ich mich jetzt grad nicht erinnern, ist der schonmal aufgetaucht? Ja, ansonsten kann ich noch gar nicht soviel zum Inhalt sagen, weil es ist ja erst der Anfang. Aber so als Anfang funktioniert es in meinen Augen schonmal ganz gut. Du stellst uns John schonmal vor und irgendwie umgiebt ihn „Aufbruchstimmung“, die dann von Adam „unterbrochen“ wird.

Viel passiert ist ja noch nicht, ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Liebe Grüße,
Lady


RE: So weit das Leben trägt (1) - Sternchen - 21-05-2011

Hallo zusammen,

ich freue mich, den Samstag wieder einmal für meine Geschichten nutzen zu können und widme mich nun endlich euren Kommentaren über die ich mich furchtbar gefreut hab. Leider dann kurzzeitig vergessen im Chaos des Alltags, nun hier meine Antwort. Und ein von Herzen kommendes Danke!

@ Weltewanderer

Zitat:Ich kann mich noch gut an "Tot gelebt" erinnern - deine Geschichte im Nachgang zum Schreibwettbewerb Rost. Meinen Geschmack hast du damals glaube ich getroffen. Mal schauen, wie es diesmal aussieht.
=> Gut wenn du dich noch erinnern kannst. Das freut mich sehr und ich hoffe, es gefällt dir auch dieses Mal. Für mich persönlich ist es eine sehr wichtige Geschichte. Ich bin gespannt, ob du sie, am Ende angekommen, mögen wirst. Icon_smile

Zitat:Der Titel: schön. Drückt für mich einen unbändigen Willen nach Leben aus ... man will es auskosten, ausreizen, aber gleichzeitig schwingt eine düstere Note mit - denn der Titel impliziert ja schon, dass das Leben irgendwann aufhört, zu tragen. Weckt mein Interesse, definitiv.
=> *freu*

Zitat:Ah, wir haben es wieder mit einem harten Hund zu tun. Mittlerweile weiß ich ja, du hast ein Faible für sie. Icon_wink Aber die Stelle gefällt mir, du nimmst uns gut mit in die Gedankenwelt deines Prots.
Nur das "untermauern" gefällt mir nicht so richtig. Wenn man etwas untermauert, dann stärkt man seine Position - man wird sozusagen noch Nutzloser. Aber man kann nur entweder Nutzlos sein, oder nicht. *g* Ich würde hier das Verb "unterstreichen" wählen (im Sinne von "betonen").
=> Durch deine Anregung hab ich ein wenig überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Bewohner ihre Nutzlosigkeit wohl auch kaum betonen wurden und ich schreibe ja an diesem Punkt fast aus ihrer Sicht, bzw. lasse John Gale diese Warte betrachten. Was hälst du von einer ganz anderen Herangehensweise? - "Ihre feinen Bewohner trugen Anzüge, um ihre illusionäre Überlegenheit zu untermauern." ?

Zitat:Seltsam, John klingt eigentlich nicht so, als würde er jemandem seinen Reichtum überlassen, den er niederschlagen kann.
=> Sollte ich vielleicht herausarbeiten. Er überlässt nicht, sondern er zahlt seine "Schulden". Zumindest dann, wenn er meint, er würde etwas schulden, bzw. weil er Scheiße gebaut hat. Ist etwas verdreht seine Logik. Wobei Gale im allgemeinen nicht mehr sehr auf Geld steht. Warum merkt man vielleicht dann etwas weiter unten. Hoffe ich zumindest.

Zitat:Fehlt da ein "zu" zwischen "wenig" und "verdreht"? Icon_smile
=> Jap. Dankeschön!

Zitat:Ein harter Hund mit einem weichen Kern, hm? Aber je nachdem, wie fest er zu geschlagen hat, wird ihr das Geld auch nichts mehr nützen. Und jetzt? Will er jetzt weg?
=> Jeder Hund der beißt, würde gerne ab und an gestreichelt werden. Jeder Hund hat also einen weicheren Kern. Ob das Geld was nützt, lasse ich jetzt mal dahin gestellt. Für Gale ist es nicht wirklich wichtig. Er hat ja das Geld dagelassen. Ich verweise auf oben: Er bezahlt seine Schuld in dieser Logik. Ist für ihn viel. Früher hätte er daran gar nicht gedacht. *G*

Zitat:Bei uns heist es übrigens "Durchgeschwitzt". Icon_wink
Aber was ich eigentlich will: du hast oben schon "durchschwitzte Laken" - ich glaube du möchtest da keine Assoziation herstellen. Und dann fällt es so einem Spinner wie mir eben als Dopplung auf.
=> Wobei eine Assoziation an der Stelle nicht einmal verkehrt wäre. Gale bringt die Leute gern zum Schwitzen. Oder schwitzt selbst in manchen Momenten gern. Icon_wink

Zitat:"Eigentlich müsste er sich sicher(er) fühlen, in seiner durchaus recht ansehlichen Scheune, seinem Geschäft - doch (irgend)etwas schien ihn stetig nervöser werden zu lassen."
=> Dankeschön. Gefällt mir sehr gut. Icon_smile

Zitat:Und da taucht auch schon der Gegenspieler auf. Klingt sehr nach einem rachsüchtigen Pistolero auf der unerbittlichen Jagd nach dem Mörder von keine Ahnung was ... bzw. streicht das fast. Icon_wink
=> Das ganze Leben dreht sich um Rache. Zumindest für manche. Hier aber, ... nun ja, lies selbst in den Fortsetzungen. Es spielt weit mehr mit.

