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Der neue Weltalmanach - das Zentralland,Kerajaan Patalipūtra
Beitrag #1 |

Der neue Weltalmanach - das Zentralland,Kerajaan Patalipūtra
Kerajaan Patalipūtra
Königreich Patalipūtra


Dedikasi, ketekunan, tugas - itulah perhiasan manusia
 
 
                                                                                                  
 
 
                                                                      


Amtssprache(n): Bahasa ibunda
Hauptstadt: Pelabuhan-Wangian
Regierungsform: konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt: König Berahim III.
Regierungschef: Prinzregent Cempaka
Fläche: 435.189 km2
Einwohnerzahl: 29,8 Millionen
Bevölkerungsdichte: 68,5 Ew./km2
Währung: Wang
 


 
Der Staat Patalipūtra ist eine historische Kuriosität: Um 1100 brach Prinz Vishnayan Pranaasat, vierter Sohn des Großkönigs von A’h-Škam, mit einer Gruppe von etwa 400 Personen, Männern und Frauen, zu einer ausgedehnten Schiffsexpedition auf, um direkte Handelsbeziehungen zu den Südinseln aufzunehmen. Die Schiffe gerieten allerdings östlich von Xaxatl in einen schweren Sturm und wurden weit nach Norden abgetrieben. Über Gorgoya und Shi-Am erreichten noch etwa 200 Personen das Gebiet des heutigen Patalipūtra, in dem damals nur kleinern miteinander konkurrierende Fürstentümern bestanden. Die einheimische Bevölkerung, die Uranga, hatten ihre Unabhängigkeit gegenüber den kulturell deutlich überlegenen Khmi’a-Völkern vor allem deswegen behalten können, weil das weitgehend von Regenwald bedeckte Land nur schwer zugänglich war und keine Bodenschätze oder Naturprodukte bot, die in den Heimatstaaten nicht in größerem Maße vorhanden gewesen wären. Der Prinz sandte Nachricht an seinen Vater, dass er einen Handelsstützpunkt für den Export von Muskat, Pfeffer, Chili und anderen Gewürzen einzurichten gedenke und erbat sich dafür Siedler. Da das Mutterland schon immer unter einem großen Bevölkerungsdruck stand, wurden mehr als 40.000 Personen für die Umsiedlung ausgewählt und in drei Jahren nach Patalipūtra geschickt, um dort eine Handelsstation einzurichten und diese auch mit den entsprechenden Nahrungsmitteln zu versorgen. Die neugegründete Hafenstadt Masaala Bandaragaah wurde als Außenposten des Königreichs üppig ausgestattet. Neben Tempeln entstanden auch ein Palast für den zum Vizekönig (raaja ka upaadhyaksh) ernannten Prinzen, Badehäuser, ein großer Marktplatz und ein Theater.
Um sich die Zugänge zu den Gewürzen zu sichern, gingen viele der Sooraj-Adligen Ehen mit Frauen aus den lokalen Fürstenfamilien ein, so dass binnen weniger Jahre ein Teil der Uranga-Oberschicht schon stark Soorajisiert war. Der Zuzug von weiteren 100.000 Sooraj bis 1250 verstärkte den kulturellen Druck, so dass gegen Ende des 13. Jahrhunderts in der Oberschicht die Sooraj-Kultur, ergänzt um einige autochthone Elemente, absolut dominant geworden ist. Die unteren sozialen Schichten nahmen an diesem Prozess nur in einem sehr viel geringen Maße teil, allerdings konnten auch sie sich der beginnenden Urbanisierung nicht entziehen, welche die nun stark anwachsende Bevölkerung in einigen größeren Zentren zusammenband. Zugleich wurde viel Regenwald zugunsten von landwirtschaftlich nutzbaren Flächen abgeholzt und damit der traditionellen Lebensweise der Uranga der Boden entzogen. In der Kunst, Religion, Kleidung und vielen anderen Aspekten ist die Sooraj-Kultur zumindest oberflächlich sehr dominant, zeigt aber deutliche Bezüge zur autochtonen Kultur der Oranga. Besonders auffällig ist, dass die Sooraj-Sprache weder Staats- und allgemeine Umgangssprache ist, sondern stattdessen bahasa ibunda genutzt wird. (siehe Abschnitt Sprachen). Gerade bei der Rolle der Frauen zeigt sich ebenfalls der starke Einfluss der Urbevölkerung. Der Götterhimmel ist stark um indigene Gottheiten ergänzt, die Küche durch die besonderen Gewürze und Produkte des Landes und seiner Nachbarn geprägt. Zu den kulturellen Besonderheiten möchten wir uns weiter unten etwas äußern[1].
 
