Es ist: 10-07-2020, 16:01
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Die Götter der Germanen - Teil 2
Beitrag #1 |

Die Götter der Germanen - Teil 2
„Ja, das sehe selbst ich!“, lachte Hahn beinahe auf, als er die erwartete trockene Antwort hörte. Beinahe grinsend fragte er dann „Und wie ist er gestorben?“
„Dieser Mensch ist möglicherweise keines natürlichen Todes gestorben“, waren Doktor Mauls mürrische Worte und Hahn lächelte innerlich nicht mehr. Maul könnte ihm ja wenigstens sagen, was er bis jetzt wusste.
Doktor Maul war kein Rottenführer der Wachsturmbanne, also konnte Hahn ihn auch nicht so behandeln. Und er würde es auch schon aus Respekt nicht tun. Hahn erwiderte nichts, betrachtete die Leiche ärgerlich.
„Nein wirklich? Das hätte ich wohl ohne Sie nicht herausgefunden“, ätzte Hahn dann doch, seinen Unmut im Zaum haltend.
Dabei hörte er, wie ein weiterer Wagen über den knarrenden Schnee fuhr, oben an der Straße hielt und der Motor nach einem kurzen aufjaulen kläglich erstarb. Türen wurden geöffnet und fielen mit einem dumpfen, satten Ton wieder in die Schlösser.
„Im Ernst, Hahn, was soll ich Ihnen sagen? Todeszeit ? Wir haben Januar, und einen saukalten noch dazu. Vor zehn Stunden genauso gut wie gestern Abend oder vor einer Woche. Todesursache? Keine Ahnung, bin mir da noch nicht sicher, vielleicht verblutete er. Ich muss ihn auseinander nehmen, dann weiß ich es genau. Wollen Sie der Sektion beiwohnen? Es ist schon eine Weile her, seit ich die Ehre Ihrer Anwesenheit hatte.“ Jetzt war es an Doktor Maul zu grinsen und er tat es ausgiebig.
Hahn hatte nur einmal zugesehen, 1937, ganz am Anfang seiner Karriere. Er wurde direkt von der SS-Junkerschule Bad Tölz hierher versetzt und Doktor Maul sezierte drei Tage später eine zwei Wochen alte Leiche. Damals hatte er sich die Seele aus dem Leib gekotzt.
Hahn registrierte Doktor Mauls Grinsen und wusste, dass das Gedächtnis des Anderen noch funktionierte.
Wenn Du wüsstest, was ich seitdem alles erlebt habe, würdest Du jetzt am Boden knien und kotzen, dachte Hahn, sagte aber nichts und verbot sich selbst, an seine Erlebnisse zu denken.
„Heil Hitler, meine Herren. Wo ist der Jude?“
Mehr oder weniger aus dem Nichts erklang die Stimme direkt neben Hahn und riss ihn aus seinem Kampf gegen seine Erinnerungen. Er hatte die Annäherung der Personen aus dem frisch vorgefahrenen Wagen vollkommen überhört. Oder sie mussten sich angeschlichen haben.
Von Ton und Lage der Stimme alarmiert, drehte Hahn sich langsam der Stimme zu, fand den Weg zurück in das Hier und Jetzt. Und bis er sich voll umgedreht hatte, waren Tonfall und Worte der Stimme analysiert und er wusste, dass er jemanden vor sich hatte, der das Befehlen gewohnt war. Jemanden, der keinen Widerspruch duldete und der Anblick des Mannes bestätigte diesen Eindruck.
Der Mann in der Uniform eines Sturmbannführers war von stattlicher Größe und Breite mit einem grauen und kantigen Gesicht. Er trug den Einheitsmantel, einen blauen Schal und für alle sichtbar hielt er die silbrig glänzende, metallene Erkennungsmarke der Gestapo in der schwarz behandschuhten, rechten Hand. Schals waren selten und blau auch, wusste Hahn, aber vielleicht hatte er Beziehungen oder seine Frau hatte ihn selbst gestrickt und gefärbt.
Kommt geschlichen wie man es von einem Angehörigen der Gestapo erwarten kann, dachte Hahn, den Blick auf die Gestalt gerichtet.
Er war Beamten der Gestapo aufgrund persönlicher Erfahrungen nicht sehr zugetan und hatte in den letzten Jahren sogar eine ausgesprochene Abneigung gegen sie entwickelt. Zu oft hatte er schon Verwarnungen erhalten. Meist ging es um Zuständigkeiten und immer hatten sie Recht behalten. Verdammte Geheime.
„Heil Hitler, Sturmbannführer. Wer beehrt uns an diesem unwirtlichen Ort?“
„Oh, Entschuldigung Hauptsturmführer. Darf ich mich vorstellen? Sturmbannführer Ahlers, vom hiesigen Oberabschnitt, Geheime Staatspolizei.“
„Hauptsturmführer Hahn, Kriminalpolizeiamt Wittenberg. Interessieren Sie sich nicht für die Leiche, Sturmbannführer?“
„Die Leiche?“ Indigniert sah Ahlers auf Hahn herab. Dann, ganz plötzlich, glomm Erkennen in Ahlers Augen auf und ein wissendes Lächeln erschien auf seinen Lippen. Hahn erkannte Ahlers Vorbereitungen auf einen Streit.
“Ach so, na klar. Die Leiche. Entschuldigen Sie, dass ich nicht gleich draufgekommen bin“, lächelte Ahlers, dann räusperte er sich und fuhr fort. „Ich bekam einen Anruf aus Berlin und soll hier einen toten Juden in Empfang nehmen. Dieser Fall fällt in die Zuständigkeit der Gestapo und wir haben Anweisung direkt aus dem Reichssicherheitshauptamt, diesen Fall zu übernehmen.“
Hahn wusste, was „Anweisung direkt aus dem Reichssicherheitshauptamt“ bedeutete. Trotzdem widersprach er, und folgte damit einer inneren Regung, wie einer verschlafenen Zuckung kurz vor dem Aufwachen, einem Reflex, der auf seiner Abneigung gegen die Geheimen beruhen musste. Die andere Alternative für die Regung, ein noch schlafender Reiter in seinem Kopf, ließ ihn sich kurz und unbemerkt schütteln.
„Sturmbannführer, die Identität der Leiche ist nicht geklärt, genauso wenig wie die Ursache des Todes. Die Kriminalpolizei Wittenberg hat die Ermittlungen übernommen. Es kann also keine Rede davon sein, dass Sie diesen Fall übernehmen oder gar die Leiche in Empfang nehmen. Jedenfalls nicht ohne Befehl einer mir vorgesetzten Stelle.“ Hahn wuchs während dieser Worte um einige Zentimeter und Streitlust, gepaart mit seiner allgemeinen Wut auf die Geheimen, blitzte in seinen Augen. Er würde die Leiche auf keinen Fall abgeben. Außer auf einen Vorgesetztenbefehl.
Ahlers lächelte ihn an, blies dann in seine behandschuhten Hände. Eine genau kalkulierte Geste, die das Gefühl von Minderwertigkeit in Hahn weckte.
„Und?“, fragte Ahlers. Mehr nicht, und es reichte, um Hahn zu zeigen, dass Ahlers der Meinung war, der Befehlshabende hier zu sein.