Zitat:Er hatte also eine Frau - und versucht jetzt sie zu vergessen, in dem er Prostituierte schlägt?
=> *lach* Gale hat schon ganz andere Frauen geschlagen, wie man in "Totgelebt" gelesen hat. Denn Gale ist ja auch dort schon präsent gewesen. Seine Frau kann er denk ich nie ganz vergessen; was er aber weiß ist, dass ihr keine gleichkommt oder gleichkommen darf. Ansonst tut er, was er will, bzw. was ihn reizt in gewissen Momenten.

Zitat:Ich kenn nur Schmeißfliegen ... aber das heißt ja nix.
=> Dann hatte ich das wohl falsch im Ohr. Danke für den Hinweis!

Zitat:Ich hab mir schon gedacht, dass Rehauge Adam ist. Bekommen wir ein High Noon?
=> High Noon? Klärst du mich auf? Icon_smile

Zitat:Gut - wir haben hier einen (Ex-)Banditen, der anscheinend hauptsächlich seine Ruhe will und wir haben Rehauge, der ihn jagt - vielleicht gerade weil der nicht mehr Mitglied der Bande ist. Vielleicht hat Adam auch einfach damit begonnen, sie alle umzulegen, einen nach dem anderen.
=> Ja, vielleicht. Ich bin gespannt, wie du Adam sehen wirst, wenn das alles vorbei ist, denn ich hab mir viele Gedanken zu ihm gemacht, aber ich muss sagen, dass er kein einfacher Charakter ist, ebenso wenig wie Gale selbst. Beide ein bisl zerstört und wirr, aber Adam ... nun er verlangt sehr viel von seinem Leben, vielleicht auch seinem Ende? Wer weiß. Und gleichzeitig ist es aber auch ein Ringen nach Gerechtigkeit. Was mir sehr an ihm gefällt ...

Zitat:Mir sind ein paar Rechtschreibfehler und kleine unsaubere Formulierungen aufgefallen, die ich dir oben rausgeschrieben habe. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass du bloß noch einmal hättest drüberlesen müssen, um sie selbst zu finden.
=> Mein lieber Freund, da täuscht du dich. Ich habs oft gelesen. Ich stelle fest betriebsblind geworden zu sein. Das gleiche Problem hab ich mittlerweile mit meinen Rezensionen. *seufz*

Zitat:Deine Sprache ist teilweise recht einfach, teilweise aber auch gespickt mit ansprechenden Bildern ... irgendwie passt sie zu der Geschichte, die du erzählst, ungeschönt und kantig - trägt einen Teil zum Gesamteindruck bei.
=> Wow, danke! So einen Eindruck hatte ich mir erhofft! *freuspring*

Zitat:Dazu der Cliffhanger am Ende ... ich würde sagen, so weit gefällt mir deine Geschichte.
=> Hach, ... Icon_bussi Ich hoffe, ich kann dich auch im nächsten Teil überzeugen. Hoffe ich sogar sehr, aber da will ich auch wieder nicht zu viel von mir verlangen. Ich muss noch viel lernen. *seufz*

@ Lady

Zitat:schön, dass es von dir wieder was zu lesen gibt. An deinen Western „Totgelebt“ kann ich mich irgendwie auch noch erinnern, der Titel blieb bei mir hängen. Ich bin schon gespannt was mich hier erwartet.
=> Schön, dich wieder einmal unter meinen Geschichten zu lesen. Ist ein gutes Gefühl. Ich bin gespannt auf eine Meinung!

Zitat:Also der zweite Satz ist für sich genommen, eigentlich keiner. Vielleicht irgendwie verbinden, durch ein Komma oder Spiegelstrich?
=> Lieber nicht, wenns nicht allzu störend ist. Ich verstehe diesen Teil durchaus als zum Stil zugehörig in dieser Geschichten. Ein bisschen kantig halt ... hmm ...

Zitat:Gut, ansonsten ist mir jetzt nix aufgefallen. Adam sagt mir natürlich vom Namen her noch was. Hat der in „Totgelebt“ nicht irgendwen erschossen?
=> Ja, ein Kind um zu Gales Bande gehören zu können.

Zitat: An John hingegen kann ich mich jetzt grad nicht erinnern, ist der schonmal aufgetaucht?
=> Der anführer besagter Bande. Von dem liest man auch was in "Totgelebt".

Zitat:Viel passiert ist ja noch nicht, ich bin gespannt, wie es weitergeht.
=> Wirst du bald sehen, sofern du noch Lust hast! Icon_smile

Ich danke für die Kommis!

