Es ist: 06-12-2019, 21:45
Es ist: 06-12-2019, 21:45 Hallo, Gast! (Registrieren)


Baumwächter
Beitrag #1 |

Baumwächter
Hauptsächlich ging es mir darum, hier "meine" Zwerge vorzustellen. Um doch noch ein wenig Handlung einzubauen, hab ich mir von der Spielwiese ein Bild ausgeliehen.

Baumwächter

Es regnete im Immerwährenden Wald. Wie so oft stand Axis am Waldrand und sah hinab ins Tal. Die Stadt Siyanda und die sanft geschwungenen Hügel, die sie umgaben, lagen in der warmen Frühlingssonne.
Er seufzte.
Seine Heimat hatte immer anderes Wetter, als die nahe gelegene Stadt. Ein Phänomen, welches wohl nur die Elfen erklären konnten. Diese lebten aber in den Hochebenen, weit hinter den Grenzen Siyandas und so würde es vermutlich niemals dazu kommen, dass der Zwerg einem von ihnen begegnete. Abermals atmete Axis ein und aus. Er hatte sich schon oft vorgestellt, wie es wäre, einem vom magischen Volk zu begegnen.
Hinter ihm stapften schwere Stiefel durch den aufgeweichten Waldboden, eine feingliedrige Hand legte sich auf seine Schulter.
„Komm“, sagte Sokil, „wir müssen weiter.“ Axis schaute zu seinem Freund mit der spitzen, dünnen Nase auf und seufzte zum dritten Mal.
„Siyanda hat schon wieder besseres Wetter als wir.“
„Ja“, grinste Sokil und hielt seine Axt in die Höhe, „aber wir haben mehr Bäume.“
Nun lächelte Axis ebenfalls und schloss sich dem größeren Zwerg an, der zielstrebig dem schlammigen Waldpfad folgte.
Sie waren nur wenige Meter vorangekommen, als es im Unterholz knackte. Beide schlossen ihre Finger fester um die Äxte und beobachteten angespannt die sich bewegenden Zweige. Aus dem Gebüsch kam Asghat hervorgekrochen, in dessen langem, schwarzem Haar sich Blätter verfangen hatten.
„Habt ihr etwas entdeckt?“, fragte der Hinzugekommene.
„Nichts Ungewöhnliches“, antworteten Axis und Sokil gleichzeitig.
Dann setzten sich sechs schwere Stiefel in Bewegung, drei Äxte geschultert.
Dicke Regentropfen perlten von den Bäumen des dichten Waldes, ließen sich von den Blättern fallen und landeten spritzend auf dem ohnehin schon nassen Boden. Ein besonders großer Tropfen fiel auf Axis’ struppiges, erdbraunes Haar, rann an der bartlosen Wange hinab und spritzte schließlich auf seinen Stiefel.
„Mistwetter“, grummelte der stämmige Zwerg. Seine beiden Gefährten entgegneten nichts.
„Lasst uns dem Weg nach Norden folgen, dort stehen einige Bäume, um die wir uns kümmern müssen“, sagte Axis weiter, um das gleichmäßige Plätschern des Regens zu unterbrechen.
Zustimmendes Gemurmel antwortete ihm.

Müde zwängte sich Axis durch den verwurzelten Eingang seines Zuhauses. Die festen, überirdisch wachsenden Wurzeln der Benjeenbäume boten seinem Volk einen guten Unterschlupf, denn oftmals waren die Bäume des Immerwährenden Waldes hunderte von Jahren alt und so hoch, dass noch nie ein Zwerg die Krone erblickt hatte.
Über dem Feuer hing bereits ein Topf, dem ein wohlriechender Geruch entstieg, während seine Gefährtin Skora eifrig rührte.
Irgendwo über ihren Köpfen war ein größerer Spalt zwischen den Wurzeln, durch den der Rauch abziehen konnte. Dank des dichten Blätterdaches blieb die Zwergenwohnung vom strömenden Regen verschont. Liebevoll umarmte Axis Skora, die ihr Haar mit Blättern, in den Farben des Herbstes, geschmückt hatte. Er lobte den Duft des Eintopfs, dann fragte er nach seinem Sohn Galsis.
„Der liegt schon in seinem Bett und schläft. Setz dich und iss etwas.“
Axis begann langsam, in der Tonschüssel zu rühren, die Skora ihm hingestellt hatte.
„Du schaust so ernst. Was ist los?“, fragte die Zwergin besorgt.
„Sokil, Asghat und ich haben heute Abend eine Leiche im Wald gefunden.“ Axis traute sich nicht, seine Gefährtin anzusehen, das Entsetzen in ihren himmelblauen Augen würde er nicht ertragen können. Deshalb rührte er konzentriert in seinem Eintopf. Ihm fiel auf, dass kleine Fleischstücke darin waren.
„Es war der junge Ardashir. Er hing an einem Baum. Erst während des letzten Sichelmondes haben wir ihn in den Wald geschickt, damit er erwachsen wird. Wir wollten herausfinden, ob er als Baumwächter arbeiten kann.“ Er fischte mit dem Löffel ein Fleischstück aus der Brühe und ließ es wieder hineinfallen.
„Wie konnte das passieren?“, fragte Skora. Axis konnte sie kaum verstehen, ihre Stimme war nur ein Flüstern.
„Wir wissen es nicht. Vielleicht konnte er seine Aufgabe nicht erfüllen und hat seine Seele selbst ins nächste Leben geschickt.“
„Hältst du das wirklich für möglich? Dann hat er große Schande über sich und seine Familie gebracht, denn er wird nicht bei seinen Ahnen bestattet werden können.“
Axis hatte sich darüber noch keine Gedanken gemacht und er wollte dies auch nicht. Missmutig ließ er den Löffel wieder im Eintopf kreisen.
„Der Boden war aufgeweicht, wir konnten keine Spuren finden. Die Schlinge des Seils spannte sich um seinen Bauch, vielleicht ist er auch überfallen worden, von Menschen oder Trollen.“ Er wusste nicht, ob er sich oder seine Gefährtin damit beruhigen wollte.
„Glaubst du, wir werden es jemals wissen?“, fragte Skora, und Axis bemerkte, dass Tränen ihre Wangen hinabflossen.
„Unsere Priester werden versuchen, herauszufinden, was seiner Seele zugestoßen ist.“

