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UNDER CONSTRUCTION / Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Druckversion

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UNDER CONSTRUCTION / Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Sniffu - 10-11-2013

Disharmonia
1. Kapitel

Ich habe eine Theorie. Ich bin der festen Meinung, dass Partner einander ähneln. Damit meine ich nicht, dass sie nach einiger Zeit ihre Hobbys anpassen, sodass sie abends gemütlich dieselbe Lieblingsserie miteinander teilen oder wie Hunde beginnen ihrem Herrchen und Frauchen ähnlich zu werden, wenn sich ihr Bauchumfang an den ihres Halters angleicht oder sie mit demselben Muster ihres Strickjäckchens wie das des Pullis ihres Besitzers an der Leine hinterherdackeln.
Ich spreche vielmehr von äußerlichen Merkmalen, die uns von Anfang an prägen, eine hervorstechende Nase, ein markantes Kinn, schief sitzende Augen, Sommersprossen, all das eben. Ich sehe die Bestätigung meiner Theorie immer wieder in der U-Bahn, auf der Straße, ja selbst in der Bibliothek. Zuerst denke ich mir, wie schön es ist, dass sich Bruder und Schwester Zeit füreinander nehmen, doch schnell entpuppt sich das Pärchen durch einen Kuss oder eine zärtliche Berührung als Liebespärchen.
Man kann mir sagen, was man will, dass ich mir das einbilde – die Betroffenen fühlen sich ohnehin nie angesprochen –, aber ich bin von meiner Erkenntnis nicht abzubringen. Vielleicht liegt es in der Natur des Menschen, dass er so narzisstisch veranlagt ist, sich in sein Ebenbild zu verlieben oder aber an tiefsitzenden Komplexen, die sich in der Kindheit gebildet haben und nur durch einen Partner kompensiert werden können, der Ähnlichkeiten zu der eigenen Familie trägt. Über die genauen Gründe kann ich nur Mutmaßungen anstellen. Ich habe nicht viel mehr Ahnung von solchen Dingen als andere Möchtegernpsychologen, die sich einmal im Jahr ein Buch über Freud’sche Perversitäten ausleihen, aber ich beharre darauf, Recht zu haben. Natürlich kann ich auch die Leute verstehen, die sich vehement gegen meine Theorie sträuben – denn wer sieht sich schon gerne beim Sex selbst in die Augen?
Ich bin keine Ausnahme. Kenneth, mein frischgebackener Exfreund, könnte wohl nicht mehr das Gegenteil von mir sein. Mich darauf auszureden, es musste scheitern, weil wir uns so ganz und gar nicht ähnlich sind, ist sicher ein bequemer Ausweg und nicht ganz stichhaltig, bestätigt aber meine Theorie.
Er ist blond, blauäugig (damit ist wirklich nur von seinem Aussehen die Rede, er verfügt beizeiten über mehr Menschenkenntnis als ich und ich würde mich nicht gerade als unerfahren auf diesem Gebiet bezeichnen), hochgewachsen wie ein Baum, blass, als wäre er chronisch anämisch, erfreut sich aber bester Gesundheit und ist mit seiner Dauerkarte im Fitnessstudio amtlich als sportlich ausgewiesen. Sein Gesicht dagegen verhält sich zu seinem Körper, der nicht viel mehr Sexappeal und Männlichkeit ausstrahlen könnte, wie ein Babyface, womit ich ihn hin und wieder aufzog. Von all seinen weichen Gesichtszügen, ist es wohl seine Stupsnase, gegen die er die größte Ablehnung hegt. Oft ließ er die Bemerkung fallen, einen Schönheitschirurgen deswegen aufsuchen zu wollen, doch ich weiß, dass er sich nie einer kosmetischen Behandlung unterziehen würde. Er hält nichts von Operationen und auch wenn er nicht gerade gläubig ist, hält er an der Devise fest, so zu bleiben, wie Gott ihn geschaffen hat.
Sieht man nun Kenneth, den blonden Hünen und stellt sich mich daneben vor, muss man sich wohl das Grinsen verkneifen. Ich bin nicht klein, mit meinen 1,67 m reihe ich mich ohne großes Aufsehen in den Durchschnitt ein, doch neben einen an die 1,90 m großen Riesen, nimmt Größe ein relatives Maß an. Würde Kenneth Vanilleeis sein, wäre ich unweigerlich Schokolade, denn für eine Europäerin aus dem Norden trage ich auffallend südliche Merkmale. Mein Haar ist dunkelbraun wie getrockneter Kaffeesatz. Aus Gründen der Bequemlichkeit trage ich es kurz, ansonsten würden schon zwei Stunden des Tages draufgehen, um mich um meine Haar-„pracht“ zu kümmern. Meine Augen sind ebenso dunkelbraun, obwohl die Leute sagen, sie wären schwarz. Im Sommer tankt meine Haut so viel Sonne, dass ich locker als Spanierin durchgehen könnte und wenn ich dann noch ein rollendes R in meine Sätze einbaue, wäre meine zweite Identität als Flamenco tanzende Latina perfekt.
Das waren also wir, Kenneth und ich, doch seit einer Woche gab es uns offiziell nicht mehr.
In einem Moment hellster Klarsicht oder aber auch reinsten Wahnsinns – nur eine Frage der Perspektive – packte ich meine Sachen und stürmte aus der gemeinsamen Wohnung, die vorher Kenneths gewesen war. Ich hatte meine Wohnung nie aufgelöst, da mir mein gesundes Misstrauen gegen zwischenmenschliche Beziehungen riet, mit der rosaroten Brille auf der Nase keine Entscheidungen zu treffen, die mein Leben als Single mir nichts dir nichts über Bord warfen und mich unbekannten Gewässern aussetzten. Kenneth hatte es immer als offene Beleidigung gesehen, dass ich mir sozusagen einen Notausgang mit dem Fuß offenhielt, während er mich mit beiden Armen willkommen hieß.
„In deiner Wohnung hältst du deine anderen Freunde aus, gib’s zu“, sagte er oft im Scherz, weil er selbst keinen Schlüssel besaß, doch ich bemerkte in seiner Stimme immer eine Art Skepsis, die mich wohl auf die Probe stellen wollte.
„Denen brauche ich wenigstens nicht hinterher zu putzen“, entgegnete ich dann mit demselben Grinsen, doch mit einem Schuss mehr Wahrheit, wenn ich gerade seine schmutzigen Socken zwischen den Couchpolstern hervorfischte.
Wir waren ein tolles Team, ich bestreite es gar nicht, doch zu dem jetzigen Augenblick gab es einfach keine andere Option als eine Trennung. Zumindest versuchte ich mir das einzureden. Denn im Nachhinein betrachtet, hätte das Chaos, das in wenigen Tagen mein Leben beherrschen sollte, verhindert werden können, hätte ich den Brief ignoriert, der mir per Einschreiben zugestellt worden war, und mein gewohntes Leben mit Kenneth fortgesetzt. Ich hatte die letzten zehn Jahre mein Bestes gegeben, nicht aufzufallen und mich in den Alltagstrott einzufügen, doch ein verdammter Moment hatte mich in alte Muster zurückfallen lassen und all meine Bemühungen, Normalität zu heucheln, zunichte gemacht.
Vor Kenneth hätte ich es nie zugegeben, weil sein ohnehin schon übergroßes Ego dann wohl in die unendlichen Weiten des Alls abgedriftet wäre. Doch so ganz mir selbst überlassen, konnte ich mir eingestehen, dass Kenneth wahrscheinlich das Beste war, was mir je passiert war. Vor zwei Jahren hatten wir uns im Supermarkt kennengelernt. Er war mir vom ersten Augenblick sympathisch gewesen, doch nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass er eines Tages der wäre, mit dem ich die Bettwäsche aussuchen würde.
Als hätte er mir erst gestern diesen Heidenschrecken eingejagt. Aus dem Nichts heraus war er mit meinem Einkaufswagen zusammengestoßen und hatte mich mit dem für ihn typischen leicht spöttischen Grinsen angesehen, das aber schnell einem offenherzigen Lächeln gewichen war, das sich sofort seinen Weg in mein Herz gebahnt hatte. Er hatte die Gunst der Stunde genützt und mich auf ein Eis in der schwülen Hitze eingeladen. So hatte eines zum anderen geführt, wir hatten unsere Nummern ausgetauscht und nach einem Monat war jeder ein fixer Bestandteil vom Leben des anderen geworden.
Bis heute weiß ich nicht, ob er mich mit Absicht gerammt hatte oder uns schlichtweg der Zufall miteinander bekannt gemacht hatte. Ich war so vertieft darin gewesen, die Nährwerttabelle meiner Lieblingskekse zu studieren, dass mich Kenneths Attentat eiskalt erwischt hatte. Ich verbrachte mehr Zeit mit dem Analysieren meiner Essgewohnheiten als mit dem Essen selbst. Das war eine meiner Macken, von denen er mit der Zeit noch mehr aushalten musste.
Nichts übt eine derartige Faszination auf mich aus wie Süßigkeiten und ihre Konsequenzen auf meine Figur. Ich bin die Letzte, die sich über Extrakilos auf der Waage beschweren darf – das wird mir von meinem weiblichen Umfeld oft genug versichert, das neidisch auf meine Wespentaille schielt. Im Leben gibt es praktisch nichts, über das wir uneingeschränkt Kontrolle haben. Doch was ich meinem Körper zukommen lasse, ist ganz allein meine Entscheidung. Darum führe ich Buch über jede noch so kleine Kalorie, die sich in meinen Magen verirrt. Wieso ich also noch so gut wusste, was mir vor zwei Jahren durch den Kopf ging, als ich um ein Haar einem Schleudertrauma in der Süßigkeitenabteilung entging? Weil ich seit damals jedes Mal vor den Keksreihen stand und mir von einem Kauf aus Heißhunger abriet, indem ich mir gut zuredete, dass zu Hause eine viel süßere Verlockung auf mich wartete.
Bis letzte Woche.
Nur noch ein klein wenig wollte ich mich meinen heile-Welt-Erinnerungen hingeben, dann musste ich mich so oder so daran machen, den Scherbenhaufen, den andere mein Leben nannten, aufzukehren.
Da Kenneth Eigentümer einer kleinen, aber ansehnlichen Bar war, in der es keine Position gab, in der er noch nicht ausgeholfen hatte, vom Tellerwäscher angefangen bis zum Rausschmeißer, hatte er mich, bevor wir noch ein Paar waren, oft gebeten, die eine oder andere Schicht zu kellnern. Er war sehr wählerisch bei seinem Personal, das wusste ich aus seinen Erzählungen, also fühlte ich mich geschmeichelt und brachte es nicht über mich, Nein zu sagen. Da ich auch zu dieser Zeit keiner geregelten Arbeit nachging, den Vormittag gelegentlich in der Bücherei verbrachte und mich nachmittags an der Staffelei versuchte, stellte es auch kein zu großes Opfer dar, mir meine Abende als Kellnerin zu vertreiben. Die beachtlichen Patzen an Trinkgeld machten mir die Arbeit nur noch schmackhafter.
Kenneth war für sein loses Mundwerk bekannt – gerade seine Direktheit schätze ich unter all seinen Eigenschaften am meisten, wobei viele seine Ehrlichkeit oft als Unverschämtheit empfinden –, doch genoss große Beliebtheit unter den Frauen. Es dauerte nicht lange, bis mich meine Kolleginnen mit Fragen bedrängten, ob sein Bizeps und Waschbrettbauch wirklich das hielten, was sie unter den engen Hemden versprachen. Sie waren baff, als ich sie mit der Realität vor den Kopf stieß, dass Kenneth nur ein Freund war und diese Bezeichnung auch keine Umschreibung von etwas Obszönem war. Darauf belehrten sie mich, dass Kenneth nie nur ein Freund sein könnte. Doch ich sah es in ihren strahlenden Gesichtern,wie erleichtert sie waren, dass ich ihn mir noch nicht gekrallt hatte und sie sich noch Chancen ausrechnen konnten.
Ich aber war hellhörig geworden. Für gewöhnlich war ich die Letzte, die die Signale der Männer bemerkte, mochten sie auch noch so offensichtlich und eindeutig sein. Also zwang ich mich Kenneth zu beobachten, um zu sehen, ob die Mädels Recht mit ihrer Befürchtung hatten.
Tatsächlich war Kenneth relativ leicht zu durchschauen, wusste ich einmal, worauf ich zu achten hatte. Seine Blicke sprachen Bände, wenn ich in knapper Kleidung an ihm vorbeitänzelte. Ich machte mir fast schon einen Sport daraus, ihn mit einer flüchtigen Berührung aus dem Konzept zu bringen. Sein Fanclub sah dem voller Missmut zu, während er es sichtlich genoss im Mittelpunkt meiner und aller Aufmerksamkeit zu stehen.
Weil ich diese berühmtberüchtigen Katz-und-Maus-Spielchen hasse und wissen wollte, woran ich bei ihm war, fragte ich ihn eines Tages geradeheraus, ob wir mehr als Freunde waren.
Kenneth, ganz bestimmt nicht auf den Mund gefallen und mit einem extravaganten Selbstbewusstsein ausgestattet, lud mich prompt zu sich auf ein romantisches Dinner ein. Noch heute habe ich das Raunen der anderen Kellnerinnen in den Ohren, denn vor mir hatte es niemand auf den Level in seine Wohnung geschafft. Einzige die durchgesessene Rückbank hatte Kenneth bis dahin im Angebot gehabt. Die Chemie hatte schon immer zwischen uns gestimmt, also war es auch keine große Überraschung, dass wir denselben Abend in seinem Bett landeten.
Bereits davor hatten wir mehr Zeit miteinander verbracht, als es das reine Arbeitgeber-Angestellten-Verhältnis vorsah, nach diesem Abend klebten wir aber regelrecht aneinander. Für mich war Kenneth mein bester Freund mit dem gewissen Extra. Dass es sich dabei um ein Missverständnis meinerseits handelte, erfuhr ich erst einige Wochen später.
Ich bediente einen Mann mittleren Alters, sehr gepflegt, der ungeniert sein Interesse an mir bekundete. Er war mir nicht zuwider, darum stieg ich auf seine Avancen ein, was zumeist mit einem saftigen Trinkgeld belohnt wurde. Bevor ich noch die Bestellung zu Ende aufnehmen konnte, rief Kenneth mich zu sich. Er schrie, was übertrieben war, da der Mann unser einziger Kunde war und man sogar eine Stecknadel fallen gehört hätte. Kenneth zog mich zur Seite und herrschte mich an, was in mich gefahren sei, mich an den Typen ranzuschmeißen. Ich rief ihm in Erinnerung, welchen Vorteil ein nettes Lächeln bei männlicher Kundschaft brachte, und verstand nicht ganz, warum er so viel Wind um nichts machte.
„Siehst du mich etwa mit anderen Frauen flirten?“, knurrte er. Erst langsam dämmerte mir, dass ich nicht mit meinem Boss Kenneth, sondern mit meinem Freund / Liebhaber Kenneth sprach. Da fiel mir auf, was mir längste Zeit entgangen war: Kenneth hatte die gesamte Belegschaft ausgetauscht. Die schmachtenden Kellnerinnen, mit denen er früher das eine oder andere Abenteuer erlebt hatte, hatte er durch die übergewichtige Nana und den verschlossenen Max, der offenkundig für das andere Ufer schwärmte, ersetzt. Kenneth hatte dafür gesorgt, dass jegliche Ablenkung – für beide von uns – aus dem Personal verschwunden war und wenn er gekonnt hätte, hätte er wohl auch die Kundschaft nach bestimmten Kriterien ausgesucht. Ich fragte mich, wie er mit dieser launenhaften Geschäftspolitik nicht pleiteging.
„Es ist dir also ernst?“, schlussfolgerte ich lahm, worauf er mich anfuhr, „du glaubst doch nicht ernsthaft, ich behalte die Zahnbürste einer unbedeutenden Bettgeschichte in meinem Badezimmer?“
Der Umstand, dass ein Teil meiner Sachen sich bei ihm breitgemacht hatte und dem er so viel Gewicht zumaß, hatte nichts damit zu tun, dass ich irgendwelche Besitzansprüche stellte, sondern war eher meiner Schlamperei geschuldet. Ich ließ es aber, ihn aufzuklären.
„Was willst du?“, fragte er mich sanfter, als ich sichtlich ins Grübeln über die Art unserer Beziehung gekommen war.
„Ich will, dass alles so bleibt, wie es ist“, antwortete ich rasch und ehrlich.
„Wie ist es denn?“, hakte er geduldig wie der Lehrer nach, der seine Schülerin in kleinen Schritten zur Lösung der Rechenaufgabe führen musste.
„Na, wie es eben ist. Wir arbeiten zusammen, dann kochst du etwas für mich, wir schauen uns einen Film an, gehen gemeinsam ins Bett …“
Sein selbstgefälliges Lächeln ließ mich verstummen. „Und da fragst du noch, ob es mir ernst ist“, grinste er wie ein Honigkuchenpferd, „kann es sein, dass du ziemlich beziehungsgestört bist? Macht nichts. Ich habe genug Nerven für uns beide.“
Das war eine der süßeren Kenneth-und-ich-Episoden. Gott weiß, dass es auch oft genug explosivere Szenen gab, in denen unsere Dickschädel aneinanderstießen. Achtzehn gemeinsame Monate hatten wir gehabt, während ich mich der kindischen Hoffnung hingegeben hatte, sie würden nie enden. Doch dann kam der Tag, an dem ich die Entscheidung traf, mich von Kenneth zu trennen.
Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, wie es sich anfühlen würde, Kenneth nicht mehr den ganzen Tag um mich zu haben. Es war eine Woche vergangen, in der ich strikt alle Orte gemieden hatte, an denen wir uns begegnen könnten. Ich wollte, so gut wie es ging, einen möglichst sauberen Schlussstrich ziehen und uns beiden die Möglichkeit geben, die Veränderung zu verarbeiten.
Nur zu gut erinnerte ich mich an die längste Stunde meines Lebens zurück, als ich in Kenneths Küche gesessen war und darauf gewartet hatte, dass er endlich heimkäme. Das Knacken des Schlosses hatte mich in dem Moment beflügelt, doch ich wusste, dass die Momente danach umso unerträglicher wären.
Er stolperte nichtsahnend in die Wohnung, blind gegen alle verräterischen Zeichen meines verhärmten Gesichts. Der Karton auf meinem Schoß weckte schließlich sein Misstrauen.
„Ich habe meine Sachen gepackt. Ich hoffe, dass wir Freunde bleiben können“, erklärte ich. Meine Worte mussten für ihn einstudiert klingen, doch die Wahrheit war, dass ich mir den ganzen Tag den Kopf zerbrochen hatte, wie ich es sagen sollte. Mir war einfach nichts Besseres eingefallen.
„Ist das ein schlechter Scherz?“, war das Einzige, was er mir entgegnete. Auch mir fehlten die Worte, um noch irgendetwas zu erwidern. Das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen hatte ...
Gerade als ich mich noch etwas länger in rührseligen Erinnerungen baden wollte, um mich gegen die Einsamkeit zu feien, die mich in Zukunft unweigerlich heimsuchen würde, läutete es an der Tür.
Ich krümmte keinen Finger, verharrte kauernd auf dem Küchensessel, wo ich mir gerade die Zehennägel pink lackierte. Als die Türklingel ein weiteres Mal ertönte, spähte ich zur Uhr über dem Wohnzimmerdurchgang, um mich zu vergewissern, ob mein Zeitgefühl mich noch nicht ganz im Stich gelassen hatte. Ich lag richtig, die Zeiger standen beinahe auf elf Uhr. Nachts, wohlgemerkt.
Vielleicht würde der Störenfried von alleine gehen, wenn ich ihn lang genug ignorierte.
Das Läuten, das ein kräftiges Staccato über meine Dielen schmetterte, wurde nun von einem beständigen Klopfen abgelöst, das dem Verursacher mindestens genauso viel körperliche Schmerzen bereiten musste, wie es auf meine Ohren eindrosch.
„Wer ist da?“, erbarmte ich mich schließlich meines Besuchers, blieb aber in der Küche sitzen, weil der Nagellack noch trocknen musste.
Plötzlich nahm der Ansturm auf meine Tür ein Ende.
„Du warst schon immer faul, aber dass du jetzt nicht mal zur Tür kommst, ist neu.“
Mein Seufzen musste wohl bis nach draußen hörbar gewesen sein. Dass ich auf Abstand gehen wollte, war schön und gut, nur leider konnte ich nicht für Kenneth sprechen.


RE: Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Pfotenabdruck - 14-11-2013

Hallo Sniffu

Deine Geschichte liegt hier schon ein paar Tage unbeantwortet und das hat mich bewogen sie zu lesen, obwohl sie in keiner "meiner" Kategorien steht.
Also gibts gleich mehrere Probleme. Ich lese keine reinen Liebesromane und ich bin auch wohl viel zu alt, um ihre Probleme dramatisch zu finden, oder unterhaltsam oder interessant.
Du schreibst gut, flüssig, aber ich habe das Gefühl, du drehst immer extrem an den ... Kontrasten rum. Mal ist sie dramatisch (das beste, was mit je passiert war, gegen Einsamkeit feien), doch wann immer sie in Kontakt mit Kenneth ist, ist sie total gefühllos. Kleinigkeiten werden ausgewalzt, mit Handlung geizt du extrem. Ein dramatisch eingeführter Brief wird ebenso schnell vergessen, wie Kolleginnen, die man mal hatte. Übrig bleibt rosa Nagellack, der doch trocknen muss.
Ich finde, du bürdest beiden Figuren soviel negative Eigenschaften auf, dass sie für mich darunter schnell zusammengebrochen sind und sich auch nicht mehr erholen. Disharmonie, ja, das ist gelungen, zwischen den Figuren und zwischen mir und ihnen.
Ich muss keine Figuren haben, die mir sympathisch sind, aber irgendwie interessant und nachvollziehbar. Vielleicht bin ich da zu ... alt? Dass ich da nur Mary Stu und Gary Stu sehe?
Das muss jemand beurteilen der gerne das liest, was du da vorbereitet hast, dass eine perfekte südländische Schönheit, nicht mit ihrem gottgeschaffenen blonden Hühnen klarkommt, mich hat sie mit fast jedem Satz wahnsinnig gemacht. Obwohl sie, wie gesagt, nicht an deiner Formulierungskunst scheitern, nur nutzt du diese Kunst nach meinem Gefühl nur gegen deine Figuren.
Also die Frage, was für ein Bild wolltest du erzeugen? Was soll mich als Leser an die Geschichte binden? Wo ist der Haken, der mich hineinzerren soll in deine Welt? Wie siehst du deine Figuren?
Wenn ich deine Ansprüche kennen würde, dann könnte ich nochmal drüberschauen, wenn sich dann nicht längst ein besserer Beta gemeldet hat. Aber so, hat mich der Ton vom Text im Grunde in den selben Ton beim Kommentieren gezogen, ich wurde auch allzu krass in meiner Abneigung, und das war keine gute Mischung.

Zitat:
[size=x-small]BITTE ERST NACH DEM LESEN LESEN
Die ursprüngliche Idee zu dieser Geschichte ist als eine Art Tribut zu meiner ehemaligen Lieblingsautorin Charlaine Harris entstanden, ist also schon ein paar Jahre alt. Vor kurzem (auch wieder ein paar Monate her) bin ich auf das erste Kapitel gestoßen und wusste plötzlich wie es mit diesem doch damals recht lieblosen Anfang weitergehen sollte. Ich habe versucht möglichst alle fremden Einflüsse zu tilgen und mir selbst wieder treu zu sein. Ganz ist mir das aber nicht gelungen, da doch noch der englische Einschlag (siehe Namen) geblieben ist, den ich wohl nicht mehr los werde. Kenneth, aww <3
Ich habe zugegeben nur ein Buch von Charlaine Harris gelesen und was mir da spontan an Gemeinsamkeit aufgefallen ist, ist das ausführliche, die eine (übriggebliebene?) Klammer und natürlich eine Ich-Erzählerin.

Und, wenn du es getilgt hast, bitte wieder einarbeiten, dass Harris zielgerichtet schreibt. Ein Anfang ist der Anfang von etwas. Das mit den Vampiren, erste Zeile! Wenn es also nur hier darum geht, dass ein Mädchen ziemlich gefühllos mit ihrem Freund umgeht, um die Theorie zu beweisen, dass man sich halt ähnlich sein muss, oder auch nicht ...
Auch die Außenbeschreibung der Charaktere (Größenangaben, Frisur) die Harris ja auch gerne macht und die Außenbeschreibung, schau dir nochmal an, wie sie das bei Sookie gemacht hat. Sie hatte immer ein anderes Thema mit dem sie das verwebt. Da ist eben das Vampirthema als Leitthema, aber auch das wo und wie sie lebt und eben ihr Gedankenleseproblem und der Kerl, den sie so genau beobachtet, gerät bald in Gefahr. Charakterisierung der Gefahr, der Menschen um sie herum ... so viel Welt! Du hast mit der Theorie das Aussehen zum Thema gemacht und die Dopplung, dass es nur um Aussehen geht ... war für mich extrem unverdaulich. Zu wenig Welt, um dem Narzissmus entgegen zu wirken, in der leeren Blase in der sie lebt. Allein dieses ging vormittags in die Bücherei, nachmittags versuchte ich mich an der Staffellei ... und die Sache mit den Kalorien zählen trotz Wespentaille ... Also, wenn es ein anderes Thema gibt, dann gib dem Thema raum, das würde dann auch automatisch das egozentrische bei deiner Figur mildern.

Zitat:BITTE ERST WIRKLICH NACH DEM LESEN LESEN
Ich probiere hier gerade mit dem Erzähler der ersten Person herum. Einerseits erzählt diese, andererseits reflektiert sie auch, das äußert sich u.a. in einem Zeitwechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Stört es sehr? Wäre eine konsequente Zeit besser oder fällt es gar nicht auf?
Auch das empfinde ich nicht ungewöhnlich für einen Ich-Erzähler, dass dieser sich erinnert und rumdenkt gehört doch zu den Vorteilen, die ein Ich-Erzähler hat.
Eine andere Frage ist, warum du das Zusammenkommen und die Trennung und die Dinge, die ihrer Meinung nach dazu geführt haben, nacherzählst. Das ist für mich keine grammatische Entscheidung, sondern eben eine Storytechnische. Warum beginnt der Roman genau hier und so? Wenn du dafür einen Grund hast, ist das mit den Zeiten nunmal der Konstruktion geschuldet und mir nicht aufgefallen, da die Zeiten nunmal so verwendet werden müssen, wenn man in der Zeit springt ...
Andererseits, war es auch mühsam es zu lesen und hat vielleicht mit dazu beigetragen, dass ich sie überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Nicht inhaltlich, wie gesagt, du schreibst ja echt nicht schlecht, aber was das mitschwingen bei den Gefühlen angeht, da ist der Leser doch immer etwas langsamer als die Figur. Wenn du mir also nun süße Versuchung KEnneth in einem Satz hinwirfst und im nächsten, sind sie dann höchstens Freunde, dann schleppe ich das "sie schlafen miteinander" in den "hab keine Ahnung, dass der mich überhaupt mag" abschnitt mit. Ich begreife schnell, wo ich bin, nur verstehe ich als ... Kollege nicht, warum du diese Gefühle genau so mixt. Also wo liegen die Gründe, die Geschichte genau so zu schneiden?
Du springst ja nicht nur in der Zeit, sondern auch in ihren Gefühlen, von hätt ich ihn nur nicht verlassen, zu sind nur Freunde, sind nur Freunde mit Extra, muuuuusss mich unbedingt trennen, süße Versuchung und . .... Langeweile und miese Bemerkungen über sein Ego ... Aber im Grunde ist das nur ein Gefühl, dass bei mir ankommt, er ist ihr egal, es war nett, dass er ihr! essen macht und Sex, auch gut ... wo da das feien gegen die Einsamkeit Sinn ergeben soll, blieb mir schleierhaft. Da Gefühle im Zusammenhang mit Kenneth immer komplett fehlten, erschien mir das als gefällt sie sich einfach in der Rolle besser, so zwischendurch ... Also ist die Frage, ist das so gewollt, oder ist das vielleicht ein Artefakt dessen, dass du soviel springst. Immer zu einem Stichwort, aus dem du dann durchaus was machst, aber wie gesagt, immer konsequent zum unangenehmsten, was ich mir so vorstellen konnte. ...
Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das Absicht war. Ich denke, du wolltest sie beziehungsgestört ... aber aus einem Grund, der 10 Jahre zurückliegt (da sie auf mich aber wie ne zwanzigjährige Studentin wirkt, ist das mit 10 gewesen und sie kann sich auch kaum solange allein "versteckt" haben). Für mich bleibt so aber nur ihre eigene Egozentrik als Grund übrig, da ist, glaube ich bei der Loslösung von Harris irgendwas schiefgegangen ... die Zeichnung, die du da angehängt hast, die zeigt mehr Nähe und da fehlen eben die Szenen, die mir dieses mehr zeigen, um mich gegen all den anderen Kram zu erwehren.
Aber ich bin da letztlich kein Maßstab. Was interessiert dich an diesem Anfang? Wie empfindest du sie? Und wo genau zeigt sich das im Text? Was liest du selbst gerne? Schau dir Anfänge an von Büchern, wo du denkst, da gehört meine Geschichte irgendwie auch hin und schau dir da die Anfänge an, was zeigt dir der Autor von seinen Figuren zuerst? Und wie kombiniert er das mit anderem?

Tut mir echt leid, dass ich da keine begeistertere Antwort für dich habe. Gerade die Zeichnung erweckt den Eindruck, dass du diene Figuren sehr liebgewonnen hast. Aber da muss mehr von in den Text!

Also entweder hörst du jetzt auf zu lesen, oder tust dir mein Feingemeckere noch an. Das hänge ich hier an, falls es dich interessiert wo und warum ich ständig ausgestiegen bin ... Aber eben immer im Hinterkopf haben, ich bin nur eine Leserin und garantiert nicht deine Zielgruppe.

Zitat:[i]Disharmonia
1. Kapitel
Der Titel schreckt mich schon ein bisschen ab. Es soll also um Disharmonie gehen und das zeigt sich auch am Anfang recht schön, und auch, dass das Problem bei der Person liegt und sie eben recht gewollt Disharmonie erzeugt.
Da ist dann das Problem, dass ich keine sonstigen Texte lese. Die Vorstellung, die beiden Hübschen umeinander tanzen zu sehen, weil sie Probleme mit sich selbst haben, statt zu schätzen, dass sie sich lieben, so es denn so sein sollte, lockt mich einfach nicht. Ich bin also ein skeptischer Leser und einer, der sich mit den Konventionen des Genres ... Moderner Liebesroman ohne automatisches Happy End Versprechen (?)nicht auskennt.


Generell empfinde ich deinen Stil als flüssig und durchgängig. Also da musst du dich glaube ich nicht verstecken Icon_smile

Zitat:Ich habe eine Theorie. Ich bin der festen Meinung, dass Partner einander ähneln.
Hier fängt es schon an.
Grundlegendes Problem, bei dem ich ... mich identifizieren kann, mitleiden und oder es interessant finden ... Nein, besonders da es ganz schnell in das rein äußerliche abdriftet.
Das ist für mich kein Charakterzug, den ich spannend finde und die Probleme, die daraus erwachsen auch nicht. Nicht, wenn eine südländische Schönheit nicht damit klarkommt, dass ihr nordischer Adonis sie liebt.
Und es riecht für mich ehrlich gesagt danach, dass jemand mir unbedingt zeigen will, wie die Figuren aussehen und das ist ein zugegeben eleganter Weg, der aber die ganze Beziehungsstruktur nun dominiert.

Zitat:Damit meine ich nicht, dass sie nach einiger Zeit ihre Hobbys anpassen, sodass sie abends gemütlich dieselbe Lieblingsserie miteinander teilen
Hobby anpassen, so dass? Also gibts nur Fernsehen als Hobby? das sodass find ich etwas übertrieben, ich würd das sodass sie einfach mal ausprobieren zu streichen
Zitat:oder wie Hunde beginnen ihrem Herrchen und Frauchen ähnlich zu werden, wenn sich ihr Bauchumfang an den ihres Halters angleicht oder sie mit demselben Muster ihres Strickjäckchens wie das des Pullis ihres Besitzers an der Leine hinterherdackeln.
Ja, eine gängige Ansicht ... recht biestig auf den Punkt gebrachtIcon_smile

Zitat:Ich spreche vielmehr von äußerlichen Merkmalen, die uns von Anfang an prägen, eine hervorstechende Nase, ein markantes Kinn, schief sitzende Augen, Sommersprossen, all das eben.

Pure Äußerlichkeit also ... für mich das langweiligste an Beziehungen überhaupt, pure Oberfläche ...
Zitat:Ich sehe die Bestätigung meiner Theorie immer wieder in der U-Bahn, auf der Straße, ja selbst in der Bibliothek. Zuerst denke ich mir, wie schön es ist, dass sich Bruder und Schwester Zeit füreinander nehmen, doch schnell entpuppt sich das Pärchen durch einen Kuss oder eine zärtliche Berührung als Liebespärchen.
Sie beobachtet also ständig Leute ...
Zitat:Man kann mir sagen, was man will, dass ich mir das einbilde – die Betroffenen fühlen sich ohnehin nie angesprochen –, aber ich bin von meiner Erkenntnis nicht abzubringen.
Die Disharmonie zwischen mir und er Figur wächst und wächst leider ...
Zitat:Vielleicht liegt es in der Natur des Menschen, dass er so narzisstisch veranlagt ist, sich in sein Ebenbild zu verlieben oder aber an tiefsitzenden Komplexen, die sich in der Kindheit gebildet haben und nur durch einen Partner kompensiert werden können, der Ähnlichkeiten zu der eigenen Familie trägt. Über die genauen Gründe kann ich nur Mutmaßungen anstellen, ich habe nicht viel mehr Ahnung von Psychologie als andere Möchtegernpsychiater, die sich einmal im Jahr ein Buch über Verhaltenspsychologie ausborgen, aber ich beharre darauf, Recht zu haben.
Öh, ja, wie narzisstisch ist sie wohl veranlagt und da sie davon berichtet, wie vehement das abgelehnt wird, stelle ich sie mir gleich vor, wie sie jedem Paar ihre Theorie aufdrängt und alle schon die Augen verdrehen, wenn sie auftaucht. Du machst es deiner Figur echt nicht leicht gemocht zu werden ... (Meine Theorie ist da übrigens, dass sich ähnliche Partner anziehen, weil das die Entstehung von Arten nunmal begünstigt. Nur, wenn sich Paare ähnliche Merkmale finden, entsteht daraus letztlich ein Typ, dann eine Unterart, eine Art, das ist schlicht ein evolutionäres Prinzip...Mrgreen)
Zitat: Natürlich kann ich auch die Leute verstehen, die sich vehement gegen meine Theorie sträuben – denn wer sieht sich schon gerne beim Sex selbst in die Augen?
Najaaaa, gibts nicht viele die auf Spiegel stehen? Icon_rolleyes
Also es verspricht schonmal, dass Sex ein Thema werden könnte. Wenn das Leser anlockt.
Zitat:Ich bin keine Ausnahme. Kenneth, mein frischgebackener Exfreund, könnte wohl nicht mehr das Gegenteil von mir sein.