Herzlichst!
- Sternchen



RE: So weit das Leben trägt (1) - Adsartha - 05-06-2011

Bam! *reinpolter*
Nummer Drei gebührt dir, Sternenkind. Also schnall dich an und ab dafür! ^^

Zitat:ich bin wieder in Sonstiges gelandet. Weit ab meiner großen Liebe Fantasy, zurück zum Stiefkind Western, das manche von euch schon vor (mein Gott) zwei Jahren kennenlernen durften.

-- Ja, ich erschreck mich auch immer so, wenn ich auf die Zeit schaue. Alles fließt davon. Man hat sogar schon Probleme, sich im Hier und Jetzt festzuhalten.
Aber nun zum Werk: Ein Western. Hehee. Es wird also derb. Die Männer stoppelig und die Hände sitzen locker bzw. schweben lässig über den Colts.

Zitat:Western schreib ich auf eine andere Art als Fantasy. Ich befürchte fast, dass ich wieder wenig Geschmäcker treffen werde, aber trotzdem möchte ich diese Geschichte teilen. Und wer weiß, vielleicht irre ich mich ...
-- Was raus will, sollte auch raus dürfen. Icon_wink
Hauptsache dir gefällts.
Nun aber zum Verriss!
Mrgreen

Zitat:Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte;
Millionen Meilen weit weg von hier ...
Ich würde mich selbst beschützen.
Den Weg finden.

-- Der Link ist tot, zumindest bei mir. Icon_wink
Ist in Österreich vielleicht anders.
Die ersten beiden Zeilen finde ich sehr stimmungsvoll. Würde ich fast allein stehen lassen.

Zitat:So weit das Leben trägt
-- Du hast immer sehr interessante Titel. *mal loswerden wollt*

Zitat:Es gab drei Dinge, die sich selbst der geächtetste Bürger in Rousalt verkniff: Einen Mann im Hinterzimmer eines Saloons feige in den Rücken zu schießen, ein Frau gegen ihren Willen in ein Bett zu zerren und dem alten, schnattrigen Bill ein Bein zu stellen, der die gepflasterten Straßen jeden Tag entlang schritt, als würden sie ihm gehören.

-- Sehr schöner Einstieg. Pro
Ein kleiner Wehmut ist dieser angehängte Satz. Ich finde, die Konstruktion lässt ihn holprig wirken und etwas an Wirkung verlieren. Vielleicht: "... stellen, wenn er (beliebige Tageszeit einfügen) die ungeflasterte ..."

Zitat:John Gale war sich für keines dieser Dinge zu schade gewesen.
-- Eigentlich müsste es "wäre" heißen, außer er hat es schon getan. Icon_wink

Zitat:Oder zu gut.

-- Den Anhang verstehe ich nicht. Icon_confused

Zitat:Rousalt war ein feiner Ort. Eine feine Stadt in einer verdammt feinen Gegend. Ihre feinen Bewohner trugen Anzüge, um ihre illusionäre Überlegenheit zu untermauern.
-- Ich weiß die Wiederholungen waren gewollt, aber vielleicht könntest du die Feinheit der Stadt durch bestechendere Adjektive mehr hervorheben? Was macht denn eine feine Stadt damals aus? Was eine feine Gegend? Western spielen doch immer in wüstenähnlichen Gefilden. Anzüge sind so schon fein, brauchen kein Adjektiv und was ist an der Überlegenheit illusionär?
Entweder sie sind es oder eben nicht. Oder möchtest du ausdrücken, dass sie sich die Überlegenheit einbilden? Das kommt nicht heraus.
Versteh mich nicht falsch. Ich mag die Aussage. Ich finde nur, du könntest insgesamt durch den Einsatz von Details viel mehr Wirkung erzielen.

Zitat:Verschanzten sich hinter Schreibtischen und Geldscheinen. Geldscheine, die er stehlen würde. Wenn nicht jetzt, dann in einer Stunde oder am Tag darauf. Vielleicht auch gar nicht.
-- Hm, dein Charakter wirkt etwas zwiegespalten. ^^
Erst der düstere Dieb mit Entschlossenheit und dann der Umschwung ins Lapidare. Schade.

Zitat:Unwichtig, solang er noch etwas Reichtum bei sich trug. Einen nicht unerheblichen Teil hatte John einer armen Witzfigur gemeinsam mit seiner Faust ins Gesicht geschlagen.
-- Er hat sein Geld jemandem ins Gesicht gehauen?

Zitat:An den Moment, als er sie unter einem Kissen versteckte: Durchschwitze Laken. Weiß mit Schmutz und rotgespränkelt. Der Kopf eines Mädchens. Ein wenig zu verdreht, um natürlich zu sein. Ein warmer, nackter, schlanker Körper; flach der Atem.
-- Tolle Stelle!!
Nur würde ich "versteckt hatte" schreiben.

