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Atlantis (I/III) - Druckversion

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Atlantis (I/III) - Dreadnoughts - 19-11-2016

A T L A N T I S
(I/III)
(31.12.2005; 22:44 Uhr)

Irgendwann stirbt alles.
Zuerst die Automatismen.
Einatmen. Und ausatmen.
Er saß im dunklen Inneren eines Autos, mit dem Hintern auf einem unbequemen Beifahrersitz. Von unten aus dem Fußraum strömte warme Luft an seinen Beinen nach oben. Seine Augen registrierten die nasse Windschutzscheibe, deren Scheibenwischer monoton zur Seite und wieder runter gingen, bevor neue Wassertropfen das Glas trafen. Einzelne Ausschnitte, klar erkennbar, bevor sie wieder verregneten.
Kleine Bilder. Mit Schlieren durchzogen. Durch die Scheibe scheinbar weit entfernt, doch die wenigen Millimeter des Glases konnten mit einem geeigneten Gegenstand - Steine oder andere Wurfgeschosse - viel zu schnell durchschlagen werden. Kein wirklicher Schutz, das wusste er. Sich daran zu klammern, brachte nichts.
Einatmen. Ausatmen, dachte er. Ruhe bewahren.
Das Radio verkündete gerade die aktuellsten Meldungen, während der Duft eines Wunderbäumchens in seiner Nase perlte.
"... nun die aktuellen Meldungen des ODR aus dem Bundesland Ostpreußen", sagte eine weibliche Stimme betont freudig. "Im Königsberger Schloss ist die Silvesterfeier in vollem Gange. Sie ist eine der wichtigsten des ganzen Landes. Nicht nur zahlreiche Ehrengäste aus der Europäischen Gemeinschaft sind hier und heute in der östlichsten Großstadt zu Gast, sondern auch Vertreter der UdSSR. Alle zusammen warten mit Spannung auf den Mitternachtswechsel, wenn aus der Reichsverfassung das neue Grundgesetz, und aus dem Deutschen Reich die Bundesrepublik Deutschland wird."
Die Meldungen perlten von ihm ab, wie die Wassertropfen an der Scheibe. Viel zu oft schon hatte er es die letzten Tage und Wochen gehört. Vor allem aber in den letzten Stunden, bevor er in diesen Wagen gestiegen war. Seitdem rebellierte wieder sein Magen, seine Hände zitterten leicht und auch sein Herz hinterließ flatternde Gefühle, wobei es weder am Wagen selbst, noch am Fahrer neben ihm lag. Eher daran, dass er wieder für diese Stadt arbeiten musste. In einem Bundesland, das einer Insel im Meer der Warschauer Paktstaaten glich und irgendwann unweigerlich im Kommunismus ertrinken würde. Entkommen konnte man dem nur, wenn man einen Sitzplatz in einem Flugzeug von Devau bekam, an Bord eines Schiffs von Pilau aus - oder mit dem Zug eine der Transitstrecken quer durch die Volksrepublik Polen befuhr.
Nein, er hatte sich bereits gedanklich schon vor einer Ewigkeit von diesem Ort verabschiedet. Er war froh darüber, bald ein neues Leben anfangen zu können, und zwar dort, wo er wirklich Zuhause war.
Hier und jetzt war er nur ein Robinson-Crusoe, der auf Rettung wartete. Ein Überlebender seiner eigenen Katastrophe. Ein Fremder in einer fremden Welt.
Das Zittern in den Fingern nahm wieder zu.
Konzentration, dachte er und ballte die Hände zu Fäusten, während seine Augen weiter die Windschutzscheibe durchbohrten. Unablässig, als wollten sie alles, was dort draußen existierte mit einem bösen Blick vertreiben.
Was die Nacht vom Tage übrig gelassen hatte, wurde vom schmutzigen Licht der Laternen eingefangen. Umrahmt von den Neonleuchten der protzigen Werbetafeln, den blinkenden Schildern der Spelunken und Sex-Shops, die müde ihr Dasein fristeten, während Zwielichter ein und aus gingen. Ein angenehmer Geruch für einen dunklen Ort waberte am halb offenen Fenster vorbei und zog sich ungefragt ins Fahrzeuginnere. Süsslich und schwer. Der Sommer im Sonntagsstaat auf Stippvisite.
"Ebenfalls mit Spannung wird der erste Tag des totalen Nichtraucherschutzes erwartet. Das Schlossmanagement hat bereits für die Silvesterfeier ein Tabakverbot ausgesprochen. Das Ordnungsamt ist mit mehreren Beamten im Einsatz, die gegen Zuwiderhandlungen vorgehen sollen", sagte die Radiofrau gerade. "Dazu äußerte sich der Initator der Anti-Rauch-Kampagne wie folgt: <Das war längst überfällig. Allerdings sind diese Vergehen nicht als Ordnungswidrigkeiten zu ahnden, sondern stellen Straftaten dar. Die Täter sind schonungslos zu verhaften, denn es sind immer noch viel zu viele Opfer, die sich dem beißenden, stickigen Qualm aussetzen müssen. Gut, dass das alte Jahr so vorausschauend en->"
Der Fahrer schaltete das Radio abrupt aus.
"Scheiß Verbote", murmelte er und schaute zum Beifahrer hinüber, der allerdings keinerlei Reaktion zeigte. "Hey, Ceylan?"
Nichts. Der Angesprochene starrte nur weiter apathisch durch die Frontscheibe, durch die Nacht, mit den bröckelnden Fassaden, den halbseidenen Türstehern, den umgeworfenen Mülltonnen auf dem Bürgersteig, den zerfetzten Zeitungen.
Und durch die roten Rücklichter der Autos vor ihnen. Bis in den Kofferraum hinein, wo das lag, weswegen manche Gestalten an den Beifahrertüren standen. Die Rauschmittelverkäufer lagen am Rand des Wahrnehmbaren und er konnte sie da draußen bewusst ausblenden, bewusst ignorieren, wie er alles wegdenken, sich sogar wegträumen konnte.
Zurück zu einem Ort ganz weit weg von hier, obwohl jedes Navigationsgerät die Entfernung mit einigen hundert Kilometern anzeigen würde. Zu einem Nirgendwo an der Mosel. Weinberge. Hohe und steile Berge. Hupende Bahnen. Vorbeifahrende Containerfrachter. Und eine Stadt durchzogen von steilen Straßen und Gassen, die größtenteils quer zum Berg verliefen.
Ganz anders als hier: Gartenstadt. Ein heruntergekommener Vorort, den die Russen im letzten Krieg fluten ließen, als die Alliierten sich anschickten, die Stadt zurückzuerobern. Damals noch weitaus schöner anzusehen als heute. Zumindest, wenn man den Doku-Serien glauben konnte, denn heute war Königsberg nicht mehr als die dreckigste, unfreundlichste und gefährlichste Großstadt. Das dunkelste Loch des Reichs. Tröstlich blieb der Gedanke, dass noch weiter nach Osten die UdSSR anfing. Und die war selbst ein Loch für sich.
Verdammter Moloch, dachte er, obwohl er nichts mehr dabei fühlen konnte.
Sogar ein Loch im Nichts hatte ein Innenleben, im eklatanten Gegensatz zu ihm selbst, wo nur die Leere präsent war. Das lebhafte und unbekümmerte Damals seiner Jugend war Jahrzehnte entfernt, und vom Gefühl her sogar nicht mehr auf einer Landkarte zu finden. Alles, was ihn je ausgemacht hatte, die Sprache, das Lebensgefühl, die innere Ruhe, war weg. Unwiederbringlich aufgesogen vom Leben.
"Hallo?", fragte der Fahrer und in seiner Stimme schwangen dabei Partikel aus Sorgen mit.
"Alles in Ordnung, Ludger", murmelte Ceylan und konzentrierte sich auf sein verschwommenes Spiegelbild mit den dichten gelockten schwarzen Haaren, dem eher schmalen Gesicht, dessen sonnenbraune Hautfarbe im Spiegelbild nicht wirklich zu sehen war. Schmale Lippen, die Augen stumpf, die Ohren klein. Dafür mit einer Nase wie ein schnittiger Schiffsbug, nur umgedreht.
"Du wirkst geistesabwesend", meinte der Fahrer, der nur am Blickfeldrand auftauchte.
Wie eine Silhouette, eine Kontur, ein Nichts und Niemand, wenn man nicht genauer hingeschaut hätte. Eine durchschnittliche Größe, obwohl selbst das größer als Ceylan bedeutete. Die Haare noch schwarz, obwohl sich an einigen Stellen bereits das Grau der Zeit hineinschlich. Er trug eine Bomberjacke und eine schwarze Cargohose, die in ebenso dunkle Stiefel mündete. Auf dem Rücken waren einige Buchstaben zu erkennen, die zusammen FREMDENAMT KÖNIGSBERG ergaben, allerdings in der Position nur schwer zu erkennen waren.
