Es ist: 01-10-2020, 06:31
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Der Weg
Beitrag #1 |

Der Weg
Hinaus aus der Tür, den Kiesweg entlang, dann nach rechts in den kleinen Park. Nicht in die Regenpfützen treten. Den verirrten Fußball der Kinder abfangen, die am Ufer des Teiches ihre Spiele spielen.
Da ist er ja endlich, der Stadtarbeiter, gut gelaunt und pfeifend. Schnell winken:"Hallo Robert, nimmst du mich mit?"
Hinten aufspringen und die Beine baumeln lassen. Das Gefühl der Freiheit genießen. Die Welt fliegt vorüber, der kleine Park versinkt im Häusermeer.
Menschen rasen vorbei. Gesichter: verblüfft, erschrocken, amüsiert. Letztere sind die Besten, die nehmen`s mit Humor.
An der Kreuzung hält der Wagen. Los, runter und weiter gelaufen, zu dem gut versteckten Kiosk an der Ecke. Hier gibt es Schokohaferkekse. Lecker! Und weiter gehetzt, über den Zebrastreifen, durch die Menschentrauben, ein zotteliger Terrier trabt hinterher.
"Hey Teo, wo bist du denn, mein kleiner Schatz? Komm zurück!"
Der Hund kehrt um und tippelt davon.
Wieder allein, zwischen lauter Artgenossen. Treiben lassen. Vorbei an Fenstern und Türen, natürlich verschlossen, damit keiner entdeckt, was sich dahinter verbirgt. Weiter die Straße entlang.
Über die Brücke schlendern und an den Linden nach rechts in die Buchhandlung am anderen Ende.
"Guten Tag! Ist das Buch schon da?"
"Hallo! Ja. Hier für Sie."
Wieder hinaus, auf der Suche nach einer Bank. Hier steht nirgends eine.
Aber dort, als kleiner Punkt vor der Sonne erkennbar, ist da nicht eine?
Schnell hingesprintet. Aber es war nur ein Mülleimer. Schade! Wohin jetzt?
Die Steintreppe hinunter, das Rauschen der Wellen, deutlich hörbar, mischt sich, zusammen mit dem Ton der Kirchenglocken zum Klang der Stadt. Villeicht ja hier? Aber nein, wieder nichts.
Doch was steht dort unten im Schilf: eine Bank.
Ein paar Schritte, niedersinken, auf dem rauen Holz. Das Buch hervorholen, auschlagen
und lesen.

Er blieb noch einmal stehen, als er an mir vorbeikam. Er hob die Hand zum Abschied, eine prasselnde Fackel, aus der weiße Funken sprühten. Er war nun ganz Flamme geworden, ein Anblick von unvergeßlicher Schönheit. - Die Stadt der träumenden Bücher, Walter Moers

Homunkoloss aber wuchs und wuchs, immer strahlender, ein Geschöpf aus wucherndem Licht, aus dem flüssiges Feuer tropfte. Und nun fing er an zu lachen. Er lachte das raschelnde Lachen des Schattenkönigs, das ich schon lange nicht mehr gehört hatte. - siehe oben

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Beitrag #2 |

RE: Der Weg
Hallo Wackelkrakeel!