Der Sprung von ich bin da keine Ausnahme zu der ExFreund ist das Gegenteil von mir ... Ich hab ihn schon mitgemacht, aber eigentlich bedeutet ja, keine Ausnahme, bezogen auf das vorhergehende, dass sie auch die Theorie ablehnen muss, dass man sich selbst als Partner wählt, aus dem Grund, dass man sich nicht selbst in die Augen schauen will. Also ist sie da nicht die Ausnahme, sie hat sich dann ja nur bewusst einen unähnlichen Partner gewählt, um eben all dem was sie oben ausgebreitet hat zu vermeiden.
Zitat:Mich darauf auszureden, es musste scheitern, weil wir uns so ganz und gar nicht ähnlich sind, ist sicher ein bequemer Ausweg und nicht ganz stichhaltig, bestätigt aber meine Theorie.
Nein, nicht ähnlich sind ... ähnlich sehen. Sie besteht ja auf der Äußerlichkeit pur, keine Hobby, keine Fernsehserien, kein Baumumfang.
Zitat:Er ist blond, blauäugig (damit ist wirklich nur von seinem Aussehen die Rede, er verfügt beizeiten über mehr Menschenkenntnis als ich und ich würde mich nicht gerade als unerfahren auf diesem Gebiet bezeichnen),
Nein, sicher nicht, aber ich zweifle bei ihrer ganzen Ähnlichkeitstheorie massiv daran, gerade weil sie es hier auch noch betonen muss und dieser Kenneth später ja nun auch nicht wirkt, als wäre er mit Menschenkenntnis gesegnet ...
Diese Theorie ist ja ganz witzig, aber als Einstieg ... Soll sie das im Kern ausmachen? von sich eingenommen, oberflächlich, urteilend ...
Zitat:hochgewachsen wie ein Baum, blass, als wäre er chronisch anämisch, erfreut sich aber bester Gesundheit und ist mit seiner Dauerkarte im Fitnessstudio amtlich als sportlich ausgewiesen.
Ehrlich, Gary Stu, hallo ... Auch Twilight geschaut?
Sein Gesicht dagegen verhält sich zu seinem Körper, der nicht viel mehr
Zitat:Sexappeal und Männlichkeit ausstrahlen könnte, wie ein Babyface, womit ich ihn hin und wieder aufzog. Von all seinen weichen Gesichtszügen, ist es wohl seine Stupsnase, gegen die er die größte Ablehnung hegt.

Ich sag ja, Twilight ... und wieder so eine Sache, da ist jemand dann unglaublich gutaussehend, hat aber irgendeinen "Makel", den keiner außer derjenige Selbst als Makel empfindet. Ich find das grauenhaft. Da es aber so oft vorkommt, ist es wahrscheinlich doch sehr beliebt.
Zitat:Er hatte schon öfters die Bemerkung fallen gelassen, einen Schönheitschirurgen deswegen aufzusuchen, doch ich weiß, dass er sich nie einer kosmetischen Behandlung unterziehen würde.
Du schaffst mich! Schönheitsops, wegen ner Nase, gehts noch It Girlmäßiger? Warum tust du das deinen Figuren an?
Zitat: Er hält nichts von Operationen
Soll ihn das retten? Leute, die nichts von SchönheitsOPs halten, denken nicht über sie nach ... Also denke ich, feige auch noch oder ist das so ein fishing vor Kompliments Dingens, wenn er Bemerkungen in der Hinsicht fallen lässt?
Zitat:und auch wenn er nicht gerade gläubig ist, hält er an der Devise fest, so zu bleiben, wie Gott ihn geschaffen hat.
Ahhhhhhhh, wie Gott ihn schuf, nach seinem Ebenbild. Der arme Kenneth, wird jetzt wohl wirklich Twilight drehen müssen ...
Zitat:Sieht man nun Kenneth, den blonden Hünen und stellt sich mich daneben vor, muss man sich wohl das Grinsen verkneifen.
Jetzt kommt die bescheidene Schönheit? eigentlich müsste sie doch froh sein, er sieht nicht wie ihr Bruder aus ...
Zitat:Ich bin nicht klein, mit meinen 1,67 m reihe ich mich ohne großes Aufsehen in den Durchschnitt ein, doch neben einen an die 1,90 m großen Riesen, nimmt Größe ein relatives Maß an.
Also möchte sie nun Mitleid wegen ihrer Größe? Wie gesagt, ich empfinde das als viel Theater nur um die Größe vorzustellen. Ich weiß, dass viele Leser das unbedingt wissen wollen, aber da ist mir eine gute Alte Spiegelszene ehrlich lieber, als durch dieses Ganze Sache ihren ganzen Charakter zu definieren. Und fast 1,70 + Absätze und 1,90 sind echt ein ziemlich normaler Unterschied ... jedenfalls in Nordeutschland, wo 190 noch nicht wirklich grooooß ist ...
Zitat:Würde Kenneth Vanilleeis sein, wäre ich unweigerlich Schokolade
unweigerlich klingt, als wäre das ein schlimmes Schicksal ...
Zitat:, denn für eine Europäerin aus dem Norden trage ich auffallend südliche Merkmale. Mein Haar ist dunkelbraun wie getrockneter Kaffeesatz. Aus Gründen der Bequemlichkeit trage ich es kurz, ansonsten würden schon zwei Stunden des Tages draufgehen, um mich um meine Haar-„pracht“ zu kümmern.
Jetzt muss ich schon wissen, wieviel Haarpflege sie brauchen würde, wenn sie lange Haare hätte?
Zitat:Meine Augen sind ebenso dunkelbraun, obwohl die Leute sagen, sie wären schwarz. Im Sommer tankt meine Haut so viel Sonne, dass ich locker als Spanierin durchgehen könnte und wenn ich dann noch ein rollendes R in meine Sätze einbaue, wäre meine zweite Identität als südländische Schönheit perfekt.
Ja, wow. Schön, hallo Mary Stu. Fehlt nur noch der Makel, der keiner ist ...
Zitat:Das waren also wir, Kenneth und ich, doch seit einer Woche gab es uns offiziell nicht mehr.
Will ich wissen, warum nicht. Ich glaube nicht, kann nur ein oberflächlicher Grund sein.
Zitat:In einem Moment hellster Klarsicht oder aber auch reinsten Wahnsinns – nur eine Frage der Perspektive – packte ich meine Sachen und stürmte aus der gemeinsamen Wohnung, die vorher Kenneths gewesen war.

stürmen ... so so ...
Zitat:Ich hatte meine Wohnung nie aufgelöst, da mir mein gesundes Misstrauen gegen zwischenmenschliche Beziehungen riet, mit der rosaroten Brille auf der Nase keine Entscheidungen zu treffen, die mein Leben als Single mir nichts dir nichts über Bord warfen und mich unbekannten Gewässern aussetzten.

Öh, ja vernünftig ... nur die rosarote Brille kaufe ich ihr nicht ab ...
Zitat:Kenneth hatte es immer als offene Beleidigung gesehen, dass ich mir sozusagen einen Notausgang mit dem Fuß offenhielt, während er mich mit beiden Armen willkommen hieß.
Nun, das glaub ich, würde ich auch so sehen ... Auch wenn es natürlich bequem ist, seine Wohnung einfach zu behalten und jemanden einziehen zu lassen ...
Zitat:„In deiner Wohnung hältst du deine anderen Freunde aus, gib’s zu“, sagte er immer im Scherz, weil er selbst keinen Schlüssel besaß, doch ich bemerkte in seiner Stimme immer eine Art Skepsis, die mich wohl auf die Probe stellen wollte, wie wahr seine Befürchtung sein sollte.
Eifersucht und Single bleiben in einer Beziehung, nun, dass das nicht gutging, ist keine Überraschung ...
Zitat:„Denen brauche ich wenigstens nicht hinterher zu putzen“, entgegnete ich dann mit demselben Grinsen, doch mit einem Schuss mehr Wahrheit, wenn ich gerade seine schmutzigen Socken zwischen den Couchpolstern hervorfischte.
Klassische Rollenverteilung, die sie sich giftig aufdrängen lässt. Ja, hast du schön zusammengeballt, all das was Beziehungen heute zerbrechlich bleiben lässt. Die Frage ist aber ,will man das lesen? Warum?
Zitat:Wir waren ein tolles Team, ich bestreite es gar nicht, doch zu dem jetzigen Augenblick gab es einfach keine andere Option als eine Trennung.
Öh, ja, klar. Tolles Team auch noch ...
Zitat:Zumindest versuchte ich mir das einzureden. Denn im Nachhinein betrachtet, hätte das Chaos, das in wenigen Tagen mein Leben beherrschen sollte, verhindert werden können, hätte ich den Brief ignoriert, der mir per Einschreiben zugestellt worden war, und mein gewohntes Leben mit Kenneth fortgesetzt.

Ein Lichtblick, ein Brief, eine dunkle Vergangenheit?! Mehr als Beziehungsbla ... Aber echt versteckt.
Zitat:Ich hatte die letzten zehn Jahre mein Bestes gegeben, nicht aufzufallen und mich in den Alltagstrott einzufügen,
10 Jahre! Wie alt soll sie denn sein? Also ich hab sie so auf Erstsemester geschätzt und dann würd sie sich verstecken seit sie 10 ist. Also wenn sie bei dem ganzen am Anfang noch 30 sein soll, 35 ... Nein ... Das kaufe ich dieser Figur nicht ab. Dann hat sie sich ewig nicht weiterentwickelt und für mich sicher nichts irgendwie einschneidendes erlebt, spätestens dann werden Äußerlichkeiten dann eben nicht mehr so wichtig ..
Zitat:doch ein verdammter Moment hatte mich in alte Muster zurückfallen lassen und all meine Bemühungen, Normalität zu heucheln, zunichte gemacht.
Also Muster, wegrennen, Hintertüren ... Nein, hat sie nicht aufgegeben, siehe Wohnung ...
Zitat:Vor Kenneth hätte ich es nie zugegeben, weil sein ohnehin schon übergroßes Ego dann wohl in die unendlichen Weiten des Alls abgedriftet wäre.

Das auch noch, nichtmal unsicher ...
Zitat:Doch so ganz mir selbst überlassen, konnte ich mir eingestehen, dass Kenneth wahrscheinlich das Beste war, was mir je passiert war.

O.k. dann ist ihr nicht viel gutes passiert, oder das mit dem Ego stimmt nicht.
Zitat:Vor zwei Jahren hatten wir uns im Supermarkt kennengelernt. Er war mir vom ersten Augenblick sympathisch gewesen, doch nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass er eines Tages der wäre, mit dem ich die Bettwäsche aussuchen würde.
Muss ich auch mal loben, dass mit der Bettwäsche aussuchen ist eine klasse Umschreibung für eine ernster Beziehung, super!
Zitat:Als hätte er mir erst gestern diesen Heidenschrecken eingejagt. Aus dem Nichts heraus war er mit meinem Einkaufswagen zusammengestoßen und hatte mich mit dem für ihn typischen leicht spöttischen Grinsen angesehen, das aber schnell einem offenherzigen Lächeln gewichen war, das sich sofort seinen Weg in mein Herz gebahnt hatte.

Der arrogante, der eigentlich gaaanz süß ist Icon_rolleyes
Zitat:Er hatte die Gunst der Stunde genützt (genutzt) und mich auf ein Eis in der schwülen Hitze eingeladen.
Brauchst du das schwül? Im Supermarkt ist es nicht schwül ...
Zitat:So hatte eines zum anderen geführt, wir hatten unsere Nummern ausgetauscht und nach einem Monat war jeder ein fixer Bestandteil vom Leben des anderen geworden.
In einem Satz das, was bei anderen Büchern mindestens ein Drittel ausmacht.
Zitat:Bis heute weiß ich nicht, ob er mich mit Absicht gerammt hatte oder uns schlichtweg der Zufall miteinander bekannt gemacht hatte.
Was für eine wahnsinnig tiefe Beziehung spricht, dass das nie ehrliches Thema geworden ist. .... wieder Oberfläche, einander nicht kennen.
Zitat:Ich war so vertieft darin gewesen, die Nährwerttabelle meiner Lieblingskekse zu studieren, dass mich Kenneths Attentat eiskalt erwischt hatte.
Der sprung ist etwas ... unnötig, den riesen Schrecken hattest du schon ein paar Zeilen drüber. Das klingt wie ... Schluckauf.
Zitat:Ich verbrachte mehr Zeit mit dem Analysieren meiner Essgewohnheiten als mit dem Essen selbst. Das war eine meiner Macken, von denen er mit der Zeit noch mehr aushalten musste.
Nichts übt eine derartige Faszination auf mich aus wie Süßigkeiten und ihre Konsequenzen auf meine Figur. Ich bin die Letzte, die sich über Extrakilos auf der Waage beschweren darf – das wird mir von meinem weiblichen Umfeld oft genug versichert, das neidisch auf meine Wespentaille schielt.
Gut, er muss das aushalten, er schläft ja auch mit ihr und wo die Liebe hinfällt, aber muss ich das als Leser aushalten. Eines dieser Mädchen, dass Kalorienzählt, sich natürlich Süßigkeiten gönnen kann und trotzdem eine Wespentaillie hat und sich im Neid der anderen Mädchen sonnt?
Also ich nicht. Ehrlich, selten so viele ungünstige Eigenschaften um eine Figur aufgetürmt gesehen.
Und was ist mit dem Brief?
Zitat:Im Leben gibt es praktisch nichts, über das wir uneingeschränkt Kontrolle haben. Doch was ich meinem Körper zukommen lasse, ist ganz allein meine Entscheidung. Darum führe ich Buch über jede noch so kleine Kalorie, die sich in meinen Magen verirrt.

Ne manische Bridget Jones? Das war aber sympathisch, weil sie eben nicht dünn war ...
Zitat:Wieso ich also noch so gut wusste, was mir vor zwei Jahren durch den Kopf ging, als ich um ein Haar einem Schleudertrauma in der Süßigkeitenabteilung entging? Weil ich seit damals jedes Mal vor den Keksreihen stand und mir von einem Kauf aus Heißhunger abriet, indem ich mir gut zuredete, dass zu Hause eine viel süßere Verlockung auf mich wartete.
Ahhhhhhhhhh. Nicht weil sie sich verliebt hat, nein, sondern weil Sex besser ist als Kekse.
Zitat:Bis letzte Woche.
Der Rhythmus ist gut, so ein kurzer Satz zwischendurch für eine Erkenntnis, das wiedereinholen der Gegenwart ... Aber der Inhalt ...
Zitat:Nur noch ein klein wenig wollte ich mich meinen heile-Welt-Erinnerungen hingeben, dann musste ich mich so oder so daran machen, den Scherbenhaufen, den andere mein Leben nannten, aufzukehren.
Scherbenhaufen??? Sie hat sich von ihrem Freund getrennt, ohne rechten Grund, und nahe gehts ihr auch nicht, so wie sie klingt. Also Scherbenhaufen? Nö ... sie muss sich nichtmal eine neue Wohnung suchen ..
Zitat:Da Kenneth Eigentümer einer kleinen, aber ansehnlichen Bar war, in der es keine Position gab, in der er noch nicht ausgeholfen hatte, vom Tellerwäscher angefangen bis zum Rausschmeißer,
ausgeholfen??? Aber ja, Gary ist sich für nix u schade, warum muss ich das hier wissen?
Zitat:hatte er mich, bevor wir noch ein Paar waren, oft gebeten, die eine oder andere Schicht zu kellnern. Er war sehr wählerisch bei seinem Personal, das wusste ich aus seinen Erzählungen, also fühlte ich mich geschmeichelt
WAS? Bette kellnere für mich ... in einer kleinen Bar ... ist eine Schmeichellei? Was macht sie eigentlich sonst???
Zitat:und brachte es nicht über mich, Nein zu sagen. Da ich auch zu dieser Zeit keiner geregelten Arbeit nachging, den Vormittag gelegentlich in der Bücherei verbrachte und mich nachmittags an der Staffelei versuchte,
Oh, sie kann lesen und versucht zu malen ... ist also von Beruf reiche Tochter ...
Zitat:stellte es auch kein zu großes Opfer dar, mir meine Abende als Kellnerin zu vertreiben.
Opfer ...wallbash
Zitat:Die beachtlichen Patzen an Trinkgeld machten mir die Arbeit nur noch schmackhafter.
???? Wieso, Geldsorgen hat die Dame ja nicht ....
Zitat:Kenneth war für sein loses Mundwerk bekannt – gerade seine Direktheit schätze ich unter all seinen Eigenschaften am meisten, wobei viele seine Ehrlichkeit oft als Unverschämtheit empfinden –, doch genoss große Beliebtheit unter den Frauen.
Also wieso kombiniert sie das? Ich habe da den Eindruck, du willst mir wieder nochwas von Kenny erzählen und deshalb steht das eben da ...
Viele finden seine Ehrlichkeit unverschämt, sie nicht, aber dann hat sie es doch mit allen Frauen gemeinsam. Sprich, Männern gegenüber ist er unverschämt und er sich sich halt nur sexy Kellnerinnen zu seinem Spaß hält ...?
Soll das so sein, ist die Charakterisierung schiefgegangen. Magst du solche Menschen? Und selbst, wenn es nicht um mögen geht, findest du sie interessant? Ich begreif es nicht ... Ich kann mir nur Vorstellen, dass du zu nahe an Sookie und Sam dran warst und hast versucht so viel zu ändern, dass man es nicht mehr sieht und hast dabei so lange an den Figuren gedreht bis sie so aussahen?

Zitat: Es dauerte nicht lange, bis mich meine Kolleginnen mit Fragen bedrängten, ob sein Bizeps und Waschbrettbauch wirklich das hielten, was sie unter den engen Hemden versprachen.
Neinnnnn, also ohne Hemd ist er fett ...wallbash Hatte Sookie nicht sowas, nur umgekehrt? Sam war unspektakulär im Hemd, aber eigentlich wahnsinnig muskulös.
Zitat:Sie waren baff, als ich sie mit der Realität vor den Kopf stieß, dass Kenneth nur ein Freund war und diese Bezeichnung auch keine Umschreibung von etwas Obszönem war. Darauf belehrten sie mich, dass Kenneth nie nur ein Freund sein könnte.
WAS???????????? Also das soll die süße Verlockung sein, nur Freunde, oder lügt sie sie an? Was soll mir das sagen? Ach so, sie springt wieder zurück. Das ist in der Tat ungünstig.
Zitat:Doch ich sah es in ihren strahlenden Gesichtern, dass sie erleichtert waren, dass ich ihn mir noch nicht gekrallt hatte und sie sich noch Chancen ausrechnen konnten.
Ich aber war hellhörig geworden. Für gewöhnlich war ich die Letzte, die die Signale der Männer bemerkte, mochten sie auch noch so offensichtlich und eindeutig sein. Also zwang ich mich Kenneth zu beobachten, um zu sehen, ob die Mädels Recht mit ihrer Befürchtung hatten.
Öh, du springst jetzt von, wie sind zusammen und wieder auseinander zu der Phase von diesem Monat? Das ist zuviel gehüpfe, was eher verwirrt als spannend ist. Du nimmst das zusammensein vorweg und dann stellt sie sich doof ...
Zitat:Tatsächlich war Kenneth relativ leicht zu durchschauen, wusste ich einmal, worauf ich zu achten hatte. Seine Blicke sprachen Bände, wenn ich in knapper Kleidung an ihm vorbeitänzelte.
Und das ist sie nicht von allen Kerlen gewohnt, wenn die knapp bekleidet irgendwo tänzelt? Das ist dann ein zeichen für ... Liebe????????????
Zitat:Ich machte mir fast schon einen Sport daraus, ihn mit einer flüchtigen Berührung aus dem Konzept zu bringen.
Boah, also so tiefe Gefühle hab ich selten gelesen, wow.
Zitat:Sein Fanclub sah dem voller Missmut zu, während er es sichtlich genoss im Mittelpunkt meiner und aller Aufmerksamkeit zu stehen.
Zitat:Weil ich diese berühmtberüchtigen Katz-und-Maus-Spielchen hasse
Ah, deshalb der Sport mit den flüchtigen Berührungen ... Sie ist echt unangenehm.
Zitat:und wissen wollte, woran ich bei ihm war, fragte ich ihn eines Tages geradeheraus, ob wir mehr als Freunde waren.
Ja, romantisch, wow, kein Ton, wie sie für ihn empfindet.
Zitat:Kenneth, ganz bestimmt nicht auf den Mund gefallen und mit einem extravaganten Selbstbewusstsein ausgestattet, lud mich prompt zu sich auf ein romantisches Dinner ein.
Soooo süß würg. In aller öffentlichkeit, das ist das Spannende, kein Wunder, dass sie Theorien über Narzissmus hat, denn das ist das einzige Motiv, das ich erkennen kann
Zitat:Noch heute habe ich das Raunen der anderen Kellnerinnen in den Ohren, denn vor mir hatte es niemand auf den Level in seine Wohnung geschafft. Einzige die durchgesessene Rückbank hatte Kenneth bis dahin im Angebot gehabt.

Auch noch eine Durchgesessene Rückbank. Er ist also ein Stecher, toll, ich bin begeistert, aber sie zähmt ihn natürlich.
Zitat:Die Chemie hatte schon immer zwischen uns gestimmt, also war es auch keine große Überraschung, dass wir denselben Abend in seinem Bett landeten.
Ach, ne ...
Zitat:Bereits davor hatten wir mehr Zeit miteinander verbracht, als es das reine Arbeitgeber-Angestellten-Verhältnis vorsah, nach diesem Abend klebten wir aber regelrecht aneinander. Für mich war Kenneth mein bester Freund mit dem gewissen Extra.

Ja, so dermaßen nicht verliebt klingt sie auch. Und so egozentrisch, daas
Zitat:Dass es sich dabei um ein Missverständnis meinerseits handelte, erfuhr ich erst einige Wochen später.
Zitat:Ich bediente einen Mann mittleren Alters, sehr gepflegt, der ungeniert sein Interesse an mir bekundete. Er war mir nicht zuwider, darum stieg ich auf seine Avancen ein, was zumeist mit einem saftigen Trinkgeld belohnt wurde.

Dafür, dass sie so in den Tag hinein gelebt hat, ist sie ziemlcih scharf auf Trinkgeld ...
Zitat:Bevor ich noch die Bestellung zu Ende aufnehmen konnte, rief Kenneth mich zu sich. Er schrie, was übertrieben war, da der Mann unser einziger Kunde war und man sogar eine Stecknadel fallen gehört hätte. Kenneth zog mich zur Seite und herrschte mich an, was in mich gefahren sei, mich an den Typen ranzuschmeißen. Ich rief ihm in Erinnerung, welchen Vorteil ein nettes Lächeln bei männlicher Kundschaft brachte, und verstand nicht ganz, warum er so viel Wind um nichts machte.
So nacherzählte Szenen, wirken wirklich nicht besonders, wenn man sich nicht einfach so konsumiert und weg ...
Zitat:„Siehst du mich etwa mit anderen Frauen flirten?“, knurrte er. Erst langsam dämmerte mir, dass ich nicht mit meinem Boss Kenneth, sondern mit meinem Freund / Liebhaber Kenneth sprach. Da fiel mir auf, was mir längste Zeit entgangen war: Kenneth hatte die gesamte Belegschaft ausgetauscht. Die schmachtenden Kellnerinnen, mit denen er früher das eine oder andere Abenteuer erlebt hatte, hatte er durch die übergewichtige Nana und den verschlossenen Max, der offenkundig für das andere Ufer schwärmte, ersetzt.
Was wirft das für ein Licht auf sie, dass sie nichtmal merkt, dass ihre Kollegen ausgetauscht wurden?
Zitat:Kenneth hatte dafür gesorgt, dass jegliche Ablenkung – für beide von uns – aus dem Personal verschwunden war und wenn er gekonnt hätte, hätte er wohl auch die Kundschaft nach bestimmten Kriterien ausgesucht. Ich fragte mich, wie er mit dieser launenhaften Geschäftspolitik nicht pleiteging.
Soviel zum Thema, das beste, was ihr passiert ist. Er isoliert sie und Loyalität kennt er auch nicht ...
Zitat:„Es ist dir also ernst?“, schlussfolgerte ich lahm, worauf er mich anfuhr, „du glaubst doch nicht ernsthaft, ich behalte die Zahnbürste einer unbedeutenden Bettgeschichte in meinem Badezimmer?“
Der Umstand, dass ein Teil meiner Sachen sich bei ihm breitgemacht hatte und dem er so viel Gewicht zumaß, hatte nichts damit zu tun, dass ich irgendwelche Besitzansprüche stellte, sondern war eher meiner Schlamperei geschuldet.
Gut kombiniert und auch witzig, aber wieder der Inhalt gereicht beiden nicht gerade zu irgendwelchen Ehren. Macht es dir spaß solche eifersuchts aneinender vorbeiradeszenen zu lesen, wobei die Perspektivfigur null Gefühle zeigt?
Zitat: Ich ließ es aber, ihn aufzuklären.
„Was willst du?“, fragte er mich sanfter, als ich sichtlich ins Grübeln über die Art unserer Beziehung gekommen war.
Tja, warum sie einen Brief brauchte sich zu trennen, erschließt sich mir nicht, er scheint ihr sowas von egal. Wo bitte harmonieren die beiden, wie oben mal behauptet?
Zitat:„Ich will, dass alles so bleibt, wie es ist“, antwortete ich rasch und ehrlich.
„Wie ist es denn?“, hakte er geduldig wie der Lehrer nach, der seine Schülerin in kleinen Schritten zur Lösung der Rechenaufgabe führen musste.
„Na, wie es eben ist. Wir arbeiten zusammen, dann kochst du etwas für mich, wir schauen uns einen Film an, gehen gemeinsam ins Bett …“
Genau, er kocht etwas für sie. Womit wir beim Narzissmus pur wären.
Zitat:Sein selbstgefälliges Lächeln ließ mich verstummen. „Und da fragst du noch, ob es mir ernst ist“, grinste er wie ein Honigkuchenpferd, „kann es sein, dass du ziemlich beziehungsgestört bist? Macht nichts. Ich habe genug Nerven für uns beide.“
Aus ihren Worten nun beziehungsgestört abzuleiten und dann auch noch zu behauptet, er hätte Nerven genug, wo ihn ihr Kellnern schon ausrasten lässt ... Öh, ja, das unendliche Selbstbewusstsein höre ich ...
Zitat:Das war eine der süßeren Kenneth-und-ich-Episoden. Gott weiß, dass es auch oft genug explosivere Szenen gab, in denen unsere Dickschädel aneinanderstießen.

Die dann gott sei Dank nicht zu lesen waren ...
Zitat:Achtzehn gemeinsame Monate hatten wir gehabt, während ich mich der kindischen Hoffnung hingegeben hatte, sie würden nie enden.
Woher jetzt diese Romantikpurformulierung. Sie wirkt dadurch sooo inkonsistent, bestenfalls selbstironisch ...
Zitat:Doch dann kam der Tag, an dem ich die Entscheidung traf, mich von Kenneth zu trennen.
Was genauso rätselhaft oder auch nicht ist, wie dass sie mit ihm zusammen ist ...
Zitat:Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, wie es sich anfühlen würde, Kenneth nicht mehr den ganzen Tag um mich zu haben. Es war eine Woche vergangen, in der ich strikt alle Orte gemieden hatte, an denen wir uns begegnen könnten. Ich wollte, so gut wie es ging, einen möglichst sauberen Schlussstrich ziehen und uns beiden die Möglichkeit geben, die Veränderung zu verarbeiten.
Technik Talk.
Zitat:Nur zu gut erinnerte ich mich an die längste Stunde meines Lebens zurück, als ich in Kenneths Küche gesessen war und darauf gewartet hatte, dass er endlich heimkäme.

Weil? Warum war ausgerechnet diese Stunde, die längste? Du geizt mir Außeninfos, das hast du nicht mit Harris gemeinsam, sie kommt sehr schnell in die Handlung hinein.
Zitat:Das Knacken des Schlosses hatte mich in dem Moment beflügelt, doch ich wusste, dass die Momente danach umso unerträglicher wären.
Er stolperte nichtsahnend in die Wohnung, blind gegen alle verräterischen Zeichen meines verhärmten Gesichts. Der Karton auf meinem Schoß weckte schließlich sein Misstrauen.
Ach so, sie springt zurück. Erinnerte mich zurück, klingt wie als wäre es noch viel länger her.
Zitat:„Ich habe meine Sachen gepackt. Ich hoffe, dass wir Freunde bleiben können“, erklärte ich. Meine Worte mussten für ihn einstudiert klingen, doch die Wahrheit war, dass ich mir den ganzen Tag den Kopf zerbrochen hatte, wie ich es sagen sollte. Mir war einfach nichts Besseres eingefallen.
Öh, ja .... einfallslos auch noch ... und nicht der Hauch einer Erklärung, warum sie jetzt geht. Also nicht für ihn udn auch nicht für mich als Leser, auch der Brief ist vergessen ...
Zitat:„Ist das ein schlechter Scherz?“, war das Einzige, was er mir entgegnete. Auch mir fehlten die Worte, um noch irgendetwas zu erwidern. Das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen hatte ...
Er ist auch nicht gerade elloquent ...
Zitat:Gerade als ich mich noch etwas länger in rührseligen Erinnerungen baden wollte, um mich gegen die Einsamkeit zu feien, die mich in Zukunft unweigerlich heimsuchen würde, läutete es an der Tür.
Sie weiß nicht, was rührselig ist, stelle ich fest und zu feien? Da greift sie arg hoch ins Register ...
Zitat:Ich krümmte keinen Finger, verharrte kauernd auf dem Küchensessel, wo ich mir gerade die Zehennägel pink lackierte.

Oh, ja wichtig pinke Nägel ...
Zitat:Als die Türklingel ein weiteres Mal ertönte, spähte ich zur Uhr über dem Wohnzimmerdurchgang, um mich zu vergewissern, ob mein Zeitgefühl mich noch nicht ganz im Stich gelassen hatte. Ich lag richtig, die Zeiger standen beinahe auf elf Uhr. Nachts, wohlgemerkt.
Zuviel Aufmerksamkeit für 13.00 Abends ... das ist nicht nachts, schon ger nicht für Kellnerinnen in einer Bar ... Und hat sie nicht irgendein Problem mit der Vergangenheit, weshalb sie sich bedeckt halten musste. Keine Angst entdeckt worden zu sein nach dem Einschreiben? Wie nicht existent alles ... Aber vier Zeilen für die Feststellung es ist 23.00 Uhr. Das ist eine totale Schieflage. Wo ich nicht weiß, was ich da raten soll, da ich keine Ahnung habe, wo du hinwillst ...
Zitat:Vielleicht würde der Störenfried von alleine gehen, wenn ich ihn lang genug ignorierte.
Öh, keine Angst, kein überlegen, wer das sein könnte?
Zitat:Das Läuten, das ein kräftiges Staccato über meine Dielen schmetterte, wurde nun von einem beständigen Klopfen abgelöst, das dem Verursacher mindestens genauso viel körperliche Schmerzen bereiten musste, wie es auf meine Ohren eindrosch.
Was für ein Drama an Worten für eine einfache Handlung ...
Zitat:„Wer ist da?“, erbarmte ich mich schließlich meines Besuchers, blieb aber in der Küche sitzen, weil der Nagellack noch trocknen musste.
Ja, genau. Der Lack ... wichtig ...wallbash Und erbarmen, herablassung pur! Und völlig ohne Angst, wenn du mir später irgendwann erzählen willst, sie hätte vor jemandem Angst, würde ich das nach der Szene nie mehr glauben. Nicht ohne ein ... Sie würden nicht klopfen, da war ich sicher. .. Aber irgendeine Beschleunigung des Herzschlages, irgendwas ... von den oben behaupteten körperlichen Schmerzen beim Klopfen spüre ich in der Stimme nichts! Weshalb ich ihr das trotz dramatischer Formulierung nicht glauben kann. Es ist nur behauptet. Wieder ein Artefakt der Formulierung?
Ich atmete tief ein und fragte betont lässig meinen nächtlichen unwirschen Besucher: Wer ist da? Blieb sitzen, konzentrierte mich ganz darauf, wie der Lack auf meinen Fußnägeln trocknete. Rosa, coole Farbe, unschuldig, harmlos, süß. Er trocknete und ich blieb sitzen, alles normal, in Ordnung, kein Problem.

So würde ich spontan versuchen zu zeigen, dass sie starr vor Angst ist, ohne, dass sie das vor sich selbst zugibt. Wenn du das trocknen des ros Lacks als Symbol für etwas verwenden willst ...
Wenn sie verfolgt wird sowas wie ... Sie,sie würden nicht klopfen, sie wären längst hier. Also es gab keine Probleme.

Zitat:Plötzlich nahm der Ansturm auf meine Tür ein Ende.
„Du warst schon immer faul, aber dass du jetzt nicht mal zur Tür kommst, ist neu.“
Wirklich, kann ich gar nicht glauben Icon_rolleyes Kein Reaktion hier, über seine Ehrlichkeit, die sie doch am meisten geliebt hat, wenn man jemanden vermisst, dann müsste soetwas wehtun, einen trotzdem zum lächeln bringen, tränen ... irgendein Gefühl! Was sie oben behauptet, bedeutet ihr hier nichts. Das klopfen wird ausgewalzt, weil es da fließt? Weil ich da wissen soll, dass es sie an ihre Vergangenheit erinnert?, hier taucht Kenneth auf und schwubb Gefühl, Fehlanzeige....
Zitat:Mein Seufzen musste wohl bis nach draußen hörbar gewesen sein. Dass ich auf Abstand gehen wollte, war schön und gut, nur leider konnte ich nicht für Kenneth sprechen.
Eben noch, wollte sie sich noch etwas länger in rührseligen Erinnerungen baden, um sich gegen die Einsamkeit zu feien und jetzt seufzt sie als einzige Gefühlsregung? Und nun ist es ein leider. Selbst, wenn man eine Trennung für besser hält, sie hasst ihn ja nicht, es liegt ja nur an ihr, da passiert wieder gar nichts gefühlsmäßig außer Genervtheit. Dafür ist der Satz ... cool. Ich weiß nicht, ist sie so oder opferst du da ihre Gefühle der Formulierungskunst?
Das kannst nur du beantworten. Vielleicht ist meine Gefühlslage da auch schief. Fülle ich die Lücken ienfach nicht, die andere Leser mit Liebe und Angst füllen werden, so dass ihre ganzen Egoausflüge nur wie Angst wirken, Kompensation ... Das kann ich mir vorstellen, aber ich selbst bräuchte dafür viel mehr Andeutungen in eben diese Richtung ...

Liebe zerknirschte Grüße
von der Pfote


RE: Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Elia - 17-11-2013

Nur mal kurz zu deinem Kommentar @Pfote

Es gibt meiner Meinung nach eine feine Linie zwischen konstruktiver Kritik und sinnlosem Bashing. Dein Kommentar ist in meinen Augen halt echt letzteres.
Da sich hier bisher kein Mod eingeschaltet hat, scheine ich wohl alleine dieser Auffassung zu sein, aber ich wollte es halt trotzdem sagen.
Praktisch in jedem Satz von dir schwingt unterschwellig irgendwie die Botschaft mit, dass die Autorin dumm ist. Ich bin sicher, mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl hättest du so manche Aussage ein bisschen kollegialer verfassen können, sodass sich dein Kommentar auch wirklich wie ein Kommentar lesen würde und nicht nur wie giftige Anspielungen auf die vermeintliche Unfähigkeit der Autorin.

Und ich weiss jetzt nicht wie das bei dir - woher auch immer du kommst - so ist, aber normalerweise reicht ein Fragezeichen vollkommen aus. Okeeee?????????????????????????


RE: Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Sniffu - 17-11-2013

Jo Pfotenabdruck

Es erstaunt mich, dass du so viel Platz brauchst, um zu sagen, dass dir der Text nicht gefällt. Nun ja, mehr für mich zu antworten Icon_fies (sollte ich an manchen Stellen zu patzig klingen – du stichelst ja ganz schön lol -, sei mir nicht böse, denn ich bin es dir auch nicht).

Zitat: Aber so, hat mich der Ton vom Text im Grunde in den selben Ton beim Kommentieren gezogen, ich wurde auch allzu krass in meiner Abneigung, und das war keine gute Mischung.

Wenn es dir schon selbst auffällt, dass du dich im Ton vergreifst, warum schaust du dann nicht mal noch über deinen Text und findest vl einen Weg dich diplomatischer bzw. ganz einfach sachlicher zu äußern (wie Elia es auch anspricht)? So muss ich sagen, dass mir selten jemand untergekommen ist, der so leidenschaftlich eine vermeintliche Textkritik als Zweck zur Selbstdarstellung missbraucht. (Vielen Dank an dieser Stelle an meine bisherigen Kommentatoren, fühle mich richtig verwöhnt.)

Zitat:Ich habe zugegeben nur ein Buch von Charlaine Harris gelesen und was mir da spontan an Gemeinsamkeit aufgefallen ist, ist das ausführliche, die eine (übriggebliebene?) Klammer und natürlich eine Ich-Erzählerin.