Er sah Hahn an, winkte kurz mit der Hand und einen Schritt seitlich versetzt bauten sich hinter Ahlers zwei dunkle Gestalten auf. Sie mussten wohl etwas abseits im Schatten gewartet haben, traten natürlich in den langen, dunklen Einheitsmänteln auf, die ihnen irgendwie angewachsen schienen.
Die Leute wissen, wie man Eindruck hinterlässt, dachte Hahn trotz seiner Abneigung bewundernd.
„Ich gehe wieder, meine Herren. Wenn Sie sich einig sind, schicken Sie mir doch die Leiche vorbei. Oder auch nicht. Einen schönen Abend noch!“, verabschiedete sich Doktor Maul, während er sich niemand bestimmten ansehend erhob.
Und mit einem „Ach ja, Heil Hitler!“, verschwand er schleunigst mit seinem Assistenten.
Mauls wenige Worte hatten gereicht, Hahn seine Beherrschung wieder finden zu lassen und die einzige Waffe zu entdecken, der Ahlers vermutlich nichts entgegenzusetzen hatte. Einen schriftlichen Befehl. Und Hahn setzte seine Waffe ein.
„Sturmbannführer, solange sie nicht irgendeinen schriftlichen Befehl des Geheimen Staatspolizeiamtes oder einer mir vorgesetzten Stelle vorweisen können, werde ich diesen Fall nicht hergeben.“, stellte Hahn seine Position klar. Er gab damit aber auch zu, dass er einen Befehl der obersten Leitungsbehörde der Gestapo akzeptieren würde. Bevor Ahlers etwas sagen konnte, sprach Hahn weiter.
„Dazu kommt, dass niemand weiß, wer die Leiche war. Vielleicht war es ein Jude, dann wäre es ihr Fall. Vielleicht war es aber auch ein normaler Volksgenosse, dann fällt er in unsere Zuständigkeit. Oder es war ein Soldat der Wehrmacht, dann gehört der Fall der Geheimen Feldpolizei.“ Hahn sah, wie Ahlers antworten wollte, aber er spielte jetzt mit ihm, war am Zug und kam Ahlers erneut zuvor.
„Haben Sie einen schriftlichen Befehl?“, fragt Hahn langsam.
„Nein, es wurde telefonisch durchgegeben! Schauen Sie sich die Leiche doch an!“ Er drehte die Leiche mit dem Fuß erneut auf den Rücken. „Jüdische Gesichtszüge! Eindeutig! Dieser Fall gehört uns und damit Schluss! Oder muss ich erst auf meinen Rang hinweisen, Hauptsturmführer?“
Hahn lächelte ungläubig, antwortete dann aber nicht mehr lächelnd
„Gut, dass man dem armen Kerl den Schwanz abgeschnitten hat. Außerdem hat Ihr Rang im Zuständigkeitsbereich der Kriminalpolizei gar nichts zu bedeuten, Sturmbannführer“, stellte Hahn fest. Ahlers hatte eben einen Fehler gemacht. Er hatte seinen höheren Dienstgrad erwähnt. Ätzend betonte Hahn den Status seines Gegenübers.
„Ohne schriftlichen Befehl werde ich Ihnen die Leiche nicht überlassen können, Sturmbannführer Ahlers“, lächelte Hahn ihn an, tat so, als wartete er auf eine Antwort, und fuhr dann doch fort. „Haben Sie einen schriftlichen Befehl, Sturmbannführer Ahlers?“
Ohne schriftlichen Befehl konnte auch die Gestapo nicht machen, was sie wollte. Selbst die Gestapo war nicht allmächtig, obwohl es für Außenstehende oft so aussah.
Ahlers gab immer noch keine Antwort und Hahn sah, wie er ihn musterte, sah in den Augenwinkeln auch, dass sich alle anderen Beteiligten, bis auf Ahlers Begleiter, von den beiden zurück gezogen hatten.
Jetzt grübelst Du, was? Damit hast Du nicht gerechnet, Ahlers? Ohne Befehl bleibt die Leiche hier. Ich sehe es an deinem Gesicht, du findest nichts, um mir den Fall doch noch abzunehmen. Dein Gesicht wird immer länger, Sturmbannführer Ahlers von der Geheimen Staatspolizei.
Er konnte seine Schadenfreude nicht ganz unterdrücken. Langsam, aber immer unübersehbarer, breitete sie sich auf Hahns Gesicht aus. Kein Grinsen, nein, soweit hatte Hahn sich im Griff, es war mehr eine Art Strahlen. Sein erster Sieg über die Gestapo lag in greifbarer Nähe.
„Ich stehe hier im Namen des Führers, des Reichsführers-SS, des Reichssicherheitshauptamtes und der Geheimen Staatspolizei. Ich verlange, dass Sie mir den Fall ohne weitere Weigerungen übergeben, Hauptsturmführer“, befahl Ahlers dann einfach im Kasernenhofton.
„Ohne Befehl bleibt die Leiche ...“, Hahn ließ den Satz unvollendet und gefiel sich in der Rolle des Siegers, kostete sie voll aus. Leider war Ahlers Gesicht in dem herrschenden Dämmerlicht der Fahrzeuglampen einfach nur grau und Hahn konnte nicht genau sehen, ob er rot wurde. Aber er unterstellte es ihm einfach, und machte sich damit seinen Sieg noch köstlicher.
„Zum letzten Mal, Hauptsturmführer! Sie übergeben mir jetzt den Fall und den Juden!“
Hast Du es immer noch nicht kapiert, Ahlers? hätte Hahn beinahe gefragt, konnte sich aber gerade noch zurück halten.
„Sturmbannführer, wenn Sie einen schriftlichen Befehl hätten ...“, Hahn genoss die Worte, ließ sich jedes einzelne auf der Zunge zergehen.
Ahlers sah Hahn fest in die Augen, wollte ihn niederzwingen. Aber Hahn hielt stand.
Abrupt, ohne ein weiteres Wort, drehte sich Ahlers um und stampfte durch den Schnee, nicht weniger als leise und schleichend wie er gekommen war. Eher wie eine massige Rangierdampflok, voller Kraft und Zorn, einen Güterzug suchend, an der sie ihre Kraft und ihren Zorn erproben konnte.
„Auf Wiedersehen, Sturmbannführer Ahlers! Heil Hitler!“
Jetzt endlich konnte er sich ein Grinsen erlauben, tat es auch ausgiebig, während er Ahlers Abgang genoss.
Dann warf er einen Blick in die Runde. Es war dunkel und dazu wesentlich kälter geworden. Er winkte Müller zu sich und beide machten sich daran, die Kisten, die noch auf dem LKW waren, zu untersuchen.
Danach verabschiedete sich Hahn.
„Morgen Mittag will ich Ihren Bericht auf meinem Schreibtisch haben. Mit allen Namen, Einheiten und Dienstnummern der Beteiligten. Ebenso das Protokoll mit den Angaben des Fahrers, des Beifahrers und des Begleitkommandos. Im Übrigen warten Sie hier. Ich schicke einen Wagen vorbei, um die Leiche abzuholen.“
Er wandte sich zum Gehen ab, drehte sich aber schnell wieder um.
“Bevor Sie die Leiche übergeben, notieren Sie sich Namen und Nummer des Abholers und des Fahrzeugs. Fügen Sie beides dem Protokoll bei, nicht daß dieser Ahlers doch noch die Leiche kriegt. Heil Hitler, Wachtmeister Müller!“
„Heil Hitler, Hauptsturmführer!“, hörte Hahn den Wachtmeister Müller noch sagen, während er durch den Schnee zu seinem Wagen stapfte.