Herzlich willkommen noch einmal! Ich will mich gleich mal um dein Geschichtenhäppchen hier kümmern Icon_smile
Kurz drei kleine Hinweise für den leichteren Einstieg bei uns:
Schön, dass du so schnell unsere Fortsetzungsrubrik gefunden hast! Pro Zu lange Texte, die wie eine Wand vor dem Leser stehen, wirken abschreckend und werden erfahrungsgemäß nicht gelesen, und dafür gibt es die Fortsetzungen. Damit es nicht zu unübersichtlich wird, nummerieren wir hier die Geschichtenteile durch. Ich möchte dich also bitten, diesen Post in "Der Weg, Teil 1" oder etwas in der Art umzubenennen und weitere Teile dann als Teil 2, Teil 3 ... hier im Sonstiges-Fortsetzungen-Forum zu posten (bitte nicht als Antwort in diesem Thread!).
Der zweite Punkt, auf den ich zu sprechen kommen wollte, ist die Länge deiner Geschichte hier. Zu lang ist nicht gut, das habe ich schon geschrieben, aber bei zu wenig Text wird es den Kommentatoren schwer fallen, dir Hinweise zu geben, wie die Geschichte verbessert werden kann, insbesondere, weil es sehr schwer ist, in sehr kurzen Texten - wie in deinem Fall mit nicht einmal 300 Wörtern - schon so etwas wie einen Plot unterzubringen. Da du dies hier in den Fortsetzungen gepostet hast, nehme ich an, dass noch etwas kommen wird und die Geschichte hier noch nicht fertig ist: Lieber etwas größere Häppchen! Drei, vier Wordseiten dürfen es schon sein. Dann kann man auch etwas zum Inhalt sagen.
Und als letzte technische Vorbemerkung: Ich habe gesehen, dass die Anführungszeichen in deiner Geschichte durchgehend gerade Häkchen oben ("...") sind. Die meisten Textverarbeitungsprogramme wandeln die beim Tippen um in (schräge) Häkchen unten und oben („…“), nicht so unser Foreneditor. Oftmals ist das ein Indiz dafür, dass der Schreiberling seine Geschichte unmittelbar hier in das Forum getippt hat. Davon möchte ich aus zwei Gründen abraten: Erstens ist der Editor nicht hundert Prozent zuverlässig - es kommt zwar selten vor, aber er stürzt schon einmal ab, und dann ist alles weg, kein Autosave, nichts. Zweitens sind Geschichten direkt nach dem Schreiben selten gut. Ein paar Mal Korrektur lesen und überarbeiten und die eine oder andere Nacht darüber schlafen sorgen regelmäßig dafür, dass die Geschichte schon deutlich besser wird. Wir sind hier dazu da, dir dort helfen, wo du allein nicht mehr weiterkommst, nicht dafür, leicht selbst behebbare Kinderkrankheiten anzumerken. Daher besser in Word und Co. schreiben und die fertigen Geschichten in einer als vorläufiger Endfassung präsentablen Form hier einstellen!

Uffz. Da oben hab ich irgendwas zum Thema "Textwand schreckt ab" geschrieben ... Icon_ugly
Jetzt aber zum eigentlichen Kommentar. Ich gehöre hier im Forum zu den Leuten, die mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg halten und sie sehr deutlich formulieren. Das klingt schon mal sehr hart, ist aber nie so gedacht, dass es dich persönlich verletzen soll. Ich bin nur der Meinung, dass man von geheucheltem Lob keinen wirklichen Lerneffekt davonträgt. Nimm dir einfach was dir hilft - es ist schlicht meine Meinung, keine höhere Weisheit oder sonst irgendwie zwingend Icon_wink

Jetzt aber wirklich Icon_ugly


Zitat:Hinaus aus der Tür, den Kiesweg entlang, dann nach rechts in den kleinen Park. Nicht in die Regenpfützen treten. Den verirrten Fußball der Kinder abfangen, die am Ufer des Teiches ihre Spiele spielen.
Für jemand so junges wie dich finde ich diesen Einstieg überraschend! Unvollständige Sätze sind ein Stilmittel, das man in der Schule ja an sich nicht unbedingt lernt. Aber wie das mit Stilmitteln so ist, auch Ellipsen sollte man sparsam verwenden. Der erste Satz gefällt mir ganz gut so, aber die beiden danach finde ich schon hart an der Grenze. Sie drohen die Wirkung der ersten Ellipse zu schlucken.
Vielleicht machst du einfach einen Absatz nach dem ersten Satz, lässt ihn so stehen und wirken, und fährst dann fort mit etwas in dieser Richtung:
Es hatte geregnet und der Weg war übersät mit Pfützen. Er/Sie hatte den Blick gesenkt und trat vorsichtig um sie herum. Gerade noch rechtzeitig erkannte er/sie den verirrten Fußball, der auf ihn/sie zugeflogen kam, fing ihn ab und warf ihn zurück zu den spielenden Kindern am Teich.
Insbesondere im dritten Satz stört mich die Dopplung in "Spiele spielen".