Der Mond hing silbrigglänzend, sich ab und zu hinter Wolken versteckend, über der kleinen Waldlichtung. Viele Bewohner der Zwergensiedlung hatten sich versammelt. Alle hielten die Köpfe gesenkt und hoben ihre Blicke erst, als die Priester den Platz betraten. Ihre grünen Roben hüllten sie vollständig ein, die Kapuzen warfen dunkle Schatten auf ihre Gesichter. Im Schein des Feuers waren deutlich blattähnliche Verästelungen auf dem Stoff zu erkennen.
Axis stand bei den anderen beiden Baumwächtern, er hatte Skora nicht dazu bewegen können, ihn zu begleiten.
Vor zwei Tagen hatten sie den Jungen gefunden und den Priestern übergeben. Seitdem waren sie nicht mehr im Wald gewesen. Die Geistlichen befürchteten, dass sie seine umherirrende Seele verschrecken könnten. Sokil, der die Leiche zuerst entdeckt hatte, hatte dem bereitwillig zugestimmt. Asghat hingegen hatte darauf bestanden, dass sie sich auch weiterhin um ihre Bäume kümmerten. Seine große, knollige Nase hatte deutlich ihre Farbe verändert. Als dann die Situation zu eskalieren drohte, hatte Axis ihn beruhigen können, indem er an die gut fortgeschrittene Arbeit der letzten Tage erinnerte und den Priestern zwei Tage Zeit gab. Diese wussten, dass in dieser Nacht Vollmond war - was wohl ein günstiger Zeitpunkt für ein Ritual zu sein schien – und hatten zugestimmt.
Auf der anderen Seite der Lichtung sah Axis die Familienangehörigen des Jungen. Sie standen dicht beieinander und hielten sich angsterfüllt bei den Händen. Er vermied es, darüber nachzudenken, was es für sie bedeutete, wenn der Junge tatsächlich selbst über sein Schicksal entschieden hätte.
Das Feuer loderte auf und riss Axis aus seinen Gedanken. Ein schwerer Geruch nach verbrannten Kräutern breitete sich auf der Lichtung aus. Die Priester bildeten einen Kreis um die Flammen, dann begannen sie, einen düsteren Gesang anzustimmen, dessen Worte Axis nicht verstand. Sie schritten vor dem Lichtschein auf und ab, ihre Roben bewegten sich mit ihnen und es erschien ihm, als ob Laub im Wind tanzen würden.
Immer schneller bewegten sich diese Blätter, ein wahrer Orkan fegte durch sie hindurch, bis es plötzlich still wurde. Nichts außer dem Knistern des Feuers war zu hören. Die Priester knieten ringsum die Flammen und hielten die Köpfe gesenkt. Auch Axis wendete seinen Blick ab und richtete ihn auf die Spitzen seiner Stiefel. Rasch und - wie er hoffte - unauffällig, schaute er zu Sokil, der neben ihm stand. Auch er betrachtete den Boden. Erst als die Priester sich erhoben – was der Zwerg an den sich bewegenden Schatten erkannte -, wagte er sich, wieder zum Feuer zu blicken. Die Umstehenden taten es ihm gleich.
Die Flammen loderten auf, kurz schienen sie bis in den Himmel zu wachsen, dann fielen sie in sich zusammen und gaben den Blick auf den dahinterstehenden Baum frei. Er wuchs nicht so hoch wie die Benjeens, dafür trug er an seinen ausladenenden Ästen riesige Früchte, die einen Zwerg leicht überragen konnten. Ihre Form erinnerte Axis an die Würste, welche Skora manchmal über dem Feuer garte.
Kygelia, der Älteste. Er war schon alt, als ich noch ein kleiner Zwerg war. Der Baum der Weisheit.
„Lauscht den Worten des Weisen Kygelia“, sangen die Priester in einem Tonfall, der es nicht zuließ, dass man ihnen widersprach. Dann wurde es wieder still auf der Lichtung, nur das sanfte Rascheln einiger Blätter war zu hören.
Axis war seit unzähligen Jahren ein Baumwächter, tagein und tagaus hielt er sich bei seinen Schützlingen auf, pflegte sie, damit sie seinem Volk Schutz gewährten, aber reden hatte er sie noch nie gehört. Er konnte sich auch nicht vorstellen, wie sich so etwas anhören sollte. Aber dann konzentrierte er sich noch einmal auf das Blätterrascheln, denn die Priester wollten es so. Außerdem gab es nicht anderes, dem er seine Aufmerksamkeit widmen konnte.
Das Rascheln wurde intensiver, aber ohne dass der Wind spürbar zugenommen hatte. Es wurde lauter und steigerte sich zu einem Flüstern. Zunächst konnte Axis kaum etwas verstehen, aber dann wurde auch das Wispern lauter, bis schließlich das tiefe Brummen des Baumes die ganze Lichtung ausfüllte.
„Der junge Zwerg verließ euch in einer Sichelmondnacht. Er wollte erwachsen werden, ein Baumwächter noch dazu. Der junge Zwerg folgte wochenlang seiner Bestimmung, er suchte sich einen Baum, der seiner Hilfe bedurfte. Er nahm ein Seil, band es um seine Körpermitte und wollte die Krone erreichen. Doch sowie er einen höherliegenden Ast erklommen hatte, verloren seine Füße ihren Halt und das Unglück geschah. Er konnte sich aus seiner misslichen Lage nicht mehr befreien. Die Nacht war kalt, sehr kalt sogar, so kalt, dass der junge Zwerg erfror.“ Die Stimme des Baumes wurde wieder schwächer, wurde wieder zu einem Flüstern und verlor sich schließlich zu einem Blätterrascheln.
Noch bevor die Stille vollständig zurückgekehrt war, erhob sich einer der Priester und verbeugte sich vor dem riesigen Baum: „Großer Weiser! Wir danken dir, dass du dein unendliches Wissen mit uns teilst.“ Dann wandte sich der verhüllte Zwerg an seine Zuhörer: „Ihr habt die Worte vernommen, der Wahrheit gelauscht. Die Seele des jungen Ardashir wurde durch ein schreckliches Unglück seinem Körper geraubt. Wir werden ihm die letzte Ehre erweisen können.“
„Dummer Junge“, flüstere Sokil, „wir Zwerge sind zum Klettern einfach nicht geboren, denn wir Zwerge sind dazu geschaffen …“
„… das Problem an der Wurzel zu packen“, beendeten Axis und Asghat gemeinsam den Satz ihres Freundes. Und zusammen begleiteten sie Ardashirs Körper auf dem Weg zu seinen Ahnen.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: Baumwächter
Hi meine Lady!^^

Eine neue Geschichte von dir! Und dann auch noch in Fantasy!! Und es geht über Zwerge!!! Was will ich mehr Icon_wink

Zitat:Hauptsächlich ging es mir darum, hier "meine" Zwerge vorzustellen.
Da bin ich wirklich gespannt!

Zitat:und schaute hinab ins Tal.
"sah" klingt besser meiner Meinung nach.^^

Zitat:Er hatte sich schon oft vorgestellt, wie es wäre einem vom magischen Volk zu begegnen.
*g* wie ungewöhnlich, mal Zwerge die nichts gegen Elfen haben Icon_wink

Zitat:Sie waren nur wenige Meter vorangekommen, als es im Unterholz knisterte.
Ich finde irgendwie, dass knistern nicht das richtige Wort ist. Eher rascheln, oder so. Knistern erinnert mich an trockenes Papier, an Alufolie, an Feuer, aber nicht an Unterholz. ^^

Zitat:Beide schlossen ihre Finger fester um die Äxte.
Jedenfalls führen sie Äxte Icon_wink
Was sie wohl in dem Wald machen? Sie suchen etwas. Und es scheint nicht unbedingt ungefährlich zu sein, sonst würden sie ihre Äxte nicht bereit halten, oder?

Zitat:perlte an der bartlosen Wange hinab und tropfte
Haben sie alle keine Bärte? Oder manche ja und mache nicht? (Also normal wie bei Menschen?) Ich denke du möchtest mir sagen, dass Bärte auf jeden Fall nichts wichtiges sind in ihrer Kultur, oder?
Das du den Wassertropfen dafür nimmst, finde ich übrigens sehr schön!^^

Zitat:„Heute müssen wir den Weg nach Norden folgen, dort stehen einige Bäume, um die wir uns kümmern müssen“
Über den Satz würde ich vielleicht noch mal nachdenken. Ich finde zum zustimmenden Gemurmel würde so was wie "Lasst uns dem Weg nach Norden folgen, dort ..." Dann hättest du auch das "müssen" nicht doppelt.

So, in anbetracht des Titels, sind die Zwerge wohl die Baumwächter im "Ewigen Wald"? Eine sehr interessante Idee und irgendwie süß^^ ganz viele Zwerge mit Blättern im Haar Icon_wink
Die sehen dann wahrscheinlich selbst aus, wie kleine Bäume Mrgreen

Zitat:Müde zwängte sich Axis durch den verwurzelten Eingang seines Zuhauses.
Tolle Idee! Die Zwerge graben sich also ihre Wohnhölen unter den Bäumen, die sie beschützen. (Erinnern ein ganz klein wenig an Wichtel, aber dann auch wieder nicht, denn so klein sind sie nicht, oder? Und sie haben Äxte)

Zitat:den oftmals waren die Bäume des Ewigen Waldes
"denn" Icon_smile

Zitat:hatte bereits einen wohlriechenden Eintopf über dem Feuer hängen
Klingt ein bisschen Umgangssprachlich. Ich würde vielleicht "Über dem Feuer hing bereits ein wohlriechender Eintopf, den seine Gefährtin ..." oder so Icon_smile

Zitat:Axis traute sich nicht, seine Gefährtin anzusehen, den Schreck in ihren himmelblauen Augen würde er nicht ertragen können.
Dann müssen sie aber ziemlich schreckhaft sein, oder? Ich meine, natürlich erschrickt man, aber so sehr, dass einem der andere nicht mehr in die Augen blicken kann? Jedenfalls liebt Axis seine Frau wohl sehr^^

Zitat:Die Geistlichen befürchteten, dass sie seine umherirrende Seele verschrecken könnten.
Wieder sehr interessant! Wir erfahren etwas über den Totenkult deiner Zwerge. Ich glaube die Priester sind den Baumwächtern etwas suspekt, oder? Sie wirken sehr unnahbar und auch so, als wäre ihnen der Wald nicht ganz so wichtig, wie den Baumwächtern.

Zitat:Immer schneller bewegten sich die Blätter
ich glaube "diese Blätter" wäre besser, denn es sind ja nur die auf den Gewändern, oder?

Die Ritualszene gefällt mir sehr gut! Schön atmosphärisch rüber gebracht.

Zitat:traute er sich wieder zum Feuer zu blicken.
Ich weiß nicht genau, warum aber ich würde "wagte" an dieser Stelle besser finden, klingt in meinen Ohren besser Icon_wink

Zitat:Lauscht den Worten des Weisen Kygelia
Ist das ihr Gott, dieser Baum? Jedenfalls sind die Priester nicht gegen den Wald, sie schützen den Wald wohl eher auf eine spirituelle Weise ^^
Die Idee des weisen Baumes finde ich sehr gelungen.

