Es ist: 09-12-2022, 09:42
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VR: Blaues Blut (453 d.D)
Beitrag #58 |

RE: VR: Blaues Blut (453 d.D)
„Gehen wir. Gehen wir schnell“, flüsterte Arjuk und wollte den gefesselten Bibliothekar vor sich zur Treppe schieben, als die junge Frau ihn am Arm packte.
"Was soll das?”, zischte sie leise. “Sollen wir diesen Verbrecher einfach mitschleppen? Für so etwas ist keine Zeit! Wir müssen auf der Stelle hier raus!" Ihre Stimme bebte und klang fast schon panisch.
“Dann geh doch alleine vor, wenn du <keine Zeit> hast.” Unwirsch riss sich Arjuk los. “Diese hinterlistige Schlange hier ist vielleicht der einzige Mensch, der mir diesen ganzen verdammten Krieg erklären kann. Ich werde ihn nicht zurück lassen.”
„Auf der Südseite des Ratsgebäudes gibt es eine Pforte“, ließ der Bibliothekar im Flüsterton vernehmen. „Von der schwarzen Sektion aus ist sie nicht zu sehen.“
„Wie schön.“ Arjuk versetzte ihm einen Stoß in den Rücken, so dass er sich in Bewegung setzte. Während sie die Treppe so leise und schnell wie möglich hinab gingen, zischte er: „Ich hoffe, es ist Euch bewusst, dass Euer heißgeliebter Friede in Athalem auf’s Höchste gefährdet wäre, wenn die Schwarzmagier <den Erben einer mächtigen Waffe> in die Hände bekommen.“
Auch wenn ich gar keine Waffe besitze, geschweige denn mit ihr umgehen könnte, fügte Arjuk in Gedanken hinzu.
„Natürlich ist mir das bewusst“, keuchte der Bibliothekar. „Glaubt Ihr etwa, ich locke Euch in eine Falle?“
„Das scheint zumindest so eine Art Freizeitbeschäftigung von Euch zu sein“, gab Arjuk zurück. Sie hatten den Fuß der Treppe erreicht und hasteten durch den Korridor. Arjuk hielt das Messer griffbereit und prüfte immer wieder die Fesseln seines Gefangenen. Hinter sich hörte er die Schritte der Frau. Ihre Präsenz bereitete ihm Unbehagen. Er hasste es, jemandem im Rücken zu haben, und Gefährten, denen er nicht trauen konnte, waren ohnehin das letzte, das er jetzt gebrauchen konnte. Doch so wie es aussah, ging ihm auf, konnte er ohnehin niemandem mehr vertrauen.
„Wie heißt du eigentlich?“, fragte er leise.
„Dhanas“, antwortete der Bibliothekar vor ihm.
„Ich rede nicht mit dir, Idiot“, zischte Arjuk und versetzte dem Alten einen unsanften Stoß. Im nächsten Augenblick rief er sich selbst zu Beherrschung auf. Auch wenn ihn die bloße Anwesenheit dieses Mannes innerlich zum kochen brachte, vorerst musste der Bibliothekar noch bei Kräften bleiben. Vorerst.
"Kara", kam die einsilbige Antwort, "Still jetzt, kein Wort mehr." Arjuk schluckte seine Erwiderung nur mit Mühe hinunter. Und Dhanas - Arjuk versuchte, den Namen des Bibliothekars in den hintersten Winkel seines Bewusstseins zu verbannen. Es war ihm lieber, wenn der Mann ein namenloser Mörder blieb.
Als sie nach einer gefühlten Ewigkeit die Pforte erreichten, war Arjuk beinahe schon erleichtert, dass der versprochene Ausgang tatsächlich existierte.
„Warte!“ flüsterte Kara, als Arjuk die Klinke hinunter drückte. Selbst im Halbdunkel noch war der Vorwurf in ihrem Blick deutlich zu erkennen. „Du bist so unvorsichtig! Lass mich erst einmal nachsehen, ob die Luft rein ist.“
Noch bevor Arjuk seine Sprache wiedergefunden hatte, hatte sich Kara an ihm vorbei geschoben und war durch den Türspalt nach draußen gehuscht.