Zitat:Da ist er ja endlich, der Stadtarbeiter, gut gelaunt und pfeifend. Schnell winken:"Hallo Robert, nimmst du mich mit?"
Was ist ein Stadtarbeiter? Landarbeiter kenne ich, Stadtstreicher auch ( Mrgreen ), aber in der Kombi ... Meinst du einen Gartenarbeiter (vom Grünflächenamt oder so)?
Auch hier das "Schnell winken" ist eine Ellipse - ab und an gerne, aber das ist zu viel für meinen Geschmack! Und das sage ich als jemand, der selbst am Anfang hier mit seinen eigenen Ellipsen auf ein *hüstel* geteiltes Echo gestoßen ist ...
Zwischen Doppelpunkt und direkte Rede kommt ein Leerzeichen.

Zitat:Hinten aufspringen und die Beine baumeln lassen. Das Gefühl der Freiheit genießen. Die Welt fliegt vorüber, der kleine Park versinkt im Häusermeer.
Der dritte Satz dieses Zitats ist der dritte vollständige Satz der Geschichte! Und einer davon ist direkte Rede ...

Zitat:Menschen rasen vorbei. Gesichter: verblüfft, erschrocken, amüsiert. Letztere sind die Besten, die nehmen`s mit Humor.
Das liest sich hübsch! Auch wenn in "nehmen's" typographisch statt des Gravis (`) - die Taste rechts vom ß - ein "echter" Apostroph ('), rechts vom Ä, angebrachter wäre. Und aufgrund der etwas vollständigeren Sätze liest es sich hier erstmals auch ein bisschen flüssiger.

Zitat:"Hey Teo, wo bist du denn, mein kleiner Schatz? Komm zurück!"
"Teo" ist mir in der Schreibweise "Theo" geläufiger, aber wahrscheinlich geht das auch so.

Zitat:"Guten Tag! Ist das Buch schon da?"
"Hallo! Ja. Hier für Sie."
Dieser Dialog ist mir zu kurz. Er passt zwar zum etwas atemlosen Stil (dazu weiter unten), aber ich nehme ihn dir nicht ab. Entweder der Käufer ist unbekannt - dann läuft er vielleicht eher so: "Guten Tag!"
"Was kann ich für Sie tun?"
"Ich hatte gestern ein Buch bestellt, Inferno. Auf den Namen Müller."
Er lehnte mit den Händen an dem Verkaufstresen und reckte den Hals, als die Verkäuferin über den Rand der Lesebrille die Bestellungen auf dem Computerbildschirm studierte.
"Müller, Max? Ja, das Buch ist da. Inferno: Die großen Geschichten der Menschheit von Dante Alighieri und Karl Witte."
"Nein, das meinte ich nicht, ich wollte das neue von Dan Brown!"
"Oh, dann hat die Kollegin Sie gestern missverstanden. Das macht aber nichts, den neuen Brown haben wir auch da - steht doch auf Platz eins!" Sie lachte kurz auf und reichte ihm den Titel. "Das macht dann sechsundzwanzig Euro, bitte."

Oder der Kunde ist altbekannt:
"Ah, Herr Müller, schön, dass Sie da sind!" Die Verkäuferin eilte um den Tresen herum. "Das Buch, dass Sie bestellt haben ..."

Worauf ich hinaus will: Name, Titel des bestellten Buches - das muss schon rein in so ein Gespräch.

Zitat:Wieder hinaus, auf der Suche nach einer Bank. Hier steht nirgends eine.
Hier kommt dir die hohe Taktzahl der Geschichte in die Quere: Du erzählst für mich zu schnell, als dass ich auf die Idee käme, dein Protagonist suchte eine Parkbank. Ich dachte, er hätte nicht genug Geld für das Buch dabei, oder müsste noch fix die Miete überweisen oder so. Icon_ugly

Zitat:Aber dort, als kleiner Punkt vor der Sonne erkennbar, ist da nicht eine?
Schnell hingesprintet. Aber es war nur ein Mülleimer. Schade! Wohin jetzt?
Brille gefällig? Icon_wink
Aber ehrlich mal: Sprintest du zu einer Bank, wenn du genug Zeit hast, darauf sitzen zu bleiben?

Zitat:Ein paar Schritte, niedersinken, auf dem rauen Holz. Das Buch hervorholen, auschlagen
und lesen.
Jetzt klingt es doch so, als wäre die Geschichte an dieser Stelle schon zu Ende. Kommt noch etwas? Ansonsten schiebe ich sie auch gern aus den Fortsetzungen zu den kürzeren Kurzgeschichten - musst nur Bescheid sagen.