Zitat:wir Zwerge sind zum Klettern einfach nicht geboren, denn wir Zwerge sind dazu geschaffen …“
„… das Problem an der Wurzel zu packen
*g* Ein schöner Satz und eine gute abschließende Charakterisierung deiner Zwerge^^ Verstehe ich das richtig und sie graben sich unter die Bäume, um sie an den Wurzeln zu behandeln? Zum Beispiel faule mit ihren Äxten abhacken?

So^^ hat mir gut gefallen, deine kleine Geschichte. Sie bringt mir ein ganz neues Zwergenbild vor Augen und stellt sie ein bisschen vor, lässt uns ein wenig einblicken in ihre Gedankenwelt und auch ihre Kultur. Und das "blutige Bild" hast du auch eingebaut.^^
Gerne gelesen!

Ganz liebe Grüße von deinem Wanderer! ^^

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: Baumwächter
hallo mein wanderer,

du scheinst ja darauf zu lauern, dass ich was einstelle. aber ich dachte mir schon, dass du dich über eine zwergengeschichte freust. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Er hatte sich schon oft vorgestellt, wie es wäre einem vom magischen Volk zu begegnen.
*g* wie ungewöhnlich, mal Zwerge die nichts gegen Elfen haben

ich wollte ganz bewusst mal aus dem "üblichen" zwergenklischee raus, aber bei den elfen war mir das gar nicht bewusst. aber umso besser. ^^

Zitat:
Zitat:Beide schlossen ihre Finger fester um die Äxte.
Jedenfalls führen sie Äxte
Was sie wohl in dem Wald machen? Sie suchen etwas. Und es scheint nicht unbedingt ungefährlich zu sein, sonst würden sie ihre Äxte nicht bereit halten, oder?

tja, was sie im wald machen erfährt man noch. die äxte halten sie in diesem moment hauptsächlich wegen dem geräusch bereit.

Zitat:
Zitat:perlte an der bartlosen Wange hinab und tropfte

Haben sie alle keine Bärte? Oder manche ja und mache nicht? (Also normal wie bei Menschen?) Ich denke du möchtest mir sagen, dass Bärte auf jeden Fall nichts wichtiges sind in ihrer Kultur, oder?
Das du den Wassertropfen dafür nimmst, finde ich übrigens sehr schön!^^

wassertropfen erweisen sich immerwieder als nützlich. ^^ auch bei den bärten wollte ich aus dem üblichen klischee raus, wo ja durchweg alle einen haben (manchmal sogar die frauen). hier ist es wie bei den menschen, nicht alle haben welche.

Zitat:
Zitat:Müde zwängte sich Axis durch den verwurzelten Eingang seines Zuhauses.
Tolle Idee! Die Zwerge graben sich also ihre Wohnhölen unter den Bäumen, die sie beschützen. (Erinnern ein ganz klein wenig an Wichtel, aber dann auch wieder nicht, denn so klein sind sie nicht, oder? Und sie haben Äxte)

die wohnungen liegen über der erde, weil auch die wurzeln zum teil überirdisch wachsen. ich denke das steht auch irgendwo.Icon_smile aber ich freu mich, dass dir die idee gefällt. und ja, es sind richtige zwerge und nicht so klein wie wichtel. die äxte sind das einzige ein bisschen klischeebehaftet ist, aber meine zwerge arbeiten damit.

Zitat:
Zitat:Axis traute sich nicht, seine Gefährtin anzusehen, den Schreck in ihren himmelblauen Augen würde er nicht ertragen können.
Dann müssen sie aber ziemlich schreckhaft sein, oder? Ich meine, natürlich erschrickt man, aber so sehr, dass einem der andere nicht mehr in die Augen blicken kann? Jedenfalls liebt Axis seine Frau wohl sehr^^

skora reagiert eben ziemlich emotional, wie andere frauen auch. "schreck" ist vllt das falsche wort "entsetzen" wäre, glaube ich, passender.

Zitat:Wieder sehr interessant! Wir erfahren etwas über den Totenkult deiner Zwerge. Ich glaube die Priester sind den Baumwächtern etwas suspekt, oder? Sie wirken sehr unnahbar und auch so, als wäre ihnen der Wald nicht ganz so wichtig, wie den Baumwächtern.

ich wollte ein bisschen kultur miteinfließen lassen. ^^ die priester sind den baumwächtern tatsächlich etwas suspekt, ganz besonders axis ist nicht so glaubensfest. natürlich interessieren sich die priester nicht so sehr für den wald. sie kümmern sich um die glaubensdinge. das ist wie bei den menschen auch.

Zitat:Ist das ihr Gott, dieser Baum? Jedenfalls sind die Priester nicht gegen den Wald, sie schützen den Wald wohl eher auf eine spirituelle Weise ^^
Die Idee des weisen Baumes finde ich sehr gelungen.

nein, die priester sind nicht gegen den wald. sie wohnen ja auch da und sind eben eher spirituelle mit ihm verbunden (besonders mit dem kygelia-baum). die baumwächter sind eher sowas wie förster.

Zitat:
Zitat:wir Zwerge sind zum Klettern einfach nicht geboren, denn wir Zwerge sind dazu geschaffen …“
„… das Problem an der Wurzel zu packen
*g* Ein schöner Satz und eine gute abschließende Charakterisierung deiner Zwerge^^ Verstehe ich das richtig und sie graben sich unter die Bäume, um sie an den Wurzeln zu behandeln? Zum Beispiel faule mit ihren Äxten abhacken?

ob der satz wirklich so charakterisierend ist, weiß ich jetzt gar nicht. aber er war einer der ersten sätze die mir zugeflogen sind, als ich die idee ausgearbeitet hab.
schon allein von ihrer größe her, ist es für die zwerge eben praktisch, die wurzeln zu behandeln, oder den baum gleich ganz zu fällen.

vielen dank für deinen kommentar und für die zahlreichen anmerkungen. sprachliches wird natürlich sobald wie möglich verbessert.

freut mich, dass es dir gefällt. schließlich bist du ja der inoffizielle vorsitzende des zwergenfanclubs. Icon_smile

liebe grüße von
deiner Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: Baumwächter
Hi Lady,
dann will ich mir mal anschauen, was dir zu dem Bild eingefallen ist. Der Titel klingt ja schonmal vielversprechend. Erinnert mich irgendwie an die Ewoks, aber mal schaun. Icon_smile

Zitat:Es regnete im Ewigen Wald. Axis stand am Waldrand und schaute hinab ins Tal. Die Stadt Siyanda und die sanft geschwungenen Hügel, die sie umgaben, lagen in der warmen Frühlingssonne. Er seufzte. Seine Heimat hatte immer anderes Wetter, als die nahe gelegene Stadt.
- Insgesamt find ich den Einstieg vom Grundgedanken her gut, doch die Umsetzung schwächelt etwas, da du nur einfach Hauptsätze aneinandereihst und so keine Athmosphäre aufkommen will.
Hier mal ein unverbindlicher Vorschlag, der zeigen soll, was ich meine: Heftiger Regen prasselte auf das Dach des Ewigen Waldes hernieder, während sich die sanft geschwungenen Hügel der Umgebung in der Frühlingssonne wärmten. Wie so oft stand Axis seufzend am Rand des Waldes, schaute auf die Stadt Siyanda und fragte sich, warum in seiner Heimat immer anderes Wetter herrschte als dort unten.

Zitat:Diese lebten in den Hochebenen, weit hinter den Grenzen Siyandas und so würde es wohl niemals dazu kommen, dass der Zwerg einem von ihnen begegnen würde.
- ich dachte, Siyanda ist nur ne Stadt. Wie können die da ewiglange Grenzen haben? Die Dopplung würde ich vermeiden, durch:
(...) und so würde es wohl nie dazu kommen, dass der Zwerg einem von ihnen begegnete.

Zitat:„Komm“, sagte Sokil. „wir müssen weiter.“
- entweder: ,,Komm", sagte Sokil, ,,wir müssen weiter." oder ,,Komm", sagte Sokil. ,,Wir müssen weiter."

Zitat:„Ja“, grinste Sokil und hielt seine Axt in die Höhe, „aber wir haben mehr Bäume.“
- Hier hast dus richtig gemacht. Icon_smile

Zitat:Sie waren nur wenige Meter vorangekommen, als es im Unterholz knisterte.
- Knistern tun für mich Flammen, im Wald raschelt es eher oder knirscht. *Erbsen zähl* Icon_wink

Zitat:Beide schlossen ihre Finger fester um die Äxte. Aus dem Gebüsch kam Asghat hervorgekrochen, in seinem langen, schwarzen Haar hatten sich Blätter verfangen.
- Hier würd ich noch ein bissl mehr Spannung aufbauen. Lass sie sich anspannen, in Deckung gehen, misstrauisch lauschen.

Zitat:Dicke Tropfen perlten von den Bäumen des dichten Waldes, ließen sich von den Blättern fallen und landeten spritzend, auf dem ohnehin schon nassen Boden.

