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Es ist: 28-09-2022, 16:36
Es ist: 28-09-2022, 16:36 Hallo, Gast! (Registrieren)


Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) V
Beitrag #1 |

Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) V
Hammer und Amboss
Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Teil V, Teil VI, Teil VII, Teil VIII, Teil IX, Teil X


Ein Feuer brannte, das war unbestreitbar. Wie ein Stern, der vom gesprenkelten Himmel über ihren Köpfen herabgestürzt war, funkelte es zwischen den Baumwipfeln, verriet jedem naiv seine Position.
General Thakis ging in die Knie, stützte sich mit einer Hand auf dem eiskalten Felsboden des Befehlsstands ab, während um ihn herum das Lager in manische Betriebsamkeit ausgebrochen war. Kommandorufe der Offiziere tönten durch die Finsternis, das Wiehern von Pferden, das typische Schaben von Klinge auf Wetzstein.
Das Problem ist, es brennt nur ein Feuer.
Karmjuk trat neben ihn, seine mit Lederriemen verstärkte Tuchrüstung hatte er bereits angelegt.
„Sind die anderen Kundschafter etwa geflohen?“
Die Bartspitzen des Mannes, der Thakis auch in dieser Position nur um einen Kopf überragte, zitterten, als hätte ein unhörbarer Ton des Zorns sie in Schwingung gebracht.
Wer könnte es ihnen verübeln? Wie würdest du reagieren, wenn du alleine auf ein ganzes Heer wartest und weißt, dass du deinen Aufenthaltsort verraten musst, um deine Kameraden zu warnen?
„Wünschen wir es ihnen. Die Alternative ist: sie sind tot.“
Der Kham runzelte Nase und Stirn, als er näher trat. Thakis wusste nicht, ob Karmjuk den Honigwein kannte, der in Nomae getrunken wurde, aber den Geruch von Alkohol war ihm sicherlich nicht fremd.
Doch der Heerführer aus dem Osten beließ es dankenswerter Weise dabei und folgte nur dem Blick des Meir.
Weiter Richtung Tal flackerte die Flamme ein letztes Mal und verlosch.
Wie das Lebenslicht einer Kerze, zwischen zwei Fingern ausgedrückt.
Mit seiner freien Hand rieb sich Thakis über das kratzige Kinn.
„Werden sie noch heute Nacht oder erst im Morgengrauen angreifen?“
Bevor er antwortete, tippte Karmjuk sich mit dem Zeigefinger an die Lippen.
„Sie wissen sicher, dass wir gewarnt sind … sie stört es nicht, in Dunkelheit zu kämpfen, ihre Orkbestien dagegen schon. Ihre ganze Taktik war bisher auf Demoralisierung ausgelegt ... ich denke, sie werden uns noch weiter schmoren lassen und morgen ihre gesamte Streitmacht vor unseren Augen aufmarschieren lassen.“
Thakis nickte langsam, während die Geräusche des erwachenden Lagers die Stille in Schach hielt.
„Allerdings werden unsere Krieger so oder so kein Auge mehr zu tun“, fügte der Kham schließlich hinzu.
Ein Grund mehr, erst bei Tageslicht anzugreifen.
Thakis hörte lederne Sohlen knirschen, als der andere Heerführer sich herumdrehte, um zu gehen, aber noch einmal verharrte.
„Habt Ihr einen Boten zu den Lichtelben gesandt, General Thakis?“
Der Angesprochene spukte aus und beobachtete seinen Speichel, der in einer verschlungenen Bahn auf den Rand des Felsens zueilte.
„Nein. Wer sind wir, ihnen Neuigkeiten zu bringen, die ihnen in ihrer Weisheit sicherlich längst bekannt sind?“
Auch wenn es in Wahrheit kindisch sein mochte, das wärmende Gefühl, das sich vom Zwerchfell in die Magengegend hinein ausbreitete, war definitiv Genugtuung.

