Es ist: 27-11-2021, 17:48
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Feuer und Stein - Diana Gabaldon
Beitrag #8 |

RE: Feuer und Stein - Diana Gabaldon
Hallo,

wie schon im Literaturfragebogen unschwer zu erkennen ist, bin ich ein großer Fan von "Feuer und Stein" und lasse mich eigentlich seit Jahren auf keine kontroversen Diskussionen mehr ein, weil ich es einfach zu anstrengend finde. Ich mache heute mal eine Ausnahme.
Ich liebe diese Geschichte, weil sie mich zutiefst berührt hat und zwar auf vielerlei Weise. Allen voran die Tatsache, was Jamie als Mann Schreckliches widerfährt; Dinge die ich bislang über Frauen gelesen hatte, was nicht weniger schlimm war.
Ganz besonders zu erwähnen, ist meine große Liebe zu Schottland, die durch diese Reihe entbrannte, nachdem ich 1999 den ersten Teil gelesen hatte.
War übrigens ein Zufallskauf in der Buchhandlung. Ich hatte nie zuvor von dem Buch gehört. Zum anderen schaffte es DG mit Jamie den 100% Mann zu schaffen - auch wenn er rothaarig ist. Da es solch einen Mann im wahren Leben natürlich nicht gibt, entspricht er mehr einer anderen Variante des Märchenprinzen. Zu meinem Mann sage ich immer, er ist der 90% Mann. Icon_smile

Die Liebesszenen in dem Buch sind phänomenal und m.M.n. nicht so klischehaft wie oft erwähnt. Wenn Jamies Gesicht im Schlaf bis in die kleinste Nuancefarbe seiner Wimpern beschrieben wird, finde ich das schlicht hinreißend. Was aber nicht so ungewöhnlich ist, denn das kriegen auch andere Autorinnen ziemlich gut hin. Als Softporno würde ich ein Buch bezeichnen, dass es nicht schafft ohne vulgäre Ausdrücke auszukommen. Wie es z.Z. in vielen Vampirbüchern üblich zu sein scheint. Mag sein, das es eine moderne, lockere Ausdrucksweise ist und sparsam eingesetzt auch völlig berechtigt, aber leider oft zuviel und für mich abstoßend.
Ob Nackenbeißer oder nicht - übrigens ein 10 Jahre altes Thema - ist mir eigentlich egal. Für mich ist des kein Nackenbeißer. Da ich in meiner Jugend endlos viele davon verschlungen habe, bin ich zu der Entscheidung gekommen, das jeder Roman mit sehr gut geschriebenen Liebesszenen dann ein Nackenbeißer sein muss. Damit mich keiner falsch versteht, ich habe nichts gegen sog. Nackenbeißer, bin lediglich darin etwas übersättigt.

"Feuer und Stein" ist m.M.n. definitiv ein historischer Roman mit fantastischen Elementen, auch wenn die Autorin erst Jahre später selbst nach Schottland gereist ist. Hat von euch schon mal eine die Gedenkstätte des Culloden Battlefield gesehen? Culloden ist bis heute das schottische Trauma, indem sie endgültig von den Engländern besiegt worden waren. Bis heute hat Schottland allenfalls eine Teilautonomie erzielt und die Einheimischen fühlen sich immer noch mehr mit den Franzosen als mit ihren englischen Nachbarn verbunden. Das besagte Schlachtfeld wurde so belassen wie man es nach 1746 vorgefunden hatte. Okay, es liegen keine Knochen oder Waffen rum. Icon_wink
Die kann man allerdings im anliegendem Visitor Centre besichtigen - die Waffen. Die Knochen liegen in Clan Gräbern wie Fraser of Lovat und McKenzie. Auf einer Gedenktafel kann man die Aufstellung der Soldaten vor der Schlacht sehen; die Frasers kämpften in erster Reihe.
Es steht außer Frage, das Jamie eine fiktive Person ist, aber es hat zahlreiche Helden auf beiden Seiten gegeben, die durch solche Geschichten eine Ehrung erfahren.
So sehen das auch die heutigen McKenzies, die sehr überrascht waren, dass Diana Gabaldon ihre Burg fast originalgetreu beschrieben hatte, ohne jemals dort gewesen zu sein.
Bonnie Prince Charlie, der letzte Stewart Erbe war ein reale Person wie der Herzog of Cumberland. Die Schlacht war ein historisch korrektes Ereignis wie die später folgenden Clearences und daraus resultierende Abwanderung zahlreicher Schotten nach Amerika.
Das macht für mich einen historischen Roman aus, eine gelungene Mischung aus realen Begebenheiten mit Fiktion.
Ich hatte in Schottland die Gelegenheit, zahlreiche historischen Plätze aus DG´s Büchern zu besichtigen. Den letzten, vergleichbaren Touristenboom hatte Schottland, nachdem 1810 Sir Walter Scott´s "Lady of the Lake" erschienen war.
In Dunrobin Castle fand ich zu meiner großen Verwunderung Diana Gabaldons Bücher in der Schlossbibliothek auf einem Ehrenplatz.
So wandelte auch ich, mit Familie im Schlepptau, auf den Pfaden von "Feuer und Stein" durch die Highlands, Inverness, Culloden, Eileen Donan Castle wie es damals die Leser von Walter Scott taten. Allein dafür liebe ich diese Geschichte ...
Den dazu passenden Reisebericht, findet ihr auf meiner Homepage
http://www.helene-henke.de/sonstiges.php

In diesem Sinne
lieben Gruß
Helene


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RE: Feuer und Stein - Diana Gabaldon - von Amber - 21-03-2008, 18:51
RE: Feuer und Stein - Diana Gabaldon - von Isola - 10-05-2008, 12:21
RE: Feuer und Stein - Diana Gabaldon - von Isola - 10-05-2008, 21:11
RE: Feuer und Stein - Diana Gabaldon - von Helene - 17-04-2009, 17:24

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