Glossar, diesmal ganz kurz:

Reichssicherheitshauptamt (RSHA) - Die Leitungsbehörde von Sipo, Gestapo und der polizeilichen Aufgaben der SS
SS-Junkerschule - Schule für den militärischen Nachwuchs der Waffen-SS


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Beitrag #2 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 2
Und nochmal Hallo, Teja,

Ooch... fast ein bisschen schade, dass es jetzt keine weiteren Teile mehr zum Lesen gibt, hatte mich grade sogar ein bisschen an die Nazis gewöhnt, obwohl mir immer noch 1000 schlimme Sachen im Kopf rumgeistern, aber ich benehm mich. Also nochmal tief Luft holen und den Hass mal für ein paar Zeilen vergessen. Immerhin ist's ja nur eine Geschichte und ich finde, diese Vergangenheit unseres Landes, sollte man auch nicht leugnen. Ist schon richtig, dass man das in der Schule unterrichtet, Themenabende veranstaltet, Menschen aus den KZ's die Möglichkeit gibt, über ihr Schicksal zu sprechen und natürlich auch, dass man Geschichten darüber schreibt. Auch wenn's mir auf den Sack geht, dass wir deswegen im Ausland noch immer bei vielen unten durch sind und alle darüber meckern, als wäre es gestern gewesen. Am schlimmsten finde ich, dass die anderen Länder immer noch Geld von uns verlangen. Ich meine: Okay, die Deutschen haben da wirklich scheiße gebaut (ich will irgendwas krasseres sagen, aber mir fällt nichts ein :rolleyes: ), aber das war vor Jahren. Es wird dadurch nicht weniger schlimm und leugnen können wir es auch nicht, aber was kann wir denn dafür, dass unsere Großeltern, vielleicht auch Eltern scheinbar geistig umnachtet genug waren, jemanden wie Hitler an die macht kommen zu lassen. Wieso müssen wir immer noch dafür bezahlen? Oder unsere Kinder??
Das versteh ich einfach nicht. Würde sicher auch Gesprächstoff über einige Seiten abgeben, aber ich hab im Moment keine Lust, da eine ernsthafte Diskussion anzufangen (also keine Hemmungen, wem das Thema gefällt, der kann's ruhig übernehmen und dann seinerseits darüber sprechen). Wollte halt nur schnell meinen Standpunkt ein bisschen klar machen.
Das ist auch so ein bisschen das "Negative" an deinem Text. Während dem lesen kommen zumindest mir Gedanken, die ich liebend gerne für immer in meinem Unterbewusstsein vergraben hätte. Naja, wirklich negativ ist es nicht, deine Geschichte ist immer noch toll. Eigentlich macht es sie dadurch sogar noch ein bisschen besser. Sie vermittelt nicht nur Informationen, da steckt noch mehr Potential dahinter. Du schreibst ja ziemlich direkt und unvoreingenommen über diese Zeit, vielleicht löst das mit das Nachdenken aus, das mich bisher am Ende beider Kapitel überfallen hat. Und nachdenken ist wichtig bei einem solchen Thema finde ich, vielleicht ist es dann für einige leichter, die Fehler unserer Vergangenheit zu akzeptieren, daraus zu lernen und nicht den selben Dreck nochmal zu machen.

Ich finde es auch bewundernswert, wie genau du auf kleine Details eingehst, dadurch wirkt alles lebendiger, man fühlt sich irgendwie so ein bisschen in diese Zeit zurückversetzt... Ich bewundere es wirklich, wie du es schaffst, dass alles so echt wirkt, als wäre es grade eben erst passiert. Musstest du eigentlich viel recherchieren oder hattet ihr in der Schule einen besonders engagierten Lehrer, der euch soviel darüber erzählt hat? Und: Bist du noch dran am arbeiten oder schon fertig? Wieviele Kapitelchen werdens denn insgesamt (wenn du das verraten möchtest)?

Jetzt noch kurz zum Inhalt, über den ich nicht wirklich viel zu sagen weiß, soviel Neues ist diesmal immerhin nicht passiert. Eigentlich nur der Stress, den der Mann von der Gestapo macht, naja, nicht so wirklich Stress, eher so kleine Machtspiele, die diesmal (leider Icon_lachtot ) daneben gegangen sind. Fand ich toll, dass der mit seinem Großspurigen Gehabe auf die Schnauze gefallen ist. Und Hahns Hass gegenüber der Gestapo macht den Hauptsturmführer gleich ein bisschen menschlicher und damit auch sympathischer. Könnte sogar fast glauben, dass es so was wie "liebe" Nazis gibt. Waren ja nicht alles Mörder und Verbrecher zu der Zeit, das überseh ich leider gern mal, wenn ich über sie am schimpfen bin. Meine Oma und mein Opa zum Beispiel, die waren absolut friedlich und echt superlieb. Die waren halt froh, wenn sie ihr Leben und ihren kleinen Bauernhof behalten durften, die hatten glaub ich eher Angst vorm Führer, als dass sie ihm Blumensträußchen nachzuwerfen. Aber weil man von solchen Leuten eher selten was hört aus der Zeit (Ausnahme jetzt mal Kinder und Enkelkinder), werden die wirklich schnell einfach vergessen.

Ich bin wieder sehr gespannt auf den nächsten Teil:icon_buch:, werde auf jeden Fall dran bleiben. Eventuell ein richtiger Mord! Icon_jump Das macht einfach Lust zum weiterlesen. Und ich denke, der Krimi ist hier auch eher im Vordergrund, als die ganzen Nazisachen... naja, auf jeden Fall hast du es bisher so gehalten. Das finde ich auch lobenswert, dass du so über diese Menschen schreiben kannst, so, als wäre das was ganz normales. Als hätte es die Morde, die Grausamkeit und den Krieg wirklich noch nicht gegeben. Die Leute da tun mir alle ein bisschen leid. Ich weiß ja, dass der ganze Scheiß im Krieg endet, aber die steuern grade haltlos auf das Ende zu und merken es noch nicht einmal.

Zitat:„Dieser Mensch ist möglicherweise keines natürlichen Todes gestorben“, waren Doktor Mauls mürrische Worte
Oje, der Doktor scheint ja einen richtig miesen Tag zu haben. Aber irgendwie fand ich seine Sätze amüsant. Irgendwie doch schon ein Anflug von schwarzem Humor? Mrgreen
Zitat:„Heil Hitler, meine Herren. Wo ist der Jude?“
Denn Satz fand ich einfach nur krass... und schlimm und abartig und geschmacklos, einfach widerlich. Ich will den Hurensohn einfach nur fesseln und knebeln und...:icon_stumm: Ich führ's mal nicht weiter aus, denke du weißt zumindest ansatzweise, was in meinem Kopf rumgeistert. Aber an der Stelle auch ein Kompliment: Der Satz passt wie die Faust aufs Auge zu seinem Sprecher! Da kriegt man innerhalb ein paar kleiner Worte sofort mitgeteilt, wie beschissen die Gestapo ist. Zumindest aus meiner Sicht und in diesem Punkt bin ich mir sicher, mit Hahn übereinzustimmen. In der Hinsicht kann ich ihn sogar verstehen.
Zitat:und folgte damit einer inneren Regung, wie einer verschlafenen Zuckung kurz vor dem Aufwachen, einem Reflex, der auf seiner Abneigung gegen die Geheimen beruhen musste. Die andere Alternative für die Regung, ein noch schlafender Reiter in seinem Kopf, ließ ihn sich kurz und unbemerkt schütteln
Meine Lieblingsstelle. :icon_angel: Einfach eine wunderschöne Beschreibung; wirklich, wirklich gut!!
Zitat: Kein Grinsen, nein, soweit hatte Hahn sich im Griff, es war mehr eine Art Strahlen.
Ebenfalls eine sehr schöne und sehr treffende Beschreibung!:icon_thumbs1:

Ein einziges Fehlerchen hab ich gefunden:
Zitat:“Bevor Sie die Leiche übergeben, notieren Sie sich Namen und Nummer des Abholers und des Fahrzeugs. Fügen Sie beides dem Protokoll bei, nicht daß dieser Ahlers doch noch die Leiche kriegt. Heil Hitler, Wachtmeister Müller!“
"dass" mit zwei "s" schreiben...