"Ich wirke ... wie?"
"Geistesabwesend." Ludger tippte ihm ans linke Bein. "Ganz ehrlich: Hast Du Schlaftabletten genommen?"
Der Beifahrer schloss kurz die Augen, um die Verbindung zu unterbrechen, um sich von all dem, was er da draußen in sich selbst sah, einfach auszublenden. Dann ein hörbares Ausatmen.
"Nein", sagte Ceylan. "Ich nehme nichts, das weißt Du doch."
"Sieht aber ganz anders aus", antwortete der Fahrer, tippte auf dem EMW-Emblem des Schaltknaufs herum und wartete auf das Grün der Ampel. "Scheiße Mann, Du musst klar im Kopf sein, sonst wird das nichts."
"Ja ja, Ludger", murmelte Ceylan und vom Tonfall hätte es auch ein "Ja Papa" sein können.
"Ja Ja heißt: Leck mich am Arsch!", fauchte der Fahrer. "Verdammt, ein bisschen Professionalität wäre jetzt nicht verkehrt."
"Dann hättest Du jemand anders anrufen müssen", sagte Ceylan.
"Und wen?" Ludger zeigte auf die Welt hinter der Windschutzscheibe. "Es ist Silvester. Und nur Du bist ans Telefon gegangen."
"Leider."
Sie schwiegen, während Ceylan an sich herabsah. Sein drahtiger Körper steckte in einer Hose mit Beintaschen und einem dicken Pullover. Beide schwarz wie die Nacht. Auf seinem Schoß lag seine alte verblichene Windjacke ordentlich zusammengelegt, auf dessen Rücken in großen Lettern JUGENDAMT KÖNIGSBERG stand. Zum Glück für die Gestalten da draußen konnte man es so nicht sehen. Und auch das Auto, ein EMW 330D, trug weder verräterische Indizien an den Türen, noch zeugte das Kennzeichen von der Zugehörigkeit zum Magistrat der Stadt. Ein ganz gewöhnliches Übergangszeichen 'KP-W-359' gaukelte den Typen da draußen Normalität vor.
"Stimmt", murmelte Ludger, mehr zu sich, als zu Ceylan. "Ich hatte gehört, dass Du die Stadt verlässt."
"Ja. Und zwar übermorgen."
"Und dann?"
"Dann werde ich den Transitzug durch die Volksrepublik Polen nehmen und diesem verschissenen Moloch entfliehen."
"Sehr drastisch ausgedrückt", meinte Ludger. "Und das heißt?"
"Das heißt, dass das Bundesland Saarland-Pfalz mich in seine Dienste übernehmen wird", antwortete Ceylan, und fügte hinzu: "Als Leiter des Kupferbergwerks in Fischbach, das Anfang Februar stillgelegt und dann im Sommer für Besucher freigegeben wird."
"Machst Du dann auch Führungen?"
Ceylan nickte, und es war ein erleichterndes Nicken. Gleichzeitig bedeutete es einen Anflug von Normalität, und nicht nur, weil er seine 'alte' Arbeit bestens vergessen konnte.
"Habe schon alles gelernt", sagte er, während Ludger den Wagen von der Hauptstraße in eine der dunkleren Nebenstraßen lenkte. "Wie Kupfer mit Handarbeit gewonnen wurde, wie es aus dem Berg kam, wieso die Menschen damals so groß wie Zwerge waren ..."
"Zwerge?"
"Ja. Lag am Arsen, dass vor allem die Kinder und Frauen beim Brennen einatmeten: Es verhinderte das weitere Wachstum."
Ludger nickte geistesabwesend.
"Ich dachte immer, dass Du zu uns ins Fremdenamt kommst."
Ceylan schüttelte den Kopf.
"Nein, die Personalabteilung hatte mich bei euch stellentechnisch nur zwischengeparkt", sagte er und fügte hinzu: "Für die Dauer der psycho-therapeutischen Behandlung."
"Wieso eigentlich?"
"Wieso was?"
"Die Behandlung", sagte Ludger. "Die lange Krankschreibung." Und als Ceylan hörbar einatmete, beeilte er sich hinzuzufügen: "Geht mich eigentlich nichts an, nur interessehalber."
"Hm."
"Du warst im Jugendamt. Lange Jahre, direkt nach dem Studium."
"Ja."
"Versteh mich nicht falsch", meinte Ludger. "Ich bin der Amtsleiter, aber selbst dem wird heutzutage nichts mehr gesagt. Vor allem, wer die Leute sind, woher sie kommen und was für ein Problem sie haben. Ich muss es immer nur akzeptieren."
"Ich ... habe kein Problem."
"Kein Problem mehr?"
"Ist das eminent wichtig für den heutigen Ausflug?"
Ludger hob eine Augenbraue, dann lenkte er den Wagen nach rechts in eine Parklücke (in Fahrtrichtung) zwischen zwei anderen Fahrzeugen.
"Pass mal auf Ceylan", sagte er und drehte sich zu ihm um. "Mich interessiert es sehr, wie mein Partner - und sei es nur für ein paar Stunden - tickt, denkt und welche Probleme er hat."
Ceylan wollte etwas erwidern, doch Ludgers rechte Hand erhob sich gebieterisch.
"Mir ist es dabei völlig gleich, wie er aussieht, heißt, wann er furzt oder mit welcher Mutti er ins Bett springt, kapiert?"
Der Motor tuckerte noch im Leerlauf und die Welt strömte gleichgültig an den Türscheiben vorbei, während Ceylan ergeben seufzte.
"Das hast Du jetzt sehr drastisch ausgedrückt."
"Dafür bin ich leider berühmt."
"Glaub ich gerne."
"Und?"
Ceylans Finger verharkten sich ineinander. Stocksteif.
"Hm", sagte er und suchte nach einem richtigen Anfang, bevor er monoton begann. "Hatte eine Anpassungsstörung nahe PTBS." Er hielt kurz inne. "Zusammen mit einem Burn-Out. Und einer depressiven Episode."
Ceylan hätte ein "Herzlichen Glückwunsch" seitens Ludgers erwartet, doch der Fahrer lenkte den Wagen wieder auf die Straße.
"Die Kunden?", fragte er nach einer endlos langen Sekunde und bog aus einer kleinen Gasse in eine größere ab. "Oder der Magistrat?"
Ceylan schwieg im ersten Moment. Man konnte es förmlich spüren, wie sein Körper sich innerlich verkrampfte. All das, was er mit dem Doc in den letzten Monaten erfolgreich verarbeiten konnte, tauchte wieder wie ein großes schwarzes Loch vor ihm auf und gierte nach seinem letzten Atemzug
"Jeder Mensch, ob jung oder alt, ist eine Welt für sich", murmelte er schließlich. "Und es waren zuviele Welten, die meine eigene versiegen ließen."
Stille, während draußen die Realität stumm an den Fenstern vorbeiglitt.
"So habe ich das Jugendamt noch nie gesehen", meinte Ludger.
"Mein Doc ist kleiner Lyriker", murmelte Ceylan, wollte noch was ergänzen, brach dann aber mit einem halben Kopfschütteln ab. "Wieso wolltest Du das wirklich wissen?"
"Weil ich gute Leute gebrauchen kann", sagte Ludger. "Denn den Job im Fremdenamt will auch niemand übernehmen."
"Ist wohl auch eine Hölle für sich."
"Ja, leider."
"Und warum ich?", fragte Ceylan. "Weil ich bereits einen an der Bimmel habe? Oder weil ich ein Türke bin?"
Ludger stöhnte.
"Ja, Du bist, verzeih mir den Ausdruck, ein gebranntes Kind", antwortete er. "Du bist einer der wenigen, die sich für diese Art Jobs nicht zu schade sind und anpacken können." Und nach einer kleinen Pause. "Aber Du bist kein Türke."
"Nicht?"
"Nein."
Ceylan blinzelte verwundert.
"Und wie kommst Du darauf?"
"Hast Du die deutsche Staatsangehörigkeit?"
"Ja."
"Na siehste."
"Aber darum geht es doch gar nicht."
Ludger schüttelte den Kopf, während er vor einer weiteren roten Ampel hielt.
"Du hast von Geburt an die Staatsangehörigkeit von Saarland-Pfalz. Damit hast Du auch die deutsche", sagte Ludger. "Und falls das noch nicht genug für Dich ist: Du bist einer von uns."
"Wie meinst Du das?"
Ludger tippte sich an die Brust.
"Du bist auch in Deinem Herzen Deutscher."
"Versteh ich nicht."
"Sprech ich türkisch?"
Schweigen breitete sich aus.
"Es ist also egal", fragte Ceylan schließlich, "dass die meisten Menschen eher einen Türken in mir sehen?"
"Als ich das letzte Mal in die Reichsverfassung geschaut habe, stand da nichts davon, wie ein Deutscher aussehen soll." Er schaute demonstrativ auf seine Armbanduhr. "Und das war gestern Mittag, als ich wieder einen Schwung Abschiebungsanordnungen geprüft habe."
"So einfach ist das für Dich?"
Ludger nickte.
"So einfach ist das."

