Es ist: 22-02-2020, 14:48
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Ins Dunkle ferner Nächte (I.II)
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Ins Dunkle ferner Nächte (I.II)
Countdown: Addendum

I n s D u n k l e f e r n e r N ä c h t e

(I.II)

Von oben betrachtet, sah das lange und breite Lagerhaus aus wie ein I, das durch die drei Hafenbecken V-förmig umschlossen wurde. Beinahe jedenfalls, den nach Norden hin waren die ersten Ausläufer des Stadtteils Whitechapel zu sehen, sowie links von den Docks der hell erleuchtete Tower von London. Einzig die Kulisse der Tower Bridge fehlte, die die südlicheren Stadtteile mit der Innenstadt verband. Es waren zwar bereits die beiden Sockel für die Türme zu sehen, aber es würde noch einige Jahre dauern, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sein würden.
Die letzte Brücke stromabwärts. Für beinahe hundert Jahre.

Auf der östlichen Seite des Lagerhauses wurde an einem der vernagelten Fenster ein Brett gelockert und vorsichtig zur Seite geschoben, dann schlüpfte eine Gestalt hindurch und trat - sich vorsichtig umschauend - auf den verwaisten Kai, an dem noch nie ein Schiff angelegt hatte. Das Wasser war ruhig und auf der Oberfläche schlief das Mondlicht tief und fest.
"Ganz schön kalt", flüsterte Flynn zum Fenster, hinter dem die zurückbleibenden Schatten von Charly und Allison mit der Dunkelheit verschmolzen.
"Pass auf Dich auf", flüsterte Charly von innen.
Flynn nickte nur und wandte sich ab.
Das Klackern der Absätze auf dem Kai war ihr zu laut, wie auch die ersten Schritte gewöhnungsbedürftig waren und sie konnte das nachtschwarze Kostüm, in dem sie steckte, jetzt schon nicht leiden.
Ein sogenanntes Tournürenkleid - oben eng, unten weit - in dem ihr Hintern aussah wie der einer Ente. Darüber trug sie einen Mantel mit zwei Knopfleisten, wovon eine nur zur Zierde eingearbeitet war. Schließlich noch der ebenfalls schwarze Hut, dessen Krempe nicht gerade, sondern vorne tief ins Gesicht stach und dann wie eine einfache Welle über ihre Ohren nach hinten (und unten) verlief.
Sie hob den Rock vorne ein Stück an und beeilte sich, vom Kai wegzukommen.
Neugierige Blicke brauchte sie nicht, daher nahm sie auf ihrem Weg an den Docks und den leerstehenden Vorratsspeichern vorbei jeden Schatten mit, den sie finden konnte. Zum Glück gab es hier in der Gegend kaum Lampen, aber der leuchtende Mond war hell genug.
Nicht auffallen, dachte sie, als die altmodischen Stiefel zu drücken begannen und sie langsamer gehen musste. Eine Frau an den verlassenen Docks führt unweigerlich zu Fragen.
Sie folgte dem Weg, der bald zu einer Straße führte.
Das Kopfsteinpflaster mutete seltsam an und war schwer zu begehen. Ein Wechsel auf den Bürgersteig machte die Sache nicht leichter, da dort die Platten nicht mehr gerade und eben lagen, sondern eckig und schief. Jeder Schritt eine Gefahr, während sie an den dunklen Gebäuden vorbeiging, die mal nahtlos aneinander standen, weit aus- oder versetzt zueinander.
Sie kratzte sich am rechten Oberarm, der mal wieder zu jucken begann. Es hatte nichts damit zu tun, dass sie leicht erregt war, wie schon beim ersten Mal, als sie 1975 den Horch vom Schrottplatz entführt hatten. Eher damit, dass sie auf das dort unter der Haut angebrachte Ortungsgerät empfindlich reagierte. Merkwürdigerweise im krassen Gegensatz zu dem Implantat, dass sich unter ihrer rechten Schläfe befand.
Nur ein Roboter, dachte sie.
Oder wie ein Borg, wie Charly es kommentiert hatte, als man ihnen all diese Dinge noch vor der ersten Reise einpflanzte. Quinn hatte ihnen erklärt, dass dies notwendig sei, aus mehreren Gründen: Vermisste Teammitglieder konnten durch das Ortungsgerät gefunden werden. Und das Implantat stellte die Kommunikation mit der Sprache der historischen Bevölkerung sicher - bei der ersten Reise zum Glück unnötig.
Die Straße wurde enger, die einzelnen Wohnhäuser wurden zahlreicher und die ersten Gaslampen tauchten auf, die mit einem schmutzig gelben Licht die Nacht bekämpfen wollte.
