Es ist: 27-02-2020, 06:21
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Die Götter der Germanen - Teil 3
Beitrag #7 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 3
Hiho Teja!

Direkt los:

Zitat: Ohne Hast griff der Mann nach dem klingelnden Telefon auf dem sauberen Schreibtisch. Nur eine Akte lag aufgeschlagen vor ihm.
Ja … »der Mann« … ich weiß jetzt nicht, WER er ist, aber wenn sein Name kein bekannter ist, würde ich seinen Namen einfach nennen. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass seine Identität geheimbleiben soll, weil der Name später auftaucht und der Leser noch nicht wissen soll, wer er ist … musst du wissen *lach*
Oder ich würde die Szene noch anonymer gestalten, die konkrekte Erwähnung des Mannes rausnehmen:
Auf dem Schreibtisch lag eine aufgeschlagene Akte, daneben ein Telefon. Als es klingelte, wurde der Hörer ohne Hast abgenommen.
Das fände ich auch ganz interessant, so wäre die Anonymität auf die Spitze getrieben, in dem der Telefonierer gar nicht erwähnt wird.
Ach, ich seh grad, dass im Gespräch immer wieder Handlung vom Mann kommt, das hatte ich übersehen. Ich dachte, der Dialog würde nur aus wörtlicher Rede bestehen. Dann ist die letzte Lösung natürlich nicht so gut anwendbar, bzw. sehr umständlich. Aber »der Mann« … hach, das klingt so doof.
Wenn du mit seinem Dienstgrad arbeitest? Das gäbe ihm zumindest ein bisschen Profil.

Zitat: „Tyr und Wotan!“
Die Antwort kam zögernd, so als müsste sich der Sprecher davon überzeugen, dass er allein sei. Vielleicht musste er sich erneut überzeugen.
„Loki und Hel.“

Hier ist durch die Absätze unklar, welche Sprecher zögert. Wenn es der Anrufer ist, würde ich den Absatz hinter »Tyr und Wotan« weglassen, wenn es der Kerl am Schreibtisch ist, würde ich den Absatz vor »Loki und Hel« weglassen.
germanische Götter! Tyr und Wotan kenn ich nur vom Namen, Hel ist die Todesgöttin und Loki so ein durchgeknallter Irrer, oder? Icon_smile

Zitat: „Woher soll ich das wissen, ihr Mann war doch dort,
»Ihr«

Also das Gespräch zwischen dem Mann hinter dem Schreibtisch und dem … anderen ist so … gewollt mysteriös und bedrohlich und … mir gefällt es nicht. Allein schon dadurch, dass da ständig »der Mann hinter dem Schreibtisch« steht und der Inhalt des Gesprächs eigentlich recht klar ist, außer dass man den zweiten Mann noch nicht zuordnen kann. Der Mann hinter dem Schreibtisch ist Gestapo, Ahlers ist offenbar keine Gestapo sondern tut nur so um an die Leiche zu kommen (vielleicht einer vom Gut Weidenau) und der andere hat einen Mann von seinem Amt am Tatort gehabt. Wer war denn da? Der Arzt, der Assistent (beide aber nicht Teil des Leichentransports), vermutlich der Fahrer oder der Beifahrer, oder natürlich einer vom Begleitkommando, das bisher noch nicht näher beschrieben und vorgestellt wurde.
Im Prinzip sagt das Gespräch: »Wir haben überall unsere Finger drin, aber hier nicht unbedingt, trotzdem erledigen wir alle.«
Es ist halt so wenig geheimniskrämerisch, dass ich die Verschweigung des Namens vom Mann hinterm Schreibtisch und die Zugehörigkeit seines Gesprächspartners verstehe. Wobei ich auch sagen muss, dass ich die personale Perspektive sehr, sehr viel lieber mag als die auktoriale – und das ganze Gespräch läuft für mich auf auktorialer Ebene ab.
Ich les lieber mal bei Hahn weiter Icon_smile

Zitat: In letzter Zeit waren viele gute, kriegsverwendungsfähige Assistenten
Wenns in die Sprache passt, sag ich nix, aber ich fände »kampffähigen / kampftauglichen« weitaus leichter lesbar

Zitat: „Tun Sie nicht so, Hahn! Haben Sie den Vorfall mit dem Standartenführer, der Devisen verschoben hat, schon vergessen? Ich habe Sie damals mit rauspauken müssen und wenn Nebe nicht gewesen wäre, würden Sie jetzt eine Kompanie an der Ostfront führen. Das haben Sie nur mir zu verdanken, weil ich und Nebe zusammen auf der Polizeischule waren. Noch kein Jahr ist der Vorfall her! Und heute?
Im Prinzip ist die ganze Erzählung reiner Info-Dump für den Leser. In dieser aktuellen Situation ist Voecks doch sauer über das, was gerade passiert ist, nicht über einen Vorfall, der ein Jahr her ist. Und Hahn das vorzukauen, als litte der unter Altersdemenz … Wenn es wichtig für die weitere Geschichte ist, würde ich das irgendwo anderes einbringen, vielleicht später im Gespräch. Wenn man sich über ein aktuelles Problem aufregt und ins Büro seines Untergebenen stürmt, kommt man doch direkt zur Sache und erzählt nicht erst Dinge, die der Gegenüber sowieso wissen müsste.

Zitat: um diese Ausfälle und Schreiereien Ernst zu nehmen.
*lach* ganz schreckliches Wort, würde ich rausstreichen, »Ausfälle« reicht, vielleicht auch »Wutausbrüche«, »cholerischen Anfälle« oder sowas

Zitat: Von den Blut und Boden-Theoretikern!
»Blut-und-Boden-Theoretikern« ? bin da aber bei der Zeichensetzung selbst nicht sicher

Zitat: Sie wissen, dass ich in Gegenwart dieser Herren vor Grausen immer Gänsehaut bekomme.
Ähm, ist das echt seine größte Sorge, wenn die Gestapo vorbeikommt? Da kann er doch froh sein, dass er nur Gänsehaut bekommt und nicht etwa Angst hat, man könne ihn weißgottwo einsperren oder Hahn mitnehmen oder seine Karriere ruinieren oder sowas. Mit Gänsehaut kann man doch leben Icon_wink Ich würds etwas drastischer formulieren:
»Sie wissen, das mit diesen Herren nicht zu spaßen ist« oder sowas, denn »Gänsehaut« klingt nach reichlich wenig, worum man sich Sorgen machen sollte und drückt nicht aus, dass Voecks womöglich Angst vor den Maßnahmen der Gestapo hat

Zitat: „Ja genau, alles. Wie wenn Sie selbst das nicht wissen würden!“
»Als ob Sie selbst ...«

Zitat: Er ließ sich von allen seinen untergeordneten Mitarbeitern Chef nennen. Seit Reinhard Heydrich gehört hatte, dass sich der Direktor des Secret Service „C“ nennen ließ, ließ sich auch Heydrich „C“ nennen. Bis zu seiner Ermordung jedenfalls. Und der Stiefellecker Voecks ließ sich daraufhin Chef nennen. Ihm selbst hatte Voecks erklärt, dass der Direktor des Scotland Yard sich auch Chef nennen ließ. Und darum wollte sich der lange Chef des kleinen Scotland Yard im mickrigen Wittenberg auch Chef nennen lassen.
Hä? *lach* Ohne jetzt Ahnung zu haben, was der Secret Service (Innere Sicherheit der USA?) und Scotland Yard (britische/englische Polizei) mit der Kripo Wittenberg zu tun haben … ist diese Information wichtig?
Versteh mich nicht falsch, vor allem in historischen Geschichten finde ich kleine Anekdoten und Randinformationen sehr nett, aber das hier scheint so … belanglos. Und so verwirrend, durch die ganzen Begriffe, die ich nicht in Zusammenhang bringen kann.
»Er ließ sich von all seinen untergeordneten Mitarbeitern Chef nennen. Denn angeblich ließ sich auch der Direktor des Scotland Yard Chef nennen und so fühlte sich Voecks im mickrigen Wittenberg beinahe wie in der großen Welt« … ich weiß nicht, so als kurze Randbemerkung halt. Denn Hahn sollte jetzt eigentlich andere Sorgen haben, als die Marotten seines Chefs.

Zitat: Grinsend versank er in wilden Phantasien,
Wilde Phantasien über die Frau seines Chefs Icon_shocked
Scheint mir merkwürdig, dass er sich erst danach Gedanken über Ahlers macht

Leider schwindet meine anfängliche Begeisterung allmählich. Hahn wird mir unsympathischer, einfach weil er ständig grinst und lacht und nix ernstnimmt, aber selbst ernstgenommen werden will und sehr merkwürdige Prioritäten hat (erst feuchte Träume von der Chef-Frau, dann mal die Frage, was da überhaupt abgeht (also bei Ahlers!)) … Ich weiß nicht, je mehr ich von ihm erfahre, umso weniger mag ich ihn.

Ein weiteres Problem ist – soweit ich das für mich beurteilen kann – dass du dich bei der Erzählung bisher nur auf die wirklich, wirklich wichtigen Elemente beschränkst (Auffinden der Leiche, Konflikt mit Ahlers, Geheimes Telefonat, Konflikt mit Voecks), wodurch alle Informationen, die nicht direkt der Geschichte zuträglich sind, fehl am Platz wirken. Bei der Sache mit dem Schreibtisch und dass alle Assisstenten im Krieg sind und so, das geht noch, weil Hahn selbst da auch eher eine ruhige Minute hat. Aber wenn er gerade von seinem Chef angeschissen wird, ist mMn kein Raum für Anekdoten und den Gedanken an die Frau. Für sowas bräuchtest du mehr ruhige Szenen zwischen den wichtigen Ankerpunkten, Hahn vielleicht auch mal Privat oder so. Wobei ich halt unsicher bin, wie viel solcher Randinfos reinmuss. Mir persönlich war das mit dem Chef zum Beispiel zu viel. Weil ich andere Dinge wichtiger fände, zum Beispiel ob Hahn sich irgendwie Sorgen macht, dass sein Streit mit Ahlers Konsequenzen haben könnte oder sowas. Oder dass er selbst mal dran denkt: Ach, scheiße, jetzt hab ich wieder Probleme gemacht, das gibt bestimmt ärger mir dem Chef, wenn er davon erfährt.
Bisher ist mir das alles ein bisschen zu sehr zwischen Tür und Angel.

Auch wenns mich schreibtechnisch nicht überzeugt, bleibe ich doch mit Spannung dran, denn das Setting gefällt mir und auch die Tatsache, dass du zügig voranschreitest Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

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Die Götter der Germanen - Teil 3 - von Teja - 31-05-2008, 20:10
RE: Die Götter der Germanen - Teil 3 - von Lanna - 06-10-2011, 02:02

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