Zitat:John war damals (oder doch vor wenigen Stunden?) augenblicklich bewusst gewesen, zu hart zugelangt zu haben, als ihr Widerstand ihn irrational reagieren ließ.
-- Hm, sehr mysterös der John. Eine gespaltene Persönlichkeit?
Den Zusatz hinter "als" würde ich streichen. Er ist nicht wirklich nötig und blockiert den Lesefluss.

Zitat:Verbissen kaute der Mann mit dem Ein-Dollar-Hut auf seinen Lippen.

-- "Verbissen" passt hier vielleicht nicht so gut, wenn er doch eh schon kaut. Icon_wink
Vielleicht "grimmig"?
Cooler und Stimmiger fänd ich übrigens ne Kippe oder einen Grashalm.

Zitat:Eigentlich müsste er sich sicher fühlen, in seiner durchaus recht ansehlichen Scheune, seinem Geschäft - doch irgendetwas schien ihn stetig nervöser werden zu lassen."

-- Hier sind dir Gänsefüschen reingerutscht.

Zitat:„Einverstanden“, flüsterte John fast sanft; müde.
-- Wollte er den Mann nicht noch hinhalten? Oder haben wir das stille Feilschen den Mannes verpasst, weil wir in John Gedanken waren?

Zitat:Blieb an Ort und Stelle stehen und sah in das weite Land hinaus, das mit züngelnden Fingern nach ihm griff.
-- Es brennt also? Icon_wink

Zitat:Er hatte die Karten gut studiert, wusste wohin er wollte und dass er Rehauge seine Chance, nach all den langen Jahren, schuldig geblieben war.

-- Chance ist zu Englisch für diesen Text. Gelegenheit würde ich passender finden.

Zitat:Soll er sie bekommen.
-- Eben wollt er doch noch weglaufen? O_o

Zitat: Jetzt wo er das eindringliche Summen des Windes vernahm, intensiver und lockender als je zuvor, war er sich sicher, seinem endgültigen Ziel wieder nahe zu sein. Dort, im Nirgendwo. Weit weg von anderen Frauen, die seiner nie gleich gekommen wären. Weg von Geldscheinmauern. Nah der essentiellen Vergangenheit.
Es würde kein Morgen geben.
-- Pro

Zitat:Der Händler bliebt stehen und starrte ihn über die Schulter hinweg an.
-- blieb

Zitat: Nun, nach fünf Jahren der Einsamkeit, könnte er sich nichts Schöneres ersinnen.

-- "konnte" sagt mir mein Bauch.

Zitat:Die Ranch ein paar Aufpassern überlassend, die sich bei der erst besten Gelegenheit mit seinem Hab und Gut und dem Kopf seiner Frau aus dem Staub gemacht hatten.
-- Wie schon im Satz zuvor - Sorry, hab ich aus versehen gelöscht Icon_ugly fände ich eine Verbindung mit "zu" besser als diese Formulierung.

Zitat:Stattdessen blickte gebannt in rehbraune, von dichten Wimpern umgebene Augen.

-- *er* einschieb
Wie nah steht der denn, dass der in die Augen sehen kann?

Zitat:Sein Herz raste; sehnte sich nach seinem früheren Zuhause hinter dem Grün.
-- Du hast ein paar Mal Strichpunkte gesetzt, wo eigentlich Kommata hingehören. Strichpunkte teilen Sätze, die eine Verbindung haben - aber auch allein stehen können. Dies ist hier nicht der Fall, da du das selbe Subjekt verwendest.

Zitat:„Du weißt was ich will.“
-- "Du weißt, was ich will."
Ich dachte, dass sagt Rehauge.

Zitat:John wusste es, denn er war sich mehr als Adam selbst bewusst gewesen, was die Gesellschaft seiner früheren Meute an dem Jungen verändert und auch zerstört hatte.

-- das ist zu viel

Zitat:Damals, als die Ebenen, die sie gemeinsam durchquerten, zumeist staubig oder schlammig gewesen waren. Was aus Frank Fox wohl geworden war? Vermutlich tot. Ebenso wie die anderen. Erstickt an ihrer Unvernunft.

-- Hier würde ich einen Absatz setzen. Ebenso vor diesem hier:

Zitat:„Und du weißt ebenso gut, was ich will.“

Zitat:„Hier, auf offener Straße?“, zweifelte John.
Adam lachte. Er lachte und lachte.
Dann fasste er sich, zielte und schoss.[/align]
-- Etwas unschön formuliert. Vielleicht fällt dir noch etwas Besseres ein?

So, fertig.
Sprachlich gefällt es mir bis auf einige wenige Hürden sehr gut. Auch liest es sich meist fehlerfrei und flüssig. Vielleicht hättest du an der ein oder anderen Stelle etwas ins Detail gehen können, dafür hast du aber schöne Formulierungen drin. Icon_smile
Größtes Manko für mich ist die Art wie du John herüberbringst. Er will etwas, dann wieder nicht, wirkt dadurch etwas unausgegoren. So als wärest du dir selbst nicht ganz im Klaren gewesen, wie du ihn gestalten willst: eckig und raufgängerisch mit dem Ziel nach Hause zu kommen oder lapidar mit einer alles egal Haltung.
Das würde ich mir an deiner Stelle noch einmal anschauen.

