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Es ist: 24-11-2020, 10:24
Es ist: 24-11-2020, 10:24 Hallo, Gast! (Registrieren)


VR: Dämonenjagd (453 d.E.)
Beitrag #1 |

VR: Dämonenjagd (453 d.E.)
In der fensterlosen Kammer stank es nach ... Dunkelheit. Die Luft flimmerte und knisterte, doch nur im Zentrum des Bannkreises war sie beinahe greifbar. Schemen waberten wie schmutziger Nebel um den Mittelpunkt dieser Erscheinung, verdichteten sich, wallten auf, warfen sich gegen eine Barriere aus bläulichem Glänzen. Das Aufbegehren des Dämons wurde von rasendem Zischen und abgehackten Schreien begleitet.
Aus respektvollem Abstand beobachteten fünf Augenpaare das Schauspiel, während Meister Neriond einen letzten prüfenden Blick über die Zeichen und magischen Muster am Boden gleiten ließ. In tagelanger akribischer Arbeit hatte er dieses Ritual vorbereitet, sich Zeit gelassen, jede Formel, jede Zutat doppelt und dreifach geprüft. Er hatte seinen Beobachtern jeden Schritt und jede Konsequenz eines möglichen Fehlers erklärt. Sie waren skeptisch gewesen, zögerlich, aber in erster Linie neugierig. Eine Dämonenbeschwörung mit eigenen Augen zu sehen!
Konzentrier dich!, mahnte sich der Schwarzmagier selbst zur Achtsamkeit.
Eine kurze Demonstration, eine Vorführung dessen, was er fähig war aus den Schatten der Hölle zu ziehen. Beschwören, bestaunen, bannen.
Neriond sammelte seine Macht, spannte sich an – sein Geist gewappnet für das Duell, das ihm nun bevorstand. Dann löste er die letzte Rune aus.
»Erscheine!«
Der Dämon stieß einen wutzerrissenen Schrei aus. Schlagartig zogen sich die Nebel innerhalb des Kreises zu einem faustgroßen Ball zusammen, um gleich darauf in menschenähnliche Form zu fließen. Die Gestalt wabert und wandt sich unter der fremden Macht. Neriond konnte es in jeder Faser seines Körpers spüren. Es kroch durch ihn hindurch, durch seine Gedanken, umschloss seinen Willen und bohrte sich wie ein glühender Nagel zwischen seine Augen. Das Bild vor ihm verschwamm, der Dämon tanzte doppelt um ihn her.
Mit zusammengebissenen Zähnen blinzelte Neriond dagegen an. Es war ... falsch.
Sein Brustkorb schnürte sich zu, seine Lunge schrie. Unablässig fraß sich die Kreatur aus dem Bannkreis heraus in seinen Geist hinein. Aber da war noch etwas anderes. Ein Schmerz, so real und weltlich, dass er jedes andere Gefühl aus seinem Körper trieb.
Er wollte schreien, den Dämon zurückstoßen, – atmen!
Fünf Augenpaare konnte er spüren, wie sie ihn beobachteten, über seine Haut krochen, die in Flammen stehen musste. Nichts taten, weil er es ihnen verboten hatte.
Absolute Konzentration. Er sah die Dunkelheit.
Bevor der Dämon jedoch seinen Geist verschlingen konnte, tat es der Schmerz.
Das letzte, was Neriond in seinem Leben hörte, war der wütende Schrei, mit dem die Kreatur ihr Gefängnis verließ.



Die Linien und Muster ergaben wenig Sinn, denn die Tinte war an vielen Stellen verblasst oder abgelöst. Dennoch zeichnete Selwisch sie in allen Feinheiten nach. Er kannte die Basis, auf die diese Beschwörung aufgebaut war und besaß eine detailgetreue Nachzeichnung. Vielleicht konnte er daraus einen Teil der verlorenen Informationen rekonstruieren. Wenn die Magier hier nur etwas weniger mit sich selbst und etwas mehr mit dem Erhalt ihrer Schriften beschäftigt wären!
Selwisch hatte in seinem Leben schon viele Bibliotheken gesehen, aber in dieser hier fanden sich die mit Abstand am stärksten beschädigten Dokumente. Manche Bücher fielen auseinander, wenn man sie nur falsch ansah! Es war eine Schande. Niemand kümmerte sich darum, wo was stand oder ob es schon nicht mehr stand, sondern bereits zu Staub zerfallen war.
Außerdem liebten die Iqanner Schwarzmagier offenbar das Herumexperimentieren – jedes Mal wenn er herkam, stank es erbärmlich nach falsch gezeichneten Formeln und stümperhaft verwobenen arkane Fäden. Vermutlich ließen sie hier die Lehrlinge alles ausprobieren, was in den erbärmlichen Bücherresten zu finden war. Kurz glaubte Selwisch sogar, den Hauch von Dämonenmagie wahrzunehmen.
Die Feder verharrte dicht über dem Papier, als der Schwarzmagier konzentriert die Augen schloss. Hunderte von magischen Nuancen tränkten die Luft innerhalb dieser Gemäuer und es war schwierig, sie auseinanderzuhalten oder zuzuordnen. Zuviel Magie wurde an diesem Ort gewirkt. Und es war auch nicht Selwischs Problem. Sein Problem war ein ganz anderes.
Er drehte den Kopf nach links, nur leicht, bis Tobajin in sein Blickfeld kam.
Der junge Kham sah nicht zufrieden und schon gar nicht begeistert aus, wie er mit mürrischem Gesicht seine Lektüre studierte. Oder vielleicht auch nur so tat. Selwisch bezweifelte, dass seine Miene durch den schlechten Zustand der Bücher hervorgerufen wurde. Aber gab es denn einen besseren Ort – nicht diese Bücherhalle im Speziellen sondern eine Bibliothek im Allgemeinen – um in einem jungen Magier die Begeisterung für Beschwörungstheorien zu wecken? Er selbst hatte seinen Meister regelmäßig beknien müssen, um in alten Folianten und noch älteren Grimoires stöbern zu dürfen.
Vielleicht verdunkelte der Norden dem Kham das Gemüt. Zwischen der Wüste und den tiefen Wäldern Iqann’kans lag ein recht beachtlicher Unterschied.
Unwillkürlich seufzte Selwisch. Bis vor wenigen Tagen hatte er sich nicht einmal darüber Gedanken gemacht, welche Aufgaben ein Meister zu erfüllen hatte und nun war er plötzlich einer. Aber er hatte den Jungen nicht in Caralmur zurücklassen können. Magische Talente fielen einem normalerweise nicht vor die Füße. Und wenn sie es doch taten, waren die Weißen oder die Grauen schneller. Genaugenommen war jeder schneller, der nicht an den nördlichsten Grenzen Athalems lebte.
Vielleicht konnte Selwisch, waren sie erst zurück in der Totmannswacht, einen der anderen Meister überreden, diesen … Wüstengecken aufzunehmen.
Gedankenverloren wandte er sich wieder den Aufzeichnungen zu, setzte die Feder erneut an und überlegte, welche Vor- und welche Nachteile ein Lehrling haben könnte. Und wieder wurde er unterbrochen. Von hastigen Schritten, die rasch näher kamen.

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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VR: Dämonenjagd (453 d.E.) - von Lanna - 16-03-2012, 20:59
RE: VR: Dämonenjagd (453 d.E.) - von Lanna - 30-03-2012, 20:09

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