Arjuk blieb verwirrt und angespannt zurück. Kara nahm Milenas Auftrag offenbar sehr ernst. Sobald sie es aus der Höhle des Löwen geschafft hatten, musste er sie abschütteln.
„Was ist?“, fauchte Arjuk, als er bemerkte dass ihn der Bibliothekar von der Seite ansah. „Lust, mich umzubringen?“
„Ihr tragt viel Wut in Euch, Prinz Nystrad,“ flüsterte der Mann. „Aber diese Wut steht Euch im Weg. Ihr braucht jetzt einen kühlen Kopf.“
In diesem Augenblick bewegte sich die Pforte wieder und eine schmale Gestalt lugte hinein. „Schnell“, raunte Kara außer Atem.
Arjuk war erleichtert, in die kühle Nacht hinaus zu treten, sonst hätte er dem Bibliothekar am Ende doch noch den Hals umgedreht. Die Nacht war sternklar. Im Schatten des mächtigen Gebäudes rannten sie in Richtung des Tores. Kara hatte Recht gehabt - als sie die Frontseite der Bibliothek erreicht hatten und der Ausgang auf die Straße in Sicht kam, waren noch immer keine Schwarzmagier zu sehen. Aber das letzte Stück von den schützenden Mauern bis zum Torbogen mussten sie über freies Feld...
Die drei wechselten noch einmal einen stummen Blick, dann rannten sie los.
Keine Stimme erklang, keine eiligen Schritte, kein Blitz zuckte von Magierhänden auf sie zu.
Der Weg schien lang, viel zu lang, und Dhanas blieb zurück. Arjuk drehte sich um und packte den alten Mann beim Arm.
Noch immer keine Schwarzmagier ...
Kara, die voraus gerannt war, hatte nun das Tor erreicht. Sie wandte sich um und bedeutete Arjuk, sich zu beeilen, als sich ein Schatten von dem Torbogen löste... Arjuk konnte noch nicht einmal eine Warnung ausrufen, da hatte die Gestalt das Mädchen schon gepackt und presste ihr die Hand auf den Mund.
Im Halbdunkel erkannte Arjuk den Gedankenleser.
Als Kara jedoch sein Gesicht sah, wirkte sie alles andere als erschrocken. „Geriyon“, flüsterte sie, und fiel ihm um den Hals. „Du bist hier!“
Wie romantisch. Arjuk verzog das Gesicht. Kara steckte also nicht nur mit Milena, sondern auch noch mit dem Gedankenleser unter einer Decke. Freund oder Feind?
Seit wann hast du Freunde, Arjuk y Nystrad?
„Schnell weg hier“, flüsterte Geriyon, doch beinahe im gleichen Moment schnitt eine kalte Stimme durch die Stille.
„Guten Abend, die Herrschaften. So spät noch unterwegs?“
Ein eiskalter Schauer überlief Arjuk. Nur wenige Schritte von ihnen entfernt war wie aus dem Nichts ein Mann in einer schwarzen Kutte aufgetaucht. Sein Gesicht war hager und von einer knochigen Hakennase dominiert; als er die Kapuze zurückschlug, kam ein Glatzkopf zum Vorschein. Im Mondlicht schimmerten rötliche Linien auf seiner Brust, die sich zu einem Stern zusammenfügten: das Symbol der Schwarzen Gilde.