- Das Komma hinter "sprinzend" ist zu viel. Icon_wink

Zitat:Ein besonders dicker Tropfen fiel auf Axis’ struppiges, erdbraunes Haar, perlte an der bartlosen Wange hinab und tropfte schließlich auf seinen Stiefel.

- Zusammen mit dem Satz davor hast du mir hier ein paar zu viele Tropfen drin.

Zitat:Müde zwängte sich Axis durch den verwurzelten Eingang seines Zuhauses. Die festen, überirdisch wachsenden Wurzeln der Benjeenbäume boten seinem Volk einen guten Unterschlupf, den oftmals waren die Bäume des Ewigen Waldes hunderte von Jahren alt und so hoch, dass noch nie ein Zwerg die Krone erblickt hatte.
- denn

Zitat:„Du schaust so ernst. Was ist los?“, fragte die Zwergin besorgt.
„Sokil, Asghat und ich haben heute Abend eine Leiche im Wald gefunden.“
- O_o Warum hab ich davon nichts gelesen? Das wär doch sehr spannend gewesen. Da verschenkst du ne Menge Potenzial, finde ich.

Zitat: Missmutig ließ er den Löffel wieder im Eintopf kreisen.
- Ich frage mich, ob "missmutig" hier das richtige Wort ist. Wäre eher für "bedrückt" oder etwas in der Art.

Zitat:„Unsere Priester werden versuchen herauszufinden, was seiner Seele zugestoßen ist.“
- versuchen, herauszufinden,

Zitat:Im Schein des Feuers waren deutlich blattähnliche Verästellungen auf dem Stoff zu erkennen.
- anstatt das nur zu sagen, könntest du das auch zeigen. Der Schein des Feuers verfing sich in den Roben und brachte die blattähnlichen Verästellungen zum leuchten.

Zitat:Axis stand bei den anderen beiden Baumwächtern, er hatte Skora nicht dazu bewegen können, ihn zu begleiten.
- Gibt es denn nur 3 Wächter? Klingt hier so.

Zitat:„Lauscht den Worten des Weisen Kygelia“, sangen die Priester in einem Tonfall, der es nicht zuließ, dass man ihm widersprach.
- Warum sollte auch jemand widersprechen??

So, interessante Umsetzung. Es fehlt etwas an Spannung, weil du das Wichtige, nämlich den Fund, nich geschrieben hast. Auch die Auflösung hättest du spannender gestalten können. Ein ungeklärter Mord, Dämonen oder Ähnliches.
Alles in allem also wie immer eine solide Geschichte, mit Potenzial zu mehr.

LG
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: Baumwächter
Hallo Lady,

da ist sie ja, die Geschichte zum Teenagerbild Icon_smile.
Dann gleich mal los:

Was man deiner Geschichte beim Lesen deutlich anmerkt, ist, dass du hauptsächlich deine Welt und die Zwerge, die in ihr leben, etwas vorstellen willst. Da bleibt die Handlung teilweise stark zurück, es steckt vielmehr Liebe in den Details dieser Waldwesen als in der Gestaltung des Geschehens - der Tod des jungen Zwergs kam bei mir bei weitem nicht so erschütternd an, wie er wohl auf die Gemeinschaft gewirkt haben muss, gehen sie doch davon aus, dass sie ihn wegen des möglichen Suizids nicht anständig bestatten können. Deswegen finde ich, dass du das inhaltliche Potential der Geschichte nicht ganz nutzt, da ist noch viel Platz für Emotionen, Reaktionen, mehr Gemurmel, Aufregung, ... Allerdings schreibst du selbst, dass es hauptsächlich darum geht, die Welt vorzustellen, da läuft die Handlung merkbar nebenher.
Die Welt, die du aufbaust, gefällt mir. Wo sie leben, wie sie leben, die Organisation der Gemeinschaft, die Wichtigkeit der Bäume für das Volk stellst du gut dar. Allerdings ist mir nicht ganz klar geworden, was genau ein Baumwächter nun tut, wirken doch die Bäume erhaben über den Zwergen, teilweise so hoch, dass kein Zwerg die Krone je gesehen hat (meinst du wirklich gesehen, oder eher: erreicht? erklommen?)
In der Zeremonie merkt man rituelle Züge, die das Volk in sich hat. Was mich beim ersten Lesen etwas gestört hat, ist aber, dass die Zwerge (was Axis tut, tun ja alle) nichts tun als zu Boden zu blicken, den Blick zu heben, zu Boden zu blicken und erneut den Blick zu heben. Das war ein bisschen wenig finde ich, außer du hebst diese eingeschränkten Bewegungen etwas mehr hervor, dass zum Beispiel die Geister diese Stille brauchen, kein Blick sie berühren darf, etwas deutlicher machen, dass sie erneut den Kopf senken.
Die Auflösung hat mich überrascht, wie kommt man auf die Idee, dass sich jemand erhängt hat, wenn er die Schlinge um den Bauch trägt? Zumal ich mir so einen Zwerg recht robust vorstelle, der stirbt in einer Nacht? Der arme Junge! Den Spruch der drei Freunde am Ende finde ich da sehr gelungen, "das Problem an der Wurzel packen", das ist toll in dem Zusammenhang!

In der Umsetzung ist mir vor allem aufgefallen, dass du manchmal dazu neigst, zu viel zu erklären. Da schaffst du noch nicht ganz das Mittel zwischen vorstellen und weitererzählen. Außerdem hast du recht viele Wortwiederholungen drin, besonders nach "Eintopf" und "Tropfen" solltest du mal schauen, das lässt sich bestimmt leicht verbessern.
Der Dialog am Anfang ist dir gut gelungen.
Das Gespräch zwischen Axis und seiner Frau gefällt mir bis an den Punkt, als er von dem Mord berichtet: Da berichtet er eben nur, klingt fast resigniert und als Leser weiß ich nicht, wieso. Für mich kam der Tote ziemlich überraschend, da vorher auch kein großes Zeichen von Abwesenheit zu spüren war, man kann Axis eben noch nicht recht einschätzen, ich hätte ihn für vitaler, hitziger gehalten. Was er während des Erzählens tut, ist dir gut gelungen, wie er das Fleischstückchen in den Eintopf plumpsen lässt. Aber insgesamt hat mich die Szene emotional nicht erreicht, es liest sich insgesamt so alltäglich hier. Dabei ist es das wohl nicht, bedenkt man, dass Axis noch nie einen Baum sprechen gehört hat (und das als Baumwächter?)