Für Ceylan war das bis jetzt der sonderbarste Tag des ganzen Jahres.
Vorhin hatte er noch auf Umzugskartons gesessen, in einer viel zu kleinen Wohnung, deren Wände nur noch kahl waren. Die Matratze war noch da, lag mitsamt Bettzeug vor dem Fernseher, der auf einem Sprudelkasten stand. Doch was auch immer dort für Sendungen abgespult worden waren, es war nur geistiges Hintergrundrauschen und perlte förmlich an seinen Ohren ab.
Stattdessen hatte er mit leeren Augen permanent durch die beiden Fenster geschaut, hinaus auf das sterbende Jahr, wo die Wolken zunahmen. Und der Tag ab.
Seine Gedanken taumelten wieder, frei wie wild, springend von einem Punkt zum anderen, von einer Verknüpfung zu anderen Bildern. Allesamt führten weg von dieser Stadt, diesem Land und mündeten über Umwege alle in ein altes Bergwerk aus dem Mittelalter. Und darüber hinaus.
Ein neues Auto? Vielleicht wieder eine Gefährtin für die Untiefen des Lebens?
Er sah sich schon Untertage, als Führer einer Besuchergruppe, bewaffnet nur mit einer alten Öllampe aus eben dieser Zeit. In einer Welt, in der es niemals Tag werden würde. Manchmal hatte er sich gefragt, wie es wieder sein würde, die Weinberge hochzukraxeln, sich für eine Strecke von wenigen Kilometern stundenlang durch die Lande zu bewegen, bis man so weit oben stand und einen atemberaubenden Blick auf das Tal mit der Mosel haben würde.
Aber würde, hätte, wäre waren Wörter, die erst noch geboren und mit Leben gefüllt werden mussten, und zwar seinem neuen Leben.
Stattdessen hing er hier in einem EMW und fuhr durch die Nacht, ohne das Ziel zu kennen. Der Weg vor ihnen mäanderte, wie schon so viele vor ihm, als sie aus Gartenstadt nach Ponarth kamen.
Die Häuser veränderten sich. Fassaden, die vorher noch vom individuellen Stil aus dem letzten Jahrhundert zeugten, wurden glatter und schnörkelloser.
Keine Goblins mehr auf den Dächern. Keine Verzierungen an den Fenstern. Keine wohlgemeinten und gottesfürchtigen Sprüche mehr über den Hauseingängen. Anfangs waren selbst die Bürgersteige noch sauber und ordentlich, aber mit zunehmender Fahrt wurden die Platten schief. Löcher klafften wie fehlende Zähne im Gebiss des Betons, nur provisorisch mit achtlos hingeworfenem Teer gefüllt. Unkraut gesellte sich aus der Tiefe zu dem Inhalt der umgekippten Mülltonnen hinzu, und auch die Fahrzeuge am Straßenrand zeugten mehr von Gewalt als Frieden: Verbeult, mit eingeschlagenen Fenstern oder bereits durch Feuer stark in einen Klumpen Schwarz geformt.
Eine Fahrt durch Chaos und Anarchie.
Und mit jedem Vorort mehr verlor die Welt ihren Charme, wurde aus einer alten ehrwürdigen Stadt ein riesiger Müllhaufen, in dem Recht und Gesetz nur schöne Worte auf Papier waren.
Ceylan starrte weiter durch die Windschutzscheibe. Doch die dunkle Welt dort draußen drang nur bis zur Netzhaut und verpuffte wirkungslos an seinem Geist, der abwesend im Gestern hing.
Viel zu viele Gedanken, die unsortiert und unstrukturiert ihre Bahnen durch die Gehirnwindungen zogen. Bilder, von banal bis grotesk. Fetzen von Gesprächen, von abstrus bis tiefsinnig. Immer dabei die kleinen Fragen des Lebens, die auf dem Gang durch den Alltag aufgeschnappt wurden und nun ihr tristes Single-Dasein in seiner inneren Enzyklopädie fristeten: Wer oder was steuert die Atmung? Ist es nicht seltsam, wie sehr sich der Klang eines Wortes verändert, wenn man es mehrmals hintereinander sagt?
Und warum, dachte er, haben die meisten Menschen braune Augen, und die wenigsten blaue?
"Das liegt daran, dass die meisten Menschen heutzutage Nachfahren der afrikanischen Ureinwohner sind", antwortete Ludger plötzlich. "Die blauen Augen dagegen sind von den europäischen Ureinwohnern, von denen es damals schon kaum noch welche gab."
Ceylan runzelte die Stirn und starrte seinen Nebenmann an.
"Ich hab wieder laut gedacht, oder?"
"Jepp."
"Scheiße."

