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Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Druckversion

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RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Dreadnoughts - 28-05-2015

Hallo Lanna.

Zitat:also es ist nicht so, dass ich ihn nicht richtig kenne oder er mir fremd ist oder so. Aber er legt halt viel Wert auf Höflichkeit und weigert sich auch, irgendwen mit Vornamen anzusprechen (und besteht darauf, dass man ihm die gleiche Höflichkeit erweist).

Einer meiner Darsteller ist in diesem fiktiven Dingenskirchen da ein Beamter, dessen Inneres größtenteils abgestorben ist. Er hat zwar noch Umgangsformen und Floskeln, aber die Arbeit beherrscht sein Leben. Auch wenn er ein Problem durchdenkt, tut er das meistens so, als wenn er Gesetztestexte studiert oder Paragraphen fallbezogen auslegt.
Mir war klar, dass Federlehrling und der Weltenwanderer dies juristisch besser hinkriegen würden, daher habe ich mich auf folgende Punkte beschränkt: Tatbestand und Rechtsfolge. Also beispielsweise:

§2: Wenn ibi mal Unrecht hat, tritt §1 in Kraft.
(§1: Ibi hat immer Recht.)

Tatbestand wäre also 'Wenn ibi Unrecht hat', somit die Voraussetzung für die Rechtsfolge 'dann tritt §1 in Kraft'.

Diese Vorgehensweise kann man bei fast jedem zu analysierenden Problem anwenden. Das zum Inneren. Desweiteren die Höflichkeitsfloskeln: Schau Dir mal Bescheide an, oder die (nicht ganz ernst gemeinten) Beiträge von o.g. Mitgliedern. Gerade bei den Leserbriefen zu Lästeratopia sind einige vorhanden. Das Beamtendeutsch ist nicht einfach irgendwas, sondern eine eigene komplexe 'deutsche' Sprache, inklusive Höflichkeit als Neutralität und Abgrenzung. Und dieses Beamtendeutsch muss so sein, denn in einem, teilweise auch verschachtelten Satz, muss alles klar und ausführlich und mit allen Eventulitäten versehen sein. Denn Fehler in Bescheiden machen selbigen angreifbar. (Deswegen lesen sich die 'Dinger' auch teilweise recht mühselig.)

Abschließend: Van Deelen ist für mich plastisch und nachvollziehbar.

LGD.


RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Lanna - 29-05-2015

Leute, Leute. Wäre ich gestern Nacht noch online gewesen, hätte es einen weiteren Ausbruch von Hyperpanik gegeben. Ich lag nämlich gerade im Bettchen und entschlummerte, als mir schlagartig bewusst wurde, dass meine gesamte Action-Szene von vor zwei Tagen ausgemachter Blödsinn ist. Weil meine Leute dort, wo sie langgehen (weil sie keinen anderen Weg haben!), bereits einmal langgegangen sein müssen und noch einmal langgehen werden - wenn es tatsächlich keinen anderen Weg gibt. Und dann hätten sie ja schon vorher gewusst, was für ein Trara sie erwartet und sich doch lieber auf den stundenlangen Umweg gemacht.
ABER: Weil ich eh im Bett lag und niemand meine Panik hören konnte, hab ich das hysterische Gekreische übersprungen und mich gleich an die Lösungsfindung gemacht. Und ich habe sie gefunden. Verteilt auf 5 Notizzetteln, die ich nochmal durchgehe und überprüfe, ob das wirklich so klappt. Fürs aktuelle Kapitel spielt es zum Glück noch keine Rolle, deshalb konzentriere ich mich jetzt erstmal darauf.
Ich sag euch, das wäre ein Desaster geworden, wenn mir dieses Problem direkt beim Schreiben der Szene aufgefallen wäre. Ausgerastet wäre ich. Ausgerastet!