Tja, kurze Geschichte, langer Kommentar. Kurzes Fazit.

Sehr erfreulich ist deine sprachliche Richtigkeit! Ich habe nicht einen einzigen Rechtschreibfehler, kein falsches Komma, nichts gefunden. (Bis auf das eine fehlende Flüchtigkeitsleerzeichen vor der wörtlichen Rede. Und das typographisch falsche Apostroph. Geschenkt.) Saubere Arbeit insofern!

Inhaltlich kann ich - Überraschung - nicht viel sagen. Eine Person geht ein Buch kaufen, wird auf dem Weg ein Stück von einem Bekannten mitgenommen und besorgt noch Schokohaferkekse. Die Suche nach einer Bank zum Lesen gestaltet sich etwas schwierig, aber zu guter Letzt kommt sie doch noch zur verdienten Lektüre. Mehr passiert nicht.

Dein Stil liest sich schon irgendwie ... gereift. Ungewöhnlich jedenfalls. Mir gefällt er aus zwei Gründen nicht so gut:
Erstens übertreibst du es für mich mit den unvollständigen Sätzen. Ich hab's oben schon angedeutet, ich hab das auch mal gemacht. Nicht ganz so krass wie du, meine ich, aber so sehr, dass man es auch bei mir angemerkt hat in den Kommentaren. Denk einfach daran, dass Stilmittel Einzelgänger sind. Wenn sie zu einem Rudel zusammengepfercht werden, dann beißen sie sich gegenseitig, und hinterher sind alle angeschlagen. Heg sie und pfleg sie, aber in Einzelhaltung kommen sie besser zur Geltung! Probier dich in der Hinsicht einfach ein bisschen aus.
Zum zweiten - weniger allgemein - stört mich der Effekt, den du hier mit den Ellipsen und Infinitivsätzen hervorrufst. Auch das habe ich oben schon einmal angedeutet. Unvollständige Sätze wirken abgehackt, gehetzt. Man macht den Leser tendenziell atemlos. Das kann mal gewollt sein, in echten hektischen Szenen. Hier aber passt es leider überhaupt nicht. Das Thema ist ruhig und gemütlich, dein Protagonist scheint alle Zeit der Welt zu haben. Und du lässt den Leser hechelnd mit der Zunge bis zum Knie hinterherhetzen ... Mein Rat also: Schalt einen Gang runter! Lass dir mit dem Erzählen mehr Zeit. Arbeite die einzelnen Bilder, die Szenen stärker aus, geh ins Detail, lass den Protagonisten wirklich mit der Umgebung interagieren. Das macht es lebhafter, glaubwürdiger. Und flüssiger zu lesen.

Ich glaube, dass du durchaus mit Wörtern umgehen kannst. Hier hat es für meinen Geschmack nicht ganz geklappt, aber probier dich ruhig aus! Nur so kannst du zu deinem Stil finden. Und bei allen weisen Ratschlägen, die wir dir hier erteilen können - das ist es meines Erachtens, worauf es eigentlich ankommem sollte beim Schreiben.