Die klare Nacht verschwand schlagartig und es wurde nebelig. Ceylan wusste nicht, ob es am wechselhaften Wetter lag, oder an den grauen Schwaden, die über den Boden krochen und die großen und kleinen Mülltonnen beinahe zärtlich zudeckten, die entweder mit halboffener Klappe herumstanden oder erschlagen am Boden lagen und den Inhalt auf den Bürgersteig kotzten. Der Gestank erreichte sogar das Innere des EMWs, als Ludger in die letzte Straße einbog, die gerade wie leergefegt zu sein schien.
"Übel", murmelte Ceylan und hielt sich die Nase zu.
"Keine Panik", meinte Ludger. "Das wird noch besser."
"Und wie?"
Aus dem Halbdunkel der Nacht, jenseits des trostspendenden schmutzigen Laternenlichts tauchte ein grün-weißer Wagen auf. Mit blauem Blinklicht auf dem Dach, das aber ausgeschaltet war.
"Das?", fragte Ceylan und zeigte auf eine einzelne Gestalt vor dem Polizeiwagen, der zwischen anderen Fahrzeugen auf dem Parkstreifen am Fahrbahnrand stand. Mit dem Heck Richtung Straße. "Das ist nicht besser, sondern lebensmüde."
Ludger lachte leise, dann parkte er den EMW in eine freie Lücke etliche Meter rechts des anderen Wagens, der sich als Vauxhall Astra Kombi heraustellte.
Eine Umdrehung mit dem Zündschlüssel, dann starb der Motor.
"Greifst Du mal bitte ins Handschuhfach?", fragte Ludger und zeigte mit der rechten Hand dorthin.
Verdutzt öffnete Ceylan das Fach und runzelte die Stirn, als er sah, was im Inneren lag.
"Das ist nicht Dein Ernst", murmelte er. "Wie kommt denn bitte schön eine Knarre hierhin?"
"Das ist meine alte Dienstwaffe", antwortete Ludger und hielt ihm fordernd die Hand hin. "Stammt noch aus der Zeit, als das Fremdenamt zur Polizei gehörte."
"Du warst ein Bulle?"
"Eher bewaffneter Verwaltungsbeamter."
Ceylan griff nach der Waffe und hielt sie ihm mit spitzen Fingern hin.
"Bitte schön", meinte er angewidert, als Ludger die Pistole unter seiner Jacke in den Halfter gleiten ließ.
"Hast Du ein Problem damit?"
"Ich hab ein Problem mit Waffen."
"Hattest Du nicht bei der Reichswehr gedient?"
Ceylan winkte ab.
"War am Ende nicht mehr mein Fall."
Ludger nickte erst, dann öffnete er die Tür.
"Waffen töten keine Menschen", meinte er beim Aussteigen. "Nur Menschen töten Menschen."
Dann stieg auch Ceylan hinaus in die nebelige Nacht, streckte sich und bemerkte, wie sich die Person, die sich mit dem Hintern an den Kotflügel des Vauxhalls gelehnt hatte, in Bewegung setzte.
Doch je näher sie kam, desto verdutzter wurde er, während Ludgers Grinsen immer breiter wurde.
"Ich träume ...", murmelte er leise.
"Du träumst nicht."
"Dann alpträume ich."
"Mit p oder b?"
"Scheißegal."
Die Person war nicht groß, nicht klein - sie hatte eher dieselbe Größe wie sein Nebenmann. Der Körper steckte in einem grünen Kampfanzug mit Schutzweste, unten waren schwarze Stiefel zu sehen und auf dem Kopf ein grünes Barett mit Reichsadler.
Es war nicht so sehr der Spruch "Schützen und Dienen", der auf Brusthöhe zu erkennen war; eher die Tatsache, dass ein kleiner Haarzopf unter dem Barett entsprang und sich bis zum Nacken hinzog.
"Eine Reichsgrenzschutzbeamtin?", murmelte Ceylan und machte große Augen.
"Hast Du noch nie eine gesehen?"
"Doch, aber ..., ich mein", begann er, hielt kurz inne und raunte Ludger schließlich ins Ohr: "Scheiße Mann, das ist hier Amalienau!"
"Ich weiß."
"Beamtinnen sind hier die ersten, die ..."
Ludgers Blick ließ ihn verstummen.
"Das ist Charly", raunte er zurück. "Und sie ist nicht beim RGS, weil sie gut aussieht."

Ludger hatte Recht: Sie sah nicht schlecht aus.
Zumindest das, was Ceylan sah - und das war nur das Gesicht, da Uniformen nie maßgeschneidert wurden: Ein heller Teint. Die Augen hellwach, und die Lippen nicht zu schmal. Sie passten perfekt zur Nase, die ihn unwillkürlich an Cleopatra erinnerte. Insgesamt mit einem lieblichen Ausdruck, völlig unpassend zu dem, was sie gerade darstellte.
Definitv ein Verlust für die Ästhetik, dachte er, falls sie nicht lebend aus Amalienau herauskommen sollte.
Er wandte sich ab, als sie Ludger und ihn beinahe erreicht hatte. Vielleicht war es wegen dem Blick, den sie auf ihn richtete, vielleicht aber auch, weil er unsicher war. Viel zu lange schon hatte er alleine leben müssen, und die Frauenwelt kannte er nur als Kollegen, die genauso kaputt waren wie er selbst.
Er richtete seine Augen auf den Bürgersteig, auf den Rasen, der sich ihm anschloss und von dort auf die Hochhäuser (mit vierzehn Stockwerken) in einiger Entfernung, von denen durch den Nebel nur die Konturen hervorstachen. Graue eckige Archen, die selbst Noah nie betreten hätte. Sie standen nicht in Reih und Glied wie manch andere Hochhäuser (mit nur neun Stockwerken) aus Charlottenburg oder Tragheim, die man in den siebziger Jahren erbaut hatte, sondern immer leicht versetzt zueinander, so als hätte der Stadtplaner vom Bauamt seinen verspielten Tag gehabt: Ein künstliches Areal aus kleinen Gruppen von Bäumen, umgarnt von verschlungenen Pfaden, begleitet von Spielplätzen mit Sandkästen, Schaukeln und Parkbänken.
Vom idyllischen Utopia, als die Hochhäuser gebaut worden waren, war nichts mehr zu sehen, oder dem Sinn entraubt: Im Sand steckte mit Sicherheit Hundescheiße, die Schaukeln waren weg, das Seil wurde schließlich woanders gebraucht, und von den Bänken waren auch nur noch die Gerippe zu erkennen. Einzig die Bäume standen noch, aber nur, weil man sie nicht einfach wegtreten konnte.
Und überall, wo Platz dafür war, stapelten sich Müllberge aus alten Sofas, aufgeplatzten Mülltüten, Reste von Kücheneinrichtungen oder brennenden Fernsehern, die von Menschenmengen eifrig befeuert wurden. Gröllend und schreiend, wobei er die Sprache zwar zuordnen, aber nicht verstehen konnte, warfen sie sogar schon Silvesterknaller hinein.
"Hey Ludsche", sagte die Frau gerade und riss Ceylan vom Anblick los. "Lange nicht gesehen, wie gehts?"
Ihre Hand schlug in die von Ludger ein. Wie zwei alte Gangster, die sich hier trafen, um ihre Reviere neu abzustecken.
"Schön Dich zu sehen, Charly", sagte er.
"Schickes Wägelchen", sagte sie und nickte zum EMW. "Deiner?"
"Jepp." Ein bisschen Stolz schwang in Ludgers Stimme mit. "Ein 330 D."
"Und ich dachte schon, die Stadt hat Geld für neue Fahrzeuge."
Ludger lachte.
"Nein, das ist mein Weihnachtsgeschenk", antwortete er. Und als er Charlys große Augen bemerkte, fügte er hinzu. "Lissy und Nassira haben, mehr oder weniger, zusammengeschmissen."
"Cooles Geschenk", meinte sie, schaute auf das schwarze Blechkleid und nickte anerkennend. "Wie gehts Frau und Tochter?"
"Gut", antwortete er. "Warten beide darauf, dass wir nachher das Feuerwerk starten können."
Charly machte ein zerknirschtes Gesicht.
"Soll nicht an mir liegen."
"Quatsch. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps."
Ceylan stand etwas abseits und hörte nur mit einem halben Ohr zu. Sein Blick blieb seit einigen Sekunden magisch an dem Spruch auf Charlys Weste haften: Schützen und Dienen.
Ein Witz, schoss es ihm durch den Kopf. Dienen ja, beschützen müssen sich die Kollegen selbst. Der Rest schreit nach Polizeistaat, oder sitzt im Reichstag und rationalisiert alles w-
"Hey!" Charly schnippste plötzlich mit den Fingern vor seinen Augen. "Hallo?"
"Ja?"
"Gefallen Dir meine Titten?", fragte sie und in ihrer Stimme schwang eine freundliche Drohung mit. "Kannst sie gerne haben, dann tut mir der Rücken nicht mehr so weh."
"Ich ...", begann er, brach aber ab. "Tut mir leid."
"Verdammt Ludsche", murmelte sie und wandte sich an Ludger. "Was ist das denn für ein Vogel?"
"Ein Kollege", antwortete er. "Und jetzt verrat uns, wieso Du hier alleine bist."
Charly kniff die Augen zusammen.
"Weil alle Kollegen beim Schloss sind und die gepuderten Rot-Ärsche bewachen sollen", meinte sie und legte den Kopf schief. "Und ich der Idiot bin, der übrig geblieben ist?"
"Nur ein Polizist?", fragte Ceylan verwundert. "Für die ganze Stadt?"
Sie starrte ihn an, als würde sie ihn gleich einfach einatmen und dann achselzuckend ausscheiden.
"Was meinst Du Klugscheißer, warum ihr wohl hier seid?"


