Es ist: 02-12-2021, 23:17
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Verbrecher wider Willen XIV.
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Verbrecher wider Willen XIV.
14. Big Chief Adlerauge schaut Dich an!

Mensch, wo sind meine Pillen? Nicht da - was, wenn diese Reise länger dauert? Dies bedeutet, ich muß so bald wie möglich zuschlagen. Aber verflixt, ich hab sie im Armaturenbrett. Nicht einfach, aufzukriegen, während des Fahrens. Muß aufs Lenken achten im linken Blickfeld und im rechten auf das Öffnen der Lade. Da sehe ich am Rand eine weiße Schachtel. Genau, darin müßten die Bedarfstabletten, die Beruhigungsmittelchen sein. Rankommen geht noch, aber wie öffnen? Das Papierschächtelchen aufreißen, den Streifen mit Pillen rausziehen und – ja, egal, die Schachtel kann ruhig auf den Boden fallen, nur nicht die Pillen, deren Folie ich jetzt zwischen Daumen und Zeigefinger aufreißen muß.
Aber Hoppla, immer auf den Verkehr achten, lieber Ernst. So!
Ach, das geht ja gut, besser als gedacht. So und jetzt hau sie dir rein und am besten im selben Zug herunterschlucken, weil die nicht schlecht bitter sind. So, aber verflixt, eine ist daneben gegangen, hoffentlich nicht die gegen den zu hohen Blutdruck. Ich kann jetzt auch schlecht am Boden rumschauen, das ist zu gefährlich, immer auf den Verkehr achten. Na hoffentlich schießt mein Blutdruck nicht durch die Decke ohne Pillen, kann man nur offen!
Regen, Regen, Regen, und jetzt beschlägts auch noch die Scheibe.
Dadurch muß ich näher heranfahren. Aber egal, die Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden, ist gleich hoch, ob nah oder weit, ob Regen oder Nichtregen.
Verflixt, ich bin zu dicht aufgefahren, nur gut, daß ich gebremst hab, aber gleichzeitig auch wieder aufs Pedal gedrückt hab. Das aufgedrehte Motorengeräusch haben die da vorne hoffentlich nicht gehört.
Nein, drehen nicht den Kopf nach hinten.
Oh, ich höre da so ein Rascheln und Pfeifen. Im Gebläse? Ich habe doch gestern erst den Luftfilter gewechselt. Was kann das sein? Die Ölwechslung habe ich auch gleich gemacht. Der Motor wird einiges ertragen müssen bei dieser Verfolgungsfahrt, schätze ich mal, ist aber bestens gerüstet. Und die Bremsen? Na, wir gerade, aber bremsen muß ich halt...
Na, also. Ich muß mal meinen Blick ganz stark fixieren und durch die Heckscheibe schauen, um zu erkennen, wer die Person da hinten ist. - Die hintere Person scheint mir diese Frau zu sein, merkwürdig, dort sollte doch der der Entführte, also mein Bruder sitzen? Demnach wäre diese Frau auch eine Entführte. Aber wo ist mein Bruder. Vielleicht aber hält dies Frau da hinten, meinem Bruder, der vorne auf dem Beifahrersitz ist, eine Pistole an den Kopf? Mehr waren es doch nicht, mehr als drei habe ich doch nicht gesehen, als ich sie verfolgt habe? Oder wo ist mein Bruder sonst? Irgendetwas vibriert ihr. - Achso, ich spüre, daß mein Handy in meiner Hosentasche klingelt. Soll ichs während der Fahrt rausfischen? Bestimmt mein Neffe! Lieber nicht, muß mich auf den Weg fokussieren, sonst springt mir der Erfolg noch von der Schippe...
Berlin!!!
Berlin wartet doch auf mich! Wie lang wohl die Entführung dauert? Ausgerechnet jetzt kommt mir dies dazwischen, kurz bevor ich am Ziel bin. Aber es ist eine Chance, dieses Dingfestmachen der Entführer, wahrscheinlich hilft sie mir dabei, die zweite Chance nutzen: Bundespräsident zu werden.
Bundespräsident!!!
Jetzt bewerben sich alle in meiner Partei um die Aufstellung, um gegen den alten Präsidenten zu Felde zu ziehen, der seine Wiederwahl verkündet hat. Jeder Tag zählt da, daß ich in die Hauptstadt komme, mannomann! Wenn ich da den Termin verpasse, was das für eine historische, nationale Katastrophe bedeutete, nicht auszudenken. So entscheiden Zufälle, Glücksfälle oder Pechsträhnen von einzelnen Schicksale von Völkern, Nationen und Kontinenten. Die Geschichte lernt uns dies, jawohl!
Aber aufpassen!
