Es ist: 05-12-2022, 06:03
Es ist: 05-12-2022, 06:03 Hallo, Gast! (Registrieren)


Im Regen geboren (3)
Beitrag #1 |

Im Regen geboren (3)
« 2. (Bus) Chamäleon


3. (Rosengarten) Vater

„Ein Käsebrötchen und eine Apfelschorle, bitte.“ Chamäleon legte das abgezählte Kleingeld auf den Tresen, während Leah nach dem Essen griff. Sie hatte keinen Appetit, in ihr lag zu viel Beklemmung, um jetzt in Ruhe etwas zu essen; weiterzuleben.
„Iss trotzdem etwas. Versuch es wenigstens.“
Sie nickte kaum merklich, als sie den Kiosk wieder verließen.
Halbherzig biss sie in das Brötchen. Chamäleon führte sie zu einer Bank, von der aus sie die Rosen sehen konnte, die bestimmt erst im Laufe des Tages ihre regenverschmierten Blüten wieder zu voller Farbe gebracht hatten. Die Sonne legte einen wohligen Schimmer auf ihre Häupter.
„Als wir das letzte Mal hier waren, kannten wir uns noch nicht.“
Sie biss noch einmal von ihrem Brötchen ab, jeder Klumpen Essen gelangte nur widerspenstig in ihren Magen. Leah nickte nur, bevor sie das Essen zurück in die Tüte packte und die Knie an den Körper zog.
Gedankenversunken betrachtete sie die Rosen vor sich. Jede zu jung, um sich an ihre erste Begegnung vor zwei Jahren zu erinnern.
„Was wollen wir hier?“ Das Schotterknirschen von Spaziergängern im Hintergrund.
„Du isst was, darum sind wir hier.“
„Ich hätte auch Zuhause ... ich meine, da, wo ...“ Herbstblätterrauschen. „Ich hätte überall etwas essen können. Überall, aber dieser Ort hier ... der ist besonders.“
Chamäleon nickte schweigend. Dann stand er auf und stellte sich an den Zaun, der den Garten neben dem Rosenbeet begrenzte. Er strich mit den Fingern über das Holz, an dessen tiefbrauner Farbe die Zeit genagt hatte. „Er müsste einmal wieder gestrichen werden“, wandte er sich an Leah. „Ich habe noch etwas Farbe Zuhause.“ Nach einem Zweig greifend beugte er sich nach unten, richtete sich wieder auf und imitierte eine Streichbewegung. „Ja, so sollte er bald wieder aussehen wie frü...“
„Er wird nie wieder so aussehen.“ Sie stieß ihm den Stock aus der Hand. „Auch wenn du ihn noch zehn Mal anstreichst. Es wird nicht mehr dasselbe sein.“
„Aber es könnte so ähnlich sein, so ähnlich oder besser. Man muss nur anfangen, verstehst du? Anfangen und dann wird es so.“
Wut schrieb Falten in ihr Gesicht. „Nein, verdammt!“
Die Bilder der Vergangenheit waren vor ihrem Auge verblasst, bevor sie Chamäleon das erste Mal getroffen hatte. Chamäleon, der dem Zaun seine alte Farbe zurückgegeben und für einen Moment eine ehemalige Gegenwart heraufbeschworen hatte. Doch es war nicht dasselbe gewesen, selbst wenn die Umgebung geblieben war. Derselbe Gartenzaun, doch ein anderes Kopffoto. Keine Übereinstimmung.
„Leah, was ist los? Darüber reden wir seit Monaten.“ Er setzte sich wieder auf die Bank und nahm den Hut vom Kopf, begann ein weiteres Mal, an dem Band zu zupfen. Sein Blick befahl Leah geradezu, sich neben ihn zu setzen. Doch sie blieb stehen.
In ihren Gedanken reflektierten sich die letzten Wochen; Worte von Mut, vom Anfang, davon, dem Innersten nachzugehen. Wie im Zeitraffer rasten sie an ihr vorbei, in ihr vorbei, und wurden ersetzt von den Bildern der letzten Nacht, all die Stunden einnehmend, die den großen Worten gedient hatten. Und zu nichts geworden waren.
„Zu spät“, gab sie leise von sich. „Du hast gesagt, es würde sich besser anfühlen, wenn man anfängt. Wenn man anfängt, sich selbst zu überwinden. Und wenn man dem plötzlichen Gefühl nachgeht, das wäre richtig. Das wäre richtig! Hast du gesagt.“ Viel kräftiger war ihre Stimme jetzt. „Und es ist falsch.“
„Warum ist es denn falsch?“ Unverstehen besetzte den Platz unter seinen Lidern. „Warum ist es falsch, Leah? Weil dein Vater tot ist? Das ist traurig und du wolltest es nicht. Aber du wolltest dieses Haus anzünden. Du wolltest es, du hast es doch gefühlt.“
Ein unnatürlicher Knall erklang, als ihre Handfläche auf seine Wange traf. Sie behielt die Luft in der Lunge und drückte ihre Finger mit aller Kraft auf sein Gesicht. Seine Augen suchten nach ihren, doch sie schaute weg. Konzentrierte alle Wut auf den Mann, der sie hierher gebracht hatte. Schaute weg, bis er endlich ihre Hand von seiner Wange löste und Leah an beiden Armen festhielt.
„Lass – mich – los!“, schrie sie ihn an, schwer atmend. Doch stattdessen stand er auf und überragte sie nun um mehr als einen Kopf. „Du sollst mich loslassen!“
Chamäleon starrte sie an, eindringlich, dann stieß er sie von sich fort. Sie stolperte nach hinten, fiel fast in das Rosenbeet und schaffte es gerade so, sich noch zu fangen. Halb in der Hocke und sich mit einem Arm am Boden abstützend schaute sie zu ihm nach oben. Wie ein Tyrann stand er über ihr, zum Gegenschlag bereit. Doch in seinen Augen fand sie Entsetzen.