@D.
Auf eine "Beamtensprache" wollte ich beim Überarbeiten auch ein bisschen meinen Fokus legen, will es aber auch nicht übertreiben, weil ich diese Sprache zutiefst unsympathisch finde. Oder belustigend. Was in den meisten Situationen kontraproduktiv wäre Icon_ugly

D. schrieb:Van Deelen ist für mich plastisch und nachvollziehbar.
Das freut mich Icon_smile (aber meine Selbstzweifel sind unkaputtbar Icon_ugly )
Im Grunde mag ich ihn ja auch total gerne, aber wenn ich so darüber nachdenke, über Charakterentwicklung, Leserwirkung, Dramaturgie ... da schneidet er meist schlecht ab. Hach, 's ist nicht leicht. Aber der arme Kerl muss sich ja auch mit meinem Masterpiece Nate messen Icon_cuinlove Mrgreen

@Lady
Liest du noch mit? Wie gehts mit der Überarbeitung deines Eliah voran? cookie


RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Eselfine - 29-05-2015

Hallo.

Eigentlich schaue ich gerade nur mal rein, um mir meine Dosis Kochlöffel-Prügel abzuholen und öffentlich darüber nachzusinnen, ob ich eigentlich noch realistische Aussichten auf das Gesamtergebnis habe, das ich von vorneherein als das einzige realistische Ergebnis eingestuft habe. Ergebnis dieses Nachsinnens: Sofern Musik schriftlich nicht schlechter als 10 und Deutsch schriftlich nicht schlechter als 12 Punkte war, ja. Icon_ugly

Die Prüfungen sind hiermit auch geschafft! Jetzt heißt es also nur noch auf die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen warten, sich ein bisschen ärgern, dass ich mich in der Englisch mündlich-Prüfung heute ein bisschen verrückt machen lassen habe (die Erleichterung im Raum war greifbar, als ich vorschlug, man könnte zum Umweltschutz durch das Anlegen eines Gartens und dem Pflanzen von Bäumen beitragen - warum eigentlich bin ich nicht gleich darauf gekommen?). Und schreiben - irgendwie gehen mir nämlich die Ausreden aus.

Mal sehen, ob ich mich in zwei, drei Stunden dazu aufgerafft habe, etwas zu tun. Ich meine, geplant ist ja allerhand, und das schon seit ein paar Tagen.


RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Lanna - 29-05-2015

Also wenn die Prüfungen jetzt vorbei sind, gibts keine lahmen Ausreden mehr! Die armen Kinder in Afrika würden sich freuen, wenn sie Zeit ODER Plan hätten, und du hast gleich BEIDES! Ab an die Tastatur und Wörter produziert, aber zackig Icon_motz Icon_aufsmaul Write

*Kochlöffel auspack*
*losprügel*
*Keks anbiet*

Zuckerbrot und Peitsche war gestern. Hier gibts nur noch Keks und Kochlöffel Mrgreen


RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Lanna - 29-05-2015

Ich bin übrigens fertig für heute. Die Stimmung (in meinem Team) ist momentan echt unten (was gut ist, weil es zum Plot passt), das nimmt mich ziemlich mit. Und der Gedanke daran, was bald passieren wird ... ich meine, ich WEISS, dass dieser Moment kommen wird, schon seit dem 4. oder 5. Kapitel. Er steht schon als Textschnipsel in meinem "Material"-Dokument. Aber ... irgendwie merke ich erst jetzt, kurz bevor es tatsächlich passiert, dass es passieren WIRD. Menno Smiley_frown

Soll heißen: Lief gut heute. Auch wenns nicht so klingt Icon_ugly


RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Saryn - 29-05-2015

So, die letzten beiden Tage war ich aktiv, muss mal schauen ob ich heute noch Zeit habe, da ich noch einiges für die Uni tun muss. Aber notfalls gibt es halt eine Nachtschicht.