Liebe Grüße & bis zum nächsten Mal,
Icon_bussi
Lain

Schmetterlinge weinen nicht

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Beitrag #3 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 2
Hallo Teja Icon_smile

jetzt hab ich Zeit, mich auch diesem Teil der Geschichte zu widmen Icon_smile

ich fang wieder mit dem an, was mir so aufgefallen ist:

Zitat:„Dieser Mensch ist möglicherweise keines natürlichen Todes gestorben“, waren Doktor Mauls mürrische Worte und Hahn lächelte innerlich nicht mehr. Maul könnte ihm ja wenigstens sagen, was er bis jetzt wusste.
Doktor Maul war kein Rottenführer der Wachsturmbanne, also konnte Hahn ihn auch nicht so behandeln. Und er würde es auch schon aus Respekt nicht tun. Hahn erwiderte nichts, betrachtete die Leiche ärgerlich.
„Nein wirklich? Das hätte ich wohl ohne Sie nicht herausgefunden“, ätzte Hahn dann doch,
Sehr viel Hahn und sehr viel Maul. Vorschlag: "waren Doktor Mauls mürrische Worte und Hahn lächelte innerlich nicht mehr. Der Andere könnte ihm ja wenigstens sagen, was er bis jetzt wusste.
Maul war kein Rottenführer der Wachsturmbanne, also konnte er ihn auch nicht so behandeln. Und er würde es auch schon aus Respekt nicht tun. Hahn erwiderte nichts, betrachtete die Leiche ärgerlich.
„Nein wirklich? Das hätte ich wohl ohne Sie nicht herausgefunden“, ätzte er dann doch,"

Zitat:was soll ich Ihnen sagen? Todeszeit ? Wir haben Januar
Da hat sich ein Leerzeichen zwischen Todeszeit und dem Fragezeichen eingeschlichen.

Zitat:Jetzt war es an Doktor Maul zu grinsen und er tat es ausgiebig.
Hahn hatte nur einmal zugesehen, 1937, ganz am Anfang seiner Karriere. Er wurde direkt von der SS-Junkerschule Bad Tölz hierher versetzt und Doktor Maul sezierte drei Tage später eine zwei Wochen alte Leiche. Damals hatte er sich die Seele aus dem Leib gekotzt.
Hahn registrierte Doktor Mauls Grinsen und wusste, dass das Gedächtnis des Anderen noch funktionierte.
Wenn Du wüsstest, was ich seitdem alles erlebt habe, würdest Du jetzt am Boden knien und kotzen, dachte Hahn,
wieder viel Hahn und Maul. Auch hier ein Vorschlag meinerseits: "Jetzt war es an dem Doktor zu grinsen und er tat es ausgiebig.
Hahn hatte nur einmal zugesehen, 1937, ganz am Anfang seiner Karriere. Er wurde direkt von der SS-Junkerschule Bad Tölz hierher versetzt und Maul sezierte drei Tage später eine zwei Wochen alte Leiche. Damals hatte er sich die Seele aus dem Leib gekotzt.
Hahn registrierte Doktor Mauls Grinsen und wusste, dass das Gedächtnis des Anderen noch funktionierte.
Wenn Du wüsstest, was ich seitdem alles erlebt habe, würdest Du jetzt am Boden knien und kotzen, dachte er"

Zitat:Von Ton und Lage der Stimme alarmiert, drehte Hahn sich langsam der Stimme zu, fand den Weg zurück in das Hier und Jetzt. Und bis er sich voll umgedreht hatte, waren Tonfall und Worte der Stimme analysiert
Stimme 3x, Ton 2x - Hahn 1x Mrgreen
Im vorigen Satz hast du auch nochmal Stimme und Hahn. Ich würde dort das "Hahn" durch ein "ihm" ersetzen, die "Stimme" durch "Worte" ("erklangen die Worte direkt neben ihm"), dann kannst du das nächste Hahn hier lassen. Was die Stimmen und den Ton angeht..
Vorschlag: "von Klang und Lage der Stimme alarmiert, drehte Hahn sich ihr langsam zu, fand den Weg zurück in das Hier und Jetzt. Und bis er sich voll umgedreht hatte, waren Tonfall und Worte [der Stimme - einfach weglassen] analysiert"

Zitat:der keinen Widerspruch duldete und der Anblick des Mannes bestätigte diesen Eindruck.
Der Mann in der Uniform eines Sturmbannführers
zweimal Mann. Vllt. beim ersten mal "seines Gegenübers"

Zitat:wusste Hahn, aber vielleicht hatte er Beziehungen oder seine Frau hatte ihn selbst gestrickt und gefärbt.
Kommt geschlichen wie man es von einem Angehörigen der Gestapo erwarten kann, dachte Hahn,
Das zweite "Hahn" vllt. zu "er"

Zitat:„Die Leiche?“ Indigniert sah Ahlers auf Hahn herab.
hm? warum ist Ahlers indigniert?

Zitat:Indigniert sah Ahlers auf Hahn herab. Dann, ganz plötzlich, glomm Erkennen in Ahlers Augen auf und ein wissendes Lächeln erschien auf seinen Lippen. Hahn erkannte Ahlers Vorbereitungen auf einen Streit.
“Ach so, na klar. Die Leiche. Entschuldigen Sie, dass ich nicht gleich draufgekommen bin“, lächelte Ahlers,
Hahn und Ahlers, Ahlers und Hahn. Ränge und Fürwörter.

Zitat:Die andere Alternative für die Regung, ein noch schlafender Reiter in seinem Kopf, ließ ihn sich kurz und unbemerkt schütteln.
schön, da bringst du noch einen Punkt ein, den sich der Leser merkt und der ihn noch neugieriger macht Icon_smile

Zitat:hlers lächelte ihn an, blies dann in seine behandschuhten Hände. Eine genau kalkulierte Geste, die das Gefühl von Minderwertigkeit in Hahn weckte.
„Und?“, fragte Ahlers. Mehr nicht, und es reichte, um Hahn zu zeigen, dass Ahlers der Meinung war, der Befehlshabende hier zu sein.
Er sah Hahn an, winkte kurz mit der Hand und einen Schritt seitlich versetzt bauten sich hinter Ahlers zwei dunkle Gestalten auf. Sie mussten wohl etwas abseits im Schatten gewartet haben, traten natürlich in den langen, dunklen Einheitsmänteln auf, die ihnen irgendwie angewachsen schienen.
Die Leute wissen, wie man Eindruck hinterlässt, dachte Hahn trotz seiner Abneigung bewundernd
wieder sehr viele Ahlerse und Hahns

Zitat:Und mit einem „Ach ja, Heil Hitler!“, verschwand er schleunigst mit seinem Assistenten.
*lach* Mrgreen

Zitat:solange sie nicht irgendeinen schriftlichen Befehl
Sie

Zitat:nicht hergeben.“, stellte
nicht hergeben", stellte --- glaub ich!!

Zitat:dann wäre es ihr Fall
Ihr

Zitat:Hahn sah, wie Ahlers antworten wollte, aber er spielte jetzt mit ihm, war am Zug und kam Ahlers erneut zuvor.
das zweite Ahlers ersetzen.

Zitat:Hahn lächelte ungläubig, antwortete dann aber nicht mehr lächelnd
hinter "lächelnd" fehlt ein Satzzeichen. Und ich würd es ersetzen; "antwortete dann aber vollkommen ernst/ eisig" etc.

Zitat:stellte Hahn fest. Ahlers hatte eben einen Fehler gemacht. Er hatte seinen höheren Dienstgrad erwähnt. Ätzend betonte Hahn den Status seines Gegenübers.
vllt das erste "Hahn" in "er"; die Sätze sind hier sehr kurz und abgehackt. Wirkt atemlos. Verbinde doch zwei, zB "Ahlers hatte eben einen Fehler gemacht, er hatte seinen höheren Dienstgrad erwähnt."