Ich war mir wirklich nicht sicher, ob ich den Namen der Autorin nennen sollte. Dass du im Folgenden immer wieder Vergleiche ziehst, zeigt mir, dass ich zu ehrlich war. Darum ignoriere ich auch folgende Anmerkungen von dir "schneid dir da ein Stück von Harris ab!", da das nicht Sinn der Sache ist. Dass der Text noch nicht seine Endfassung erreicht hat, brauche ich dir wohl am wenigsten zu sagen. Ich war wohl etwas zu voreilig mit dem Hochladen, da manche Unstimmigkeiten noch immer da sind, wie du mir nur zu gut bestätigst.
Zitat:Auch das empfinde ich nicht ungewöhnlich für einen Ich-Erzähler, dass dieser sich erinnert und rumdenkt gehört doch zu den Vorteilen, die ein Ich-Erzähler hat.
Für mich ist es eine Premiere. Ich schreibe sonst in der personalen Erzählung, es bedeutet also eine Umstellung für mich.
Die detaillierten Beschreibungen sind in der Tat Harris geschuldet, die nur langsam in Gang kommende Handlung dagegen ist charakteristisch für mich und sicher nichts, was ich ändern werde. (Keine Angst, ich hüte mich davor, irgendwelche Schwächen des Textes auf das damalige literarische Vorbild zu schieben, ich stehe zu 100% hinter dem Text, auch wenn er noch nicht ganz ausgereift ist.) Das hier sind gerade mal 4 1/2 Wordseiten von appr. 70-100 des gesamten Romans. Wahrscheinlich ist dir entgangen, dass wir uns hier in der Sparte "Sonstiges" befinden. Würde es sich also um einen reinen Liebesroman handeln (die ich weder lese noch schreibe), wären wir in "Emotion" oder "Alltag". Ws bin ich hier schon als eine Abart von Rosamunde Pilcher verschrien - es stimmt zwar, dass ich immer eine Liebesgeschichte einbaue, doch ich schreibe nie nur Liebesgeschichten. Dieser Roman hat die Beziehung zu Kenneth als Rahmenhandlung, dh. sie beginnt und endet damit. Wo wir auch schon beim Thema wären ...
Zitat:Dass ich da nur Mary Stu und Gary Stu sehe?
Du liest meinen Text mit fast mehr Klischees im Kopf, als du sie ihm ankreidest. Einmal kurz Nachschauen in Wikipedia hat ergeben, dass damit idealisierte Figuren gemeint sind. Nun ja, Kenneth ist gut gebaut, geht mit seinem Verbrauch an Bettgeschichten allerdings genauso freizügig wie ein Kettrenraucher mit seinen Zigaretten um. Wenn dass deine Ansicht von "idealer Mann" ist, bitte schön. Sie dagegen ist eben nicht gerade dick, hat allerdings so einige andere Makel. Auf deine Frage hin, warum du also diese zwei Schablonen siehst, weißt nur du die Antwort. Wenn du schon unbedingt mit Schlagwörtern arbeiten willst, hier eines, das besser zu Kenneth passen würde: tsundere. Kommt vor allem in der japanischen Populärkultur auf und beschreibt Charaktere, die zuerst unnahbar sind und nur bei ihrem Herzblatt auftauen. Nur zur Info, fürs nächste Klischeedenken.
Zitat:Also entweder hörst du jetzt auf zu lesen, oder tust dir mein Feingemeckere noch an. Das hänge ich hier an, falls es dich interessiert wo und warum ich ständig ausgestiegen bin ... Aber eben immer im Hinterkopf haben, ich bin nur eine Leserin und garantiert nicht deine Zielgruppe.
Den Gefallen tue ich dir ganz sicher nicht.Icon_fies
Bevor ich mir den Spaß mache, ebenso ausführlich auf deine Kommentare zu antworten, möchte ich hier noch anmerken: Bis jetzt war unter deinen Einschätzungen Hilfreiches dabei, die nachfolgenden Anmerkungen allerdings disqualifizieren dich in meinen Augen, eine begründete Meinung zum Text abzugeben. Oft geschieht es, dass man den Überblick beim Schreiben verliert und am Ende nicht mehr weiß, worauf man hinaus wollte. Dir ist es scheinbar ähnlich ergangen, denn mich beschleicht das Gefühl, dass es dir zuletzt mehr Spaß gemacht hat, zu geifern als zu kommentieren.

Zitat:Der Titel schreckt mich schon ein bisschen ab. Es soll also um Disharmonie gehen und das zeigt sich auch am Anfang recht schön, und auch, dass das Problem bei der Person liegt und sie eben recht gewollt Disharmonie erzeugt.
Da ist dann das Problem, dass ich keine sonstigen Texte lese. Die Vorstellung, die beiden Hübschen umeinander tanzen zu sehen, weil sie Probleme mit sich selbst haben, statt zu schätzen, dass sie sich lieben, so es denn so sein sollte, lockt mich einfach nicht. Ich bin also ein skeptischer Leser und einer, der sich mit den Konventionen des Genres ... Moderner Liebesroman ohne automatisches Happy End Versprechen (?)nicht auskennt.
Der Titel schreckt dich ab, obwohl du ihn als passend befindest? So so. Ich weiß nicht, was du willst. Es ist übrigens nur eine fadenscheinige Ausrede zu sagen, man kommentiert einen Text, weil das bisher noch niemand anderer getan hat, obwohl der Text einem zuwider ist. Spricht in meinen Augen wieder nur dafür, dass du lieber kritisieren als kommentieren wolltest. Und wie gesagt: ich kenne das Genre ebenso wenig, darum brauchst du dich nicht hinter vermeintlichen Stereotypen verstecken, mit denen wir beide nichts anfangen.
Zitat:Grundlegendes Problem, bei dem ich ... mich identifizieren kann, mitleiden und oder es interessant finden ... Nein, besonders da es ganz schnell in das rein äußerliche abdriftet.
Das ist für mich kein Charakterzug, den ich spannend finde und die Probleme, die daraus erwachsen auch nicht. Nicht, wenn eine südländische Schönheit nicht damit klarkommt, dass ihr nordischer Adonis sie liebt.
Und es riecht für mich ehrlich gesagt danach, dass jemand mir unbedingt zeigen will, wie die Figuren aussehen und das ist ein zugegeben eleganter Weg, der aber die ganze Beziehungsstruktur nun dominiert.
Ja, es ist eine oberflächliche Theorie, die tiefersitzende Gründe hat, die ich allerdings nicht in den ersten 4 1/2 Seiten erläutern muss (va da die Erzählerin schon Andeutungen gemacht hat, warum sie so denkt), da sich im Laufe der Geschichte noch erschließen wird, was dahintersteckt.
Und wann wurde gesagt, dass sie mit Kenneths Gefühlen nicht klarkommt? Der Grund, warum sie sich von ihm trennt, hat nichts mit ihren oder seinen Gefühlen zu tun, sondern mit dem Brief.
Zitat:Hobby anpassen, so dass? Also gibts nur Fernsehen als Hobby? das sodass find ich etwas übertrieben, ich würd das sodass sie einfach mal ausprobieren zu streichen
Du wirfst der Erzählerin Oberflächlichkeit vor und verlangst gleichzeitig, dass sie eine Bandbreite an Bsp. hier auflistet? Wie gesagt, die Theorie ist oberflächlich und sie geht die Theorie für sich im Kopf durch und erklärt sie nicht etwa jemandem. Dafür reicht das überspitzt formulierte Bsp. mit dem Fernsehen.
Zitat:Pure Äußerlichkeit also ... für mich das langweiligste an Beziehungen überhaupt, pure Oberfläche ...
Und hier fängst du langsam zum Wettern an. Die Theorie dreht sich um solche Oberflächlichkeiten, dass es diese speziellen sind, die überhaupt aufmerksam auf die Personen machen, die äußerliche Gemeinsamkeiten tragen. Ist das so rübergekommen? Wenn nicht, konkretisiere ich es noch, wenn schon - du willst hier doch nicht ernsthaft eine Grundsatzdiskussion darüber anfangen, ob das Äußere entscheidend bei der Partnerwahl ist oder nicht?
Zitat:Najaaaa, gibts nicht viele die auf Spiegel stehen? Icon_rolleyes
Also es verspricht schonmal, dass Sex ein Thema werden könnte. Wenn das Leser anlockt
Ich habe keineswegs vor, explizit zu werden. Doch wieso sollte Sex in der Beschreibung von Partnerschaften außen vor gelassen werden? Und ich denke nicht, dass, nur weil dieses eine Wort nun erwähnt wurde, der Text nun bedeutend mehr Klicks einheimst, als hätte ich darauf verzichtet.
Zum Thema Spiegel: Ich denke, es gibt bedeutend interessantere Dinge im Spiegel zu beobachten als das eigene Gesicht. Icon_wink
Zitat:Der Sprung von ich bin da keine Ausnahme zu der ExFreund ist das Gegenteil von mir ... Ich hab ihn schon mitgemacht, aber eigentlich bedeutet ja, keine Ausnahme, bezogen auf das vorhergehende, dass sie auch die Theorie ablehnen muss, dass man sich selbst als Partner wählt, aus dem Grund, dass man sich nicht selbst in die Augen schauen will. Also ist sie da nicht die Ausnahme, sie hat sich dann ja nur bewusst einen unähnlichen Partner gewählt, um eben all dem was sie oben ausgebreitet hat zu vermeiden.
Sie ist keine Ausnahme, weil die Beziehung nicht gehalten hat. Der Theorie gemäß, musste es scheitern, weil sie sich nicht ähnlich sehen.
Zitat:Nein, nicht ähnlich sind ... ähnlich sehen. Sie besteht ja auf der Äußerlichkeit pur, keine Hobby, keine Fernsehserien, kein Baumumfang.
Hoppla, da hast du Recht.
Zitat: Er ist blond, blauäugig (damit ist wirklich nur von seinem Aussehen die Rede, er verfügt beizeiten über mehr Menschenkenntnis als ich und ich würde mich nicht gerade als unerfahren auf diesem Gebiet bezeichnen),

Nein, sicher nicht, aber ich zweifle bei ihrer ganzen Ähnlichkeitstheorie massiv daran, gerade weil sie es hier auch noch betonen muss und dieser Kenneth später ja nun auch nicht wirkt, als wäre er mit Menschenkenntnis gesegnet ...
Diese Theorie ist ja ganz witzig, aber als Einstieg ... Soll sie das im Kern ausmachen? von sich eingenommen, oberflächlich, urteilend ...
Ich war mir mit dem Einschub nicht sicher, da es doch sehr reißerisch klingt a la "schaut alle her, ich durchschaue alle". Sie hat Dinge erlebt, die ihr mit Sicherheit mehr Menschenkenntnis einbringen als Menschen, die nicht ähnliches erlebt haben. Werde noch mal drüberschauen, wie ich es einbaue.
Zitat: hochgewachsen wie ein Baum, blass, als wäre er chronisch anämisch, erfreut sich aber bester Gesundheit und ist mit seiner Dauerkarte im Fitnessstudio amtlich als sportlich ausgewiesen.

Ehrlich, Gary Stu, hallo ... Auch Twilight geschaut?
Und jetzt frage ich dich ganz ehrlich: Wo ist dein Problem? Kämen glitzerartige Vampirverschnitte vor, wäre dein Einwand mehr als berechtigt, doch hier ist nur von einem blassen Typen die Rede. Ich bezweifle sehr, dass Meyer das Wort "anämisch" kennt, noch dass sie es je benutzt hat. Es tut mir wirklich leid für dich, dass dich Twilight so geprägt hat, dass du bei so einem neutralen Wort, sofort aufschreist. Nach sowas, fällt es mir wirklich schwer, deine nachfolgenden Anmerkungen auch nur im Ansatz ernst zu nehmen. Ich versuche es trotzdem.
Zitat:Sexappeal und Männlichkeit ausstrahlen könnte, wie ein Babyface, womit ich ihn hin und wieder aufzog. Von all seinen weichen Gesichtszügen, ist es wohl seine Stupsnase, gegen die er die größte Ablehnung hegt.

Ich sag ja, Twilight ... und wieder so eine Sache, da ist jemand dann unglaublich gutaussehend, hat aber irgendeinen "Makel", den keiner außer derjenige Selbst als Makel empfindet. Ich find das grauenhaft. Da es aber so oft vorkommt, ist es wahrscheinlich doch sehr beliebt.
Ich sag nochmal: wo bitte schön siehst du die Parallelen?Icon_confused
Zitat:Ahhhhhhhh, wie Gott ihn schuf, nach seinem Ebenbild. Der arme Kenneth, wird jetzt wohl wirklich Twilight drehen müssen ...
Einfach unfassbar ... Ich finde es lustig, dass jemand scheinbar noch traumatisierter von Twilight ist als ich , doch deinen Frust kannst du woanders ablassen. Hier hat er nichts zu suchen.
Zitat: Würde Kenneth Vanilleeis sein, wäre ich unweigerlich Schokolade

unweigerlich klingt, als wäre das ein schlimmes Schicksal ...
Ich überspringe mal einige deiner Anmerkungen, da ich mich sonst zu oft wiederholen müsste: du liest Sachen in den Text hinein, die schlichtweg nicht da sind.
Zitat: Meine Augen sind ebenso dunkelbraun, obwohl die Leute sagen, sie wären schwarz. Im Sommer tankt meine Haut so viel Sonne, dass ich locker als Spanierin durchgehen könnte und wenn ich dann noch ein rollendes R in meine Sätze einbaue, wäre meine zweite Identität als südländische Schönheit perfekt.

Ja, wow. Schön, hallo Mary Stu. Fehlt nur noch der Makel, der keiner ist ...
Endlich mal eine brauchbare Anmerkung. Ich selbst hatte Bauchweh mit dem Wort, weil es mehr Außen- als Innenansicht ist. Die Erzählerin würde sich selbst nie als schön beschreiben. Sie hat ein zwiespältiges Verhältnis zu ihrem Körper, was sich ua. im Kalorienzählen äußert. Hier muss ich mich wirklich nach einer Alternative umschauen.
Zitat: Zumindest versuchte ich mir das einzureden. Denn im Nachhinein betrachtet, hätte das Chaos, das in wenigen Tagen mein Leben beherrschen sollte, verhindert werden können, hätte ich den Brief ignoriert, der mir per Einschreiben zugestellt worden war, und mein gewohntes Leben mit Kenneth fortgesetzt.


Ein Lichtblick, ein Brief, eine dunkle Vergangenheit?! Mehr als Beziehungsbla ... Aber echt versteckt.
Wie schon gesagt, ich gehe es langsam an. Wir befinden uns um 1. Kapitel und das auf den ersten 4 1/2 Seiten, sehe da keinen Grund zur Eile.
Zitat:10 Jahre! Wie alt soll sie denn sein? Also ich hab sie so auf Erstsemester geschätzt und dann würd sie sich verstecken seit sie 10 ist. Also wenn sie bei dem ganzen am Anfang noch 30 sein soll, 35 ... Nein ... Das kaufe ich dieser Figur nicht ab. Dann hat sie sich ewig nicht weiterentwickelt und für mich sicher nichts irgendwie einschneidendes erlebt, spätestens dann werden Äußerlichkeiten dann eben nicht mehr so wichtig ..
Schon mal in den Sinn gekommen, dass man sich gerade wegen einem Trauma nicht weiterentwickelt?
Zitat:Der arrogante, der eigentlich gaaanz süß ist
Du liebst doch Klischees so abgöttisch. Siehe tsundere.
Zitat: Er hatte die Gunst der Stunde genützt (genutzt) und mich auf ein Eis in der schwülen Hitze eingeladen.

Brauchst du das schwül? Im Supermarkt ist es nicht schwül ...
Mit fehlt von der Satzmelodie etwas, wenn kein Adjektiv da ist, in Frage käme noch "siedend", doch da ist mir "schwül" sympathischer.
Zitat:Was für eine wahnsinnig tiefe Beziehung spricht, dass das nie ehrliches Thema geworden ist. .... wieder Oberfläche, einander nicht kennen.
Oder dass es für ihn einfach keine Rolle gespielt hat, ob sie jetzt weiß, dass er auf sie zugegangen ist oder es wirklich ein Versehen war? Sie sich aber umso mehr darüber den Kopf zerbricht? Nur weil gewisse Themen (dieses ist ein ziemlich unbedeutendes) nicht angesprochen werden, sagt das nichts über eine Beziehung aus, nur dass die Partner verschieden sind.
Zitat:Der sprung ist etwas ... unnötig, den riesen Schrecken hattest du schon ein paar Zeilen drüber. Das klingt wie ... Schluckauf.
Hab mir Ähnliches beim Schreiben gedacht. Da es sich aber bis jetzt eher um einen inneren Monolog handelt, in dem die Gedanken nie ganz geordnet sind, halte ich es nicht für ganz so unpassend.
Zitat:Scherbenhaufen??? Sie hat sich von ihrem Freund getrennt, ohne rechten Grund, und nahe gehts ihr auch nicht, so wie sie klingt. Also Scherbenhaufen? Nö ... sie muss sich nichtmal eine neue Wohnung suchen ..
Mit Scherbenhaufen ist auch das gemeint, was vor 10 Jahren passiert ist und was sie heute noch so sehr mitnimmt, dass sie deswegen eine an sich funktionierende Beziehung beendet.
Zitat:ausgeholfen??? Aber ja, Gary ist sich für nix u schade, warum muss ich das hier wissen?
Du hast dir gerade selbst die Antwort gegeben. Kenneth ist zwar arrogant, kann sich aber auch mal die Hände schmutzig machen.
Zitat:Oh, sie kann lesen und versucht zu malen ... ist also von Beruf reiche Tochter ...
Eher jemand, der sich selbst verwirklichen will.
Zitat:???? Wieso, Geldsorgen hat die Dame ja nicht ....
Einmal liest du richtig aufmerksam. Und da du höchstwahrscheinlich nicht weiterlesen wirst, kann ich auch ein bisschen Licht ins Dunkel ihrer Finanzen geben: Ja, sie bekommt finanzielle Unterstützung, sozusagen als Abfindung für das, was ihr vor 10 Jahren passiert ist, und finanziert sich so Wohnung und Co. Natürlich möchte sie aber auch selbst etwas leisten und ihr eigenes Geld verdienen, wo wir auch schon wieder beim Kellnern wären.
Zitat: Kenneth war für sein loses Mundwerk bekannt – gerade seine Direktheit schätze ich unter all seinen Eigenschaften am meisten, wobei viele seine Ehrlichkeit oft als Unverschämtheit empfinden –, doch genoss große Beliebtheit unter den Frauen.

Also wieso kombiniert sie das? Ich habe da den Eindruck, du willst mir wieder nochwas von Kenny erzählen und deshalb steht das eben da ...
Viele finden seine Ehrlichkeit unverschämt, sie nicht, aber dann hat sie es doch mit allen Frauen gemeinsam. Sprich, Männern gegenüber ist er unverschämt und er sich sich halt nur sexy Kellnerinnen zu seinem Spaß hält ...?
Soll das so sein, ist die Charakterisierung schiefgegangen. Magst du solche Menschen? Und selbst, wenn es nicht um mögen geht, findest du sie interessant? Ich begreif es nicht ... Ich kann mir nur Vorstellen, dass du zu nahe an Sookie und Sam dran warst und hast versucht so viel zu ändern, dass man es nicht mehr sieht und hast dabei so lange an den Figuren gedreht bis sie so aussahen?
Klares Nein zu deiner Unterstellung bzgl. Sookie und Sam.
Muss ich da wohl deutlicher werden. Machen sich Menschen denn so beliebt, die einfach drauf los quatschen, ohne Acht zu geben, wie das bei ihren Mitmenschen ankommt? So jemand ist Kenneth.
Zitat:Neinnnnn, also ohne Hemd ist er fett ...wallbash Hatte Sookie nicht sowas, nur umgekehrt? Sam war unspektakulär im Hemd, aber eigentlich wahnsinnig muskulös.
Wieder: Sookie und Sam haben hier nichts zu suchen. Es war so gemeint, dass seine Kleidung eine stattliche Figur vermuten lässt, doch das noch nicht wirklich etwas aussagt. Oft trügt der Schein eben.
Zitat:Öh, du springst jetzt von, wie sind zusammen und wieder auseinander zu der Phase von diesem Monat? Das ist zuviel gehüpfe, was eher verwirrt als spannend ist. Du nimmst das zusammensein vorweg und dann stellt sie sich doof ...
Sie stellt Kenneth, ihren Exfreund, vor. Erzählt, wie sie zusammengekommen sind und wie sie sich getrennt haben. Wo kommt es da zu Verwirrungen? Icon_confused Welcher Monat im Übrigen?
Zitat:Und das ist sie nicht von allen Kerlen gewohnt, wenn die knapp bekleidet irgendwo tänzelt? Das ist dann ein zeichen für ... Liebe????????????
Weil auch alle Frauen zum Lechzen anfangen, kommt ein Mann oben ohne vorbei?Icon_confused Icon_lachtot
Kenneths Reaktion ist schlichtweg ein Zeichen für Interesse. Mittlerweile sollte schon klar geworden sein, dass Kenneth kein unbeschriebenes Blatt ist und sich die Hörner abgestoßen hat. Er ist kein triebgesteuerter Teenie mehr, der beim Anblick von einem tiefen Dekolletee aufs Klo verschwinden muss.
Zitat: Ich machte mir fast schon einen Sport daraus, ihn mit einer flüchtigen Berührung aus dem Konzept zu bringen.

Boah, also so tiefe Gefühle hab ich selten gelesen, wow.
Sie ist ja auch noch nicht verliebt ... (Bitte sag mir, dass dich irgendwo der Ernst verlassen hat, ich schwanke zwischen Entsetzen und köstlicher Unterhaltung)
Zitat:Ah, deshalb der Sport mit den flüchtigen Berührungen ... Sie ist echt unangenehm.
Gut, hier kommt nicht ganz raus, dass sie nur in einem kurzen Zeitraum (1,2 Tage) sich auf diese Weise versichert, dass er auch wirklich an ihr interessiert ist. Werde das noch spezifizieren.
Zitat:Was wirft das für ein Licht auf sie, dass sie nichtmal merkt, dass ihre Kollegen ausgetauscht wurden?
Genau dasselbe wie, dass sie im Supermarkt leicht aufgescheucht werden kann, weil sie vertieft in die Nährwerttabelle ist. Und auch dass sie eben kein sonderlich gutes Verhältnis zu ihren Kolleginnen hatte, die ihr die Beziehung zu Kenneth übelgenommen haben.
Zitat:Genau, er kocht etwas für sie. Womit wir beim Narzissmus pur wären.
An was für Kleinigkeiten, du dich stößt ... In einer Beziehung müssen nicht beide Meisterköche sein und wir haben schon festgestellt, dass Kenneth gerne Besitzansprüche stellt, warum sie dann nicht auch mit Kochen verwöhnen? A la "du isst das, was ich extra für dich gemacht habe"
Zitat:Aus ihren Worten nun beziehungsgestört abzuleiten und dann auch noch zu behauptet, er hätte Nerven genug, wo ihn ihr Kellnern schon ausrasten lässt ... Öh, ja, das unendliche Selbstbewusstsein höre ich ...
Ich fühle mich schon lang nicht mehr, als ginge es hier um den Text, sondern um rein Zwischenmenschliches. Um eine Beziehung zu führen, muss zuerst mal klar sein, dass sie eine haben. Du kannst davon ausgehen, dass sie nach diesem Gespräch, aufgehört hat, mit anderen zu flirten, weil sie weiß, dass Kenneth nicht davon begeistert wäre bzw. er sich nicht mehr darüber aufgeregt hat, weil er sich jetzt sicher sein konnte, dass sie weiß, dass sie vergeben ist und keinen Blödsinn macht. Diese Sicherheit hatte er davor noch nicht, darum ist er laut geworden.
Zitat:Die dann gott sei Dank nicht zu lesen waren ...
Die Tür ist dort. Dich zwingt niemand diesen Text zu lesen, geschweige denn, zu kommentieren. Wave
Zitat:Weil? Warum war ausgerechnet diese Stunde, die längste? Du geizt mir Außeninfos, das hast du nicht mit Harris gemeinsam, sie kommt sehr schnell in die Handlung hinein.
Endlich hast dus erfasst: Du liest hier keinen Text von Harris, sondern von mir. Icon_rolleyes Kann man sich vl denken, wenn sie schon davon redet, dass es schöne 18 Monate gewesen waren, sie aber jetzt getrennt sind, was sich in dieser Stunde angekündigt hat? Nein? Dann lieber schnell weiterlesen oder sofort damit aufhören.
Zitat:Er ist auch nicht gerade elloquent ...
Dir wird aus dem Blauen heraus verklickert, dass dein Partner nach 18 Monaten eine an sich funktionierende Partnerschaft beendet. Welche Arie fiele dir dazu ein?
Zitat:Sie weiß nicht, was rührselig ist, stelle ich fest und zu feien? Da greift sie arg hoch ins Register ...
Das, was sich hier über 4 Seiten erstreckt, denkt sie in ca. 5 Minuten. Mit "rührselig" ist also auch Kennenlernen und der Rest gemeint. Werde das noch spezifizieren.
Zitat:Zuviel Aufmerksamkeit für 13.00 Abends ... das ist nicht nachts, schon ger nicht für Kellnerinnen in einer Bar ... Und hat sie nicht irgendein Problem mit der Vergangenheit, weshalb sie sich bedeckt halten musste. Keine Angst entdeckt worden zu sein nach dem Einschreiben? Wie nicht existent alles ... Aber vier Zeilen für die Feststellung es ist 23.00 Uhr. Das ist eine totale Schieflage. Wo ich nicht weiß, was ich da raten soll, da ich keine Ahnung habe, wo du hinwillst ...
Habe ich je etwas in diese Richtung erwähnt, dass sie sich versteckt? Du reimst dir hier irgendetwas zusammen und wunderst dich dann, dass deine Erwartungen nicht erfüllt werden.
Des weiteren haben wir (du hast da ganz besonders gelitten) gerade 4 Seiten innerer Monolog hinter uns - dass sie sich da erst in der echten Welt wieder zurechtfinden muss, finde ich berechtigt.
Zitat:So würde ich spontan versuchen zu zeigen, dass sie starr vor Angst ist, ohne, dass sie das vor sich selbst zugibt. Wenn du das trocknen des ros Lacks als Symbol für etwas verwenden willst ...
Wenn sie verfolgt wird sowas wie ... Sie,sie würden nicht klopfen, sie wären längst hier. Also es gab keine Probleme.
Nie war die Rede davon, dass sie verfolgt wird. Icon_confused
Zitat:Kein Reaktion hier, über seine Ehrlichkeit, die sie doch am meisten geliebt hat, wenn man jemanden vermisst, dann müsste soetwas wehtun, einen trotzdem zum lächeln bringen, tränen ... irgendein Gefühl! Was sie oben behauptet, bedeutet ihr hier nichts. Das klopfen wird ausgewalzt, weil es da fließt? Weil ich da wissen soll, dass es sie an ihre Vergangenheit erinnert?, hier taucht Kenneth auf und schwubb Gefühl, Fehlanzeige....
Du verlangst allen Ernstes, dass sie ins Schwärmen gerät, nur weil er bei ihr an der Tür klopft? Icon_confused Sie hat Schluss gemacht und will es auch dabei belassen.

Ja, was soll ich sagen. Sicher waren ein paar hilfreiche Anmerkungen dabei, doch mir scheint, du hast den Text ziemlich früh aus den Augen verloren (die unglückliche Wortwahl "südländische Schönheit" hat dir die Erzählerin wohl ganz verleidet und deine unerklärliche Paranoia, was Twilight betrifft, tut ihr Übriges). Mir scheint, der Text hat irgendwas bei dir losgetreten, was ganz einfach nicht in eine Textkritik reingehört (auch ein Grund zur Freude, wenn ich es schaffe, jemanden so sehr zu frustrieren lol), was wohl auch den Großteil deiner Anmerkungen so ganz und gar unbrauchbar für mich macht.

Grüße
von einer leicht irritierten, doch sehr unterhaltenen Sniffu


RE: Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Pfotenabdruck - 18-11-2013

Hallo Elia

Ich weiß nicht, ob das hier so üblich ist, dass man sich gegenseitig kritisiert? Wenn, ja o.k., dann aber bitte mit Zitat. Ich habe ehrlich gesagt, dass ich nicht so die Zielgruppe bin, ich habe geschrieben, wie meine Reaktion einzuordnen ist, ich habe mich immer auf die Figuren bezogen ... und habe im Folgenden soweit ich mich erinnere oft genug geschrieben, dass ich ihren Schreibstil gut finde, ich aber ebenso finde, dass da wohl etwas nach meinem Gefühl in der Figurenzeichnung schiefgegangen ist. Dass ist meiner Meinung nach etwas anderes als Autorenbashing und ja, ich fand meine Kritik etwas zu hart und wollte sie eigentlich nicht abschicken, da ich aber einige Kritiken von sniffu gelesen habe, wo sie sich auch insgesamt kritisch äußert und den Text als ganzes als nicht ihren betrachtet, dachte ich, o.k. sie findet auch, dass eine Rückmeldung durchaus hart ausfallen kann und nicht unbedingt von der Zielgruppe kommen muss. Dass ich das natürlich ganz anders gemacht habe als sie und sie über jede Kritik erhaben ist, möchte ich betonen. Ich glaubte nur eben, sie könnte das gut ab, und glauben heißt nicht wissen.

Vielleicht hättest du aber statt Zeit in meinen unsäglichen Kommentar zu investieren und ihn zu lesen, vielleicht lieber mal selbst einen Kommentar zum Text schreiben sollen.
Ansonsten lasse ich mich gerne von den Moderatoren abmahnen, wenn ich irgendwo geschrieben habe, die Autorin ist dumm. Und sicher kriege ich noch einen aufs Dach, wegen der Schlampigkeit meiner Erklärungen und der Härte. Ja, die Figuren und ich, das ist keine große Liebe gewesen, außer auf der Zeichnung vielleicht. Oder ich hätte es eben bei der einen Textstelle belassen können.
Ansonsten, bis auf den fehlenden Kommentar zum Text, find ich es schön, dass man sich umeinander kümmert. Also, es gibt sicher irgendwo einen Meldebutton, drück ihn oder schicke eine PN an die Moderatoren.
Aber ich werde mich sowieso nicht nochmal hinreißen lassen, einen Text hier zu kommentieren, den ich nicht gelungen finde oder es nochmal so zu machen. Also keine Panik. Ich bin bedingt lernfähig.

Lieben Gruß Pfotenabdruck

Aber nun zur eigentlichen Threadinhaberin

Hallo Sniffu

Schön, dass du dich noch meldest. Meine Intention ist nicht angekommen. Ich sagte ja, dass sich da der Text und ich ungut vermischt haben. Also um da noch irgendwas draus zu machen ... sehe es mal als Demonstration dessen, dass der erste Eindruck ziemlich wichtig ist. Egal, wie meine Absichten nun war und wie wenig Spaß mir das gemacht hat zu motzen, du siehst mich als die blöde Kuh, die sich wegen einer Twilightphobie an deinem Text abreagiert hat. Dein gutes Recht.
Wird also, was ich jetzt sage, noch irgendwas daran ändern?
Also wenn du deine Figur nun mit dieser Theorie losstiefeln lässt zu den Lesern, wie sie über die narzisstischen Anderen urteilt, wird sie das wieder loswerden?
Aber vielleicht oder wahrscheinlich finden andere diese Theorie witzig oder als Ausdruck einer tiefen Verletzung und verstehen deine Figuren auf Anhieb, so wie sie gemeint sind, mit den Worten, die du für sie gewählt hast. Wenn nicht, schaust du vielleicht nochmal in meinen Text hier rein, falls der nicht gelöscht wird und ich gleich dazu. Und überlegst, ob meine Reaktion, die rein gefühlsmäßig war, dir nicht ein wenig erklären kann, woran das liegen könnte. Wenn du dir genau meine Reaktion und die Worte ansiehst, auf die sie erfolgen. Nicht meine Reaktion auf deine Figuren in deinem Kopf und deinem Herzen, die kenne ich nämlich nicht.

Ich habe das Feingemeckere angehängt, damit du eben siehst bei welchen Worten! genau, ich was gefühlt habe, du findest, ich wollte nur was zum meckern finden und habe nicht genau gelesen. Macht eine Antwort überhaupt noch Sinn? Keine Ahnung. Ich jedenfalls bin immer noch der Ansicht, deinen Text genau gelesen zu haben, aber dich falsch eingeschätzt zu haben, was die Art angeht, wie man das machen kann. Da wo ich herkomme, um es mit Elia zu sagen, ist das nicht schlimm und übrigens Twilight auch teilweise sehr geschätzt. Ich hab es auch mögen gelernt, durch die Augen von schreibenden Fans. Ich dachte nur nicht, dass das der Effekt war, den du wolltest. Also find ich Twilight wohl lange nicht so schlimm wie du. soviel dazu.
Also nur soviel ... (Edit Betonung liegt wohl auf viel, zu versuchen keine Missverständnisse zu produzieren ist .... langwierig ...also immer dran denken, musst es nicht lesen .... )

Zitat:Es erstaunt mich, dass du so viel Platz brauchst, um zu sagen, dass dir der Text nicht gefällt. Nun ja, mehr für mich zu antworten Icon_fies (sollte ich an manchen Stellen zu patzig klingen – du stichelst ja ganz schön lol -, sei mir nicht böse, denn ich bin es dir auch nicht).
Nun, wenn man immer nur Kommentare schreiben würde zu Texten, die einem gefallen ... um dann zu schreiben, dass sie einem gefallen ... wäre es schön kuschelig, nicht wahr? und es wäre wohl noch weniger los, als sowieso ...
Ich find nicht, dass du patzig klangst, aber man merkt eben halt, dass meine Worte nicht so angekommen sind, wie sie sollten, als Herausforderung, sondern nur als Beleidigung? Obwohl du ja auch amüsiert warst, also ist es wenigstens zum Teil so angekommen, wie gedacht, aber eben nicht wirklich.....
Ich schrieb
Zitat:Tut mir echt leid, dass ich da keine begeistertere Antwort für dich habe. Gerade die Zeichnung erweckt den Eindruck, dass du diene Figuren sehr liebgewonnen hast. Aber da muss mehr von in den Text!
Und das meinte ich genau so. Wo auch immer ich meckere, wollte ich einfach mehr, entweder mehr von dem wie deine Figuren sind, oder eben eine Erklärung. Warum muss das so sein, gerade jetzt? Wo ist die Liebe? wo ist die Angst, wo ist ... für dich ist das wohl alles da.

Aber wenn ich das nochmal mit deinen Augen lese und nicht mit meinen, ja, war zu gemein zu kurz zu ... alles eben und überflüssig.

Also stichle ruhig. Ich schrieb ja, dass ich nicht so recht weiß, was du erreichen wolltest und ich dir einen passenderen Betaleser wünsche.

Und es tut mir leid, wenn du meine Reaktionen auf die Worte mit einer Reaktion auf dich verwechselt hast, ich dachte, ich hätte das nun wirklich wirklich deutlich gesagt, wie ich es meine. Wenn du daraus schließt, ich hätte deinen Text nicht gelesen, dann hast du vielleicht recht. Denn auch deine Kommentare haben die Verwirrung was deine Prota angeht nur verstärkt.
Zum Beispiel hast du mir nun geschrieben, dass das fünf Minuten sind, in denen sie das denkt.
Also ist das nicht lange her:
Vor Kenneth hätte ich es nie zugegeben, weil sein ohnehin schon übergroßes Ego dann wohl in die unendlichen Weiten des Alls abgedriftet wäre. Doch so ganz mir selbst überlassen, konnte ich mir eingestehen, dass Kenneth wahrscheinlich das Beste war, was mir je passiert war.
Dann viel noch die Bezeichnung bester Freund, gutes Team ...
Und dass sie sich gegen die Einsamkeit feien muss

Und dann das am Ende

Zitat:Du verlangst allen Ernstes, dass sie ins Schwärmen gerät, nur weil er bei ihr an der Tür klopft? Icon_confused Sie hat Schluss gemacht und will es auch dabei belassen.

