Es ist: 28-11-2020, 14:52
Es ist: 28-11-2020, 14:52 Hallo, Gast! (Registrieren)


Schatten - Prolog
Beitrag #2 |

RE: Schatten - Prolog
Hallo Anoitos Icon_smile

Schön, dass du uns in deinen Prolog hineinschnuppern lässt.

Bitte nicht vergessen, dass es sich hier um eine Textkritik handelt, von der du so viel annehmen kannst, wie du willst.

Auch wenn dein Prolog relativ kurz ist, liest er sich langatmig. Das liegt einerseits an den fehlenden Absätzen und andererseits daran, dass er sehr redundant ist, d.h. du wiederholst dich oft. Das Wiederholen von Worten wie Licht und Dunkelheit macht sie nicht stärker, im Gegenteil. Der Text könnte um einiges eindrucksvoller wirken, wenn du kurze (was du hast) und prägnante (an der Treffsicherheit der Worte happert es noch) Sätze hast.

Ein großes Problem sehe ich in dem Text auch, da du von verkehrten Assoziationen umgehst - die Dunkelheit schützt, das Licht tut weh. Die gängigen Assoziationen wären genau umgekehrt. Es spricht nichts dagegen, wenn du die Bedeutungsfelder neu auflädst, nur dann müssen auch konsequente Argumente dafür gebracht werden.

Zwei konkrete Stolperfallen für mich:

Zitat:aber stetig sank sie in die Dunkelheit. Sie schien auf sie zu warten. Lullte sie ein und flüsterte ihr süße Versprechen ins Ohr.

Ich weiß hier nicht, wer auf wen wartet. Auch finde ich es unausgewogen, wenn du am Anfang des Textes die Dunkelheit quasi personifizierst, doch im Laufe des Textes verkommt sie zu einer passiven Landschaft.
Auch finde ich in diesem Kontext die Wortwahl von "scheinen" unglücklich, wenn später das Licht als Antagonist eingeführt. Scheinen und Licht liegen semantisch näher beieinander als scheinen und Dunkelheit. Wenn du das Wort in Zusammenhang mit der Dunkelheit verwenden willst, solltest du es anders in Szene setzen.

Zitat: Sie sah sich an und unterdrückte den Impuls hochzuwürgen. Sie sah scheußlich aus. Äußerlich schien sie die gleiche zu sein, doch ihr Lächeln war hässlich und in ihren Augen sah sie ein Feuer, welches in ihrem innersten alles hohl gebrannt zu haben scheint.

Gibt es einen Spiegel? Wie ist es möglich, dass sie ihr eigenes Lächeln sieht und auch ein Feuer in ihren Augen? Das wirkt wie ein Perspektivenbruch und stört den Lesefluss.

Ich finde den Ansatz interessant, dass die Dunkelheit als positiv und das Licht als negativ empfunden werden, nur sprachlich gelingt es in meinen Augen nicht ganz, diese doch eindrucksvollen Bilder umzusetzen. Ich hoffe, du kannst etwas mit meiner Einschätzung anfangen. Icon_smile

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Schatten - Prolog - von Anoitos - 13-11-2019, 18:00
RE: Schatten - Prolog - von Sniffu - 14-11-2019, 23:16

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