Flynn konnte jetzt vereinzelt die Backsteinwände der Häuser sehen, mitsamt dem Ruß darauf. Sie sahen beinahe genauso aus, wie in der historischen Altstadt von Stein am Rhein, die sie einmal als kleines Mädchen gesehen hatte. Torbögen, Durchfahrten für Kutschen zu den Hinterhöfen, meist durch Tore verschlossen. Die verspielten Verzierungen an einigen Hauswänden, über den Eingängen oder auf Höhe der ersten Etagen, stammte aus einer euphorischen Zeit, die aktuell lange vergangen war. Besonders auffallend waren jedoch die Fenster, deren Glas entweder milchig war oder zersprungen. Einige hatte man sogar mitsamt ihren Fensterläden zugenagelt.
Wenn Fenster wie die Augen Einblicke in die Seelen der Häuser gewähren, dachte Flynn, während sie langsam weiterging, dann sieht man hier nur den Tod hinter den Wänden.
Der einzige Anschein von Leben kam vom Schein selbst. Und auch nur unten herum, beim Erdgeschoss und den Kohleschächten zu den Kellern, weil das Licht der Gaslampen es nur bis dorthin schaffte. Oben herum - noch vor den Wäscheleinen, die mit Hosen und Röcken quer über die Straßen gespannt war - verschmolzen sie mit dem Nachthimmel. Und genau an der Grenze zwischen Hell und Dunkel konnte sie die Straßenschilder erkennen, die immer auf Höhe des ersten Stocks angebracht waren.
Die Bezeichnungen waren zwar lesbar, aber insgesamt war es zu dunkel. Für jemanden, der aus einer Zeit kam, in der man die Nacht zum Tage machen konnte, war das viel zu wenig. Ihre Augen taten ihr jetzt schon weh und sie rieb sie sich mehrmals, wobei sie ab und zu über Unkraut in den Ritzen oder Kanten im Bürgersteig stolperte. Mehr recht als schlecht konnte sie sich auf den Beinen halten, wobei sie auch des Öfteren die sie begleitenden Wände als Stütze zur Hilfe nahm.
Erstaunt bemerkte sie ein Blatt, das dort klebte. Eine amtliche Bekanntmachung, leider zur Hälfte abgerissen.
Enttäuscht ging sie weiter.
Sie hatte sich die Karte des historischen London eingeprägt, wusste, dass sie - wenn die Gasse endete - sich auf der Whitechapel High Street befinden würde, die den Stadtteil von West nach Ost (selbst in der Gegenwart noch) wie eine ansteigende Linie durchzog.
Und tatsächlich, als sie zur Straße kam, tauchten die ersten Menschen auf. Aber nicht diese waren es, die ihre Aufmerksamkeit zuerst erregten, sondern ein widerlicher Geruch, der sie die Nase rümpfen ließ. Zuerst konnte sie ihn nicht zuordnen, aber als sie langsam in die belebtere High Street einbog, wo Massen von Menschen wie zwei langsame Ströme in entgegengesetzte Richtungen liefen, sah sie es.
Vor den Häusern, ob vor den Fenstern oder den Eingangstüren, stapelten sich die unterschiedlichsten Gegenstände. Zerbrochene Räder von Fuhrwerken. Ein kaputter Kinderwagen an einer verrosteten Wasserpumpe. Tische mit nur noch zwei Beinen. Zerrissene Kleider. Überquellende Mülltonnen.
Und nicht nur das, manche Haufen in den letzten Winkeln dampften sogar noch. Und in den Rinnen, die das Kopfsteinpflaster links und rechts der Fahrbahn durchzogen, floss eine stinkende Flüssigkeit - obwohl es nicht regnete. Sie schaute auf und sah eine untersetzte alte Frau, die gerade einen Eimer auf der Straße entlerrte und wieder im Haus verschwand.
Das erste, was ihr auffiel, waren brennende Tonnen, die die Straße zusätzlich beleuchteten. An manchen standen Gestalten, die ihre Hände übers Feuer hielten und sich aufwärmten.
Das zweite waren die Menschen selbst. Ihre hervorstechenden Merkmale. Unrasierte Gesichter. Fettige, strähnige Haare. Manchmal dicke Bäuche neben abgemagerten Kindern. Irgendwo redete ein Mann, mal flehentlich, mal drohend - letztendlich resignierend.
Eine Frau mit Bierflasche kauerte an einer Hauswand gegenüber, neben ihr lag ein Mann und schlief. Etwas weiter weg sah sie einen Mann, der vor dem vernagelten Eingang eines Pubs mit seiner Geige spielte.
Die Gesichter der Frauen, die teilnahmslos mit ihren heruntergekommenen Röcken an ihr vorbeigingen, waren blass und geistesabwesend. Ihre Dekolletés dagegen tief und aufreizend.