Ist da vorne nicht eine Ampel? Näher ranfahren, damit ich noch bei Gelb über die Ampel komm. Denk nicht an einen Unfall! Es wird alles gut! Alles wird gut. Ich schaffs! Dies hier und die Aufstellung zur Präsidentenwahl! Wäre noch schöner! Gelacht wäre das! Ha!!!
Ich werd durch jeden Fluß der BRD schwimmen. Beginnend mit dem Vater Rhein. Dann mit der Mutter, heißt das so?, Donau. Der Rhein, die Donau, also richtig! Aber nicht am Rheindurchbruch, nein, ich meine Rheinfall bei Schaffhausen oder doch vielleicht, mit Anseilung und so, wäre total spektakulär! Die Pressemitteilung wenn ich mir vorstelle: Präsident überwindet den Rheinfall, oder PRÄSIDENT ERNST DURCHSCHWIMMT LOCKER DEN RHEINFALL. Das für sich klingt phänomenal, wenngleich es ja nicht ohne Hilfsmittel vonstatten lief. Aber die Presse verkündet gern die Halbwahrheit wegen dem Auf-die-Drüsen-Drücken. Steigert die Auflagenstärke, weiß man ja! Dies würde über alle Grenzen hinaus aufsehen erregen, vielleicht bis in allen Ecken und Winkeln der Erde, wie einst der Große Chinesische Führer der Kommunistischen Partei und Chinesische Staatspräsident Mao-Tse-Tung ins Meer geschwommen ist und dieses Bild davon die ganze Welt eroberte...

Wo sind sie jetzt? Sind die mir durchgebrannt? Ernst, du mußt besser aufpassen. Schnell gemacht und gedrückt aufs Pedal, den PKW überhol vor dir, ahja, schaff ich doch, ha, heute schaff ich alles, es ist mein Tag, jetzt ist mirs klar! Kein Blinken des Gegenverkehrs, kein Hupen, einfach wie geschmiert läufts. Und da sind sie ja schon, ja, so ists gut - ja! - ich hab sie wieder.
Ein Bundespräsident muß ein Programm haben, worauf sein Volk bewundernd schaut und mein erster Programmpunkt wird die Durchschwimmung sämtlicher Flüsse unseres Landes sein, wobei ich mich gut beraten lassen muß, hinsichtlich Impfung gegen Verschmutzung, ich bin doch so anfällig gegen Krankheiten. Und meine Tabletten müssen auch berücksichtigt werden. Aber generell darf der Präsident nur durch solche Flussstellen schwimmen, die a) am ungefährlichsten sind und b) am unverseuchtesten, wobei dieser Aspekt der Auswahl nicht an die Öffentlichkeit dringen darf, weil das ein schlechtes Licht auf unsere heimatlichen Flüsse würfe. Man muß da immer diese Sehweise im Blick haben: uns geht’s bestens, unser Land ist super in Schuß, vergiss die ökologischen Miesepeter und...
Grr...
Oh Mann, diese Bremsen, der Chef könnt die auch mal überprüfen lassen.
Möcht bloß wissen, wohin die überhaupt fahren? Zum Flugplatz? Dann müßten sie Richtung Nürnberg fahren. Hm. Könnte hinhauen. Oder sie fahren nach München. Oder nach Neumarkt. In die Oberpfalz hinein.
Jetzt fahren sie wieder los, jetzt kuppeln, jetzt...
Fit bin ich ja für die Herausforderungen des Präsidentenposten: ich kann durch jeden Fluß schwimmen, bei uns gibt es ja keinen Mississippi, Gelben Fluß oder Amazonas, die ja so etwas von breit sind. Nein, meine Übungen in Langlauf, Krafttraining und Schwimmen, Schwimmen, immer wieder Schwimmen, haben schon etwas gebracht und zahlen sich dann aus! Wenngleich unser Kanal schon ganz schön schwierig und verseucht ist, denn da bin ich doch glatt mal abgesoffen letzthin. Aber das lag am vorbeischippernden Schiff, daß riesige Wellen geworfen hat, ja und neulich bei dieser Schleusensperre, hätt mich doch glatt ein starker Song hineingezogen, wo ich ganz schön geschreddert und gedrechselt worden wäre.
Brrrrr...
Warum halten die an der Seite da hinten?
Wo stopp ich jetzt, ah, davorn rechts auf dem Kaufhauspark-Platz mich stellen und abwarten, bis sie an mir vorbeikommen und mich dann wieder an ihre Ferse heften. Die Ampel ist rot vor mir. Die linke Ampel ist grün – und da kommen sie schon hinter mir her und sie fahren links durch, um so besser, da bieg ich auch links ab und folg ihnen wieder – ha, läuft wie gschmiert.
Die fahren mit Sicherheit zur Autobahn... Hab ichs nicht gesagt! Aber dennoch, könnten ja irgendwohinein in den Wald abbiegen... Hm. Aber jetzt gehts einstweilen, wies aussieht, geradeaus, so daß ich mein Handy ausschalte..n...könnte.