Alles Weitere direkt am Text:
Zitat:ein Phänomen, welches wohl nur die Elfen erklären konnten. Diese lebten in den Hochebenen, weit hinter den Grenzen Siyandas
Im zweiten Satz erklärst du zum Beispiel stark, Stichwort: "Elfen ... und übrigens"
Vielleicht etwas wie "Doch da sie in den Hochebenen, weit hinter den ..., lebten, ..."
Zitat:und so würde es wohl niemals dazu kommen, dass der Zwerg einem von ihnen begegnen würde.
würde, würde
Du hast insgesamt ziemlich viele "würde"s in deinem Text, hier könntest du zum Beispiel schreiben "würde es wohl nie zu einer Begegnung zwischen dem Zwerg und einem von ihnen kommen"
Zitat:wie es wäre einem vom magischen Volk zu begegnen.
... wäre, einem ...
Zitat:Schwere Stiefel stapften durch den aufgeweichten Waldboden, eine feingliedrige Hand legte sich auf Axis Schulter.
"stapften hinter ihm" oder so etwas, denn ansonsten denkt man, es wären seine eigenen Stiefel
Zitat:„Siyanda hat schon wieder besseres Wetter als wir.“
„Ja“, grinste Sokil und hielt seine Axt in die Höhe, „aber wir haben mehr Bäume.“
Mrgreen
Zitat:Aus dem Gebüsch kam Asghat hervorgekrochen, in seinem langen, schwarzen Haar hatten sich Blätter verfangen.
vllt etwas mehr verbinden: ... kam Asghat hervorgekrochen, in dessen langem, schwarzem Haar sich Blätter verfangen hatten
Zitat:„Nichts ungewöhnliches“, antworteten Axis und Sokil gleichzeitig.
Ungewöhnliches
nach unbestimmten Zahlenangaben wie "etwas", "nichts", "alles", "vieles", ... wird immer groß geschrieben
Zitat:ließen sich von den Blättern fallen und landeten spritzend, auf dem ohnehin schon nassen Boden.
kein Komma
Zitat:„Heute müssen wir den Weg nach Norden folgen,
dem Weg
Zitat:boten seinem Volk einen guten Unterschlupf, den oftmals waren die Bäume des Ewigen Waldes hunderte von Jahren alt
denn
Zitat:Skora, seine Gefährtin hatte bereits
... Gefährtin, hatte ...
Zitat:Dank des dichten Blätterdaches blieb die Zwergenwohnung, trotz des strömenden Regens, trocken.
Wegen der beides Genitivkonstruktionen holpert der Satz etwas, vllt etwas wie:
Dank des dichten Blätterdaches blieb die Zwergenwohnung vom strömenden Regen verschont.
Zitat:Axis setzte sich an den Tisch und Skora stellte vor ihn eine Tonschüssel mit duftendem Eintropf. Langsam begann er zu essen.
Die Szene finde ich insgesamt zu lang, er kommt rein, sieht den Eintopf, spricht mit ihr, riecht den Eintopf, setzt sich, nimmt sich Eintopf und so weiter ...
"Er begann langsam, as der Tonschüssel zu essen, die Skora ihm hingestellt hatte." oder so etwas
Zitat:„Du schaust so ernst. Was ist los?“, fragte die Zwergin besorgt.
Schaut er? Davon merke ich, durch Axis Augen blickend, bisher nichts.
Zitat: den Schreck in ihren himmelblauen Augen würde er nicht ertragen können.
vielleicht auch nur "würde er nicht ertragen."
Zitat:Der Mond hing silbrigglänzend, sich hinter Wolken versteckend, über der kleinen Waldlichtung.
von den Worten her schön, aber: sieht man ihn oder sieht man ihn nicht? Wenn man ihn nicht sieht, ist der Silberglanz egal, wenn man ihn sieht, kann er sich nicht hinter den Wolken verstecken ...
Zitat:blattähnliche Verästellungen auf dem Stoff zu erkennen.
Verästelungen
Zitat:Asghat hingegen hatte darauf bestanden, dass sie sich auch weiterhin um ihre Bäume würden kümmern müssen
- Asghat hingegen hatte darauf bestanden, dass sie sich auch weiterhin um ihre Bäume kümmerten.
- Asghat hingegen hatte gemeint, dass sie sich auch weiterhin um ihre Bäume kümmern mussten.
Zitat:Nachdem diese festgestellt hatten, dass in dieser Nacht Vollmond sein würde -was wohl ein günstiger Zeitpunkt für ein Ritual zu sein schien- hatten diese zugestimmt.
"sein würde" -> "war"?
Nach und vor Gedankenstrichen immer ein Leerzeichen
... schien -, hatten ...
Die Perspektive ist hier nicht klar, wieso "wohl zu sein schien"? Du schreibst aus Sicht der Zwerge, die wissen wohl, wann ein guter Zeitpunkt für ein Ritual ist? Icon_wink
Zitat:Auf der anderen Seite der Lichtung sah Axis die Familie des Jungen. Sie standen dicht beieinander und hielten sich angsterfüllt bei den Händen.
"die Familienangehörigen" oder ähnlich, denn ansonsten passt der Satz danach vom Bezug nicht (die Familie - sie standen und hielten)
Zitat: Er vermied es darüber nachzudenken
... es, darüber ...
Zitat:Nichts, bis auf das Knistern des Feuers war zu hören.
Vorschlag: Nichts außer dem Knistern des Feuers war zu hören.
Zitat:Auch Axis wendete seinen Blick ab und richtete ihn auf die Spitzen seiner Stiefel.
Hier wie oben gesagt ein wieder / erneut / ein weiteres Mal
Zitat:schaute er zu Sokil, der neben ihm stand. Auch er betrachtete den Boden.
"Auch dieser", damit klar ist, dass Sokil gemeint ist.
So recht an die Baumgeschichte zu glauben, scheinen die beiden ja nicht? Dabei sind sie doch Baumwächter? Denn den Boden betrachtet man nur, wenn man nicht weiß, weshalb man den Kopf senken soll.
Zitat:Erst als die Priester sich erhoben –was der Zwerg an den sich bewegenden Schatten erkannte- traute er sich wieder zum Feuer zu blicken.
... erkannte -, traute er sich, wieder ...
Zitat:sangen die Priester in einem Tonfall, der es nicht zuließ, dass man ihm widersprach.
Vielleicht: "dass man ihnen widersprach"? Denn einem Tonfall kann man eher nicht widersprechen.
Zitat:Außerdem gab es nicht anderes, dem er seine Aufmerksamkeit widmen konnte.
Hier habe ich mich wieder gewundert, wie ernst er die Sache nimmt.
Zitat:bis schließlich das tiefe Brummen des Baumes die ganze Lichtung auszufüllen schien.
schien, vieles scheint hier nur, dabei schreibst aus einem Teilnehmer heraus, also kann da auch "ausfüllte" stehen
Zitat:Er wollte Erwachsen werden
erwachsen
Zitat:Er nahm ein Seil, band es um seine Körpermitte und wollte die Krone erreichten.
erreichen
Zitat: Er konnte sich aus seiner misslichen Lage nicht mehr befreien. Die Nacht war kalt, sehr kalt sogar, so kalt, dass der junge Zwerg erfror.“
Icon_nosmile Er tut mir so Leid!
Zitat:Und Zusammen begleiteten sie Ardashirs Körper auf dem Weg, zu seinen Ahnen.
kein Komma
"zusammen"

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #6 |

RE: Baumwächter
hallo ihr zwei,

dann will ich mal schauen, was ihr zu meinen zwergen sagt.

zuerstmal zu addi:

Zitat:Erinnert mich irgendwie an die Ewoks, aber mal schaun.Icon_smile

Icon_smile nein, hier geht es nicht um fiepende teddys.

Zitat:- Insgesamt find ich den Einstieg vom Grundgedanken her gut, doch die Umsetzung schwächelt etwas, da du nur einfach Hauptsätze aneinandereihst und so keine Athmosphäre aufkommen will.

gut, dass dir immerhin der grundgedanke gefällt. ich mag den einstieg eigentlich, aber ich werde ihn mir troztdem nochmal anschauen.

Zitat:
Zitat:Diese lebten in den Hochebenen, weit hinter den Grenzen Siyandas und so würde es wohl niemals dazu kommen, dass der Zwerg einem von ihnen begegnen würde.
- ich dachte, Siyanda ist nur ne Stadt. Wie können die da ewiglange Grenzen haben? Die Dopplung würde ich vermeiden, durch:

die grenzen sind ja auch gar nicht ewiglang. ich wollte damit sagen, dass die hochebenen weit weg sind. hast du dich verlesen, oder hab ich das unglücklich ausgedrückt? mal schauen, ob libbi was dazu sagt. Icon_wink an der würde-dopplung hab ich auch schon rumgedoktort, danke für den vorschlag.

Zitat:
Zitat:Beide schlossen ihre Finger fester um die Äxte. Aus dem Gebüsch kam Asghat hervorgekrochen, in seinem langen, schwarzen Haar hatten sich Blätter verfangen.
- Hier würd ich noch ein bissl mehr Spannung aufbauen. Lass sie sich anspannen, in Deckung gehen, misstrauisch lauschen.

eigentlich sollte das gar kein so spannender moment sein. mal schauen, vllt baue ich aber trotzdem noch einen satz dazu ein.

Zitat:
Zitat:„Du schaust so ernst. Was ist los?“, fragte die Zwergin besorgt.
„Sokil, Asghat und ich haben heute Abend eine Leiche im Wald gefunden.“
- O_o Warum hab ich davon nichts gelesen? Das wär doch sehr spannend gewesen. Da verschenkst du ne Menge Potenzial, finde ich.

die szene wo er ihr davon erzählt, ist zuerst entstanden und ich war sehr begeistert davon. dann hab ich tatsächlich begonnen, zu schildern wie sie ihn finden. aber irgendwie wurde mir das dann insgesamt zu lang. ausserdem wollte ich das ganze nicht nochmal wiederholen, wenn er dann heimkommt.

Zitat:
Zitat:Axis stand bei den anderen beiden Baumwächtern, er hatte Skora nicht dazu bewegen können, ihn zu begleiten.
- Gibt es denn nur 3 Wächter? Klingt hier so.

ja, in dieser siedlung gibt es nur drei. aber es gibt ja noch mehr siedlugnen, sodass die drei sich nicht allein um den ganzen wald kümmern müssen.Icon_smile

Zitat:
Zitat:„Lauscht den Worten des Weisen Kygelia“, sangen die Priester in einem Tonfall, der es nicht zuließ, dass man ihm widersprach.
- Warum sollte auch jemand widersprechen??

natürlich widerspricht nimmand. ich wollte nur den tonfall beschreiben.