***

Sie hatte etwas mehr Enge erwartet.
Nachdem Aliya die Eingangshalle gesehen hatte, rechnete sie nicht mehr mit steinigen Bergwerksschächten, aber in Anbetracht des massiven Felsens um sie herum doch mit einem gewissen Platzmangel - vor allem, wenn sie die Körpergröße ihrer beiden Begleiter mit ihrer eigenen verglich.
Die schweigsamen Wächter führten sie auf einer marmorschimmernden Straße voran, die sich geradlinig auf die Rückseite eines gigantischen Saals zu erstreckte, der vielleicht das Herzstück der Bergfestung ausmachte. Unter ihren Füßen floss weiterhin das Ornament. Im flackernden Schein der Myriaden Lampen, die den Saal in ein warmes Licht tauchten, und unter dem Eindruck von Aliyas eigener Bewegung erschien es fast lebendig.
Aber die Augen der jungen Frau ließen sich davon nicht bannen, sie glitten stattdessen durch die Weite des Saals, dessen von Fenstern, Durchlassen und Treppen geprägte Außenwände sie gerade noch erkennen konnte. Riesige, geschwungene Säulen – jede von ihnen wirkte so hoch auf sie wie der Bergfried ihrer heimatlichen Festung – trugen die ebenfalls geschwungene Decke wie ein weit über den Köpfen schwebendes Blätterdach.
Und sie waren grün! Über und über umrankt von Efeu – es war echter Efeu und nicht etwa eine kunstvolle Kopie, wie Aliya mit einem raschen Griff feststellte, als sie eine der Stützpfeiler passierten.
Sie schüttelte den Kopf, während sie sich fragte, wie zur Hölle hier unten Pflanzen gedeihen konnten. Nicht nur die Kletterpflanzen, sondern auch ganze Haine aus kleinen Bäumen, die in regelmäßigen Abständen lebendige Flecken auf den steinernen Boden malten. Zwischen diesen Parks konnte die Hauptfrau die Bewohner dieser seltsamen Stadt flanieren sehen. Zwerge in lederner Arbeitskleidung ebenso wie solche in weiten, bestickten Roben. Sie alle hielten inne, wenn Aliyas seltsame Prozession an ihnen vorbeizog und musterten die Menschenfrau. Manche mit Neugier, andere mit Misstrauen oder gar Abneigung.
Ob es wohl Fenster nach außen gab? Tageslicht? Ein ungutes Gefühl legte sich einem ledernen Riemen gleich um den Brustkorb der Kriegerin, als ihr bewusst wurde, dass sie jegliches Zeitgefühl verloren hatte und unwillkürlich richtete sie ihren Blick nach vorn.
Nach einiger Zeit begann sich eine bleierne Müdigkeit auf ihren Geist zu senken und ihre Schritte wurden monoton. Kaum nahm sie die Begegnungen mit anderen Zwergen wahr, die sie allesamt mit großen Augen musterten, einmal folgte ihnen sogar eine rufende Gruppe von Kindern, die Jungen mit daunenartigem Flaum ums Kinn, die Mädchen mit den dichten Zöpfen, die sie schon einmal gesehen hatte.
Doch schließlich staute sich die Straße zu einem halbkreisförmigen Platz auf, als sie auf die Rückwand traf.
Aliyas Eskorte wechselte einige Worte mit zwei Kriegern der Wache, dann nickte sie ihr ernst zu, während die neuen Wächter eine zweiflüglige Tür aufschoben, auf der Gravuren Hammer und Axt kreuzten.
Dahinter kam eine Wendeltreppe zum Vorschein, die sich scheinbar freischwebend in die Höhe schraubte und Aliya mit ihr.
Mittlerweile schleppte sich die Kriegerin nur noch dahin. Doch sie durfte jetzt nicht aufgeben, nicht so kurz vor dem Ziel! Was auch immer sie dort erwarten mochte.
Am oberen Ende der Treppe erwartete sie zunächst eine weitere zweiflüglige Tür mit derselben Gravur … und außerdem ein bekanntes Gesicht.
„Brombasch!“
Der Zwerg schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln, das er hauptsächlich über die Augen ausdrückte, da sein Mund unter der Bartpracht weitestgehend verschwand. Er trug immer noch die schwere lederne Weste und den Brustgurt, die er bereits bei ihrer ersten Begegnung angelegt hatte, allerdings waren seine Barthaare zu einer Vielzahl kleiner Zöpfe verschlungen und mit schimmernden Spangen geschmückt.
„Der Bergkönig Tombril, Sohn des Turdil vom Clan Diamantenschleifer, wird dich empfangen, Hauptfrau Aliya aus Karond, und sich anhören, was du zu sagen hast.“
Er streckte seine Hand nach dem Türknauf aus.
„Ich werde übersetzen.“
Das Portal schwang auf und das ungleiche Paar betrat den dahinter liegenden Raum
Eine Vielzahl von Blicken empfing sie, deren Spektrum von finster bis neugierig reichte.
Das Nächste, was sich in Aliyas Wahrnehmung drängte, waren die unzähligen Kerzenständer. Ihr Kerzenschein ließ die Schatten der an den Wänden stumm Wache haltenden Statuen ein kompliziertes Reigen tanzen: Individuell ausgearbeitete Zwergenskulpturen, immer mit der gleichen Axt in den steinernen Händen. Diese Axt entdeckte die Kriegerin auch an den nur grob behauenen Thron gelehnt, das verzierte Doppelblatt hatte etwa die Größe ihres ausgestreckten Arms. Auf dem etwas erhöhten Thron ein silberbärtiger Zwerg, in dessen obsidianschwarzen Augen die junge Frau ihr Spiegelbild zu erkennen glaubte.