Hm, passiert mir was, siehts schlecht aus mit der Erreichbarkeit, lieg ich tot im Maisfeld, überdeckt von Maispflanzen, die hier wachsen, sieht es auch nicht rosig aus.
Aber nicht doch!
Denk positiv!
Bleib am Ball!
Du obsiegst!
So, es geht also an der Autobahn vorbei, sieh einer guck, die fahren also auf der Bundesstraße Richtung Oberpfalz. Ist besser wie auf der Autobahn, da ist schon so mancher Unfall beim Stoppen von Verdächtigen passiert, wenngleich, sind viele Leute anwesend, um einem herum, so eine Übertölpelung würde leichter von sich gehen, weil aufsehenerregender und da laufen sie zusammen und, aber in so einer Stein-, Sand-, Wald- und Einödwüste wie in der Oberpfalz hinwiederum, hm, ist auch nicht überall so, jedoch, wenn sie sich schlafen legen, könnte man sich anschleichen und einen nach dem anderen außer Gefecht setzen – man wird sehen.
Halt einen größeren Abstand jetzt, ist doch ein Verfolger auffälliger bei diesem spärlichen Verkehrsaufkommen, wenngleich so nahe dranbleiben muß ich, daß ich sehen kann, biegen sie plötzlich bei einem Feldweg ab, hab ich das Nachsehen.
Verflixt, jetzt duscht es aus allen Kübeln, da seh ich kaum was. Das Licht anschalten und näher ranfahren und jetzt fahren die glatt links ab in eine asphaltierte Straße, nach Heubeck oder wie das Kaff heißt, und da können sie sich nicht unterstellen, da werdens doch vielleicht weiterfahren – hinter mir ein Auto, ist der verrückt bei diesem Sauwetter zu überholen, aber bitte sehr, selbst sollst Du der Meister Deines Todes sein – deutsche Freiheit!
Unbegrenzte Fahrtgeschwindigkeit auf allen Straßen und Autobahnen, da müßte ich auch mal eine Gesetzesinitiative anstoßen, was ich ja als Präsident nicht machen könnt, aber vielleicht ist der doch berechtigt, selbst solche Gesetze anzustoßen, ich werd ja sehen.
Und, heiliger Birnbaum, jetzt fahren die doch glatt in den See-Parkplatz. Werden also bei dieser Regendusche im Terrassenrestaurant Unterschlupf suchen! Geld genug haben die jetzt, diese Saubackenpeter.
Aussteigen tun sie ja, die Frau bleibt im Auto, aha! Das bedeutet, die Frau ist die Entführte! Interessant! Ich schau sie mir mal an, wenn die anderen weit genug wegsind.
Nen Regenschirm wär nicht schlecht.
Hab ich.
Und noch ein Aqua Mineralwasser mitnehmen.
Aber diese Idee! Genial! Messer, wo bist Du? Denen werd ich ein bißchen die Luft rauslassen, damit sich nicht so leicht mehr flüchten können. Und ha – dann stecken sie in der Falle.
So, jetzt man hin, und auweh, die Frau ist gefesselt und geknebelt, aber doch bei Bewußtsein wie die mich anglotzt.
Ich komm später zurück!“ Ob die mich hört? Klopf an die Fensterscheibe. Sie nickt. Gut, dann hat sie mich verstanden.
Wo sind die anderen? Na dort.
Halt, zurück!
Erstmal Stiche in die Autoreifen, aber Vorsicht, nicht daß die herausweichende Luft explodiert und mich umhaut. Da hat es schon machen aus den Socken gehauen.
Eins, ha, das geht ja ganz gut.
Und zwei, drei und vier!
Jetzt hinterher!
Sind noch zu sehen. Die gehen, habs ja gewußt, ins Restaurant, machen sich das Leben leicht, ist klar! Anderseits, bei diesem Wetter, wohin sonst?
Wenn ich ihnen dorthin folge, was mach ich da, weil, ich hab kein Geld dabei, merk ich jetzt. Aber immerhin, ich kann ja auf der Terrasse sitzen, die überdacht ist, die werden mich nicht doch wegscheuchen, wenn es so regnet?
Und da sitzen sie.
Und wohin ich? Kaum Platz, dichtgedrängt, aber ein freier Platz ist dort.
Darf ich?“
Aber sicher doch!“
Danke!“
Saumäßiges Wetter!“
Nicken, sagen aber nichts. Umso besser, 'serpart mir zu reden, lieber sich auf die zwei Typen konzentrieren. Die schweigen und glotzen mißtrauisch um sich herum.
Tät ich auch an ihrer Stelle, weiß Gott, Grund genug habens!
Die Stunde der Wahrheit naht!
DAS SCHICKSAL DER NATION SCHLÄGT!
Die Sternstunde meines Lebens!

alle Rechte beim Autoren Werner Pentz

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