Geographie
Geographisch betrachtet gehört das Königreich bereits zum Ostkontinent, wird aber aus historischen Gründen zum Zentralland gerechnet. Der Staat grenzt im Süden an den Weiten Ozean, Jauh Lautan, im Westen an Hilğiş, im Norden an Rümelüm, im Nordosten an Anadolü und Luas und im Osten an Shi-Am. Das Staatsgebiet bildet die Übergangszone von den weiten Grasebenen des Zentrallandes zu den Regenwaldgebieten des Ostens. Das Land lässt sich in drei große Zonen aufteilen:
Der Süden ist eine große fruchtbare Ebene, die sanft zum Meer hin abfällt. Ursprünglich waren größere Teile der Südebene (Dataran Selatan) ebenfalls bewaldet, allerdings wurde der Regenwald hier zu Gunsten von Ackerland und Viehweiden abgeholzt.
Im Zentrum des Landes liegt das Hügelland (Pegunungan) mit sanften Erhebungen, die im Durschnitt etwa 120m hoch sind. Hier wird heute neben Gewürzen sehr viel Tee angebaut.
Der Norden ist schließlich das noch immer dicht bewaldete Waldland (Hutan)[2].

Administrative Gliederung
Das Königreich ist in fünf Fürstentümer (Negara Putera) eingeteilt, nämlich Kuching, Perlis, Labuan, Putrajava und Kota Kinabalu. Hinzu kommt das Königsgebiet (Wilayah Raja) mit der Haupstadt Pelabuhan-Wangian, der mit 4,9 Mio. Einwohnern zugleich auch größten Stadt des Königreichs.
Die Provinzen wiederum sind in Grafschaften, daerah-daerah, aufgeteilt.
Die Fürsten (Putera) stammen meist vom einheimischen Adel ab, nur das Fürstenhaus von Labuan ist eine reine Sooraj-Familie. Die Fürsten haben wenig politischen Einfluss, sind allerdings große Landbesitzer und Arbeitgeber, spielen also gesellschaftlich noch eine wichtige Rolle. Den Fürsten ist als Vertreter der Regierung stets ein Regent (bupati) an die Seite gestellt, der die eigentliche Macht ausübt. Die Provinzen haben wenige eigene Aufgaben im Staat zu erfüllen, sondern dienen vor allem der lokalen Umsetzung der königlichen Befehle und Verordnungen. Ihre wichtigsten Aufgaben sind das Einziehen der Steuern, der Unterhalt einer Polizeibehörde und die Instandhaltung der Infrastruktur.
Die Grafschaften sind vor allem als historische Zugeständnisse an die Urbevölkerung zu verstehen. In den heutigen Grafschaften gab es lokale Kleinkönigtümer, die kerajaan kecil, die traditionell einem Großkönig untertan waren. Die Großkönigtümer entsprechen in etwa den heutigen Fürstentümern, die Grafschaften den Kleinkönigtümern. Die Grafen (Mulia) sind alle Angehörige der alten Kleinkönig-Dynastien, die aber schon früh Ehen mit den Sooraj eingegangen sind. Die Grafen sind Lehnsleute der Fürsten und bewirtschaften in deren Namen Teile ihrer Ländereien.
Die Städte werden ebenfalls von einem bupati genannten Beamten im Namen des Königs verwaltet, nur in den kleinen Siedlungen, in denen vor allem noch Uranga leben, übernehmen diese Ämter die lokalen, adligen Lelaki Tua, wörtlich Alte Männer[4].
 
Fürstentum                        Ew.[b][5]                     Grafschaft            Ew.                      Grafschaft            Ew.[/b]
Kuching                             6,9 Mio.                Kuantan                456.897                Seremban             987.456
Perlis                                  5,2 Mio.                Kangar                1,34 Mio.              Bukit Kalam    678.456
Labuan                               1,5 Mio.                Terengganu           345.786                Selangor               109.478
Putrajava                            3,1 Mio.                Johor Bahru          1,9 Mio.
Kota Kinabalu                     8,6 Mio.                Kelangtan             2,8 Mio.                Bandar Hutan     2,6 Mio.
Pelabuhan-Wangian             4,5 Mio
 
Bevölkerungsgruppen und Sprachen
Die Staatsbürger des Königreichs bezeichnen sich selbst als Orang Yang Benar und umgehen so die kaum zu beantwortende Frage, welchem Volk sie angehören. Man schätzt, dass etwa 70 bis 75 % der Staatsbürger Mestizen aus Sooraj und Uranga sind, etwa 10 % sind „reine“ Uranga, weitere 10 % Sooraj. 5 % der Bevölkerung gehören verschiedenen kleinen Khishim-Völkern an.
Die Uranga-Urbevölkerung lebt zu mehr als 90 % in den Waldgebieten. Dort besiedeln sie kleinere dörfliche Siedlungen und betreiben Ackerbau und Viehzucht. Ihre Siedlungsgebiete, Sprache, Sitten und Gebräuche sind durch das Gesetz zum Schutz der ersten edlen Rasse, Undang-undang untuk perlindungan bangsa mulia yang pertama, unter den besonderen Schutz des Staates gestellt. Die meisten Personen, die sich als Sooraj bezeichnen leben im Fürstentum Labuan, an der Nordgrenze des Königreiches. Von den knapp 2,2 Millionen Sooraj leben 1,43 Mio. in Labuan, sie stellen dort somit 95 % der Bevölkerung. Fast die gesamte übrige Sooraj-Gemeinschaft lebt in der Hauptstadt.
Die etwa 1,15 Millionen Khishim leben fast alle im Fürstentum Kota Kinabalu, genauer in der Grafschaft Bandar Huta, wo sie etwa 50 % der Bevölkerung stellen.
Betrachtet man die Sprachen im Land, so fällt auf, dass über 90 % der Bevölkerung ausschließlich oder überwiegend bahasa ibunda, die Staats- und Landessprache verwenden. Die verbleibenden 10 % sprechen zu gleichen Teil nur die Bahasa Lama, die alte Landessprache, oder einen der zahlreichen Khishim-Dialekte. Zur Verständigung mit der übrigen Bevölkerung beherrschen aber mehr als 80 % der Khishim-Sprecher bahasa ibunda gut oder sehr gut. Eine Verständigung zwischen den Sprechern der bahasa ibunda und der bahasa lama ist dagegen fast problemlos möglich. Die bahasa ibunda stellt eine modernisierte und städtische Varietät des bahasa lama dar. Neue Begriffe aus der Technik, dem Handel und der Politik sind fast alle aus dem Sooraj entnommen, während dieser Einfluss im bahasa lama weitgehend fehlt.
Bahasa ibunda ist die einzige Amtssprache, allerdings ist die Bahasa Lama geschützt und darf in den so genannten indigenen Gemeinschaftsbereichen (komuniti pentadbiran pribumi), also den durch einen Lelaki Tua verwalteten Dörfern, auch für offizielle Dokumente genutzt werden. In der einzigen größeren Stadt mit größerer Uranga-Mehrheit, Bukit Kalam, erfolgt die Ausschilderung zweisprachig. Hier wird auch die große Nähe der beiden Sprachen zueinander deutlich, wobei zu beachten ist, dass in Bukit der südliche Dialekt der Bahasa Lama gesprochen wird[6].


 
 
Übersetzung                           Bahasa ibunda            Süddialekt                   Norddialekt
Regierungspalast                      Istana Kerajaan             Istana Kerajaan             Istana Pemerintahan
Stadt                                        Bandar                         kutha                           kota
Marktplatz                               Pasaran                        pasar                            pasar
Polizei                                     polis                            polisi                           polisi
Wald                                       hutan                           alas                              hutan
Mann                                       lelaki                           wong                           pria
Frau                                         wanita                          wanita                          wanita
Reis                                         beras                            beras                            beras
 
Gesellschaft und Kultur
Die traditionelle Kastengesellschaft der Sooraj spielte in Patalipūtra nie eine Rolle. Die Gesellschaft der Uranga kannte eine Aufteilung in die Schichten Adel und Krieger, Bangsawan, Priester, mentri, Händler und Handwerker, bakul lan tukang, und Bauern, Kaum Tani. Die Bauern lebten zumeist als Leibeigene auf den Gütern der Adligen, ein gesellschaftlicher Aufstieg war nur durch eine freiwillige Meldung zum Militärdienst möglich. Das Zusammentreffen mit den Sooraj verfestigte dieses System weitestgehend, allerdings wurden der Stand der Bangsawan und Mentri zusammengefasst – Priesterämter können nur noch von Adligen besetzt werden. Diese dürfen sich aber nicht in der Politik engagieren, was nur dem Stand der bakul lan tukang, jetzt als Rakyat bezeichnet, erlaubt ist. Zu diesen werden allerdings auch die Bauern, Pentani, gezählt, deren Leibeigenschaft (in der Theorie) aufgehoben ist. Die tatsächlich noch als Bauern arbeitenden Angehörigen dieser Schicht (sie stellen allerdings nur noch etwa 30 % der Pentani, die übrigen können besser als städtische Unter- und untere Mittel- und Arbeiterschicht bezeichnet werden) besitzen zusammen immer noch nur 2 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche, wobei diese 2 % zu 90 % vier heute sehr wohlhabenden Pentani-Klans gehören. 65 % der Nutzfläche gehören dem König, die übrige Fläche den großen Fürstenhäusern. Da höhere Bildung in Patalipūtra sehr teuer ist, verfestigt sich diese Form der gesellschaftlichen Schichtung selbstständig.
In der Kultur dominiert, sieht man einmal von der Sprache ab, auf den ersten Blick die Sooraj-Kultur. Doch dies täuscht, denn die fremde Kultur ist eher ein dünner Firniss, der sich über die lokalen Sitten und Gebräuche gelegt hat. In der Oberschicht ist aus der Kombination beider Kulturen nicht einfach eine tote Kopie des Alten geworden, sondern eine neue, lebendige und ganz selbstständige Kultur. Dies zeigt sich bei näherem Hinsehen schon in der Tracht von Männern und Frauen. Man verwendet für die Gewänder in den Sooraj-Staaten klassischerweise Baumwolle, die bunt eingefärbt wird, die Oberschicht trägt Seide. In Patalipūtra dagegen verwendet man Leinen und Lotus-Seide, die auch in weniger auffälligen Farben gefärbt wird. Stattdessen setzt man hier auch eingewebte Gold- und Silberfäden und strenge geometrische Muster. Während bei den Frauen in den Sooraj-Staaten offene Haare und Zöpfe mit eingeflochtenen Blumen die Regel sind, stecken die Frauen im Königreich ihr langes Haare meist zu aufwendigen Frisuren auf. Die Männer tragen üblicherweise keine Bärte, während in den Sooraj-Staaten kunstvoll frisierte Oberlippenbärte dominieren. Auch tragen die Männer im Königreich keine Kopfbedeckungen und ihr Haar meist lang. Zur Tracht der Männer gehört ein Dolch, der pisau, der meist nicht scharf geschliffen ist, aber als ein Zeichen der Männlichkeit und Potenz betrachtet wird.
In Patalipūtra spielt der Familienzusammenhalt eine größere Rolle als in den Sooraj-Staaten: Dort kennt man die Kernfamilie und eine erweiterte Kernfamilie, in Patalipūtra dagegen große Klanstrukturen. Die Mitglieder sorgen für einander, oftmals enstammen die einzelnen Zweige ganz unterschiedlichen sozialen Schichten des Staates. Manche dieser Großfamilien leben in den Dörfern auch noch in den traditionellen hölzernen Langhäusern (Rumah Panjang). Diese sind zwar aus den Städten weitgehend verschwunden, ihre typische Form mit den hohen, geschwungenen Dächern findet sich aber noch in der offiziellen Architektur, so auch bei der Audienzhalle des Königspalastes, bei vielen Rathäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen.
Typisch sind auch die Tanz- und Schattentheater sowie die typische Musik Patalipūtras, die sich deutlich von denen in den Sooraj-Staaten unterscheiden, wo z.B. das Schattentheater ganz unbekannt ist[7].
Religion
Die Religion Patalipūtras wird als Cara Yang Betul, der Wahre Weg, bezeichnet, was eine Übersetzung des alten Namens der Sooraj-Religion, Sahee Tareeka, ist. Wie diese ist auch der Glaube im Königreich sehr vielfältig, polytheistisch, polyzentrisch und undogmatisch. Es ist schwierig von einer Religion zu sprechen, da sich die Mythologie, Kultpraxis und vieles mehr von Region zu Region deutlich unterscheiden kann. Von allen verehrt wird die Tiga Kumpulan Tuhan, die Dreiheit der Götter, bestehend aus dem Schöpfer Bhrimi, dem Erhalter Vashnay und dem Zerstörer Shivay, wobei besonders Vashnay und Shivay große Verehrung auch im Volk genießen und oft als nur eine Gottheit Shivashnay, mit zwei Köpfen und vier Armen verehrt wird. Die Könige gelten als Inkarnationen des Shivay und dieser ist auch eine Art inoffizieller Staatsgott mit den größten Tempeln in und um die Hauptstadt. Sein Kult ist auch der noch am stärksten der Sooraj-Religion verhaftete und seine Tempel meist in reinem Sooraj-Stil errichtet. In allen Tempeln arbeiten hauptberufliche und Laienpriester Seite an Seite. Täglich werden dreimal Lebensmittelopfer dargebracht wobei die Zeremonien im Tempel öffentlich sind, viele Menschen aber nur an einem Opfer im Tempel teilnehmen und die übrigen zu Hause vor kleinen Schreinen vollziehen. Einige der Gottheiten wie die Muttergöttin Ibuketua, der Waldgott Pembersihan und besonders viele der mythischen Gestalten wie die Schlangendämonen Ngui, halb Mensch halb Mann, der riesige Vogel Lembubesar oder das Walddrache Cacing, die teilweise eigenständig verehrt, teilweise als Begleiter, Reittiere oder Feinde der Götter angesehen werden, sind originäre Zutaten der autochtonen Religion zu den Kulten in Patalipūtra. Ebenso ganz originär ist die Bedeutung des Totenkultes. Die Toten werden in Patalipūtra stets in der Nähe der Tempel bestattet, in den Sooraj-Staaten als mögliche Befleckung der heiligen Stätten undenkbar. Zudem herrscht im Königreich die Körperbestattung vor. Man glaubt nicht an ein vom Diesseits getrenntes Jenseits, vielmehr leben die Toten in einer parallelen Welt und können, wie auch die Götter, beliebig zwischen den Dimensionen wechseln. Die Toten werden auch auf speziellen Altären innerhalb der Tempelbezirke mit Opfern versorgt.
In der Architektur dominiert zwar der Tempel-Typus mit hohem Tempelturm, doch sind die Dekorationen meist völlig anders und zeigen vor allem Gesichter schrecklicher Dämonen, die das Unheil vom Tempel abhalten sollen. Zudem sind viele der Tempel nicht aus Stein, sondern aus Holz erbaut. Eine typische Zutat der Region ist ein nierenförmiger heiliger See im Tempelbezirk, der als Wohnstätte der Ngui gilt[8].
Küche
Die Unterschiede zu den Sooraj-Staaten zeigt sich auch in der Küche, obwohl gerade diese auch vielfältige Anregungen aus der Sooraj-Küche übernommen hat. Grundnahrungsmittel ist in beiden Staaten der Reis, allerdings wird dieser gerade bei den ärmeren Schichten auch durch Maniok und Yams ersetzt, während man in der Sooraj-Küche eher Brot isst. Genrell lässt sich eine Zweiteilung des Landes in eine Reiszone im Süden und eineYams/Maniok-Zone im Norden einteilen. Reisbau und die Reispflanzen brachten die Sooraj mit. An der Küste spielen Fisch und Meeresfrüchte eine zentrale Rolle für die Ernährung, im Inland, besonders im Norden das bei den Sooraj sonst verpöhnte Schweinefleisch, daneben überall auch Geflügel.
Da Hühnerfleisch sehr günstig ist, wird es sehr häufig gegessen und das gebratene Huhn mit Gemüse (ayam goreng) ist eine Art Nationalgericht, oft mit einer Erdnusssoße (kuah kacang). In vielen Garküchen wird das ayam goreng auf kleinen Holzspießchen gegrillt günstig angeboten. Gewürzt wird traditionell mit einer aus fermentierten Garnelen hergestellten Würzpaste names terasi oder mit einem der vielen, zum Teil sehr scharfen Sambals, die als Würzbeilage zu den meisten Gerichten gereicht werden. Diese Würzpasten finden ihre Entsprechungen in den Soorja-Currypasten, sind aber insgesamt schärfer und salziger. Im Norden ist das Essen insgesamt eher milder und oftmals süßlich gewürzt. Hier spielt der Einsatz von Kokosmilch eine große Rolle, die im Süden fast gar nicht benutzt wird.
Im ganzen Land beliebte Gerichte sind babi guling, ein würziges, krosses Spanferkel, gado-gado, ein Salat mit Koriander, Zitronen, verschiedenen Kräutern, Hühner- oder Schweinefleisch, Garnelen und Erdnüssen. Charakteristisch sind auch frittierte Gerichte im Eierteig[9].
 
Politisches System
Das Staatsoberhaupt ist der König, raja, der zugleich der Regierungschef (Ketua kerajaan) ist und das Kabinett, Majlis Menteri-menteri, ernennt. Als seinen Stellverterter und meist faktischen Regierungschef ernennt der König einen Prinzregenten (Anak diraja, wörtlich „Königssohn“), der aber kein Mitglied der Königsfamilie ist. Der König ernennt 5 von 10 Richtern der höchsten Gerichtshöfe, kann selbst Gesetze erlassen, wenn diese nicht die Verfassung verändern, zu Krieg mit einer anderen Nation führen, die in der Verfassung festgelegten „allgemeinen Rechte der Bürger“, hak am rakyat, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung oder die Versammlungsfreiheit, beschränken oder mehr als 20 % des Staatsetats betreffen. Für alle diese Gesetze benötigt der König die Zustimmung des Parlaments, der Großen Versammlung des Königreichs, Perhimpunan Besar Kerajaan. Diese hat 200 Mitglieder, Rakyat und Pentani, wobei in der Realität 98 % der Sitze mit Rakyat besetzt sind, da sich nur wohlhabendere Personen die teuren Wahlkämpfe leisten können. Das Parlament selbst hat keine Gesetzsgebungsintiativkraft, darf aber die vom König und der Regierung vorgeschlagenen Gesetze diskutieren und kann sie auch durch eine 2/3-Mehrheit blockieren. Erreicht auch der geänderte Gesetzesvorschlag keine Zustimmung, kann das Parlament so Gesetze wirksam blockieren. Damit sind dem Parlament in Patalipūtra Souveränenrechte übertragen worden, was das Regierungssystem des Staates für politikwissenschaftliche Betrachtungen sehr interessant macht.
Alle Bürger – mit Ausnahme der Adligen – haben das aktive und passive Wahlrecht ab dem 25. Lebensjahr[10].
Parteien
Klassische politische Parteien gibt es im Königreich nicht. Es finden sich vielmehr vor jeder Wahl kurzfristige Wahlvereine, kelab pihlihan raya, in dene sich Kandidaten entweder nach Interessen oder Herkunft zusammenfinden. Manchmal haben diese Wahlvereine, die vor allem der Geldsammlung und Organisation der Wahlkämpfe dienen, noch einige Zeit Bestand, meist bilden sich hier aber eher nach Interessenslage einzelne Bänke (bangku), die aber auch nicht unbedingt eine gantze Legislatur halten[11].
 
Medien
Medien in Form von Tageszeitungen sind eine sehr neue Erscheinung in Patalipūtra und vor allem aus Anadolü in das Königreich gebracht worden. Derzeit gibt es nur zwei überregionale Zeitungen, die von der Regierung finanzierte und trotzdem recht freie Suara und die auflagenschwache, privat-finanzierte Kebenaran. Noch gibt es keine lokalen Zeitungen[12].
 


 
Bildungssystem
Die Grundbildung in der Grundschule, Sekolah Rendah, die vier Jahre dauert und kostenlos ist. Es gibt zwar eine Schulpflicht, doch wird diese so gut wie nicht überwacht, so dass insgesamt nur etwa 60 % der Kinder (regelmäßig) eine Schule besuchen. Dabei klafft eine gewaltige Lücke zwischen den Städten mit einer Beschulungsquote von 97 % und dem Land mit durchschnittlich 40 %.
Die höhere Bildung auf der Oberschule, Sekolah Tinggi, ist kostenpflichtig und wird nur von 35 % aller Schüler besucht. Der Abschluss dieser sechsjährigen Schule ermöglicht es, ein Studium an einer der beiden Universitäten, der Offiziersakademie oder eine Laufbahn im Staatsdienst einzuschlagen.
Die beiden Universitäten liegen in der Haupstadt. Neben einem Aufnahmetest sind zudem hohe Studiengebühren zu entrichten, hinzukommt der Umstand, dass viele Studenten erst in die Hauptstadt ziegen müssten. Aus diesem Grund studieren nur etwa 5 % aller Absolventen der Oberschule[13].
 
Wirtschaft
Die ursprünglich ausschließlich auf den Gewürzexport angelegte Wirtschaft ist heute deutlich diversifizierter, aber noch immer spielen der Anbau von Muskat, Chili, Kakao, Kaffee und Gummi eine große Rolle. Die Landwirtschaft insgesamt macht noch etwa 40 % der Gesamtwirtschaftsleistung des Staates aus. Die Hügel bei Perlis enhalten Zinn, das seit einigen Jahren abgebaut und ebenfalls exportiert wird. Die lokalen Silbervorkommen werden bereits seit Ankunft der Sooraj ausgebeutet. Silber wird zu Schmuck und Gebrauchsgeschirr verarbeitet, aber auch als Barren exportiert. Hauptabnehmer ist das an Silber arme Aerath. Nur langsam findet die Wirtschaft Patalipūtras Anschluss an die aufstrebenden Staaten des Zentrallandes[14].
Die Autorin dieses Kapitels
Svariti Mahathir, geb 1809 in Kuching, entstammt einer Adelsfamilie mit Sooraj-Wurzeln. Ihre Familie gehörte bereits zur ersten Expedition, die letztlich zur Gründung des Königreichs führte. Wie viele der alten Adelsgeschlechter ging auch die Famlie Mahathir enge Bindungen mit lokalen Klans ein und repräsentiert so die typische synkretistische Kultur Pataliputras. Svariti Mahathir wurde als dritte Tochter des Barons Indah Mahathir geboren und erhielt zuerst die typische Ausbildung einer adligen Tochter. Sie zeigte aber schon früh eine enorme Lernbereitschaft und eine Lust am Lesen, die den Vater veranlasste, sie zusammen mit seinen Söhnen an die königliche Schule in der Hauptstadt zu entsenden, wo sie 1827 ihren Abschluss mit Auszeichnung machte. Danach besuchte sie die ausgedehnte Familie in den verschiedenen Sooraj-Staaten und kehrte 1830 nach Pataliputra zurück und begann ein Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Volkskunde an der Harihari-Universität der Hauptstadt. Auf Grund ihres Talents und ihrer großen Intelligenz konnte sie bereits 1834 zur Doktorin der Volkskunde und 1835 zur Doktorin der Volkskunde promoviert werden. Nach einer fünfjährigen Lehrtätigkeit in Rigoon wurde sie zur Leiterin des Instituts für Sooraj-Geschichte in Sigoon, wo sie den Grafen Bhavyata Se heiratete. Als dieser als Botschafter nach Pataliputra gesandt wurde, kehrte sie 1849 mit ihm in die alte Heimat zurück und wurde hier 1850 als Professorin für Volkskunde an die Harihari-Universität berufen. 1851 übernahm sie zusätzlich den Lehrstuhl für Volkskunde am Königlichen Historischen Seminar der Universität.


