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Es ist: 28-07-2021, 21:46
Es ist: 28-07-2021, 21:46 Hallo, Gast! (Registrieren)


Das wandernde Volk - Der erste der Druiden
Beitrag #1 |

Das wandernde Volk - Der erste der Druiden
ich habe den Wunsch, noch ein Kapitel aus meinem Manuskript zu posten. Ich weiß nicht, ob es dann eigentlich unter "Fantasy-Fortsetzungen" gehört, aber dies wird der letzte Auszug sein, und dann ist es hier vielleicht besser??? Liebe Mods, bitte entscheidet das einfach und verschiebt mich gegebenenfalls Mrgreen
Noch ein Hinweis: Es gibt die Karte zum Kontinent jetzt online, und auch ein bisschen mehr Leseprobe: http://www.tafel-des-schicksals.de/Karten1.html

Über Kritik freue ich mich, bitte nicht zurückhalten. Wave

Viel Spaß beim Lesen. Read

Der Erste der Druiden

„Wartet hier!“
Der an die Wand genagelte vertrocknete Haifischkopf starrte Andrastos mit scheinbar hasserfüllten Augen und voller Rachegelüste direkt ins Gesicht, den Diebstahl seiner scharfen, überaus kostbaren Zähne mit weit aufgerissenem Rachen offenbarend. Angewidert verzog der Erste der Druiden den südländischen Mund und sprühte giftige Blicke auf den Rücken des Kriegers, der sich bereits umgewandt hatte und unbeeindruckt die Hütte verließ. ‚Verschwinde nur, du Nordmade’, schoss es verächtlich durch Andrastos’ Kopf und er versteifte die Schultern unter seinem schwarzen Umhang. Er war es nicht gewöhnt, Befehle zu befolgen, und auch nicht, dass man ihn warten ließ. Er hatte seine Begleiter Cest und Netos in Borg am Harudenpass zurückgelassen und war allein nach Kyll geritten. Er brauchte keine Zeugen. Ein Krieger aus Kyll brachte ihn an diesen absonderlichen Ort am Ufer des großen Sees Gilum.
Der mächtigste Mann im Reich von Telta knirschte mit den Zähnen angesichts seiner misslichen Lage, doch er befand sich gegenwärtig nicht in Telta und auch nicht auf vertrautem Boden. Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich zu fügen. Eingehüllt in beißenden Fischgestank spähte der Dunkeläugige mit finsterem Blick umher. Rund um einen Arbeitstisch – blutig, transpeckig und salzweiß - lagen die Eingeweide von ausgenommenen Fischleibern auf dem Boden und gammelten vor sich hin. Durch ein Loch in der mit Moosflechten überwucherten Decke warf das nebelverhangene Grau des Himmels kränkliches Licht auf einen Stapel achtlos aufeinandergeworfener Transportkörbe. Sonst gab es hier nichts.
Andrastos unterdrückte den Ekel und zweifelte an der Sinnhaftigkeit seiner sich selbst auferlegten Mission. Handelte er wirklich klug? War es das Wert, diese Demütigung, um die es hier zweifelsohne ging, zu ertragen? Alles an diesem Ort erschien feindlich. Und der Feind war weiblich. Welche Spielart ihrer unergründlichen Logik hatte Skadi von Thrym dazu bewogen, ausgerechnet diese widerwärtige Fischkaschemme für ein geheimes Treffen mit ihm auszuwählen?
Mit langgliedrigen Fingern tastete Andrastos nervös über den geschnitzten Widderkopf seines Schlangenstabes. Wie zur Antwort pulsierten die geheimen Kräfte der nächtlichen Schöpfer dieses Kunstwerkes durch seine Fingerspitzen. Die Widderkopfschlange, das uralte Symbol des Höchsten in Telta, befand sich schon lange in seinem Besitz. Niemand konnte sich daran erinnern, wer sie einst erschaffen hatte, und niemand verstand ihre Kräfte vollständig. Doch er spürte es. Er konnte sie erwecken. Nur er.
Die Erinnerung vom Mord an seinem Meister begleitete ihn Tag und Nacht. Warum wollte der Alte ihm den Schlangenstab nicht überlassen? Er hätte erkennen müssen, dass der Stab für Andrastos bestimmt war. Nun war er tot. Ein erster Mord auf dem langen Weg zur Macht. Viele folgten danach…
Er rümpfte die Nase. Nutzlose Erinnerungen. Der Mord, den er jetzt plante, erforderte sein ganzes Geschick. Deshalb hatte er die Herrscherin von Thryms Land um ein geheimes Treffen gebeten. Sie war der Köder in seinem großen Plan, der ihm den letzten Schlüssel liefern sollte - durch den sich nach all’ den Jahren harter Arbeit und vieler gescheiterter Unternehmungen seine Bestimmung endlich erfüllen würde. Danach konnte er sie beseitigen. Eine leidenschaftliche Hitzewallung durchflutete sein Gesicht.
Andrastos zwang sich zur Vernunft. Vielleicht spielte er zu gewagt. Es war eine riskante Sache, sich mit Skadi einzulassen.