Erstmal hab ich nach irgendeinem Gefühl gefragt, nein gelechzt um all die Gedanken mit echten Gefühlen zu füllen, mich mit ihr zu freuen und auch Angst zu haben, weil er da ist. Und wenn es nur ist, dass er das mit dem Freunde bleiben ausprobieren will. Ich hätte nun gedacht, sie bereut es alles zerschlagen zu haben, in alte Muster zurückgefallen zu sein, wünschte dem Brief nicht so viel Bedeutung beigemessen zu haben (was da so steht) und und dann ist da nix, wenn er da ist und an ihre Tür klopft. Dass sie es bereut ihm so wehgetan zu haben, wo wie du selbst sagst, er ja nun völlig vor den Kopf gestoßen war, weil sie eine funktionierende Beziehung nach 1,5 Jahren einfach so grundlos beendet hat. Sie hat aber nichtmal Angst, dass er eine Erklärung fordern könnte, weinen, es tut ihr nicht! leid. Sie hat Schluss gemacht und Punkt. Genau so kommt es rüber udn das verstehe ich nicht. Da werden wir uns wohl nie einig, was ich nun empfinden soll, wenn sie so denkt und so handelt. Beziehungsweise, ich weiß ja immer noch nicht, was der Leser nun fühlen soll.

Zitat: Aber so, hat mich der Ton vom Text im Grunde in den selben Ton beim Kommentieren gezogen, ich wurde auch allzu krass in meiner Abneigung, und das war keine gute Mischung.

Zitat:Wenn es dir schon selbst auffällt, dass du dich im Ton vergreifst, warum schaust du dann nicht mal noch über deinen Text und findest vl einen Weg dich diplomatischer bzw. ganz einfach sachlicher zu äußern (wie Elia es auch anspricht)? So muss ich sagen, dass mir selten jemand untergekommen ist, der so leidenschaftlich eine vermeintliche Textkritik als Zweck zur Selbstdarstellung missbraucht. (Vielen Dank an dieser Stelle an meine bisherigen Kommentatoren, fühle mich richtig verwöhnt.)

Da siehst du mal, da weiß man seine anderen Kommentatoren gleich mehr zu schätzen, ist doch mal eine schöne Nebenwirkung.

Und ich kenne es auch so, dass wenn man einen sehr meckerigen Kommentar verfasst, sich dann die, die den Text besser fanden, sich eher mal aufraffen einen Gegenkommentar zu schreiben und die Vorzüge rausstellen, die andere Sichtweise. Hier würde ich ja immerhin schonmal angemeckert. Vielleicht schreibt Elia dann ja auch nochmal einen Kommentar zum Text und nicht nur zu mir. Würde mich freuen.

Warum ich nicht diplomatischer war? Sachlicher? Frag ich mich auch ... Literatur soll einen doch vor allem emotional packen ... Es geht um die Gefühle und wir Autoren steuern diese Gefühle, wenn es gut läuft. Gefühle bringen einen zum weiterlesen, ganz sicher nicht Sachinfos und auch nicht das, dass es später sicher noch anders wird, der Leser lebt im Jetzt. Und bei deinem Text war es nicht das Handwerkliche, sondern das Emotionale, das bei mir in Schräglage geraten war und zwar arg, wie selten. Und das hab ich geschrieben, weil ich eben gewissen Formulierungen im Text dafür verantwortlich mache und deren Kombination. Du vermutest, dass es an mir persönlich liegt, an meinem Drang zur Selbstdarstellung, das ist natürlich o.k. das so zu sehen, und nicht an deinem Text. Ich sage klar, natürlich liegt es an mir in Reaktion auf deinen Text. Es gibt kein sachlich, sehrwohl natürlich ein diplomatischer ... Jedenfalls würde ich wissen wollen, wie ein Leser auf meinen Text reagiert, auf die Worte, mit denen ich meine Figur vorstelle. Und hab ich auch schon bekommen, ist ja nicht so, als hätte ich nicht meine Mary Sue und meinen Gary Stu.

Klar, geht das immer diplomatischer oder ich hätte nochmal einen deutlicheren Text davorschreiben können, dass das ja alles nicht persönlich gemeint ist. Ich hätte auch einfach warten können und einfach aushalten, dass der Text keinen Kommentar erhält. Unendliche Möglichkeiten.
Ich bin immer noch der Meinung, dass du es deinen Figuren durch den Text schwer machst gemocht und wahrgenommen zu werden, wie auf der Zeichnung. Was ich schade finde, zu schade fand, um nicht zu versuchen, dich vom Gegenteil zu überzeugen, ohne jedoch dir etwas vorzuschreiben ... wenn das dann Selbstdarstellung ist ... wenn ich was für meine Ego tun will, da lob ich ja nun eher und krieg ordentlich Streicheleinheiten dafür, für Kritik gibts keine Streicheleinheiten. Und wir sind nie zusammengetroffen, also hab ich da auch nix auszutragen.
Also bis auf Arbeit und ein schlechtes Gewissen hatte ich nichts davon und ja, das ist zugegeben echt dämlich, und somit doch wieder Selbstdarstellung, da habt ihr dann insofern recht Icon_smile Also musst du dich wenigstens nicht grämen, ich hätte sonderlich Spaß gehabt.

Zitat:Ich habe zugegeben nur ein Buch von Charlaine Harris gelesen und was mir da spontan an Gemeinsamkeit aufgefallen ist, ist das ausführliche, die eine (übriggebliebene?) Klammer und natürlich eine Ich-Erzählerin.

Zitat:Ich war mir wirklich nicht sicher, ob ich den Namen der Autorin nennen sollte. Dass du im Folgenden immer wieder Vergleiche ziehst, zeigt mir, dass ich zu ehrlich war. Darum ignoriere ich auch folgende Anmerkungen von dir "schneid dir da ein Stück von Harris ab!", da das nicht Sinn der Sache ist.
?
"schneid dir da ein Stück von Harris ab!"

Hab ich das so geschrieben? Schreiben wollte ich jedenfalls, dass du dir das nochmal bei Harris anschauen könntest oder solltest, wie sie kombiniert. Ich habe auch geschrieben, du sollst dir andere Autoren ansehen, die du jetzt magst und schauen wie die das machen. Das mache ich oft, weil man eben seine Figuren komplett und in und auswendig kennt, wie auch Lieblingsfiguren aus Büchern und man oft nicht mehr weiß, nicht wahrgenommen hat, wie ist das eigentlich passiert? Was war der Anfang? Und dann schreibt man eben selbst und wählt Details aus, baut seine geliebte Figur und nimmt nicht wahr, was man auswählt und wie das den Leser beeinflusst. Meiner Meinung nach eben, kann man nicht frei kombinieren und nachreichen, was auch immer man wann möchte.

Und deine Frage zu beantworten musste ich mir nunmal Harris ansehen. Die im übrigen nicht zu meinen Lieblingsautorinnen zählt, zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mich Sookie Stackhouse nicht fesseln konnte und es bei einem Buch geblieben ist. Es ist also kein Schneid dir was von Harris ab, weil die so toll ist. Das war deine Wahl.

Nun, ich habe also mir Sookies Einführung durchgelesen (Was mir am passendesten erschien, weil sich hier ja auch eine Frau vorstellt ) und Parallelen entdeckt (Kellnerin, Barbesitzer, die Beschreibungen des Äußeren, Theorien über andere ...) und dachte mir, vielleicht hast du ja, um von Harris wegzukommen, einfach zuviel! rausgeschnitten, anders gemacht, zuviel für die Figuren, aber eben andere Dinge behalten. Eben genau die Dinge, die es meiner Meinung nach schwer machen, bei Figuren zu bleiben.
Wie sie zum Beispiel gutes Aussehen so rüberbringt, ohne dass der Ich Erzähler allzu eitel wirkt. Was du ja nicht willst. Dass halte ich gerade bei Ich-Erzählern für sehr schwer. Wie du ja nun selbst auch anmerkst, dass sie sich selbst nie als Schönheit bezeichnen würde. Dennoch tut sie es in aller Ausführlichkeit und mehr als einmal. (bei südländische Schönheit, bei den Keksen, beim Trinkgeldabstauben, beim ihn wahnsinnig machen)

Aber natürlich steht es dir frei das zu ignorieren, obwohl du es vorher selbst als eventuelles Problem gesehen hast. Dass da noch ein paar Parallelen drin sind, die du gar nicht erinnert hast, wie eben dieses, dass Sookie Sams Muskeln auch über das Hemd beschrieben hat, nun ja, die habe ich nun so wahrgenommen. Ob, du nun denkst, dass ist noch übrig geblieben, oder ist Zufall, oder nur meine Interpretation ist deine Sache.

Zitat:Dass der Text noch nicht seine Endfassung erreicht hat, brauche ich dir wohl am wenigsten zu sagen. Ich war wohl etwas zu voreilig mit dem Hochladen, da manche Unstimmigkeiten noch immer da sind, wie du mir nur zu gut bestätigst.

Hmm, er wirkt eben nicht unfertig auf mich, jedenfalls nicht handwerklich und deshalb fragte ich ja, wie du deine Figuren gesehen haben möchtest. Die Antwort hätte ja auch schlicht lauten können, prima, so sind die beiden eben. Wenns dich wahnsinnig macht, lies weiter oder lass es.
Viel hab ich nun nicht erfahren, aber gut, da hätte ich wohl wirklich diplomatischer sein müssen.
Trotzdem, ist es doch die Arbeitsgrundlage von allen Texten in allen Überarbeitungszuständen hier, das, was da steht. Und ja, ich wünsche mir definitiv eine andere Endfassung. Mehr gezeigte als behauptete Zuneigung (Mehr von der Zeichnung!, die du angehängt hast.), viel weniger Körperbeschreibungen, mehr angedeutete Scherben in einem Scherbenhaufen. Auch mal ein nettes Wort über andere Menschen ... Wegen meinem Ego ... ne eher wegen einem besseren Einstieg für deine Figuren... Auch wenn du es mir nicht glaubst, ich hab für! sie gemeckert, damit du das änderst. Warum also sie nicht an die Staffelei stellen und sie arbeiten lassen. oder mit dem Geld anfangen, von dem sie leben muss, was sie sicher hasst, aber wohl braucht, weil sie keine Ausbildung machen konnte, wegen dem Trauma.(?) Mir zeigen, dass sie sich wenig konzentrieren kann oder ihre ehemaligen Träume zerstört sind oder oder oder. Tausend wichtige Interessante Dinge. Wie sie sich quält mit den Kalorien, aber bitte ohne Bemerkungen über das weibliche Umfeld, das ja neidisch ist (und durch die Beschreibung nichtmal wirklich menschlich ...)
Ja, ich will eine ganz andere Endfassung. Ich möchte, dass sie ihn wirklich liebt. Herrje, ja, ich bin kitschig. Ich lese nicht reine Liebesromane, aber Ich will tatsächlich eine Liebesgeschichte, wo es dem einen etwas ausmacht, wenn er dem anderen das Herz bricht.

Zitat:Auch das empfinde ich nicht ungewöhnlich für einen Ich-Erzähler, dass dieser sich erinnert und rumdenkt gehört doch zu den Vorteilen, die ein Ich-Erzähler hat.
Zitat:Für mich ist es eine Premiere. Ich schreibe sonst in der personalen Erzählung, es bedeutet also eine Umstellung für mich.
Die detaillierten Beschreibungen sind in der Tat Harris geschuldet, die nur langsam in Gang kommende Handlung dagegen ist charakteristisch für mich und sicher nichts, was ich ändern werde.
Wie sollte ich das nun wissen, dass das es für dich Premiere ist? Und wie hätte mich das beeinflusst? Hätte ich dich wie einen Anfänger behandeln sollen, der du in meinen Augen nicht bist? Das ist für mich respektlos, anzunehmen, jemand hätte wenig Schreiberfahrung, weil mir an dem Text viel nicht passt ...
Das Risiko für einen Ich-Erzähler ist nunmal dann ein anderes als in einer personalen Erzählung, vielleicht sogar mit deutlichen Erzählereinsprengseln abseits der Reflektorfigur(Oder des Protagonisten). Das Ich erzählt und damit ordnet man ihr auch ganz! die Wahl zu, was sie erzählt. (Für mich natürlich nur, ich weiß nur nicht, wie man das bei einem Ich-Erzähler anders sehen könnte ...). Sie besteht aus dem ganzen Text, was es schwer macht, anderes unterzubringen. Das ist das spannende und eben das schwierige daran. Und da zeigt Harris eben ganz nett, wie sie diese laangen Äußerlichkeitsbeschreibungen mit anderen Inhalten kombiniert, und nicht Aussehen um des Aussehens willen.
Deshalb nochmal der Verweis darauf andere Autoren unter dem Aspekt nochmal zu lesen, weil ich nicht denke, dass du viele Autoren finden wirst, die das in der Gewichtung so handhaben. Und wenn doch, ist ja auch prima. Ich kann an Vergleichen nichts schlimmes finden und da du dich mit Harris verglichen hast, konnte ich da ahnen, wie du darauf reagierst?

Zitat: (Keine Angst, ich hüte mich davor, irgendwelche Schwächen des Textes auf das damalige literarische Vorbild zu schieben, ich stehe zu 100% hinter dem Text, auch wenn er noch nicht ganz ausgereift ist.)
Wie gesagt, ich fand die Gefahr groß, wenn man sich von einem literarischen Vorbild trennen möchte, eben in dieser Abnabelung zuviel anders machen zu wollen, oder wegzulassen, was vermeintlich dem Vorbild "gehört" Aber vieles ist nunmal einfach Handwerk und nicht allein Harris oder irgendwem zuzuschreiben, sonst müsste man sich nicht unterhalten.
Und sie war mal deine Lieblingsschriftstellerin, dass das in die Hassschriftstellerin? gekippt ist, wusste ich ja nicht. Ich dachte nur inzwischen gibts beliebtere ...

Zitat:Das hier sind gerade mal 4 1/2 Wordseiten von appr. 70-100 des gesamten Romans.
Es soll aber nunmal der Anfang sein. Erstes Kapitel. Der Anfang ist das Tor in die Geschichte, die Brücke zum Leser, das Versprechen. Das! ist die Geschichte. Deshalb erwähnte ich Harris und ihre ersten Sätze als gutes Beispiel dafür, wie ein Anfang das Versprechen der Geschichte in sich birgt. Unabhängig vom Inhalt. (die dir ja mal gefallen hat, die einzige Info, die ich hatte, hättest du einen aktuellen genannt, hätte ich mir den angesehen. Warum? Weil man daran zeigen kann, was andere Autoren machen, weil man daran viel besser handwerkliche Kniffe besprechen kann, als an eigenen Texten. Dann ist es eben nicht, meine Art, deine Art, sondern eine Art.)
Zitat:Wahrscheinlich ist dir entgangen, dass wir uns hier in der Sparte "Sonstiges" befinden. Würde es sich also um einen reinen Liebesroman handeln (die ich weder lese noch schreibe), wären wir in "Emotion" oder "Alltag".
Tut mir leid, dass mir die Literatopia Kategorien so wenig sagen. Emotion sagt mir nix, klingt so nach Drama ... also mehr Rosamunde Pilcher, die ich nicht mit moderner Liebesroman meine ... das sind für mich die Altmodischen mit Happy End Garantie Aber ehrlich gesagt Emotionen sagt mir nix, es geht immer um Emotionen ...und unter Alltag, stelle ich mir eben auch etwas anderes vor. Oder vielmehr nix ... Und was zum Himmel, soll mir denn sonstige sagen? Auch wieder ... nix ...
Es ändert nichts daran, dass mir dieser Anfang nichts anderes verspricht. Oder wenn du wirklich möchtest, dass ich das ernst nehme. Also verspricht der Text Liebe und sonstiges ...??? Wo ich ja schon vermutete, dass das wohl nicht deine Absicht ist, weshalb ich finde, dass du das andere Thema da früher miteinflechten solltest. .. Finde ich ... Du kannst immer machen, was du möchtest. Aber du machst ja eigentlich gar nicht langsam, sondern im Gegenteil sehr schnell, in 5 Minuten, wie du sagst, dieser Brief kommt recht früh, nur werden die Auswirkungen, alle emotionalen durch diesen erzählenden Filter ausgeblendet. Und das Zusammenkommen und Scheitern ist ja auch schon alles da, nur nicht komplett. Und die Auswahl diese bestimmten Details hab ich immer noch nicht verstanden. Muss ich aber auch nicht. Sie hat Schluss gemacht und will dabei bleiben, sollte ich defintiv auch.
Zitat:Ws bin ich hier schon als eine Abart von Rosamunde Pilcher verschrien - es stimmt zwar, dass ich immer eine Liebesgeschichte einbaue, doch ich schreibe nie nur Liebesgeschichten.
Was ich vermutete, da ich deinen Kommi zu Chewi gelesen habe, da stand Urban Fantasy ... und eben der ExLieblingsautorin Harris... Aber ich weiß es eben immer noch nicht. Und ich kann deinen Ruf nicht kennen, ich bin nicht lange genug hier. Wie gesagt, ich hab keinen anderen Text von dir gelesen, nur zwei oder drei Kommentare ... die ich irgendwie im Hinterkopf hatte und für mich die Person Sniffu geformt haben. Von der ich mir eigentlich nur relativ fröhliches HÄÄÄÄ Icon_confused und Contra erwartet hatte. Also ist mein Eindruck einzig dem Anfang geschuldet.
Aber jetzt ist glaube ich auch Schluss. Ich habe deine Antwort gelesen und fand sie gar nicht patzig oder so, aber man merkt eben, dass meine Art da nicht das gezeigt hat, was es zeigen sollte und deshalb natürlich auch keine Arbeitsantworten herausgekommen sind. Du zielst mehr auf das ab was ich sage, als auf die Kombination Worte im Text -meine Reaktion. Das hab ich ganz versemmelt.

Wahlloses Beispiel

Zitat:Genau, er kocht etwas für sie. Womit wir beim Narzissmus pur wären.
An was für Kleinigkeiten, du dich stößt ... In einer Beziehung müssen nicht beide Meisterköche sein und wir haben schon festgestellt, dass Kenneth gerne Besitzansprüche stellt, warum sie dann nicht auch mit Kochen verwöhnen? A la "du isst das, was ich extra für dich gemacht habe"

Ich wollte schlicht darauf hinaus, dass sie nicht sagt: kocht was für UNS. (Da ich nunmal angenommen habe, er isst tatsächlich auch und kocht nicht wirklich nur für sie) Als weiteres Teil des Puzzles, dass sie keine Beziehung mit ihm eingegangen ist. Was dich vielleicht sogar gefreut hätte, dass es funktioniert, wenn es Absicht gewesen wäre, Teil des Beziehungsgestörtseins. Ich hätte es wie du machen sollen und immer Worte fett markieren, ich dachte halt, es wäre klar. Und da war ja auch noch wir schauen filme und wir gehen ins Bett, da sie aber genau das mit den Filmen oben als nicht beziehungsrelevant definiert war, kams bei mir nicht gut an ... Ich hätte es überhaupt lassen sollen. Ich weiß ... Die Interpretation, dass er das nur macht, aus Besitzansprüchen, man, sowas fieses hätte ich ihm nun nicht zugetraut! Was auch wieder das, es ist das Beste, was ihr je passiert war, jäh in Frage stellt .... Also du siehst ... wir bewegen uns da nicht aufeinander zu, sondern es ist nur ... nun ... schwierig

Ich wünsche dir jedenfalls ganz viele super Kommentare und schneide jetzt aus gemachten Erfahrungsgründen das restliche weg, weil ich dir da, wie sollte es anders sein, nicht so voll und ganz zustimmen konnte und wieder bei deinem Text gelandet bin.
Ich denke, ich habe voll und ganz verstanden, dass das verkehrt war das abzuschicken und will nochmal sagen, dass es mir leidtut, dass ich dich verletzt habe. Wenn ich schreibe. Hallo Gary Stu, ist es der Eindruck, den er auf mich macht, eben in Kurzform. Ich hätte schreiben können, diese Art der Formulierung spricht Klischees bei mir an die mich leider an das Konzept des Gary Stu erinnern, dessen modernes und sehr erfolgreiches Paradestück ein gewisser Edward ist( mit dem immerhin Millionen und Abermillionen Frauen mitgeschwärmt haben und die die Autorin unfasslich reich gemacht hat), was du aber trotzdem sicher nicht so gewollt hast, dass das hauptsächliche ist, was ich von deiner Figur wahrnehme. Weil ich eben nicht annehme, dass es so eine Geschichte werden soll, dazu fehlen zuviele andere Details ...Dass er gutaussehend ist, nimmt sowieso jeder Leser an, es sei denn man schreibt das Gegenteil. Du zeigst ja auch die Reaktion der Frauen (auch wenn ich das auch gerne loswäre, die Meute seiner ex oder fast zukünftigen Bettbzw Rücksitzhäschen).
Besser? Gary Stu und Edward wegnehmen. Er ist mir zu hübsch, das nervt. Trifft das die Gefahr unter welchen Klischees er laufen könnte? Für mich nicht. Und wenn du meinst, dass die Formulierung nichts Edwardhaftes hat, wäre ich mal an einer Umfrage gespannt. Die Beschreibung und dann die Frage. An was erinnert euch das? Welches Genre?
Und dass dir das wichtig ist, wie etwas wirkt, hab ich wohl aus Chewis Kommentar mitgenommen, unbewusst ... wenn ich jetzt überlege ...
Aber ich dachte eben Gary Stu reicht und ja ich bin so alt, dass das zu meiner Zeit ein übliche Code war, wenn eine Figur also zu glatt rüberkommt, zu Traumperfekt mit kleinem Makel eben. Die Wikidefinition kenn ich gar nicht.
Man, wenn man sieht wie hier der Text anschwillt und nur gesagt wird. Ja, er sieht für mich an der Stelle wie ein Gary Stu nahe Twilight aus ...

Ob du das verstehst, oder entschuldigst, wenn ich Glück habe, liegt natürlich ganz allein bei dir. Ebenso, ob du weiter sprechen möchtest. Ich breche hier jedenfalls nicht ab, weil ich mir die Arbeit nicht machen will, oder ich deine Kommentare nicht gelesen, ernstgenommen und beantwortet hätte.

Also ich wünsche dir ganz viel Spaß an deinem Projekt und ich werde dir sicher nicht antun nochmal in einen deiner Texte reinzuschauen und natürlich steht es dir frei, meine echt total doofe Mary Sue auseinanderzunehmen, die sooo unsterblich und cool und ganz toll Killergenmäßig ist uuuund im ersten Kapitel, das hier nie stehen wird, auch noch eine perfekte Mutter. Und den Kerl kriegt sie irgendwann in Kapitel soundso auch noch. Oder du machst das richtige und verschwendest keine Zeit mehr an irgendwas mit Pfote.

Liebe Grüße von selbiger


RE: Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Der Weltenwanderer - 19-11-2013

Mod an: hier geht's ja ab.
@Elia: wenn du findest, dass Mods irgendwo eingreifen sollten, kannst du ruhig eine PN schicken. Wir lesen in der Tat nicht alle Beiträge überall. Icon_wink
@Pfotenabdruck & Sniffu: während negative Kritik hier im Forum genau so gerne gesehen wird wie positive Kritik, sollte man sich immer um einen sachlichen Tonfall bemühen. Mehr will ich dazu auch gar nicht sagen, ich vertraue jetzt einfach mal darauf, dass ihr beide das alleine hinbekommt. Mod aus


Aaaabgesehen davon:

Hallo Sniffu,

dein Titel und die Rubrik (Sonstiges-Fortsetzungen würde ich jetzt nicht gerade als gut besucht bezeichnen Icon_wink) haben mich neugierig gemacht. Und da bin ich nun im Zug Leverkusen-Münster und setze mich gespannt an deinen Text.

Zitat:Ich habe eine Theorie.
Ein Ich-Erzähler also - und einer, der gerne eigene kleine Erklärungsansätze für den Alltag findet, wie mir scheint. Mal schauen, wohin er/sie uns mitnimmt.

Zitat:oder wie Hunde beginnen ihrem Herrchen und Frauchen ähnlich zu werden, wenn sich ihr Bauchumfang an den ihres Halters angleicht oder sie mit demselben Muster ihres Strickjäckchens wie das des Pullis ihres Besitzers an der Leine hinterherdackeln.
Ein seltsamer (mindestens physikalischer) Mechanismus, der aus Hunde langsam Kopien ihrer Herrchen macht. Teilweise macht das sogar vor Fell und Frisur nicht halt (ich muss immer mal wieder an einen zufällig begegneten Hundehalter denken, der exakt den selben Schnauzbart wie sein Hund hatte ... eine schöne Beobachtung, also.

Zitat:Man kann mir sagen, was man will, dass ich mir das einbilde – die Betroffenen fühlen sich ohnehin nie angesprochen –, aber ich bin von meiner Erkenntnis nicht abzubringen.
Ein interessant zu lesender Gedankenmonolog. Die Theorie kann ich jetzt weder bestätigen noch bestreiten. Deckt sich das wirklich mit deinen Beobachtungen?

Zitat:ich habe nicht viel mehr Ahnung von Psychologie als andere Möchtegernpsychiater
Ich glaube, du meinst eher "Möchtegernpsychologen" - Psychiater sind diejenigen, die Medikamente verschreiben, um psychische Krankheiten zu heilen. Deshalb verbinde ich den Begriff auch immer mit Psychopharmaka. Icon_wink Ich sehe natürlich, dass das zu einer unschönen Dopplung mit "Psychologie" führt.

Zitat:Kenneth, mein frischgebackener Exfreund, könnte wohl nicht mehr das Gegenteil von mir sein.
Hm. Du möchtest mir sagen, dass Kenneth (gibt es wirklich Menschen, die so heißen? xD) das glatte Gegenteil von der Erzählerin ist, oder? Die Betonung von dem "mehr" überliest man sehr schnell, fürchte ich, so dass der Satz eine seltsame zeitliche Bedeutung bekommt. Ich würde da noch etwas dranhängen (zB. "könnte wohl kaum mehr das Gegeteil sein, als er jetzt ist") oder ein anderes Wort verwenden (zB. "könnte wohl kein stärkeres Gegenteil von mir sein").
Die Vorschläge sind jetzt eher mit der heißen Nadel gestrickt, aber ich hoffe du verstehst, worauf ich hinaus will.

Zitat:(damit ist wirklich nur von seinem Aussehen die Rede, er verfügt beizeiten über mehr Menschenkenntnis als ich und ich würde mich nicht gerade als unerfahren auf diesem Gebiet bezeichnen)
Ein schmunzeliger Einschub! Icon_smile

Zitat:der nicht viel mehr Sexappeal und Männlichkeit ausstrahlen könnte
Hier haben wir die Konstruktion mit dem mehr wieder. Ich hatte diesmal keine Probleme (wohl, da ich es oben beim zweiten Lesen dann begriffen hatte).

Zitat:Er hatte schon öfters die Bemerkung fallen gelassen, einen Schönheitschirurgen deswegen aufzusuchen,
Liest sich etwas ungelenk - vllt "er wolle einen Schönheitschirugen aufsuchen". Scheint mir besser zum "Bemerkung fallen gelassen" zu passen.

Zitat:Würde Kenneth Vanilleeis sein, wäre ich unweigerlich Schokolade, denn für eine Europäerin aus dem Norden trage ich auffallend südliche Merkmale.
*lacht* Ein gelungener Vergleich.

Zitat:Haar-„pracht“
Das Wort sieht irgendwie nach verunglückter automatischer Silbentrennung aus (auch wennich natürlich verstehe, was du mit dieser Konstruktion möchtest). Ich weiß, du magst keine Kursivität, aber hier würde ich ausnahmsweise damit arbeiten, um das Schriftbild zu verbessern.

Zitat:wäre meine zweite Identität als südländische Schönheit perfekt.
Also über mangelndes Selbstbewusstsein muss die Dame nicht klagen. Icon_wink

Zitat:doch ich bemerkte in seiner Stimme immer eine Art Skepsis, die mich wohl auf die Probe stellen wollte, wie wahr seine Befürchtung sein sollte.
Icon_smile (unnötig, versteht man auch so)

Zitat:Denen brauche ich wenigstens nicht hinterher zu putzen“, entgegnete ich dann mit demselben Grinsen, doch mit einem Schuss mehr Wahrheit, wenn ich gerade seine schmutzigen Socken zwischen den Couchpolstern hervorfischte.
Klischee! Ich bin auch ein Kerl und hab trottzdem noch nie meine Socken in irgendwelchen Couches hinterlassen. Icon_wink

Zitat:doch zu dem jetzigen Augenblick
Der Augenbick ist schon eine Woche alt. Ein Zeitpunkte könne wohl noch sein (so empfinde ich es zumindest beim Lesen).

Zitat:Denn im Nachhinein betrachtet, hätte das Chaos, das in wenigen Tagen mein Leben beherrschen sollte, verhindert werden können, hätte ich den Brief ignoriert, der mir per Einschreiben zugestellt worden war, und mein gewohntes Leben mit Kenneth fortgesetzt.
Klassisches Foreshadowing ... liest du das gerne? Ich frag mich immer, ob das wirklich nötig war, wenn ich das lese - muss man die Spannung so künstlich erhöhen?

Zitat:Ich hatte die letzten zehn Jahre mein Bestes gegeben, nicht aufzufallen und mich in den Alltagstrott einzufügen, doch ein verdammter Moment hatte mich in alte Muster zurückfallen lassen und all meine Bemühungen, Normalität zu heucheln, zunichte gemacht.
Spontaner Gedanke ist natürlich: Heuchelei hält man eh nicht ewig durch - die Bombe wäre so oder so irgendwann geplatzt (außerdem war ihre Weigerung, ihre alte Wohnung aufzugeben schon ein gewisses Indiz für ungeklärte Hintergrundgeschichten Mrgreen ).

Zitat:Ich verbrachte mehr Zeit mit dem Analysieren meiner Essgewohnheiten als mit dem Essen selbst.
Mrgreen

Zitat:Weil ich seit damals jedes Mal vor den Keksreihen stand
"stand" will hier dem Leser als "stehe" ins Ohr, vor allem da du den Zeitraum ja dann selbst mit "bis letzte Woche" beendest. Sonst müsstest du meiner Meinung nach "Weil ich bis letzte Woche jedes Mal ... stand" was nicht so cool klingt. Icon_wink (Du müsstest dann das Tempus im ganzen Satz ändern.)

Zitat:hatte er mich, bevor wir noch ein Paar waren, oft gebeten, die eine oder andere Schicht zu kellnern.
Du meinst in dem einen Monat, den das gedauert hat (siehe oben). Icon_wink

Zitat:Sie waren baff, als ich sie mit der Realität vor den Kopf stieß, dass Kenneth nur ein Freund war und diese Bezeichnung auch keine Umschreibung von etwas Obszönem war.
Oh, jetzt war ich zu voreilig. Mit "wichtiger Teil des Lebens des jeweils anderen" meintest du "gute Freundschaft". xD (Ich glaube ja, dass es Solo-Männern unfassbar schwer fällt, mit Frauen einfach nur befreundet zu sein. Icon_wink)

Zitat:Doch ich sah es in ihren strahlenden Gesichtern, dass sie erleichtert waren
Das "es" erscheint mir sprachlich überflüssig und sogar ein wenig als Fremdkörper.

Zitat:Kenneth hatte die gesamte Belegschaft ausgetauscht.
Ui, vielleicht eine leichte Überreaktion? Und: ES IST IHR NICHT AUFGEFALLEN??? Mrgreen

Zitat:Gerade als ich mich noch etwas länger in rührseligen Erinnerungen baden wollte, um mich gegen die Einsamkeit zu feien, die mich in Zukunft unweigerlich heimsuchen würde, läutete es an der Tür.
Feien oder freien?

Zitat:Mein Seufzen musste wohl bis nach draußen hörbar gewesen sein. Dass ich auf Abstand gehen wollte, war schön und gut, nur leider konnte ich nicht für Kenneth sprechen.
Er hat eine Woche gebraucht, um vorbei zu kommen? So was ist doch eher die erste Reaktion, oder nicht?

Womit wir auch am Ende dieses ersten Kapitels wären (oder auch des ersten Abschnitts des ersten Kapitels Icon_wink).

Handwerklich gefällt mir deine Schreibe sehr gut - insbesondere einige der Vergleiche, die du einbringst, sind wirklich gelungen und bringen zum Schmunzeln. Auch bekommst du insgesamt einen bissigen Tonfall in "ihre" Sprache (wir kennen ihren Namen noch nicht), der "sie" irgendwie sympathisch macht. Mit der äußerlichen Perfektheit hast du es vielleicht etwas übertrieben (Schönheit schön und gut, aber vielleicht nicht ganz so oft erwähnen, dass sie eigentlich eine Latina-Schönheit ist und eine perfekte Wespentaille hat. Wirkt etwas unrealistisch. Icon_wink).
In ihrer Persönlichkeit haben beide Charaktere aber einige witzige und ungewöhnliche Macken, das gefällt sehr (auch hier wieder das Schmunzeln Icon_smile).
Du verwendest den Ich-Erzähler und machst erstmal einige Punkte mit der Theorie am Anfang.
Was die Erzählzeitenwechsel angeht - nein (für mich) sind die kein Problem. Sie kommen mir auch nicht besonders ungewöhnlich vor. Mir scheint sogar, dass der Ich-Erzähler meist dafür verwendet wird, um den Hauptchar aus der Vergangenheit berichten lassen zu können.

Was ich allerdings nicht ganz so gelungen finde: sie erzählt uns das alles, weil sie gerade ihre Zeit mit Kenneth rekapituliert? Das war irgendwie "oh ... ok.". So lange Erinnerungsmonologe am Anfang einer Geschichte sind ja ein häufig eingesetztes Mittel - aber ich mag sie nicht besonders. Mir gefällt es mehr, wenn wir als Leser das ganze erleben, statt erzählt bekommen. Es wirkt oft vorgekaut auf mich und ich frage mich unwillkürlich, warum wir das jetzt alles erzählt bekommen, ob wir das überhaupt wissen müssen und ob es nicht auch anders gegangen wäre. Kompromisslösung wäre für mich wohl, wenn zwischendurch immer mal wieder an passenden Stellen Rückblenden kämen. Aber nun ja, Geschmäcker sind verschieden.
Inhalt der Geschichte ist also bisher eine kleine Rekapitulation von Kenneth+Ihr. wir erfahren etwas über die Charaktere selbst, ein wenig über ihre Beziehung. Wir erfahren, dass "sie" Normalität heuchelt und vielleicht (ein klein wenig Icon_wink) Bindungsangst hat. Vermutlich gibt es dafür Gründe in ihrer Vergangenheit. Außerdem ist das dieses omminöse am Rande erwähnte Einschreiben, welches wahrscheinlich der ebenso omminöse Auslöser für ihr plötzliches Schlussmachen micht Kenneth ist. Icon_wink
Das heißt, wir werden erstvermutlich die nächsten Kapitel damit verbringen, die Vergangenheit von ihr zu enträtseln, herausfinden, warum sie sich eigentlich von Mr. Ego getrennt hat und dabei zusehen, wie sie doch wieder mit Kenneth zusammenkommt. *lacht*
Ich würde jetzt hauptsächlich wegen der Bissigkeit, die du bisher gezeigt hast, weiterlesen, nicht unbedingt wegen der Story, wie sie sich bisher aufgetan hat. Aber vielleicht würde mich das Schicksal deiner Charaktere noch packen - das ist nach einem Kapitel immer schwer zu sagen.

Ich hoffe mein Kommi bringt dir was! Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, ihn zu schreiben. Icon_smile

Liebe Grüße
WW


RE: Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Sniffu - 19-11-2013

Jo Weltenwanderer

Schön, dass du zu mir gefunden hast ... naja, eher hab ich mich ja in deinem Reich breitgemacht, aber es kommt aufs Selbe hinaus.^^

Zitat:Ein interessant zu lesender Gedankenmonolog. Die Theorie kann ich jetzt weder bestätigen noch bestreiten. Deckt sich das wirklich mit deinen Beobachtungen?