Liebe Grüße und viel Erfolg beim Überarbeiten!
Lehrling

Zum Lehrling und zur Lehrwerkstatt

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Beitrag #3 |

RE: Der Weg
Hallo Federlehrling,
ich möchte mich noch einmal für das herzliche Willkommen bedanken.
Was die Geschichte angeht, möchte ich dich bitten sie wirklich zu den Kurzgeschichten zu verschieben(hab einfach die Rubrik "Kurzgeschichten" nicht gefunden...).
Das mit den "Gänsefüßchen", wie ich sie nenne, hat nichts mit dem Schreibprogramm zutun.
Auch wenn ich bei Word oder anderswo schreibe, stehen beide Zeichen immer oben. Ich weiß auch nicht wieso.
Jetzt aber mal zur Schreibart:
So spontan ist der Text gar nicht. Er ist während des Unterrichts entstanden, wenn ich mal nichts zutun hatte und ist (eigentlich) sorgfältig durchgeplant. Von Anfang an sollte er genauso werden, wie er jetzt ist. Die unvollständigen Sätze, das keine explizite Hauptperson erkennbar ist, das ist alles Absicht.
Ich wollte einfach mal sehen, wie so ein Text ankommt. Du hast recht, wenn du sagst, dass er sich an manchen Stellen komisch liest. Dafür hab ich ihn ja reingestellt.
Du meintest, dass die Handlung zu schnell dahinfließt, dafür, dass das Thema eigentlich so ruhig ist. Genau das wollte ich erreichen. Ich liebe es, wenn Gegensätze aufeinanderprallen.
Der Grund, warum die Geschichte nicht weiter ausgearbeitet ist, ist einfach:
Das, was hier zu lesen ist, könnte jeder von uns machen oder es könnte jedem von uns passieren.
Aber nun zu deiner Frage nach dem Stadtarbeiter:
Stadtarbeiter sind Leute, die bei der Stadt angestellt sind, und sich um anfallende Aufgaben, wie z.B. Schneeschippen, Streuen, Mähen öffentlicher Grünflächen oder das Fällen von Bäumen in öffentlichen Einrichtungen kümmern.
Bei uns im Ort gibt es zwei solcher Leute, also habe ich einfach mal einen mit eingebaut.
Man liest sich!Cowsleep

Er blieb noch einmal stehen, als er an mir vorbeikam. Er hob die Hand zum Abschied, eine prasselnde Fackel, aus der weiße Funken sprühten. Er war nun ganz Flamme geworden, ein Anblick von unvergeßlicher Schönheit. - Die Stadt der träumenden Bücher, Walter Moers

Homunkoloss aber wuchs und wuchs, immer strahlender, ein Geschöpf aus wucherndem Licht, aus dem flüssiges Feuer tropfte. Und nun fing er an zu lachen. Er lachte das raschelnde Lachen des Schattenkönigs, das ich schon lange nicht mehr gehört hatte. - siehe oben

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Beitrag #4 |

RE: Der Weg
Hi Krakeel,
wenn deine Zeichen immer oben sind, deutet das darauf hin, dass du in Word die Sprache Englisch eingestellt hast. Einfach mal auf Deutsch ändern, dann müssten sie wieder unten sein.

LG
Adsartha

PS: 0:49? Nicht ein bissl spät für dich?

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #5 |

RE: Der Weg
Guten Abend, gute Nacht... will ich dir auch meinen Kommentar hier lassen. Mrgreen

Wir kennen uns ja schon von deiner Vorstellung. Icon_smile Ich will abermals hervorheben, dass die Kritik ausschließlich den Text betrifft und möglichst objektiv gehalten ist. Womit du schließlich etwas anfangen kannst, bleibt dir überlassen, es bleibt dein Text, ich male nur mit meiner Senftube dran rum.

Zuerst mal eins: Respekt. Dass dieser Text von jemand so jungem stammt, hätte ich nicht erwartet. Da steckt sehr viel Potential drinnen, das du hier sicher ausbauen kannst.

Auf geht's.

Zitat:Hinaus aus der Tür, den Kiesweg entlang, dann nach rechts in den kleinen Park.

Ein flotter Einstieg, der allerdings bereits durch die ersten zwei Wörter abgebremst wird. Hinausaus. Man verhaspelt sich, gerät ins Straucheln, der Lesefluss ist gestört.

Zitat:Den verirrten Fußball der Kinder abfangen, die am Ufer des Teiches ihre Spiele spielen.

Nett, wie du dir etwas über die äußere Handlung nachdenkst.
Du schwächst "verirrt" aber mit der näheren Bestimmung durch "die Kinder" ab. Besser hätte ich gefunden: "dem verirrten Fußball ausweichen".

Zitat:Da ist er ja endlich, der Stadtarbeiter, gut gelaunt und pfeifend. Schnell winken:"Hallo Robert, nimmst du mich mit?"

Es ergibt für mich keinen Sinn, dass der Erzähler die Person zuerst über ihren Beruf identifiziert, diese dann aber freundschaftlich duzt. Schlüssiger wäre: "Da ist er ja, der Robert [...] Hallo, du alter Stadtarbeiter" Wobei ich auch hier finde, dass die Berufsbezeichnung zu vage ausgefallen ist und nur für Stirnrunzeln sorgt. Wieso definierst du ihn nicht genauer? Stadtgärtner? Müllmann?
Durch die fehlende Bestimmung ist dem Leser auch gar nicht klar, dass Robert einen Wagen hat, sodass sich folgende Stelle komisch liest:

Zitat:Hinten aufspringen und die Beine baumeln lassen.

