Es ist: 03-07-2020, 14:59
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SW 2: Wünschelrouten (Libertine)
Beitrag #9 |

RE: SW 2: Wünschelrouten
Hallo,

... und auch bei dir geht es für mich endlich ans Eingemachte. Was mir gleich aufgefallen ist an deiner Kapitelunterteilung:
Dichter und Denker,
Richter und Henker,
Lichter und Lenker.

- ist schon einmal ein schönes, ... Bild. Wirkt durchdacht und man fragt sich gleich, wer wird Richter, wer Henker, wer Dichter und Denker sein. Und wohin werden dann die Lichter lenken?

Nachmittag. Steinhütten, ungleichmäßig verteilt, dazwischen Freiflächen, auf denen Kinder spielen und Frauen Wäscheleinen spannen. Tisch und Stühle vor einer dieser Hütten, ein Junge auf den Knien, Zeichen in die Erde kratzend, die Mutter mit gebeugtem Rücken auf einem Stuhl, ihn beobachtend.
=> klingt stark nach einem Drehbuch. Aber spätestens nach Lillys Geschichte sind wir das ja schon gewohnt. Trotzdem bleibt das natürlich Geschmacksache und ist nicht wirklich allgemeintauglich. Ein "Makel" der mach dann ganz besonders stolz macht, denn es ist schön, auch solche "Eigenheiten" bei Athalem begrüßen zu können. Icon_wink

Ohne sich zu seiner Mutter umzudrehen, wischte er den Schreibversuch weg und begann erneut. Kleine Sandwolken stoben auf, so kräftig drückte er auf den Boden.
=> ein wirklich schön gezeichnetes Bild, mit wenig Worten.

Behutsam schrieb sie das erste Zeichen, für das zweite krickelte sie mit geschlossenen Augen Striche durcheinander. Aram lachte.
Dann versuchte er es erneut.

=> süß, verspielt und liebevoll. Ganz klare Emotionen die da ankommen und einem ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Er lächelte, so ähnlich sahen sich die beiden Bilder, und allein die Vorstellung, er würde ebenso wie seine Eltern irgendwann alle Zeichen beherrschen, machte ihn stolz.
=> Ich finde es geradezu herrlich, wie du ein so wichtiges Gespräch im Hintergrund laufen lässt. Und hier wieder Aram aufgreifst, bzw. ihn die ganze Zeit über im Fokus hältst. Ist gewagt, aber gut. Mir gefällt es.

„... da machte sich Unruhe breit und sie wollten Samirjuk verlassen, um allein voranzukommen. Und gerade in diesem Moment bemerkten sie, dass die Tiere aus einem kleinen Fluss tranken, und sie ließen sich dort nieder. Auf die Frage, woher er von diesem Fluss gewusst habe, antwortete Samirjuk nur mit einem Blick zum Horizont. Einige der Frauen meinten, ein weißes Wildpferd in der Wüste verschwinden gesehen zu haben.“
=> schön, wie du die Legende aufgreifst. Icon_smile

Dichter und Denker ... ist aus Arams Augen geschildert. Sein alter zu schätzen, fällt mir schwer, denn zum einen lernt er zwar erst Zeichnen, jedoch redet eigentlich ganz schön klug, bzw. gereift daher. Er kennt die Legenden um das weiße Pferd, liebt seine Eltern und scheint aber noch nicht ganz zu verstehen, was Athalem, bzw. die Region gerade erlebt.
Die innere Botschaft, die ich hier höre, wäre für mich "Vertrauen". Auch, wenn man drauf und dran ist umzukehren und sich von dem abzuwenden, was einen führt weil man Angst hat, es würde mit Tod enden.
Weiße Pferde die ins Gesicht spucken? - Damit meint Arams Vater, dass er in der Stadt keine Hilfe bekommt, dass sie auf sich allein gestellt sind, richtig?
- Ein schönes Kapitel mit leicht poetischen, aber nicht aufdringlichen Ansätzen.

Als Elyas und seine Familie am Henker ankamen, hockte Joran sich gerade auf seinen Bruder und presste dessen Kehle mit beiden Händen am Boden fest.
=> Am Henker? Nennen sie so einen bestimmten Platz?

„Es schauen Kinder zu“, mahnte Elyas, als der Geschlagene begann, die Lücke bei geöffnetem Mund mit der Zunge abzutasten.
„Die verlieren hier schon nicht ihr Gesicht“, lachte Joran, den missachtenden Blick seines Bruders unterstützend und fast schien es, als wäre die Auseinandersetzung damit entschieden. „Aber du verlierst gleich deins, wenn du nochmal so einen Unsinn redest.“

=> ehrlich gesagt war bis dahin dieses Kapitel ein wenig blickdicht. Icon_wink Es ist ziemlich anstrengend gewesen Links von Rechts zu unterscheiden, ...

„Falls ihr noch nichts davon gehört habt oder euch nicht sicher seid, wem ihr glauben könnt: Vor einigen Tagen ist Aven'har überfallen worden, wahrscheinlich wird es heute schon von Magie kontrolliert. Wenn wir Pech haben, ziehen sie in ein paar Tagen hier vorbei.“
=> sie? Also die Truppen?

„Dafür brauchen wir keine Magie, das ist der Lauf der Dinge!“, schrie ein junger Mann und kassierte einen Schlag auf den Hinterkopf von seiner Mutter.
=> Mrgreen Mrgreen

Richter und Henker ... Richter steht für die Entscheidung, die sie gemeinsam Treffen? Für die Frage, wer jetzt eigentlich der Richter ist? Und warum? Henker wären dann die Magier, die sich mit Magie durch das Land graben. Versteh ich das richtig, oder hast du damit völlig anderes gemeint?
Insgesamt ist dieses Kapitel um ein vielfaches schwerer zu verstehen, als ersteres. Ich komme - was mir sonst eher nicht passiert - mit den Namen immer wieder leicht durcheinander und alles vermischt sich in meinen Kopf zu Chaos. Was es auch irgendwo wieder ist. Auf der Bühne des Henker (meine Frage bleibt, ist damit ein Treffpunkt gemeint? Ich kanns immer noch nicht genau einordnen) entstehen die Lichter und Lenker. Doch wem folgen?

Morgengrauen. Eingetretene Türen, abgerissene Wäscheleinen, Menschen mit geschulterten Lederbeuteln, einige noch packend, tragend. Am Rand des Dorfes ein Mann und eine Frau in leisem Gespräch, die Blicke in die Wüste gerichtet, ein Kind unbeobachtet zu ihren Füßen, zeichnend.
=> unsere Familie.

„Warum hast du nicht geschlafen, Lenja?“
„Vielleicht weil ich gehofft habe.“

=> wunderschön. Icon_smile

„Siehst du diesen Hügel da hinten? Der Schatten hat sich an ihm vorbeibewegt und dann ... dann war er irgendwann verschwunden. Ich hab mir den Schlaf aus den Augen gerieben, ich dachte, es wäre nicht da gewesen, aber es sieht so aus, als ... als würden alle Spuren in diese Richtung zeigen.“
=> sehr schön! Für mich greifst du hier die Frage des Zweifelns auf. Wie war es noch? Samirjuks Gefolge wollte ihn verlassen, weil sie nicht mehr an ihm geglaubt haben. Nicht mehr gehofft.
Gehofft hat auch Lenja.
- sie sind sich also einig und folgen dem Schatten.

Elyas nahm seinen Sohn in den Arm und verzichtete darauf, ihm etwas von Stärke zu erzählen. Vielleicht weil er sie selbst finden musste, wenn sie die erste Nacht in der Wüste verbrachten, wenn sie wie ihre Vorfahren ohne festes Ziel weiterreisten, wenn sie nicht genug zu essen hatten, wenn sie sich verliefen, wenn sie in einen Sturm gerieten. Vielleicht war es auch die eigene Angst, die Elyas mit seinem Schweigen stillte.

Widerwillig begann Fahn zu rennen.
=> Fahn wird also mitgeschickt?

Lichter und Lenker ... steht in diesem Sinne dann für die Zukunft. Für das Überwinden von Zweifel. Für das Licht am Horizont und demjenigen, der es wagt, zu Lenken ...
... und dabei zu hoffen.

So und das war es auch hier mit meinen Anmerkungen. Vorweg muss ich sagen, ich brauchte ein zweites Mal, um die Geschichte dann genießen zu können. Im ersten - okay zugegeben: Schnelldurchlauf, um eine Art Bestandsaufnahme zu machen - bin ich teilweise auf der Strecke geblieben. Jetzt, da ich mir Wort für Wort auf der Zunge zergehen hab lassen, ist es für mich eine der besten Geschichte des Wettbewerbes. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass sie viel viel Gefühl transportiert. An Handlung, kann sie mit mancher nicht ganz mithalten, denn im Grunde passiert nicht viel, was aber, wie du beweißt, gar nicht notwendig ist, um etwas zu bewegen.
Und bewegend war dein Text in jedem Fall. Eigen, eigen und nochmals eigen. Und berührend bildhaft. Mir hat sehr gefallen, wie du die Legende der Khami aufgegriffen und den Glauben - durch das Pferd - in den Vordergrund geschoben hast. Fein gemacht, mehr gibt es für mich hier nicht zu sagen.

Die Lücken, die bleiben, sind für mich gewollt und lassen Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Auch das, macht diese Geschichte aus.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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RE: SW 2: Wünschelrouten - von Adsartha - 30-04-2009, 12:01
RE: SW 2: Wünschelrouten - von jeronimus - 05-05-2009, 09:50
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RE: SW 2: Wünschelrouten - von Ichigo - 29-05-2009, 23:42

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