Zitat:breitete sie sich auf Hahns Gesicht aus. Kein Grinsen, nein, soweit hatte Hahn sich im Griff
zweites "Hahn" in "er"

Zitat:Ahlers sah Hahn fest in die Augen, wollte ihn niederzwingen. Aber Hahn hielt stand.
Abrupt, ohne ein weiteres Wort, drehte sich Ahlers
"Ahlers sah ihm" - "drehte sich der Andere"

Zitat:voller Kraft und Zorn, einen Güterzug suchend, an der sie ihre Kraft und ihren Zorn erproben konnte.
Kraft 2x, Zorn 2x. Ist das hier Absicht? Als Ersatz böte sich "eben jene". Also: "an der sie eben jene erproben konnte"

Zitat:bei, nicht daß dieser Ahlers
hier hat Lain schon auf das ß hingewiesen. hier fehlt auch noch ein Beistrich: "nicht, dass dieser Ahlers"

So Icon_smile
Diesmal waren wirklich sehr viele Wiederholungen drinnen, die dann nach einer Weile einfach wirklich den Lesegenuss mindern - meine Vorschläge sind aber tatsächlich nur als diese zu sehen; vllt fallen dir ja bessere Alternativen ein Icon_smile
Es bleibt weiter interessant. Du gibst Hahn eine Geschichte, obwohl du sie so weit im Dunklen lässt, dass sich der Leser dafür zu interessieren beginnt - was um Himmels Willen hat Hahn erlebt, dass er selbst sich nicht daran erinnern möchte? Warum hat er so einen Abneigung gegen die Gestapo? Warum riskiert er so viel Ärger, nur, um ihnen eins auszuwischen?
Hinzu kommt natürlich immer noch die Leiche und die mysteriösen Umstände. Also, aufhören wird hier keiner Mrgreen
Hast ein paar Schmunzel- und Lachstellen drinnen; der Dialog und Hahns Gedanken verleihen dem Text viel Leben.
Gefällt mir Icon_smile

lg
lu

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


"Kunst ist nichts anderes als das Portrait einer Idee." Manfred Kröplein.

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Beitrag #4 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 2
Hi Lain, Hi lu,

schön euch noch bei den Göttern Teil 2 zu finden.

@Lain:

Zitat:… hatte mich grade sogar ein bisschen an die Nazis gewöhnt …
*lach

Zitat:Immerhin ist's ja nur eine Geschichte und ich finde, diese Vergangenheit unseres Landes, sollte man auch nicht leugnen.
Niemand wird sie ernsthaft leugnen können und sie wird auch nicht vergessen werden. Jedenfalls nicht so schnell. Aber das heißt nicht, dass keine BGeschichten dort spielen dürfen.

Zitat:Du schreibst ja ziemlich direkt und unvoreingenommen über diese Zeit, vielleicht löst das mit das Nachdenken aus, das mich bisher am Ende beider Kapitel überfallen hat.
Ich habe versucht, relativ neutral zu bleiben, weil dies ja weder eine wissenschaftliche Abhandung ist, noch will ich hier meine Meinung kundtun. Ich will nur über Walter Hahn berichten, der sich in dieser Zeit zurechtfinden musste.
Hm. Und ich wollte die Zeit ein bisschen darstellen.
Neben dem, dass ich eine spannende Geschichte schreiben wollte.

Zitat:Ich finde es auch bewundernswert, wie genau du auf kleine Details eingehst, dadurch wirkt alles lebendiger, man fühlt sich irgendwie so ein bisschen in diese Zeit zurückversetzt... Ich bewundere es wirklich, wie du es schaffst, dass alles so echt wirkt, als wäre es grade eben erst passiert. Musstest du eigentlich viel recherchieren oder hattet ihr in der Schule einen besonders engagierten Lehrer, der euch soviel darüber erzählt hat? Und: Bist du noch dran am arbeiten oder schon fertig? Wieviele Kapitelchen werdens denn insgesamt (wenn du das verraten möchtest)?
Uiuiuiui! Der Reihe nach:
Danke für dein Lob. Die Details waren am aufwändigsten zu recherchieren, da hab ich dann teilweise auch Verwandte gefragt, die damals gelebt haben, auch wenn sie noch klein waren.
Die Recherche war ziemlich aufwändig und vieles, was für die Geschichte notwendig ist, weiß auch kein Lehrer (außerdem war ich da schon aus der Schule *gg).
Ich hab 1996 begonnen, die Geschichte zu schreiben, und da musste ich mir, mangels Internet, alles aus Büchern herauslesen. Selbst jetzt, mit dem streckenweise sehr guten Wikipedia hab ich viele Sachen, die ich detaillierter wissen musste, in Büchern nachgelesen. Über die Zeit hat sich da eine Menge gedrucktes zum Thema angesammelt.
Die Geschichte ist jetzt seit etwa einem Jahr fertig, nachdem sie einmal für fünf Jahren auf irgendeiner Diskette verschwunden war, und die letzten Teile sind aus dem letzten Jahr.
Kapitel werden es 14, wenn ich die alte Einteilung lasse. Aber das weiß ich noch nicht.

Zitat:Und Hahns Hass gegenüber der Gestapo macht den Hauptsturmführer gleich ein bisschen menschlicher und damit auch sympathischer. Könnte sogar fast glauben, dass es so was wie "liebe" Nazis gibt.
Liebe Nazis? Eigentlich glaube ich nicht, dass es so was gab.
Normalerweise stellt man sich „die Nazis“ als einen Block gleich denkender und handelnder Menschen vor. Aber das waren sie nicht. Die oberen waren eher eine Ansammlung Menschen, die ihre Chance witterten und durch die Umstände der damaligen Zeit die Möglichkeit sahen, sich auf Kosten anderer zu profilieren und zu Macht und Reichtum zu gelangen. ( also wie heute auch, nur dass heute die Maßnahmen nicht so grausam und die Möglichkeiten nicht so unbeschränkt sind).
Die gesellschaftlich niedriger stehenden Bürger, die dann Blockwarte oder ähnliches wurden, konnten, soweit sie es wollten, ihre Macht über ihre Mitmenschen erproben und taten dies mehr oder weniger gut oder gerecht. Nicht vergessen: Viele der Menschen kamen aus der Kaiserzeit, in der die Zustände nicht von einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung geprägt waren.

Zitat:Ich bin wieder sehr gespannt auf den nächsten Teil, werde auf jeden Fall dran bleiben. Eventuell ein richtiger Mord! Das macht einfach Lust zum weiterlesen. Und ich denke, der Krimi ist hier auch eher im Vordergrund, als die ganzen Nazisachen... naja, auf jeden Fall hast du es bisher so gehalten.
Zum Mord sag ich niggs, aber: Die Leiche muss ja irgendwoher kommen. Mrgreen Mrgreen Mrgreen
Die damalige Zeit spielt schon eine große Rolle, auch die Götter. Ich habe versucht, den Hintergrund und die Geschichte so zu verweben, dass man sie nicht lösen kann, also dass die Geschichte nicht einfach in einer anderen Zeit spielen könnte.

Zitat:aber die steuern grade haltlos auf das Ende zu und merken es noch nicht einmal.
Du glaubst gar nicht, wie Recht du hast. Vor allem in Bezug auf die Geschichte hier.

Zitat:Oje, der Doktor scheint ja einen richtig miesen Tag zu haben. Aber irgendwie fand ich seine Sätze amüsant. Irgendwie doch schon ein Anflug von schwarzem Humor?
Du magst den Doktor? Ich auch. Der hat mir beim schreiben viel Spaß gemacht.

Zitat:Der Satz passt wie die Faust aufs Auge zu seinem Sprecher! Da kriegt man innerhalb ein paar kleiner Worte sofort mitgeteilt, wie beschissen die Gestapo ist.
Hey, danke! *strahl

So, Lain, danke für deine lobenden Worte und die Mühe, die du dir gemacht hast.