Wird der Erzähler gerade Huckepack genommen?Mrgreen

Zitat:Gesichter: verblüfft, erschrocken, amüsiert. Letztere sind die Besten, die nehmen`s mit Humor.

Du willst mit schnellem Tempo erzählen und dann baust du einen solchen Rückgriff ein, der dir automatisch das Tempo nimmt.

Zitat:Los, runter und weiter gelaufen, zu dem gut versteckten Kiosk an der Ecke.

Gut versteckt will mir hier nicht passen. Vielleicht eher "unscheinbar"

Zitat:Der Hund kehrt um und tippelt davon.
Wieder allein, zwischen lauter Artgenossen.

Du läufst hier Gefahr in die Perspektive des Hundes zu kippen. In diesem Zusammenhang bietet sich "Artgenossen" nicht an, es kann zu Verwirrungen führen.

Zitat:"Guten Tag! Ist das Buch schon da?"
"Hallo! Ja. Hier für Sie."

Der Dialog liest sich gestellt und falsch. Lockere ihn etwas auf, damit sich die Antworten auch tatsächlich auf die dazugehörigen Fragen beziehen.

Zitat:Wieder hinaus, auf der Suche nach einer Bank. Hier steht nirgends eine.

Besser: "Nirgends eine in Sicht."

Zitat:Aber dort, als kleiner Punkt vor der Sonne erkennbar, ist da nicht eine?
Schnell hingesprintet. Aber es war nur ein Mülleimer. Schade! Wohin jetzt?

lol. Eine Bank ist allein vom Umriss, waagrecht und rechteckig, ein Mistkübel eher senkrecht und oval. Selbst aus der Ferne ist der Unterschied zu erkennen.

Zitat:Villeicht ja hier?

Vielleicht

Zitat:Doch was steht dort unten im Schilf: eine Bank.

Bis jetzt hat sich der Erzähler, falls es einen denn gibt, noch nicht durch 1., 2. oder 3. Person zu erkennen gegeben. Dennoch entsprechen diese Gedankenfetzen doch sehr einem inneren Monolog, in dem jemand zu sich selbst spricht und kommentiert. Ein Doppelpunkt kann als Stilmittel eingesetzt werden, um Gewicht auf eine neue Information zu verlagern. Gedanken kannst du mit Punkten, Beistrichen, Strichpunkten etc. teilen, aber ein Doppelpunkt eröffnet eine neue Informationseinheit, die dem Leser bis jetzt noch nicht bekannt gewesen ist. Darum kann in einem inneren Monolog kein Doppelpunkt stehen, weil der Erzähler sich selbst nie überraschen kann. Wenn er die Bank bereits wahrnimmt, denkt er auch schon darüber nach.

Zitat:Ein paar Schritte, niedersinken, auf dem rauen Holz. Das Buch hervorholen, auschlagen
und lesen.

aufschlagen

So, was passiert denn auf dem rauen Holz? Die paar Schritte oder das Niedersinken? Du kannst natürlich sagen: beides! Bewegung und Erstarrung zum Preis von einem. Interpretatorisch sehr spannend, doch grammatisch musst du dich entscheiden. Denn belässt du den Beistrich, liest es sich: Ich gehe ein paar Schritte, sinke darnieder und robbe noch ein paar Schritte auf dem Holz weiter.

Das waren auch schon meine Anmerkungen.

Deine Geschichte liest sich wie ein Motor, bei dem ordentlich angegast, bevor er auch schon wieder abgedrosselt wird. Das Erzähltempo ist durch das Mosaik von übermäßigen Ellipsen und plötzlich langen Sätzen nicht ausgewogen.

Zitat:Du meintest, dass die Handlung zu schnell dahinfließt, dafür, dass das Thema eigentlich so ruhig ist. Genau das wollte ich erreichen. Ich liebe es, wenn Gegensätze aufeinanderprallen.