Zwischen all diesen herausstechenden Personen sah sie noch Arbeiter mit Schiffermützen, einige Matrosen, die auf Landgang waren und ein Polizist, der als einzige Waffe nur einen Gummiknüppel bei sich trug.
Für den Moment war dies etwas zu viel Vergangenheit.
Sie blieb stehen, drückte sich ein Stück zur nächsten Hauswand zwischen zwei vernagelten Fenstern, wo das Licht der am nächsten stehenden Laternen nicht hin gelangen konnte. Das Schwarz ihrer Kleidung passte perfekt dorthin und sie wurde fast eins mit dem Schatten.
Durchatmen. Beobachten.
Ein müdes Pferd mit einem leeren Fuhrwerk glitt teilnahmslos durch den Menschenstrom und trabte gemächlich an Flynn vorbei. Der Kutscher gähnte ungeniert und tippte sich zum Gruß an den Hut, als er sie sah.
Es war wie ein Schnitt für sie, denn danach sah sie nicht mehr jedes Individuum, sondern das Kollektiv selbst. Und ihr fiel auf, dass die Menschen hier definitiv nicht so schnell gingen, wie sie es aus ihrer Zeit her kannte. Manchen von ihnen konnte man, wie es das alte Sprichwort besagte, beim Gehen die Schuhe besohlen, was nicht nur daran lag, dass sich die betreffende Person mit einer anderen unterhielt. Wobei es ein Unterschied war, ob es sich um Männer oder Frauen handelte. Nicht nur äußerlich, denn die Herrschaften, die eigentlich keine waren, sondern der untersten sozialen Schicht angehörten, trugen meist alte Hosen mit Hosenträgern über schmutzigen Hemden. Manchmal sogar eine Weste oder eine einfache dunkle Jacke.
Bei den Frauen waren die gleichen Kleider tonangebend wie das, was sie trug. Allerdings sahen einige dieser Röcke und Jacken nicht nur am Hintern aufgebauschter aus. Das lag daran (wie sie wusste), dass obdachlose Damen, die auch noch ihren Körper verkauften, ihr ganzes Hab und Gut am Leibe trugen.
Hüte waren bei beiden Geschlechtern vorherrschend, sowohl kleine als auch große. Zylinder oder Melonen bei Männern, und bei Frauen solche, die sie trug, nur noch zusätzlich beschmückt mit Blumen, die aber alt und verwelkt aussahen.
Das ist also das East End, dachte Flynn. Kein Vorzeigeviertel. Genau wie 2010.
Es wirkte gleichzeitig fern und nah für sie, während die Bewohner des Stadtteils achtlos an ihr vorbeigingen. Nur wenige Zentimeter entfernt, wobei sie die Gesichter gerade eben so erkennen konnte.
Es raschelte und der Wind fegte das zerrissene Stück einer Zeitung vor ihre Füße. Sie starrte darauf, trat von der Hauswand weg und wollte es aufheben, als sie jemand von hinten anrempelte.
"Sorry Mam", nuschelte ein Mann und ging an ihr vorbei als sei nichts geschehen.
In ihrem Kopf fiepte es erst, dann merkte sie, dass sich das Implantat eingeschaltet hatte. Nach einem kurzen und leisen Rauschen konnte sie die Menschen jetzt klar verstehen, sogar die persönlichen Stimmmuster der einzelnen Personen.
Warum, fragte sie sich plötzlich, wurde uns das Implantat eingesetzt, wenn wir es für 1975 gar nicht brauchten?
Sie schüttelte den Gedanken ab und hob das Stück Zeitung auf. Ein Auszug aus einer nichtssagenden Meldung, leider ohne ein Datum.
Gerne hätte sie so geflucht, wie es nur Charly konnte. Aber das war nicht ihre Art. Irgendwo musste es einen Hinweis geben. Vielleicht eine vollständige Zeitung. Irgendwas.
Aber dann sah sie den Mann auf der anderen Straßenseite.
Normale Größe, geschätzt 1,70. Melone. Schnurrbart. Unter der dunklen Jacke war sogar eine Weste zu erkennen. Er ging in Richtung Themse, schneller als seine Mitmenschen. Gelegentlich schaute er sich um, mehrmals sogar nach hinten.
Flynn kniff die Augen zusammen und starrte dem Mann nach.
Joe Barnett, dachte sie.
Dann löste sie sich aus dem Schatten und folgte ihm.

*

Der Mond war draußen hinter dichten Wolken verschwunden.
Das einzige Licht kam jetzt gedämpft durch die offene Luke aus dem Inneren der TMA und warf einen verschwommenen Streifen aus Weiß in das dunkle Lagerhaus.