Er wandte sich ab, ihrem Blick entgehend.
„Wo willst du hin?“, brachte sie zwischen zwei Atemzügen hervor und er stockte in der Bewegung. „Du kannst doch nicht weglaufen! Das hast du selbst gesagt. Man kann nicht weglaufen, früher oder später kommt alles zurück.“ Chamäleon fühlte die Taschen seiner Latzhose ab, fand, wonach er suchte und drehte sich wieder zu Leah um. Die rechte Hand zu einer Faust geschlossen, Zorn darin ballend.
Bevor er etwas erwidern konnte, stand sie auf und wischte ein paar Kieselsteine von ihrer Handfläche. Rote Abdrücke zeugten von seinem Griff, Schmerz pochte leise in ihren Gelenken.
Als Chamäleon wieder das Wort ergriff, klang seine Stimme fremd. Nicht mehr beruhigend, sondern als wäre sie in den letzten Minuten mit Bedrohlichkeit geölt worden. „Was bildest du dir eigentlich ein?!“ Er kam wieder ein Stück näher, zielstrebig sein Gang. In seinem halb geöffneten Mund lagen Phrasen, die kurz davor waren, sie zu erreichen. Doch er schloss die Lippen. Seine rechte Hand vergrub sich in einer Hosentasche, seine Gestalt entspannte sich für einen Moment. Dann fand er wieder zu Worten, ruhiger, doch Leah fühlte sich noch nicht wieder geborgen in seiner Gegenwart. „Bist du nicht auch auf der Flucht?“ Zielsicher. Fast ein Lächeln um die Mundwinkel. „Bist du nicht weggelaufen, als es gebrannt hat? Hast du dich nicht wie immer auf einem Spielplatz versteckt?“
Sie schaute ihn an wie einen Fremden, die Klänge der anderen Spaziergänger verloren sich in angespannter Stille.
„Hast du nicht gelächelt, als du das Streichholz entzündet hast? Hast du dich nicht gefreut, als die Flammen Nahrung fanden?“
Schwer sog sie die Luft ein, um am Leben zu bleiben. Auch wenn sich die Stille um sie herum und die Worte Chamäleons nicht wie Leben anhörten.
„Und trotzdem stehst du jetzt hier. Weil du weggelaufen bist!“
„Ich ...“ Doch ihr fehlte die Kraft, ihre Gedanken fortzulenken von Chamäleons Gesicht, dessen Ausdruck sie nicht deuten konnte. Wie das Starren ins Nichts war ihr Blick, nur dass ihr Nichts für den Moment alles war.
Schließlich brachte er sie dazu, den Kopf zu schütteln und wieder zu sich zu kommen, indem er sich wieder auf die Bank setzte und Leahs heruntergefallenes Käsebrötchen aus dem Gras aufhob. Er lehnte sich gegen das Holz, zog den Hut weit ins Gesicht und verschränkte die Arme vor der Brust.
Versunken erschien er ihr, doch seine Worte schwammen noch auf der Oberfläche. Gelangten wie die Vorboten einer Flut in ihr Bewusstsein, bis sie merkte, dass es zu spät war, um sich noch hinter dem schützenden Damm zu verstecken.
„Du bist verrückt“, brachte sie leise hervor. „Du bist verrückt.“ Gewiss.
Chamäleons Gestalt erlangte die Körperspannung zurück, die Arme auf der Bank abstützend setzte er sich gerade hin. Sein Blick wirkte durchdringend, ein leichtes Lächeln umspielte seine Mundwinkel. „Du siehst deiner Mutter ähnlich, wenn du nicht weißt, was du sagen sollst.“ Jetzt richtete er sich auf und kam einen Schritt auf sie zu. „Ihr rümpft dann beide die Nase, als würde euch etwas nicht gefallen.“ Eine Hand nach ihrem Arm ausstreckend, fuhr er fort. „Und der Mund ist ein leicht nach unten gebogener Strich.“ Leah zuckte zurück und spürte, wie sie in einen der Rosensträucher trat. „Nur deine Augen, die gefallen mir nicht. Die sehen aus -“ Hier verblasste das Lächeln. „- wie von deinem Vater.“
Sie wollte rennen, doch in ihren Beinen steckte Stillstand. Für Sekunden schloss sie die Augen und behielt sie danach wie versteinert geöffnet. Sah nur, ohne reagieren zu können.
Wie er nach ihrem Arm griff, ihr seine rauen Finger über die Wange strichen.
Wie er mit seinem Gesicht ihrem so nah kam, als wollte er jedes Staubkorn auf ihrer Haut bewundern.
Wie er den Mikroskopblick noch tragend von ihr Abstand nahm, einem Abschied gleich.
Dann erreichte sie die Flut und ihre Instinkte zwangen sie, sich über Wasser zu halten. Sie stolperte zwei Schritte zur Seite und erkannte einen alten Mann vor sich, der ihr zum ersten Mal begegnete. Chamäleon schimpfte er sich, dabei trug er nur eine Farbe, verdeckt von einem falschen Spiel, dessen Ziel und Regeln sie nicht kannte. Nur die Spielfigur und das war sie selbst.
„Wieso redest du so über meine Eltern?“
Wieder stand ein überlegenes Lächeln zwischen seinen Lippen.
„Jetzt sag schon, wieso?“ Ihr Sichtfeld schwankte vor Aufruhr und Erschöpfung. Doch noch immer folgte keine Antwort. „Und woher kennst du meine Mutter? Woher?“
Jetzt regte sich seine Zunge und formte Laute, deren Bedeutung Leah nicht begriff.
„Weil ich ihr Vater bin.“