Ist das wirklich wichtig? Aber so aus dem Nähkästchen geplaudert: ja. Icon_fies

Zitat:Ich glaube, du meinst eher "Möchtegernpsychologen" - Psychiater sind diejenigen, die Medikamente verschreiben, um psychische Krankheiten zu heilen. Deshalb verbinde ich den Begriff auch immer mit Psychopharmaka. Icon_wink Ich sehe natürlich, dass das zu einer unschönen Dopplung mit "Psychologie" führt.

Der ganze Satz gefällt mir jetzt gar nicht mehr. Icon_slash Machen wir lieber sowas draus:

Über die genauen Gründe kann ich nur Mutmaßungen anstellen. Ich habe nicht viel mehr Ahnung von solchen Dingen als andere Möchtegernpsychologen, die sich einmal im Jahr ein Buch über Freud’sche Perversitäten ausleihen, aber ich beharre darauf, Recht zu haben.

Zitat: (gibt es wirklich Menschen, die so heißen? xD)

Mindestens einen. Icon_wink

Zitat:Hm. Du möchtest mir sagen, dass Kenneth das glatte Gegenteil von der Erzählerin ist, oder? Die Betonung von dem "mehr" überliest man sehr schnell, fürchte ich, so dass der Satz eine seltsame zeitliche Bedeutung bekommt. Ich würde da noch etwas dranhängen (zB. "könnte wohl kaum mehr das Gegeteil sein, als er jetzt ist") oder ein anderes Wort verwenden (zB. "könnte wohl kein stärkeres Gegenteil von mir sein").
Die Vorschläge sind jetzt eher mit der heißen Nadel gestrickt, aber ich hoffe du verstehst, worauf ich hinaus will.

Ich verstehe, was du meinst. Auf die schnelle fallen mir auch nur halbherzige Auswege ein wie "ist das krasse Gegenteil", "das Gegenteil von mir schlechthin", aber mit denen bin ich genauso wenig zufrieden. Icon_slash

Zitat: Er hatte schon öfters die Bemerkung fallen gelassen, einen Schönheitschirurgen deswegen aufzusuchen,

Liest sich etwas ungelenk - vllt "er wolle einen Schönheitschirugen aufsuchen". Scheint mir besser zum "Bemerkung fallen gelassen" zu passen.

Oft ließ er die Bemerkung fallen, einen Schönheitschirurgen deswegen aufsuchen zu wollen ...
- ist das ein Angebot? ^^

Zitat:Also über mangelndes Selbstbewusstsein muss die Dame nicht klagen. Icon_wink

Wie gesagt, mit der Beschreibung hatte ich selbst am meisten Probleme. Hier mal eine spontane Alternative:

Im Sommer tankt meine Haut so viel Sonne, dass ich locker als Spanierin durchgehen könnte und wenn ich dann noch ein rollendes R in meine Sätze einbaue, wäre meine zweite Identität als Flamenco tanzende Latina perfekt.

Zitat: doch ich bemerkte in seiner Stimme immer eine Art Skepsis, die mich wohl auf die Probe stellen wollte, wie wahr seine Befürchtung sein sollte.

Icon_smile (unnötig, versteht man auch so)

Auch diesen Satzteil hatte ich einmal da stehen und wieder gelöscht und wieder eingefügt und wieder gelöscht ... Noch dazu der ungewollte Reim zwischen wollte - sollte. Du überzeugst mich. Icon_smile

Zitat:Klischee! Ich bin auch ein Kerl und hab trottzdem noch nie meine Socken in irgendwelchen Couches hinterlassen. Icon_wink

Ja, ja. Mrgreen

Zitat: doch zu dem jetzigen Augenblick

Der Augenbick ist schon eine Woche alt. Ein Zeitpunkte könne wohl noch sein (so empfinde ich es zumindest beim Lesen).

Hier kenne ich mich leider nicht aus. Icon_confused

Zitat:Klassisches Foreshadowing ... liest du das gerne? Ich frag mich immer, ob das wirklich nötig war, wenn ich das lese - muss man die Spannung so künstlich erhöhen?

In der Ururururururfassung war das sogar der erste Satz. Es sind solche Dinge, die mir den Text noch nicht ganz ausgewogen vorkommen lassen. Ich werde so oft drüber schauen, bis ich zu 100% sicher bin, dass ich mich davon trennen kann.

Zitat:"stand" will hier dem Leser als "stehe" ins Ohr, vor allem da du den Zeitraum ja dann selbst mit "bis letzte Woche" beendest. Sonst müsstest du meiner Meinung nach "Weil ich bis letzte Woche jedes Mal ... stand" was nicht so cool klingt. Icon_wink (Du müsstest dann das Tempus im ganzen Satz ändern.)

Das ist genau das Problem, was ich im Vorfeld angesprochen habe lol. Vielleicht erübrigt es sich, wenn ich deine vorhergehende Anmerkung berücksichtige und mit den Vorgriffen aufhöre. Allerdings habe ich dann immer noch das Problem: die Verlockung hat sie sich vor einer Woche ja versagt. Ich bin mit "stand" auch nicht ganz glücklich, aber wenn ich jetzt "stehe" schreibe, klingt das so, als wäre sie noch immer mit ihm zusammen. Da hilft auch der nachkommende Satz "Bis letzte Woche." nicht wirklich. Icon_slash

Zitat:Du meinst in dem einen Monat, den das gedauert hat (siehe oben). Icon_wink

Ich sehe, aber ich verstehe nicht ... Icon_confused

Zitat: Doch ich sah es in ihren strahlenden Gesichtern, dass sie erleichtert waren

Das "es" erscheint mir sprachlich überflüssig und sogar ein wenig als Fremdkörper.

Maaaah. Icon_motz Jetzt, wo du es sagst, merke ich es auch. xD Aber, ganz weg, fehlt mir doch etwas. Vorläufiger Zwischenweg:

Doch ich sah es in ihren strahlenden Gesichtern,wie erleichtert sie waren, dass ich ihn mir noch nicht gekrallt hatte und sie sich noch Chancen ausrechnen konnten.

Beugt der unschönen Doppelung von "dass" auch vor. ^^

Zitat:Ui, vielleicht eine leichte Überreaktion? Und: ES IST IHR NICHT AUFGEFALLEN???

Die beiden sind schon ein tolles Team, hm? Er stellt ihretwegen die Welt auf den Kopf und sie merkt es nicht mal noch. ^^

Zitat:Feien oder freien?

"sich gegen etwas feien" scheint mir die richtige Phrase zu sein

Zitat:Er hat eine Woche gebraucht, um vorbei zu kommen? So was ist doch eher die erste Reaktion, oder nicht?

Er ist der überlegtere von beiden. (Was den Rausschmiss der anderen Kellnerinnen natürlich doppelt tragisch macht.)

Zitat:Handwerklich gefällt mir deine Schreibe sehr gut - insbesondere einige der Vergleiche, die du einbringst, sind wirklich gelungen und bringen zum Schmunzeln. Auch bekommst du insgesamt einen bissigen Tonfall in "ihre" Sprache (wir kennen ihren Namen noch nicht), der "sie" irgendwie sympathisch macht.

Das höre ich doch gerne. Mrgreen Da ich noch nicht sehr warm mit ihr bin, bin ich gespannt, in welche Richtung sie (und Kenneth <3) sich entwickeln wird.

Zitat:Mit der äußerlichen Perfektheit hast du es vielleicht etwas übertrieben (Schönheit schön und gut, aber vielleicht nicht ganz so oft erwähnen, dass sie eigentlich eine Latina-Schönheit ist und eine perfekte Wespentaille hat. Wirkt etwas unrealistisch. Icon_wink).

Das habe ich mir alles schon gedacht, konnte bis jetzt aber noch nicht mit richtigen Alternativen aufwarten. Ich hoffe, der Schönheitsersatz hält sich etwas und mal schauen, ob ich der Wespentaille noch an den Speck komme. Icon_wink

Zitat:Was ich allerdings nicht ganz so gelungen finde: sie erzählt uns das alles, weil sie gerade ihre Zeit mit Kenneth rekapituliert? Das war irgendwie "oh ... ok.". So lange Erinnerungsmonologe am Anfang einer Geschichte sind ja ein häufig eingesetztes Mittel - aber ich mag sie nicht besonders. Mir gefällt es mehr, wenn wir als Leser das ganze erleben, statt erzählt bekommen. Es wirkt oft vorgekaut auf mich und ich frage mich unwillkürlich, warum wir das jetzt alles erzählt bekommen, ob wir das überhaupt wissen müssen und ob es nicht auch anders gegangen wäre. Kompromisslösung wäre für mich wohl, wenn zwischendurch immer mal wieder an passenden Stellen Rückblenden kämen. Aber nun ja, Geschmäcker sind verschieden.

Das resultiert vor allem noch aus der Anfangsphase des Textes, als ich nicht wusste, welche Story sich dahinter verstecken würde (traurig? lustig? seltsam? Icon_ugly ) und hab halt mal drauf los die Charaktere gezeichnet. Geblieben ist das, was jetzt da ist und obwohl ich es nicht für 1a halte, kann ich mich unschwer davon trennen, weil es schon zu lange dasteht. lol
Sei dir aber sicher, dass das Album mit Kenneths und ihren Erinnerungen jetzt zur Seite gelegt wird und die Geschichte langsam aber sicher in Gang kommen wird. Ihre Beziehung bildet nur die Rahmenhandlung und wird nur noch als Grundlage der beiden Figuren dienen, nicht aber noch groß thematisiert werden (hoffe ich zumindest^^).

Zitat:Ich hoffe mein Kommi bringt dir was! Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, ihn zu schreiben. Icon_smile

Ganz sicher sogar! Vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Icon_smile

LG


RE: Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Pfotenabdruck - 29-11-2013

Hallo Sniffu

Neuer Versuch. Du hast mich gebeten, mich noch einmal sachlicher mit deinem Text zu befassen und mir damit sehr großzügig eine zweite Chance eingeräumt, die ich aus Respekt vor deiner Entscheidung nicht ausschlagen kann.Icon_smile

Also fange ich noch einmal wie neu an, auch auf die Gefahr hin, dass du wegen den Wiederholungen mit dem Kopf auf die Tischplatte knallst, so hätte es sein sollen und vielleicht willst du ja anhand dieses Kommentars nochmal antworten, auch zu den Dingen, die ich schon gesagt habe, weil sie nun hoffentlich in einem besseren Kontext stehen.

Wobei ich noch nicht sicher weiß, ob ich dir wirklich etwas verwertbares zu bieten habe. Ich schreibe hier jetzt einmal, dass alles nur meine Meinung ist und ich werde auch nicht nach Theorien suchen oder anderen, die ich zitieren kann, um meiner Meinung einen offizielleren Anstrich zu geben. Es ist nur meine Meinung, sie entspricht meiner Erfahrung, und nix weiter. Und ich schreib das, um die Frage aufzuwerfen, ob deine Figur so optimal in die Geschichte startet, so dass sie so wahrgenommen wird, wie sie ist. Einer Wertung kann ich mich nicht entziehen. An deiner Fähigkeit Sätze zu formen, einen Ton zu erzeugen, gibt es nichts zu bemäkeln.
Also versuche ich das weitgehend über Fragen zu lösen, welche Gefühle du dort dem Leser zeigen wolltest, welche Gefühle deine Figur haben sollte. Welcher der Leser? Ich weiß es wirklich nicht, also sind das keine rhetorischen Fragen. Sondern die ehrliche Frage, was du erreichen wolltest.
Einmal schreibt sie "Rosarote Brille" . was eine Verliebtheit impliziert. Weshalb ich annehme, du willst, dass sie verliebt auf mich wirkt? Aber für mich ist durch den Text wahrscheinlicher, dass er zum "Normalität heucheln" dazu gehörte, weil er eben verfügbar war und "sympathisch".
Das ist sehr mutig, eine Figur so einzuführen. Noch mutiger eine Ich. Erzählerin so agieren zu lassen. So beschädigt, dass sie zumindest Kenneth nicht lieben kann.
Das ist spannend und definitiv mal etwas anderes. Aber ich glaube irgendwie nicht, dass das in dem Ausmaß, wie ich es empfunden habe, Absicht war. Deshalb schrieb ich, dass du gut schreibst, aber deine Formulierungskunst sich für mich negativ auf deine Figurenzeichnung ausgewirkt hat. Weshalb der Text und die Figuren auf mich nicht optimal gewirkt haben, beziehungsweise, ich das liebevolle Paar, dass du als Zeichnung angehängt hast in deinem Text nicht entdeckt habe.

Zunächst zur Wahl einer Ich-Perspektive.
Diese nagelt den Fokus von vornherein auf eine Figur fest und zwingt die Figur auch in gewisser weise leicht in eine Position sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.
Ausnahme, wenn der Ich-Erzähler einen anderen zum Mittelpunkt erwählt, wie etwa bei Sherlock Homes. Watson verbündet sich quasi mit dem Leser, um die Figur des Genies zu beobachten und zu ergründen.
Aber ansonsten erzählen Ich-Erzähler, besonders heutzutage von sich. Das macht sie gleich ego - zentrischer als Hauptfiguren in anderen Perspektiven, die sozusagen, nichts davon wissen, dass sie in den Mittelpunkt gestellt werden. Das hat unmittelbar Auswirkungen auf die Wahrnehmung ihres Charakters.
Wie empfindest du Menschen, die den ganzen Tag von sich erzählen? Bescheiden, zurückhaltend, ungesellig, wenig selbstbewusst ... kommen da eher nicht in den Sinn. Also prägt, das Über-sich-erzählen, schon eine gewisse Art vor. nun hast du geschrieben, sie würde von sich zum Beispiel nie sagen, dass sie schön ist, sie tut es aber. Mehrfach. Also, passt das Ich-Erzählen überhaupt zu deiner Figur?
Abgeschwächt wird dieser Nachteil "egozentrisch" bei Ich-Erzählern, indem sie meist mit sich eher selbstironisch umgehen (da gibt es bei dir einige Ansätze) und dadurch, dass die Handlung, die sie berichten, den beständigen Strom des Ich abmildern.(Wo du dich dagegen entschieden hast, das Thema der eigentlichen Handlung schon in den Anfang zu integrieren.)
Doch einem kann ein Ich-Erzähler nicht entkommen, alles wird ihm zugeschrieben. Ich gibt keinen Erzähler, den man von der Figur trennen könnte, keine Kamera, die einen im Wahrnehmen entlastet. Das Ich berichtet, nimmt wahr, wählt aus. Alles trägt dazu bei, die Figur des Ich zu erkennen, einen neutralen Standpunkt gibt es höchstens in den Einwürfen direkter wörtlicher Rede von anderen Figuren. So man einer in der erzählenden Vergangenheit berichtenden Person soweit vertraut, dass diese, diese Worte zumindest unverfälscht wiedergeben.

Als Leser oszilliert man meist zwischen Identifikation (Ich erlebe als diese Person diese Geschichte) und Gegenüber. Nehme die Figur als eine Person wahr, die mit mir spricht und Aufmerksamkeit von mir einfordert. Vielleicht sogar Antworten.

Welches Ziel möchtest du mit der Wahl der Ich-Erzählerin erreichen?
Mehr Identifikation oder mehr Gegenüber. Da sie am Anfang recht vehement ihre Meinung kennzeichnet und auch berichtet, wie sie diese Meinung anderen Gegenüber verteidigt und sich nicht umstimmen lässt.
(Man kann mir sagen, was man will, dass ich mir das einbilde – die Betroffenen fühlen sich ohnehin nie angesprochen –, aber ich bin von meiner Erkenntnis nicht abzubringen.) legst du für mich die Figur damit auf zwei Dinge fest. Sie möchte keine Identifikation (Theorie zu spezifisch) und auch keinen Dialog. Sie ist ein Gegenüber mit Betonung auf Gegen, den sie stellt explizit klar, dass sie sich ganz sicher ist und nicht diskussionsbereit.

Das kann man als ... tieferes Problem betrachten, das mit der späteren angemerkten Beziehungsgestörtheit in Beziehung gesetzt werden könnte. Oder einfach als witzig betrachten, da Formulierungen wie "man kann mir sagen was man will" - Da kann man sagen, was man will, auch im allgemeinen Sprachgebrauch zu finden sind.

Dein Anfang verlässt sich allein auf die Kraft deiner Ich-Erzählerin. Sie ist also das einzige Andockangebot für den Leser.

Meine Theorie zum Anfang einer Geschichte. Ich bin der Ansicht, der Anfang ist die Einladung an den richtigen! Leser, das Tor in die Welt. Wie ein Keim. Er trägt schon alles, was die Geschichte in ihrer Seele ausmacht in sich und hat die Aufgabe, jene für die die Geschichte ist einzuladen und die anderen abzuweisen.
Deshalb mein Hinweis auf Harris. (Die im übrigen nicht zu meinen Lieblingsautorinnen zählt, ich habe ein Buch von ihr gelesen.) Sie zeigt das recht gut, weil sie eben die Vampire, die nunmal zentral für ihre Geschichten sind, gleich schon in der erste Zeile einführt und damit schonmal zwei Andockstellen für den Leser bereithält. Deshalb auch der Hinweis auf Autoren, die du gerne liest. In der Erinnerung hat man oft ein anderes Bild von dem Anfang eines Buches. Da hab ich mich erst letztens drüber unterhalten,mit jemandem der auch einen ganz personenzentrierten Anfang hatte. Allerdings im Genre Paranormal (romance). Es ist schon interessant wieviel schon im Anfang angelegt wird. Da ich aber nicht weiß, welches Genre du schreiben willst, hab ich jetzt nicht wahllos ein paar Anfänge genommen, deshalb. Schau einfach in deine momentanen Lieblingsbücher, die vielleicht entfernt mit deiner Idee verwandt sein könnten, nur um mal zu sehen wie andere Fundamente bauen, die dir gefallen haben. Was zeigen sie von einer Figur zuerst, wie kombinieren sie es? Wenn du magst natürlich nur. Es ist nur so, dass man selbst als Autor, ja die Figur als ganzes schreibt und ... lebt, weshalb einem alles in der Regel viele lebendiger und vollständiger erscheint. Man weiß eben Dinge, die der Leser nicht weiß.

Ob man den Anfang nun als den ersten Satz betrachtet oder den ersten Absatz, oder die ersten zehn Seiten. ... Das hängt von dem Naturell als Leser und als Schreiber ab. Meine Erfahrung zeigt mir jedoch, dass die Welt voller Geschichten ist und Leser sich nicht so viel Zeit lassen. Und in jedem Fall ist der Anfang, also die ersten Sätze immer immens wichtig. Sie haben nunmal jenen Platz, den es nur einmal in einer Geschichte gibt. Der erste Kontakt zwischen Geschichte und Leser ....
Ich finde, es lohnt sich immer, sich zu fragen, ist das wirklich das erste, was ich zeigen möchte? Ist das das Fundament, auf dem ich aufbauen will? Auf dem der Leser aufbauen soll?

Und früher noch, wie interagiert dieser Anfang mit meinem gewählten Titel? Der Titel ... er ist für mich so etwas wie die Augen des Buches. Tor zur Seele, erster Kontakt. Er baut Erwartungen auf (Genretechnisch, inhaltlich, Beziehung herstellend zu anderen Büchern, die der Leser bereits kennen könnte. Beispiele: Die Elfen, Die Zwerge ... usw. Oder die P.S. Ich liebe dich Sparte, es gibt Titel, die Lustige Vampire versprechen, romantische, düstere ... usw.), er ist für mich aber noch vielmehr der Schlüssel zur Geschichte, sollte für mich noch essentieller als der Anfang, die ... Essenz der Geschichte beinhalten. Dem Leser etwas wichtiges um Verständnis in den Kopf pflanzen.
Nun kann man sagen, ich pfeife auf den Markt, andere Bücher ect. Ich stehe nur für mich. Aber ich denke, der Leser ist all dem ausgesetzt und kann sich nicht freimachen von den Erwartungen. Sie lenken ihn dahin, wo er seine Geschichten zu finden erhofft. Und das möchte man doch für seine Geschichte, dass der Leser einen findet, der diese Geschichte nicht nur lesen, sondern lieben wird.
Auch kann man sagen, es ist ein Arbeitstitel, vielleicht ändert der sich noch tausend mal ... Aber das weiß ich nicht, ich kann nur das nehmen, was da schon steht. Also ...
Was für einen Leser lockt Disharmonia in deine Geschichte? Und wird er mit dem Anfang finden, was er sucht, weitergelockt werden?
Für mich bedeutet Dishamonie schon im Titel eben ein solches Versprechen. Ich beginne also zu lesen, bekomme diese Theorie und es verbindet sich. Die Figur, oder der Autor wird alles dafür tun, damit Disharmonie herrscht. so ist ihre Theorie aufgebaut, so präsentiert sie sie anderen. Und meine nächste Frage ist, kann so ein Konzept einen ganzen Roman für mich tragen? Sind Konflikte nicht eh Teil einer Geschichte? Deshalb meine Frage, wo willst du hin? Der Titel sagt mir nicht, wohin, macht mich misstrauisch, da ich die Tradition nicht erkenne, in der er steht. vielleicht, weil ich keine Mangas lese, kein modernen jungen Romane?

Aber zurück zum Anfang.

Was sagt die Theorie über sie aus?

Zitat:Ich habe eine Theorie. Ich bin der festen Meinung, dass Partner einander ähneln.
So weit so gut, es fällt einem selbst eine ganze Menge ein zu dem Thema. Doch soviel Leine, lässt sie mir gar nicht. Es wird gleich eingeschränkt.
Zitat:Damit meine ich nicht, dass sie nach einiger Zeit ihre Hobbys anpassen, sodass sie abends gemütlich dieselbe Lieblingsserie miteinander teilen oder wie Hunde beginnen ihrem Herrchen und Frauchen ähnlich zu werden, wenn sich ihr Bauchumfang an den ihres Halters angleicht oder sie mit demselben Muster ihres Strickjäckchens wie das des Pullis ihres Besitzers an der Leine hinterherdackeln.
Die naheliegendsten Dinge schließt sie aus, also Hobbys anpassen und Fernsehgewohnheiten. Die gemütlichen Dinge.
Dann vergleicht sie Partner mit Hunden, wenig schmeichelhaft, aber sie schließt es ja aus. Dennoch spielt das Aussehen gleich eine Rolle, der Bauchumfang.
Das Bild ist bissig, witzig, ja, aber ja nun ein ...bekanntes Klischee. Nichts, was allein dieser Figur gehört. Ich warte ab.
Sie beschränkt das Thema Beziehungen gleich auf:
Zitat:Ich spreche vielmehr von äußerlichen Merkmalen, die uns von Anfang an prägen, eine hervorstechende Nase, ein markantes Kinn, schief sitzende Augen, Sommersprossen, all das eben.
Nun, es sind recht unveränderliche Kennzeichen, die sie meint. Da ist jede Entwicklung gleich ausgeschlossen, das ist so oder eben nicht. Sind Geschichten, die von vornherein feststehen, spannend? Für mich nicht. Und Menschen auf Äußerlichkeiten zu reduzieren. Wenn man auswählt, mit wem man seine Zeit verbringt. Ist ein Mensch, der auf Äußerlichkeiten fixiert ist, da die erste Wahl? Welche Assoziationen hat man mit diesem Charakterzug?
Weiter.
Zitat:Ich sehe die Bestätigung meiner Theorie immer wieder in der U-Bahn, auf der Straße, ja selbst in der Bibliothek. Zuerst denke ich mir, wie schön es ist, dass sich Bruder und Schwester Zeit füreinander nehmen, doch schnell entpuppt sich das Pärchen durch einen Kuss oder eine zärtliche Berührung als Liebespärchen.
Sie beobachtet also überall Pärchen. Das passiert hier, aufgrund der Theorie. Im Allgemeinen sieht man überall Pärchen, weil da eine Sehnsucht, oder eine Abscheu vorliegt. Gerade verliebt ist, sich gerade getrennt hat, Sehnsucht hat. Ein (wunder) Punkt lässt einen einen Filter vorschieben. Hier sucht sie schöne Paare, freut sich über Bruder und Schwester. (Die Frage, hat oder wünscht sie sich einen Bruder, dass ihre Wahrnehmung in diese Richtung geht?) In jedem Fall bekundet sie damit Interesse an Beziehungen. Wie nutzt sie die?
Zitat:Man kann mir sagen, was man will, dass ich mir das einbilde – die Betroffenen fühlen sich ohnehin nie angesprochen –, aber ich bin von meiner Erkenntnis nicht abzubringen.
Hierin offenbart sie missionarisch anmutende Ambitionen, denn ihr wird gesagt, dass sie sich das einbildet und zwar von "Betroffenen".
Wie würde ich mich also fühlen, wenn ich sie treffen würde, wie sie ihre Theorie versucht an den Mann und die Frau zu bringen, Einwände nicht gelten lässt? Was spricht denn gegen die Theorie? Liebe zum Beispiel, die den meisten Verliebten mehr bedeuten dürfte als, ihr habt beide ein schiefes Kinn, deshalb seid ihr zusammen.
Nun bin ich als Leser schon in Schwierigkeiten (Ich, wohlgemerkt). Weder kann ich mich identifizieren, noch ist die Theorie spannend (Sie ist simpel und eben auf äußere Merkmale rigoros beschränkt), noch kann ich mir vorstellen gerne mit ihr Zeit zu verbringen, weil sie diesen für mich unangenehmen Zug hätte, anderen Menschen ihre Beziehung herabwürdigen zu wollen.
An dem Punkt, verliert sie mein Wohlwollen und die Neugier, die ich jeder Figur entgegenbringe. Weil sie andere nicht respektiert und das in einem wichtigen persönlichen Bereich. Und der Beweis wird mir gleich geliefert.
Zitat:Vielleicht liegt es in der Natur des Menschen, dass er so narzisstisch veranlagt ist, sich in sein Ebenbild zu verlieben oder aber an tiefsitzenden Komplexen, die sich in der Kindheit gebildet haben und nur durch einen Partner kompensiert werden können, der Ähnlichkeiten zu der eigenen Familie trägt.

Da sie selbst keinen solchen Partner gewählt hat, was dann als selbstironisch ausgelegt werden könnte, urteilt sie hier für mich über andere Menschen. Andere Menschen sind also Narzissten. Da ziehe ich die Augenbraue hoch und messe sie dann an der von ihr selbst aufgestellten Messlatte.
Sollte jetzt im xten Durchgang gedacht, das ein Hinweis sein, dass sie selbst an tiefsitzenden Komplexen aus der Kindheit leidet, ist es durch den Aufbau dieses Bildes von anderen Menschen, die sie nicht vom Gegenteil überzeugen können, bei mir nur bei den Menschen geblieben, höre ich nicht, dass sie sich selbst miteinbezieht.
Und aus den oben genannten Gründen ist es gerade für einen Ich-Erzähler für mich schwierig, wenn er andere als narzisstisch empfindet.
Zitat:Über die genauen Gründe kann ich nur Mutmaßungen anstellen. Ich habe nicht viel mehr Ahnung von solchen Dingen als andere Möchtegernpsychologen, die sich einmal im Jahr ein Buch über Freud’sche Perversitäten ausleihen, aber ich beharre darauf, Recht zu haben.
Nun sie hat nicht viel mehr Ahnung, doch immerhin mehr! Ahnung, dann kommt wieder eine abwertende Darstellung anderer Möchtegernpsychologen und verweist auf die Freudschen Perversitäten ... das bleibt bei mir kleben als ihr Blick auf andere Menschen, die auch psychologische Theorien haben und dass sie sich ihnen überlegen sieht.
Und der nächste Schlag folgt.
Zitat:Natürlich kann ich auch die Leute verstehen, die sich vehement gegen meine Theorie sträuben – denn wer sieht sich schon gerne beim Sex selbst in die Augen?
Einzige Grund sich dessen zu erwehren, ist das, sich beim Sex nicht selbst in die Augen sehen zu wollen. (Was sie ihrer Theorie zufolge aber ja dennoch tun). Da überlagert sich viel. Weshalb das doch beinahe bescheidene, ich bin da keine Ausnahme, nicht bescheiden wirkt auf mich.
Zitat:Ich bin keine Ausnahme. Kenneth, mein frischgebackener Exfreund, könnte wohl nicht mehr das Gegenteil von mir sein. Mich darauf auszureden, es musste scheitern, weil wir uns so ganz und gar nicht ähnlich sind, ist sicher ein bequemer Ausweg und nicht ganz stichhaltig, bestätigt aber meine Theorie.
Hier ist sie selbstironisch. Ein sympathischer Zug, doch da sie weiter auf ihrer Theorie beharrt, bin ich auch weiter bei ihrem Blick auf andere Menschen und meinerseits nicht sehr bereit ihr da Spielraum zu gewähren, meine Theorie über sie zu überdenken.

In einer Antwort schriebst du, dass sie gute tiefgründige Gründe für diese Theorie hat. Kann ich das aus diesem Anfang erahnen? Ist das der bequeme Ausweg, den sie sich selbst unterstellt, genug?
Wie wäre es für mich, wenn ich wüsste, wie es ihr geht. Vorher ihre Einsamkeit gespürt hätte, eine Ahnung ihrer Probleme. Dann wäre ich sicher bereiter, es als Ausdruck eines Problems zu sehen, das ich nachvollziehen kann. Wie ein Hund, der wild um sich beißt, gleich sympathischer ist, wenn man weiß, er wurde misshandelt, als wenn man weiß, es ist ein verwöhnter Hund, der eben schon immer bekam, was er wollte, je schlechter er sich benahm.
Auch wäre es etwas anderes, wenn es ihre heimliche Theorie wäre, mit der sie klarzukommen versucht mit ihren Schwierigkeiten mit ihrem Exfreund. Wenn es keine anderen gäbe, die sie miteinbeziehen muss, was auf mich eben sehr unangenehm wirkt. Sich erhöhen auf Kosten anderer. Dann wäre es immer noch eine krude Theorie, aber in einer Auseinandersetzung mit sich selbst.
Weshalb für mich es zwar richtig gut geschrieben ist, aber nicht zum Vorteil der Figur.
Zitat:Er ist blond, blauäugig
Jetzt geht es natürlich theoriegemäß mit Äußerlichkeiten weiter.
Zitat: (damit ist wirklich nur von seinem Aussehen die Rede, er verfügt beizeiten über mehr Menschenkenntnis als ich und ich würde mich nicht gerade als unerfahren auf diesem Gebiet bezeichnen)
das blauäugig bezieht sie nun doch, wie die Menschen, die ja nicht hören wollten auf eine Eigenschaft. Und wiederum überhöht sie sich damit selbst.
Auch, dass er über mehr Menschenkenntnis verfügt, nun da hat er wohl mit ihr wohlgewählt? Die Theorie man wählt ja nur aufgrund von Äußerlichkeiten purzelt hier für mich mit diesem Teil durcheinander. Er widerspricht damit ihrer so hartnäckig verfolgten Theorie, kann er damit mehr Menschenkenntnis haben als sie? Was soll dann die Verteidigung ihrer Theorie? Und wie kann sie sich als so menschenkenntnisreich bezeichnen, wenn sie nicht zumindest erkennt, dass man "den Betroffenen" so etwas nicht unter die Nase reiben sollte ... Warum tut sie es dennoch, wenn sie es versteht? Verstrickungen um Verstrickungen, die mich überall hinführen, nur nicht zu ihr, als einer Person mit der ich zusammen meine Zeit verbringen möchte.
Damit verbaut sie selbst Verständnis für sich (bei mir). Ich möchte gar nicht wissen, warum sie so über sich selbst denkt und das verkünden muss, in der einzigen Klammer, die der Text hat, was damit auch noch eine exponierte Position erzeugt.
Es ist sogar nicht ungewöhnlich, dass schlechte Erlebnisse zu so einer Selbsteinschätzung führen. Einer Art Gegenreaktion. Misstrauen macht einen zu einem zwar voreingenommenen, aber dennoch schärferen Beobachter. warum nehme ich das also nicht als positiv wahr, dass sie es über sich sagt?
Was wäre nun, wenn es keine Ich-Erzählerin wäre, die das über sich selbst sagt. Wenn ich eine Szene bekommen würde, wo man das erkennen kann, ohne, dass es gesagt werden muss. Bei den beiden, ein Kunde, der etwas tut, was zu durchschauen, Menschenkenntnis erfordert. Dann würde ich das selbst herausfinden über sie und es glauben. Und sie müsste es nicht rausposaunen.
Oder eine andere Figur sagt es über sie und ihr ist das peinlich. Dann würde sie bescheiden wirken. Es gibt viele Möglichkeiten, einer Figur mehr Menschenkenntnis zu geben, ich finde, sie das selbst sagen zu lassen, ist die unglaubwürdigste und ungünstigste davon, es sei denn sie sagt es zum Beispiel in einem ironischen Zusammenhang, oder eben innerhalb einer Szene, wo es eine Funktion hat. hier, nur so, ist es Angeberei (für mich).
Zitat:, hochgewachsen wie ein Baum, blass, als wäre er chronisch anämisch,
Nun, kommen wir zum Twilightvorwurf. Ist das einer? Das Ding hat Millionen Leser gehabt und ist zumindest in der Schreibwelt in ... aller Munde. Natürlich gilt es in ...bestimmten Kreisen als "schlechtes Buch" Aber warum denn? Einer der Dinge, auf denen herumgeritten wird, ist eben das überirdisch schöne des Protags (plus glitzern). Wenn dir das nicht gefällt, warum ist dann das erste, was ich von deinem Kenneth (neben einer kurz erwähnten Menschenkenntis) zu hören bekomme, ist eben eine Beschreibung seiner Attraktivität, die für mich nahe an einem Glitzern ist.
(Übrigens beginnt Twilight mit einer Fahrt mit ihrem Vater, wo die Beziehung zur Mutter und dem Vater und einiges Selbstkritisches thematisiert wird. Durchaus lesenswert, wenn man so rumrecherchiert in Sachen Figureneinführung/Ich-Erzähler)
Es beginnt mit hochgewachsen wie ein Baum. Wo taucht so eine Beschreibung auf? Für mich ist das etwas, das mich eher an klassische Liebesromane erinnert. Vielleicht auch an True blood, die Serie, der blonde Hühne halt ...Eric Northman. Da könnte ich mir für einen Wikingerprinzen so eine Beschreibung vorstellen. (Erinnern an die Beschreibung von Northman kann ich mich nicht, wie gesagt, das Buch hat mich nicht so gefesselt) Aber diese Assoziation habe ich wegen der Erwähnung von Harris, weil das eben sonst nicht so sehr in meinen Bereich fällt. Trotzdem wäre mir hochgewachsen wie ein Baum aufgefallen.
Dann eben die Blässe, die so blass ist, dass er chronisch anämisch wirkt. Ja, es mag hassenswert sein, aber ein so blasser Schönling ... erinnert nunmal an die Vampirschwemme. Wie man bei wiehern an Pferd denkt, nicht an Zebra, wenn man auch nur irgendetwas davon gehört hat. Wie gesagt, ich habe das nichtmal gelesen, einen Film unfreiwillig mit einer bekannten geschaut und habe erst durch Fanfiktion mich dem Thema angenähert und dennoch denke ich sofort daran. Also Frage, muss chronisch anämisch (eine Eigenschaft, die man nunmal in so extremer Form auch bei Menschen mit einer Bluttransfusion in den Griff zu kriegen gedenkt) sein? Willst du das? welche Funktion hat das?
Wenn ich mir diese Frage stelle, finde ich im Text keine Antwort, außer der Konstrktion. Ist er so, "weil er so ist", nein, scheint mir, da ist ja diese Theorie, weshalb er so blass wie nur irgendmöglich sein muss und sie die Südländerin, obwohl es sich bei beiden wohl um ... Nordeuropäer? handelt?
Da die Theorie als erstes kommt und dann das Aussehen so extremisiert wird, werde ich beim lesen nicht in die Welt gesogen, sondern herausgeworfen, auf den Autoren zurück. Die Konstruktion bestimmt für mich die Figuren, nicht die Figuren die Konstruktion. Das ist für mich ein Problem, wenn die Illusion von Wirklichkeit nicht funktioniert und ich mich mehr mit dem :Warum tut der Autor das? beschäftige, als mit der Geschichte.
Zitat:erfreut sich aber bester Gesundheit und ist mit seiner Dauerkarte im Fitnessstudio amtlich als sportlich ausgewiesen. Sein Gesicht dagegen verhält sich zu seinem Körper, der nicht viel mehr Sexappeal und Männlichkeit ausstrahlen könnte,
nungut, sie findet ihn so unglaublich sexy und er macht auch Sport dafür ... und später zeigen die Barmiezen ja auch, dass es kein Phänomen ist, dass auf sie beschränkt ist. "der nicht viel mehr Sexappeal und Männlichkeit ausstrahlen könnte".
Brauche ich als Leser das? Bin ich ein Fan von hübschen Menschen, nimmt man dann nicht eh an, die Figur ist hübsch? Baue mir den Typ, den ich eben backen würde, wenn ich könnte?
Wenn ich jemanden Frage, wie ist denn dein Freund? Und diejenige antwortet gebaut wie ein Baum, blond blauäugig usw. Was sagt das über die Beziehung aus?
Was wäre, wenn man in einer Szene die beiden einfach sehen würde und jemand kommt rein und sagt, hey Bleichgesicht, wie gehts dir und deiner Squaw. Zack, selbe Charakterisierung, ohne, dass die Figur da so lange drüber reden muss. Und vorallen Dingen nicht selber. So ist das Aussehen, von anderen und von ihrem Freund und ihr eigenes, das wichtigste für sie. Das was sie einem unbedingt als erstes Erzählen muss und oft. Das Wie und die Dosis machen hier für mich das Gift aus.