Sie hatten aus dem unteren Deck Tarnnetze geholt und sie über die Kugel geworfen, was zum einfacheren Teil der Maßnahme gehörte. Die kleinen Haken irgendwo im Boden zu verankern war deutlich schwieriger, aber sie fanden einige aufgerissene Stellen und klopften mit Gummihammern bedächtig auf die jeweiligen Köpfe. Schweigend. In sich gekehrt. Erst als sie fertig waren, wandte sich Allison leise an Charly.
"Ich hab da ein ganz mieses Gefühl."
"Mir gefällt das auch nicht", flüsterte Charly zurück. "Aber bevor wir anfangen zu spekulieren, sollten wir besser für die notwendigen Informationen sorgen."
Allison zeigte zur Kugel.
"Kannst Du das Ding wirklich reparieren?"
"Natürlich. Letztendlich ist das auch nur ein verdammter Toaster."
"Hm."
"Was?"
"Ich dachte Du warst im Außendienst."
"War ich auch. Einsatzkommando", antwortete Charly. "Technisches Mädchen-für-alles."
"Oh, okay."
"Was passt Dir daran nicht?"
"Nein, alles okay. Ich frage mich nur, wieviele Einsätze Du hattest."
"Hat das was mit der jetzigen Lage zu tun?"
"Nun ..."
Charlys Gesicht versteinerte sich.
"Ich hatte einen Einsatz zuviel, reicht Dir das?"
"Sorry, ich ..." Allison hob entschuldigend die Hände. "War nur neugierig. Wir hatten dafür bis jetzt keine Gelegenheit."
Charly hörte auf den Hammer zu schwingen und beugte sich mit dem Kopf ein Stück zu ihr hin.
"Pass mal auf", knurrte sie. "Es ist mir verdammt noch mal egal, was Du für eine Geschichte hast. Und es wäre schön, wenn Du das genauso sehen würdest, klar?"
Allison biss sich auf die Unterlippe, dann nickte sie.
"Okay."
Charly zeigte zur Kugel.
"Und jetzt hilf mir, die verdammte TMA wieder in Gang zu bringen", sagte sie und fügte hinzu: "Bitte."

*

Der Gedanke an das Datum war wie weggeblasen, als sie ihm, so unauffällig wie möglich, folgte. Anfangs war es aufgrund der vielen Menschen problemlos machbar, als sie jedoch näher zum Fluss kamen, folgte sie ihm durch verlassene Gassen. Gerade dort war das Absatzklackern deutlich zu hören und sie musste ein ums andere mal in dunklen Ecken pausieren, damit er sie nicht entdeckte.
Für sie war es klar, dass das kein normales Verhalten sein konnte, weder in dieser, noch in ihrer eigenen Zeit. Selbst wenn es sich beim Heute nicht um die Mordnacht vom 08. auf den 09.11. handeln würde.
Als das Wasser in Sicht kam, schwenkte er auf einen kleinen Pfad, der dem Flussverlauf stromabwärts folgte.
Einen Moment lang hielt sie hinter einem der Bäume, die den Weg flankierten, inne um sich zu orientieren. Etwas weiter links von ihrem Standpunkt würde in der Gegenwart das Museumsschiff HMS Belfast liegen, welches jetzt natürlich nicht zu sehen war. Rechts sah sie eine Brücke, die wahrscheinlich die Cannon Street Railway Bridge darstellte. Direkt dahinter eine weitere.
Wo will er hin?, dachte sie und wartete, bis zwischen ihnen genügend Abstand lag, bevor sie sich wieder in Bewegung setzte.
Immer abwechselnd warten und weitgehen.
Dabei musste sie wieder den Rock vorne ein Stück hochziehen, sonst wäre sie nie so schnell gewesen. Elendig und quälend, stumpf und stupide.
Manchmal hatte sie den Eindruck, als würde sie ihm nicht durch die verwaisten Gassen Londons folgen, sondern durch die dunklen Ecken in ihr selbst. Zaghafte Lichter in den Häusern, verblassende Träume eines kleinen Mädchens, hinter den Türen ihres Zimmers verbarrikadiert. Kutschen tauchten mit ihrem Geklapper manchmal in der Ferne auf und verloren sich in der Nacht. Nervenbahnen, die auch nur funktionierten, weil sie nichts anderes kannten.
Das Gesicht des Psychotherapeuten des Vatikans leuchtete in ihrem Kopf auf. Ein Mann zwar, aber der mit seiner monotonen Stimme den Eindruck erweckte, ein Eunuch zu sein. Und trotzdem, oder gerade deswegen, war das, was er tat eindringlich.
Zuerst war es nur Zuhören, später Fragen, die er ihr stellte und die einen unheimlichen Nachhall entwickelten, über den sie selbst nachts noch lange nachdachte.