Zitat:So, interessante Umsetzung. Es fehlt etwas an Spannung, weil du das Wichtige, nämlich den Fund, nich geschrieben hast. Auch die Auflösung hättest du spannender gestalten können. Ein ungeklärter Mord, Dämonen oder Ähnliches.
Alles in allem also wie immer eine solide Geschichte, mit Potenzial zu mehr.

die auflösung hab ich ganz bewusst so gestaltet. das erste an was ich bei dem bild dachte, war nämlich ein suizid, dann hab ich an einen mord gedacht und genau deshalb wollte ich das vermeiden. das erschien mir zu klischeelastig.
natürlich steckt da noch potenzial drin, da muss ich dir recht geben. insbesondere möchte ich vllt nochmal versuchen, wie es wirkt, wenn ich das finden der leiche direkt beschreibe. da muss ich mir aber nochmal gedanken zu machen. vllt gibt es dann eine alternativ-auflösung. aber mit einem "solide" bin ich erstmal zufrieden. Icon_smile

vielen dank, für deinen ausführlichen kommentar. die textanmerkungen zu denen ich jetzt nichts gesagt haben, werden übernommen.

so und jetzt zu libbi:

Zitat:Deswegen finde ich, dass du das inhaltliche Potential der Geschichte nicht ganz nutzt, da ist noch viel Platz für Emotionen, Reaktionen, mehr Gemurmel, Aufregung, ... Allerdings schreibst du selbst, dass es hauptsächlich darum geht, die Welt vorzustellen, da läuft die Handlung merkbar nebenher.

ich ahnte schon, dass sich stark bemerktbar macht, dass ich mich wenig auf die handlung konzentriert hab. deswegen habe ich das auch extra angemerkt. gerade mit den emotionen muss ich dir aber recht geben. das ist mir auch schon aufgefallen, aber irgendwie hab ich die doch nicht einbauen können.

Zitat:Allerdings ist mir nicht ganz klar geworden, was genau ein Baumwächter nun tut, wirken doch die Bäume erhaben über den Zwergen, teilweise so hoch, dass kein Zwerg die Krone je gesehen hat (meinst du wirklich gesehen, oder eher: erreicht? erklommen?)

die baumwächter kümmern sich um die bäume. hacken kranke wurzeln/äste ab, oder fällen kranke bäume. sie sind sowas wie förster. gleichzeitig sind die bäume trotzdem über die zwerge erhaben, sie kümmern sich ja um sie, damit diese sie unter ihren wurzeln wohnen lassen. die krone haben sie nie gesehen ja, aber sie klettern auch nicht rauf. irgendwie meine ich beides. Icon_smile ich werd mal schauen ob ich da ein besseres wort finde.

Zitat:Was mich beim ersten Lesen etwas gestört hat, ist aber, dass die Zwerge (was Axis tut, tun ja alle) nichts tun als zu Boden zu blicken, den Blick zu heben, zu Boden zu blicken und erneut den Blick zu heben.

ich wüsste nicht was man als zuschauer solch einer zeremonie sonst tun sollte, ausser aufmerksam zuzuschauen und ehrfürchtig den blick zu senken. aber deine idee gefällt mir ganz gut, dafür eine begründung einzubauen.

Zitat:Die Auflösung hat mich überrascht, wie kommt man auf die Idee, dass sich jemand erhängt hat, wenn er die Schlinge um den Bauch trägt? Zumal ich mir so einen Zwerg recht robust vorstelle, der stirbt in einer Nacht?

ich wollte keinesfalls die schlinge um den hals haben, was wohl das logischste gewesen wäre. deshalb liegt sie um den bauch und die zwerge ziehen alle möglichkeiten in betracht, zumal sie eben aufgrund ihres glaubens extreme angst davor haben, dass er sich selbst erhängt hat. ja, der stirbt in einer nacht, dass wetter im ewigen wald ist eben extrem und so robust ist er noch nicht gewesen.Icon_smile

Zitat:Da schaffst du noch nicht ganz das Mittel zwischen vorstellen und weitererzählen. Außerdem hast du recht viele Wortwiederholungen drin, besonders nach "Eintopf" und "Tropfen" solltest du mal schauen, das lässt sich bestimmt leicht verbessern.

ich hab befürchtet, dass ich mich zusehr in beschreibungen verliere, ich werde nochmal darauf achten, genauso wie auf die tropfen, den eintopf und das würde. Icon_smile

Zitat:Da berichtet er eben nur, klingt fast resigniert und als Leser weiß ich nicht, wieso. [...]kann Axis eben noch nicht recht einschätzen, ich hätte ihn für vitaler, hitziger gehalten.

nun, er ist „benommen“ vom fund der leiche. weiss noch nicht genau, wie er mit der situation umgehen soll und versucht es möglichst schonend seiner frau beizubringen, weil diese emotionaler reagiert. er ist nicht so vital und hitzig, wie du es herausgelesen hast. das wollte ich auch später deutlich machen, als die priester ihnen verbieten in den wald zu gehen. asghat ist da der hitzige der widerspricht und axis eben der ruhige schlichter.

Zitat:Für mich kam der Tote ziemlich überraschend, da vorher auch kein großes Zeichen von Abwesenheit zu spüren war,

das darf auch ruhig überraschend kommen. ich hab eben keine große möglichkeit das fehlen des jungen einzubauen. er ist ja in den wald geschickt worden und da fällt sein fehlen eben nicht auf.

Zitat:Aber insgesamt hat mich die Szene emotional nicht erreicht, es liest sich insgesamt so alltäglich hier.

ich denke mein problem ist hier, dass axis nicht so emotional reagiert. ich erzähle ja aus seiner sicht und werde mal schauen, ob ich seine "benommenheit" vllt noch deutlicher machen kann, damit er an der stelle nachvollziehbarer wird.

Zitat:bedenkt man, dass Axis noch nie einen Baum sprechen gehört hat (und das als Baumwächter?)

bäume sprechen ja auch nicht. Mrgreen nur der kygelia baum ab und zu mal und auch nur, wenn die priester ihn beschwören.

Zitat:
Zitat:Der Mond hing silbrigglänzend, sich hinter Wolken versteckend, über der kleinen Waldlichtung.
von den Worten her schön, aber: sieht man ihn oder sieht man ihn nicht? Wenn man ihn nicht sieht, ist der Silberglanz egal, wenn man ihn sieht, kann er sich nicht hinter den Wolken verstecken ...

das ist einer der stellen bei denen ich gewusst habe, dass sie irgendjemand anmerkt. nein, man sieht den mond nicht, da muss ich mich wohl von dem silbeglanz trennen, oder ihn nur teilweise hinter wolken verstecken. Icon_smile

Zitat:Die Perspektive ist hier nicht klar, wieso "wohl zu sein schien"? Du schreibst aus Sicht der Zwerge, die wissen wohl, wann ein guter Zeitpunkt für ein Ritual ist?

ich schreibe immernoch aus der sicht der baumwächter und die wissen das nicht. sowas wissen nur die priester. den absatz muss ich unbedingt überarbeiten. Icon_wink

Zitat:So recht an die Baumgeschichte zu glauben, scheinen die beiden ja nicht? Dabei sind sie doch Baumwächter? Denn den Boden betrachtet man nur, wenn man nicht weiß, weshalb man den Kopf senken soll.

nein, glauben sie auch nicht. ihr glaube ist nicht besonders fest. aber trotzdem können sie baumwächter sein. bei uns menschen sind ja auch nicht alle förster glaubensfest, oder? Icon_wink

auch dir danke ich für deinen ausführlichen kommentar. mit einigen deiner anmerkungen (was die formulierungen betrifft) hast du recht, da werde ich die stellen überarbeiten. bei anderen, besonders was die emotionen betrifft, muss ich mal schauen, wie ich da was verbessern kann. wie gesagt, dass war mir auch schon aufgefallen, als der text schon fertig war und dann hab ich das schlecht noch einbauen können.
immerhin hast du ein paar stellen gefunden, die dir gut gefallen haben, was mich natürlich ganz besonders freut.

vielen dank an euch beide fürs lesen und kommentieren.
lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #7 |

RE: Baumwächter
Hallo Lady,

... da heute dein Ehrentag ist, möchte ich mir endliche diese Geschichte vorknöpfen, die schon sehr lange auf meiner Liste steht. Meine Liste häuft sich, aber dem Schein trotzend - ich hab auf niemanden vergessen. Icon_wink

Die Stadt Siyanda und die sanft geschwungenen Hügel, die sie umgaben, lagen in der warmen Frühlingssonne. Er seufzte.
=> Der erste Satz ist dir sehr gut gelungen. Ich finde, und das sei nur als Anregung gesagt, hier hättest du vor dem Seufzen noch Platz gehabt mehr auf Beschreibung, also Stimmung einzugehen. Noch ein kleines Detail dazu, ums "runder" und "verzaubernder" zu machen.
Das war rein mein Gefühl. Mir gefällt es auch so sehr gut. Irgendwie dachte ich nur für einen Moment an die verschwendete Gelegenheit, die Stimmung intensiver zu bringen, ... und da ein Seufzen danach kommt, hätte sich das gut angeboten. Ist schließlich doch gefühlsbetont.

Abermals Axis seufzte.
=> "Abermals seufzte Axis." - vielleicht?

Hinter ihm stapften schwere Stiefel durch den aufgeweichten Waldboden, eine feingliedrige Hand legte sich auf Axis Schulter.
=> Um Namenswiederholungen zu sparen hättest du auch ruhig "legte sich auf seine Schulter." schreiben können. Wäre zwar nicht unbedingt notwendig, aber das als Tipp.