» 4. (nirgendwo) Mutter

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #2 |

RE: Im Regen geboren (3)
Hallo Libbi,

also, ich hab beschlossen, es heute doch noch zu schaffen, das hat die Libbi auch verdient, weil sie auch immer so fix ist, das muss belohnt werden und außerdem wüsste ich nicht, ob ich nicht morgen auch wieder so erledigt bin wie heute. Ist schon nicht einfach, nach der vorlesungsfreien Zeit wieder Uni zu haben ... Aber ich bin guten Mutes, das macht schon mal gute Laune. Icon_smile

Nach diesem Kapitel habe ich beinahe noch mehr Fragen als vorher und deshalb finde ich auch, dass deine Geschichte eine unheimliche Spannung aufbaut. Weil ich jetzt unbe-, unbedingt wissen will, was hinter allem steckt! Warum hat Leah das Haus angezündet? Wann und wie und warum hat sie Chamäleon so viel erzählt? Und seit wann sind die beiden eigentlich befreundet; wie hat Chamäleon das geschafft und was - er ist ihr Großvater?! Ich dachte irgendwie, er wäre so 40 oder so ... höchstens ... Aber das war subjektives Empfinden, da hast du mir keinen Hinweis drauf gegeben oder so.

Ich will wirklich, wirklich wissen, was mit Leah ist. Und irgendwie klingt es plötzlich so, als wäre der Brand schon länger her als eine Nacht. Weil Chamäleon sie auf den Spielplatz angesprochen hat - der scheint ein häufiges Fluchtziel Leahs zu sein.
Ich bin voller Fragezeichen und wenn ich das richtig verstanden habe, ist der nächste Teil schon der letzte?!
Ich warte ab. Ungeduldig, aber was bleibt mir anderes übrig.
Mensch, ich bin doch soo neugierig ... und soo ungeduldig ... Icon_ugly

Zum Text:

Zitat:Sie hatte keinen Appetit, irgendwo in ihr lag zu viel Beklemmung, um jetzt in Ruhe etwas zu essen; weiterzuleben.
Ist das "irgendwo" wirklich wichtig? Oder reicht es zu wissen, dass die Beklemmung in ihr ist?

Zitat:Chamäleon führte sie zu einer Bank, von der aus sie die Rosen sehen konnte, die bestimmt erst im Laufe des Tages ihre regenverschmierten Blüten wieder zu voller Farbe gebracht hatten.
Wie spät ist es denn inzwischen?
Irgendwie gefällt mir der zweite Teil des Satzes nicht, wegen des "gebracht" ... *überleg* - vielleicht "entfaltet" oder "Schönheit entfaltet" oder "Pracht entfaltet" hatten?

Zitat:Jede zu jung, um sich an ihre erste Begegnung vor zwei Jahren zu erinnern.
Ein schöner Satz ...

Zitat:„Ich hätte auch Zuhause ... ich meine, da, wo ...“
Ist ja eklig, ich frag mich jedes Mal, ob das nach neuer RS wirklich so geschrieben wird ... -.-

Zitat:„Er müsste einmal wieder gestrichen werden“, richtete er sich an Leah.
Nur ein Bauchgefühl: würde "richtete" durch "wandte" ersetzen.

Zitat:„Ich habe noch etwas Farbe Zuhause.“
Icon_igitt "Zuhause" Icon_igitt

Zitat:Nach einem Stock greifend beugte er sich nach unten, richtete sich wieder auf und imitierte eine Streichbewegung.
Was für ein Stock? Ein Zweig, ein Ast ...?

Zitat:„Aber es könnte so ähnlich sein, so ähnlich oder besser. Man muss nur anfangen, verstehst du? Anfangen und dann wird es so.“
Wut schrieb Falten in ihr Gesicht. „Nein, verdammt!“

Ich möchte echt wissen, worüber die beiden da gerade reden. In Wirklichkeit, meine ich ...

Zitat:Die Bilder der Vergangenheit waren vor ihrem Auge verblasst, bevor sie Chamäleon das erste Mal getroffen hatte.

Mhmmm ... Ich bin mir nicht sicher, was dieser Satz zu bedeuten hat. Geht es da um die Vergangenheit mit der Mama - als diese noch gelebt hat? Meint sie, dass sie sich an diese Vergangenheit schon lange nicht mehr richtig erinnern konnte, als sie Chamäleon das erste Mal getroffen hat?

Zitat:„Leah, was ist los? Darüber reden wir seit Monaten.“

Worüber?!
Das war einer dieser Sätze, der mich daran zweifeln lassen hat, dass der Brand erst in der letzten Nacht war.

Zitat:In ihren Gedanken reflektierten sich die letzten Wochen; Worte von Mut, vom Anfang, davon, dem Innersten nachzugehen. Wie im Zeitraffer rasten sie an ihr vorbei, in ihr vorbei, und wurden ersetzt von den Bildern der letzten Nacht, all die Stunden einnehmend, die den großen Worten gedient hatten. Und zu nichts geworden waren.
Okay. Es ist doch erst eine Nacht her.
Worum geht es denn dann? Was ist denn vor letzter Nacht gewesen? Ich glaube, das ist die Kernfrage. Wie ist es zur letzten Nacht überhaupt gekommen?
Icon_confused Mann, Mann, Mann ...

Zitat:Aber du wolltest dieses Haus anzünden. Du wolltest es, du hast es doch gefühlt.“
Das bestärkt mich wieder in der Annahme, dass sie eine Pyromanin ist. Ich verstehe nur nicht, warum Chamäleon das so hinnimmt. Das einzige, was ich mir denken könnte (was aber völliger Quatsch ist, denn dann hätte er Vorsorge getroffen und außerdem ist er Maler), ist, dass er Leahs Therapeut ist. Kann aber wie gesagt nicht sein.
Ich muss auch die ganze Zeit daran denken, dass Sternchen das mit dem Theaterstück gesagt hat ... Und du hast ganz begeistert reagiert.
Mann, Mann, Mann.

Zitat:„Du kannst doch nicht weglaufen! Das hast du selbst gesagt. Man kann nicht weglaufen, früher oder später kommt alles zurück.“ Chamäleon fühlte die Taschen seiner Latzhose ab, fand, wonach er suchte und drehte sich wieder zu Leah um.

Absatz nach der wörtlichen Rede? Leah ist doch diejenige, die spricht.
Was hat er denn aus der Hosentasche geholt - Zorn?

Zitat:„Bist du nicht weggelaufen, als es gebrannt hat? Hast du dich nicht wie immer auf einem Spielplatz versteckt?“
Ich gebe es auf. Die beiden befinden sich auf einer anderen Ebene als ich. Ich warte jetzt auf des Rätsels Lösung. Sehnsüchtig.

Zitat:Schloss die Augen für Sekunden und behielt sie danach wie versteinert geöffnet. Sah nur, ohne reagieren zu können.
Wie er nach ihrem Arm griff, ihr seine rauen Finger über die Wange strichen.
Wie er mit seinem Gesicht ihrem so nah kam, als wollte er jedes Staubkorn auf ihrer Haut bewundern.
Wie er den Mikroskopblick noch tragend von ihr Abstand nahm, einem Abschied gleich.
Und hier wirkt er übrhaupt nicht mehr wie ein Freund, sondern eher wie ein unberechenbarer, unbekannter Fremder. Ein Feind.

Zitat:Sie stolperte zwei Schritte zur Seite und erkannte einen alten Mann vor sich, der ihr zum ersten Mal begegnete.
Genau. Bestätigt mein Gefühl.

Zitat:„Weil ich ihr Vater bin.“
Libbi, du machst mich fertig. Ehrlich. Ich konnte kaum aufs Sprachliche achten - musste ich auch nicht, da hat alles soweit hingehauen und der Stil passt hervorragend zum Geschehen (glaube ich). Du hast mich wirklich neugierig gemacht. Wann kommt der nächste Teil?