Jetzt zu dir, lu:

Ich steig gleich voll ein:

Zitat:wieder viel Hahn und Maul.
Zitat:Stimme 3x, Ton 2x - Hahn 1x
Hm, da hab ich noch viel zu feilen, glaube ich, oder? Das werd ich auch tun, nur weiß ich noch nicht, wann. Kann in der jetzigen Situation noch eine Weile dauern.
Zur Erklärung, nicht zur Verteidigugn oder Beschönigung: Das ist die erste Geschichte, die ich begonnen habe, und ich denke, dass das mit den Wiederholungen über die nächsten Teile besser wird. Hoffe ich zumindest.

Zitat:hm? warum ist Ahlers indigniert?
Weil Hahn den Fall nicht hergeben will und sich so gegen die damals herrschenden Gebräuche vergeht. Die Gestapo war zwar nicht allmächtig, aber es schien dem unbedarften Bürger so. Und eigentlich hatte Ahlers erwartet, dass Hahn den Fall ohne murren abgibt.

Zitat:Hahn und Ahlers, Ahlers und Hahn. Ränge und Fürwörter
Mhm. Stimmt. Da hab ich noch ziemlich zu tun, was? *schluckt

Zitat:schön, da bringst du noch einen Punkt ein, den sich der Leser merkt und der ihn noch neugieriger macht
Danke. *strahl
Der Punkt ist auch nicht ganz unwichtig.

Zitat:nicht hergeben", stellte --- glaub ich!!
Aaaaarghhhhh! Recht hast du.

Zitat:Zitat:
voller Kraft und Zorn, einen Güterzug suchend, an der sie ihre Kraft und ihren Zorn erproben konnte.
Kraft 2x, Zorn 2x. Ist das hier Absicht? Als Ersatz böte sich "eben jene". Also: "an der sie eben jene erproben konnte"
Ja, hier war es Absicht. Das erste Mal. Aber deine Version hört sich besser an. Ich glaub, die kauf ich.

Zitat:Diesmal waren wirklich sehr viele Wiederholungen drinnen, die dann nach einer Weile einfach wirklich den Lesegenuss mindern - meine Vorschläge sind aber tatsächlich nur als diese zu sehen; vllt fallen dir ja bessere Alternativen ein
Klar, stimme dir voll zu. Das mach ich raus, sobald es bei mir irgendwie geht. Und: Deine Vorschläge sind gut, werd mich anstrengen müssen, da was besseres zu finden.

Zitat:Es bleibt weiter interessant.
Danke! *strahl

Zitat:Du gibst Hahn eine Geschichte, obwohl du sie so weit im Dunklen lässt, dass sich der Leser dafür zu interessieren beginnt - was um Himmels Willen hat Hahn erlebt, dass er selbst sich nicht daran erinnern möchte? Warum hat er so einen Abneigung gegen die Gestapo? Warum riskiert er so viel Ärger, nur, um ihnen eins auszuwischen?
Es freut mich ungemein, dass das so raus kommt, weil ich mir bei der „Erschaffung“ Hahns sehr viel Mühe gegeben habe, um ihn die ganze Geschichte über interessant zu halten.

Zitat:Hinzu kommt natürlich immer noch die Leiche und die mysteriösen Umstände. Also, aufhören wird hier keiner
:icon_danke_ATDE:

Zitat:Hast ein paar Schmunzel- und Lachstellen drinnen; der Dialog und Hahns Gedanken verleihen dem Text viel Leben.
Gefällt mir
Danke, das freut mich ungemein. * strahlt über alle vier Backen

lu, danke für die Korrekturen und deine Meinung. Ich werd mich da noch mal auf den Hosenboden setzen.

So, ihr zwei, ich wünsch euch was.

CU,
Teja


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Beitrag #5 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 2
Hallo Teja Icon_smile

also für deine erste Geschichte ist es verdammt gut geschrieben Icon_smile
Es ist auch schön zu lesen, vor allem interessant, man will weiterlesen.

@Ahlers Indigniertheit: Dass Ahlers so denkt hab ich schon verstanden, nur versteh ich nicht, wieso er indigniert reagiert.
Teja schrieb:„Heil Hitler, Sturmbannführer. Wer beehrt uns an diesem unwirtlichen Ort?“
„Oh, Entschuldigung Hauptsturmführer. Darf ich mich vorstellen? Sturmbannführer Ahlers, vom hiesigen Oberabschnitt, Geheime Staatspolizei.“
„Hauptsturmführer Hahn, Kriminalpolizeiamt Wittenberg. Interessieren Sie sich nicht für die Leiche, Sturmbannführer?“
„Die Leiche?“ Indigniert sah Ahlers auf Hahn herab. Dann, ganz plötzlich, glomm Erkennen in Ahlers Augen auf und ein wissendes Lächeln erschien auf seinen Lippen. Hahn erkannte Ahlers Vorbereitungen auf einen Streit.
“Ach so, na klar. Die Leiche. Entschuldigen Sie, dass ich nicht gleich draufgekommen bin“, lächelte Ahlers, dann räusperte er sich und fuhr fort.
bei diesem ganzen Abschnitt versteh ich Ahlers Reaktion nicht wirklich. Warum wird er auf Hahns einfache Frage so bös? .. ah!! Jetzt ist der Groschen gefallen!! *ggg* *LOL*
"Wo ist der Jude?" im Befehlston, in Gestapomanier, als hätt er's schon hundert Mal so gefragt, wär bereit für Verhaftungen und Schlimmeres, und Hahn trocken "Interessieren Sie sich nicht für die Leiche?" Mrgreen
Aber Teja, die Stelle ist so genial, die *musst* du zusätzlich betonen - für Idioten wie mich!! Mrgreen
ich weiß zwar jetzt nicht, wie, aber.. oder vllt war auch nur ich so langsam und andere kapieren das schneller... *lach* vllt, wenn du die "Juden"-Stelle nochmal wiederholt, durch Hahn zB so: "Ich bin wegen der Leiche hier, Juden habe ich keine gesehen." Oder wenn Hahn sagt "Für die Leiche interessieren Sie sich nicht?" oder: "Ich bin wegen der Leiche hier, und Sie?"... hm, schwer. "Ach, Jude? Ich bin wegen der Leiche hier."... hm, hm.. "Ach, Jude? Mich hat man wegen der Leiche verständig."... "Juden hab ich hier keine gesehen. Nur die Leiche."...
hm, irgendwie halt.. wenn man das nämlich nicht kapiert, versteht man auch nicht, warum sich Ahlers ärgert und warum Hahn offensichtlich streitlustig wird - plötzlich.

Icon_smile

lg
lu

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


"Kunst ist nichts anderes als das Portrait einer Idee." Manfred Kröplein.

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Beitrag #6 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 2
Hi lu,

Zitat:also für deine erste Geschichte ist es verdammt gut geschrieben
Es ist auch schön zu lesen, vor allem interessant, man will weiterlesen.
Danke. Die Geschichte hab ich 96 angefangen, aber sie wurde erst 2007 fertig. In der ersten Version war sie sprachlich nicht so besonders, glaub ich. *ggg
Aber der Plot ist noch original.
Und nicht zu vergessen: Libertine und Dreadnoughts haben sich riesige Mühe bei der Verbesserung der Geschichte gegeben und mir sehr geholfen.

Zitat:ah!! Jetzt ist der Groschen gefallen!! *ggg* *LOL*
Hab ihn fallen hören. *gggg

Zitat:"Wo ist der Jude?" im Befehlston, in Gestapomanier, als hätt er's schon hundert Mal so gefragt, wär bereit für Verhaftungen und Schlimmeres, und Hahn trocken "Interessieren Sie sich nicht für die Leiche?"
Ganz genau. Dem anderen den Schneid abkaufen, indem man sich genau auf die Worte bezieht und alles, was „normalerweise“ vorausgesetzt wird, vergisst.

