Es ist: 04-07-2020, 03:00
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Ein Tag
Beitrag #2 |

RE: Ein Tag
Guten Abend, Hans Werner.

Nachdem ich Dich viel zu lange warten ließ, geht es jetzt nahtlos weiter. Icon_wink

Technische Anmerkungen:
Zitat:Gunter Grapuschke hatte wieder einmal einen Tag verbracht, zugebracht in jenem Müßiggang, der ihm seit seiner Pensionierung zur Gewohnheit geworden war. Früher war er Bauunternehmer,
Mir kommt es merkwürdig vor, dass ein Bauunternehmer (als ehemals Selbständiger) pensioniert ist. Wäre er ein Beamter gewesen, oder hätte sonstwie in einem öffentlich-rechtlichen Verhältnis gestanden - dann hätte ich nichts gesagt. Icon_wink

Zitat:Davor hatte er Angst. Diese gleichbleibende Angst überzog beständig seine Augen wie ein grauer Himmel.
Dopplung, die man aber wunderbar miteinander verbinden könnte.

Vorschlag:
Davor hatte er Angst, die ihn gleichbleibend beständig seine Augen überzog wie ein grauer Himmel.

Oder:
Davor hatte er Angst, die ihn beständig gleichbleibend seine Augen überzog wie ein grauer Himmel.

Zitat:Das war es denn wohl, dachte er bei sich, bevor er die Nachttischlampe ausknipste und sich in sein Bettzeug kuschelte. Eigentlich hatte er ein Atemgerät bei sich, so eine Art moderne Atemhilfe, die ihm mit Schlauch und Maske die nötige Lebenszufuhr von Frischluft einblies, ohne dass er sich dabei anstrengen musste. Ach, dachte er, so weit ist es schon gekommen. Nicht einmal atmen kannst du aus eigener Kraft. Auch das muss maschinell unterstützt werden. Was kannst du denn sonst alles nicht mehr? Wozu reicht denn sonst deine Kraft nicht mehr aus?
Er entschloss sich, das Atemgerät nicht einzuschalten, sondern seiner eigenen Lunge zu vertrauen.
Ich hatte es heute schonmal im 'Fragen und Anregungen-Thema' erwähnt, dass der Textkörper mitunter eine Landkarte für die Augen des Lesers ist.
Kurz: Ich würde den Textkörper ein wenig auflockern. Dies exemplarisch, da hier Gedanken vorkommen, die den Charakter unheimlich gut nachvollziehbar werden lassen.

Vorschlag:
Das war es denn wohl, dachte er bei sich, bevor er die Nachttischlampe ausknipste und sich in sein Bettzeug kuschelte.
Eigentlich hatte er ein Atemgerät bei sich, so eine Art moderne Atemhilfe, die ihm mit Schlauch und Maske die nötige Lebenszufuhr von Frischluft einblies, ohne dass er sich dabei anstrengen musste.
Ach, dachte er, so weit ist es schon gekommen. Nicht einmal atmen kannst du aus eigener Kraft. Auch das muss maschinell unterstützt werden. Was kannst du denn sonst alles nicht mehr? Wozu reicht denn sonst deine Kraft nicht mehr aus?
Er entschloss sich, das Atemgerät nicht einzuschalten, sondern seiner eigenen Lunge zu vertrauen.

Weiteres zu der vorgeschlagenen Vorgehenweise unter 'Fazit'.

Zitat:Sein Mittagessen schmeckte ihm vorzüglich. Da er eine Wanderung im heimischen Schwarzwald vorgeplant hatte, wollte er mit dem Essen zurückhalten, um hinterher etwas beweglicher zu sein.
Wenn das eine regionale Eigenheit der Sprache ist, will ich nichts gesagt haben.
Allerdings hadere ich damit, denn ich denke, dass es entweder:

Sein Mittagessen schmeckte ihm vorzüglich. Da er eine Wanderung im heimischen Schwarzwald vorgeplant hatte, wollte er sich beim Essen zurückhalten, um hinterher etwas beweglicher zu sein.

Oder:
Sein Mittagessen schmeckte ihm vorzüglich. Da er eine Wanderung im heimischen Schwarzwald vorgeplant hatte, wollte er sich mit dem Essen zurückhalten, um hinterher etwas beweglicher zu sein.