Zitat: Wo sind die anderen Schnarchnasen?
Sir, eine Schnarchnase meldet sich zum Dienst, Sir! (Oder wie das bei Frauen heißt …)
Zitat: Passiert euch eigentlich auch manchmal, dass ihr so eine innere Distanz zu euren Charakteren verspürt?
Bei mir ist das vor allen Dingen dann ein Problem, wenn ich ein Kapitel bzw. eine Perspektive längere Zeit nicht mehr anfasse. Das kann leider schon mal passieren, weil ich mitunter in der Handlung hängen bleibe, deutlich schlimmer und anhaltender, als es mir bei Die Stadt passiert ist. Eine Zeit der Dornen ist eine ganze Ecke komplexer und die Pausen sind manchmal notwendig. Nur merke ich dann schon, wie schwer es mir manchmal fällt, die Stimme des Charakters aus den vorigen Kapitel wieder einzufangen. Das ist dann doppelt frustrierend, wenn man nach langer Zeit endlich einen Ausweg aus einer Handlungssackgasse gefunden hat. Inzwischen handhabe ich das so/versuche das so zu handhaben, dass ich an Charaktereigenheiten im ersten Durchlauf einbaue, was mir so in den Sinn kommt und in Überarbeitungen darauf achte, das noch auszubauen oder anzupassen.
Schwierig finde ich es auch immer, nach so langen Pausen wieder in die Charakterentwicklung reinzufinden, damit ich nicht interne Sachen oder Fortschritte wiederhole, die längst schon passiert sind. Ich habe auch festgestellt, dass ich inzwischen für jeden Perspektivträger drei wichtige Elemente wissen muss, bevor die Kapitel fließen: Ich muss wissen, wie seine Stimme ist und wie er denkt. Das ist aber eher weniger wichtig, da ich hier ausbessern kann. Ich muss dazu wissen, wie der Charakter sich intern entwickelt, wie er sich hier und da verhält und wie sich das im Laufe der Zeit vielleicht verändert. Das ist eng verknüpft mit der Handlung der einzelnen Perspektivkapitel, die ich auch im Voraus schon wissen muss, damit ich vorankomme. Im Endeffekt heißt das, dass ich Kapitel oft komplett neu schreiben muss, wenn sich aus den Motivationen und Handlungen der Charaktere andere Subplots etc. ergeben. Ein wenig ätzend, aber im Großen und Ganzen hebt das die Qualität, hoffe ich.
Zitat: Normalerweise erzählt jeder Perspektiventräger bei mir seine eigene Geschichte - aber bei Janis geht es nur um das große Ganze, so als hätte er keine eigene Geschichte zu erzählen.
Darum bemühe ich mich auch, alleine schon, weil die drei Perspektiven zwar alle in der gleichen Stadt sind, aber ganz unterschiedliche Rollen, Ziele und soziale Umfelder haben. Das Ganze ist von einer Geschichte über eine Morde in einer Stadt zu einer Geschichte über eine Stadt geworden, die aus verschiedenen Gründen auf Messers Schneide steht. Und darin eingebettet sind die drei Einzelhandlungen, die zunehmend ineinander greifen.
Ich habe also eher das umgekehrte Problem: Ich habe drei Einzelgeschichten und keiner will sich um den Hauptplot kümmern :D

Zitat: Auf der anderen Seite hab ich dann einen Perspektiventräger, der zu introvertiert ist.
Das Problem habe ich auch. Wenigstens zwei meiner POVs sind viel in ihren Köpfen unterwegs. Da muss ich noch das richtige Maß finden, da meine Charas in der Regel eher intro- als extrovertiert sind. Ich sage mir aber einfach immer wieder, das sei ein Problem für die Überarbeitung :D

Zitat: Da frage ich mich in letzter Zeit oft: Stört es beim Lesen, wenn die einzelnen Perspektiventräger ganz unterschiedliche Persönlichkeiten sind und somit ihre eigene Art haben, die Geschichte zu erzählen (oder gar hauptsächlich ihre eigene Geschichte erzählen), ihren Fokus auf ganz andere Dinge legen als die anderen und sowas
Also mich stört das gar nicht, im Gegenteil. Wenn das gut gemacht ist (woran ich bei dir nicht zweifle)), dann ist das das spannendste überhaupt. (Gut, ich habe das gleiche vor, deshalb bin ich sicherlich befangen :D). Es gibt nichts langweiligeres als einen allwissenden Erzähler, der einfach alles aus der gleichen Perspektive betrachtet und bei dem es keine Nuancen gibt.
In „Eine Zeit der Dornen“ versuche ich das dadurch zu verstärken, in dem ich zentrale Motive habe (die Stadt, die Menge …), die von den drei Charakteren ganz unterschiedlich aufgefasst werden. Für den einen ist die Stadt die Heimat, die Menge, der Lärm, der Gestank ist für ihn eine wärmende Decke, ein Gemisch, in dem er sich lebendig fühlt, umso mehr, wenn er im Laufe seiner Handlung sich auf einmal auf Distanz zu all dem befindet. Für einen anderen Charakter ist die Stadt neu, aufregend, aber auch abschreckend in vieler Hinsicht. Er kommt aus einem behüteten Umfeld, ist mit Geschichten und Gleichnissen groß geworden und so begeistert er auch ist, so oft stößt ihn auch fort, was er erlebt. Der dritte Charakter … joa, die macht sowieso ihr eigenes Ding. :D