Grr. *g*

Lieben Gruß und bis bald,

Lilly


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Beitrag #3 |

RE: Im Regen geboren (3)
Hallo Libbi

Deine Geschichte ist echt klasse. Ich denke mal, dass Leah das Haus aus Wut und Frustation angesteckt hat. Vll hat sie den Hass auf das Objekt selber. Ihren Vater wollte sie ganz sicher nicht töten. Wird ja mehr als deutlich. Sie kommt mit dem Tod der Mutter nicht klar. Der Chamäleon ist mir immer noch ein Rätsel, ebenso, warum er alles über den Brand weiß und auch dass Leah es getan hat.

Ist ein kurzer Kommi und dass der Mann da ihr Großvater( Opa passt hier glaub ich net so gut) ist, gibt dem Ganzen eine neue Wendung, obwohl ich da ein bisschen an Darth Vader denken musste Luke, ich bin dein Vater und was mir noch Kopfzerbrechen macht, ist, wo Leah Nachts schläft. Sie kommt mir ein bisschen wie ein herrenloser Hund vor.

Das wars auch schon. Freue mich auf den nächsten Teil

Liebe Grüße Persephone


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Beitrag #4 |

RE: Im Regen geboren (3)
Hallo ihr Beiden!

Ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid, und dann auch gleich am ersten Tag Icon_smile.
Vielen Dank für eure Kommis!

zu Lilly:
Als ich deinen Kommi gelesen habe, musste ich mir erst einmal schauen, wie der vierte Teil ankommen würde. Wahrscheinlich ist der mit zwei Seiten einfach zu kurz. Gut, dass ich mit dem sowieso nicht zufrieden war *g.
Irgendwas scheint in meiner Leseplanung schief gelaufen zu sein, denn die Fragen, die du stellst:
Zitat:Warum hat Leah das Haus angezündet? Wann und wie und warum hat sie Chamäleon so viel erzählt? Und seit wann sind die beiden eigentlich befreundet; wie hat Chamäleon das geschafft und was - er ist ihr Großvater?!
Sind jetzt größtenteils erklärt. Denn sie kennt Chamäleon seit zwei Jahren, sie haben viel geredet in dieser Zeit (weil ihr Vater blöde Arbeitszeiten hat und sie ja traurig ist wegen ihrer Mutter). Wie er es geschafft hat? Als sie sich kennenlernten, war Leah vierzehn, und dann kommt einer und erklärt ihr die Welt ... Das sind die Sachen, die man nach diesem Teil auf jeden Fall wissen sollte (wie gesagt, ich glaube, das liegt sehr an mir *g). Und das mit dem Hausbrand, abwarten Icon_smile
Zitat:Ist das "irgendwo" wirklich wichtig? Oder reicht es zu wissen, dass die Beklemmung in ihr ist?
Hast Recht.
Zitat:Irgendwie gefällt mir der zweite Teil des Satzes nicht, wegen des "gebracht" ... *überleg* - vielleicht "entfaltet" oder "Schönheit entfaltet" oder "Pracht entfaltet" hatten?
Ja, gebracht klingt hässlich, man kann das Päckchen zur Post bringen (wenn sie nicht streikt), aber hier wäre was anderes besser. Nur "entfaltet" find ich - übertrieben *g.
Zitat:Geht es da um die Vergangenheit mit der Mama - als diese noch gelebt hat? Meint sie, dass sie sich an diese Vergangenheit schon lange nicht mehr richtig erinnern konnte, als sie Chamäleon das erste Mal getroffen hat?
Genau! Dass sie in Erinnerung gefangen war.
Zitat:Worüber?!
Das war einer dieser Sätze, der mich daran zweifeln lassen hat, dass der Brand erst in der letzten Nacht war.
Sie kennen sich seit zwei Jahren!
Zitat:Das einzige, was ich mir denken könnte (was aber völliger Quatsch ist, denn dann hätte er Vorsorge getroffen und außerdem ist er Maler), ist, dass er Leahs Therapeut ist. Kann aber wie gesagt nicht sein.
Nein, wir haben grade gelernt, dass er der Großvater ist, was Leah bis dahin nicht wusste.
So und jetzt könnte man sich die Sache schon zusammenreimen. Ich bin mal gespannt.
Zitat:Was hat er denn aus der Hosentasche geholt - Zorn?
Was Fieseres.
Und ja, Chamäleon ist ein bisschen zwielicht, ich fürchte ja, man merkt die enge Beziehung zwischen den beiden am Anfang nicht so gut.

Irgendwie freue ich mich ja total, dass du so gefrustet bist. Auch wenn's mir ein bisschen Leid tut.
Das ist das blöde an V-Geschichten - ich kann auf dem Weg nicht fragen, wo mehr sollte. Aber ich merke schon, wo mehr könnte. Steht auf der Liste.

zu Persephone:
Darth Vader Mrgreen Ich hab Star Wars nie gesehen, nur mal innerhalb von einer Viertelstunde die Geschichte erzählen lassen. Sozusagen Schnelldurchlauf durch die sechs Teile, wobei manche echt kurz geworden sind und ich mich frage, was die da wohl die ganzen Filme über machen *g.
Ja, stimmt, das klingt ein bisschen danach. Nichts ist neu und so Icon_wink. Wenn ich jetzt wüsste, wie Star Wars ausgeht, wüsste ich, wie meine Geschichte enden soll (ich hadere ein bisschen mit meinem Ende). Danke dir fürs Lesen und Kommentieren und Dabeibleiben :D

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #5 |

RE: Im Regen geboren (3)
Hey Libbi!
So, dann will ich mich mal auf den dritten Teil stürzen, den ich beinahe übersehen hätte, aber dann hab ich nochmal die Zahlen angeschaut und gedacht: Häh? Drei? Das kennst du ja doch noch nicht. Naja und dann halt *freu*Icon_jump
Ich war auf jeden Fall wieder sehr positiv überrascht, wie sich die Geschichte entwickelt. Ein bisschen wiederkehrender Alltag, ein bisschen mehr Hoffnung und dann das kleine Geheimnis, das Leah hier erfährt. Okay, vielleicht doch eher ein großes Geheimnis. Dass sie das nicht wusste... Es gibt so viele Menschen auf der Welt und unter denen allen trifft sie ausgerechnet den, der ihr vom Gesetz her am nächsten Stand. Fast wie einen neuen Vater. Auf jeden Fall jemand, der für sie da ist, der mit ihr zusammen ist, ich denke, alleine wäre schlecht für sie. Alleine holt sie niemand aus den Gedankengefängnissen raus, die ganz dicht unter der Oberfläche draauf warten, dass sie einen kleinen Fehler macht. Und dann nicht mehr rausfindet, nicht mehr in die Welt findet. Wer würde da auch hin wollen? Da sterben Menschen, die man liebt. Da wird nie wieder etwas wie früher sein. Ständig in Bewegung. Wenn Stillstand tot ist, was ist dann Bewegung? Ich weiß nicht, so wirklich als Leben würde ich sie nicht bezeichnen. Leben geht im Herzschlag. Aber der Herzschlag in Leahs Welt ist kurz davor, zu schwinden. Flatline. Wenn sie ganz still ist kann sie sicher schon das Piepsen dieses Apperats hören, wo die grüne Linie auf dem Bildschirm ist und so komisch zuckt. Bei soviel Tod ist Leben doch auch nur eine Scheinwelt, oder nicht? Ich mag es lieber, wenn die Welt stillsteht. Das ist nicht wie sterben, mehr wie einen Augenblick lang Luft holen und wieder auf den Füßen zum stehen kommen. Egal, worauf man vorher gestanden/gelegen hat. Es fühlt sich gut an, wieder auf den Füßen zu stehen. Ich glaube, Leah würde ein solcher Moment auch ganz gut tun. Dass sie wieder ein bisschen mehr zu sich selber kommen kann.