„Oh, Geriyon.“ Der Schwarzmagier verzog seine schmalen Lippen zu etwas, das nur mit viel Fantasie als ein Lächeln zu deuten war. „Ich hatte gehofft, dass wir uns wiedersehen, aber so schnell?“ Seine hellen, tiefliegenden Augen richteten sich auf Kara. „Deine kleine Freundin hast du auch mitgebracht – und nicht nur sie, wie ich sehe.“
„Wir haben nichts mit diesen Magiern zu schaffen“, sagte Dhanas schnell, als der Schwarzmagier ihn ansah. „Ich habe sie noch nie zuvor gesehen, ich und … mein Neffe“, - Arjuk zuckte zusammen, als Dhanas seinen Arm nahm, aber er beherrschte sich - „wir arbeiten in der Bibliothek, wir wollten nur...“
„...die Stadtwache verständigen?“ Der Schwarzmagier schüttelte den Kopf. „Alter Mann, ich habe eine bessere Aufgabe für dich und deinen lieben Neffen. Wir werden eine Botschaft übermitteln.“
Der zufriedene Gesichtsausdruck des Schwarzmagiers gefiel Arjuk ganz und gar nicht. Und hinter ihm näherten sich weitere Magier...
„Ihr kümmert euch um Raven“, krächzte der Schwarzmagier seinen Brüdern zu. „Ich werde dem Herzog unsere kleine Nachricht überbringen.“
Dem Herzog? Unwillkürlich wollte Arjuk Dhanas einen Blick zuwerfen, doch – er konnte nicht. Sein Kopf bewegte sich keinen Millimeter, seine Muskeln waren wie blockiert... doch etwas begann, in sie hineinzusickern. Etwas Fremdes. Arjuk wollte sich dagegen auflehnen, doch wie sirupzähe Fäden drängte es sich durch kleine, verräterische Risse im Wall seines Bewusstseins, spinnennetzartig griff es um sich, verdichtete sich und … bewegte seine Beine. Sein Körper schien von seinem Willen abgetrennt worden zu sein. Hilflos musste Arjuk zulassen, dass ihn seine eigenen Beine auf die Hauptstraße hinaus führten. Als er zur Seite schielte, sah er aus den Augenwinkeln, dass es Dhanas und Kara nicht besser erging.
„Was soll das?“, hörte er Kara rufen. „Geri, was...“
Das Kichern des Schwarzmagiers übertönte ihre Frage. „Schön weiterlaufen, meine Schäfchen“, lachte er. „Wir überbringen eine Botschaft. Eine blutige Botschaft.“
Plötzlich wünschte sich Arjuk in das Zimmer mit den Schlangen zurück. Was für harmlose Angreifer waren sie doch gewesen im Vergleich zu diesem! Der Schwarzmagier lenkte sie die Hauptstraße entlang und brabbelte in ihrem Rücken ohne Unterlass davon, was für einen grauenvollen Tod sie sterben würden. Unterwegs trafen sie auf eine kleine Patrouille. Ausnahmsweise freute sich Arjuk, die Bewaffneten zu sehen, doch nicht lange – der Schwarzmagier brachte auch die Soldaten unter seine Kontrolle, noch bevor auch nur einer einen Hieb gegen ihn führen konnte. Einen von ihnen schickte der Magier zu Vulun voraus, um seine Ankunft anzukündigen, die anderen drei ließ er mitmarschieren.
„Prinz Nystrad“, hörte Arjuk den Bibliothekar raunen, während sie dem Palast immer näher kamen. „Prinz Nystrad! Habt Ihr Kinder?“
„Was zur...“ Arjuk biss sich auf die Zunge. Der Alte war wahnsinnig!
„Es ist wichtig“, flüsterte Dhanas. „Habt Ihr Kinder?“
„Bei den Göttern, nein, woher denn“, krächzte Arjuk.
„Auch keine Bastarde?“
„Nein.“
„Könnt Ihr Euch sicher sein?“
Arjuk verdrehte die Augen. Ganz sicher, dachte er. - „Soweit ich weiß“, sagte er.
„Gut. Das ist sehr gut“, hörte er den alten Mann raunen. „Dann seid Ihr möglicherweise tatsächlich der Letzte in der Blutslinie. Euer Onkel hat Eure Waffe. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit...“
„Schluss jetzt mit dem Getuschel, oder ich töte euch auf der Stelle!“, rief der Schwarzmagier erbost. Dhanas schrie schmerzerfüllt auf, doch Arjuk konnte seinen Kopf nicht wenden, um zu sehen, was mit ihm geschah.
„Dhanas?“, flüsterte Arjuk beunruhigt. „Dhanas?“
Der Bibliothekar antwortete nicht, doch Arjuk konnte seine Schritte neben sich hören – der alte Mann war noch bei ihnen.

Arjuk war mehr als nur mulmig zumute, als die Türme des Palasts in Sicht kamen.
Der Junge ist der Schlüssel zu Vuluns Krieg...
Das äußere Tor des Palastes war hell von Fackeln erleuchtet. Das Fallgitter war geschlossen, auf den Zinnen wimmelte es von Bogenschützen und Bewaffneten; Befehle, eilige Schritte, das Klirren von Waffen erklang. Über dem Tor hing das Banner mit der roten Schlange, die zischend ihre Zunge zeigte. Einen Moment lang war der Anblick beruhigend... dann rief sich Arjuk in Erinnerung, dass die Bewohner dieses Schlosses nicht mehr sein lustiger Cousin und der Onkel, der Mutter immer zum Lachen brachte, waren, sondern Feinde.
„Vulun!“, rief der Schwarzmagier. „Zeige dich! Ich habe eine Botschaft!“
Einen Augenblick lang blieb es still, dann hob sich zu Arjuks großem Überraschen das Fallgitter und eine Gruppe Berittener kam aus der Burg. Erst, als die Ritter in weniger Entfernung ihre Pferde zügelte, erkannte Arjuk seinen Onkel. Er war nicht mehr der Riese, als den Arjuk ihn in Erinnerung hatte. Sein Gesicht war noch immer markant, doch von Falten durchzogen. Er sah streng aus, und majestätisch... Scheinbar furchtlos blickte er den Schwarzmagier an. Arjuk wusste nicht genau, ob er es dumm oder bewundernswert fand, dass der Herzog sich selbst in Gefahr begab, statt einen Boten zu senden. So hätte es jedenfalls Kalil gemacht.
„Was soll das bedeuten?“, herrschte der Herzog den Magier grußlos an. „Ihr seid ebenso sehr auf unsere Abmachung angewiesen wie ich, warum also dieser Aufmarsch?“
Sein Blick streifte über die Gefangenen und schien etwas länger auf Arjuk zu verweilen, doch dieser konnte beim besten Willen nicht sagen, ob sein Onkel ihn erkannt hatte.
„Wie schön, dass Ihr die Abmachung erwähnt“, antwortete der Schwarzmagier. „Wir fürchteten bereits, Ihr hättet sie vergessen. Warum sonst sollten Graumagier unbehelligt durch die Stadt schleichen, wenn nicht unter Herzog Vuluns Schutz?“
„Ich habe mit keiner der Gilden etwas zu schaffen“, erwiderte Vulun eisig. „Im Gegensatz zu anderen gewissen Parteien werde ich für meinen Teil keinen zweiten Magierkrieg riskieren.“
Noch nicht“, antwortete der Magier. „Noch begnügt Ihr Euch mit einem Menschenkrieg. Es gibt Stimmen in der Akademie, die kurzen Prozess mit Euch fordern, Herzog, und es werden mehr. Aber für heute habe ich nur eine Botschaft für Euch.“
Auf dem Platz bildete sich eine grünliche Wolke, die sich zu einem Gesicht verdichtete.
„Dies ist die letzte Geste unseres guten Willens für eine weitere gute Nachbarschaft zwischen der Schwarzen Akademie und dem Haus Dravar'kesh“, sprach das Bild mit tiefer, blecherner Stimme. „Gebt Noato auf. Zerstört Eure Experimente. Sorgt dafür, dass die Graumagier aus der Stadt verschwinden. Schwört, dass Ihr die Nystrads nie treffen werdet, und wenn Ihr sehr glaubhaft schwört, werden wir sie vielleicht in Noato am Leben lassen, nur behelligt durch einen kleinen Bannkreis. Anderenfalls werden wir auch gegen Euren Willen alles notwendige veranlassen, um Euer finsteres Projekt zu verhindern. Nur können wir in diesem Fall nicht dafür garantieren, dass Eure Familie und Eure Stadt unbeschadet bleibt. Lasst Euch unser Friedensangebot durch den Kopf gehen, aber nicht zu lange... denn Kalil y Nystrad wird uns schon bald alles über Euer kleines Projekt erzählen, was er weiß.“
Kalil. Sie haben Kalil. Arjuk sah auf, und seine Augen trafen die des Herzogs. Unmerklich schüttelte Vulun den Kopf. Nicht, sagte sein Blick.
„Vielleicht sogar das, was er nicht weiß. Wir haben Mittel und Wege.“
Das Gesicht löste sich auf, während der Schwarzmagier zufrieden in sich hinein lachte. Sie haben meinen Vater. Arjuk wusste, dass er etwas empfinden sollte, doch alles, was er spürte, war ein bleierner Geschmack im Mund. Schwarzer Samt deckte ihn zu, kühl, weich, taub.
„Diese Unglücklichen hier sollen mir für eine kleine Demonstration dienen, was mit Nystrad und jedem, der sich uns in den Weg stellt, geschieht.“
Hinter sich hörte er den Magier lachen, hörte Husten und Röcheln. Arjuk wandte sich um. Die Soldaten, Dhanas und Kara krümmten sich und fassten sich an die Kehle, wie von einer unsichtbaren Hand gewürgt. Aber nicht Arjuk. Er konnte die Magie spüren, die ihn zu packen versuchte, doch aus irgendeinem Grund glitt sie an ihm ab, nein – durch ihn hindurch. Vielleicht war sein Körper zu kalt, zu ...leer.
„Arjuk“, hörte er jemanden raunen. Sein Onkel war neben ihn geritten. „Spring auf.“
In diesem Moment erblickte ihn der Schwarzmagier, und erstarrte. „Du widersetzt dich meiner Magie.“ Mit einer Handbewegung ließ er seine Opfer los, die röchelnd zu Boden sanken. „Aber du bist kein Magier, das würde ich spüren. Ist es ein magischer Schutzspruch, ja? Er wird dir nicht helfen, Junge.“
„Eure Hoheit, zurück! Zurück in die Burg!“ - Hufe trommelten auf den Boden.
„Andamir! Lauf!“ - Eine Frauenstimme. Irgendwann einmal hatte er sie gekannt...
Arjuk sah zu, wie grüne Flammen aus den Fingerspitzen des Magiers zu lodern schienen. Den Funken von Furcht in sich registrierte er nur noch mit dem höflichen Interesse eines Beobachters.
„Eure Hoheit!!“
„Arjuk“, hörte er die Stimme seines Onkels. Hastige Finger drückten ihm etwas kühles in die Hand. Arjuk musste seine Faust nicht öffnen, um zu wissen, dass es ein Ring war. In den Händen des Magiers verdichteten sich die Flammen in Sekundenschnelle zu einem glühenden Ball.
„Du bist der Letzte der Blutslinie. Nataliyas Sohn. Sie konnte den Ring nutzen, du kannst es auch, ich sehe es...“
Nataliya. Der Name hinterließ eine brennende Spur in ihm, heiß und vertraut, die sofort wieder erlosch. Es war alles viel zu dumpf für Schmerz. Zu kalt für Furcht. Zu leer für ein Lebewesen. Eher wie... ein Gefäß.
In dem Moment, als sich die Flammen von den Fingern des Magiers lösten, hob Arjuk seine Faust vor die Stirn. Das Feuer fiel als gewöhnliche Flammen zu Boden, Ascheflocken aufstiebend, und dennoch taumelte Arjuk wie getroffen zurück – getroffen von etwas anderem, das beißend und ätzend in seiner Faust pulsierte und brannte, tobte. Bis es sich verlangsamte, zischend erkaltete, sanft und kühl und geschmeidig wurde wie die Haut einer Schlange.
Der Magier blickte ihn prüfend an. „Du hast keine Magie, und wirkst doch Magie. Komm her, Junge.“ Er streckte die Hand aus. Langsam ging er auf Arjuk zu. „Dir wird nichts geschehen, ich verspreche es. Komm mit mir in die Akademie und erforsche deine Gabe, wir werden einen mächtigen Mann aus dir machen.“
Arjuk sah dem Magier entgegen. Die Welt um ihn herum verschwamm – er war leer, durchsichtig und brüchig wie ein zerfallendes Herbstblatt... Undeutlich spürte er, wie der Magier sein Handgelenk umgriff. Das letzte, das er wahrnahm, war ein markerschütternder Schrei, als die Haut des Magiers von den Fingern bis zur Schulter in Sekundenschnelle aufplatzte, Gewebe zerfiel, Fleisch starb.
Es war einfach zu kalt für ein Lebewesen... selbst für einen Magier.


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VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Mira - 06-03-2008, 20:33
RE: Athalem: Blaues Blut - von Ichigo - 19-04-2008, 18:58
RE: VR: Blaues Blut - von Dende - 21-09-2008, 17:58
RE: VR: Blaues Blut - von Ichigo - 25-09-2008, 13:10
RE: VR: Blaues Blut - von Der Weltenwanderer - 02-10-2008, 00:57
RE: VR: Blaues Blut - von Ichigo - 03-10-2008, 12:44
RE: VR: Blaues Blut - von Dende - 04-10-2008, 13:50
RE: VR: Blaues Blut - von Der Weltenwanderer - 07-10-2008, 00:16
RE: VR: Blaues Blut - von Ichigo - 13-10-2008, 01:09
RE: VR: Blaues Blut - von mondenschein - 23-10-2008, 20:15
RE: VR: Blaues Blut - von Ichigo - 23-10-2008, 21:05
RE: VR: Blaues Blut - von Mira - 25-10-2008, 16:53
RE: VR: Blaues Blut - von Ichigo - 25-10-2008, 17:35
RE: VR: Blaues Blut - von Der Weltenwanderer - 28-10-2008, 01:29
RE: VR: Blaues Blut - von Dende - 28-10-2008, 16:01
RE: VR: Blaues Blut - von Ichigo - 31-10-2008, 13:30
RE: VR: Blaues Blut - von Dende - 06-11-2008, 15:01
RE: VR: Blaues Blut - von Der Weltenwanderer - 10-11-2008, 00:04
RE: VR: Blaues Blut - von Dende - 13-11-2008, 22:32
RE: VR: Blaues Blut - von mondenschein - 16-11-2008, 19:02
RE: VR: Blaues Blut - von Der Weltenwanderer - 26-11-2008, 02:49
RE: VR: Blaues Blut - von mondenschein - 10-01-2009, 19:11
RE: VR: Blaues Blut - von Ichigo - 15-01-2009, 21:37
RE: VR: Blaues Blut - von Ichigo - 08-02-2009, 02:09
RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Ichigo - 07-03-2009, 20:08
RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Ichigo - 12-03-2009, 22:45
RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Dende - 19-03-2009, 22:16
RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Ichigo - 19-03-2009, 22:48
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 02-05-2009, 22:34
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 03-06-2009, 21:59
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 01-09-2009, 22:17
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 07-09-2009, 00:41
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 01-10-2009, 23:04
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 02-11-2009, 19:19
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 16-03-2010, 00:27
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 20-07-2010, 13:34
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 31-07-2010, 23:21
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 23-02-2011, 00:09
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 11-05-2011, 21:00
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 12-05-2011, 01:49
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 05-10-2012, 19:48
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 14-10-2012, 18:02
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 07-05-2021, 15:50
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 19-05-2021, 20:46
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 29-07-2021, 22:32

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