Zitat: Gerade wenn die Kapitel nicht so lang sind und dann viel gewechselt wird - wenn ein Kapitel hauptsächlich aus Dialog besteht und der Erzähler viel beobachtet, was andere tun - und das nächste quasi fast nur Dinge erklärt, die irgendwann mal geschehen sind - und wiederum das nächste ist voller Emotionen und viel mehr auf Zwischenmenschliches gerichtet als auf das eigentliche Geschehen vor Ort.
Früher mussten meine Kapitel immer strikt chronologisch sein, von A nach B, der Einstieg war dann der chronologisch passende, nicht der beste. Inzwischen springe ich hin und her, es wird Vergangenheit wieder in Erinnerung gerufen. Im Kern ist das immer noch alles chronologisch aber weniger strikt und ich kann den interessantest-möglichen Einstieg wählen und von da aus mal hierhin, mal dahin navigieren. Ich „erkläre also auch viele Dinge, die irgendwann mal geschehen sind“, aber ich versuche das immer in eine gegenwärtige Handlung einzubetten. Es gibt also keine „A long, long time ago …“ Kapitel, die komplett in der Vergangenheit spielen.

Zitat: Ich denke zum Beispiel, mit Yelena und Nate hätte ich auch eine eigene, ganz andere Geschichte erzählen können. Eine emotionale, dramatische Liebesgeschichte. Aber die ist jetzt nunmal in Kumen-Esh drin, neben der von dem Typen, der langsam irre wird, und neben der von dem Typen, der seinen persönlichen Überlebenskampf ausficht.
Meine völlig unnütze Faustregel lautet in diesem Fall: Alles rein, was sich organisch reinfügt oder Charaktere derart vertieft, dass es hilft, Handlungen und Entscheidungen zu verstehen, alles raus, was Füllmaterial ist.

Zitat: Oh Mann, ich will das Ding fertig haben
Ich will auch, dass du das Ding fertig hast Icon_wink


RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Dreadnoughts - 30-05-2015

Hallo zusammen.

Gestern noch 819 Wörter auf die Tastatur gepinnt, heute (bis jetzt) 1672.
Durch die jeweiligen Überarbeitungen während des Schreibens habe ich das genaue Zählen aus den Augen verloren. Ich mache also eine Gesamtabrechnung und ermittle dann die durchschnittlichen Zahlen, okay?

Oh, und spontaner Einfall @Lanna:
Mrgreen
Ich muss ja immer überlegen, wie Forennamen (der Darsteller in der Geschichte) zustande kommen. Bei Dir hatte ich ja als Idee La Anna, also L'Anna. Weil diese Person jemanden auf Französisch zusammen gestaucht hatte. Und vor einigen Minuten ist mir auch eingefallen, was diese L'Anna damals gesagt hatte. (*GGG*)
"Otez vos mains de moi reckigen - vous singe stupide!"
(Hoffe, richtig. Mein Französisch ist etwas eingerostet.)

Ich weiß: Ich grinse gerade wie verrückt. Hier die Übersetzung:
"Nimm Deine stinkenden Pfoten von mir, Du blöder Affe."
Original gesagt von Astronaut Taylor aus dem 1968er Planet-der-Affen-Filme.

Mrgreen
(Ey, wie geil ist das denn? Icon_jump hurra )

* Dreadnoughts aktualisiert die Liste mit den Querverweisen.

LGD.


RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Dreadnoughts - 30-05-2015

Oh, und kleine Zusatzinformation:

Ich reiche hiermit eine Schreibpause ein, und zwar von heute Abend 20:00 Uhr bis - HOFFENTLICH - morgen Abend. Pokalfinale. Und bei einem Sieg werden wir hier - so wie es sich gehört - in der Innenstadt sein. Bisschen feiern. Mrgreen

LGD.


RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Dreadnoughts - 30-05-2015

Okay, ... Ziehe den Antrag auf Schreibpause zurück.

Smiley_frown

Was für eine verkorkste Saison.

Smiley_frown

D.