Zitat:Aber Teja, die Stelle ist so genial, die *musst* du zusätzlich betonen - für Idioten wie mich!!
Zitat:wenn man das nämlich nicht kapiert, versteht man auch nicht, warum sich Ahlers ärgert und warum Hahn offensichtlich streitlustig wird - plötzlich
Hihihi. Ich glaube ich wird sie trotzdem so lassen wie sie ist. Schon klar, dass man das dann nicht kapiert, aber ich lasse es drauf ankommen. Sonst krieg ich wieder ein: Das hast du schon einmal gesagt. Mrgreen Mrgreen Mrgreen Mrgreen
Und danke für das „genial“. *strahlt

CU,
Teja


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Beitrag #7 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 2
So, und weiter gehts ...

Zitat:Maul könnte ihm ja wenigstens sagen, was er bis jetzt wusste. Doktor Maul war kein Rottenführer der Wachsturmbanne, also konnte Hahn ihn auch nicht so behandeln. Und er würde es auch schon aus Respekt nicht tun. Hahn erwiderte nichts, betrachtete die Leiche ärgerlich.
„Nein wirklich? Das hätte ich wohl ohne Sie nicht herausgefunden“, ätzte Hahn dann doch, seinen Unmut im Zaum haltend.
Mal eine große Stelle gleich zu Beginn. Auch hier erwähnst Du oft die Namen - mMn etwas sehr oft. Und es liest sich nicht ganz rund, wenn Hahn erst nichts sagt, dann aber so einen genialen Spruch zum Besten gibt. Weißte, was ich meine?
Vorschlag:
Maul könnte ihm ja wenigstens sagen, was er bis jetzt wusste.
Der Doktor war kein Rottenführer der Wachsturmbanne, also konnte Hahn ihn auch nicht so behandeln. Und er würde es auch schon aus Respekt nicht tun, auch es wenn ihm so manches Mal egal war. Hahn betrachtete die Leiche ärgerlich.
„Nein wirklich? Das hätte ich wohl ohne Sie nicht herausgefunden“, ätzte Hahn dann doch, seinen Unmut im Zaum haltend.

Auch nicht optimal - aber es geht ja nur um die Botschaft, ne? Icon_wink

Zitat:Kommt geschlichen wie man es von einem Angehörigen der Gestapo erwarten kann, dachte Hahn, den Blick auf die Gestalt gerichtet.
Er war Beamten der Gestapo aufgrund persönlicher Erfahrungen nicht sehr zugetan
Kleiner Holperstein - nicht weiter wild. Vorschlag:
Kommt angeschlichen wie man es von solchen Leuten erwarten kann, dachte Hahn, den Blick auf die Gestalt gerichtet.
Er war Beamten der Gestapo aufgrund persönlicher Erfahrungen nicht sehr zugetan


Zitat:Außer auf einen Vorgesetztenbefehl.
Wird nicht so genannt. (Oh Man, was habe ich damals alles übersehen?) Es gibt eher den Befehl eines Vorgesetzten - oder den direkten Befehl eines Vorgesetzten. Vielleicht so:
Außer auf einen direkten Befehl seines Vorgesetzten.

Zitat:Sturmbannführer, solange sie nicht irgendeinen schriftlichen Befehl des Geheimen Staatspolizeiamtes oder einer mir vorgesetzten Stelle vorweisen können, werde ich diesen Fall nicht hergeben
Dienststelle.

Ach ... und das ist mir auch gerade ins Auge gesprungen:
Zitat:werde ich diesen Fall nicht hergeben.“, stellte Hahn
*husthust* Icon_wink

Zitat:„Nein, es wurde telefonisch durchgegeben! Schauen Sie sich die Leiche doch an!“ Er drehte die Leiche
Noch ein kleiner Stolperstein - aber auch hier, nicht weiter tragisch.
Ahlers ist Nazi und denkt, dass wäre ein Jude. Also müsste er nicht Leiche sagen - sondern vielleicht eher "Sauerei" - womit wir wieder bei der Fäkaliensprache wären.
„Nein, es wurde telefonisch durchgegeben! Schauen Sie sich die Sauerei doch an!“ Er drehte die Leiche

Na, war doch nicht so schlimm. Werd dann mal weiter - unter den letzten Teil schreibe ich Dir das Gesamturteil. Okay?

LG
D.


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Beitrag #8 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 2
Hi Dread,

Zitat:So, und weiter gehts ...
Genau!

Zitat:Mal eine große Stelle gleich zu Beginn. Auch hier erwähnst Du oft die Namen - mMn etwas sehr oft. Und es liest sich nicht ganz rund, wenn Hahn erst nichts sagt, dann aber so einen genialen Spruch zum Besten gibt. Weißte, was ich meine?
Ja, die Namen … Und: Ich weiß was du meinst, und werde es auch an einem dieser Tage entsprechend umbauen.

Zitat:Wird nicht so genannt. (Oh Man, was habe ich damals alles übersehen?)
Lol. Aber sieh’s positiv: Schau mal was dir heutzutage alles noch zusätzlich auffällt. Hast dich also sehr viel weiter entwickelt. Respekt.
Für mich bedeutet das natürlich: Schau mal, wie ********** die Geschichte wirklich geschrieben ist. *gggg

Zitat:Zitat:
werde ich diesen Fall nicht hergeben.“, stellte Hahn
*husthust*
Grmpf.
Danke.

Zitat:Na, war doch nicht so schlimm
Sagst du …

Zitat:Werd dann mal weiter - unter den letzten Teil schreibe ich Dir das Gesamturteil. Okay?
Klaro. Voll einverstanden.

Wieder danke für die Mühe. Ich hoffe ich kann morgen mal an die Geschichte ran und das von dir aufgezeigte Potenzial umsetzen. Aber ich glaubs eher nicht.

Bis zum nächsten Teil.

CU,
Teja


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Beitrag #9 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 2
Hey Teja!

Ich fang direkt mit Textzeugs an:

Zitat: lachte Hahn beinahe auf, als er die erwartete trockene Antwort hörte. Beinahe grinsend fragte er dann „Und wie ist er gestorben?“
hinter das »dann« müsste ein Doppelpunkt, aber ich würde den Satz drastisch einstreichen:
… lachte Hahn beinahe auf, als er die erwartete trockene Antwort hörte. „Und wie ist er gestorben?“
Wobei ich mir gar nicht vorstellen kann, wie Hahn lacht. Also vor Leuten, die er Einschüchtern möchte *lach* Aber er tuts ja auch nur beinahe

Zitat: und der Motor nach einem kurzen aufjaulen kläglich erstarb.
»Aufjaulen« groß

Zitat: Todeszeit ?
Ein Leerzeichen vor dem Fragezeichen zu viel

Zitat: Wollen Sie der Sektion beiwohnen?
Hm … ich hätte eher »Obduktion« erwartet , statt »Sektion«

Zitat: Wenn Du wüsstest, was ich seitdem alles erlebt habe, würdest Du jetzt am Boden knien und kotzen,
»du« nach neuer Rechtschreibung beide male klein
Hier klingt Hahn sehr gehässig gegenüber Maul – das beißt sich für mich mit dem »fast Lachen / Grinsen« am Anfang. Wenn die beiden sich so gerne mögen, dass Hahn sich lachend vom Doktor vorführen lässt (sind doch noch andere Leute da, oder?), dann passt die Verachtung an dieser Stelle nicht. Wenn Hahn und Maul sich nicht so gut verstehen, finde ich die Reaktion von Hahn auf Mauls … »Spielchen« zu flach.
Oder wird diese Heftigkeit gerade wegen der schlimmen Erinnerungen hervorgerufen? *grübel*