RE: Atlantis (I/III) - coco - 22-11-2016

Hallo Dreadnoughts,

schön, mal wieder aus Königsberg zu hören! Sich in ein Bergwerk zu verkriechen, scheint echt eine gute Option zu sein. Und bei der praktischen Durchsetzung des Rauchverbots werden die Bullen noch ihren Spaß haben.

Ein paar Vertipper sind mir aufgefallen:

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: und aus dem Deutsche Reich die Bundesrepublik Deutschland wird

Dem Deutschen Reich

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: Und auch das Auto, ein EMW 330D, trug weder verräterischen Indizien an den Türen

verräterische Indizien (ohne letztes n)

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: murmelte er schließlich."Und es waren zuviele Welten

Hinter dem Anführungszeichen fehlt das Leerzeichen.

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: ob es am wechselhaften Wetter lag, oder an den grauen Schwaden, die [...] die großen und kleinen Mülltonnen beinahe zärtlich zudeckte,

zudeckten, mit n

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: Ein künstliches Areal aus kleine Gruppen von Bäumen

kleinen, mit n

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: stapelten sich Müllberge aus alten Sofen

Meinst du Sofas?

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: und in ihrer Stimme schwang eine freundliche Drohung [Zeilenumbruch?] mit.

Da schwingt die Zeile freundlich mit. Icon_wink

Und ein paar Lese-Stolpersteine:

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: Ein angenehmer Geruch für einen dunklen Ort [...] zog sich ungefragt ins Fahrzeuginnere.

Das "sich" würde ich streichen. Der Geruch zieht sich nicht (lang, hin, durch?), er zieht einfach. Ist aber Geschmackssache.

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: dann lenkte er den Wagen nach rechts in eine Parklücke zwischen zwei anderen Fahrzeugen.
[...]
Der Motor tuckerte noch im Leerlauf und die Welt strömte gleichgültig an den Türscheiben vorbei

Wenn er quer zur Fahrtrichtung eingeparkt ist, strömt das Leben an Heck- und Frontscheibe vorbei. An den Türscheiben eher nicht. Aber wäre es eine Parklücke in Fahrtrichtung zwischen zwei anderen, wäre er nicht nach recht reingefahren, sondern rückwärts und so. Dieses Bild verursachte bei mir einen "Hä, Geometrie?"-Zwischenstopp.

Um nicht nur zu meckern, noch ein breites Grinsen von mir:

(19-11-2016, 19:03)Dreadnoughts schrieb: Sogar ein Loch im Nichts hatte ein Innenleben

Mrgreen Seeehr schöne Formulierung!

Viele Grüße und bis zum nächsten Kapitel
coco


RE: Atlantis (I/III) - Dreadnoughts - 23-11-2016

Hallo Weltenturmerschaffer.

Bezüglich der Vertipper: Ich hab da jetzt echt mal wieder gefühlt hundert mal drüber geschaut ... Aber die Dinger sind echt hartnäckig.


Zitat:schön, mal wieder aus Königsberg zu hören!
Schöne Geschichten von dort wird es wohl nicht mehr viele geben, da ja eigentlich das Dingen in Schutt und Boden versunken ist. Aber man weiß ja nie, was man noch so rauskramen kann. Um aus dem geistigen Loch zu kriechen reicht es definitiv.


Zitat:Sich in ein Bergwerk zu verkriechen, scheint echt eine gute Option zu sein.
Ist ganz schön da. Die haben unten (der Eingang ist weiter oben) einen abgetrennten Bereich, wo sie eine alte Mühle aufgebaut haben. Und zudem ist dort einer der Ausgänge, aus dem, selbst im Hochsommer, verdammt kühle Luft aus dem Berg kommt. Praktisch, wenn man genau da einen Biergarten hinbaut. Mrgreen
Link: klick


Zitat:Wenn er quer zur Fahrtrichtung eingeparkt ist, strömt das Leben an Heck- und Frontscheibe vorbei. An den Türscheiben eher nicht. Aber wäre es eine Parklücke in Fahrtrichtung zwischen zwei anderen, wäre er nicht nach recht reingefahren, sondern rückwärts und so. Dieses Bild verursachte bei mir einen "Hä, Geometrie?"-Zwischenstopp.
Okay, ich sehs. Muss ich ummodeln.


Zitat:Sogar ein Loch im Nichts hatte ein Innenleben

[Bild: mrgreen.gif] Seeehr schöne Formulierung!
Ich habs gelesen. Hier, ich, da wo die Hand leuchtet, jawohl!
Mrgreen

Wegen den Sofases: Irgendwie kam es mir immer so vor, als wenn der Plural Sofen gewesen wäre. Aber gut, ..., dann eben so.

Danke sehr.

LGD.