„Ja“, grinste Sokil und hielt seine Axt in die Höhe, „aber wir haben mehr Bäume.“
Nun lachte Axis ebenfalls und schloss sich dem größeren Zwerg an, der zielstrebig dem schlammigen Waldpfad folgte.

=> der zweite unterstrichene Teil bezieht sich auf den ersten. Das "ebenfalls" gefällt mir daher weniger gut, da es zuerst nur ein "Grinsen" und dann plötzlich ein "Lachen" ist. Passt von der Wortverwendung nicht zusammen, wenn du "Nun ... Axis ebenfalls ..." schreiben möchtest. Zwischen grinsten und lachen ist für mich doch ein zu großer Unterschied.

„Habt ihr etwas entdeckt?“, fragte der Hinzugekommene.
=> Hinzugekommene? *überlegt* Hört sich ungewohnt an, aber gut. Finds gut, ... warum nicht so probieren und an sich scheint es sogar eine gute Lösung zu sein.

Dann setzten sich sechs schwere Stiefel in Bewegung, drei Äxte geschultert.
=> gefällt mir auch!

Dicke Regentropfen perlten von den Bäumen des dichten Waldes, ließen sich von den Blättern fallen und landeten spritzend auf dem ohnehin schon nassen Boden.
=> Hier wäre für meinen Geschmack mindestens ein Adjektiv zu viel. Es wirkt ein wenig zu gehäuft in einem Satz.

„Mistwetter“, grummelte der stämmige Zwerg. Seine beiden Gefährten antworteten nicht.
„Lasst uns dem Weg nach Norden folgen, dort stehen einige Bäume, um die wir uns kümmern müssen“, sagte Axis, um das gleichmäßige Plätschern des Regens zu unterbrechen.
Zustimmendes Gemurmel antwortete ihm.

=> Hier könntest du, wenn du Feinarbeit machen möchtest, dich noch um eine Abwechslung bemühen.

Irgendwo über ihren Köpfen war ein größerer Spalt zwischen den Wurzeln, durch den der Rauch abziehen konnte.
=> Ne Dunsthaube im "Mittelalter". *lol*

„Sokil, Asghat und ich haben heute Abend eine Leiche im Wald gefunden.“ Axis traute sich nicht, seine Gefährtin anzusehen, das Entsetzen in ihren himmelblauen Augen würde er nicht ertragen können.
=> Ich bin gespannt, ob das Entsetzen so begründet ist, ... . Ist es so ungewöhnlich irgendwo mal über eine Leiche zu stolpern. Diebe und gedungene Mörder gibt’s doch überall und gerade in einer mittelalterlichen Zeit, ... ist der Tod doch eher schon an der Tagesordnung. Mich hätte es nicht gewundert, wäre sie vorerst bloß interessiert. Hier kommt mir ihre Reaktion fast zu "liebweltlich" vor.

Deshalb rührte er konzentriert in seinem Eintopf. Ihm fiel auf, dass kleine Fleischstücke darin waren.
=> Find ich fast zu viel Detail. Vor allem, weil ich mit aller Natürlichkeit davon ausgehe, dass in einem Zwergeneintopf auch Fleisch ist.
... bei den kräftigen Kerlen. *grins*

„Wie konnte das passieren?“, fragte Skora, Axis konnte sie kaum verstehen, ihre Stimme war nur ein Flüstern.
=> Mir hätte erst "Interesse vielleicht auch Verwunderung" und hier dann "Entrüstung" besser gefallen. - Wäre eine kleine Steigerung gewesen und so was tut einer Geschichte emotional dann doch meist gut. Im Grunde ist es aber auch so okay. Wäre bloß eine Anregung von mir.

Der Mond hing silbrigglänzend, sich ab und zu hinter Wolken versteckend, über der kleinen Waldlichtung. Viele Bewohner der Zwergensiedlung hatten sich versammelt. Alle hielten die Köpfe gesenkt und hoben ihre Blicke erst, als die Priester den Platz betraten. Ihre grünen Roben hüllten sie vollständig ein, die Kapuzen warfen dunkle Schatten auf ihre Gesichter.
=> Sehr stimmungsvoll und schön geschrieben!

Vor zwei Tagen hatten sie den Jungen gefunden und den Priestern übergeben. Seitdem waren sie nicht mehr im Wald gewesen. Die Geistlichen befürchteten, dass sie seine umherirrende Seele verschrecken könnten. Sokil, der die Leiche zuerst entdeckt hatte, hatte dem bereitwillig zugestimmt. Asghat hingegen hatte darauf bestanden, dass sie sich auch weiterhin um ihre Bäume kümmerten. Seine große, knollige Nase hatte deutlich ihre Farbe verändert. Als dann die Situation zu eskalieren drohte, hatte Axis ihn beruhigen können, indem er an die gut fortgeschrittene Arbeit der letzten Tage erinnerte und den Priestern zwei Tage Zeit gab. Nachdem diese festgestellt hatten, dass in dieser Nacht Vollmond war - was wohl ein günstiger Zeitpunkt für ein Ritual zu sein schien - hatten diese zugestimmt.
=> Uff, ... da strauchelt man schon ein wenig.

Es geht also hauptsächlich darum, die Zwerge vorzustellen. Nun, ich meine das ist dir gut gelungen. Ihr Leben, ihre Mentalität, ... die Art wie sie mit Dingen umgehen hast du schön an den Leser gebracht. Auch lebt dein Text von der nötigen Liebe zum Detail. Da hast du viel schönes eingebaut und es wirklich lesenswert gestaltet.
Nicht ganz so "vom Hocker gerissen" hat mich die Handlung. Die Idee ist zwar gut, aber der Schwerpunkt deiner Umsetzung liegt ein wenig zu sehr auf der Seite "Lebensweise vorstellen" als auf dem Geschehen. Daher bleibt der Lesespaß was die Handlung angeht ein wenig auf der Strecke. Es fehlt Spannung und, ... nun ich glaube hauptsächlich aber Länge. Das Ganze hätte gut doppelt so lang sein können. Ein wenig mehr ausbauen, ... mehr Rätsel für den Leser, ... vielleicht auch Mystik. So wechselt man zu schnell von einem Bild in das nächste.
Bei der Spannung hättest du zum Beispiel bis zum Fund der Leiche gehen können. Ein heißer Schrei der Überraschung, Augen, die zu einem Ast empor wandern, .... - Abbruch (kein direktes Zeigen). Dann mit der Erzählung einsetzen zuhause. Da wäre durchaus Gelegenheit gewesen, etwas einzubringen ohne das Gesehene wiederholen zu müssen.

Ich glaube, es fehlt der Geschichte ein wenig genutztes Potenzial, um völlig zur Lesefreude zu mutieren. Trotzdem hat es mir gut gefallen. Es war leicht und angenehm zu lesen, voller Liebe geschrieben - das merkt man schon sehr - und bot auch durchaus interessante Einsichten in das Leben der Zwerge. Vom Stil hier kommt es mir vor, als hättest du dich vor allem im Beschreiben sehr entwickelt. Find ich wirklich schön, wie du das gemacht hast!

Gerne gelesen,
Sternchen

Edit: Mrgreen - weils mir keine Ruhe lässt: Nochmals alles Gute! Und ich hoffe bald mehr von "deiner" Welt zu erfahren. Wird´s da noch Möglichkeiten geben?

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #8 |

RE: Baumwächter
hallo sternchen,

so ein kommentar ist ein schönes, sogar selbstgebasteltes geschenk. Icon_smile

Zitat:Die Stadt Siyanda und die sanft geschwungenen Hügel, die sie umgaben, lagen in der warmen Frühlingssonne. Er seufzte.
=> Der erste Satz ist dir sehr gut gelungen. Ich finde, und das sei nur als Anregung gesagt, hier hättest du vor dem Seufzen noch Platz gehabt mehr auf Beschreibung, also Stimmung einzugehen.

schön, dass dir die stelle auch so schon gefällt. ich mag sie nämlich auch. Icon_smile ich werde beim überarbeiten mal drüber nachdenken, ob ich da noch einen satz dazu einbauen kann.

Zitat:„Habt ihr etwas entdeckt?“, fragte der Hinzugekommene.
=> Hinzugekommene? *überlegt* Hört sich ungewohnt an, aber gut. Finds gut, ... warum nicht so probieren und an sich scheint es sogar eine gute Lösung zu sein.

der "hinzugekommene" war einer dieser spontanen formulierungseinfälle, die man eben manchmal so hat. ich hatte auch schon überlegt, ob es nicht doch vllt zu seltsam oder gestelzt anhört. bis jetzt hat sich darüber noch keiner beschwert. schön, dass du es für eine gute lösung hälst. das beruhigt mich. Icon_smile

Zitat:Irgendwo über ihren Köpfen war ein größerer Spalt zwischen den Wurzeln, durch den der Rauch abziehen konnte.
=> Ne Dunsthaube im "Mittelalter". *lol*

jawohl, eine dunstabzugshaube! Icon_lol die ist mir als solche gar nicht aufgefallen. der rauch wahr für mich eher die gelegenheit die "decke" zu beschreiben.

