Es ist: 05-12-2022, 04:34
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Literarisches Tagebuch
Beitrag #141 |

RE: Literarisches Tagebuch
Lesung

Ich sitze da
im blauen Kleid,
vor mir das Buch,
auf Papier gebannte Gedanken
Gefühle.
Worte aus meiner Feder
entschlüpfen meinem Mund.

"Sei nicht traurigh " -
obwohl
das Leben gibt Grund
genug!

Gitarrenklänge verschaffen Zeit
mir - mich zu fangen
den anderen - die Worte zu verstehn.

Über der Szene wacht
die Sonne,
wärmt
blendet
mich
gnadenvoll.

A pencil and a dream
can take you
anywhere

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Beitrag #142 |

RE: Literarisches Tagebuch
Ausriss


Abhanden
gekramte
Wimpern.

Ich trau’
keinen
Wünschen

du weißt

deren Erfüllung
verspeist
und
geschluckt
wird von
Absolution.


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Beitrag #143 |

RE: Literarisches Tagebuch
…quasi eine mitgift

nach all den webcam-stunden, den halbwintertagen, die, in sehnsucht gefunden, hoffnung überragen. Weichgesessner steiß, und februar schleicht grausam um die mauern. Ohne preis kein fleiß. Ohne gold kein schweigen. Schakale trauern jedem sonnenuntergang hinterher; die beiden tauben neigen ihre köpfe zum futtergebet. Manches, was im leichtsinn entsteht, bleibt zum tragen zu schwer.
Von freundschaftsmimik bleibt ein schattenriss, durch den gefiltert rote sonne quillt. Mähnengleich. Kein schakal zerbiss die leiber, fleischgestillt, noch fletscht gierig er die zähne. Februar schmerzt butterweich, als hätt er wirklich pläne. Es bleibt das katzenhafte wandeln, dass das bleierne bewegt; aus der innenstadt schlägt die uhr. Zeit wärs, zu handeln.

Bleibt feilscherei gottesbeweis. Ohne silber kein wort. Ohne kniefall kein gehör. Ich weiß. Ich kenne den ort, an dem ich nicht stör, an dem sich stille an meiner stimme verzehrt. Es sei mein tiefster wille, ich hätt aus freiheit mich gewehrt gegen all jene vereiner.
Aus meiner.
Aus deiner.


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Beitrag #144 |

RE: Literarisches Tagebuch
Stumme Worte

Stumm
sind die Worte
in mir
ungehört
bleibt der Schrei
meiner Seele.

Ein Traum
so nah
so fern
und doch
Schmerz
Glück.

Ich weine
ich lache
Freude
Frust
Trauer
Wut

Verzweiflung.

So Hilfe!

Doch
allein
muss ich finden
meinen Weg
im Dunkeln.

Allein
muss ich gehen
den Pfad
in mein Licht.


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Beitrag #145 |

RE: Literarisches Tagebuch
Tagebuchnachtrag 06.10.2012

Zeitentrückt umgibt mich schützend
Einsamkeit und Stille.
Salzluft in der Nase,
Meeresrauschen im Puls,
Wind in den Ohren,
Meereswellen folgen mir mit jedem Schritt.

08.10.2012

Du schließt die Augen,
beschwörst Bilder herauf.
Ferne Vergangenheit, nahe Zukunft -
Momentaufnahmen.
Worte fließen,
gefangen auf Papier,
gepresst auf Linien,
gebannt für die Ewigkeit.
Menschen, Landschaften, Gedanken
wachsen aus den Buchstaben.
Leben, wachsen, vergehen.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #146 |

RE: Literarisches Tagebuch
Ich wünschte (dir) die
Bäume,
rauschend

unbeschmerzt;

(mir) Sommergras aus Flachs,
die
unbenannten Wege

(Welt) –
in unsrer Stadt aus

Tod und Siechen –

siechend
atmen das Leben,
hinausatmend
in allen feuchten Staub,
bleibt in den Furchen ewig –

in
dieser Stadt
bleibt ewig alles
starr und grau; es

kann nicht anders.

4.11.2012

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


"Kunst ist nichts anderes als das Portrait einer Idee." Manfred Kröplein.

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Beitrag #147 |

RE: Literarisches Tagebuch
Das Sterben mag den Tag entstellen, der stumm und staubend durch die Straßen flieht. Menschenschritte, die von Mauern bellen, Droschkenpeitschen, die wie Zungen schnellen, durchs Atemholen, dass man sieht.
Das Sterben mag die Brust verengen, die angestrengt sich hebt mit jedem Schlag. Kein Gott hält Zeit in seinen Fängen, Leben bleibt naturhaft Drängen zum trocknen Mörtel, zum letzten Tag.
Das Sterben mag die Stunden quälen, die rauschhaft glücklich Laub nur sind. Folianten, denen Worte fehlen, Nebelwerk, aus dem sich Bilder schälen, angestarrt und spiegelblind.
Das Sterben mag das Licht verneinen, das flatterhaft auch den Schatten birgt. Kaum Fundament, sich noch zu einen, bloß Scheitern noch, um dran zu leiden.
Das Sterben wirkt.

Möge doch Tag ein Sterben kleiden.

05.11.12


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Beitrag #148 |

RE: Literarisches Tagebuch
Mit vollmundfrisch-verfüllten Bäuchen, weit gesperrten Dankverneinungen und träger Sittenpflichtharmonie sitzen wir hier; vor Tannennadelfallgrau und Flimmerbuntblau. Abgelegt wie alltagsbewandert und trägrebellisch weggehoben, auf unserem Sofa - zusammengefallen zu einer Familie.
Und doch, was halber Blick entzieht, ist dort, zu unseren Füßen: ein Stück Weihnacht, in Keksen und Reden, wie knuspernd ungedacht - umgedacht. Vier Blicke, kreuzvereint zu dunkelgerahmter Muppetshow, und ein Hauch von altbekannter Zeit gemein. Niemand weiß, was zwischen uns ungesagt seine Wirkung entfaltet, in gesamtgemütlicher Heiligkeit: Familie Komma meine.
Ich bin froh, dass es euch gibt.

- 25.12.2012

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #149 |

RE: Literarisches Tagebuch
.

Warum siehst du nicht,
dass wir leben;
wir beide leben
noch.

Trau dich zu
glauben:

Du gehörst dem Leben,
du gehörst dem Schönen.

Wenn du beginnst zu sterben
dann
werde ich trauern,
mit dir;

vorher nicht.

28.12.2012


.

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


"Kunst ist nichts anderes als das Portrait einer Idee." Manfred Kröplein.

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Beitrag #150 |

RE: Literarisches Tagebuch
Es ist Samstag.

Das Jahr teilt das Schicksal der Woche, es vergeht. Noch ist Zeit, noch mischt sich ein blasses Rot in die kalt-blauen Bahnen des Todes. Das Jahr lächelt breit, als gäbe es nichts Besseres als zu sterben. Das alte Jahr ist schwanger mit dem neuen. Die Geburt kündigt sich an - ohne Schmerzen.

Außer in meinen Ohren, denn es wird gewaltig knallen und gestern hat es begonnen. Ich weiß aber wenigstens, woher es kommt, aber mein Hund nicht - wie sollte er auch. Die Angst ist ihm schon jetzt ins Gesicht geschrieben, denn ich kann mich noch an das im letzten Jahr erinnern.

Verstopf deine Hörapparate, lächle, schreibe Freude ... und gib deinem Hund Notfalltropfen.

Einen guten Rutsch allen Literatopianern und ihren Familien.

Porter


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