Zitat:wie ein Babyface, womit ich ihn hin und wieder aufzog. Von all seinen weichen Gesichtszügen, ist es wohl seine Stupsnase, gegen die er die größte Ablehnung hegt.
Durch die schmachtenden Frauen unten kann ich dem nicht so ganz folgen, dass er nun so unmännlich aussieht, dass das ein echtes Problem wäre, das er eventuell durch Sport zu kompensieren versucht. Und ja, der Darsteller von Twilight hat mich gelehrt, dass Babyface offensichtlich doch sexy sein kann, für andere. Für mich klingt es, als wollte man einen Makel erfinden, der keiner ist. Damit die Figur nicht allzu perfekt klingt, obwohl sie es ist.
Zitat:Oft ließ er die Bemerkung fallen, einen Schönheitschirurgen deswegen aufsuchen zu wollen, doch ich weiß, dass er sich nie einer kosmetischen Behandlung unterziehen würde.
Oft! reden sie also über seinen Makel. Es lebt eine ganze Industrie davon über Menschen zu berichten, für die Schönheitsoperationen ein tägliches Thema sind. Die Yellowpress. Aber gibt es Romane über sie? Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist das wieder so eine Sache, ist das das wichtigste was ich von ihnen wissen muss? Ist das ein Thema, dass in dem Buch eine wichtige Rolle spielt, dann ist es in Ordnung. Dann wird es die richtigen Leser anlocken und die falschen aussortieren.
Zitat:Er hält nichts von Operationen und auch wenn er nicht gerade gläubig ist, hält er an der Devise fest, so zu bleiben, wie Gott ihn geschaffen hat.
Die Redewendung wie Gott ihn schuf ... Womit assoziierst du das? Und die Kombination Schönheits OP und Glauben. Das geht für mich in eine Richtung. Wolltest du seinen Glauben (oder eben bisschen Glauben ...) mit hineinbringen, oder findest du wirklich, dass SchönheitsOPs und Glauben zusammengehören? Wenn es ein echter Makel wäre, also wirklich etwas entstellendes. Dann wäre es etwas anderes. Dann wäre wirklich die Frage, warum hat Gott mich so gemacht? Aber bei einem absolut erfolgreichen Weiberhelden (zu dem du ihn gemacht hast durch ihre Aussagen und die Kneipenszene)?
Ich kenne mich nicht so in der Szene aus, aber wie würdest du es finden wenn erfolgreicher Schauspieler X, Frauenschwarm über seine Nase jammern würde und mit Gott hadern, dass er ihn so gemacht hat und er sie deshalb eher nicht operieren lassen kann, aber er eben weiter überlegt. Was würdest du denken? Was dich dazu bringen, dir das anzusehen, was deiner Freundin darüber erzählen? Und sie erzählt es hier ja nicht spöttisch, sondern durchaus ernsthaft, nach meinem Gefühl.
Zitat:Sieht man nun Kenneth, den blonden Hünen und stellt sich mich daneben vor, muss man sich wohl das Grinsen verkneifen.
Selbstironisch ... ein bisschen, was allerdings durch die Beschreibung ihrer Schönheit wie fishing for compliments klingt. Jemand sagt etwas scheinbar bescheidenes über sich, um dann zu prahlen.
Zitat:Ich bin nicht klein, mit meinen 1,67 m reihe ich mich ohne großes Aufsehen in den Durchschnitt ein, doch neben einen an die 1,90 m großen Riesen, nimmt Größe ein relatives Maß an. Würde Kenneth Vanilleeis sein, wäre ich unweigerlich Schokolade, denn für eine Europäerin aus dem Norden trage ich auffallend südliche Merkmale.
Setze dich mit mir neben eine Person und höre zu, ohne deine Figur und alles was sie erlebt hat ,im Kopf zu haben und sie sagt: Mein Freund ist Vanilleeis und ich bin Schokolade. Würdest du dich interessiert ihr zuwenden?
Zitat:Mein Haar ist dunkelbraun wie getrockneter Kaffeesatz. Aus Gründen der Bequemlichkeit trage ich es kurz, ansonsten würden schon zwei Stunden des Tages draufgehen, um mich um meine Haar-„pracht“ zu kümmern.
Muss ich wissen, wie lange es dauern würde, sich um ihre nicht vorhandene Haarpracht zu kümmern. sie soll dadurch wahrscheinlich uneitel wirken. Dadurch, dass sie das aber so ausführt verpufft es bei mir. Streich mal den Zusatz und stelle die Wirkung gegenüber.
Zitat:Meine Augen sind ebenso dunkelbraun, obwohl die Leute sagen, sie wären schwarz.

Wieso bringt sie die anderen Leute hinein? Und wieder so extrem. Nicht braun, nein schwarz müssen sie sein. Da hätte man etwas draus machen können. Er sieht blauäugig in die Beziehung, sie sieht schwarz. Aber hier verpufft es als für mich reine Beschreibungswut im Dienste dieser Theorie.
Zitat:Im Sommer tankt meine Haut so viel Sonne, dass ich locker als Spanierin durchgehen könnte und wenn ich dann noch ein rollendes R in meine Sätze einbaue, wäre meine zweite Identität als Flamenco tanzende Latina perfekt.
Also, sie ist gerne eine Flamencotänzerin und spielt es anderen Menschen vor. Was sagt mir das? Das sie gerne im Mittelpunkt steht und Menschen ... täuscht.
Was würde es ändern, wenn man sie einfach sehen würde und jemand anderes fragt, ob sie Spanierin ist. Dann könnte sie das r rollen, die Augen verdrehen und ihn in seinem Glauben belassen. So formuliert findet sie das gut. Und wirklich gut für sie, dass sie nicht als Türkin gesehen würd, das wäre wesentlich unangenehmer für sie.
Also für mich kann sie nicht so damit kokettieren und dann uneitel und bescheiden sein. Sich also, wie du sagst nie selbst als Schönheit bezeichnen. Sie tut es.
Zitat:Das waren also wir, Kenneth und ich, doch seit einer Woche gab es uns offiziell nicht mehr.
Offiziell. Die Frage, was war inoffiziell?
Zitat:In einem Moment hellster Klarsicht oder aber auch reinsten Wahnsinns – nur eine Frage der Perspektive – packte ich meine Sachen und stürmte aus der gemeinsamen Wohnung, die vorher Kenneths gewesen war.
Es beginnt ein wenig Handlung. Klarsicht oder Wahnsinn. Geht es um Gefühle? Mal sehen.
Zitat:Ich hatte meine Wohnung nie aufgelöst, da mir mein gesundes Misstrauen gegen zwischenmenschliche Beziehungen riet, mit der rosaroten Brille auf der Nase keine Entscheidungen zu treffen, die mein Leben als Single mir nichts dir nichts über Bord warfen und mich unbekannten Gewässern aussetzten.
Sie berichtet von der Trennung. Kein Gefühl. Stattdessen eine nüchterne Erklärung, dass man mit rosaroter Brille keine Entscheidungen trifft. Glaube ich ihr die rosarote Brille? Zumindest jetzt scheint sie sie definitiv abgelegt zu haben. Was möchtest du hier erreichen, was soll ich fühlen? Der Ton ändert sich nicht, von allen Wörtern geht sie nun auf die Wohnung ein.
Zitat:Kenneth hatte es immer als offene Beleidigung gesehen, dass ich mir sozusagen einen Notausgang mit dem Fuß offenhielt, während er mich mit beiden Armen willkommen hieß.
Reagiert sie hier irgendwie auf seine Gefühle? Für mich nicht. Sie berichtet, dass er es so sieht. Wo ich ihm spontan zustimme.
Zitat:„In deiner Wohnung hältst du deine anderen Freunde aus, gib’s zu“, sagte er oft im Scherz, weil er selbst keinen Schlüssel besaß, doch ich bemerkte in seiner Stimme immer eine Art Skepsis, die mich wohl auf die Probe stellen wollte.
Geht es hier um Liebe, verletzte Gefühle? Selbsterkenntnis? Sie fühlt sich auf die Probe gestellt. Die Probleme der Beziehung sind offensichtlich. Bindungsangst und Eifersucht.
Zitat:„Denen brauche ich wenigstens nicht hinterher zu putzen“, entgegnete ich dann mit demselben Grinsen, doch mit einem Schuss mehr Wahrheit, wenn ich gerade seine schmutzigen Socken zwischen den Couchpolstern hervorfischte.
Gut, klassische Rollenverteilung. Gefühle? Möchtest du, dass ich es lustig finde? Oder traurig? Oder?
Zitat:Wir waren ein tolles Team, ich bestreite es gar nicht, doch zu dem jetzigen Augenblick gab es einfach keine andere Option als eine Trennung.
Woran erkenne ich das tolle Team?
Das mit der Trennung ... wieder Schmerz? Nein. Es ändert sich nichts im Ton. Ich bin nicht bei ihr und gleite wieder ins Überlegen ab. Was will der Autor? Dass ich mich frage, warum eine Trennung die einzige Option war. Aber was an der Beziehung soll mich berühren?
Weil es eben so klingt als sollte ich als Leser diese Trennung ... bedauern.
Gut, sie verbergen beide ihre Gefühle hinter ... Bemerkungen, die beide dann nicht ernst nehmen müssen, aber macht das Menschen zu einem tollen Team?
Das tolle Team ist behauptet. Die Szene aus der Beziehung, traurig und von ihrer Seite aus .. kaltherzig dargestellt.
Für mich ist gezeigtes immer stärker als behauptetes. du hast sicherlich dieses Team im Kopf, aber es steckt nicht im Text.
Zitat:Zumindest versuchte ich mir das einzureden. Denn im Nachhinein betrachtet, hätte das Chaos, das in wenigen Tagen mein Leben beherrschen sollte,

Hier gehen die Zeiten doch arg durcheinander. Im Nachhinein betrachtet, schaut sie jetzt auf das Chaos, das jetzt noch gar nicht ihr Leben erreicht hat, während sie sich an die Vergangenheit erinnert ... Unnötig kompliziert.
Und man beachte. Bereut sie es ihn verletzt zu haben, vermisst sie ihn, weint sie, tut ihr etwas leid? Nein, sie mag das "Chaos" nicht, dass erst in wenigen Tagen ihr Leben beherrschen wird nicht. Also jetzt geht es ihr noch gut, trotz der Trennung "vom besten, was ihr je passiert ist."
Also, was sollte ich hier fühlen? Ihre Kühle? Ja, wie unpraktisch? Oder soll ich echten Liebeskummer fühlen?

Zitat:verhindert werden können, hätte ich den Brief ignoriert, der mir per Einschreiben zugestellt worden war, und mein gewohntes Leben mit Kenneth fortgesetzt.
Hier wird ein Haken ausgeworfen. Wobei ein Einschreiben schon echt merkwürdig ist. Ich denke da an ... Anwälte vielleicht ... Und wieder. Liebe? Fehlanzeige. Das gewohnte leben ist es, dass sie vermisst. Gut, mit Kenneth. Aber wie ihm es jetzt geht. Was sie ihm angetan hat. Spielt keine sichtbare Rolle. Was auch zum Ende dieses Textes passt, wo er kommt und sie einfach nur genervt ist.
Zitat:Ich hatte die letzten zehn Jahre mein Bestes gegeben, nicht aufzufallen und mich in den Alltagstrott einzufügen, doch ein verdammter Moment hatte mich in alte Muster zurückfallen lassen und all meine Bemühungen, Normalität zu heucheln, zunichte gemacht.
Deshalb dachte ich daran, dass sie verfolgt wird eventuell. Weil sie nicht auffallen wollte. Das Normalität heucheln ist interessant. Zeigt aber auch wieder die Künstlichkeit der Beziehung. Denn da es das einzige LEben ist, das der Text mir anbietet, ist also auch diese Beziehung geheuchelte Normalität. ...
Wenn ich nun dabei gewesen wäre und ich hätte spüren können durch Handlungen, Gedanken. Sie liebt ihn, kann es aber nicht zeigen, nicht für sich zulassen, weil sie ein traumatisches Erlebnis hatte, sie gibt aber ihr bestes und er, er nimmt das alles hin, weil er sie liebt, geht mit ihr auf die einzig mögliche Weise um, die sie gerade so ertragen kann. Ja, das könnte eine ganz große etwas andere Liebesgeschichte sein, zwischen zwei Menschen, die jeder auf ihre Weise beschädigt sind. Es versuchen, sich gegenseitig verletzen. Trotzdem durchhalten ... Aber so zusammengefasst, im immer gleichen Ton erzählt... Ja, kann ich es mir vorstellen, aber ich habe keine Anzeichen im Text, dass es so ist...
Zitat:Vor Kenneth hätte ich es nie zugegeben, weil sein ohnehin schon übergroßes Ego dann wohl in die unendlichen Weiten des Alls abgedriftet wäre. Doch so ganz mir selbst überlassen, konnte ich mir eingestehen, dass Kenneth wahrscheinlich das Beste war, was mir je passiert war.
O.k. ein übergroßes Ego und das Beste, was ihr je passiert war ... zumindest eine denkwürdige Mischung ... wenn auch nicht so arg glaubwürdig ...
Zitat:Vor zwei Jahren hatten wir uns im Supermarkt kennengelernt. Er war mir vom ersten Augenblick sympathisch gewesen, doch nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass er eines Tages der wäre, mit dem ich die Bettwäsche aussuchen würde.
Super Art zu beschreiben, dass man zusammen ist. Andererseits ist es auch wieder etwas so alltagsbezogenes, dass wieder Liebe nicht wirklich zum Ausdruck kommt.

Zitat:Als hätte er mir erst gestern diesen Heidenschrecken eingejagt.
Beißt sich mit dem dem vom ersten Augenblick an sympathisch. Es wirkt einfach, nach Fabulierkunst, nicht unbedingt figurengerecht. Beide Sätze sind so effektvoll, aber passen eben nicht zusammen. Ja, passiert, wenn man so dahindenkt. Aber es bleibt für mich der fahle Beigeschmack, dass halt der effektvollste Ausdruck gewählt wird.
Zitat:Aus dem Nichts heraus war er mit meinem Einkaufswagen zusammengestoßen und hatte mich mit dem für ihn typischen leicht spöttischen Grinsen angesehen, das aber schnell einem offenherzigen Lächeln gewichen war, das sich sofort seinen Weg in mein Herz gebahnt hatte. Er hatte die Gunst der Stunde genützt (genutzt, weil es von nutzen kommt, nicht von nützlich) und mich auf ein Eis in der schwülen Hitze eingeladen. So hatte eines zum anderen geführt, wir hatten unsere Nummern ausgetauscht und nach einem Monat war jeder ein fixer Bestandteil vom Leben des anderen geworden.
Da ich mich gedanklich in einem Supermarkt befinde, ist die Schwüle für mich irgendwie ein Fremdkörper. Als müsste einfach rein, dass Sommer ist? Oder ein Eis naheliegend?
Das unterstrichene, wieder ein sehr schöner Satz. allerdings klingt es so nach schon Zusammensein. Denn Gemeinsamkeiten gerichtet sie nicht. wie sind sie denn fixer Bestandteil im Leben? Das wäre etwas, das eine tiefe der Beziehung signalisieren könnte.

Zitat:Bis heute weiß ich nicht, ob er mich mit Absicht gerammt hatte oder uns schlichtweg der Zufall miteinander bekannt gemacht hatte.
Ich kenne kein Liebespaar, wo der Moment des Kennenlernens nicht oft besprochen, wiederraufbeschworen und analysiert wurde. Was wäre gewesen, wenn ich nicht ... wir hätten uns nie getroffen ... ect. Deshalb ist das für mich ein Zeichen von wenig Beziehungsnähe.
Zitat:Ich war so vertieft darin gewesen, die Nährwerttabelle meiner Lieblingskekse zu studieren, dass mich Kenneths Attentat eiskalt erwischt hatte. Ich verbrachte mehr Zeit mit dem Analysieren meiner Essgewohnheiten als mit dem Essen selbst. Das war eine meiner Macken, von denen er mit der Zeit noch mehr aushalten musste.
Essstörungen. Ein wichtiges Thema und eine ... Nebenwirkung vieler Probleme.
Zitat:Nichts übt eine derartige Faszination auf mich aus wie Süßigkeiten und ihre Konsequenzen auf meine Figur.
Doch, dass nichts eine größere Faszination auf sie ausübt. Wieder nur Formulierungskunst oder Tatsache?

Zitat:Ich bin die Letzte, die sich über Extrakilos auf der Waage beschweren darf – das wird mir von meinem weiblichen Umfeld oft genug versichert, das neidisch auf meine Wespentaille schielt.

Und wieder. Ja, Essstörungen sind ein Problem, doch es wird arg geschmälert, wenn die Auswirkung so zur Schau gestellt wird. Erstmal muss sie wieder andere bemühen um zu sagen wie schön sie ist. Und es sind nichtmal Menschen, sondern nur weibliches Umfeld.
Also eine wunderschöne überall beneidete wespentaillien Frau jammert über Kalorien. Was soll das in mir auslösen?
Zitat:Im Leben gibt es praktisch nichts, über das wir uneingeschränkt Kontrolle haben. Doch was ich meinem Körper zukommen lasse, ist ganz allein meine Entscheidung. Darum führe ich Buch über jede noch so kleine Kalorie, die sich in meinen Magen verirrt.

Erinnert an Bridget Jones, die Sympathisch war, weil sie es eben nicht geschafft hat auf Wespentaillie zu kommen ... Nicht, dass sie nun dick sein muss um sympathisch zu sein. Nur ist es eben etwas anderes, wenn jemand beneidenswert aussieht und dann über Kalorienzählen redet.
Zitat:Wieso ich also noch so gut wusste, was mir vor zwei Jahren durch den Kopf ging, als ich um ein Haar einem Schleudertrauma in der Süßigkeitenabteilung entging?
Ich habe mal fett markiert wie oft du diesen Moment erwähnst. Könnte süß sein, weil es ja nunmal der Moment ist, wo man sich das erste mal getroffen hat. Aber worüber redet sie? Über ihr Kalorienproblem, nicht über Kenneth. Was war also wichtig an diesem Moment? Wohl doch die Kekse.

Zitat:Weil ich seit damals jedes Mal vor den Keksreihen stand und mir von einem Kauf aus Heißhunger abriet, indem ich mir gut zuredete, dass zu Hause eine viel süßere Verlockung auf mich wartete.
O.k., nun ist er wichtig, weil er sie vom essen abhält. Die süße Verlockung zum vernaschen ist eine sexuelle Anspielung. Sein Charakter ist es also nicht. Wieder die Frage. Wenn dir jemand von seiner Freundin erzählt und sagt, sie ist eine süße Versuchung, wegen der halte ich mein Gewicht. Wie würdest du die Beziehung bewerten? Die große Liebe? Und deine Figur ist hier allein mit sich, eigentlich niemand da, es sind ihre persönlichsten Gedanken beim Nägellackieren. Für mich ist da keine Liebe. Und die fasst hier ja nicht nur den Anfang zusammen (wo sie ja wohl noch nicht verliebt war), sondern eben die ganze Zeit.
Zitat:Bis letzte Woche.
Nur noch ein klein wenig wollte ich mich meinen heile-Welt-Erinnerungen hingeben, dann musste ich mich so oder so daran machen, den Scherbenhaufen, den andere mein Leben nannten, aufzukehren.
Kalorienvermeidung. Scherbenhaufen, den andere! ihr Leben nannten. Wieder andere.
Welche Heile Welt? Sie selbst beschrieb gerade, wie sie unter den Kalorien leidet und Kontrollverlust, das essen das einzige ist, das sie kontrollieren kann.
Was für ein Scherbenhaufen? Die beendete Beziehung ist das einzige Angebot im Text.
Zitat:Da Kenneth Eigentümer einer kleinen, aber ansehnlichen Bar war, in der es keine Position gab, in der er noch nicht ausgeholfen hatte, vom Tellerwäscher angefangen bis zum Rausschmeißer,
Das Zusammenhang ist nicht wirklich stimmig für mich. Er muss selbst aushelfen und dann fragt er sie. Und die Bar ist klein, trotzdem ist immer recht viel Personal als Publikum da ... Hier wird mir ziemlich offensichtlich etwas über Kenneth erzählt. Vom Tellerwäscher bis zu Rausschmeißer. Er muss eben aushelfen, wenn jemand krank ist ... Aber immerhin ist es so etwas wie Anerkennung von ihr für ihn.
Zitat: hatte er mich, bevor wir noch ein Paar waren, oft gebeten, die eine oder andere Schicht zu kellnern. Er war sehr wählerisch bei seinem Personal, das wusste ich aus seinen Erzählungen, also fühlte ich mich geschmeichelt und brachte es nicht über mich, Nein zu sagen.
Sie waren nach deiner aussage einer fixer Bestandteil des anderen geworden und da braucht es eine Schmeichelei? Sie sagt also nicht aus Freundschaft zu, nicht um in seiner Nähe zu sein. Sondern aus eine Gefühl des Geschmeichelt sein heraus, weil er anspruchsvoll in der Kellnerinnenwahl ist. Was sagt das über ihren Charakter? Besonders zusammen mit den ganzen Erwähnungen anderer Leute?
Zitat:Da ich auch zu dieser Zeit keiner geregelten Arbeit nachging, den Vormittag gelegentlich in der Bücherei verbrachte und mich nachmittags an der Staffelei versuchte, stellte es auch kein zu großes Opfer dar, mir meine Abende als Kellnerin zu vertreiben.
Das klingt nach Beruf "reiche Tochter". Das an der Staffelei versuchte ... wie soll das auf mich wirken? Stell dich wieder neben irgendwen und stell dir vor, er erzählt, er versuche sich dann und wann nachmittags an der Staffelei ... Wirkung?
Zitat:Die beachtlichen Patzen an Trinkgeld machten mir die Arbeit nur noch schmackhafter.
Und dann gehts doch um Geld und natürlich kriegt sie einen Batzen Trinkgeld. Sie ist also auch noch die perfekte Kellnerin.
Aber es geht mal um Kenneth.
Zitat:Kenneth war für sein loses Mundwerk bekannt – gerade seine Direktheit schätze ich unter all seinen Eigenschaften am meisten, wobei viele seine Ehrlichkeit oft als Unverschämtheit empfinden –,
Ein loses Mundwerk, immerhin mal eine Eigenschaft.
Zitat: doch genoss große Beliebtheit unter den Frauen. Es dauerte nicht lange, bis mich meine Kolleginnen mit Fragen bedrängten, ob sein Bizeps und Waschbrettbauch wirklich das hielten, was sie unter den engen Hemden versprachen.

Wiederaufnahme des er sieht sensationell aus Thema.
Zitat:Sie waren baff, als ich sie mit der Realität vor den Kopf stieß, dass Kenneth nur ein Freund war und diese Bezeichnung auch keine Umschreibung von etwas Obszönem war. Darauf belehrten sie mich, dass Kenneth nie nur ein Freund sein könnte. Doch ich sah es in ihren strahlenden Gesichtern,wie erleichtert sie waren, dass ich ihn mir noch nicht gekrallt hatte und sie sich noch Chancen ausrechnen konnten.
Ihre Interpretation mag richtig sein, dennoch ...
Zitat:Ich aber war hellhörig geworden.
Auf seinen Frauenverschleiß?
Zitat:Für gewöhnlich war ich die Letzte, die die Signale der Männer bemerkte, mochten sie auch noch so offensichtlich und eindeutig sein. Also zwang ich mich Kenneth zu beobachten, um zu sehen, ob die Mädels Recht mit ihrer Befürchtung hatten.
Nein, sie fragt sich, ob er es auf sie abgesehen hat. Ganz Ich.bezogen. Liebe? Hat sie Interesse, klopft ihr Herz? Lächelte sie, hat sie sich irgendetwas gewünscht? Nein. Es wirkt wie ein pures Experiment.
Zitat:Tatsächlich war Kenneth relativ leicht zu durchschauen, wusste ich einmal, worauf ich zu achten hatte. Seine Blicke sprachen Bände, wenn ich in knapper Kleidung an ihm vorbeitänzelte.
Die knappe Kleidung erklärt also den Batzen Trinkgeld und unterstreicht, wie sie ihren Körper ausnutzt. Wie soll das auf mich wirken?
Zitat:Ich machte mir fast schon einen Sport daraus, ihn mit einer flüchtigen Berührung aus dem Konzept zu bringen.
Ein Sport. Liebe, eigene Gefühle? Ein tolles Team?
Zitat:Sein Fanclub sah dem voller Missmut zu, während er es sichtlich genoss im Mittelpunkt meiner und aller Aufmerksamkeit zu stehen.
Weil ich diese berühmtberüchtigen Katz-und-Maus-Spielchen hasse
Wieder, die anderen. Für sie und für ihn wichtiger Teil ihrer Beziehung. wichtigster? frage ich mich. Steht das da, weil du "Welt" hineinbringen wolltest in die Erzählung? Aber was da definitiv nicht entsteht ist das Gefühl, es ginge um Gefühle. Und ganz sicher nicht das Gefühl, dass sie Katz und Maus Spiele hasst. Sie hat gerade beinahe ... einen Sport daraus gemacht.
Zitat:und wissen wollte, woran ich bei ihm war, fragte ich ihn eines Tages geradeheraus, ob wir mehr als Freunde waren.
Was meint sie denn dazu? Als wären ihre Gefühle gar nicht da. Ist sie denn verliebt?
Zitat:Kenneth, ganz bestimmt nicht auf den Mund gefallen und mit einem extravaganten Selbstbewusstsein ausgestattet, lud mich prompt zu sich auf ein romantisches Dinner ein.
Hmm, das hätte doch nun auch ein Schüchternerer geschafft, wo sie ihm ein Angebot macht ... Und freut sie sich, schlägt ihr Herz schneller, wird ihr schwindelig, überlegt sie in was sie nun hineingeraten ist, ob sie ihn so lieben können wird, wie er sie, wo ihr erst andere sagen mussten, dass er Interesse hat ... Gibts einen Kuss? Oder einen, den sie ihm nicht geben kann, da Zuschauer, den sie sich wünscht? Irgendwas?
Nein. Im Text nicht. Es ist das wichtigste, was andere getan haben.
Zitat:Noch heute habe ich das Raunen der anderen Kellnerinnen in den Ohren, denn vor mir hatte es niemand auf den Level in seine Wohnung geschafft. Einzige die durchgesessene Rückbank hatte Kenneth bis dahin im Angebot gehabt
.
Sie hat es also wenigstens in die Wohnung geschafft, weiß aber von den Rückbankhäschen?
Dadurch, dass du das was vorher war, so mit dem was sie nun erlebt hat, verknüpfst, wirkt es als hätte sie die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Wichtig ist wieder das Publikum, der erste Platz.
Zitat:Die Chemie hatte schon immer zwischen uns gestimmt, also war es auch keine große Überraschung, dass wir denselben Abend in seinem Bett landeten.
Wo hat da die Chemie gestimmt? Zeig doch solche Szenen und nicht die neidischen Barfrauen. Wie das tolle Team, ist die Chemie behauptet. Das was so ansatzweise szenisch ausgearbeitet wurde von dir, spricht eine andere Sprache. Von Manipulation und Desinteresse, bis andere sie darauf angesetzt haben und sie die Befürchtungen beweisen konnte ... musste?
Und dann ist es bei so einem Sexualverhalten von Kenneth doch nun keine Kunst am selben Abend im Bett zu landen.
Zitat:Bereits davor hatten wir mehr Zeit miteinander verbracht, als es das reine Arbeitgeber-Angestellten-Verhältnis vorsah,
Wie?
Zitat:nach diesem Abend klebten wir aber regelrecht aneinander. Für mich war Kenneth mein bester Freund mit dem gewissen Extra. Dass es sich dabei um ein Missverständnis meinerseits handelte, erfuhr ich erst einige Wochen später.
Ja, das hab ich mitbekommen. Es war also Absicht. Aber worin besteht das "bester Freund"? Zeig das doch!
Zitat:Ich bediente einen Mann mittleren Alters, sehr gepflegt, der ungeniert sein Interesse an mir bekundete. Er war mir nicht zuwider, darum stieg ich auf seine Avancen ein, was zumeist mit einem saftigen Trinkgeld belohnt wurde.

Kein Unterschied zum an ihrem Freund vorbeitänzeln? Wie soll ich sie hier sehen?
Zitat:Bevor ich noch die Bestellung zu Ende aufnehmen konnte, rief Kenneth mich zu sich. Er schrie, was übertrieben war, da der Mann unser einziger Kunde war und man sogar eine Stecknadel fallen gehört hätte.
Sie bezieht das schreien überhaupt nicht auf sich.
Zitat:Kenneth zog mich zur Seite und herrschte mich an, was in mich gefahren sei, mich an den Typen ranzuschmeißen. Ich rief ihm in Erinnerung, welchen Vorteil ein nettes Lächeln bei männlicher Kundschaft brachte, und verstand nicht ganz, warum er so viel Wind um nichts machte.
Sie braucht lange um zu merken, dass es um Gefühle geht.
Zitat:„Siehst du mich etwa mit anderen Frauen flirten?“, knurrte er. Erst langsam dämmerte mir, dass ich nicht mit meinem Boss Kenneth, sondern mit meinem Freund / Liebhaber Kenneth sprach.
Dass sie das so trennen kann und überrascht ist, sagt eine Menge über sie aus. Auch, dass es scheinbar ihre Definition "bester Freund" und "gutes Team" nicht berührt, dass er sie anschreit.
Zitat:Da fiel mir auf, was mir längste Zeit entgangen war: Kenneth hatte die gesamte Belegschaft ausgetauscht. Die schmachtenden Kellnerinnen, mit denen er früher das eine oder andere Abenteuer erlebt hatte, hatte er durch die übergewichtige Nana und den verschlossenen Max, der offenkundig für das andere Ufer schwärmte, ersetzt.

Was sagt das über sie aus, dass sie nicht bemerkt hat, dass die Belegschaft gewechselt hat? Aber immerhin kennt sie die neuen Namen.
Zitat:Kenneth hatte dafür gesorgt, dass jegliche Ablenkung – für beide von uns – aus dem Personal verschwunden war und wenn er gekonnt hätte, hätte er wohl auch die Kundschaft nach bestimmten Kriterien ausgesucht. Ich fragte mich, wie er mit dieser launenhaften Geschäftspolitik nicht pleiteging.
Er wechselt Menschen aus, um seine Eifersucht in den Griff zu kriegen und sie bezieht es weder auf seine Gefühle, noch auf ihre. Sie macht einen Spruch über die Geschäftspolitik.
Beziehung kommt von sich aufeinander beziehen. Und das umschifft sie bei fast jeder Gelegenheit.
Zitat:„Es ist dir also ernst?“, schlussfolgerte ich lahm,
Ja, das lahm hat sie selbst gut diagnostiziert. ...
Zitat:worauf er mich anfuhr, „du glaubst doch nicht ernsthaft, ich behalte die Zahnbürste einer unbedeutenden Bettgeschichte in meinem Badezimmer?“
Der Umstand, dass ein Teil meiner Sachen sich bei ihm breitgemacht hatte und dem er so viel Gewicht zumaß, hatte nichts damit zu tun, dass ich irgendwelche Besitzansprüche stellte, sondern war eher meiner Schlamperei geschuldet. Ich ließ es aber, ihn aufzuklären.
Das ist schon, witzig, aber auf eine so traurige Art. Sie ist also nur schlampig und er macht da zuviel draus. Immerhin klärt sie ihn nicht auf, zeigt Rücksicht.
Zitat:„Was willst du?“, fragte er mich sanfter, als ich sichtlich ins Grübeln über die Art unserer Beziehung gekommen war.
Sie grübelt über eine Definition nach. Gefühle? Zeigt sie keine, hat scheinbar auch keine?
Zitat:„Ich will, dass alles so bleibt, wie es ist“, antwortete ich rasch und ehrlich.
Das ist schön, passt zu bester Freund, gutes Team.
Zitat:„Wie ist es denn?“, hakte er geduldig wie der Lehrer nach, der seine Schülerin in kleinen Schritten zur Lösung der Rechenaufgabe führen musste.
Was für ein unangenehmer Vergleich. Ich frage mich wieder gutes Team? Bester Freund? Es passt dazu, dass sie ihn für den besseren Menschenkenner hält. Aber er als ihr Lehrer und sie die begriffsstutzige Schülern? Es passt zu ihrer Unfähigkeit Gefühle zu ... entwickeln. Aber sieht sie das wirklich so, es klingt als wäre er einfach Oberlehrerhaft ...
Zitat:„Na, wie es eben ist. Wir arbeiten zusammen, dann kochst du etwas für mich, wir schauen uns einen Film an, gehen gemeinsam ins Bett …“
Das kochst du was für mich, isst er nicht? Oder nur um der Abwechslung willen?
Zitat:Sein selbstgefälliges Lächeln ließ mich verstummen.
? Warum muss das sein?
Zitat:„Und da fragst du noch, ob es mir ernst ist“, grinste er wie ein Honigkuchenpferd, „kann es sein, dass du ziemlich beziehungsgestört bist?
Was ist daran nun beziehungsgestört? Hat sie daher ihre Theorie? Das überschneidet sich nämlich frappierend.
"dass sie nach einiger Zeit ihre Hobbys anpassen, sodass sie abends gemütlich dieselbe Lieblingsserie miteinander teilen oder wie Hunde beginnen ihrem Herrchen und Frauchen ähnlich zu werden, wenn sich ihr Bauchumfang an den ihres Halters angleicht"
Fernsehen und er füttert sie, wie ein Halter seinen Hund?
Dabei ist es genau besehen ein gutes Zeichen, dass sie bei ihm essen kann?!? Aber wie gesagt, warum isst er nicht mit? Essen hast du als zentrale Bedeutung für sie aufgebaut und sie machen alles gemeinsam, aber das essen nicht. Wieso?

Zitat:Macht nichts. Ich habe genug Nerven für uns beide.“
Na dafür hat er ganz schön Nerven gezeigt ,mit seiner Rumbrüllerei. Aber sie spricht ja immer von seinem großen Ego.
Zitat:Das war eine der süßeren Kenneth-und-ich-Episoden. Gott weiß, dass es auch oft genug explosivere Szenen gab, in denen unsere Dickschädel aneinanderstießen.

Ich fand die Szene schon ziemlich traurig. Noch mehr schlechte Szenen und eine mögliche Beziehung wäre ganz unter gegangen.
Zitat:Achtzehn gemeinsame Monate hatten wir gehabt, während ich mich der kindischen Hoffnung hingegeben hatte, sie würden nie enden.
Sie sagt sowas, aber wie das bei Kenneth aussieht, zeigst du nicht.
Das spricht für ihr beziehungsgestört sein. Aber ist das Absicht, dass sie in Anwesenheit nichts spürt? Spüren soll?
Zitat:Doch dann kam der Tag, an dem ich die Entscheidung traf, mich von Kenneth zu trennen.
Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, wie es sich anfühlen würde, Kenneth nicht mehr den ganzen Tag um mich zu haben.
Und wie denn?
Zitat:Es war eine Woche vergangen, in der ich strikt alle Orte gemieden hatte, an denen wir uns begegnen könnten. Ich wollte, so gut wie es ging, einen möglichst sauberen Schlussstrich ziehen und uns beiden die Möglichkeit geben, die Veränderung zu verarbeiten.
Da denkt sie mal an sie beide.
Zitat:Nur zu gut erinnerte ich mich an die längste Stunde meines Lebens zurück, als ich in Kenneths Küche gesessen war und darauf gewartet hatte, dass er endlich heimkäme.
Sie will ihm aber doch sagen, dass sie sich trennt. Endlich wirkt also so, je schneller je besser. Die Stunde überrascht nun, weil oben geschrieben wurde, sie sei aus der Wohnung gestürzt.
Zitat:Das Knacken des Schlosses hatte mich in dem Moment beflügelt, doch ich wusste, dass die Momente danach umso unerträglicher wären.
Hier behauptet sie wieder Unerträglichkeit.
Zitat:Er stolperte nichtsahnend in die Wohnung, blind gegen alle verräterischen Zeichen meines verhärmten Gesichts. Der Karton auf meinem Schoß weckte schließlich sein Misstrauen.
Er kann also nicht in ihrem Gesicht lesen, braucht den Karton.
Zitat:„Ich habe meine Sachen gepackt. Ich hoffe, dass wir Freunde bleiben können“, erklärte ich. Meine Worte mussten für ihn einstudiert klingen, doch die Wahrheit war, dass ich mir den ganzen Tag den Kopf zerbrochen hatte, wie ich es sagen sollte. Mir war einfach nichts Besseres eingefallen.
Sie sind doch wohl einstudiert und was hier völlig fehlt, ist ein Hinweis darauf, dass sie weiß, wie sehr sie ihm wehtun wird. Scheu das zu sagen. Vielleicht Hoffnung Freunde bleiben zu können, da er doch ihr Bester Freund ist. ...
Zitat:„Ist das ein schlechter Scherz?“, war das Einzige, was er mir entgegnete. Auch mir fehlten die Worte, um noch irgendetwas zu erwidern.
Gefühle? In seinem Gesicht lesen?
Zitat:Das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen hatte ...
Hier, die drei Punkte. Doch unten ist sie nur genervt, als er auftaucht.
Zitat:Gerade als ich mich noch etwas länger in rührseligen Erinnerungen baden wollte, um mich gegen die Einsamkeit zu feien, die mich in Zukunft unweigerlich heimsuchen würde, läutete es an der Tür.
Das klingt, als würde sie ihn vermissen.
rührselig. Die Erinnerung war die an die Trennung, also kann rührselig nur ironisch gemeint sein oder?
Definition Duden

a) sich allzu leicht rühren lassend; rückhaltlos der Rührung hingegeben [und sie unter Tränen äußernd]
b) übertrieben gefühlvoll

Und Einsamkeit in Zukunft? Also jetzt noch nicht ...

Zitat:Ich krümmte keinen Finger, verharrte kauernd auf dem Küchensessel, wo ich mir gerade die Zehennägel pink lackierte.
kauernd klingt ängstlich.

Zitat:Als die Türklingel ein weiteres Mal ertönte, spähte ich zur Uhr über dem Wohnzimmerdurchgang, um mich zu vergewissern, ob mein Zeitgefühl mich noch nicht ganz im Stich gelassen hatte. Ich lag richtig, die Zeiger standen beinahe auf elf Uhr. Nachts, wohlgemerkt.
Immer noch finde ich, dass 23 Uhr Abends für Junge Leute, die auch in einer Bar kellnern nicht sonderlich spät ist. Und sie hat auch keinerlei Vermutung, wer es sein könnte? Andere Freunde?
Zitat:Vielleicht würde der Störenfried von alleine gehen, wenn ich ihn lang genug ignorierte.
Nimmt sie hier schon an, dass er es ist?
Sie hat gerade soviel rührselig an ihren Ex gedacht. Kein hoffen/fürchten er ist es?
Zitat:Das Läuten, das ein kräftiges Staccato über meine Dielen schmetterte, wurde nun von einem beständigen Klopfen abgelöst, das dem Verursacher mindestens genauso viel körperliche Schmerzen bereiten musste, wie es auf meine Ohren eindrosch.
körperliche Schmerzen. Doch Angst? Wieso körperliche Schmerzen? du baust hier ganz viel auf und dann ...
Zitat:„Wer ist da?“, erbarmte ich mich schließlich meines Besuchers, blieb aber in der Küche sitzen, weil der Nagellack noch trocknen musste.
Ernst gemeint oder Ablenkung von ...?
Zitat:Plötzlich nahm der Ansturm auf meine Tür ein Ende.
„Du warst schon immer faul, aber dass du jetzt nicht mal zur Tür kommst, ist neu.“
Ein schöner Spruch. Er scheint das wirklich mit der Trennung inzwischen verdaut zu haben.
Also hat er wirklich so unglaublich geklopft oder war s nur für sie so?

Zitat:Mein Seufzen musste wohl bis nach draußen hörbar gewesen sein. Dass ich auf Abstand gehen wollte, war schön und gut, nur leider konnte ich nicht für Kenneth sprechen.
Sie will auf Abstand gehen? Gerade noch, rührselig. OBen hat sie es bereut, wegen eines Briefes in alte Muster verfallen zu sein. Hier klingt sie nur genervt. Gefühle? Eine Frau, die das beste zerdeppert hat, was ihr je passiert ist?
Wieviel kann ich von dem glauben, was sie so gesagt hat, wenn er vor der Tür steht und es passiert gefühlsmäßig ein "schön und gut, nur leider ...".

Positiv formuliert finde ich ihre Beziehungsgestörtheit gut herausgearbeitet.
Die Apelle, die ich ans weiterlesen heraushöre, erwecken in mir aber den Anschein, ich soll da eine Liebesgeschichte heraushören, die durch ihre Vergangenheit gefährdet ist. Ich bräuchte da doch etwas mehr Gefühle und mehr konkretere Andeutungen was ihr geschehen ist um einen Bezug zu ihr herzustellen, der mich an sie bindet, und wenn sie so problematisch sein soll, finde ich es noch wichtiger auch die Binnenhandlung außerhalb der Rahmenhandlung anzudeuten, es könnte ihre Ichbezogenheit automatisch abmildern und eben eine weitere Andockstelle liefern, und eine Ahnung davon, worum es denn hauptsächlich gehen soll, wenn das nur die Rahmenhandlung ist.

Ich hoffe, ich war nun etwas vorsichtiger und sachlicher. Ich höre jetzt auf, weil ich einfach nur länger und länger werde.

Liebe Grüße
Pfotenabdruck


RE: Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Meluse - 23-02-2014

Hallo Sniffu,

ich werde nicht viel herumreden und gleich mit meinen Anmerkungen zu einzelnen Textstellen anfangen. Kurz vorweg: Ich meckere ziemlich viel an einzelnen Sätzen, aber im Ganzen gefällt mir dein Stil. Also lass dich nicht verwirren.

Zitat:--- Ich habe eine Theorie. Ich bin der festen Meinung, dass Partner einander ähneln.

Der Anfang gefällt mir sehr! Mrgreen Ich habe gesehen, dass auch deine andere Geschichte „Schicksalsbande“ einen ähnlichen knappen Anfang hat. Wobei es hier sogar interessanter ist, weil du eine Aussage machst, die einen gleich zum Überlegen anregt. Ich habe zumindest überlegt, ob es wirklich stimmt und gleich versucht mir Gegenbeispiele einfallen zu lassen. Icon_smile Ein erster Satz, der einen unmittelbar auf den Inhalt der Geschichte weist ist, meiner Meinung nach, um einiges besser, als eine atmosphärische Beschreibung mit vielen Adjektiven. Pro

Zitat:--- Damit meine ich nicht, dass sie nach einiger Zeit ihre Hobbys anpassen, sodass sie abends gemütlich dieselbe Lieblingsserie miteinander teilen oder wie Hunde beginnen ihrem Herrchen und Frauchen ähnlich zu werden, wenn sich ihr Bauchumfang an den ihres Halters angleicht oder sie mit demselben Muster ihres Strickjäckchens wie das des Pullis ihres Besitzers an der Leine hinterherdackeln.

Diesen Satz finde ich ein wenig zu verworren. Icon_confused Mir ging beim Lesen „der Atem“ aus. Ich würde ihn an deiner Stelle in mehrere Sätze aufteilen. Oder du könntest ihn kürzen. Zum Beispiel könntest du „gemütlich“ ruhig streichen, denn man weiß als Leser, dass Lieblingsserien schauen gemütlich ist und es bräuchte nur dann ein Adjektiv, wenn es eben nicht gemütlich wäre. Mit Adjektiven sollte man ja immer sparsam umgehen. Ich wäre also eher für: „Damit meine ich nicht, dass sie nach einiger Zeit ihre Hobbys anpassen, sodass sie abends dieselbe Lieblingsserie miteinander teilen. Auch nicht ...“ Hier finde ich das Beispiel mit den Hunden und Herrchen gut, aber auch an sich schon ausreichend. Das Beispiel mit dem Bauchumfang und der Strickjacke ist witzig, aber meiner Meinung nach etwas zu viel. Vielleicht würde eins der beiden schon ausreichen. Ich bin für die Strickjacke.

Zitat:--- Ich sehe die Bestätigung meiner Theorie immer wieder in der U-Bahn, auf der Straße, ja selbst in der Bibliothek.

Hier verstehe ich nicht wieso du „ja selbst in der Bibliothek“ schreibst. Was ist an der Bibliothek so besonderes? Icon_confused

Zitat:--- Zuerst denke ich mir, wie schön es ist, dass sich Bruder und Schwester Zeit füreinander nehmen, doch schnell entpuppt sich das Pärchen durch einen Kuss oder eine zärtliche Berührung als Liebespärchen.

Hier benutzt du zwei Mal Pärchen. Vielleicht kannst du eins durch ein anderes Wort ersetzten. Den Satz an sich finde ich gar nicht wichtig. Es ist witzig, aber der Text kann auch auf ihn verzichten.

Zitat:--- Ich habe nicht viel mehr Ahnung von solchen Dingen als andere Möchtegernpsychologen, die sich einmal im Jahr ein Buch über Freud’sche Perversitäten ausleihen, aber ich beharre darauf, Recht zu haben.

Hier würde ich lieber „Hobbypsychologen“ sagen. Klingt weniger umgangssprachlich.

Zitat:--- Kenneth, mein frischgebackener Exfreund, könnte wohl nicht mehr das Gegenteil von mir sein.

Ich finde das klingt ein wenig ungeschickt. „Nicht mehr das Gegenteil“ klang für mich zuerst, als wäre er jetzt kein Gegenteil mehr obwohl er es früher gewesen ist ... Vielleicht wäre „kein stärkeres/größeres Gegenteil“ besser. Oder einfach nur „Kenneth, mein frischgebackener Exfreund, war/ist das genaue Gegenteil von mir.“ Aber wie du möchtest Icon_smile Und ein lustiger Zufall: Ich kenne einen blonden und blauäugigen Kenneth, der mir genau die gleiche Theorie über die Ähnlichkeit von Pärchen vorgetragen hat wie deine Figur. Icon_smile

Zitat:--- Er hält nichts von Operationen und auch wenn er nicht gerade gläubig ist, hält er an der Devise fest, so zu bleiben, wie Gott ihn geschaffen hat.

Haha, kein Wunder. Gott scheint sich bei seiner Erschaffung auch viel Mühe gegeben zu haben.

Zitat:--- Sieht man nun Kenneth, den blonden Hünen und stellt sich mich daneben vor, muss man sich wohl das Grinsen verkneifen. Ich bin nicht klein, mit meinen 1,67 m reihe ich mich ohne großes Aufsehen in den Durchschnitt ein, doch neben einen an die 1,90 m großen Riesen, nimmt Größe ein relatives Maß an.

Hier denke ich wieder, dass es ein wenig zu viel ist. Vielleicht würde es auch schon ausreichen zu erwähnen, dass er ein Hüne und sie durchschnittlich ist. Genaue Zahlenangaben finde ich in diesem Fall zu viel.

Zitat:--- Aus Gründen der Bequemlichkeit trage ich es kurz, ansonsten würden schon zwei Stunden des Tages draufgehen, um mich um meine Haar-„pracht“ zu kümmern.

Hier würde ich „Haarpracht“ ohne Anführungszeichen schreiben. Es wird aus dem Satz klar, dass es ironisch gemeint ist und sieht einfach nur komisch aus.

Zitat:--- Im Sommer tankt meine Haut so viel Sonne, dass ich locker als Spanierin durchgehen könnte und wenn ich dann noch ein rollendes R in meine Sätze einbaue, wäre meine zweite Identität als Flamenco tanzende Latina perfekt.

Und wieder meckere ich über das gleiche Icon_ugly Der erste und zweite Satz haben für mich die gleiche Aussage und könnten ruhig zusammengeführt werden. Etwa: „Im Sommer tankt meine Haut so viel Sonne, dass, sollte ich noch ein rollendes R in meine Sätze einbauen, meine zweite Identität als Flamenco tanzende Latina perfekt wäre.“ Meine Version klingt auch ein wenig ungeschickt, aber du siehst sicherlich, was ich meine.

Zitat:--- Ich hatte meine Wohnung nie aufgelöst, da mir mein gesundes Misstrauen gegen zwischenmenschliche Beziehungen riet, mit der rosaroten Brille auf der Nase keine Entscheidungen zu treffen, die mein Leben als Single mir nichts dir nichts über Bord warfen und mich unbekannten Gewässern aussetzten.

Lang, lang, lang. Icon_panik Nach „keine Entscheidungen zu treffen“, würde ich einen Punkt setzen und es dabei belassen. In einem Schreibratgeber habe ich gelesen, dass man sich seine Sätze laut vorlesen sollte, und wenn einem mittendrin der Atem ausgeht: kürzen, kürzen, kürzen.

Zitat:--- Kenneth hatte es immer als offene Beleidigung gesehen, dass ich mir sozusagen einen Notausgang mit dem Fuß offenhielt, während er mich mit beiden Armen willkommen hieß.
Kein Wunder. Würde ich auch so sehen. Und ich würde „sozusagen“ streichen. Es ist ein Füllwort und somit unnötig.

Zitat:--- Denn im Nachhinein betrachtet, hätte das Chaos, das in wenigen Tagen mein Leben beherrschen sollte, verhindert werden können, hätte ich den Brief ignoriert, der mir per Einschreiben zugestellt worden war, und mein gewohntes Leben mit Kenneth fortgesetzt

Oh! Ein Brief per Einschreiben. Spannend! Icon_fies Ich finde es übrigens sehr gut, dass du es so hineinwirfst und nicht auflöst. So will man weiterlesen.

Zitat:--- Doch so ganz mir selbst überlassen, konnte ich mir eingestehen, dass Kenneth wahrscheinlich das Beste war, was mir je passiert war.
Ich wäre für „Um ehrlich zu sein“ anstatt „doch so ganz mir selbst überlassen“. Es ist gewöhnlicher, aber auch geschickter formuliert, wie ich finde. Dann hast du zwei mal "war" hintereinander ... das könnte man noch besser formulieren.
Zitat:--- dass er eines Tages der wäre, mit dem ich die Bettwäsche aussuchen würde.

Das gefällt mir! Pro Es klingt viel besser und kreativer, als ein Standardsatz wie „mit dem ich meine Wohnung teilen würde“ oder so was.

Zitat:--- Als hätte er mir erst gestern diesen Heidenschrecken eingejagt.


Meinst du hier so was wie „Mir ist, als wäre es gestern gewesen“? Der Satz klingt irgendwie komisch ... Icon_slash

Zitat:--- Aus dem Nichts heraus war er mit meinem Einkaufswagen zusammengestoßen und hatte mich mit dem für ihn typischen leicht spöttischen Grinsen angesehen, das aber schnell einem offenherzigen Lächeln gewichen war, das sich sofort seinen Weg in mein Herz gebahnt hatte.
Ein sehr langer Satz.

Zitat:--- Er hatte die Gunst der Stunde genützt und mich auf ein Eis in der schwülen Hitze eingeladen.

Ein Mann, der gleich die Initiative ergreift. Das sollte die Herzen von weiblichen Leserinnen höher schlagen lassen. Icon_cuinlove Über solche Männer liest man gerne.

Zitat:--- Ich war so vertieft darin gewesen, die Nährwerttabelle meiner Lieblingskekse zu studieren, dass mich Kenneths Attentat eiskalt erwischt hatte
.

Icon_lachtot Das ist eine witzige Beschreibung. Vielleicht wäre sie am Anfang des Absatzes besser angebracht. Dann musst du nicht am Ende des Absatzes noch einmal darauf zurückkommen. Und wie wichtig ist es dir wirklich, die Macke mit dem Essen zu erwähnen? Es wird ja schon aus dem Satz mit der Nährwerttabelle ersichtlich.

Zitat:--- Nur noch ein klein wenig wollte ich mich meinen heile-Welt-Erinnerungen hingeben, dann musste ich mich so oder so daran machen, den Scherbenhaufen, den andere mein Leben nannten, aufzukehren.

Die Metapher finde ich ein wenig (wie man so hässlich sagt) „ausgelutscht“. Du hast davor immer witzige und kreative Vergleiche und Metaphern gehabt, da passt es irgendwie nicht ganz in deinen Stil. Aber vielleicht sehe nur ich das so.

Zitat:--- Kenneth war für sein loses Mundwerk bekannt – gerade seine Direktheit schätze ich unter all seinen Eigenschaften am meisten, wobei viele seine Ehrlichkeit oft als Unverschämtheit empfinden –, doch genoss große Beliebtheit unter den Frauen.

Hier bin ich durcheinander gekommen. Was genoss große Beliebtheit unter Frauen? Und direkte Figuren sind gut Icon_smile da kann man interessante Dialoge erwarten.

Zitat:--- Doch ich sah es in ihren strahlenden Gesichtern,wie erleichtert sie waren, dass ich ihn mir noch nicht gekrallt hatte und sie sich noch Chancen ausrechnen konnten.

Hier fehlt ein Leerzeichen nach dem Komma.

Zitat:--- Ich aber war hellhörig geworden. Für gewöhnlich war ich die Letzte, die die Signale der Männer bemerkte, mochten sie auch noch so offensichtlich und eindeutig sein.

Ich dachte sie hat Menschenkenntnis. Gehört da nicht auch Aufmerksamkeit dazu?

Zitat:--- und mit einem extravaganten Selbstbewusstsein ausgestattet,

Ich weiß nicht ob „extravagant“ hier wirklich passt ... Duden sagt: "vom Üblichen in [geschmacklich] außergewöhnlicher, ausgefallener oder in übertriebener, überspannter Weise bewusst abweichend und dadurch auffallend".

Zitat:--- Einzige die durchgesessene Rückbank hatte Kenneth bis dahin im Angebot gehab

Einzig.

Zitat:--- Die Chemie hatte schon immer zwischen uns gestimmt, also war es auch keine große Überraschung, dass wir denselben Abend in seinem Bett landeten.

Ich wäre für „an dem selben Abend“, aber ich bin mir da auch nicht sicher.

Zitat:--- Kenneth hatte dafür gesorgt, dass jegliche Ablenkung – für beide von uns – aus dem Personal verschwunden war und wenn er gekonnt hätte

Wie nett und charmant Icon_cuinlove Du musst aber beim Weiterschreiben ein wenig aufpassen, dass du nicht zu sehr ins Klischee hineinstolperst. Eine Figur darf, meiner Meinung nach, ruhig ein wenig klischeehaft sein, schließlich will niemand wirklich etwas komplett Neues lesen. Aber ab einem bestimmten Punkt wird es für einen Leser, der schon viele Bücher gelesen hat, einfach zu viel.

Zitat:-- worauf er mich anfuhr, „du glaubst doch nicht ernsthaft, ich behalte die Zahnbürste einer unbedeutenden Bettgeschichte in meinem Badezimmer?“

Wieso fängst du hier die wörtliche Rede klein an? Richtig wäre: Worauf er mich anfuhr: „Du glaubst doch ...“

Zitat:--- Ich ließ es aber, ihn aufzuklären.

Ich würde eher sagen: „Ich entschied mich aber dagegen, ihn aufzuklären“. Klingt irgendwie klarer.

So das waren erst einmal die groben Sachen, die mir aufgefallen sind. Es gab noch viele sehr lange Sätze, die mir Bauchschmerzen bereitet haben, aber da musst selbst sehen, ob du es ändern willst. Vielleicht kannst du den Text einmal laut lesen und gucken wo du stolperst. Ich denke du hast einen wirklichen guten Stil, der nur etwas Feinschliff braucht. Die Art Feinschliff, die man nur bekommt, wenn man andere Leute den Text lesen lässt. Und das machst du ja hier. Mrgreen

Ich habe mir auch Pfotes sehr kritischen Kommentar durchgelesen. Die Oberflächlichkeit, mit der die Figur die Welt sieht, ist mir persönlich nicht negativ aufgefallen. Das Aussehen eines Menschen spielt (nicht nur bei der Partnerwahl) eine sehr, sehr wichtige Rolle und für den einen Menschen mehr als für den anderen. Und da die Hauptfigur selbst eine Schönheit zu sein scheint, ist es nicht ungewöhnlich, dass sie so viele Gedanken an das Äußere von anderen Menschen verwendet. Außerdem ist es wirklich genreabhängig. Ich glaube die meisten Menschen lesen lieber über hübsche Figuren. Ich lese zumindest lieber über hübsche Figuren. Und dass alle Figuren schön sind, heißt nicht unbedingt, dass die Geschichte schlecht oder kitschig ist. Wenn man sich zum Beispiel die Romane von Jane Austen anschaut, sind die meisten der Figuren „handsome“ und „amiable“ und haben einen „sweet temper“ und gehören trotzdem zu den besten/beliebtesten Figuren, die ein Liebesroman je geschaffen hat.
Das Argument, dass keine Gefühle beschrieben werden, finde ich nicht richtig. Der Text ist eben nach dem Show, don’t tell Prinzip aufgebaut, das man in jedem Schreibratgeber findet. Und ich würde, an deiner Stelle, die Beispiele auf keinen Fall durch Beschreibungen von Gefühlen ersetzten!
Aber ich denke Pfote hat schon einen guten Punkt gebracht. Vielleicht kannst du das beherzigen und ein wenig damit spielen. Also sie so darstellen, dass sie sich ihrer Oberflächlichkeit bewusst ist. Wobei ich nicht weiß, ob es dann die Genregrenzen sprengen würde. Icon_slash

Was die Figuren angeht: Ich mochte Kenneth, wobei es nicht stören würde ihn nicht ganz so vollkommen zu machen. Du könntest vielleicht seine Eifersucht etwas mehr thematisieren. Ihn vielleicht aggressiver machen, ihm eine dunkle Seite geben. Aggressive Eifersucht ist eine Macke, die einen hübschen und charmanten Mann wie ihn nur noch beliebter bei den Lesern machen würde. Denke ich zumindest. Bei der Erzählerin bin ich hingegen ein wenig hin und her gerissen. Vielleicht liegt es an meiner ganz persönlichen Eifersucht gegen latino-angehauchte Frauen, aber sie erschien mir doch ein wenig zu perfekt. Wie eine Figur in einem Actionfilm für Männer. Aber deine Geschichte richtet sich eher an die weibliche Leserschaft. Daher würde ich die Sache mit ihrer hübschen Talje und dem Neid der anderen Mädchen an dieser Stelle auslassen und vielleicht irgendwann später unterbringen. Sonst wird es auch den Neid der Leserinnen auf sich ziehen und das sollte man auf jeden Fall vermeiden!
Ich hätte noch gerne das Alter der Figuren erfahren. Sie klingen, wie Pfote sagt, sehr jung. Vielleicht könntest du das irgendwo geschickt unterbringen.

Was den Titel angeht: Ich bin von ihm ein wenig verwirrt. Erinnert mich an Melancholia – diesen Film. Aber das ist nur mein persönlicher Geschmack und ich kann mir vorstellen, dass viele das anders sehen.

In allem war ich zufrieden. Ich bin kein großer Kritiker, was Inhalt angeht. Du hast mit einer interessanten Aussage angefangen und erzählt wie ein Paar, das sich schon getrennt hat, zusammengekommen ist, einen mysteriösen Brief hineingeworfen und spannend aufgehört. Wir haben die Figuren dadurch gut kennengelernt. Ich habe da erstmal nichts zu meckern. Es hängt davon ab was später inhaltlich passieren wird. Der Stil war gut. Zum Teil klang es ein wenig zu "bemüht" (lange Sätze, zu viele Beispiele), aber nichts, was sich nicht mit einer Überarbeitung ändern ließe. Der Zeitwechsel hat mich beim Lesen gar nicht gestört. Geht ja auch in dieser Perspektive nicht anders. Ist denn noch eine Fortsetzung der Geschichte zu erwarten?

Liebe Grüße,
Meluse


RE: Disharmonia 1.0 Kap. 1 (1/2) - Sniffu - 25-04-2014

Jo liebe Pfote

Meine Antwort kommt reichlich verspätet, was mehrere Gründe hat. Der Hauptgrund ist ganz einfach: leider macht LT nur einen Bruchteil meines Alltages aus, sodass ich hier Prioritäten setzen muss. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben! Der andere Grund - der, der für dich von größerer Bedeutung sein sollte, falls es überhaupt eine Rolle für dich spielt - ist, dass ich Distanz brauch(t)e, um etwas mit deinem Kommentar anzufangen. Ich rechne es dir hoch an, dass du einen erneuten Versuch unternommen hast, meinen Text zu kommentieren. Zuerst war ich skeptisch, ob wir uns tatsächlich noch annähern könnten, habe aber schließlich gemerkt, dass es theoretisch doch möglich ist. Es ist nur so, dass du auf ganz andere Dinge wertlegst, die mir wichtig sind und so Gefahr läufst, den Kern der Geschichte aus den Augen zu verlieren. Zugegebenermaßen ist dieser hier noch nicht wirklich ersichtlich, aber indem du überall bekrittelst, was nicht alles deiner Meinungnach fehlt, verbaust du dir selbst die Sicht darauf.


Zitat:Einmal schreibt sie "Rosarote Brille" . was eine Verliebtheit impliziert. Weshalb ich annehme, du willst, dass sie verliebt auf mich wirkt? Aber für mich ist durch den Text wahrscheinlicher, dass er zum "Normalität heucheln" dazu gehörte, weil er eben verfügbar war und "sympathisch".
Das ist sehr mutig, eine Figur so einzuführen. Noch mutiger eine Ich. Erzählerin so agieren zu lassen. So beschädigt, dass sie zumindest Kenneth nicht lieben kann.

Der Text steigt dort ein, wo die Beziehung der beiden bereits beendet ist. Natürlich war sie anfangs in Kenneth verliebt (auf ihre Weise), sonst wäre es nie zu einer Beziehung gekommen. Du vermischst hier "verliebt sein" und "lieben", was mMn zwei vollkommen verschiedene Dinge sind. Verliebt ist man, wenn man den anderen neu kennengelernt und das, was er zu bieten hat, mag, wenn nicht sogar vergöttert (Stichwort rosarote Brille). Zu lieben heißt aber, dass man neben den guten Seiten des anderen, auch die schlechten akzeptiert und den anderen so nimmt, wie er ist. Das eine ist ein vergängliches Gefühl, weil es eben nur einen temporären Zustand beschreibt, das andere ein anhaltendes, weil es eine gesamte Einstellung gegenüber einem anderen Menschen darstellt. Meine Meinung, die, wie ich finde, im Text auch zum Ausdruck kommt. Jetzt, am Ende der Beziehung ist sie natürlich nicht mehr in Kenneth verliebt (ob sie ihn noch immer liebt, wird sich im Folgenden zeigen), was aber nicht dagegenspricht, dass sie sich daran erinnert, als sie es war.
Und man muss auch nicht zwangsläufig eine Beziehung führen mit dem Menschen, den man liebt. Äußere Umstände können eine solche unmöglich machen, was sich auch im Laufe der Geschichte zeigen wird.
Also zusammengefasst: es gibt 3 verschiedene Dinge, von denen du sie mir unterstellst, ich oder die Erzählerin würde sie vermischen. Verliebt sein - lieben - Beziehung führen. Das sind in dem Fall der Erzählerin Dinge, die nicht unbedingt Hand in Hand miteinander gehen müssen. Damit musst du dich als Leserin notgedrungen abfinden.
Warum die Erzählerin so empfindet - und was sie dir auch entfremdet -, ist ein Umstand, der sie sehr geprägt hat und im weiteren Verlauf der Geschichte hoffentlich auch ausreichend beleuchtet, warum sie gar keine andere Wahl hatte, als sich von Kenneth zu trennen.

Zitat:Das ist spannend und definitiv mal etwas anderes. Aber ich glaube irgendwie nicht, dass das in dem Ausmaß, wie ich es empfunden habe, Absicht war. Deshalb schrieb ich, dass du gut schreibst, aber deine Formulierungskunst sich für mich negativ auf deine Figurenzeichnung ausgewirkt hat. Weshalb der Text und die Figuren auf mich nicht optimal gewirkt haben, beziehungsweise, ich das liebevolle Paar, dass du als Zeichnung angehängt hast in deinem Text nicht entdeckt habe.

Ich weiß jetzt nicht, wieso sich mein Schreibstil negativ auswirken sollte?Icon_confused Du meinst ja, dass du ihn nicht schlecht findest, also findest du ihn zu gut? Icon_confusedIcon_confused
Meine Intention war nie, ein liebevolles Paar zu zeigen, sondern ein Paar, das aus zwei Individuen besteht, die sich so zusammenraufen, dass zumindest in ihren Augen ein funktionierendes Wir entsteht. Dieses Wir war aber trotzdem nicht stark genug, um dem Umstand, der die Erzählerin dazu bringt, Schluss zu machen, entgegenzuwirken. Das ist die Zusammenfassung dieses Ausschnittes.

Zitat:Wie empfindest du Menschen, die den ganzen Tag von sich erzählen? Bescheiden, zurückhaltend, ungesellig, wenig selbstbewusst ... kommen da eher nicht in den Sinn. Also prägt, das Über-sich-erzählen, schon eine gewisse Art vor. nun hast du geschrieben, sie würde von sich zum Beispiel nie sagen, dass sie schön ist, sie tut es aber. Mehrfach. Also, passt das Ich-Erzählen überhaupt zu deiner Figur?

Dem muss ich dir widersprechen. Ein Ich-Erzähler kann sehr wohl introvertiert und kleinlaut sein, es ist der Autor, der ihm Charakter verleiht, nicht die Erzählperspektive.
Ja, die Charaktersierung ist bis jetzt schon mal etwas in die Hose gegangen, weil die Erzählerin selbstbewusster rüberkommt, als sie eigentlich ist. Sie ist eine schöne Frau, das sieht jeder, das weiß auch Kenneth (ein Hauptgrund, warum er mit ihr zusammen ist hehe), aber sie sieht es nicht so, weil sie eine verdrehte (Selbst-)Wahrnehmung hat. Diese verdrehte Wahrnehmung gebührend zu schreiben, ist eine der größten Herausforderungen für mich und gilt es noch zu bewältigen. Ich bin noch nicht ganz so warm mit der Erzählerin, darum happert es hier noch ordentlich.

Zitat:Welches Ziel möchtest du mit der Wahl der Ich-Erzählerin erreichen?

Die grundsätzliche Motivation, wenn ich Texte auf einer Plattform wie hier hochlade, ist es, eine Geschichte zu erzählen. In diesem Fall die Geschichte der Erzählerin, die eine höchstpersönliche (nicht meine, sondern die der Ich-Erzählerin) und sehr sensible ist. "Tabuthemen" wie Vergewaltigung, Missbrauch, Gewallt etc. spielen eine elementare Rolle. Um nicht in einen belehrenden oder verharmlosenden Ton zu verfallen, habe ich die Stimme der Ich-Erzählerin gewählt, die betroffen ist und nichts beschönigen muss. Damit das Ganze nicht zu hardcore wird, greife ich hin und wieder auf ein paar lockere Bemerkungen zurück, die den Leser trösten und zeigen, dass die Erzählerin nicht nur Opfer, sondern noch immer fühlender Mensch ist, der sein Leben noch vor sich hat.

Zitat:Ich finde, es lohnt sich immer, sich zu fragen, ist das wirklich das erste, was ich zeigen möchte? Ist das das Fundament, auf dem ich aufbauen will? Auf dem der Leser aufbauen soll?

Ich bitte dich inständig - falls du mit mir weiter diskutieren willst - die Verweise auf Harris zu unterlassen. Harris ist in keinster Weise ein Vorbild für mich und ich sehe keinen Sinn für mich darin, mit ihr zu argumentieren, weil sie ihre Schwerpunkte anders setzt als ich die meine. Ich bade mich in Details, wenn ich meine, meine Figuren bräuchten sie und ich habe einen hohen Anspruch an meine Texte (auch wenn ich Gefahr laufe, Leser zu verschrecken). Bei mir steht jeder Satz, ja jedes Wort in einem größeren Rahmen, der dir als Leser nicht bekannt sein kann - vor allem wenn du nur einen Bruchteil der Geschichte kennst. Lass mich dir auf jeden Fall sagen, dass ich weiß, was ich tue. Disharmonia handelt von dem Schicksal einer jungen Frau, die mit ihrer Vergangenheit abrechnen muss, um ihr Leben leben zu können. Die Beziehung zu Kenneth nimmt dabei nur einen Randplatz ein, doch an ihr wird sichtbar, wie sehr die Erzählerin sich im Laufe der Geschichte entwickelt hat.

Zitat:Für mich bedeutet Dishamonie schon im Titel eben ein solches Versprechen. Ich beginne also zu lesen, bekomme diese Theorie und es verbindet sich. Die Figur, oder der Autor wird alles dafür tun, damit Disharmonie herrscht. so ist ihre Theorie aufgebaut, so präsentiert sie sie anderen. Und meine nächste Frage ist, kann so ein Konzept einen ganzen Roman für mich tragen?

Wie gesagt, die Erzählerin ist mit sich selbst nicht im Reinen, was sich u.a. in ihrer verzerrten Wahrnehmung niederschlägt. Ihr Leben ist (bis jetzt) nichts als Disharmonie. Worin genau diese Dissonanz von Empfinden und Wahrnehmen liegt, wird sich erst im Laufe der Geschichte zeigen.

Zitat:Sind Geschichten, die von vornherein feststehen, spannend? Für mich nicht.

Diese steht eben nicht fest. Icon_wink Sie gibt es nur vor zu sein. Da du das Ende nicht kennst, kann ich dir in deiner Annahme, sie sei so, aber auch schlecht widersprechen.

Zitat:Und Menschen auf Äußerlichkeiten zu reduzieren. Wenn man auswählt, mit wem man seine Zeit verbringt. Ist ein Mensch, der auf Äußerlichkeiten fixiert ist, da die erste Wahl? Welche Assoziationen hat man mit diesem Charakterzug?

Du hältst sie für arrogant - war nicht von mir beabsichtigt, vl liegt das daran, dass du noch nicht warm mit ihr bist oder eben daran, dass ich es noch nicht bin. Grundsätzlich gehe ich aber von der Prämisse aus, dass die Erzählerin ein gestörtes Verhältnis zu ihrem eigenen Körper hat und umso vermehrt auf die Körper von anderen achtet. Dieses kleine Detail taucht dann im nächsten Teil explizit auf.

Dass sie dennoch von sich erzählt, dient natürlich einerseits der Beschreibung, aber hat auch einen psychologischen Effekt: indem sie sich wie all die anderen beschreibt, tut sie so, als hätte sie kein Problem mit ihrem Körper/Figur, sie macht sich selbst etwas vor. Doch dass es nicht so ist, zeigt sich noch. Darum ist sie aufs Äußere fixiert.

Zitat:Sie beobachtet also überall Pärchen. Das passiert hier, aufgrund der Theorie. Im Allgemeinen sieht man überall Pärchen, weil da eine Sehnsucht, oder eine Abscheu vorliegt. Gerade verliebt ist, sich gerade getrennt hat, Sehnsucht hat. Ein (wunder) Punkt lässt einen einen Filter vorschieben.

Ihre Beobachtung ist zeitlich nicht zwingend auf den Zeitpunkt nach ihrer Trennung festgesetzt. Sie tut es einfach.

Zitat: Hier sucht sie schöne Paare, freut sich über Bruder und Schwester.(Die Frage, hat oder wünscht sie sich einen Bruder, dass ihre Wahrnehmung in diese Richtung geht?)

Diese Beobachtung deinerseits ist für die spätere Entwicklung der Geschichte und Erzählerin sehr wichtig. Mrgreen

Zitat:Sollte jetzt im xten Durchgang gedacht, das ein Hinweis sein, dass sie selbst an tiefsitzenden Komplexen aus der Kindheit leidet, ist es durch den Aufbau dieses Bildes von anderen Menschen, die sie nicht vom Gegenteil überzeugen können, bei mir nur bei den Menschen geblieben, höre ich nicht, dass sie sich selbst miteinbezieht.

Jop, es ist als Hinweis auf ihre Vorgeschichte gedacht. Und wie auch schon angemerkt und hoffentlich bald treffender dargestellt: sie verdrängt Dinge, die ihr unangenehm sind, um sich zu schützen. Dass dir das als Leser entfremdend vorkommt, muss ich in Kauf nehmen, zu ihrer Charakterzeichnung passt es allerdings.

Zitat:Nun sie hat nicht viel mehr Ahnung, doch immerhin mehr! Ahnung, dann kommt wieder eine abwertende Darstellung anderer Möchtegernpsychologen und verweist auf die Freudschen Perversitäten ... das bleibt bei mir kleben als ihr Blick auf andere Menschen, die auch psychologische Theorien haben und dass sie sich ihnen überlegen sieht.

Ich überlege gerade ernsthaft diesen Satz zu streichen. Du hast Recht, der kommt viel zu selbstgefällig rüber und ist wohl auch nicht zwingend erforderlich. Mal schauen, ob er die Überarbeitung überlebt.^^

Zitat:In einer Antwort schriebst du, dass sie gute tiefgründige Gründe für diese Theorie hat. Kann ich das aus diesem Anfang erahnen? Ist das der bequeme Ausweg, den sie sich selbst unterstellt, genug?
Wie wäre es für mich, wenn ich wüsste, wie es ihr geht. Vorher ihre Einsamkeit gespürt hätte, eine Ahnung ihrer Probleme. Dann wäre ich sicher bereiter, es als Ausdruck eines Problems zu sehen, das ich nachvollziehen kann. Wie ein Hund, der wild um sich beißt, gleich sympathischer ist, wenn man weiß, er wurde misshandelt, als wenn man weiß, es ist ein verwöhnter Hund, der eben schon immer bekam, was er wollte, je schlechter er sich benahm.
Auch wäre es etwas anderes, wenn es ihre heimliche Theorie wäre, mit der sie klarzukommen versucht mit ihren Schwierigkeiten mit ihrem Exfreund. Wenn es keine anderen gäbe, die sie miteinbeziehen muss, was auf mich eben sehr unangenehm wirkt. Sich erhöhen auf Kosten anderer. Dann wäre es immer noch eine krude Theorie, aber in einer Auseinandersetzung mit sich selbst.

Du hast es mit deinem Hinweis auf die Geschwister-Beziehung schon gut getroffen, doch zu diesem Zeitpunkt möchte ich nicht näher drauf eingehen. Ich verstehe, was dir die Person verleidet, aber du, die so viel auf Nähe beim Erzählen zu ihren Figuren hält, solltest auch mir folgen können, wenn ich mich weigere den Vorhang schon zu Beginn zu lüften:
Der Erzählerin ging es mindestens 18 Monate gut genug, um eine funktionierende Beziehung zu führen, ohne von ihren bösen Geistern heimgesucht zu werden. Plötzlich wird sie mit der Realität konfrontiert. Natürlich gerät ihre Welt aus den Fugen, aber sie ist noch immer gekonnt in der Selbsttäuschung, die sie bis dahin gemeistert hat. Warum sollte sie sich also plötzlich Blöße vor sich selbst und dem Leser geben? Noch könnte es klappen, dass sie sich nicht ihren Dämonen stellen muss, auch wenn sie dadurch sympathisch rüberkommt. Der Eindruck ist ihr herzlich egal - ja, es ist ein innerer Monolog, aber mal ehrlich: Warst du dir noch nie selbst unsympathisch? Icon_wink Bzw. gab es da nicht extrem unangenehme Menschen, mit denen du nichts zu tun haben wolltest, weil sie dir einfach unsympathisch waren? Schon mal daran gedacht, dass ihr euch unter anderen Umständen sympathisch gewesen wärt? Ich gehe hier nicht auf Leserfang, in erster Linie steht für mich die psychologische Entwicklung meiner Erzählerin im Vordergrund.

Zitat:Oder eine andere Figur sagt es über sie und ihr ist das peinlich. Dann würde sie bescheiden wirken. Es gibt viele Möglichkeiten, einer Figur mehr Menschenkenntnis zu geben, ich finde, sie das selbst sagen zu lassen, ist die unglaubwürdigste und ungünstigste davon, es sei denn sie sagt es zum Beispiel in einem ironischen Zusammenhang, oder eben innerhalb einer Szene, wo es eine Funktion hat. hier, nur so, ist es Angeberei (für mich).

Jop, auch hier hatte ich dir schon angemerkt, dass ich Bauchweh bei dieser Stelle habe, weil sie sie unnötig arrogant erscheinen lässt. Werde da nochmal drüber schauen (müssen).

Zitat:Nun, kommen wir zum Twilightvorwurf. Ist das einer? Das Ding hat Millionen Leser gehabt und ist zumindest in der Schreibwelt in ... aller Munde. Natürlich gilt es in ...bestimmten Kreisen als "schlechtes Buch" Aber warum denn? Einer der Dinge, auf denen herumgeritten wird, ist eben das überirdisch schöne des Protags (plus glitzern). Wenn dir das nicht gefällt, warum ist dann das erste, was ich von deinem Kenneth (neben einer kurz erwähnten Menschenkenntis) zu hören bekomme, ist eben eine Beschreibung seiner Attraktivität, die für mich nahe an einem Glitzern ist.
(Übrigens beginnt Twilight mit einer Fahrt mit ihrem Vater, wo die Beziehung zur Mutter und dem Vater und einiges Selbstkritisches thematisiert wird. Durchaus lesenswert, wenn man so rumrecherchiert in Sachen Figureneinführung/Ich-Erzähler)

Ich argumentiere gegen nichts, wovon ich mir nicht persönlich eine Meinung gemacht habe - Überraschung, ich habe Twilight gelesen. Damit du weißt, dass ich eine Ahnung habe, worüber du hier scheibst. Ich finde, deine Anmerkung noch immer nicht nachvollziehbar, aber deine Assoziationen kann ich dir nicht streitig machen. Nur, dass Twilight literarisch nichts als ein Antibeispiel ist, wie man es lieber nicht machen sollte, das will ich hier gesagt haben.

Zitat:Es beginnt mit hochgewachsen wie ein Baum. Wo taucht so eine Beschreibung auf? Für mich ist das etwas, das mich eher an klassische Liebesromane erinnert. Vielleicht auch an True blood, die Serie, der blonde Hühne halt ...Eric Northman. Da könnte ich mir für einen Wikingerprinzen so eine Beschreibung vorstellen. (Erinnern an die Beschreibung von Northman kann ich mich nicht, wie gesagt, das Buch hat mich nicht so gefesselt) Aber diese Assoziation habe ich wegen der Erwähnung von Harris, weil das eben sonst nicht so sehr in meinen Bereich fällt. Trotzdem wäre mir hochgewachsen wie ein Baum aufgefallen.

Noch mal: wäre dir die Ähnlichkeit echt aufgefallen, hätte ich nicht Harris erwähnt? Icon_confused Ich kann nichts gegen deine Assoziationen tun und sehe den "Fehler" nicht in meinem Text. Andere würde hier womöglich ans Baumsterben denken. Icon_lol

Zitat:Dann eben die Blässe, die so blass ist, dass er chronisch anämisch wirkt. Ja, es mag hassenswert sein, aber ein so blasser Schönling ... erinnert nunmal an die Vampirschwemme. Wie man bei wiehern an Pferd denkt, nicht an Zebra, wenn man auch nur irgendetwas davon gehört hat. Wie gesagt, ich habe das nichtmal gelesen, einen Film unfreiwillig mit einer bekannten geschaut und habe erst durch Fanfiktion mich dem Thema angenähert und dennoch denke ich sofort daran. Also Frage, muss chronisch anämisch (eine Eigenschaft, die man nunmal in so extremer Form auch bei Menschen mit einer Bluttransfusion in den Griff zu kriegen gedenkt) sein? Willst du das? welche Funktion hat das?
Wenn ich mir diese Frage stelle, finde ich im Text keine Antwort, außer der Konstrktion. Ist er so, "weil er so ist", nein, scheint mir, da ist ja diese Theorie, weshalb er so blass wie nur irgendmöglich sein muss und sie die Südländerin, obwohl es sich bei beiden wohl um ... Nordeuropäer? handelt?

Ganz einfach: Seine Blässe ist das krasse Gegenteil zu ihrem dunklen Hauttyp. Die beiden sollen als Ausnahme ihrer Theorie gelten, darum ist er Vanille und sie Schoko.

Zitat:Wenn ich jemanden Frage, wie ist denn dein Freund? Und diejenige antwortet gebaut wie ein Baum, blond blauäugig usw. Was sagt das über die Beziehung aus?
Was wäre, wenn man in einer Szene die beiden einfach sehen würde und jemand kommt rein und sagt, hey Bleichgesicht, wie gehts dir und deiner Squaw. Zack, selbe Charakterisierung, ohne, dass die Figur da so lange drüber reden muss. Und vorallen Dingen nicht selber. So ist das Aussehen, von anderen und von ihrem Freund und ihr eigenes, das wichtigste für sie. Das was sie einem unbedingt als erstes Erzählen muss und oft. Das Wie und die Dosis machen hier für mich das Gift aus.

Die Theorie ist Aussehen lastig. Die Erzählerin ist aufs Äußere fixiert.
Und habe ich je die Oberflächlichkeit ihrer Beziehung verneint? Womöglich ist die Erzählerin ja im Moment auch nur zu so einer Beziehung bereit, wo das Äußere eine größere Rolle als tiefsinnige Gespräche spielt?

Zitat:Oft! reden sie also über seinen Makel. Es lebt eine ganze Industrie davon über Menschen zu berichten, für die Schönheitsoperationen ein tägliches Thema sind. Die Yellowpress. Aber gibt es Romane über sie? Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist das wieder so eine Sache, ist das das wichtigste was ich von ihnen wissen muss? Ist das ein Thema, dass in dem Buch eine wichtige Rolle spielt, dann ist es in Ordnung. Dann wird es die richtigen Leser anlocken und die falschen aussortieren.

Dass er von OPs redet, impliziert, dass er doch unzufrieden mit seinem Äußeren ist, also doch nicht so ein aufgeplustertes Selbstbewusstsein hat, wie die gängige Meinung herrscht. Das muss der Erzählerin gar nicht auffallen, dass er Unsicherheiten hat, weil sie ihn womöglich als "den perfekten Menschen" vom Äußeren sehen will, weil sie es ihrer Meinung ganz und gar nicht ist?

Zitat:Ich kenne mich nicht so in der Szene aus, aber wie würdest du es finden wenn erfolgreicher Schauspieler X, Frauenschwarm über seine Nase jammern würde und mit Gott hadern, dass er ihn so gemacht hat und er sie deshalb eher nicht operieren lassen kann, aber er eben weiter überlegt. Was würdest du denken? Was dich dazu bringen, dir das anzusehen, was deiner Freundin darüber erzählen? Und sie erzählt es hier ja nicht spöttisch, sondern durchaus ernsthaft, nach meinem Gefühl.

Da du generell mit der Erzählerin auf Kriegsfuß stehst, wundert es mich nicht, dass du diesen Satz in den falschen Hals bekommen hast. Er ist ganz und gar nicht religiös gemeint, sondern eben ironisch.

Zitat: Zitat:Sieht man nun Kenneth, den blonden Hünen und stellt sich mich daneben vor, muss man sich wohl das Grinsen verkneifen.

Selbstironisch ... ein bisschen, was allerdings durch die Beschreibung ihrer Schönheit wie fishing for compliments klingt. Jemand sagt etwas scheinbar bescheidenes über sich, um dann zu prahlen.

Hier geht es einfach um die Größe. Ab einem gewissen Größenunterschied sind Pärchen lustig anzusehen. Icon_wink

Zitat:Setze dich mit mir neben eine Person und höre zu, ohne deine Figur und alles was sie erlebt hat ,im Kopf zu haben und sie sagt: Mein Freund ist Vanilleeis und ich bin Schokolade. Würdest du dich interessiert ihr zuwenden?

Da muss ich dir Recht geben: der Text ist sehr beschreibungslastig. Sonst nicht meine Art, wohl auch durch die Theorie ob Aussehen gefördert. Mal schauen, ob sich das in der weiteren Überarbeitung ändert. Den Vergleich mit Vanille und Schoko gebe ich aber nicht her. Icon_wink

Zitat:Muss ich wissen, wie lange es dauern würde, sich um ihre nicht vorhandene Haarpracht zu kümmern. sie soll dadurch wahrscheinlich uneitel wirken. Dadurch, dass sie das aber so ausführt verpufft es bei mir. Streich mal den Zusatz und stelle die Wirkung gegenüber.

Nö, ich finde es macht einen Unterschied - in der Bedeutung. Es gibt verschiedene Haartypen; feines, glattes Haar, das nicht viel Aufmerksamkeit braucht, wogegen voluminöses und krauses wirklich gebändigt werden muss. Dazu zählt auch hier Haar, fällt unter Beschreibung.

Zitat:Wieso bringt sie die anderen Leute hinein? Und wieder so extrem. Nicht braun, nein schwarz müssen sie sein. Da hätte man etwas draus machen können. Er sieht blauäugig in die Beziehung, sie sieht schwarz. Aber hier verpufft es als für mich reine Beschreibungswut im Dienste dieser Theorie.

Wobei es später noch von Bedeutung werden könnte, wer denn genau diese Leute sind. Icon_wink Ich spiele gern mit Symbolen, die auf den ersten Blick vernachlässigbar wirken.

Zitat:Also, sie ist gerne eine Flamencotänzerin und spielt es anderen Menschen vor. Was sagt mir das? Das sie gerne im Mittelpunkt steht und Menschen ... täuscht.
Was würde es ändern, wenn man sie einfach sehen würde und jemand anderes fragt, ob sie Spanierin ist. Dann könnte sie das r rollen, die Augen verdrehen und ihn in seinem Glauben belassen. So formuliert findet sie das gut. Und wirklich gut für sie, dass sie nicht als Türkin gesehen würd, das wäre wesentlich unangenehmer für sie.
Also für mich kann sie nicht so damit kokettieren und dann uneitel und bescheiden sein. Sich also, wie du sagst nie selbst als Schönheit bezeichnen. Sie tut es.

Ich hasse es, Nationen einzubauen, wenn das Land nicht wirklich im Mittelpunkt steht. Da sind mir dezente Hinweise lieber, hier eben im"Flamenco".
Die Stelle war ja von Anfang an ungücklich gewählt, weil sie einfach zu selbstbewusst rüberkommt. Aber wie gesagt, sie ist mit sich selbst nicht im Reinen, wieso also nicht so tun, als wäre sie jemand anderer? Du unterstellst ihr sofort das Schlimmste und sagst ihr nach, sie täuscht andere. Dabei will sie nur sich selbst entkommen.

Zitat:Offiziell. Die Frage, was war inoffiziell?

Offiziell gab es sie vor einer Woche noch als Paar, nun ist Kenneth offiziell wieder für die Frauenwelt zu haben. Inoffiziell lässt sich eine 18monatige Beziehung nicht nach einer Woche ad acta legen.

Zitat:Sie berichtet von der Trennung. Kein Gefühl. Stattdessen eine nüchterne Erklärung, dass man mit rosaroter Brille keine Entscheidungen trifft. Glaube ich ihr die rosarote Brille? Zumindest jetzt scheint sie sie definitiv abgelegt zu haben. Was möchtest du hier erreichen, was soll ich fühlen? Der Ton ändert sich nicht, von allen Wörtern geht sie nun auf die Wohnung ein.

Sie hält den Leser genauso auf Abstand wie sich selbst. Keine Gefühle = keine Angriffsfläche.

Zitat: Zitat:„Denen brauche ich wenigstens nicht hinterher zu putzen“, entgegnete ich dann mit demselben Grinsen, doch mit einem Schuss mehr Wahrheit, wenn ich gerade seine schmutzigen Socken zwischen den Couchpolstern hervorfischte.

Gut, klassische Rollenverteilung. Gefühle? Möchtest du, dass ich es lustig finde? Oder traurig? Oder?

Ich schreibe niemandem vor, was er zu fühlen hat. Für die Erzählerin war das der Alltag; auf den ersten Blick kann der Leser es amüsant finden, doch wäre es auch möglich, dass er sich ernsthaft fragt, ob sie nicht eine Affäre hat, da sie ihm ausweicht. Schlussendlich soll damit nur ein Einblick in ihre Beziehung gegeben sein.

Zitat:Das tolle Team ist behauptet. Die Szene aus der Beziehung, traurig und von ihrer Seite aus .. kaltherzig dargestellt.
Für mich ist gezeigtes immer stärker als behauptetes. du hast sicherlich dieses Team im Kopf, aber es steckt nicht im Text.

Auch wieder eine dieser Stellen, wo ich selbst nicht ganz überzeugt war. Mal schauen, ob ich nachbessere, sodass das tolle Team besser wird oder ob ich es einfach streiche (momentan tendiere ich zu Letzterem).

Zitat:Hier gehen die Zeiten doch arg durcheinander. Im Nachhinein betrachtet, schaut sie jetzt auf das Chaos, das jetzt noch gar nicht ihr Leben erreicht hat, während sie sich an die Vergangenheit erinnert ... Unnötig kompliziert.
Und man beachte. Bereut sie es ihn verletzt zu haben, vermisst sie ihn, weint sie, tut ihr etwas leid? Nein, sie mag das "Chaos" nicht, dass erst in wenigen Tagen ihr Leben beherrschen wird nicht. Also jetzt geht es ihr noch gut, trotz der Trennung "vom besten, was ihr je passiert ist."
Also, was sollte ich hier fühlen? Ihre Kühle? Ja, wie unpraktisch? Oder soll ich echten Liebeskummer fühlen?

Auch mit diesem Satz bin ich nicht ganz glücklich. Er stammt noch aus der Anfangszeit des Textes und wird wohl auch von grundauf saniert werden.

Zitat:Hier wird ein Haken ausgeworfen. Wobei ein Einschreiben schon echt merkwürdig ist. Ich denke da an ... Anwälte vielleicht ... Und wieder. Liebe? Fehlanzeige. Das gewohnte leben ist es, dass sie vermisst. Gut, mit Kenneth. Aber wie ihm es jetzt geht. Was sie ihm angetan hat. Spielt keine sichtbare Rolle. Was auch zum Ende dieses Textes passt, wo er kommt und sie einfach nur genervt ist.

Von all dem, was du bis jetzt von Kenneth kennst - würdest du wirklich annehmen, dass er aus seinem "Schmerz" eine große Sache macht? Sie kennt ihn und weiß, was sie ihm zumuten kann.

Zitat:Deshalb dachte ich daran, dass sie verfolgt wird eventuell. Weil sie nicht auffallen wollte. Das Normalität heucheln ist interessant. Zeigt aber auch wieder die Künstlichkeit der Beziehung. Denn da es das einzige LEben ist, das der Text mir anbietet, ist also auch diese Beziehung geheuchelte Normalität. ...
Wenn ich nun dabei gewesen wäre und ich hätte spüren können durch Handlungen, Gedanken. Sie liebt ihn, kann es aber nicht zeigen, nicht für sich zulassen, weil sie ein traumatisches Erlebnis hatte, sie gibt aber ihr bestes und er, er nimmt das alles hin, weil er sie liebt, geht mit ihr auf die einzig mögliche Weise um, die sie gerade so ertragen kann. Ja, das könnte eine ganz große etwas andere Liebesgeschichte sein, zwischen zwei Menschen, die jeder auf ihre Weise beschädigt sind. Es versuchen, sich gegenseitig verletzen. Trotzdem durchhalten ... Aber so zusammengefasst, im immer gleichen Ton erzählt... Ja, kann ich es mir vorstellen, aber ich habe keine Anzeichen im Text, dass es so ist...

Hier schätzt du meine Intention zu 100% richtig ein. Doch da sich Disharmonie eben nicht um ihre Liebesgeschichte dreht - die nur eine Nebenrolle einnimmt -, habe großflächig auf romantische Gefühle verzichtet, weil die Erzählerin diese auch gar nicht einordnen könnte. Ihre Gedanken sind woanders.

Zitat:O.k. ein übergroßes Ego und das Beste, was ihr je passiert war ... zumindest eine denkwürdige Mischung ... wenn auch nicht so arg glaubwürdig ...

Spricht für ihr bisheriges Leben, wenn so ein Mann der einzige Lichtblick ist, oder? Es gibt Frauen, die vergöttern den Mann, der sie zu Brei schlägt. Da hat unsere Erzählerin zumindest nochmal Glück gehabt. Icon_wink

Zitat:Super Art zu beschreiben, dass man zusammen ist. Andererseits ist es auch wieder etwas so alltagsbezogenes, dass wieder Liebe nicht wirklich zum Ausdruck kommt.

Danke. Aber wie gesagt, darum geht es mir auch nicht. Bzw. könnte die Erzählerin gar nicht ausdrücken, dass sie ihn liebt, selbst wenn sie wüsste, dass es so ist.

Zitat:Beißt sich mit dem dem vom ersten Augenblick an sympathisch. Es wirkt einfach, nach Fabulierkunst, nicht unbedingt figurengerecht. Beide Sätze sind so effektvoll, aber passen eben nicht zusammen. Ja, passiert, wenn man so dahindenkt. Aber es bleibt für mich der fahle Beigeschmack, dass halt der effektvollste Ausdruck gewählt wird.

Der Moment, in dem er gegen sie knallt, ist auch nicht der erste Moment, in dem sie ihn als den "blauäugigen Hünen" kennenlernt, der ihr auf Anhieb sympathisch ist. Mit seinem Babyface hat er sie eben rumgekriegt.^^

Zitat:Da ich mich gedanklich in einem Supermarkt befinde, ist die Schwüle für mich irgendwie ein Fremdkörper. Als müsste einfach rein, dass Sommer ist? Oder ein Eis naheliegend?
Das unterstrichene, wieder ein sehr schöner Satz. allerdings klingt es so nach schon Zusammensein. Denn Gemeinsamkeiten gerichtet sie nicht. wie sind sie denn fixer Bestandteil im Leben? Das wäre etwas, das eine tiefe der Beziehung signalisieren könnte.

Wenn nicht gerade bei der Tiefkühlabteilung muss nicht jeder Supermarkt eine (funktionierende) Klimaanlage haben.
Menschen können auch nur als Freunde von einem Tag auf den anderen zu einer Konstante im Leben des anderen werden. Durch täglichen Kontakt geschieht das eben. Fand das jetzt nicht so wichtig, das extra auszuführen.

Zitat:Ich kenne kein Liebespaar, wo der Moment des Kennenlernens nicht oft besprochen, wiederraufbeschworen und analysiert wurde. Was wäre gewesen, wenn ich nicht ... wir hätten uns nie getroffen ... ect. Deshalb ist das für mich ein Zeichen von wenig Beziehungsnähe.

Gebe dir Recht, dass sie nicht die perfekte Beziehung, sondern die für sich am geeigneteste Beziehung geführt haben. Icon_wink

Zitat:Essstörungen. Ein wichtiges Thema und eine ... Nebenwirkung vieler Probleme.

Gut bemerkt, obwohl du hier wahrscheinlich gerade sarkastisch bist. Wie gesagt, ich versuche zuerst einen harmlosen, für dich vl sogar banal anmutenden Ton anzuschlagen, bevor ich aufs Ganze gehe. Echte Essstörungen sind keine Kleinigkeit.

Zitat:Doch, dass nichts eine größere Faszination auf sie ausübt. Wieder nur Formulierungskunst oder Tatsache?

Beides.

Zitat:Und wieder. Ja, Essstörungen sind ein Problem, doch es wird arg geschmälert, wenn die Auswirkung so zur Schau gestellt wird. Erstmal muss sie wieder andere bemühen um zu sagen wie schön sie ist. Und es sind nichtmal Menschen, sondern nur weibliches Umfeld.
Also eine wunderschöne überall beneidete wespentaillien Frau jammert über Kalorien. Was soll das in mir auslösen?

Hmm, der Wespentaillenteil passt nicht ins Gesamtbild. Muss geändert werden.

Zitat:Ich habe mal fett markiert wie oft du diesen Moment erwähnst. Könnte süß sein, weil es ja nunmal der Moment ist, wo man sich das erste mal getroffen hat. Aber worüber redet sie? Über ihr Kalorienproblem, nicht über Kenneth. Was war also wichtig an diesem Moment? Wohl doch die Kekse.

Jop. lol.

Zitat:Kalorienvermeidung. Scherbenhaufen, den andere! ihr Leben nannten. Wieder andere.
Welche Heile Welt? Sie selbst beschrieb gerade, wie sie unter den Kalorien leidet und Kontrollverlust, das essen das einzige ist, das sie kontrollieren kann.
Was für ein Scherbenhaufen? Die beendete Beziehung ist das einzige Angebot im Text.

Der Grund, wieso die Beziehung beendet ist, macht ihr Leben zum Scherbenhaufen.

Zitat:Sie waren nach deiner aussage einer fixer Bestandteil des anderen geworden und da braucht es eine Schmeichelei? Sie sagt also nicht aus Freundschaft zu, nicht um in seiner Nähe zu sein. Sondern aus eine Gefühl des Geschmeichelt sein heraus, weil er anspruchsvoll in der Kellnerinnenwahl ist. Was sagt das über ihren Charakter? Besonders zusammen mit den ganzen Erwähnungen anderer Leute?

Er hat sich ja nicht eingeschmeichelt, damit sie ihm hilft, sondern der Umstand, dass er ihre Hilfe will, schmeichelt ihr.
Fixer Bestandteil = sie treffen sich regelmäßig, wo er ihr u.a. von seinem Geschäft erzählt und dann bittet er sie eines Tages um Hilfe und sie sagt ja.

Zitat:Das klingt nach Beruf "reiche Tochter". Das an der Staffelei versuchte ... wie soll das auf mich wirken? Stell dich wieder neben irgendwen und stell dir vor, er erzählt, er versuche sich dann und wann nachmittags an der Staffelei ... Wirkung?

Sie weiß nicht, was anfangen mit ihrem Leben und ja, jemand anderer sorgt dafür, dass sie das nötige Geld zum Leben hat.

Zitat:Und dann gehts doch um Geld und natürlich kriegt sie einen Batzen Trinkgeld. Sie ist also auch noch die perfekte Kellnerin.

Jop, um selbst verdientes. Aber ja ok, ist von mir eher so aufgezogen, als wäre sie nur aufs Geld aus und nicht was es ihr wirklich bedeutet, es selbst verdient zu haben.

Zitat: Zitat:Ich aber war hellhörig geworden.

Auf seinen Frauenverschleiß?

Nö. Dass mehr als Freundschaft von ihm ausgeht.

Zitat:Nein, sie fragt sich, ob er es auf sie abgesehen hat. Ganz Ich.bezogen. Liebe? Hat sie Interesse, klopft ihr Herz? Lächelte sie, hat sie sich irgendetwas gewünscht? Nein. Es wirkt wie ein pures Experiment.

Was spricht dagegen, sich davon zu überzeugen, ob die anderen Gänse nicht nur schnattern? Mrgreen

Zitat:Die knappe Kleidung erklärt also den Batzen Trinkgeld und unterstreicht, wie sie ihren Körper ausnutzt. Wie soll das auf mich wirken?

Dass sie weiß, wie man als Frau in einem Dienstleistungsberuf des Bestmögliche rausholt? Effekte Arbeitsweise nennt sich sowas. Mrgreen

Zitat:Wieder, die anderen. Für sie und für ihn wichtiger Teil ihrer Beziehung. wichtigster? frage ich mich. Steht das da, weil du "Welt" hineinbringen wolltest in die Erzählung? Aber was da definitiv nicht entsteht ist das Gefühl, es ginge um Gefühle. Und ganz sicher nicht das Gefühl, dass sie Katz und Maus Spiele hasst. Sie hat gerade beinahe ... einen Sport daraus gemacht.

Jop, sie lässt nur schwer Gefühle zu.
@Spielchen - sie lässt ihn ja nicht zappeln, sondern vergewissert sich nur über einen kruzen Zeitraum, ob er wirklich Interesse hat.

Zitat:Was meint sie denn dazu? Als wären ihre Gefühle gar nicht da. Ist sie denn verliebt?

Wir vermuten es. Im Grunde aber nicht wichtig für die Geschichte.

Zitat:Sie hat es also wenigstens in die Wohnung geschafft, weiß aber von den Rückbankhäschen?
Dadurch, dass du das was vorher war, so mit dem was sie nun erlebt hat, verknüpfst, wirkt es als hätte sie die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Wichtig ist wieder das Publikum, der erste Platz.

Du nennst es narzisstisch, ich nenne es eine Möglichkeit von sich selbst abzulenken, indem man sich auf andere konzentriert als sich mit seinene eigenen Wünschen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen.

Zitat:Und dann ist es bei so einem Sexualverhalten von Kenneth doch nun keine Kunst am selben Abend im Bett zu landen.

Betonung liegt auf seinem Bett. Ist eine Steigerung in seinem Beuteverhalten.

Zitat: Zitat:Bereits davor hatten wir mehr Zeit miteinander verbracht, als es das reine Arbeitgeber-Angestellten-Verhältnis vorsah,

Wie?

Fixer Bestandteil des Lebens des anderen - klingelt da etwas?

Zitat:Ja, das hab ich mitbekommen. Es war also Absicht. Aber worin besteht das "bester Freund"? Zeig das doch!

Ok. Wenn ich schon den Begriff benütze, sollte ich ihn auch rechtfertigen. Wird gemacht.

Zitat:Kein Unterschied zum an ihrem Freund vorbeitänzeln? Wie soll ich sie hier sehen?

Ihr Körper ist etwas, das sie durch Kalorienzählen kontrollieren muss und das gut genug ist, um Männer zu bezirzen. Gefühle zeigt sie dabei nicht. Kann sie nicht.

Zitat:Beziehung kommt von sich aufeinander beziehen. Und das umschifft sie bei fast jeder Gelegenheit.

Du beobachtest tw. so treffend und hältst es doch für einen Makel, dass diese Dinge zutreffen. Jop, ihre Gefühlskälte und Ignoranz schmeicheln ihr nicht, doch sie sagen auch eine Menge über sie aus.

Zitat:Das kochst du was für mich, isst er nicht? Oder nur um der Abwechslung willen?

Umgekehrte Rollenverteilung. Icon_wink Sie sitzt vorm Fernseher, während er vorm Herd steht. Dass sie nicht gemeinsam essen, steht nirgends.

Zitat:Er kann also nicht in ihrem Gesicht lesen, braucht den Karton.

Du hast ihr öfters fehlende Gefühle diagnostiziert, was zum Teil auch beabsichtigt war. Denkst du, ihre nicht vorhandenen Gefühle sind im Gesicht so leicht ablesbar?

Zitat:Sie sind doch wohl einstudiert und was hier völlig fehlt, ist ein Hinweis darauf, dass sie weiß, wie sehr sie ihm wehtun wird. Scheu das zu sagen. Vielleicht Hoffnung Freunde bleiben zu können, da er doch ihr Bester Freund ist. ...

Im Anbetracht der neuen Situation, die dazu führt, dass sie sich trennt, nimmt Kenneth nur eine winzig kleine Rolle ein, bester Freund hin oder her.

Zitat:Das klingt, als würde sie ihn vermissen.
rührselig. Die Erinnerung war die an die Trennung, also kann rührselig nur ironisch gemeint sein oder?
Definition Duden

a) sich allzu leicht rühren lassend; rückhaltlos der Rührung hingegeben [und sie unter Tränen äußernd]
b) übertrieben gefühlvoll

Und Einsamkeit in Zukunft? Also jetzt noch nicht ...

... and the winner is - b Icon_wink

Zitat: Zitat:Ich krümmte keinen Finger, verharrte kauernd auf dem Küchensessel, wo ich mir gerade die Zehennägel pink lackierte.

kauernd klingt ängstlich.

oder ganz einfach unbequem? dass sie nicht gerade erpicht auf eine Konfrontation ist?

Zitat:Immer noch finde ich, dass 23 Uhr Abends für Junge Leute, die auch in einer Bar kellnern nicht sonderlich spät ist. Und sie hat auch keinerlei Vermutung, wer es sein könnte? Andere Freunde?

Wenn man im Feierabend-Modus ist, sprich frei hat, hat man einen anderen Rhythmus. Sie hat nicht mal noch die neue Belegschaft bemerkt - denkst du da, dass ihr wirklich auf die Schnelle mögliche Besucher einfallen?

Zitat:Nimmt sie hier schon an, dass er es ist?
Sie hat gerade soviel rührselig an ihren Ex gedacht. Kein hoffen/fürchten er ist es?

Sie denkt nicht so weit. Wie wir ja wissen, ist sie nicht gerade aufmerksam.

Zitat:körperliche Schmerzen. Doch Angst? Wieso körperliche Schmerzen? du baust hier ganz viel auf und dann ...

Eig war es zunächst nur überspitzt formuliert, aber es würde sich auch anbieten, sie auf Lärm sensibel zu gestalten. Danke!

Zitat:Also hat er wirklich so unglaublich geklopft oder war s nur für sie so?

Er hat wirklich so laut geklopft, damit sie endlich zur Tür kommt.

Zitat:Die Apelle, die ich ans weiterlesen heraushöre, erwecken in mir aber den Anschein, ich soll da eine Liebesgeschichte heraushören, die durch ihre Vergangenheit gefährdet ist. Ich bräuchte da doch etwas mehr Gefühle und mehr konkretere Andeutungen was ihr geschehen ist um einen Bezug zu ihr herzustellen, der mich an sie bindet, und wenn sie so problematisch sein soll, finde ich es noch wichtiger auch die Binnenhandlung außerhalb der Rahmenhandlung anzudeuten, es könnte ihre Ichbezogenheit automatisch abmildern und eben eine weitere Andockstelle liefern, und eine Ahnung davon, worum es denn hauptsächlich gehen soll, wenn das nur die Rahmenhandlung ist.

Puh. Ein reichlich mageres Fazit im Anbetracht der Länge der Anmerkungen davor. Icon_ugly
Du bringst hier auf den Punkt, was ich oben bereits ausgeführt habe: es geht um keine Liebesgeschichte per se. Eine ehemalige Beziehung dient als Ausgangspunkt für die Aufarbeitung eines Traumas der Erzählerin, der nicht nur beziehungsgestört, sondern generell in ihrer Wahrnehmung gestört ist. Dass sie das dem Leser entfremdet, ist tw. gewollt, tw. aber noch verbesserungswürdig. Die eigentliche Handlung wird im weiteren noch konkreter, wie gesagt, ich spiele mich gerne mit Details und lasse mich nicht drängen.

Vielen Dank für deine Zeit und Mühe, die du investiert hast.

LG

Ps.: ich sitze hier schon Stunden dran und es ist dementsprechend spät. Ich hoffe also, dass meine Sätze halbwegs vollständig sind und Sinn ergeben. Falls du jetzt auf die Idee kommen solltest, zu sagen, ich hätte meine Zeit sinnvoller anbringen können, muss ich dich bitten zu schweigen. Du hast dir dieselbe Zeit genommen und obwohl ich mit vielem nicht gleich ziehe, war deine Betrachtung doch wertvoll für die Einschätzung meines Textes. Schreiben ist ein ständiger Prozess, der oft auch nervenzehrend sein kann.