Chamälion mag ich diesmal noch ein bisschen weniger. Er will ihr helfen, will sie zurück in die Welt bringen, aber seine Worte sind so hart und eigentlich macht er doch nichts. Er könnte genau so gut den Mund halten, dann das was er sagt, das kommt nicht wirklich zu ihr durch. Sie will das nicht wahrhaben. Sicher ist es besser so, als allein zu sein. Aber er sollte auch ein bisschen gucken, was passiert ist. Dass es nicht so einfach ist, wie er sich das vorstellt. Vor allem sollte er nicht so Sachen sagen wie mit dem Streichholz. Es ist einfach unfair, davon zu reden, wenn da ein Feuerkind vor einem steht, ein kleiner Mensch, der gerade erlebt hat, wie grausam Flammen sein können und dass sie nicht nur schön leuchten. Der so viel verloren hat. Ich kann gut verstehen, dass sie ihn schlägt. Von mir hätte er sich vermutlich auch eine gefangen. Es ist ja schön, dass er sie ein bisschen unterstützen will, aber kann er das nicht ein wenig vorsichtiger machen.

Leah tut mir immer ein bisschen mehr leid. Sie ist dabei, aus der Welt rauszufallen und zurück geht einfach nicht mehr. Zurück geht nie. Immer nur nach vorne. Da einen Weg suchen. Einen Weg - vielleicht mit Chamälion. Ich war wirklich erstaunt, als er sich zu seiner Verwandtschaft mit der Mutter bekennt. Jetzt hat Leah einen Opa. Was das wohl für ein Gefühl ist? Ich bin auf Jeden Fall gespannt, wie das mit den beiden jetzt weiter geht. Ob Leah es akzeptiert. Eigentlich sind sie immer noch Fremde, kennen sich noch nicht besonders lange. Vielleicht kann sein Geständnis ja zu etwas mehr Nähe beitragen. Vielleicht hört Leah dann auch mehr auf seine Worte, ist bereit zu akzeptieren, dass es zwar nicht mehr wie früher wird, aber trotzdem ein Leben sein kann. Dass sie irgendwann wieder lachen kann. Sie weiß jetzt, sie ist nicht allein. Sie kann sich ein wenig an ihn anlehnen, bis sie wieder von alleine weiterkann.
Oh, ich wünsche ihr so so sehr, dass alles wieder gut wird.
Zitat:„Ich habe noch etwas Farbe Zuhause.“ Nach einem Stock greifend beugte er sich nach unten, richtete sich wieder auf und imitierte eine Streichbewegung. „Ja, so sollte er bald wieder aussehen wie frü...“
Irgendwie schon ein seltsamer Mensch, wie er hier imaginär den Gartenzaun anstreicht. Irgendwie musste ich da lächeln, konnte mir richtig vorstellen, wie er da kniet vor dem Zaun. Kleine Anmerkung am Rande: Ich weiß nicht, wie ich darauf komme, aber wenn ich mir sein Bild in meinem Kopf anschaue, dann hat er immer so gelbe Gartenschuhe an. Schon seltsam:D
Zitat:Derselbe Gartenzaun, doch ein anderes Kopffoto. Keine Übereinstimmung.
"Kopffoto" ist ein unheimlich geniales Wort:icon_thumbs1:

Liebe Grüße & bis zum nächsten MalIcon_bussi
Lain

Schmetterlinge weinen nicht

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Beitrag #6 |

RE: Im Regen geboren (3)
Hallo Lain,

wieder ein Gedankenhaufen, vor den du mich stellst, über den ich mich sehr freue, weil ich merke, dass du mit den Figuren bist.
Danke dir! :D

Zitat:Okay, vielleicht doch eher ein großes Geheimnis.
Mrgreen Ja, ein ganz großes Ereignis! Hast du auch überlesen, dass sie sich seit zwei Jahren kennen? Das ist eine ganz schön lange Zeit, um jemandem zu verschweigen, dass man sein Großvater ist.
Zitat:Da wird nie wieder etwas wie früher sein. Ständig in Bewegung. Wenn Stillstand tot ist, was ist dann Bewegung?
Bewegung sind Menschen und Menschen sind Leben.
Oder: Bewegung ist Leben. Immer auf der Achse, aber nie runterfallen, immer aufpassen beim Drahtseilwandern, aber vorankommen, selbst wenn's durchgeschnitten wird und man nach unten fällt. Festhalten am Rest. Ob das bei Leah klappt?
Zitat:Aber der Herzschlag in Leahs Welt ist kurz davor, zu schwinden.
Ich musste sehr lachen, so ein ähnliches Bild hab ich im vierten Teil auch *g.
Zitat:Chamälion mag ich diesmal noch ein bisschen weniger. Er will ihr helfen, will sie zurück in die Welt bringen, aber seine Worte sind so hart und eigentlich macht er doch nichts.
Er ist eigen, es muss ja einen Grund haben, weswegen er ihr bis jetzt verschwiegen hat, wer er ist. Und ja, er will ihr helfen, hat ihr immer helfen wollen, aber ... ja, eben diese Unvorsicht, er tappt in jedes Fettnäpfchen, - warum?
Leah war nicht allein, vorher, sie haben viel geredet, das ist - befürchte ich - ein bisschen untergegangen. Ja, ich muss das irgendwie deutlicher machen. Das Vertrauen zwischen den beiden ist groß, von ihrer Seite aus, er weiß fast alles über sie, weil er sie getroffen hat, als sie ihrer Mutter noch nachgetrauert hat, aber es war, wie einem Geist nachzutrauern. Vergessen, damit aufzuhören, mit dem Trauern, einfach weitergemacht und den Grund verloren. Und auf dem Grund liegt ein Lächeln, das auch verschwunden ist. (Ich sollte jetzt überarbeiten, mir fließen gerade Worte.)
Zitat:Ich weiß nicht, wie ich darauf komme, aber wenn ich mir sein Bild in meinem Kopf anschaue, dann hat er immer so gelbe Gartenschuhe an.
Gelbe Gartenschuhe Mrgreen Schöne Idee. Gerne. Zieh sie ihm an Icon_wink.
Mir war klar, dass dir "Kopffoto" gefällt, ich mag das Wort auch. Ist ein Schönes, aber kann man nur einmal benutzen - leider *g.