Was ist der Sinn des Lebens? Sein eigenes für andere opfern, auch wenn es auf positiven Beweggründen basiert? Ist es ein Unterschied, ob man es freiwillig tut oder dafür bezahlt wird? Und wenn dies der Sinn des Lebens ist, anderes Leben zu schützen, warum sollte es dann nicht ein Leben sein, dass dem eigenen näher ist als das eines Fremden?
Fragen über Fragen, deren Antworten manchmal an dem Bild des chinesischen Attentäters verharrten. Auch nur ein Leben, ein Mann, der eine Familie hatte und - obwohl er es vielleicht freiwillig tat - es doch letztendlich für das Wohlergehen derjenigen opfern wollte, die ihm nahe standen. Näher als am Papst.
Eine Zwickmühle.
Oder doch keine? Waren sie beide nicht aus dem gleichen Grund auf diesem Platz in Quingdao gewesen? Leben retten? Nur jeder auf seine Weise? Waren sie wirklich unterschiedlich? Und, was sich immer wieder in ihren Kopf schlich: Hatte sie dadurch, dass er die Bombe nicht zünden konnte, nicht nur ihn sondern auch seine ganze Familie auf dem Gewissen? Aber wie konnte man jemanden auf dem Gewissen haben, der nicht tot war?
"Sie müssen schöne Momente sammeln", hatte der Eunuch gesagt. "Und sie stärker in Ihnen verankern."
Leichter gesagt als getan. Ihr Kopf befand sich damals in einer endlosen Abfolge von Schleifen, die jedesmal das Gefühl der Zeitlosigkeit verstärkten. Begleitet von Sinnlosigkeit, einer depressiven Grundstimmung, der noch nicht einmal ein wunderschöner Sonnenaufgang was anhaben konnte.
Sie verbannte die Gedanken, so gut es ging und konzentrierte sich auf den Fluss, der sie ein langes, nicht enden wollendes Stück begleitete. Selbst als sie ihm über eine Brücke folgte, ging es auf der anderen Seite weiter.
Diesmal keine Wege, Pfade, die von Bäumen gesäumt wurden, sondern nur Sand und Matsch.
Der Stadtteil war ihr unbekannt, wie auch das soziale Umfeld, was sich zum Glück nicht in der Nähe des Ufers aufhielt. Sie hatte keine Ahnung, bis sie schließlich in der Ferne den Turm von Big Ben sah. Auf der anderen Seite des Flusses, auf dem sich das Mondlicht immer noch spiegelte.
Die Gebäude dort waren, wie auch ein eingerüsteter Neubau, kaum zu erkennen und lungerten weiter im Schatten abseits der Laternen herum. Seite an Seite, oder manchmal freistehend und auf Abstand bedacht.
Und auf ihrer Seite ging der Mann unter einer Eisenbahnbrücke schnurstracks zu dem Punkt, wo in ihrer Zeit das Riesenrad stehen würde. Jetzt war es keine freie Fläche, sondern bebautes Gelände mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Lagerhallen.
Sie hechtete ihm nach, als er zwischen den Gebäuden zu verschwinden drohte und konnte gerade noch sehen, wie er in eines davon eintrat.
Flynn wartete in den Schatten, versuchte ihren Puls zu beruhigen und fragte sich, ob sie es wagen sollte. Kontakte waren schon bei der letzten Mission nur in Ausnahmefällen autorisiert worden.
Für diese Reise gar nicht. Gucken und petzen, mehr sollten sie nicht machen.
Aber Joe Barnett hatte beim Verhör durch die Polizei nach dem Mord an seiner Freundin angegeben, er wäre bei Nachbarn zu einer Partie Bridge eingeladen gewesen. Die ganze Nacht. Jetzt war er hier. Und genau dieser Umstand, der der Forschung überhaupt nicht bekannt war, hatte sie dazu bewogen, ebenfalls in die Lagerhalle einzutreten.
So leise wie möglich.
Es war eine leerstehende Halle, die wohl vor nicht allzu langer Zeit noch für den Bau von Maschinen - welcher Art auch immer - benutzt worden war. So wie es aussah, war die Firma bankrott gegangen und man hatte alles rausgeräumt, was nicht niet und nagelfest gewesen war. Industrielle Leichenfledderei, die nichts verschont hatte, außer dem Geruch nach Schweiß, Metall und verbrannter Kohle, der sich immer noch in den Gemäuern hielt. Die kleinen Fenster, die weit über dem Erdboden im Mauerwerk verankert waren, wiesen nicht nur hässliche Risse oder kantige Löcher auf, sondern lagen mancherorts bereits in Scherben auf dem tiefen Boden. Ein Trümmermeer, auf dem sich das Mondlicht spiegelte, umringt von den Schatten, die wie gierige Finger danach greifen wollten.
Fast so wie bei den Docks.
Sie ging langsam durch die Halle und wich dabei auch den Scherben aus ohne den Blick dafür zu senken.
Leise und konzentriert, Schritt für Schritt.
Bis sie an eine Tür angelangte. Dahinter eine Treppe, die hinab führte. Von unten kroch schmutzig gelbes Licht herauf.
Sie hielt sich mit der rechten an der nackten Betonwand fest und ging langsam hinunter.
Instinktiv zählte sie sogar die Stufen, und achtete auf jedes Geräusch, das nicht von ihr kam.
Aber es blieb still.
Am Fuß der Treppe angelangt stand sie in einem Raum mit niedriger Decke. Nur wenige Quadratmeter groß. Sie ließ ihren Blick durch das kleine Zimmer gleiten: Auf der gegenüberliegenden Seite eine stählerne Tür, die verschlossen war. Lichtschein, drang durch den schmalen Spalt am Boden. Nackter Beton unter ihren Stiefeln. Dicke Wachskerzen auf verspielten Ständern, die wie schwarze stählerne Rosen aussahen. Rechts von ihr ein Tisch, der schon bessere Tage gesehen hatte, davor ein Holzstuhl ohne Polster oder Lehnen.
Und auf dem Tisch waren Zeitungen zu sehen. Der Stapel war nicht sehr groß, aber ordentlich zusammengelegt worden. So gerne sie auch ein Datum gewusst hätte, es lag ja nur einen Griff entfernt, so überrascht war sie über das, was daneben lag. Ausgeschnittene Schnipsel mit jeweils einem schwarz-weißen Foto.
Also doch Joe.
Bilder von Frauenköpfen. Der Rest der Körper verbarg sich hinter den Rändern. Die Augen der Frauen waren geschlossen, die Münder einen Spalt weit geöffnet.
Sie starrte auf die beiden Bilder.
Mary Ann Nichols. Annie Chapman. Aber wieso nur die beiden? Wo sind Elisabeth Stride und Catherine Eddowes?
Der Blick auf die oberste Zeitung verriet ihr die Antwort. Es war eine frische Ausgabe des Echo vom 24. August. Innerhalb von Millisekunden wurde ihr bewusst, dass sie das Zieldatum um mehrere Wochen verfehlt hatten.
Wir sind mitten in der Mordserie gelandet, dachte sie, und im nächsten Moment wurde ihr schlagartig klar, dass sie vergessen hatte, wieso sie hier unten im Untergeschoss einer Lagerhalle stand - als sich das knirschende Scharnier der Stahltür durch die Stille fraß.
Nein!, durchfuhr es sie, als sie sich umdrehte.
Joe stand im Türrahmen.
Er war weder verwundert noch überrascht, wovon der Knüppel in seiner Hand zeugte. Er schoss auf sie zu, zielte damit auf ihren Kopf und holte aus. Ein zischendes Geräusch, und sie konnte sie gerade eben so nach unten wegducken, als der längliche Gegenstand gefährlich nahe an ihr vorbeifegte und beinahe auf den Tisch knallte. Ihr Hut verlor seinen Halt und rutschte vom Kopf. In der Millisekunde merkte sie, dass diese Kleidung nicht für Kämpfe zu gebrauchen war. Alleine das Abducken drückte den Stoff derart zusammen, dass sie beinahe keine Luft mehr bekam.
Der Schwung trug den Knüppel noch etwas weiter. Zeit, in der sie wieder hochkam, die Hände zu Fäusten ballte und ihm blitzschnell in die rechte Seite boxte. Knochen trafen auf die unteren Rippen, aber nichts knackte. Keine Reaktion auf Joes Gesicht zu sehen - dafür holte er jetzt von der anderen Seite aus und ließ den Knüppel zurückschwingen.
Wieder ducken, und als der längliche Gegenstand vorbei war, kam sie hoch, packte seinen Kragen, holte mit dem Kopf aus und donnerte ihre Stirn auf seine Nase.
Er ächzte, war für einen Moment bei dem Schmerz, der blutend aus den Löchern lief und sie trat ihm den Knüppel aus der Hand, wobei das Kleid mit einem hässlichen Geräusch irgendwo zerriss. Vergessen, den Saum hochzuziehen, aber was kümmerte sie das?
Der Knüppel schlug leise auf dem steinernen Boden auf, während er sich mit seinen Fäusten wie ein Boxer vor ihr aufbaute. Die Beine versetzt, ihr nur die schmale Seite des Körpers zugewandt. Drohend, aber mit Respekt und Abstand. Wenn auch nur für einen Moment.
Dann donnerten plötzlich seine Fäuste abwechselnd auf ihr Gesicht zu und versuchten sie zu treffen, aber sie wich gekonnt nach links oder rechts aus. Das Oberteil knartschte zwar, riss aber nicht auf und machte jede Bewegung bis zu einem gewissen Grad mit.
Sie versuchte Abstand zu gewinnen und ihn zu überrunden, er genauso. Sein Gesicht unter der Melone blieb ausdruckslos, seine Augen schauten durch sie hindurch, weichten nicht einen Zentimeter von ihr ab.
Und so umkreisten sie sich, die Fäuste erhoben wie bei einem Boxkampf, wo jeder auf einen Fehler des anderen lauerte. Sekundenlang, eine Ewigkeit. Manchmal schossen seine Fäuste wieder vor, trafen sie aber nur am Arm, was sie nicht ins Wanken brachte.
Irgendwann hatte sie genug gesehen und wusste, wann sie zuschlagen musste. Als er gerade mit dem Rücken zum Tisch stand, holte sie aus und traf ihn an einer Stelle unterhalb des Brustbeins - und Joe blieb sprichwörtlich die Luft weg.
Mit aufgerissenen Augen starrte er sie an, versuchte zu atmen, was kaum gelang. Sein Hände entkrampften sich, seine Arme schwebten kraftlos nach unten und sie schlug ihm mehrmals ins Gesicht, in den Magen, in die Rippen. Seine Melone wurde vom Kopf geweht. Er wankte, nahm jeden Treffer teilnahmslos hin. Eine wankende Eiche, nur nicht so groß. Der letzte Schwinger von ihr, riss seinen Kopf zur Seite, er machte eine halbe Drehung und knallte beim Fallen mit der Stirn gegen die Tischkante und plumpste zu Boden.
Sie keuchte, schob den Knüppel, der in Reichweite von Joes Händen lag, mit den Stiefeln einfach nur weg. Während er sich recht schnell aufrappelte, hatte sie den Gedanken an eine Flucht über die Steintreppe nach oben bereits begraben. Taktisch zu gefährlich. Es musste auch anders gehen.
Kurz bevor er wieder aufrecht stehen und atmen konnte, hob sie ihren Rock, nahm Schwung und trat ihm mit aller Kraft zwischen die Beine. Er krümmte sich zusammen, als sie seinen Kopf nahm und ihr Knie hochzog. Irgendwas knackte hässlich, dann glitt Joe Barnett wie ein nasser Sack zu Boden und blieb reglos liegen.

*

Allison strich sich gedankenverloren eine Strähne aus dem Gesicht.
Sie saß in ihrem ergonomischen Stuhl und starrte auf die Leinwand vor ihr. Aus der rechten Armlehne hatte sich vorne ein weiches Silikonkissen herausgeschoben. In dem lag ihre Hand, und ihre Finger ertassteten die dort befindlichen Druckpunkte. Für die Zuse-Siemens AG die Innovation des Jahres 2014, die die herkömmliche Maus verdrängen würde.
Wäre schön, wenn Du das genauso sehen würdest, wiederholte sie stumm Charlys Worte und presste die Lippen zusammen. Wäre schön, wenn man alles vergessen kann.
Aber das war leider etwas, das sie nicht konnte. Das Zurechtrücken einer schief stehenden rosaroten Brille wäre machbar gewesen, genauso wie das Reparieren. Es scheiterte leider daran, dass es kein imaginäres Nasengestell mehr gab. Weder in Rosarot, noch in einer anderen Farbe.
Manchmal, gerade in Momenten wie diesen, wünschte sie sich die Unbekümmertheit der Kindheit zurück, als die Sommer noch sonnig und heiß, die Winter noch kalt und verschneit waren. Als die wichtigen Themen sich noch um Schularbeiten, um Geburtstage und Geschenke drehten. Und vor allem, wer bei wem in welches Freundschaftsbuch reinschreiben durfte.
Selbst die Zeiten als Teenager - durchzechte Nächte, mit Jungs morgens am Strand liegend aufgewacht, das Ausbleiben der Periode, das elterliche Donnerwetter danach - waren immer noch besser, als das, was erst kürzlich passiert ist. Auch wenn das Ereignis rein formal betrachtet hundert Jahre entfernt in der Zukunft lag. Und erst noch geschehen musste, damit es sie hier und jetzt belastete.
Sie war zur Marine gegangen, weil sie das Meer liebte. Nach der Ausbildung auf Sylt und in Plön hatte man sie probeweise in ein U-Boot gesteckt, aber nach einer stürmischen Orkanfahrt, die 'nur' durch die Nordsee in den Englischen Kanal führte, war sie derart durchgeschüttelt worden, dass sie sich danach mit wehenden Fahnen zur MMP (Marine-Militär-Polizei) hat versetzen lassen. Zwar auch mit Bordverwendungen, aber diesmal nur auf Überwasserschiffen. Später war sie so orkanfest geworden, dass sie auch bei einer extremen Seitenlage inklusive stürmischem Schaukeln noch ihren Kaffee trank und in ihre Stulle biss, während andere Kameraden bereits den Toilettenschüsseln ihr Innerstes offenbarten.
"Allison?", hörte sie Charlys Stimme von unten und riss sie aus ihren Gedanken.
Zwischen ihrem Stuhl und der Leinwand befand sich eine offene Luke, eingerahmt zwischen den V-förmig angeordneten Stasiskabinen. Spärliches Licht drang manchmal von unten herauf, wahrscheinlich immer dann, wenn ihre Kollegin unter ihr mit der Taschenlampe die Wände absuchte und sich überlegte, wo sie noch nachschauen sollte.
"Ja?", rief Allison zur Luke.
"Verdammt, hier ist nichts", hörte sie Charly von unten. "Müsste eigentlich funktionieren."
"Wie die berühmten letzten Worte", murmelte Allison, versuchte es aber trotzdem nochmal. Ihre Finger suchten die Druckpunkte, drückten, ließen sie etwas hin und her kreisen - doch auf der Leinwand geschah nichts.
Keine Anzeige. Keine Meldung. Noch nicht einmal das Logo der Firma, mit dem Satz von Leidenschaft und Perfektion, die die Schlüssel zur Zukunft seien.
"Immer noch tot!", rief sie zur Luke.
Anstelle einer Antwort, erschien der Lichtstrahl wieder und bohrte sich durch die Luke bis zur Decke.
"Dann müssen wir oben weitermachen", sagte Charly.
"Na toll." Allison nahm ihre Finger aus dem Gelkissen und schwang sich aus dem Stuhl. "Also das halbe Ding zerlegen?"
Charlys Kopf tauchte zuerst in der Öffnung auf, dann schwang sie sich auf das Deck.
"Meinst Du ich mach das gerne?", murrte sie und zeigte den noppenartigen Boden. "Dafür brauchen wir ein bisschen."

*

Im ersten Moment war Flynn froh und erleichtert, dass es so gut gelaufen war. Dann wurde ihr bewusst, dass sie Kontakt mit einer wichtigen historischen Person hatte. Und zwar einen folgenschwen.
Sie kniete sich vor Joes Kopf hin, der mit dem Gesicht voran auf dem Boden lag. Sie konnte spüren, dass er noch atmete, auch wenn der Geist vorerst schlief.
Und jetzt?
Flynn starrte abwechselnd von seinem Hinterkopf zur steinernen Treppe, die in die Dunkelheit nach oben führte. Auch wenn es ihr nicht gefiel, aber sie musste sich selbst die Frage gefallen lassen, ob die Verletzungen Joe jetzt daran hindern würden, die nächsten drei Morde zu begehen. Und zwar genau so, wie sie stattgefunden hatten.
Oder würde die Tatsache, dass ich ihn eben - als Frau - zusammengeschlagen habe, dafür sorgen die Morde zu verschlimmern?
Temporale Logik, das war Allisons Aufgabengebiet, die sich dabei eher auf ihr Bauchgefühl verließ.
Ein Witz, dachte Flynn. Logik und Gefühle.
Ihr Blick wanderte zur Stahltür, die halb offen stand. Innen war das Licht nicht so stark vertreten wie hier. Es flackerte und die Schatten zuckten durch den Türrahmen.
Sie erhob sich. Tief in ihr drin wurde der Drang nach Aufklärung laut. Neugierde schrie das zarte Stimmchen der Vernunft nieder. Waren sie nicht alle Polizisten gewesen? Oder immer noch? Im ewigen Kampf gegen die dunkle Seite der Menschen? Ungeachtet, ob Personenschützer, Bundespolizist oder Seemann?
Flynn drückte auf den Stahl und die Tür knirschte sich nach Innen. In den Raum dahinter, aus dem sich ein undefinierbarer Geruch in ihre Nase schlich. Nicht so markant wie vor einigen Stunden im East End, aber genauso eindringlich. Ihre Augen brauchten eine Sekunde, bis sie sich an das Licht gewöhnt hatten und alles erkennen konnte:
Ein hölzerner Operationstisch in der Mitte. Darunter ein großer Kasten mit Sägespänen. Rechts ein Beistelltisch auf Rollen, der jedoch anstelle von Gläsern oder Speisen nur einen verschlossenen hölzernen Koffer trug.
Flynn runzelte die Stirn, als sie vorsichtig einen Schritt hinein tat.
Die Opfer wurden in Whitechapel aufgeschlitzt und am Tatort liegen gelassen, dachte sie. Wieso besitzt der Täter dann auch noch das hier? Und wof-?
Ein Schlag an ihren Hinterkopf beendete den Gedanken, blendete den Raum aus, ersetzte ihn abrupt durch Schwärze. Dass sie unsanft mit dem Gesicht auf dem Boden landete, nahm sie gar nicht mehr wahr.


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