Es ist: 11-04-2021, 08:46
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Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Beitrag #9 |

RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Natürlich unterschreibe ich alles, was Zack so schön ausformuliert hat.
Auch wenns die meisten, die mich länger kennen kaum glauben - es fällt mir verdammt schwer, Kritik zu äußern, die über ein falsches Wort etc. hinausgeht.
Mir ist bewußt, wie sehr man damit einen Menschen, einerlei welche Mühe man sich gibt, nett zu bleiben und den Grund einer Kritik möglichst genau zu erklären, verletzen kann, wie schnell da auch was "in den falschen Hals gerät". Nicht umsonst strotzen Kommis von mir oft vor lauter Entschuldigungen.
Warum mache ich es dann überhaupt?
Weil ich persönlich mit Lobhudelei nicht umgehen kann. Die ist nämlich billig zu haben und erfordert oft nichts weiter, als sich in das Publikum hinein zu versetzen und zu schreiben, was sie erwarten und wie sie es erwarten. Ich schätze, das haben viele von uns im Deutschunterricht schon erfolgreich gelelernt, wenn es galt, in ein Buch exakt hinein zu interpretieren, was der Lehrer hören wollte.
So kommt ja dieser grausame Fantasy - Boom auf dem Büchermarkt zustande, über den ich mich totärgern könnte. Ein gutes Buch verschwindet da unter Bergen von Schrott (sorry, aber ist doch wahr).
Und ich meine halt, dass es anderen genau so geht, es ihnen nicht ausreicht, von Verwandten, Bekannten und Freunden als neuer Goethe bejubelt zu werden. Die meisten hier, so weit ich Geschichten und Kommentare schon gelesen habe, merken oft schon selbst, wos klemmt, wären enttäuscht, wenn man dann, wider besseres Wissen, nix rüberbringen würde als eine Laudatio.
Deshalb einfach an dieser Stelle mal ganz pauschal:
Ich habe einen Heidenrespekt vor jedem Text oder Gedicht, bei dem man merkt, dass der Schreiber Herzblut reingesteckt hat. Und das ist völlig unabhängig davon, ob das betreffende Werk mich selbst anspricht oder nicht.
Wenn ich mal schreibe, man könne dies oder jenes z.B. so oder so ändern, dann nur aus dem einen Grund. Mir persönlich hilft es, wenn ich bei einer Formulierung feststecke, wenn jemand anders mir einfach mal Vorschläge macht, wie mans ändern könnte. Liest man zu oft den eigenen Kram, sieht man ja manchmal den Wald vor lauter Bäumen nimmer.
Ich habe nicht die Ambition, ein großer Schriftsteller zu werden, aber mir graut davor, irgendwann Behördenbriefe aus dem Internet zusammensuchen zu müssen oder für einen persönlichen Brief Anleihen bei den Geistesgrößen machen zu müssen, weil ich selbst es vor lauter rofls und lols verlernt habe, mich mittels unserer Muttersprache schriftlich verständlich zu machen. Und wie bei den meisten Dingen im Leben hilft da eben nur, üben, üben, üben.
Es ist inzwischen ja von vielen Internetmenschen schon zu viel verlangt, einen Brief oder eine Mail völlig ohne Emoticons zu schreiben und trotzdem die bei Schriftstücken fehlende Tonlage zu treffen. Ich verstehe das, erwische mich gelegentlich selbst dabei - weils so schön einfach ist.
Aber das ich dem Wahn völlig verfalle, möchte ich gern bis über mein Lebensende hinaus verschieben.

Ninita

Glück ist eine Zuchtpflanze aus Ehrgeiz und Fleiss,
gesät in eine Mischung von Geduld und Beharrlichkteit,
regelmäßig gedüngt mit Humor. (Xelanja)

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Wie gehe ich mit Kommentaren um? - von Zack - 08-03-2008, 15:12
RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um? - von Mira - 08-03-2008, 15:20
RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um? - von Nina - 09-03-2008, 17:00
RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um? - von Zack - 09-03-2008, 22:23
RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um? - von Mira - 17-03-2008, 17:00
RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um? - von Ninita - 05-04-2008, 05:35

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