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #7 |

RE: Im Regen geboren (3)
Hallo Libbi,

so, früher war leider nicht machbar. Ich hab es zwar gleich nach dem Einstellen gelesen - noch in der Nacht und du kennst mich ja, eigentlich ist das absolut nicht meinen Zeit *grins* - aber bis jetzt ist mir die Zeit davon gerannt.

Zitat:Leah nickte nur, bevor sie das Essen zurück in die Tüte packte und die Knie an den Körper zog.
Gedankenversunken betrachtete sie die Rosen vor sich. Jede zu jung, um sich an ihre erste Begegnung vor zwei Jahren zu erinnern.
Schön, wie du es eingebracht hast, wie lange es hier ist. *zwinker* Super!

Zitat:„Er müsste einmal wieder gestrichen werden“, richtete er sich an Leah. „Ich habe noch etwas Farbe Zuhause.“ Nach einem Stock greifend beugte er sich nach unten, richtete sich wieder auf und imitierte eine Streichbewegung. „Ja, so sollte er bald wieder aussehen wie frü...“
Also er würde ihn streichen? Wenn das öffentliche Gärten sind, dann muss er entweder dafür zuständig sein, oder die Finger davon lassen. *grins* Niemand kann einfach Zäune bemalen. Wenn er dort allerdings Gärtner ist, dann frage ich mich, wieso er die Farbe zuhause hat? - Voll pingelig, was? Aber ich bekommen das mit meiner Logik nicht so auf die Reihe.

Zitat:„Er wird nie wieder so aussehen.“ Sie stieß ihm den Stock aus der Hand. „Auch wenn du ihn noch zehn Mal anstreichst. Es wird nicht mehr dasselbe sein.“
„Aber es könnte so ähnlich sein, so ähnlich oder besser. Man muss nur anfangen, verstehst du? Anfangen und dann wird es so.“
Da ist das Kapitel schon gelesen habe und ja den Inhalt kenne, frage ich mich hier beim zweiten lesen, worauf er hinaus möchte. Will er den "so ähnlichen Vater" spielen? Sollten sie sich vielleicht einfach weiter anfreunden und "anfangen" und dann wird das schon?

Zitat:„Leah, was ist los? Darüber reden wir seit Monaten.“ Er setzte sich wieder auf die Bank und nahm den Hut vom Kopf, begann ein weiteres Mal, an dem Band zu zupfen. Sein Blick befahl Leah geradezu, sich neben ihn zu setzen. Doch sie blieb stehen.
Also ich komme schon wieder einmal mit meiner Verschwörungstheorie. Es könnte möglich sein, dass Chamäleon mit dem Tod ihres Vaters etwas zu tun hat, bzw. mit dem Irrtum vom Wochentag. In den letzten Kapiteln hast Leah gemeint, er hätte es verhindern können. Das ist geklärt, ich nehme an damit hatte sie den Wochentag gemeint. Nun ja, Chamäleon ist schwer für mich einzuschätzen.

Zitat:In ihren Gedanken reflektierten sich die letzten Wochen; Worte von Mut, vom Anfang, davon, dem Innersten nachzugehen.
Ich nehme an, dass hatte sie auf Chamäleons Zurreden getan. Sie sollte ihren Gefühlen nachgeben und sie nicht unterdrücken, sich dementsprechend verhalten.

Zitat:„Warum ist es denn falsch?“ Unverstehen besetzte den Platz unter seinen Lidern. „Warum ist es falsch, Leah? Weil dein Vater tot ist? Das ist traurig und du wolltest es nicht. Aber du wolltest dieses Haus anzünden. Du wolltest es, du hast es doch gefühlt.“
z z z z z z z z - der ist auch ein wenig wahnsinnig. *grins* "Ja wenn du willst, zünde das Haus an, wenn dir danach ist, dann ist es richtig." *lol* - Der ist absolut nicht gut für Leah.

Zitat:Schwer sog sie die Luft ein. Um am Leben zu bleiben, auch wenn sich die Stille um sie herum und die Worte Chamäleons nicht wie Leben anhörten.
Wie meinst du? Meinst du sie atmet um am Leben zu bleiben? Dann so:
*Schwer sog sie die Luft ein, um am Leben zu bleiben. Auch wenn sich die Stile um sie herum und die Worte Chamäleons nicht wie Leben anhörten.

Zitat:„Nur deine Augen, die gefallen mir nicht. Die sehen aus -“ Hier verblasste das Lächeln. „- wie von deinem Vater.“
Sein Lächeln verblasst - soll heißen, er kann ihn wohl nicht leiden, also gehe ich gleich noch mal doppelt davon aus, dass es mit dem ganzen "Unfall" etwas zu tun hat. Er ist ihr Vater und zweifellos, so wie er von ihrer Mutter geredet hat, war das für ihn keine einmalige Sache, sonder wohl Liebe. Also entweder er ist geisteskrank und hat was mit dem Tod der Mutter zu tun, oder er ist das, was ich noch überhaupt nicht zuordnen kann, vielleicht auch nur einfach ein Freund, der mir nicht geheuert ist.

Zitat:Sie wollte rennen, doch in ihren Beinen steckte Stillstand. Schloss die Augen für Sekunden und behielt sie danach wie versteinert geöffnet. Sah nur, ohne reagieren zu können.
Ich finde das hört sich hier sehr holprig an, jedenfalls die letzten beiden Sätze. Sie wirken wie Textfragmente und damit meine ich eigentlich den mittleren.

Zitat:Chamäleon schimpfte er sich, dabei trug er nur eine Farbe, verdeckt von einem falschen Spiel, dessen Ziel und Regeln sie nicht kannte.
das trifft ihn gut.