Liebe Grüße
Addi





RE: So weit das Leben trägt (1) - Sternchen - 06-06-2011

Holla liebste, reinpolternde Addi,

schön, dich wieder einmal unter meinen Geschichte zu finden. Mein erster Kommentar, als ich deine Kommentare nur gesehen hab war "Ohohohoho - autsch". Irgendwie erwart ich ja tatsächlich immer schon einen netten Verriss von dir. Aber auf der anderen Seite; ich find deine Meinung, auch wenn sie nicht immer meine ist, schon sehr anregend. Es ist erfrischend Kritik von jemanden zu bekommen, der nicht immer ganz mit meiner Schreibe kann. Interessant auf alle mal. Icon_smile

-- Ja, ich erschreck mich auch immer so, wenn ich auf die Zeit schaue. Alles fließt davon. Man hat sogar schon Probleme, sich im Hier und Jetzt festzuhalten.
=> Fließen ist ein gutes Wort.

Aber nun zum Werk: Ein Western. Hehee. Es wird also derb. Die Männer stoppelig und die Hände sitzen locker bzw. schweben lässig über den Colts.
=> Yeah! Toll, ne! *G*

-- Der Link ist tot, zumindest bei mir.
Ist in Österreich vielleicht anders.
Die ersten beiden Zeilen finde ich sehr stimmungsvoll. Würde ich fast allein stehen lassen.

=> Nein, das hat alles schon so seinen Sinn. Versuch mal diesen Link! Hoffentlich mag der gehen.

-- Du hast immer sehr interessante Titel. *mal loswerden wollt*
=> Dankeschön!

-- Sehr schöner Einstieg.
Ein kleiner Wehmut ist dieser angehängte Satz. Ich finde, die Konstruktion lässt ihn holprig wirken und etwas an Wirkung verlieren. Vielleicht: "... stellen, wenn er (beliebige Tageszeit einfügen) die ungeflasterte ..."

=> Danke für den Vorschlag und schön, dass dir der Einstieg gefällt. Ich find deine Version auch gut, aber ich persönlich verabscheue das Wörtchen "wenn". Ich kanns daher leider nicht übernehmen.

-- Den Anhang verstehe ich nicht.
=> Ist eigentlich ein Wortspiel, das zum Nachdenken anregen soll. Ist man sich nun "zu schade" oder "zu gut", um so etwas zu tun. Ich möchts gern so stehen lassen, weil mir das gut gefällt.

-- Ich weiß die Wiederholungen waren gewollt, aber vielleicht könntest du die Feinheit der Stadt durch bestechendere Adjektive mehr hervorheben? Was macht denn eine feine Stadt damals aus? Was eine feine Gegend? Western spielen doch immer in wüstenähnlichen Gefilden. Anzüge sind so schon fein, brauchen kein Adjektiv und was ist an der Überlegenheit illusionär?
=> hmmm, ... um ehrlich zu sein ist mir die Stadt eigentlich nicht sehr wichtig, deshalb hab ich sie nicht näher beschrieben. John sieht das, was er sieht. Illusionäre Überlegenheit. Ich finde das ist einleuchtend, wenn man ihn als gesetzlose Person betrachtet. Fein ist bei ihm viel. Ich bin sicher so mancher Bewohner würd sich nicht einmal als fein bezeichnen, er jedoch hat seinen eigenen Vergleich. Ich werd mir mal überlegen, was sich da noch machen lässt und wie sinnvoll das für mich wär. Mal schaun. :o)

-- Hm, dein Charakter wirkt etwas zwiegespalten. ^^
Erst der düstere Dieb mit Entschlossenheit und dann der Umschwung ins Lapidare. Schade.

=> Schade, wenn du für zwiegespaltene Charaktere nix übrig hast. Einen selbstsicheren Revolverhelden suchst du hier allerdings umsonst. Gale ist etwas krank, kaputt und alles andere als entschlossen, sag ich mal. Kommt dann natürlich aber wieder auf manches an.

-- Er hat sein Geld jemandem ins Gesicht gehauen?

=> Hat was, ne. Geld, Faust - klatsch. Mrgreen

-- Tolle Stelle!!
Nur würde ich "versteckt hatte" schreiben.

=> Dankeschön. Änderung übernommen. Da war ich selbst länger unsicher.

-- Hm, sehr mysterös der John. Eine gespaltene Persönlichkeit?
Den Zusatz hinter "als" würde ich streichen. Er ist nicht wirklich nötig und blockiert den Lesefluss.

=> hmmm, ... mir gefällt der Zusatz irgendwie.

-- "Verbissen" passt hier vielleicht nicht so gut, wenn er doch eh schon kaut.
Vielleicht "grimmig"?
Cooler und Stimmiger fänd ich übrigens ne Kippe oder einen Grashalm.

=> Da hast du Recht! *G* Kippe oder Grashalm wäre zu locker, irgendwie. Der Typ ist ja recht verzweifelt, daher gefallen mir die Lippen ganz gut. Grimmig würd hingegen super gut passen. Danke!