Zitat: Von Ton und Lage der Stimme alarmiert, drehte Hahn sich langsam der Stimme zu, fand den Weg zurück in das Hier und Jetzt. Und bis er sich voll umgedreht hatte, waren Tonfall und Worte der Stimme analysiert und er wusste, dass er jemanden vor sich hatte, der das Befehlen gewohnt war.
das ist so eine Stelle, wie ich sie unter dem ersten Teil meinte: Du trittst auf der Stelle, wälzt die Stimme aus. Dadurch wird die Geschichte ausgebremst. Knapper ginge das zum Beispiel so:
»Von dem befehlsgewohnten Tonfall alamiert, drehte Hahn sich langsam um, fand den Weg zurück in das Hier und Jetzt. Schon an der Stimme erkannte er, dass er jemanden vor sich hatte, der keinen Widerspruch duldete.«
Da gehen keine Informationen verloren, aber es ist für den Leser wesentlich kompakter verpackt
Ich werd da wohl nur ab und zu exemplarisch Sätze rauspicken, falls es noch öfter vorkommt, aber wenn du noch Interesse an einer Überarbeitung hast, solltest du da ein ganz besonderes Augenmerk drauf legen.

Zitat: Kommt geschlichen wie man es von einem Angehörigen der Gestapo erwarten kann, dachte Hahn, den Blick auf die Gestalt gerichtet.
Hier vermittelst du direkt und schön verpackt die Einstellung, die Hahn zur Gestapo hat. Gefällt mir gut Icon_smile

Zitat: werde ich diesen Fall nicht hergeben.“, stellte Hahn seine Position klar.
Kein Punkt hinter »hergeben« - vom Klang her würde ich eher »abgeben« schreiben, weil »hergeben« so nach Kinderstreiterei klingt – und auch wenn es das irgendwie ist, würde ich Hahn es nicht so ausdrücken lassen

Zitat: Vielleicht war es ein Jude, dann wäre es ihr Fall.
»Ihr«

Zitat: „Haben Sie einen schriftlichen Befehl?“, fragt Hahn langsam.
Das »langsam« will mir nicht so recht passen, da Hahn ja eher schnell sprechen muss, wenn er Ahlers jedes Mal das Wort abschneidet. Vielleicht eher »eindringlich«, »nachdrücklich«?

Zitat: Ahlers gab immer noch keine Antwort
Naja, die Frage nach dem schriftlichen Befehl hat er vorher ja schon mit »Nein« beantwortet. Da würde ich oben das »Nein« rausstreichen, damit das hier besser klingt. Also:
Nein, es wurde telefonisch durchgegeben! Schauen Sie sich die Leiche doch an!“
Das würde vielleicht auch gut zu Ahlers passen (so wie ich ihn mir jetzt vorstelle), dass er eben nicht direkt sagt, dass er keinen schriftlichen Befehl hat. Weil er ja das gleiche wissen wird wie Hahn, nämlich, dass er nix machen kann, ohne schriftlichen Befehl.

Zitat: Langsam, aber immer unübersehbarer, breitete sie sich auf Hahns Gesicht aus.
klingt komisch : entweder, etwas ist übersehbar, oder eben nicht. Als Steigerung klingt es sehr schräg. Vielleicht »Langsam, aber unübersehbar« ?

Zitat: „Ohne Befehl bleibt die Leiche ...“,
würd noch ein »schriftlich« einfügen, denn genau da ist ja der Punkt. Einen Befehl hat er grad erhalten, aber eben keinen schriftlichen

Zitat: nicht weniger als leise und schleichend wie er gekommen war. Eher wie eine massige Rangierdampflok,
da musste ich dreimal drüber lesen, bevor ich gemerkt habe, dass da nicht der erste Satz verunglückt ist, sondern dass es tatsächlich einen Sinn ergibt *lach* Eleganter und leichter zu lesen fände ich:
»nicht mehr leise und schleichend wie er gekommen war. Eher wie …«

Zitat: Er winkte Müller zu sich und beide machten sich daran, die Kisten, die noch auf dem LKW waren, zu untersuchen.
Danach verabschiedete sich Hahn.

Öhm … wie untersuchen? Und wie klappt das in der Dunkelheit? Offenbar ist der Rest des Lasters total uninteressant, aber ein oder zwei Sätze mehr würde ich der Tätigkeit, die ja offenbar zum Fall dazu gehört, schon gönnen.
Gucken sie in jede Kiste rein? Oder haken sie nur auf der Liste ab, welche da sind und ob welche fehlen? Das hätte Hahn ja vorhin schon erledigt, wäre also überflüssig. Und Orpo-Erwin? Der kann dabei doch mithelfen, dann geht’s schneller.
Er winkte Müller und Orpo-Erwin zu sich, um die Kosten auf dem LKW genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch im spärlichen Licht der Taschenlampen konnte keiner von ihnen etwas entdecken, was den Fall hätte weiterbringen können. Zumal Hahn vermutete, dass es da überhaupt nichts gab.
Nach fast einer Stunde der erfolglosen Suche / Nach fast einer Stunde, in der sie zu dem Ergebnis gekommen waren, dass alles seine Richtigkeit hatte, wenn man von der verstümmelten Leiche im Schnee absah, verabschiedete sich Hahn

Wie gesagt, ich hab keine Ahnung, warum sie nach was suchen. Und hier fällt mir auf, dass man noch immer nicht weiß, was das überhaupt für Kisten sind. Was streng Geheimes oder einfach nur Waffenlieferungen? Oder gar nur Lebensmittel?

Zitat: Bevor Sie die Leiche übergeben, notieren Sie sich Namen und Nummer des Abholers und des Fahrzeugs. Fügen Sie beides dem Protokoll bei, nicht daß dieser Ahlers doch noch die Leiche kriegt.
*lach* Naja, aber die Leiche hätte Ahlers dann ja, selbst wenn Müller fünfmal die Dienstnummer notiert. Weg ist weg. Hahn könnte dann zwar Stunk machen, aber ob das was bringen würde? Immerhin scheint mir Ahlers mehr im Recht und Hahn behält die Leiche mehr aus Trotz und »Ätschibätschi, ich hab die Leiche jetzt«, als aus wirklich gerechtfertigten Gründen. Ob ihm da eine Dienstnummer weiterhelfen würde, wenn er die Leiche zurückhaben will. Von der Gestapo …

Hahns Konflikt mit Ahlers gibt der Geschichte zwar einen netten Pepp, aber irgendwie kommt mir das auch kindisch vor. Dafür kenn ich mich in der Zeit vermutlich nicht genug aus, aber hat Hahn keine Konsequenzen zu fürchten? Oder können die von der Gestapo ihm wirklich gar nix anhaben? Nachvollziehbarer fände ich, wenn er einen mit der Leiche zusammenhängenden Grund hätte, den Fall nicht abzugeben. Also einen konkreten Hinweis auf ein Verbrechen, von dem er fürchtet, dass es in der Gestapo vertuscht wird. Dann würde er auch nicht so kindisch rüberkommen und die Leiche einfach behalten, weil er die Gestapo halt nicht mag.
Ob das mit der Geschichte vereinbar ist, ist natürlich eine andere Frage.

Wie auch im ersten Teil schon schmälern etliche Wiederholungen (entweder Wörter oder vom Sinn her ähnliche Aussagen) das Lesevergnügen. Mit dem Setting selbst komme ich aber erstaunlich gut zurecht.
Was mir besonders gefällt, dass du das Nazi-Setting nicht als Zeigefinger nutzt, nicht fortwährend zeigst, wie böse, böse die da doch alle waren, sondern dass es mehr eine Geschichte ist, die halt das Nazi-Setting als Hintergrund hat. Eher so nebenbei.

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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