Es ist: 11-04-2021, 16:18
Es ist: 11-04-2021, 16:18 Hallo, Gast! (Registrieren)


Siegelmagie [Kapitel I] - 3. Fassung mit überarbeitem Ende
Beitrag #4 |

RE: Siegelmagie [Kapitel I]
Guten Morgen Damien,

es ist mir eine Freude, nochmals auf ein paar Dinge einzugehen, bzw. dir Rückmeldung zu geben. Schön, wie die Zusammenarbeit bisher verläuft; du zeigst ein gutes Mittelmaß zwischen annehmen, Dankbarsein und einen Dickschädel haben. *lach* Auch wenn ich dir in Punkten der Überzeichnung immer noch nicht zustimme, so seh ich es absolut dir selbst überlassen, dich zu definieren. Wenn du ein "Überzeichner" bist (soll nicht abwertend gemeint sein), dann kannst du das irgendwann zu einer richtigen Stärke entwickeln, die vielleicht andere Leser sehr begeistert. Bitte behalte dir diesen Satz von mir in Erinnerung bei dem, was ich jetzt sage, denn es geht mir jetzt keinesfalls um Überzeugung, sondern um Anregung. - Ich find es toll, dass du Balian "sehenglauben" lässt. Weniger toll: es kommt bei mir nicht an. Und auch hier verweise ich nochmal an Joe Abercrombie, der diese Zwickmühle vielleicht damit gelöst hätte, zum einen genau das zu zeigen, was du sagst, zum anderen aber einen sarkastischen Satzfetzen einzustreuen. "Er sah seinen Vater lächeln ... oder doch nur den Spiegel seiner eigenen, naiven Ungläubigkeit." Ganz schlecht, auch nicht besonders gut ausgedrückt, weil ich nicht in deiner Geschichte bin, aber für mich zum Beispiel ein toller letzter, atemberaubender Satz, der Aufschluss über den Autor und Charakter gibt! Kann man sicher tausend Mal besser in Szene setzen, aber vielleicht verstehst du, was ich meine.

Meine Vorschläge kannst du an sich gerne übernehmen. Sie sind nicht mein geistiger Eigentum, sondern deiner. Ich hab nur gute Vorlagen etwas aufgemotzt, zumindest in meinen Augen. Dass du "Schwarz und Weiß" benutzt, um später deinen Charakter umzukrempeln, hab ich kurz in Erwägung gezogen, sicher sein kann man sich als Leser aber nicht und daher wollte ich es erst einmal kritisieren. Du weißt besser in wie weit Kritik zur Gesamtheit deines Werkes passt und die Idee, es anders darzustellen ist gut, wenn auch gewagt. Ich denke jetzt daran, dein Kapitel in einem Buch gelesen zu haben; stehend im Laden. Vermutlich hätte ich es weggelegt, hätte ich nicht irgendwo einen Hinweis gefunden, dass es im Inhalt noch ganz anders geht. Meine Anregung daher (im Gedanken an Buch): bau vielleicht ein "graues" Anfangszitat ein, oder denk sonst irgendwie daran, dem Leser möglichst früh einen Eindruck davon zu geben, dass du vielseitig bist. Grad bei einem Roman hat man nicht viele Chancen auf einen Ersteindruck und das erste Kapitel sollte wohl überlegt sein. - Keine Kritik, nur Gedanken meinerseits. Ob hilfreich oder nicht, überlass ich gerne dir.

Was diesen Satz betrifft: In weißen Explosionen zerbarsten die Fenster und das abgrundtief böse Lachen der Eindringlinge untermalte die morbide Musik des Untergangs. - es geht gar nicht so um die Formulierung, sondern um das, was du tust, du lässt die "Böse" abgrundtief Lachen. Jetzt gibt es zwei verschiede Möglichkeiten für mich. Zum einen dir zu empfehlen das sein zu lassen, zum anderen aber zu sagen: wenn du überzeichnen willst und "böse" darstellen möchtest, dann lass es. Überzeichne böses, stütz dich - wie oben beschrieben - auf eine Entkräftung des Eindrucks in Form eines Darstellens aus anderer Sicht. Das Lachen? Es könnte ein Ritus sein. Hört sich blöd an? Ja. Aber es könnte dennoch. Es könnte eine Einleitung ermöglichen aller:

Wir lachen. Lachen und schlachten.
Für unsere Zukunft. Unseren Gott.
- um Frieden zu bringen ...

=> Theatralisch, aber ich steh auf sowas. Plump, - weil schnell runtergetippselt und nur ein Einfall, bzw. ein Beispiel, was du vor deinen Text setzen könntest. Also direkt über Kapitel eins. Ein Blick des Lesers, eines, dass er nicht zuordnen kann und aus "dem bösartigen Lachen" plötzlich einen Schlüsselmoment macht. Einen, der dem Leser zeigt: ey, Frieden??? Hä? - Die Fragenzeichen sind schon genug - zumindest für mich, um am Haken zu zittern und wissen zu wollen, dass du geschaffen hast für Gegner. Warum sie so denken. Wenn du das alles nicht willst, lass "abgrundtief böse" einfach weg. Stell nur das Lachen in den Raum. Lass den Leser selbst urteilen, was er davon hält und selbst für sich feststellen, dass sie böse sind, ohne es direkt zu schreiben.

Viele liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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RE: Siegelmagie [Kapitel I] - von Sternchen - 28-11-2011, 09:44
RE: Siegelmagie [Kapitel I] - von Damien - 28-11-2011, 22:40
RE: Siegelmagie [Kapitel I] - von Sternchen - 29-11-2011, 09:22
RE: Siegelmagie [Kapitel I] - von Damien - 29-11-2011, 20:55
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RE: Siegelmagie [Kapitel I] - von Damien - 04-12-2011, 15:41
RE: Siegelmagie [Kapitel I] - von Sternchen - 05-12-2011, 09:23
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RE: Siegelmagie [Kapitel I] - von Ryan - 07-01-2012, 23:53
RE: Siegelmagie [Kapitel I] - von Plumbum - 15-01-2012, 11:54

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