RE: Atlantis (I/III) - Persephone - 09-12-2016

Hallo Dread,

Bin wieder zurück. Schäme mich auch ganz doll, dass ich das hier habe schleifen lassen, aber der kleine Nebenjob, mit dem ich noch meine Brötchen verdiene bis ich mal Bestsellerautorin bin  Icon_lachtot Icon_lachtot Icon_lachtotund mein Privatleben haben mich davon abgehalten. Mach denen bitte die Hölle heiß  Mrgreen

Also, was gibt es zu sagen. Gewohnter Stil, erinnert mich bisschen an Rex Noctis nur ohne Zombies. Du hast ein Händchen dafür, aktuelle politische Lagen und auch Geschichte miteinander zu verknüpfen und völlig neu zu interpretieren, so dass der Leser immer gezwungen ist, das Gehirn einzuschalten. Deine Geschichten zu lesen ist Herausforderung und Spaß zu gleich. Wie Schokolade, die gesund ist  Pro

Zitat:sondern auch Vertreter der UdSSR. Alle zusammen warten mit Spannung auf den Mitternachtswechsel, wenn aus der Reichsverfassung das neue Grundgesetz, und aus dem Deutschen Reich die Bundesrepublik Deutschland wird."
Im ersten Moment dachte ich an Deutschland nach 1945 aber das wäre zu einfach für dich. Also wohl wieder Parallelwelt  Icon_smile

Zitat:Das heißt, dass das Bundesland Saarland-Pfalz mich in seine Dienste übernehmen wird
Diese Stelle und diesen schrecklichen Fehler hast du auch weiter unten gemacht bitte ÜBERARBEITEN. Ganz grauenhaft, ruiniert die schöne Geschichte. Es gibt kein Bundesland Saarland- Pfalz und wird es nie geben auch nicht und ganz besonders nicht in Parallelwelten. Ändern,löschen, ausmerzen ( alles nur Spaß  Mrgreen Mrgreen Mrgreen)

Zitat:"Das liegt daran, dass die meisten Menschen heutzutage Nachfahren der afrikanischen Ureinwohner sind", antwortete Ludger plötzlich. "Die blauen Augen dagegen sind von den europäischen Ureinwohnern, von denen es damals schon kaum noch welche gab."

Würde mich ja interessieren, wie diese Parallelwelt entstanden ist, so geschichtlich. Vor allem wie man auf die Schnapsidee kommt, das Saarland mit der Pfalz zusammen zu legen. Ohne Alkohol war das ja wohl unmöglich ( wieder Spaß  Mrgreen Mrgreen Mrgreen)

Zitat:"Dann alpträume ich."

"Mit p oder b?"
Kleiner Cliffhanger  Mrgreen Mrgreen Mrgreen

Zitat:Sie passten perfekt zur Nase, die ihn unwillkürlich an Cleopatra erinnerte. 
Da muss ich unwillkürlich an Asterix und Cleopatra denken, wenn Cesär sagte Bei solch einer süßen Nase  Mrgreen

Zitat:"Hey Ludsche", sagte die Frau gerade und riss Ceylan vom Anblick los. 
Heißt es nicht Lusche oder sagt die das absichtlich so?  Icon_confused

Ich habe es kapiert, Ludsche ist eine grobe Koseform von Ludger. Bei dem Namen denke ich immer, dass die Person die Nase ganz weit oben trägt, so wie der Springreiter. 
Ceylan hat einen schweren Start bei Charly, aber vielleicht hat er ja doch noch Glück. Ich würde es ihm gönnen.

Bis dahin liebe Grüße von Persephone


RE: Atlantis (I/III) - andreaskohn - 16-12-2016

im Meer der Warschauer Pakt-Staaten

Dazu äußerte sich der Init i ator der Anti-Rauch-Kampagne

"Mein Doc ist ein kleiner Lyriker",

frei wie Wild, springend von einem Punkt
oder
frei, wild springend, von einem Punkt
oder
frei und wild springend, von einem Punkt

ob es am wechselhaftem Wetter

Aber würde, hätte, wäre , waren Wörter, die erst

Und mit jedem Vorort mehr, verlor die Welt ihren Charme,

trostspendenden schmutzigen Laternenlichts , tauchte ein grün-weißer Wagen auf.

war es wegen des Blicks,

versetzt zueinander, so als hätte der Stadtplaner vom Bauamt

"Lange nicht gesehen, wie geht ' s?"



Ich finde diese Textform mit der intensiven Beschreibung von Umgebung und Gefühlen auf den ersten Blick immer etwas schwer zu lesen. Bis zur Hälfte des Textes habe ich etwa gebraucht, um mich darauf einzustellen. Ist nicht unbedingt mein Ding. Andererseits muss ich Dir dennoch meine Hochachtung zollen, weil der Text, nach dem Eingewöhnen, funktioniert. Soll heißen, die Bilder im Kopf kamen dann mit dem Text parallel. Es lässt halt weniger Platz für Interpretationen, zwingt dem Leser aber deine eigene Sicht der Geschichte auf.
Ich liebe Alternativ-Welten. Man kann so herrlich fabulieren. Deshalb, warum sollte es nicht auch ein Bundesland Saarland-Pfalz geben? Schließlich ist eine Deutsch-chinesische Grenze auch möglich ;-)
(Man ist das schwer auch mal zu rezensieren. Das muss ich wohl noch üben.)


RE: Atlantis (I/III) - Dreadnoughts - 17-12-2016

Hallo Persephone, hallo Andreas.

Ladys first, okay?

@P:

Zitat:Mach denen bitte die Hölle heiß

Würde ich ja gerne, aber ich habe keine Lizenz mehr zum 'Hölle-heiß-machen'. Icon_wink

Zitat:Gewohnter Stil, erinnert mich bisschen an Rex Noctis nur ohne Zombies.

Das war - neben der Idee als Geburtstagsgeschichte - ein Versuch, sowohl Zombies, als auch die Vampire schlüssig unter einen Hut zu bringen. Ja, diese Geschichte spielt - wie alle anderen, außer 579923 - in ein und derselben Parallelwelt, hier nur 12 Jahre früher. Als alles noch 'normal' war. Icon_wink


Zitat:Es gibt kein Bundesland Saarland- Pfalz und wird es nie geben auch nicht und ganz besonders nicht in Parallelwelten. Ändern,löschen, ausmerzen

Tja, da hier die Entstehung der Bundesländer ein bisschen anders gelaufen ist, eine kleine Anmerkung, die es bis jetzt in keine Enzykondatenbank geschafft hat:

Der Zweite Weltkrieg hier wurde zwischen der UdSSR und den Alliierten (mit dem Deutschen Reich als Verbündeten) geführt. 1945, am 09.11., nachdem eine alliierte Atombombe auf Leningrad fiel, wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die sowjetischen Truppen hinter der Oder-Neiße-Linie, und diese Linie wurde Staatsgrenze zu Polen. Das bedeutete aber auch, dass das reduzierte Deutsche Reich - als ein föderaler Bundesstaat - sich anders gliedern musste. Preußen an sich wurde auf das klitzekleine Königsberg (mit den Kreisen Preußisch-Eylau, Braunsberg, Rauschen und co) reduziert, der Rest im eigentlichen Reichsgebiet zugunsten von mehreren, kompakteren Ländern aufgelöst. Als Anhaltspunkt nahm man die alten preußischen Provinzen, also Rheinland, etc. Daher gibt es dort kein Nordrhein-Westfalen, sondern nur Westfalen, was als Logo eine Herzform hat. Icon_wink Damit das Saarland nicht zu klein ausfiel, hat man die Pfalz dazugenommen, und zwar von Bayern.

Zitat:Würde mich ja interessieren, wie diese Parallelwelt entstanden ist, so geschichtlich.

Das kann man unter den Gemeinsamen Geschichten nachlesen, und zwar im Gemeinschaftsprojekt 'Countdown'. (Kurz gesagt fing alles damit an, dass ein gewisser Gouverneur einen General aus Deutsch-Südwest-Afrika daran gehindert hat, die Herero zum Sterben in die Wüste zu jagen. 1905.)

Zitat:Heißt es nicht Lusche oder sagt die das absichtlich so?

Ludsche ist die Verballhornung von Ludger. Lusche ist etwas anderes. (Charly spricht ihn übrigens nur ein einziges mal mit Ludger an.)

@Andreas:
Schön Dich hier zu sehen, allerdings ist Dein Kommentar doppelt vertreten - hat wohl auch das Hallo D/Liebe Grüße etc. verschluckt.
Anscheinend hast Du in die Antwortbox unten geschrieben. Mein Tip: Mach den Editor auf, da kann man besser arbeiten.

Bezüglich der aufgezeigten RS-Fehler mein Dank. Betriebsblindheit eben. (Kannst Du Dich an einen Text erinnern, der vor Urzeiten im Internet kursierte? Wo Anfangs- und Endbuchstaben richtig waren aber dazwischen nur Unsinn stand? Die Augen lesen den Text trotzdem. So ist das bei Menschen der schreibenden Zunft auch. Daher braucht es ab und zu andere Augen.)

Zitat:Ich finde diese Textform mit der intensiven Beschreibung von Umgebung und Gefühlen auf den ersten Blick immer etwas schwer zu lesen. Bis zur Hälfte des Textes habe ich etwa gebraucht, um mich darauf einzustellen. Ist nicht unbedingt mein Ding.

Nun, ich schreibe das, was ich vor meinen geistigen Augen sehe. Der Weltenwanderer hatte es mal mit 'einen Film schreiben' passend getroffen. Und das lädt dazu ein, den Fokus zu lenken, wie im Kino. Ist zwar sehr schwer, aber wie ich finde ein gutes Mittel, um eine Geschichte rüberzubringen.

Zitat:Ich liebe Alternativ-Welten. Man kann so herrlich fabulieren. Deshalb, warum sollte es nicht auch ein Bundesland Saarland-Pfalz geben?

Eben. Es muss nur glaubwürdig sein, sonst funktioniert es nicht.

Zitat:Man ist das schwer auch mal zu rezensieren. Das muss ich wohl noch üben

Für den Anfang war das doch nicht schlecht. Grundsätzlich gilt, schreib das, was Du denkst, was Dir auffällt und wo Du meinst, dass etwas holpert oder eben gut war.

Ich bedanke mich bei euch beiden.

LGD.


RE: Atlantis (I/III) - Zack - 10-12-2017

Hey Dread,

aufgrunddessen, dass ich nicht alle vorangegangenen Kommis lese, lasse ich den Textkram mal weitgehend beiseite, wobei es bei dir meist eh nicht viel zu beanstanden gibt ^^ ...

Anfangs dachte ich, wir sind in der Gegenwart, dann eher in der Vergangenheit, Mitte 20. Jahrhundert, dann eher 80er ... ich gehe also davon aus, dass es sich um eine alternative Realität handelt (was auch zu dir passen würde).

Ich hatte erst etwas Schwierigkeiten, zuzuodnen, wer Ceylan ist. Erst dachte ich, es ist der Fahrer, aber der stellt sich als Ludger heraus. Also ist Ceylan der Protagonist. Weiß nicht, ob es nur mir so ging, aber vielleicht kannst du dir die Stellle, wo erstmal sein Name genannt wird, nochmal angucken.

"Mein Doc ist kleiner Lyriker", murmelte Ceylan - da fehlt doch was? ^^

Mir hat der Dialog zwischen Ceylan und Ludger sehr gut gefallen. Du charakterisierst die beiden bereits durch ihre Art zu reden und dadurch sind mir beide nah, ich kann kann ihre Denkweise nachvollziehen und empfinde sie als authentisch. Ceylan ist dabei ein recht schwieriger Charakter, da er interessenlos und frustriert wirkt. Im Kopf ist er schon lange weg. Ist für viele Leser schwer, mit solchen Protagonisten warm zu werden, aber mir gefällt er gut, er wirkt echt und schon nach diesem Dialog habe ich das Gefühl, genug von ihm zu wissen, um mit ihm mitfühlen und -denken zu können.

Ich finde es auch gut, dass du die alternative Realität nicht erklärst - wir befinden uns einfach in ihr und es fühlt sich ganz natürlich an. Die Beschreibungen sind an den richtigen Stellen, nicht zu viel, nicht zu wenig.

Am Ende hab ich das Gefühl, dass ich dein Universum viel zu schlecht kenne, um mich hier ganz zurechtzufinden. Trotzdem hat sich der Text für mich bis dahin gut gelesen, es kommt kräftig Atmosphäre auf und die Charaktere finde ich sehr gut gezeichnet und auf eigenwillige Art sympathisch. Mir ist nur nicht klar, was Ceylan und Ludger machen sollen - bin mal gespannt, wie es weitergeht.

Viele Grüße

- Zack


RE: Atlantis (I/III) - Dreadnoughts - 11-12-2017

Hallo Zack.

Zitat:wobei es bei dir meist eh nicht viel zu beanstanden gibt ^^ ...

Ich kann Dich beruhigen: Anfangs sieht es immer anders aus.

Zitat:Anfangs dachte ich, wir sind in der Gegenwart, dann eher in der Vergangenheit, Mitte 20. Jahrhundert, dann eher 80er ... ich gehe also davon aus, dass es sich um eine alternative Realität handelt (was auch zu dir passen würde).

Ja, wobei ich - ohne Selbstbeweihräucherung - sagen muss, dass es für mich eine stimmige Alternativwelt ist. Heißt, sie wurde akribisch bedacht, mit allen Auslösern und Folgeerscheinungen ohne das eigentliche Ziel der Botschaften aus den Augen zu verlieren.

Zitat:vielleicht kannst du dir die Stellle, wo erstmal sein Name genannt wird, nochmal angucken.

Schau ich noch mal nach.

Zitat:"Mein Doc ist kleiner Lyriker", murmelte Ceylan - da fehlt doch was? ^^

Hm. Falls Du einen Punkt meinst - da ist ein Komma und danach gehen der Satz und die wörtliche Rede weiter. Also, da bin ich gerade überfragt ...

Zitat:Mir hat der Dialog zwischen Ceylan und Ludger sehr gut gefallen. Du charakterisierst die beiden bereits durch ihre Art zu reden und dadurch sind mir beide nah, ich kann kann ihre Denkweise nachvollziehen und empfinde sie als authentisch. Ceylan ist dabei ein recht schwieriger Charakter, da er interessenlos und frustriert wirkt. Im Kopf ist er schon lange weg. Ist für viele Leser schwer, mit solchen Protagonisten warm zu werden, aber mir gefällt er gut, er wirkt echt und schon nach diesem Dialog habe ich das Gefühl, genug von ihm zu wissen, um mit ihm mitfühlen und -denken zu können.

Ich persönlich finde, dass das, was Menschen sagen, wichtiger für die Charakterisierung ist, als das pure Beschreiben von Taten oder Handlungen. Auch natürlich das 'Wie', also wie sie es sagen, was für einen Sprachgebrauch sie verwenden oder wann sie bestimmte wertende Worte benutzen.

Bei Ceylan ist es nachvollziehbar, dass er als Charakter schwer zu vermitteln sein könnte. Aber da musste ich durch.

Zitat:Ich finde es auch gut, dass du die alternative Realität nicht erklärst - wir befinden uns einfach in ihr und es fühlt sich ganz natürlich an. Die Beschreibungen sind an den richtigen Stellen, nicht zu viel, nicht zu wenig.

Ich finde, dass alle relevanten Dinge zumindest angedeutet erklärt werden. Mehr braucht es nicht.
Beispiel (aus Nr. II):
Fahrkarte von Königsberg über Gydansk nach Stettin. Transitstrecke.
Das soll folgendes zeigen: Gydansk als Danzig ist auch in dieser Welt Teil Polens. Polen selbst ist Teil des Warschauer Paktes, analog zur DDR in unserer Welt. Und Stettin gehört hier, kenntlich aufgrund des (deutschen) Namens zu Deutschland, und nicht wie in unserer Welt als Szczecin zu Polen. Heißt, es gab eine abweichende Grenzgestaltung.
Und das alles transportiere ich mit diesem kleinen Hinweis, was für mich (und ggfs. Geschichtsinteressierte) mMn ausreichend ist.

Zitat:Am Ende hab ich das Gefühl, dass ich dein Universum viel zu schlecht kenne, um mich hier ganz zurechtzufinden.

Jede dieser Geschichten hat Besonderheiten in sich, die beim zweiten Mal, oder wenn man alle anderen kennt, sehr deutlich ins Auge springen. Sie sind so konzipiert, dass wissende Leser die Geschichten anders lesen, als die 'unwissenden'. Jeder hat seine ganz eigene Sicht darauf. Und kann diese, beim zweiten oder dritten Mal, nochmal ändern.

Zitat:Mir ist nur nicht klar, was Ceylan und Ludger machen sollen - bin mal gespannt, wie es weitergeht.

Bereitschaftsdienst für Ludger. Und Ceylan ist ans Telefon gegangen. Alle anderen sind beim Schloss auf der Silvesterfeier.

LGD.


RE: Atlantis (I/III) - ReddiRoy - 11-12-2017

Huhu


Zitat:Irgendwann stirbt alles.

Zuerst die Automatismen.

Ich dachte dir sterben zuletzt...

Zitat:Er saß im dunklen Inneren eines Autos, mit dem Hintern auf einem unbequemen Beifahrersitz.

Besser "DEM unbequemen Beifahrersitz", das Auto ist ja schon erwähnt.


Zitat: deren Scheibenwischer monoton zur Seite und wieder runter gingen
Erst zur Seite und dann WIEDER runter klingt nicht ganz logisch, kann man evtl. ändern.


Zitat:Kleine Bilder. Mit Schlieren durchzogen.
Sätze, die eigentlich keine sind. Interessanterweise liesst man sowas auch immer häufiger z. B. im Spiegel. Ich persönlich wäre vorsichtig mit sowas, aber ist auch ne Geschmacksfrage - künstlerische Freiheit und so... Kann man so lassen denke ich.

Zitat:Durch die Scheibe scheinbar weit entfernt, doch die wenigen Millimeter des Glases konnten mit einem geeigneten Gegenstand - Steine oder andere Wurfgeschosse - viel zu schnell durchschlagen werden. Kein wirklicher Schutz, das wusste er.
Denke nicht, das sich durch den Blick durch die Autoscheibe Dinge (scheinbar) weiter entfernen, dazu der Wiederspruch, das die Scheibe viel zu schnell durschschlagen werden kann, wirkt etwas schwammig.

Die Radioansage ist m. E. zu , sagen wir "blumig" formuliert. "Östlichste Großstadt" ist ein unklarer Begriff - würde in Nachrichten nicht vorkommen, "etwas mit Spannung erwarten" auch nicht, oder hast du schonmal in den Nachrichten gehört: "Angela Merkel erwartet mit Spannung die kommenen Koalitionsverhandlungen bli bla blub"? Einen "Mitternachtswechsel" gibt es nicht^^. Und die Silvesterfeiern die ich kenne waren sowiso bisher alle unwichtig^^.

Zitat:Viel zu oft schon hatte er es die letzten Tage und Wochen gehört. Vor allem aber in den letzten Stunden, bevor er in diesen Wagen gestiegen war. Seitdem rebellierte wieder sein Magen, seine Hände zitterten leicht und auch sein Herz hinterließ flatternde Gefühle, wobei es weder am Wagen selbst, noch am Fahrer neben ihm lag.
Natürlich liegt es nicht an Fahrer und Wagen, dein Magen rebelliert ja schon seit er diese Nachrichten hört, also Stunden oder Tagen und Wochen... Was wiederum auch nicht ganz stimmen kann, denn die Nachrichten reden ja von einer Silvesterfeier die jetzt gerade in vollem Gang ist...

Zitat:Warschauer Paktstaaten
Die ganzen Paktstaaten die aus Warschau kommen? So gehts nicht. Warschauer-Pakt-Staaten oder Warschauer Pakt Staaten.

Zitat: Entkommen konnte man dem nur, wenn man einen Sitzplatz in einem Flugzeug von Devau bekam, an Bord eines Schiffs von Pilau aus - oder mit dem Zug eine der Transitstrecken quer durch die Volksrepublik Polen befuhr.
Ein paar Möglichkeiten gibt es ja doch noch...


Zitat:Er war froh darüber, bald ein neues Leben anfangen zu können, und zwar dort, wo er wirklich Zuhause war.
Hier und jetzt war er nur ein Robinson-Crusoe, der auf Rettung wartete. Ein Überlebender seiner eigenen Katastrophe. Ein Fremder in einer fremden Welt.
Robinson Crusoe, der auf Rettung wartete, konnte aber nicht davon ausgehen, bald ein neues Leben anfangen zu können und Fremde sind ja irgendwie immer in einer fremden Welt...

Zitat:Umrahmt von den Neonleuchten der protzigen Werbetafeln, den blinkenden Schildern der Spelunken und Sex-Shops, die müde ihr Dasein fristeten, während Zwielichter ein und aus gingen
Du meinst "zwielichtige Gestalten". Neonleuchten, blinkende Schilder, zwielichtige Gestalten die ein und aus gehen - hört sich doch alles gar nciht so müde an...

Zitat:Ein angenehmer Geruch für einen dunklen Ort waberte am halb offenen Fenster vorbei und zog sich ungefragt ins Fahrzeuginnere. Süsslich und schwer.
Süsslich und schwer? Eher unangenehm...

Zitat:Der Sommer im Sonntagsstaat auf Stippvisite.
Sonntagsstaat? Ich dachte eine Insel, die bald vom Kommunismus erdrückt wird, aus der es zu fliehen gilt?

Die Raucher sollen gleich in den Knast? Diese Forderung hört sich doch seeehr überspitzt an, so würde ich sicher keine Kampagne führen. By the way, aber das ist für die Geschichte ja völlig unerheblich, bin ich selber Raucher...
Zitat:"Scheiß Verbote", murmelte er
Zu schwache Reaktion. Da würd ich mich noch viel mehr aufregen. 20 Eus Ordnungsgeld kann ich ja noch akzeptieren, aber gleich in Knast nur weil ich mir am Bahnhof ne Kippe anmach?


So das wärs fürs Erste, wenn du willst kannst du ja was ändern...


RE: Atlantis (I/III) - Dreadnoughts - 11-12-2017

Danster,

ich würde es sehr begrüßen, wenn du dich mit deiner Meinung zurückhälst und diese Geschichte, wie auch alle anderen, nicht mit deiner Meinung beehrst.

Oder klarer ausgedrückt:
Ich lese es nicht. Es ist mir egal.
Und bitte, troll dich in andere Gefilde.

D.