-- Wollte er den Mann nicht noch hinhalten? Oder haben wir das stille Feilschen den Mannes verpasst, weil wir in John Gedanken waren?
=> Letzteres war der Fall. Wird das so schlecht klar?

-- Es brennt also?
=> Jop. Das brennende Land. Passt gut zur staubigen Steppe, die dahinter wartet; heiß und karg.

-- Chance ist zu Englisch für diesen Text. Gelegenheit würde ich passender finden.
=> Okay.

-- Eben wollt er doch noch weglaufen? O_o
=> hmmm, .. also eigentlich hab ich die Gegend beschrieben, dann sein Wissen, dass er Überleben würde, bis dorthin wo es karg und Staub ist. Dort würde Rehauge seine Chance bekommen. So sollte es rüberkommen. "Dort" würds also passieren. Ich weiß ned, wie ich das deutlicher machen könnte. Hmm, ...

-- "konnte" sagt mir mein Bauch.
=> Guter Bauch. Icon_smile

-- Wie schon im Satz zuvor - Sorry, hab ich aus versehen gelöscht fände ich eine Verbindung mit "zu" besser als diese Formulierung.
=> Dabei bin ich sehr stolz auf die Formulierung.

-- *er* einschieb
Wie nah steht der denn, dass der in die Augen sehen kann?

=> Danke fürs "er". So nah eben, dass er seine Augen sieht. Die Meter hab ich nicht abgemessen, aber ich kann John sehr gern drum bitten. *lach*

-- "Du weißt, was ich will."
Ich dachte, dass sagt Rehauge.

=> Der hat aber doch zuvor gefragt ob John abhauen will.

-- das ist zu viel
=> Was genau?

-- Etwas unschön formuliert. Vielleicht fällt dir noch etwas Besseres ein?
=> Nö, glaub nicht. Ich finds schon gut so.

So, fertig.
Sprachlich gefällt es mir bis auf einige wenige Hürden sehr gut. Auch liest es sich meist fehlerfrei und flüssig. Vielleicht hättest du an der ein oder anderen Stelle etwas ins Detail gehen können, dafür hast du aber schöne Formulierungen drin.

=> Wow, es hat dir sprachlich gefallen. Nun, das find ich ganz toll. Meist treffe ich ja eher nicht deinen Geschmack. Ich hab während des Projektes übrigens an ner Fantasy-Geschichte gearbeitet. Bzw. am "Herzblut" in der Fortsetzung. Ich bin super gespannt, was du zur Überarbeitung sagen wirst; also zum Stil. Da würd mir deine Meinung dann sehr viel bedeuten. Das mit den Details werd ich mir noch genauer ansehen und mir auch dann wohl zukünftig zu Herzen nehmen. Da müsste mehr möglich sein, eigentlich, ja. Bestimmt. Icon_smile

Größtes Manko für mich ist die Art wie du John herüberbringst. Er will etwas, dann wieder nicht, wirkt dadurch etwas unausgegoren. So als wärest du dir selbst nicht ganz im Klaren gewesen, wie du ihn gestalten willst: eckig und raufgängerisch mit dem Ziel nach Hause zu kommen oder lapidar mit einer alles egal Haltung.
=> Nun, dann wird es dir die Geschichte womöglich schwer machen. Gale ist nämlich eigentlich alles andere als unausgegoren. Ich hab mir selten so viele Gedanken gemacht und ich gebe auch zu, dass ich mir selten auch so schwer getan hab, die Vielschichtigkeit einfließen zu lassen. Er ist tatsächlich wankelmütig. Zum einen ist er müde und alles ist ihm egal, zum anderen hat er sehr viel Wut in sich, möchte ein letztes Mal seine zerstörte Farm sehen, um dort draufzugehen. Erschossen von Adam. Alle anderen würde er wohl selbst zum Teufel jagen. Da lässt er sich in der Tat nicht lumpen. Rehauge ist halt ein gänzlich anderes Kapitel. Ich geh da ja im nächsten Teil näher darauf ein. Bin mal gespannt, wie du das gefunden hast. Gale ist in jedem Fall aber ein Arschloch. Er glaubt Prinzipien zu haben und kein schlechter Kerl zu sein; weiß aber irgendwo auch das Gegenteil. Es ist verzwickt mit ihm. Krank. Aber mir gefällt er sehr sehr gut. Ich schaus mir nochmals an und guck dann weiter. Bisher hatten deine Vorgänger noch keine großen Probleme damit. Von daher schätz ich, dass ich deine Anmerkung im Hinterkopf behalten werd bis mal alles vorhanden und eingestellt ist. Dann such ich mir ein paar Feinheiten raus, mit denen ich vielleicht noch ein bisl was in deine Richtung retten kann.

Ich dank dir herzlich für den Kommentar und freu mich immer noch sehr über die von dir genommene Zeit! Find ich toll und schön, dass der zweite jetzt doch noch beachtet wurde. War ne Weile ja ziemlich geknickt. Icon_smile

Grüße,
Sternchen


RE: So weit das Leben trägt (1) - Adsartha - 06-06-2011

Juhu!
Bei Fragen und Unverständnis wenden Sie sich an ihre freundliche Userkollegin. Icon_wink
Schauen wir mal, wo etwas offen geblieben ist.