Zitat:„Sokil, Asghat und ich haben heute Abend eine Leiche im Wald gefunden.“ Axis traute sich nicht, seine Gefährtin anzusehen, das Entsetzen in ihren himmelblauen Augen würde er nicht ertragen können.
=> Ich bin gespannt, ob das Entsetzen so begründet ist, ... . Ist es so ungewöhnlich irgendwo mal über eine Leiche zu stolpern. Diebe und gedungene Mörder gibt’s doch überall und gerade in einer mittelalterlichen Zeit, ... ist der Tod doch eher schon an der Tagesordnung. Mich hätte es nicht gewundert, wäre sie vorerst bloß interessiert. Hier kommt mir ihre Reaktion fast zu "liebweltlich" vor.

hier kann ich dir nur teilweise recht geben. ja, der tod ist in dieser mittelalterlichen zeit, nichts "ungewöhnliches". die zwerge wohnen aber eher unter sich im wald und werden daher selten von mördern heimgesucht. und gegenseitig bringen sie sich nicht um, warum sollten sie auch? außerdem ist ja hier besonders skora, die frau, so entsetzt. frauen kommen mit sowas ja noch seltener in berührung. hier ist sie besonders deshalb entsetzt, weil es sich um den jungen handelt. ursprünglich stand da "schreck". vllt ist "entsetzen" auch nicht so das passende wort. ich werde auch über diese stelle nochmal drüber nachdenken.

Zitat:Deshalb rührte er konzentriert in seinem Eintopf. Ihm fiel auf, dass kleine Fleischstücke darin waren.
=> Find ich fast zu viel Detail. Vor allem, weil ich mit aller Natürlichkeit davon ausgehe, dass in einem Zwergeneintopf auch Fleisch ist.
... bei den kräftigen Kerlen. *grins*

dir sind es zuviele details? :icon_gucker: es ging mir ja nicht um die zusammensetzung des eintopfs sondern darum axis während dem dialog zu beschäftigen. Icon_smile

Zitat:Bei der Spannung hättest du zum Beispiel bis zum Fund der Leiche gehen können. Ein heißer Schrei der Überraschung, Augen, die zu einem Ast empor wandern, .... - Abbruch (kein direktes Zeigen). Dann mit der Erzählung einsetzen zuhause. Da wäre durchaus Gelegenheit gewesen, etwas einzubringen ohne das Gesehene wiederholen zu müssen.

sehr gute idee, danke dafür. ich hab mich zwischenzeitlich mit dem "leichenfinden" beschäftigt, aber dazu noch keine gescheite idee entwickelt. ich werds mal mit deinem vorschlag versuchen.

Zitat:Ich glaube, es fehlt der Geschichte ein wenig genutztes Potenzial, um völlig zur Lesefreude zu mutieren.

ich denke, es fehlt hier hauptsächlich an handlung. ich habe beim schreiben schon gemerkt, dass ich im grunde nur beschreibe und hab mir dann das bild von der spielwiese geholt, um wenigstens ein bisschen handlung reinzugriegen. ich denke mein problem ist schlicht und einfach, dass der leser das auch merkt. *seufz*

Zitat:Vom Stil hier kommt es mir vor, als hättest du dich vor allem im Beschreiben sehr entwickelt.

findest du, dass ich mich entwickelt habe? ich habe mich hier nur extrem darauf konzentriert. so würde ich es nennen. sobald ich etwas mit mehr handlung schreibe und mich darauf konzentriere, wird mir jemand sagen, dass ich noch mehr beschreiben könnte. Icon_smile ich glaube, da muss ich noch meinen mittelweg finden.

aber es freut mich, dass es dir trotzallem gut gefallen hat und ich dir meine zwerge näherbringen konnte. bei allen anderen textlichen anmerkungen, hast du recht, die werde ich miteinarbeiten.

Zitat:Edit: - weils mir keine Ruhe lässt: Nochmals alles Gute! Und ich hoffe bald mehr von "deiner" Welt zu erfahren. Wird´s da noch Möglichkeiten geben?

danke. Mrgreen nun, ich arbeite da immernoch an meinem roman der in siyanda spielt, der stadt, die direkt an den zwergenwald grenzt. die möglichkeit gibts natürlich immer, dass der auch irgendwann mal fertig wird. du warst ja schonmal vor ewigkeiten mit meinem feuermagier in siyanda unterwegs. Icon_smile

vielen dank, sternchen für dieses tolle geburtstagsgeschenk. besonders dafür, dass du dir damit richtig mühe gegeben und dich so ausführlich mit meinen zwergen beschäftigt hast.

liebe grüße

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #9 |

RE: Baumwächter
Hey Lady
Schön, wieder was von dir zu lesen.

Zitat:ie Stadt Siyanda und die sanft geschwungenen Hügel, die sie umgaben, lagen in der warmen Frühlingssonne.
eine stadt und Hügel liegen in der Sonne ... Icon_shockedklingt etwas komisch find ich.
Unter ihm schmiegte sich die Stadt Siyanda an die sanft geschwungenen Hügel
(da find ichs aber schwer die Sonne einzubauen)
oder irgendein anderes Verb...
ächzten unter der warmen Frühlingssonne (dann is aber sehr heiss)
thronten unter
badeten in ...
irgendwie sowas vielleicht?
(P.S. ich seh grad Sternchen hat die Stelle gefallen *gg*:icon_guckerIcon_smile

Zitat:em Freund mit der spitzen, dünnen Nase auf und seufzte zum dritten Mal.
„Siyanda hat schon wieder besseres Wetter als wir.“
das ist süß, ich mag den Axis Icon_wink

Ich find es gut, dass du nicht schreibst, wie sie die Leiche entdecken, sondern der Leser das dann so im nachhinein erfährt; ab dem Zeitpunkt hat mir deine Geschichte richtig gut gefallen, mit der Leiche und man fragt sich, was passiert ist - klar, es ging dir nur darum, deine zwei Zwergle zu beschreiben, deshalb wird das Rätsel auch schnell aufgeklärt. Am Anfang fand ich, hättest du den ersten Abschnitt n bisschen kürzen können, bis du ihn zum ersten Mal reden lässt, deinen Axis (wodurch er einem dann sympathisch wird). Schön fand ich auch, wie du den Regentropfen dazu benutzt hast, seine äußere Erscheinung zu beschreiben.
Ich hab deine kleine Geschichte gern gelesen.
LG
Senf


Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #10 |

RE: Baumwächter
Hi Senf,

schön, dich mal wieder zu sehen.

Zitat:eine stadt und Hügel liegen in der Sonne Icon_shockedklingt etwas komisch find ich... (P.S. ich seh grad Sternchen hat die Stelle gefallen *gg*:

Ich hab ja irgendwann mal behauptet, dass der erste Satz der schwerste ist. Es scheint wohl tatsächlich so zu sein. Sagt man das nicht "Die Stadt liegt am Fluss"? Ich glaub schon, dass man so sagen kann, ich denke ich behalte den Satz erstmal so wie er ist. Icon_wink

Zitat:Ich find es gut, dass du nicht schreibst, wie sie die Leiche entdecken, sondern der Leser das dann so im nachhinein erfährt;

Schön, dass das endlich mal jemandem gefällt. *g* Ich hab ja ganz bewusst darauf verzichtet, damit man gleich noch ein bisschen geschockter ist.

Zitat:klar, es ging dir nur darum, deine zwei Zwergle zu beschreiben, deshalb wird das Rätsel auch schnell aufgeklärt.

Alles andere wäre weitaus komplexer geworden. Deshalb dachte ich mir, dass ich stattdessen noch ein wenig Zwergenkultur mit einbau.

Zitat:Am Anfang fand ich, hättest du den ersten Abschnitt n bisschen kürzen können, bis du ihn zum ersten Mal reden lässt, deinen Axis (wodurch er einem dann sympathisch wird).

Jetzt wo du es sagst, fällt mir auch auf, dass ich ihn einen ganzen Absatz lang indirekt beschrieben hab, aber nagut, mag natürlich Geschmackssache sein. Ja, Axis ist eindeutig der Symphatieträger, von ihm und seiner Familie erfährt man ja auch am meisten.

Zitat:Schön fand ich auch, wie du den Regentropfen dazu benutzt hast, seine äußere Erscheinung zu beschreiben.

Ein spontaner und anscheinend genialer Einfall. Mein Weltenwanderer fand die Stelle auch gut. Icon_smile

Vielen Dank für deinen kleinen, aber feinen Kommentar. Es hat mich gefreut zu lesen, dass dir meine Zwerge gefallen haben und die Geschicht gern gelesen hast.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2019 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme