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Wiedervereinigung - Nos Duron - 01-12-2013

Mein erster "lyrischer" Text und etwas übernatürlich angehaucht.



Der Weg ist schwer,
der Gedanke so leer -
ohne Hoffnung.

Allein im Nichts,
vor dem Angesicht
der Welt.

Sah ich dich,
im Sonnenlicht,
so fern.

Wandelnd auf Blumen,
und wollte rufen,
voller Kraft.

Die Stimme versagt,
schmerzhaft verzagt
mein Atem.

Die Träne naht,
mit ihr der Tag
ohne Wiederkehr.

Eine Hand erscheint,
die du mir reichst
voller Liebe.

Sah ich auf,
und blickte hinaus
voller Freude.

Strahlend sah ich,
dein sanftes Angesicht
ganz verlegen.

Zog deine Hand,
so zart und sanft,
voller Ehrfurcht.

Und gingen vereint,
in eine neue Welt
der Ewigkeit.


RE: Etwas neues - Sniffu - 10-04-2014

Jo Nos Duron

Dann will ich mal mit meiner Senftube um dein Gedicht herummalen. Mrgreen Dazu muss ich auch sagen, dass Lyrik und ich auch noch nicht so ein super Dreamteam sind. Deswegen kann ich dir bloß Einschätzungen, was mein Sprachgefühl betrifft, liefern, nicht aber allzu fachmännische Anmerkungen bzgl. Vermaß und ausgefeilter Technik.

Generell mag ich einen wiederkehrenden Aufbau in einem Gedicht, der einen gewissen Rhythmus vorgibt. Du versuchst dies, indem du in einer Strophe 3 kurze Zeilen hast, deren Endvers wie eine Art Zusatz wirkt. Nur leider funktioniert das meistens nicht, da du mit dem Beistrich den Sinn zerstückelst.

Zitat:Der Weg ist schwer,
die Gedanken so leer,
ohne Hoffnung.

Ein Bindestrich würde "ohne Hoffnung" eher hervorheben, wenn du das beabsichtigst. Wie gesagt, finde ich die Lösung mit dem Komma davor eig nicht schön, weil du Stolpersteine reinbringst, die nicht nur störend sind, sondern tw. auch grammatikalisch falsch sind. Siehe nächste Strophe:


Zitat:Allein im Nichts,
vor dem Angesicht,
der Welt.

"Angesicht der Welt" kannst du nicht trennen, da es sich um einen Genitiv handelt.

Zitat:Sah ich dich,
im Sonnenlicht,
so fern.

Hier passt der Beistrich wiederum, weil der Einschnitt, den du zur 3. Zeile machst, mit "so fern" stimmig ist.

Zitat:Wandelnd auf Blumen,
und wollte rufen,
voller Kraft.

Auch hier ist er vertretbar, das "voller Kraft" für sich stehend im Lesefluss das tiefe Einatmen symbolisieren kann, während gerufen wird.

Zitat:Die Stimme versagt,
schmerzhaft verzagt,
mein Atem.

Hier allerdings ist das Komma völlig falsch gesetzt. Du kannst Subjekt nicht von Prädikat trennen.

Zitat:Die Träne naht,
mit ihr der Tag,
ohne Wiederkehr.

In der ersten Strophe benützt du Plural für Gedanken, hier aber erwähnst du nur eine Träne. Ich hätte es umgekehrt gemacht. Einen Gedanken und Tränen, da "Gedanken doch ziemlich nichtssagend sind und sie in der Einzahl besser wirken, weil man sich automatisch fragt, was für ein Gedanke? Und Tränen summiert für die Trauer stehen und an Aussagekraft gewinnen.

Zitat:Eine Hand erscheint,
die du mir reichst,
voller Liebe.

Erscheint die Hand voller Liebe oder wird sie gereicht voller Liebe? Letzteres ergibt für mich mehr Sinn, dann muss aber auch das letzte Komma weg.

Zitat:Sehe ich auf,
und blicke hinaus,
voller Freude.

Auch hier würde ich den letzten Beistrich entfernen. Ja, du möchtest betonen, aber da du das letzte Satzglied sowieso schon in eine andere Zeile setzt, erhält es automatisch extra Gewicht, sodass ein zusätzlich (falsch gesetzter) Beistrich eher kontraproduktiv ist.

Zitat:Strahlend sah ich,
dein sanftes Angesicht,
ganz verlegen.

Wieso plötzlich Vergangenheit? Beim Überfliegen merke ich, dass du zwischen den Zeiten wechselst - ist das beabsichtigt?

Zitat:Und gingen vereint,
in eine neue Welt,
der Ewigkeit.

wieder darfst du "neue Welt der Ewigkeit" nicht trennen.

Mir fällt es schwer das Gedicht einzuschätzen, aufgrund der unterschiedlichen Zeiten. Trauert das Ich einer verflossenen Liebe im Jetzt nach? Oder hat es womöglich noch die Chance auf eine Versöhnung? Spielt sich alles in der Vergangenheit ab? Vl stehe ich gerade nur auf dem Schlauch und bin einfach zu blöd, um die Chronologie zu checken Icon_ugly
Auf jeden Fall ist es eig ein recht nettes Gedicht, wenn du die Beistrichsetzung in den Griff kriegst (und die Zeiten nochmal überarbeitest).

Hoffe, mein Kommentar ist dir eine kleine Hilfestellung.

// Nachtrag: Ist das der Titel oder nur deine Bemerkung, dass es sich hier um einen neuen Text handelt? Jeder Text sollte einen eigenen Titel verdient haben, sollte es sich bei jenem tatsächlich um den richtigen handeln, erschließt sich mir der Zusammenhang nicht so recht.

LG


RE: Etwas neues - Nos Duron - 11-04-2014

Heyho Sniffu,
danke für dein Kommentar.

Zuerst muss ich sagen, dass ich sehr selten in der Lyrik unterwegs bin. Zusätzlich war es einer meiner ersten Versuche und seitdem habe ich mich nicht weiter in der Abteilung aufgehalten. Mrgreen
Der Titel war oder ist ein Platzhalter, da ich eigentlich bei meiner Stimmlage bei sowas meist ohne Titel schreibe. Aber freue ich mich, dass du dich damit befasst hast.

Zitat:
Zitat:Der Weg ist schwer,
die Gedanken so leer,
ohne Hoffnung.
Ein Bindestrich würde "ohne Hoffnung" eher hervorheben, wenn du das beabsichtigst. Wie gesagt, finde ich die Lösung mit dem Komma davor eig nicht schön, weil du Stolpersteine reinbringst, die nicht nur störend sind, sondern tw. auch grammatikalisch falsch sind.

Ich wusste/weiß nicht, wie ich das anders schreiben sollte, die meisten Kommata werde ich dann rausnehmen, und in dem Fall dann einen Bindestrich setzen.
Außerdem änder ich "die Gedanken" zu "der Gedanke".

Strophe 2:
Zitat:"Angesicht der Welt" kannst du nicht trennen, da es sich um einen Genitiv handelt.
Komma verschwindet dann.

Strophe 3:
Bleibt dann unverändert.

Strophe 4:
Bleibt dann unverändert.

Strophe 5:
Werde ich ändern und in Vergangenheit setzen.

Strophe 6
Zitat:
Zitat:Die Träne naht,
mit ihr der Tag,
ohne Wiederkehr.
In der ersten Strophe benützt du Plural für Gedanken, hier aber erwähnst du nur eine Träne. Ich hätte es umgekehrt gemacht. Einen Gedanken und Tränen, da "Gedanken doch ziemlich nichtssagend sind und sie in der Einzahl besser wirken, weil man sich automatisch fragt, was für ein Gedanke? Und Tränen summiert für die Trauer stehen und an Aussagekraft gewinnen.
Die erste Strophe setze ich auf Singular, dann ergibt diese hier mehr Sinn. Danke für den Hinweis. Icon_smile


Strophe 7
Zitat:
Zitat:Eine Hand erscheint,
die du mir reichst,
voller Liebe.
Erscheint die Hand voller Liebe oder wird sie gereicht voller Liebe? Letzteres ergibt für mich mehr Sinn, dann muss aber auch das letzte Komma weg.
Es ist ein übernatürlicher Text, deswegen steht er in "Sonstiges". Die Hand erscheint

Zu den restlichen Strophen kann ich nur sagen, dass ich es abändern werde oder es schon getan hab. Icon_wink

Zitat:Mir fällt es schwer das Gedicht einzuschätzen, aufgrund der unterschiedlichen Zeiten. Trauert das Ich einer verflossenen Liebe im Jetzt nach? Oder hat es womöglich noch die Chance auf eine Versöhnung? Spielt sich alles in der Vergangenheit ab?
Ja, die Zeiten hab ich wohl gründlich durcheinander geworfen.
Zu den Fragen: Jaein. Ja. Ja. Icon_ugly
Derjenige erlangte auf übernatürliche Art seine Liebe zurück und erinnert sich an diese Augenblick, den man/er nicht richtig beschreiben kann. (Obwohl ich genau weiß, was passiert ist.)

Ich habe das damals nach einem Unfall einer Person geschrieben, die mir sehr viel bedeutet hat und spricht dementsprechend mein damaliges Wunschdenken aus.

Wenn noch weitere Fragen, Anmerkungen etc. sind, immer raus damit.

MfG Nos D.