 
Literaturliste
 
Frompelbach, Friedrich-Wilhelm-Peter:
Pataliputra. Eine politische und kulturelle Geschichte, Meenz 1834.
 
Mahathir, Svariti:
Bahasa dan masyarakat Pataliputra, Pelabuhan-Wangian 1851.
 
Mahathir, Svariti:
Ekonomi kerajaan, Pelabuhan-Wangian 1853.
 
Mahathir, Svariti:
Garis besar negara kita, Pelabuhan-Wangian 1849.
 
Mahathir, Svariti:
Masyarakat dan budaya di dalam kerajaan, Pelabuhan-Wangian 1847.
 
Pendakin, Berjalan:
Ruang semulajadi, landskap, geologi, Pelabuhan-Wangian 1849.
 
Perkara, Pakar:
Pataliputra, Pelabuhan-Wangian 1851.
 
Prijaavahat, Previn:
Sinkretisme dan Tradisi, Pelabuhan-Wangian 1850.
 
Segala-Galanya, Tahu:
Sejarah patriotik yang hebat, Pelabuhan-Wangian 1800.
 
Sejenak, Pelahap:
Lebih daripada hanya mi goreng - dapur pataliputra, Pelabuhan-Wangian 1839.
 


[1]Zur Geschichte des Landes  vgl. die wichtigen Werke  Tahu Segala-Galanya, Sejarah patriotik yang hebat, Pelabuhan-Wangian 1800, Friedrich-Wilhelm-Peter Frompelbach, Pataliputra. Eine politische und kulturelle Geschichte, Meenz 1834.
[2]Berjalan Pendakin, Ruang semulajadi, landskap, geologi, Pelabuhan-Wangian 1849.
[3]https://pixabay.com/en/background-dense-environment-flora-70999/
[4]Vgl. mein Werk Garis besar negara kita, Pelabuhan-Wangian 1849.
[5]Die Zahl bezieht sich auf das gesamte Fürstentum einschließlich der Grafschaften.
[6]Vgl. mein Werk Bahasa dan masyarakat Pataliputra, Pelabuhan-Wangian 1851.
[7]Vgl. mein Werk Masyarakat dan budaya di dalam kerajaan, Pelabuhan-Wangian 1847.
[8]Vgl. Previn Prijaavahat, Sinkretisme dan Tradisi, Pelabuhan-Wangian 1850.
[9]Pelahap Sejenak, Lebih daripada hanya mi goreng - dapur pataliputra, Pelabuhan-Wangian 1839.
[10]Pakar Perkara, Pataliputra, Pelabuhan-Wangian 1851.
[11]Pakar Perkara, Pataliputra, Pelabuhan-Wangian 1851.
[12]Pakar Perkara, Pataliputra, Pelabuhan-Wangian 1851
[13]Pakar Perkara, Pataliputra, Pelabuhan-Wangian 1851
[14]Vgl. Mein Werk Ekonomi kerajaan, Pelabuhan-Wangian 1853.


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