RE: Das 10. MotivationsProjekt (Anmelde- und Plauderthread) - Saryn - 31-05-2015

So, heute doch noch was geschafft, wenn auch unterhalb des Pensums. Bin trotzdem stolz und hoffe, es ist ein Zeichen dafür, dass ich endlich aus dem Loch raus bin.

@Schreiberlinge
Habt ihr für euch schon den besten Arbeitsprozess gefunden oder stellt ihr fest, dass sich immer noch verändert, wie ihr schreibt, auch drastisch?

Ich frage, weil ich feststelle, dass ich bei "Eine Zeit der Dornen" nicht nur anders schreibe - bezogen auf den Rhythmus aus Planung, Schreiben, Korrektur - als bei "Die Stadt", sondern tatsächlich anders schreiben muss. Wo es bei "Die Stadt" gut funktioniert hat, einfach zu schreiben und die Ideen sich entwickeln zu lassen, ehe eine Überarbeitung alles auf klarere Linie gebracht (und die Linie um 100+ Worte gekürzt) hat, geht es mir aktuell ganz anders:
(1) Ich schreibe ein Kapitel, mehr oder weniger am Stück.
(2) Dann überarbeite ich, wobei sich die gesamte Struktur der Handlung noch ändern kann, zentrale Ideen und die einzelnen Plotpunkte aber bis auf kleine Ausnahmen erhalten bleiben.
(3)Dann beginne ich das nächste Kapitel.
(4) Oftmals kehre ich zum vorigen Kapitel zurück und nehme noch einmal größere Veränderungen vor. Das ist darin begründet, dass einige Elemente der übergreifenden Handlung im bereits begonnenen nächsten Kapitel klarer geworden sind und Modifikationen und etwas mehr Zielstrebigkeit, aber auch Änderungen an Dialogen, Handlungsorten, -abfolgen und Personenkonstellationen zulassen. Dieser Punkt ist in der Regel eine Variante von (2).

Eventuell kann ein weiterer Schritt eintreten und das zu jedem beliebigen Zeitpunkt nach Abschluss des Kapitels (aber eher nach Abschluss des darauffolgenden):
(a) Ich gehe zurück und kürze ein Kapitel massiv, allerdings eher nicht inhaltlich, sondern schlicht um die Wortzahl in den selbstauferlegten Rahmen zu bringen.
(b) Eine extremere Variante von (a): Ich gehe zurück, kürze und fasse zwei Kapitel (jedes vorher ~4000) auf ein einziges Kapitel (~5000) Wörter zusammen. Habe ich bisher erst einmal gemacht, aber ich bin darauf vorbereitet, es noch öfter zu tun.

Das klingt alles extrem katastrophal und tatsächlich ist es mit ein Grund, weshalb ich selbst für meine Verhältnisse so langsam voran komme, aber ich muss sagen - soweit ich das bisher einschätzen kann/wage - ich bin mit dem Ergebnis bisher zufrieden. Zudem sehe ich auch gar keinen anderen Ausweg, wenn ich die - im Vergleich zu "Die Stadt" - deutlich gesteigerte Komplexität von Inhalt und Struktur stemmen will.

@Schreiberlinge (Anschlussfrage)
Erlegt ihr euch Limits auf, was die Länge eurer Kapitel angeht? Zeichen, Wörter oder Seiten?

Habe mich für dieses Projekt dafür entschieden und fahre sehr gut damit. Ich schwafle und meander (?) deutlich weniger, wenngleich noch immer mehr als gut für mich ist Icon_ugly


@Dread:
Ich fühle mit dir. Hab das Spiel gestern auch gesehen im Kreis eiserner Dortmundfans und nach sehr ausgelassenen 20 Minuten wurde es bald sehr schnell und sehr andauernd still. Nicht der Abschied, den man sich gewünscht hätte.

@Lanna:
Hab gerade mal deine Pinnwand durchstöbert, nachdem ich ja länger nicht hier war. Mensch, das klingt alles sehr gut. Ich bin richtig begeistert, dass du so gut voran kommst. Wie gesagt, das eBook bestelle ich hiermit vor ReadIcon_wink
Und danke für den Link zu Tom Hillebrands 10 Regeln. Lese so etwas immer gerne und der einleitende Absatz darüber, wie Bücher immKopf entstehen und warum man das nicht in Worte fassen oder jemandem erklären kann, trifft genau ins Schwarze.