Oder:
Sein Mittagessen schmeckte ihm vorzüglich. Da er eine Wanderung im heimischen Schwarzwald vorgeplant hatte, wollte er mit dem Essen haushalten, um hinterher etwas beweglicher zu sein.

Zitat:Er war von einer wahren Sucht besessen, diese seltsame und so fremde Sprache zu erlernen, obwohl das Gedächtnis in seinem Alter nur noch mit Mühe neues Wissen aufnehmen und behalten konnte.
Ich möchte ehrlich mit Dir sein. Ich mag dieses Wort nicht. Heutzutage ist alles eine 'Sucht'. Und beim Fußball gibt es auch keine großen Gefühle mehr - sondern nur noch 'Emotionen'.
Nein, 'Sucht' klingt negativ, und das kann man diesem Wort schwer nehmen. Ich würde anstelle dessen ein halbwegs positiveres Wort nehmen: Drang. Leidenschaftlicher Drang - ja, das möchte ich hier an dieser Stelle empfehlen.

Inhaltliche Anmerkungen:
Zitat:Seit er mit Anbruch des schönen Sommerwetters wieder täglich Rad fuhr, waren seine Muskeln in den Oberschenkeln gestärkt und konnten sich zu einer beachtlichen Härte anspannen lassen.
Er fährt wohl einen (Welten)Wanderer S300? Mrgreen

Zitat:Er stellte sich, im Gedankenkino, schutzsuchend unter eine Eiche.
Ein sehr schönes Bild, was Du hier zeichnest.
(Und auch hier wieder: warum steht gerade so ein Kleinod mitten im Text?)

Zitat:und griff nach seinem russischen Lehrbuch. Er war von einer wahren Sucht besessen, diese seltsame und so fremde Sprache zu erlernen,
Weißt Du, ich habe mich einmal gefragt: was ist deutsch? Oder 'Deutsch'.
Ist es, was wir hier in diesem unserem Kulturkreis denken und fühlen? Ist es das, was wir schreiben? Und/oder wie wir schreiben?
Und beim 'wie' blieb ich hängen.
Wie schreiben wir heute, wie schrieben unsere Großeltern 'damals'?
Und ich fand: Sütterlin, welches ich begierig zu lernen versuchte. Allein, nur ich, das Blatt Papier und ein spitzer Bleistift.
(Das war im Zuge einer Recherche. Da kann ich 'unerbittlich' sein. Icon_wink )
Nun, ich würde nicht sagen, dass 'mein' Sütterlin heutzutage ausgereift ist, geschweige denn perfekt. Aber ich kann es fließend schreiben und lesen. (Kostprobe vom Anfang. *klick*)
Das wollte ich noch im Zusammenhang zur 'Sucht' erwähnen und um meine ablehnende Meinung zu 'Sucht' zu untermauern.
(Ich habe inzwischen auch gelernt, mit links zu schreiben. Ist zwar noch etwas langsam, aber es ist sehr intensiv. Icon_wink Aber ich will Dich nicht langweilen.)

Fazit:
Diese Geschichte - besser gesagt: Studie - erinnert mich thematisch an 'Ein Abend'. Allerdings wurde 'dort' das Thema eher düster gezeichnet, mit einem Hang zur Depression. Hier ist eher das Gegenteil der Fall.

Du schreibst dies als Studie. Dagegen kann ich kaum etwas einwenden. Interessanter wäre es aber meiner Meinung nach, wenn man der Geschichte durch eine andere Formatierung ein bisschen mehr Freiraum schenken würde.
Dabei würde die Geschichte mit ihren Worten nicht verändert werden - nur die Position derselben würde sich ändern, wie ich an obigem Beispiel versucht habe darzustellen.

Mir ist bewusst, dass dies Deins ist. Aber es wäre doch vielleicht eine Überlegung wert mit den Hilfsmitteln ein wenig zu spielen um eine andere Wirkung zu testen?

Trotzalledem die 'andere Seite' von 'Ein Abend' (so denke ich) gerne gelesen.

LGD.


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Ein Tag - von Hans Werner - 13-06-2011, 09:53
RE: Ein Tag - von Dreadnoughts - 19-07-2012, 21:11
RE: Ein Tag - von Hans Werner - 24-07-2012, 09:04
RE: Ein Tag - von Dreadnoughts - 24-07-2012, 09:33

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