Zitat:schön, dich wieder einmal unter meinen Geschichte zu finden. Mein erster Kommentar, als ich deine Kommentare nur gesehen hab war "Ohohohoho - autsch".

-- Hehheee. Icon_fies

Zitat:-- Sehr schöner Einstieg.
Ein kleiner Wehmut ist dieser angehängte Satz. Ich finde, die Konstruktion lässt ihn holprig wirken und etwas an Wirkung verlieren. Vielleicht: "... stellen, wenn er (beliebige Tageszeit einfügen) die ungeflasterte ..."

=> Danke für den Vorschlag und schön, dass dir der Einstieg gefällt. Ich find deine Version auch gut, aber ich persönlich verabscheue das Wörtchen "wenn". Ich kanns daher leider nicht übernehmen.
-- Das nennt ich mal ne geile Begründung. *lach*
Wie wäre es mit "sobald"?

Zitat:-- Hm, dein Charakter wirkt etwas zwiegespalten. ^^
Erst der düstere Dieb mit Entschlossenheit und dann der Umschwung ins Lapidare. Schade.

=> Schade, wenn du für zwiegespaltene Charaktere nix übrig hast. Einen selbstsicheren Revolverhelden suchst du hier allerdings umsonst. Gale ist etwas krank, kaputt und alles andere als entschlossen, sag ich mal. Kommt dann natürlich aber wieder auf manches an.
-- Ich mag zwiegespaltene Charaktere, aber sie müssen besonders gut aufgebaut werden, damit der Leser sich nicht denkt: was soll das denn?
Da muss man sehr aufpassen.
Menschen sind ja eh selten nachvollziehbar. Icon_wink

Zitat:-- Er hat sein Geld jemandem ins Gesicht gehauen?

=> Hat was, ne. Geld, Faust - klatsch. Mrgreen
-- lol. Schreib doch mal so!

Zitat:[quote]-- Hm, sehr mysterös der John. Eine gespaltene Persönlichkeit?
Den Zusatz hinter "als" würde ich streichen. Er ist nicht wirklich nötig und blockiert den Lesefluss.

=> hmmm, ... mir gefällt der Zusatz irgendwie.
-- Joah, dann lass drin. Ich kann ja nur für mich sprechen, ne. Icon_wink
Allerdings lenkst du damit etwas von der Tat weg, die ja eigentlich das Drastische hier sein sollte.

Zitat:-- Wollte er den Mann nicht noch hinhalten? Oder haben wir das stille Feilschen den Mannes verpasst, weil wir in John Gedanken waren?
=> Letzteres war der Fall. Wird das so schlecht klar?
-- Hm, schon ein bisschen, ja. Vielleicht ein: Wie man sah, feilschte sich allein eh am besten, oder so.

Zitat:-- Es brennt also?
=> Jop. Das brennende Land. Passt gut zur staubigen Steppe, die dahinter wartet; heiß und karg.
-- Aber ich dachte, es wäre alles grün. *verwirrt ist*

Zitat:-- Eben wollt er doch noch weglaufen? O_o
=> hmmm, .. also eigentlich hab ich die Gegend beschrieben, dann sein Wissen, dass er Überleben würde, bis dorthin wo es karg und Staub ist. Dort würde Rehauge seine Chance bekommen. So sollte es rüberkommen. "Dort" würds also passieren. Ich weiß ned, wie ich das deutlicher machen könnte. Hmm, ...
-- Vielleicht hab ich es auch falsch verstanden. Wenn niemand anders hier verwirrt ist, schieb es auf die Uhrzeit. *hust*

Zitat:-- *er* einschieb
Wie nah steht der denn, dass der in die Augen sehen kann?

=> Danke fürs "er". So nah eben, dass er seine Augen sieht. Die Meter hab ich nicht abgemessen, aber ich kann John sehr gern drum bitten. *lach*
-- Also ich sehe nicht mal die Farbe der Augen von jemandem der wenige Meter entfernt steht. Aber jut.

Zitat:-- "Du weißt, was ich will."
Ich dachte, dass sagt Rehauge.

=> Der hat aber doch zuvor gefragt ob John abhauen will.
-- Ja, hat er, aber der letzte Satz vor diesem Satz gilt Adam. Also nahm ich an, dass Adam dies hier auch sagt. Ist etwas verwirrend, wegen des Einschubes.