Ich erkenne dein Vorhaben, doch es fehlt das richtige Verhältnis. Für Federlehrling besteht zu wenig Handlung, mir dagegen ist sie zu viel. Für eine Parabel von Zeit(losigkeit) geschieht zu viel, um diese Gegensätze ordentlich wirken zu lassen.
Wo passt da der Stadtarbeiter hinein? Was macht der Hund da? Das sind kurze, aber überflüssige Szenen, die zu wenig Gehalt haben, um sie überhaupt zu rechtfertigen. Für eine Kurzgeschichte reicht es nicht, da sie nichts zur Handlung beitragen. Hier solltest du dich entscheiden, ob du ihren Part noch ausbaust oder völlig auf sie verzichtest.
Ich hätte den Erzähler bereits eingangs das Buch besitzen und ihn durch die Stadt auf der Suche nach einem ruhigen Platz zum Lesen hetzen lassen. So ersparst du dir den sperrigen Dialog und die oben genannten Figuren und könntest dich eher auf die Eindrücke und Gedanken des Erzählers konzentrieren.
Dem Text fehlt es an einer Grundaussage, einem roten Faden, an dem man sich orientieren kann. Dazu ist es egal, wie viel jetzt genau passiert, doch im besten Fall sollten deine Leser etwas von der Geschichte mitgenommen haben und sich nicht nur denken: Wie? Das war's schon?

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.Icon_smile

Schöne Träume wünscht

Sniffu

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #6 |

RE: Der Weg
Danke für eure Kommentare. Ich werde mir vieles davon zu Herzen nehmen. Besonders die Sachen mit der klareren Formulierung, der wörtlichen Rede und den komischen Gedanken, die niemandem zu gehören scheinen.
Jetzt nochmal zum Stadtarbeiter:
Ein Stadtarbeiter ist jemand, der bei der Stadt angestellt ist, und sich um die Wartung und Instandhaltung öffentlicher Plätze oder Einrichtungen kümmert.
Bei mir im Ort gibt es zwei davon, also dachte ich, dass es die auch anderswo gibt.
Der Wagen ist mir eingefallen, weil die beiden immer in einem orangen Wagen mit einer kleinen Ladefläche unterwegs sind.
Was die Schreibprogramme angeht, habe ich wahrscheinlich des Rätsels Lösung gefunden.
Ich glaub, meine Tastatur ist englisch.
Man liest sich!

PS: Nein, Adsartha, es ist nicht zu spät heute ist schließlich Samstag.

Er blieb noch einmal stehen, als er an mir vorbeikam. Er hob die Hand zum Abschied, eine prasselnde Fackel, aus der weiße Funken sprühten. Er war nun ganz Flamme geworden, ein Anblick von unvergeßlicher Schönheit. - Die Stadt der träumenden Bücher, Walter Moers

Homunkoloss aber wuchs und wuchs, immer strahlender, ein Geschöpf aus wucherndem Licht, aus dem flüssiges Feuer tropfte. Und nun fing er an zu lachen. Er lachte das raschelnde Lachen des Schattenkönigs, das ich schon lange nicht mehr gehört hatte. - siehe oben

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Beitrag #7 |

RE: Der Weg
Hej,

nur schnell zur Tastatur: Das lässt sich leicht überprüfen. Die Anordnungen der Buchstaben auf der internationalen Tastatur, damit auch englischen, ist oben links QWERTY. Bei der deutschen Tastatur, weil das y verhältnismäßig selten genutzt wird, ist es QWERTZ. Auch dürftest du dann keine Umlaute sichtbar auf der Tastatur haben. Ich schreibe hier mit einer polnischen Tastatur laut Beschriftung, habe mir aber im Computer nach langem Irren die deutsche eingestellt, sehe also täglich den Unterschied in der Zeichengebung.
Die Anführungszeichen stehen auch auf der deutschen Tastatur nur oben, die bekommt man ja über Umschalt+2, aber ein Word-Programm, das auf Deutsch eingestellt ist (kann man ganz unten, irgendwo links, ändern, da hat man alle möglichen Sprachen zur Verfügung), ändert die Zeichen automatisch. Wenn der Computer sehr langsam ist, habe ich auch schon sehen können, wie er die Zeichen nicht sofort, sondern einen Moment später nach unten geschoben hat.

Viele Grüße, Eselfine


We are all accidents
Waiting
Waiting to happen
Radiohead, "There There"

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