So, also ich sehe schon wieder überall Verschwörung. Langsam komme ich mir vor, als würde ich einen Krimi lesen, der darauf abzielt das ich eine Lösung suche, die dann gekonnt am Schluss total anders ausfällt, als ich erwartet hatte.
Momentan sehe ich die Geschichte in folgenden Licht. Leah hat das Feuer gelegt, weil sie sich innerliche von etwas befreien wollte. Ich rätsle noch sehr, was das ist. Das könnten Erinnerungen sein, vielleicht auch gezielte Erinnerungsstücke. Bei diesem Versuch kam ihr Vater ums Leben und Leah flüchtet nun vor sich selbst herum. Chamäleon sehe ich in dem ganzen, im Moment, als Fadenhalter. Er scheint alles zu wissen, der Schlüssel zu dem ganzen zu sein. Es wäre gut möglich, dass Leahs Vater etwas mit dem Tod der Mutter zu tun hat und er auf Leah so lange eingeredet hat, bis er sie dazu brachte, diesen Brand zu legen. Rache, wäre da ein Motiv, denn er scheint Leahs Mutter geliebt zu haben.

Ich kann natürlich absolut daneben liegen. Mein Eindruck wechselt von Kapitel zu Kapitel, aber ich muss sagen, dass ich langsam so etwas wie einen roten Faden entdecke. Wenn ich nicht total daneben liege, dann würde das meine ganze Theorie schön langsam bestätigen. - Hirnarbeit ist das mit dir! *grins*

Sprachlich wieder top. Diese eine Stelle wurmt mich ein wenig, die ich dir aufgeführt hab, ich finde dort ist dein Stil zu knapp gehalten, das klingt nicht mehr schön. Ansonst bin ich begeistert und freue mich auf den nächsten Teil.

*drück dich*
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #8 |

RE: Im Regen geboren (3)
Hallo Sternchen!

Endlich komme ich dazu, auf deinen Kommentar zu antworten.
Entschuldige, dass es so lange gedauert hat, aber so lange Kommentaren wollen ja auch eine ordentliche Antwort.
Danke dir auf jeden Fall! Icon_smile

Zitat:Wenn das öffentliche Gärten sind, dann muss er entweder dafür zuständig sein, oder die Finger davon lassen.
Na, ich dachte mir, er wurde dafür schonmal engagiert; und ja, wieso soll er die Farbe nicht zu Hause haben, wenn er das sozusagen freiberuflich macht? Kann man freiberuflich Maler sein? Das weiß ich jetzt leider nicht so genau, aber für die meisten Jobs hat man ja auch etwas zu Hause an Utensilien.
Zitat:Will er den "so ähnlichen Vater" spielen? Sollten sie sich vielleicht einfach weiter anfreunden und "anfangen" und dann wird das schon?
Nein, das will er ganz bestimmt nicht.
Chamäleon schätzt du ganz richtig ein, er ist schwer zu durchschauen; war es für jetzt für Leah und deswegen ist es nur gut, wenn das für den Leser nicht anders ist.
Zitat:"Ja wenn du willst, zünde das Haus an, wenn dir danach ist, dann ist es richtig." *lol* - Der ist absolut nicht gut für Leah.
*lacht*
Zitat:Sein Lächeln verblasst - soll heißen, er kann ihn wohl nicht leiden, also gehe ich gleich noch mal doppelt davon aus, dass es mit dem ganzen "Unfall" etwas zu tun hat. Er ist ihr Vater und zweifellos, so wie er von ihrer Mutter geredet hat, war das für ihn keine einmalige Sache, sonder wohl Liebe. Also entweder er ist geisteskrank und hat was mit dem Tod der Mutter zu tun, oder er ist das, was ich noch überhaupt nicht zuordnen kann, vielleicht auch nur einfach ein Freund, der mir nicht geheuert ist.
Denkst du nochmal drüber nach, da du ja jetzt weißt, dass er der Großvater von Leah ist, okay?

Überall Verschwörung siehst du, das stimmt, aber mir gefällt, wie du dir die Geschichte erschließt. Das Gebilde dahinter ist verwirrend und ich bin sehr gespannt, inwiefern du mit der Auflösung zurecht kommst. Ob das in deinem Sinne ausfällt oder nicht, denn du schabst die ganze Zeit an der Lösung herum und bist doch nicht sicher. Hach, das ist schön :D
Übrigens sehr schön gesagt:
Zitat:Leah flüchtet nun vor sich selbst herum.

Deine sprachlichen Anmerkungen werde ich so übernehmen. Das ist immer die Gefahr, wie gesagt, dass es zu holprig wird und du findest dann auch die Stellen, wo ich immer denke: Hm, ob das jetzt noch okay ist?
Danke dir Icon_smile.

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #9 |

RE: Im Regen geboren (3)
Hallo Libbi,

in jedem Teil eine neue Überraschung, geschickt in deinen Bildern verpackt wirfst du einem immer nur ein Stück vom ganzen zu.

Der Rosengarten. Eigentlich ein unpassender Hintergrund für die Szene, aber es ist der Ort, wo sie sich zum ersten mal getroffen haben. Die Emotionen kochen über auf beiden Seiten. Chamäleon ist also doch nicht so gefühlskalt. Gerade das was er sagt, über ihre Flucht ist hart, aber die Wahrheit, auch wenn mir da noch ein paar Puzzleteile fehlen.

Zitat:„Du hast gesagt, es würde sich besser anfühlen, wenn man anfängt. Wenn man anfängt, sich selbst zu überwinden. Und wenn man dem plötzlichen Gefühl nachgeht, das wäre richtig. Das wäre richtig! Hast du gesagt.“

Die Szene, auf die Leah hier anspielt, fehlt mir um vollständig zu verstehen, was Chamäleon mein und auch, was Leah damit richtig meint. Gibt sie ihm die Schuld, dass alles so gekommen ist?

Zitat:„Du siehst deiner Mutter ähnlich, wenn du nicht weißt, was du sagen sollst.“ Jetzt richtete er sich auf und kam einen Schritt auf sie zu. „Ihr rümpft dann beide die Nase, als würde euch etwas nicht gefallen.“ Eine Hand nach ihrem Arm ausstreckend, fuhr er fort. „Und der Mund ist ein leicht nach unten gebogener Strich.“ Leah zuckte zurück und spürte, wie sie in einen der Rosensträucher trat. „Nur deine Augen, die gefallen mir nicht. Die sehen aus -“ Hier verblasste das Lächeln. „- wie von deinem Vater.“

Hier habe ich wirklich gestutzt, warum er Leahs Mutter und ihren Vater kennt, aber die Auflösung kommt ja:

Zitat:„Weil ich ihr Vater bin.“

Leahs Opa also. Kannte sie ihn vorher nicht? Hat sich Leahs Mutter von ihren Eltern bzw. ihrem Vater abgewandt.