Zitat:-- das ist zu viel
=> Was genau?
-- Das "gewesen" im zitierten Satz. Icon_wink

Zitat:=> Wow, es hat dir sprachlich gefallen. Nun, das find ich ganz toll. Meist treffe ich ja eher nicht deinen Geschmack.
-- *g* Wunder gibt es immer wieder *sing*

Zitat:Ich hab während des Projektes übrigens an ner Fantasy-Geschichte gearbeitet. Bzw. am "Herzblut" in der Fortsetzung. Ich bin super gespannt, was du zur Überarbeitung sagen wirst; also zum Stil. Da würd mir deine Meinung dann sehr viel bedeuten.
-- Joah, schmeiß her. Icon_wink

Zitat:Das mit den Details werd ich mir noch genauer ansehen und mir auch dann wohl zukünftig zu Herzen nehmen. Da müsste mehr möglich sein, eigentlich, ja. Bestimmt. Icon_smile
-- Icon_smile

Zitat:=> Nun, dann wird es dir die Geschichte womöglich schwer machen. Gale ist nämlich eigentlich alles andere als unausgegoren. Ich hab mir selten so viele Gedanken gemacht und ich gebe auch zu, dass ich mir selten auch so schwer getan hab, die Vielschichtigkeit einfließen zu lassen. Er ist tatsächlich wankelmütig. Zum einen ist er müde und alles ist ihm egal, zum anderen hat er sehr viel Wut in sich, möchte ein letztes Mal seine zerstörte Farm sehen, um dort draufzugehen.
-- Hm, das ist ja okay. Aber die Übergänge sollten vielleicht etwas fließender geschehen. Wie gesagt, es ist sehr schwer solche Charaktere gut zu zeichnen.
Aber wenn die anderen ihn okay fanden, dass vergiss, was ich sagte. Icon_wink

Zitat:Ich dank dir herzlich für den Kommentar und freu mich immer noch sehr über die von dir genommene Zeit! Find ich toll und schön, dass der zweite jetzt doch noch beachtet wurde. War ne Weile ja ziemlich geknickt. Icon_smile
-- Das kenne ich. Icon_wink
Ist mir erst hier aufgefallen, dass ich erste war. TSCHAKAA!

LG und gern geschehen
Addi



RE: So weit das Leben trägt (1) - Sternchen - 07-06-2011

Hallo Addi,

-- Das nennt ich mal ne geile Begründung. *lach*
Wie wäre es mit "sobald"?

=> Ich würds gern so lassen, wie es ist. Icon_wink

-- Ich mag zwiegespaltene Charaktere, aber sie müssen besonders gut aufgebaut werden, damit der Leser sich nicht denkt: was soll das denn?
Da muss man sehr aufpassen.
Menschen sind ja eh selten nachvollziehbar.

=> Gale aufzubauen würd ganz schön viele Kapitel kosten, denk ich. Ich meine, ich versteh dich schon, ich geh ja schnell in die Vollen mit der Geschichten ohne den Leser wirklich hinter so nen schwierigen Charakter blicken zu lassen. Ein bisschen fragen "was soll denn das jetzt" ist denke ich noch okay. Tut man ja öfter am Beginn einer Geschichte. Überhandnehmen sollte es natürlich nicht ...

-- Aber ich dachte, es wäre alles grün. *verwirrt ist*
=> Himmel. Das ist der Moment wo ich wohl nicht versuche wortwörtlich verstanden zu werden. Hier ist alles Grün. Okay. Die Steppe da hinten, auch noch ein bisl grün. Aber da ganz hinten brennt es - sinnbildlich - weil dahinten wird er abkacken, wie er denkt. Daher hab ich das so komisch formuliert und nicht glasklar und simpel. Icon_smile

-- Vielleicht hab ich es auch falsch verstanden. Wenn niemand anders hier verwirrt ist, schieb es auf die Uhrzeit. *hust*

=> Also bis jetzt noch nicht. Sollts nochmal jemand anmerken, komm ich wieder drauf zurück. Simpel auf die Uhrzeit schieben mag ich auch ned.

-- Also ich sehe nicht mal die Farbe der Augen von jemandem der wenige Meter entfernt steht. Aber jut.
=> Er kennt ja die Augenfarbe. Die muss er in dem Moment also nicht "erkennen", und deshalb hab ich mir erlaubt die Farbe auch auf die Distanz einzubauen.

-- Ja, hat er, aber der letzte Satz vor diesem Satz gilt Adam. Also nahm ich an, dass Adam dies hier auch sagt. Ist etwas verwirrend, wegen des Einschubes.
=> Oh, okay. Aber dann hätte ich vor der Rede keinen Absatz verwendet, sondern gleich nach dem letzten Satz das hingepfeffert. Ich und meine Logik. Mrgreen

-- Das "gewesen" im zitierten Satz.
=> Oh. Okay.

-- Hm, das ist ja okay. Aber die Übergänge sollten vielleicht etwas fließender geschehen. Wie gesagt, es ist sehr schwer solche Charaktere gut zu zeichnen.
Aber wenn die anderen ihn okay fanden, dass vergiss, was ich sagte.

=> Ganz so einfach ists auch nicht. Ich mag nicht vergessen, was ich nicht hören will. Ich fühl mich nur ein bisl hilflos, weil ich nicht weiß wo ich Depp schon wieder versagt hab. Aber das krieg ich schon noch hin.

-- Das kenne ich.
=> Ich werd schauen, dass ich auch bald für deine Geschichten Zeit finde. Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen