Es ist: 11-07-2020, 19:27
Es ist: 11-07-2020, 19:27 Hallo, Gast! (Registrieren)


Engel der Ewigkeit
Beitrag #3 |

RE: Engel der Ewigkeit
Schönen Abend Drakir,

deine Geschichte war wohl eine der Wenigen, die während des Wettbewerbes an mir vorbei gegangen ist. Für alle ist sichs leider nicht ausgegangen und dafür gibt es nun an dieser Stelle einen Kommentar und jede Menge Vorfreude. Ich bin gespannt, was du Neues zu Papier gebracht hast.

Schnee fiel in großen Flocken hernieder und bedeckte die Erde mit einem weißem Teppich, unter dem die Toten schliefen.
=> Schöner erster Satz. Nach "dem" ist ein Leerzeichen zu viel.

Schön anzusehen, handwerklich geschickt, aber nichts besonderes.
=> "Besonderes" gehört hier glaub ich groß.

Die Hände fehlten schon lange, aber eben genau da war es, das Außergewöhnliche.
=> Hört sich irgendwie ein wenig komisch an. Vielleicht "... aber eben genau dass war das Außergewöhnliche." Okay, du doppelst dann das "das" aber das klingt hier irgendwie weniger steif, denk ich.

Ein Windstoß hätte sie fortwehen können, wie vor ihnen das Mädchen, das hier begraben lag ,vom Tod weggetragen worden war.
=> Komma gehört, wie du sicherlich weißt, direkt nach "lag".

Es hätte nichts ausgemacht wären die Rosen verschwunden. Seit hundert Jahren legte jemand jeden Tag frische hierhin in Gedenken an das Mädchen.
=> Hier vielleicht "Kind" statt "Mädchen", eben um die Wortwiederholung zu den Sätzen davor zu vermeiden.

Oben erwartete ihn schon ein weiterer seiner Hausdiener im warmen Licht der Lampen hinter ihm.
=> "hinter ihm" klingt irgendwie noch schnell drangefutzelt. Ich denk es macht hier wenig aus, wo das Licht ist. Das Bild ist stimmig, die Phantasie des Lesers tut den Rest. Ich würds daher aus dem Text verbannen.

„Keine Sorge, Sir, Es ist alles perfekt organisiert. In weniger als einer Stunde werdet ihr wieder eure ganze Kraft besitzen. Daran besteht absolut kein Zweifel!“
=> "es ist alles". "Es" gehört hier doch klein, oder nicht? Da fällt mir ein, warum hatte er vorhin sein Gehör verflucht? Er hat doch nichts gehört, dass er nicht hören wollte?

„Gott be... Natürlich nicht, Sir!“ Nach einem kurzen Stocken fuhr er wieder selbstsicher fort. „Der Kerl denkt, wer weiß was. Vermutlich, dass ihr ein Perverser seid. Aber mit Sicherheit ahnt er nichts.“
=> Warum schreibst du eigentlich das "ihr" nie groß in deinem Dialog? Anfangs dachte ich noch hinter dem Burschen steht einfach noch ein Team und der liebe Herr Wichtig sagt deshalb "ihr" aber scheinbar ist das doch nur Förmlichkeitsgehabe.

Er lächelte ein weiteres Mal an diesem Abend und entblößte dabei seine Zähne, was ihm sofort ein wölfisches Aussehen gab.Die Stimme seines Gehilfen riss ihn aus seinen Gedanken.
=> Da fehlt ein Abstand.

„Abgesehen davon, wollen wir doch unsere Anwälte nicht allzu sehr bemühen. Sie sind zwar gut, aber leider auch teuer, was solche Dinge angeht“
=> Da fehlt ein Punkt.

„Carnivor, reicht. Ich denke, sie wollen meinen richtigen Namen nicht wissen. Genauso wenig, wie ich den ihren. Es reicht, den von ihrem Sekretär zu kennen“
=> Da fehlt wieder ein Punkt.

„Lukas zahlen sie ihn aus. Und bringen sie das Mädchen nach nebenan“ Nicolas erhob sich, sah einmal kurz zu dem in der Ecke stehenden verängstigten Mädchen hinüber und machte sich auf, die Bibliothek zu verlassen.
=> Dito.

„Carola, ein schöner Name“ Langsam schritt er auf das Mädchen zu und ließ dabei unauffällig einen reichverzierten Dolch mit einer fingerlangen, schwarzen Klinge in seine rechte Hand gleiten.
=> Nochmal dito.

„Ich habe dir doch gesagt, ich wäre stärker geworden. Du solltest besser zu hören!“
=> "zuhören".

Seine Schwester würde hier ewig ruhen und er auf ewig zu ihr kommen und ihrer Gedenken..
=> Ein Punkt zu viel.

Carnivor war vor Maximilian stehen geblieben und hielt den Kopf schräg, während er seinen Zahnstocher hin und her rollen ließ und seinen Schüler betrachtete.„Kannst du sie endlich in Frieden ruhen lassen. Ist es für sie vorbei?“
=> fehlender Abstand zwischen Punkt und Anführungszeichen.

„Wenn dem so ist ...“ Carnivor spuckte das kleine Stück Holz aus. „... schätze ich, brauchst du meine Hilfe. Irgendjemand muss auf dich aufpassen“
=> fehlender Punkt.

Na gut und das soll es mit den wirklich gewichtigen Kleinigkeiten gewesen sein. *zwinker* Nun denn mal ab zur Geschichte, bzw. zum Inhalt selbst. Und ich muss sagen, sehr innovativ hast du das Ganze ja nicht gestaltet. Wir haben Vampire, einen Rächer, einen bösen Buben (dessen Namen ich nicht googeln konnte - ja, ich habs versucht *G*) und ein vor langer Zeit zu beklagendes Opfer einer recht typischen Vampire-Tat. Alles Themen, bzw. Zutaten die man kennt, oder kennen sollte. Dennoch hat es mir aber zum Teil gut gefallen, allem voran dein Sinn für Sprache. Du klingst manchmal abgehoben, dennoch aber nicht zu sehr, um den Leser wirklich zu stören. Deinen eigenen Stil hat du entwickelt und du präsentierst ihn gut. Sprachlich lässt du dir kein Bein stellen. Gefällt mir, auch wenn ein wenig Leichtigkeit gemangelt hat, aber das wär ne Sache von Feinheit und die ist von Leser zu Leser recht subjektiv beurteilt.

Inhaltlich wie gesagt: Man kennt es. Eine typische Rache-Geschichte. Eine Abrechnung, die nicht sehr spektakulär ausgefallen ist. Dafür geht alles am Ende zu schnell. Ich finde da hättest du noch mehr auftragen können. Gerade du, da du doch in solchen Szenen meist eine große Stärke besitzt. Auch die Charaktere haben mich nicht wirklich umgeschmissen. Der "Böse" ist einfach böse und zeigt nicht wirklich Graustufen. Sein Lakei ist ein Lakei, der sich eben genau so eindimensional benimmt und dein Rächer, nun, der ist interessant, hat jedoch fast schon am wenigsten Platz bekommen. Ich schätze emotional und aus seiner Sicht wäre da viel möglich gewesen. Eben mehr als ein kalter Klotz wie Mr. Böse schaffen konnte.

Herausragend an der Geschichte war der Einstieg. Auch dein altes Sprichwort - so bekannt es auch ist - hat mir gut gefallen und Stimmung erzeugt. Schlussendlich bleibt ein Lesevergnügen, dass als Kurzgeschichte gut funktioniert, dennoch aber eigentlich Lust auf mehr macht, weil sich einem das Gefühl aufdrängt, dass es jetzt vielleicht erst richtig losgehen könnt. Zwischen "ganz okay" und "gut" wärst du bei mir gewesen. Das Thema selbst hast du nur zum Teil umgesetzt, an der Stelle allerdings lag der Vergleich gut platziert und daher hat es auch gepasst. Icon_smile

Gerne gelesen!
- Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
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Engel der Ewigkeit - von drakir - 13-12-2010, 23:37
RE: Engel der Ewigkeit - von Nella - 14-12-2010, 19:36
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RE: Engel der Ewigkeit - von Persephone - 06-06-2020, 23:13

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