Zitat:Sie stolperte zwei Schritte zur Seite und erkannte einen alten Mann vor sich, der ihr zum ersten Mal begegnete. Chamäleon schimpfte er sich, dabei trug er nur eine Farbe, verdeckt von einem falschen Spiel, dessen Ziel und Regeln sie nicht kannte. Nur die Spielfigur und das war sie selbst.

Für wen hat sie ihn vorher gehalten?

Noch etwas textliches, was ich vielleicht auch falsch verstanden habe:

Zitat:Sein Blick befahl Leah geradezu, sich neben ihn zu setzen. Doch sie blieb stehen.


Sitzt sie nicht schon?

Zitat:Leah nickte nur, bevor sie das Essen zurück in die Tüte packte und die Knie an den Körper zog.

Sonst könnte sie die Knie ja nicht an den Körper ziehen.



Zitat:Schließlich brachte er sie dazu, den Kopf zu schütteln und wieder zu sich zu kommen, indem er sich wieder auf die Bank setzte und Leahs heruntergefallenes Käsebrötchen aus dem Gras aufhob.

Meines achtens müsste er die Tüte aufheben und nicht das Käsebrötchen an sich:

Zitat:Sie biss noch einmal von ihrem Brötchen ab, jeder Klumpen Essen gelangte nur widerspenstig in ihren Magen. Leah nickte nur, bevor sie das Essen zurück in die Tüte packte und die Knie an den Körper zog.
Liebe Grüße

Shaddowlino

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
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Beitrag #10 |

RE: Im Regen geboren (3)
Hi Libertine,

dann mal auf zum dritten Teil.

So, weiter geht’s in dieser Stimmung, und langsam wird das ein kleines bisschen lästig. Weil es schon über drei Teile so geht, mein ich. Aber du scheinst ja die Kurve mit deinem letzten Satz noch gekriegt zu haben. Wusste ich doch, dass der Typ interessant wird.

Und der Titel ist dir gelungen. Mit Gärten kann ich nicht viel anfangen, aber als ich Vater gelesen habe, dachte ich gleich an Leahs Vater. Und lag natürlich falsch. Das hat mir gefallen.

Kommissarmodus an:
Aufgrund seiner Aussage würde ich Chamäleon jetzt noch nicht festnehmen, aber mal so richtig verhören. Er hat die arme Leah dahingehend beeinflusst, dass sie ihre Gefühle auslebt und ausprobiert, was sie ausprobieren will. Also hat sie fahrlässigerweise das Haus angezündet und macht sich der fahrlässigen Tötung schuldig.
Chamäleon aber hat sie dazu angestiftet und in ihrem Drang, auszuprobieren bestärkt und das ist Anstiftung zur fahrlässigen Tötung.
Sein Motiv: Er mochte Leahs Vater nicht. Ziemlich gut hier zu sehen:

Nur deine Augen, die gefallen mir nicht. Die sehen aus -“ Hier verblasste das Lächeln. „- wie von deinem Vater.“

Mal schauen, ob ich richtig liege.

Kommissarmodus aus.

So ich geh jetzt mal Haare spalten, Korinthen kacken und Erbsen zählen:

Zitat:Er strich mit den Fingern über das Holz, an dessen tiefbrauner Farbe die Zeit genagt hatte. „Er müsste einmal wieder gestrichen werden“, richtete er sich an Leah. „Ich habe noch etwas Farbe Zuhause.“
He, wieso will der Typ einen fremden Zaun streichen. Klar, er heißt Chamäleon, rennt im Maleranzug rum, ist farbbeschmiert, … das deutet alles darauf hin. Mal schauen, ob du dieser Sache noch einen tieferen Sinn gibst.

Zitat:Ein unnatürlicher Knall erklang, als ihre Handfläche auf seine Wange traf. Sie behielt die Luft in der Lunge und drückte ihre Finger mit aller Kraft auf sein Gesicht. Seine Augen suchten nach ihren, doch sie schaute weg. Konzentrierte alle Wut auf den Mann, der sie hierher gebracht hatte. Schaute weg, bis er endlich ihre Hand von seiner Wange löste
Hm. Da komm ich ins straucheln. Sie haut ihm eine runter (der Knall), wahrscheinlich eine Ohrfeige, und lässt ihre Hand dort, bis er sie löst.
Du lässt aber seine Reaktion außer acht. Nur wenn er mit ihrem Schlag rechnet, wird der Schutzinstinkt und das zurückzucken des Kopfes ausbleiben, aber davon hab ich nichts gelesen, also wird er instinktiv versucht haben, seinen Kopf zu schützen.
Hinzu kommt, dass ein Schlag, und den gab es wohl aufgrund des Knalls, den Kopf bewegt hätte, ob er will oder nicht. Also konnte sie die Hand gar nicht dort lassen, weil der Kopf schon weg war.
Hm?
Mann, kann ich kleinlich sein.


Zitat:Bevor er etwas erwidern konnte, stand sie auf und wischte ein paar Kieselsteine von ihrer Handfläche.
Hihi. Der erste Teil sagt uns, dass sie etwas tat, bevor er redete. Und das hält ihn vom Reden ab. Warum? Er kann doch reden, während sie aufsteht, oder? Ist nur so eine Gefühlssache, hört sich an, als ob er nichts mehr reden konnte, weil sie aufstand. So ähnlich wie: Bevor sie etwas zu ihrer Verteidigung sagen konnte, schrie er sie an.
Ähm … so irgendwie … verstehst du?

Zitat:„Hast du nicht gelächelt, als du das Streichholz entzündet hast? Hast du dich nicht gefreut, als die Flammen Nahrung fanden?“
Der böse Kerl! Er hat sie angestiftet!

Zitat:Wie er den Mikroskopblick noch tragend
Öhm … wie trägt man einen Blick? Da stimmen bei mir die Assoziationen nicht.


So, genug Erbsen gezählt. Der Kritiker hat’s gut. Er kann bei andern alle die Fehler ankreiden und Kleinigkeiten aufzählen, die er selber macht und nicht sieht. Ich glaub, das gefällt mir. Das mach ich weiter.

Schöne Geschichte.

CU,
Teja


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