Anders als die Mienen der meisten Zwerge, die um die Tafel zu seinen Füßen saßen, offenbarte das Gesicht des Bergkönigs keine Regung.
„Hauptfrau Aliya dârr Karond!“, verkündete Brombasch und Aliya hielt es für das Beste, sich zu verbeugen.
Der Zwergenherrscher neigte sein von einem einfachen Reif aus dunklem Metall geziertes Haupt und bedeutete ihr mit einer knappen Geste zu sprechen. Die junge Frau zögerte und warf einen letzten, unsicheren Blick zu Brombasch, der ihr einziger Fixpunkt in dieser so fremdartigen Situation war.
Sie war sich nicht sicher, wie sie beginnen sollte. Die Worte, die sie sich für den Herrn von Skarr zurecht gelegt hatte, schienen hier fehl am Platz.
Eigentlich wusste sie noch nicht einmal, wie dieses fremde Volk den Dunklen gegenüber stand – andererseits, war nicht die Tatsache, dass sie hier vor einer Ratsversammlung stand Hinweis genug?
Die Kriegerin sog Atem in ihre Lungen, bis ihr Brustkorb zu bersten schien.
Nun stand sie also hier.
Dies war ihre Chance. Es lag an ihr, diese unerwartete Partei als Verbündeten zu gewinnen, um Thakis zumindest irgendeine Unterstützung zu bringen. Aliyas Schultern straften sich und ihr Blick wurde stechend, während sich Spannung, einer aufgezogenen Feder gleich, in ihr ausbreitete.
Was hatte sie zu verlieren?
„Die dunklen Elben fielen vor einigen Monden in die nördlichen Gebiete der Menschen ein, plündernd, brandschatzend, erobernd. Da die Fürstentümer und Städte der Bedrohung nicht für sich allein Herr werden konnten, verbündeten sie sich und bildete ein Aufgebot – aus ganz Athalem. Sogar Fürsten weit aus dem Süden und Osten entsandten Truppen.“
Aliya versuchte Brombasch stetiges Gemurmel so gut es ging auszublenden. Nur ab und zu trieben Worte an die Oberfläche, die sie zu verstehen glaubte – kleine Inseln in einem Meer aus kantigen Lauten. Ihre Augen verschwanden für einen Atemzug hinter hellen Wimpern, bevor sie weitersprach.
„Die Dunklen und ihre Orkvasallen hatten sich in viele kleine Trupps aufgespalten und unsere geballte Streitmacht trieb einen nach dem anderen zurück über die Berge, dorthin, wo sie hergekommen waren. Als auch noch eine Armee der hohen Lichtelben zu uns stieß, fühlten wir uns unbesiegbar ...“
Die Mundwinkel der Hauptfrau verzogen sich ein wenig.
„Unser Anführer, General Thakis, vermutete, dass sich die Dunklen irgendwo in den Bergen sammeln würden und so zogen wir zur Wolkenkralle, um die Überreste des demoralisierten Feindes endgültig zu zerschlagen. Er behielt Recht, sie sammelten sich dort. Nur war der Feind keineswegs demoralisiert – und von Überresten würde ich nun auch nicht mehr sprechen. Zunächst setzten sie nur schmerzhafte Nadelstiche, aber bald werden sie angreifen.“
Bisher war Aliyas Blick eher in sich gekehrt gewesen, nun suchte sie die Augen des Bergkönigs und versuchte so viel Überzeugungskraft wie möglich in ihre Stimme zu legen. „General Thakis hat mich ausgesandt, um Hilfe zu holen – und er würde sicher nicht auf einen seiner Offiziere verzichten, wenn die Lage nicht wirklich verzweifelt wäre ...“
Wieder zögerte die Kriegerin, sammelte ihre Gedanken und eine Hand glitt unbewusst über ihr Haar.
Womit konnte sie die Zwerge erreichen? Sie hatte das trutzige Tor nicht vergessen, die Kriegsmaschinen, die hinter den Schießscharten warteten. War dieses Volk überhaupt in Gefahr? Hatten die dunklen Elben überhaupt Interesse an diesem Reich in den Bergen?
„Meines Wissens nach hat es nie Feindseligkeiten zwischen Eurem und Meinem Volk gegeben und Ihr könntet Euch der Dankbarkeit der Menschen gewiss sein. Bitte seht nicht einfach tatenlos zu, wie unsere Reiche von den Invasoren zerschmettert werden, von einem Feind, der sich in seiner Verderbtheit sicher auch irgendwann gegen Euch richten wird.“
Aus einer Regung heraus kniete sie nieder und senkte den Blick – auch wenn sie sich sehr unwohl dabei fühlte. Ihr Ehrencodex verbot ihr, vor irgendwem zu knien, egal wer es sein mochte, aber sie war auch bereit, alles zu tun, um das Schlachtglück doch noch zu wenden.
„Ich bitte Euch, helft uns! Nur gemeinsam könnten wir den Feind abwehren.“
Für einige Atemzüge erfüllte noch Brombaschs dunkle Stimme den Thronsaal, dann wich sie Schweigen.

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
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Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) V - von Der Weltenwanderer - 19-11-2013, 21:36

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