Draußen ertönte verhaltenes Hufgetrappel, das Klirren von Pferdegeschirr - ein leiser Ruf erklang und die verwitterte Tür der Kotte wurde mit einem Ruck aufgestoßen. Andrastos blickte über die Schulter des blonden Kriegers aus Kyll hinweg und starrte irritiert auf eine hochgewachsene schlanke Frau, deren fülliger Mund in dem schmalen Gesicht wie deplatziert wirkte. Er fragte sich, wie um Himmels Willen ihr schneeweißer Wolfsfellmantel mit unauffällig zusammen passte, worum er sie ausdrücklich gebeten hatte. Skadi von Thrym strahlte ihr bezauberndstes Lächeln aus kristallklaren eisblauen Augen; die Kälte ihres Blickes stach ihm wie ein giftiger Pfeil in die Brust und er erwischte sich dabei, wie sein Kopf eine Sekunde lang zitterte. Er wusste, er befand sich in den Fängen einer Thursentochter und es war gefährlich, seine Wut und Empörung auch nur ansatzweise durchblicken zu lassen. Sie würde es zweifellos als Schwäche interpretieren und Andrastos hatte nicht vor, sich weiter demütigen zu lassen.
„Ihr seid allein, das ist gut. Ich hoffe, Ihr könnt klettern. Eggther, führe uns zu meiner Hütte!“ Ohne ein weiteres Wort wandte Skadi sich zum Seeufer und ignorierte ihren Krieger, der schleunigst an ihr vorbeieilte, um die Führung zu übernehmen. Andrastos biss sich auf die Zunge. Sie verweigerte ihm die offizielle Begrüßung und damit die Gastfreundschaft. Keine Erklärung, keine Entschuldigung. Er würde sich in Acht nehmen müssen. Er trat durch die Tür und warf einen kurzen Blick auf den zweirädrigen Kart, der Skadi gebracht hatte. Der Wagenlenker hatte die Pferde nicht abgeschirrt, ein sicheres Zeichen dafür, dass sie nicht länger bleiben würde als unbedingt notwendig. Der Druide folgte der kühlen Herrscherin aus Thrymheim den gewundenen Weg entlang des Gilum in dem unangenehmen Bewusstsein, sich ihr auf Gedeih und Verderb auszuliefern.
Der Pfad führte am linken Seeufer bis zu einer felsigen Anhöhe und endete dort. Leichtfüßig kletterte der Krieger zwischen den Steinen hinauf und verschwand im undurchdringlich wirkenden Nadelgehölz in einem schmalen Durchlass, der von unten nicht zu erkennen war. Skadi tat es ihm gleich und Andrastos verlor sie aus den Augen, bevor er die steile Anhöhe bezwungen hatte. Ein silberhelles Lachen erklang über ihm und während er sich schwitzend an den Ästen der nadelbewehrten Bäume nach oben zog, wollte es ihm nicht gelingen, diesen ästhetisch anmutenden Klang mit dem weiblichen Biest in Verbindung zu bringen, hinter dem er gerade herhetzte. Oben hielt er einen Augenblick inne und wischte sich die harzverklebten Hände erfolglos an seinem Umhang ab. Er wusste, sie würden nicht warten.
Andrastos entdeckte einen einzigen schmalen Pfad und folgte diesem in die Dunkelheit des Waldes. Er stolperte missmutig über Unebenheiten und Baumwurzeln, die sich schlangengleich mit voller Absicht in seinen Weg zu winden schienen. Seine Stimmung erhellte sich auch nicht, als ein heftiger Regenschauer seine nassen Inhalte über der Anhöhe ausschüttete und ihm anschaulich erklärte, dass Nadelbäume nicht halb so gut vor Regen schützten wie Bäume mit Blättern es vermochten. Nach einer Zeit, die es brauchte, um drei Säcke voll Misteln zu schneiden, erreichte er eine Weggabelung. Skadi und ihr Krieger waren verschwunden.
Der Regen versiegte. Andrastos wischte das Wasser aus seinem Gesicht und blickte sich aufmerksam um. Wenn Skadi glaubte, er würde sich von ihren kindischen Spielchen abschrecken lassen, so täuschte sie sich. Er kannte sie lange genug. Sie wollte etwas von ihm, sonst hätte sie diesem Treffen niemals zugestimmt. Er strich mit den Fingern über den Widderkopf seines Stabes und spürte wiederum die pulsierenden Ströme, die ihn beruhigten und seine Sinne schärften. Er entdeckte den geraden Zweig einer Kiefer, der im Stamm einer Fichte steckte und nach Norden wies. Andrastos wählte den rechten Weg und nach kurzer Zeit öffnete sich der dichte Baumbestand zu einer Lichtung, die von einer hölzernen Überdachung fast vollständig ausgefüllt wurde. In einer Vertiefung darunter prasselte ein Feuer und daneben saßen Skadi und ihr Krieger und sahen ihm mit kalten Blicken entgegen. Andrastos gewahrte einen Zug um Skadis Augen, der ihn an ihre Schwester Gydja erinnerte. Gydja Volur – sein letzter Schlüssel.
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Das wandernde Volk - Der erste der Druiden - von slainte - 03-11-2013, 20:33
RE: Prolog "Das Wandernde Volk" - von slainte - 06-11-2013, 17:23
RE: Prolog "Das Wandernde Volk" - von slainte - 10-11-2013, 19:58
RE: Prolog "Das Wandernde Volk" - von Eselfine - 20-11-2013, 17:39
RE: Prolog "Das Wandernde Volk" - von slainte - 06-12-2013, 15:31

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