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Es ist: 19-01-2021, 09:45
Es ist: 19-01-2021, 09:45 Hallo, Gast! (Registrieren)


Könige der Prärie - 21. Teil
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Könige der Prärie - 21. Teil
Der Silbermond stand fast in seiner vollen Rundung am Himmel. Katie konnte seinen Lauf durch den Rauchfang ihres Zeltes sehen. Der Schmerz schnitt scharf wie eine Klinge durch ihr Herz. In zwei Tagen, zu Vollmond wäre sie Sakimas Frau geworden, sofern man Dixons Worten Glauben schenken durfte und sie wollte glauben. Katie zog sich die schweren Decken über den Kopf. Sie hatte so sehr geweint, dass keine Tränen mehr kommen wollten, diese entsetzliche Pein fortzuspülen. Sie fraß sie tief in ihrem Innersten auf.
Beelzebub, so wie Schwester Agathe ihr den Teufel beschrieben hatte. Mit einem Pferdefuß und spitzen Hörnern zerriss er ihr das Herz. Sie warf sich auf den Rücken, ihre Wangen waren starr von getrockneten Tränen. Irgendwo da draußen, gefesselt an einen Pfahl und gut bewacht, wartete Sakima in der letzten Nacht seines Lebens auf einen unmenschlichen Tod.
Das Zirpen der Grillen klang in ihren Ohren wie reiner Hohn. Sakima. Katie schnürte es die Kehle zu, als sie an ihre erste Begegnung mit ihm dachte. Er sah aus wie ein junger Gott und morgen war Götterdämmerung. Adonis würde morgen für immer in die ewigen Jagdgründe eingehen. Mit einem heiseren Schrei bäumte sie sich auf ihrem Lager auf und begann, Decken und alles, was ihr in die Finger kam, durchs Zelt zu werfen.
Als ihre Wachen nachschauten, hatte sie sich wieder auf dem nackten Boden zusammen gekauert und umklammerte die Fetzen einer Decke. Wenn sie ganz fest die Augen schloss, konnte sie beinahe glauben, in Sakimas Armen zu liegen, so wie vor einer Woche. Es waren die schönsten Stunden ihres Lebens.
Natürlich hatte man sie von Sina getrennt. Jeder wusste, dass sie beide unzertrennlich waren und seit einigen Tagen wusste Katie auch, dass Sina viel mehr als nur ihre beste Freundin war. Als hätte der Himmel selbst ein Einsehen gehabt und ihnen beiden diesen heimlichen Wunsch erfüllt. Katie konnte es immer noch nicht glauben, aber das Medaillon sprach eine eindeutige Sprache. Sina war wirklich ihre Schwester. Immer noch schwankte sie zwischen Freude und Fassungslosigkeit, aber auch Zorn. Sie war glücklich, mit Sina jemanden gefunden zu haben, der ihr annähernd so etwas wie ein Gefühl von Familie gab. Ihren eigenen Vater mochte sie als solchen nicht mehr dazu zählen. Nicht nur, dass er sie als Kind dem Kloster überantwortet hatte. Er war ihr fremd geworden. Die Hunde, die sich die Apachen hielten, behandelte er freundlicher als die eigene Tochter. Eiskalt schickte er ihren Liebsten in den Tod. Sina hatte schon Recht gehabt. Ihr Vater tat, um Sakima einfach und bequem aus dem Weg zu räumen.
Vatermord ist eine Todsünde, hatte man sie im Kloster gelehrt, doch einzig, dass sie ihr Zelt nicht verlassen konnte, rettete ihm sein armseliges Leben. Ihr ganzes Leben hatte er sie belogen: Über ihre Herkunft und die Mutter, die sie geboren hatte. Sie war eine Frau aus höchsten Adelskreisen und hatte sich in ihren Vater verliebt. Ein Jahr später wurde ihnen eine Tochter geboren: Katharina, die von jedem Katie genannt wurde. Doch die Ehe und die kleine Familie standen unter keinem guten Stern. Die Verbindung wurde annulliert, kaum das Katie das Laufen erlernt hatte.
Ihre Geschichte hatte Katie in mühevoller Kleinarbeit in Erfahrung bringen können
Die langen Gespräche mit Taim hatten sich ausgezahlt.
Ihr Vater begann mit dem Trinken, das Ergebnis war, dass er einen ganzen Goldclaim versoffen und verspielt hatte. Sie selbst wurde ins Kloster gegeben, wo man sie erzog, eine junge Dame zu werden, so wie die Nonne sich ausdrückten. Katie fühlte sich einfach nur abgeschoben. Jeder hatte von ihrer ungehörigen Geburt gewusst und versucht, diesen Fehler durch Erziehung gut zu machen. Mit mäßigen Erfolg und jeder Menge Prügel, bis ihr Onkel sie hinter den Klostermauern hervorholte. Allerdings waren seine Beweggründe auch nicht ganz uneigennützig. Katies Mutter hatte sich wieder verheiratet. Dieses Mal standesgemäß und einer zweiten Tochter das Leben geschenkt. Sina, ihre kleine Schwester. Das Bild in ihrem Medaillon war stummer Zeuge und Katie besaß exakt das Gleiche. Die einzige Erinnerung, die ihr Vater ihr gelassen hatte.
Das Brennen in ihrem Inneren wurde stärker. Der Schmerz war jetzt körperlich zu spüren und Katie begrüßte ihn, denn er bedeutete, dass die Kräuter endlich ihre langersehnte Wirkung taten. Durch den Rauchfang des Zeltes sah sie den Abendstern einsam am Himmel stehen. Sein Blinken schien wie ein trauriger Abschied. Katies Augenlider wurden schwer. Sie schloss die Augen und versank in tiefe Dunkelheit.
Das Medaillon mit dem Bildnis ihrer Mutter hatte sie zusammen mit einem letzten Brief an ihre Schwester gut sichtbar an die Mittelstange des Zeltes gebunden. Sie bat Sina um Verzeihung, doch ohne Sakima wollte sie nicht mehr sein.
„Ich werde auf dich warten, mein Geliebter“, flüsterte sie ihre letzten Worte.
Eine dunkle Wolke schob sich vor den Abendstern, als Katie endgültig in eine andere Welt glitt.

Sina saß auf der breiten Fensterbank und starrte durch die vom Staub verschmutzte Scheibe. Ihr Kopf schmerzte höllisch vom Branntwein. Sie erinnerte sich nur wie durch einen dichten Nebel, dass Dixon sie mitten in der Nacht auf diese Farm gebracht hatte. Tatsächlich hatte er die Dreistigkeit besessen, einfach zu den Apachen zu marschieren und ihre Herausgabe zu fordern. Er stützte sich dabei auf die mit ihr geschlossene Ehe. Sina lachte bitter auf und sofort hämmerte der Schmerz stärker in ihren Schläfen. Wie ein Stück Vieh, wie eines der Pferde, die in einem mit langen Holzstangen umfriedeten Paddock standen, hatte er sie auf diese Farm gebracht. Sein Eigentum, das kein Mitspracherecht besaß um sie dann ebenso wie ein Tier in diesem Schlafzimmer einzusperren. Die Tür war fest verschlossen, die hatte schon daran gerüttelt.
Ihre Waffen befanden sich vermutlich noch im Stamm der Apachen. Am liebsten hätte sie ihr Messer bis zum Schaft zwischen Dixons Rippen versenkt und die Klinge noch einmal genüsslich umgedreht. Er sollte nur nicht glauben, dass sie ab heute und bis in alle Ewigkeiten sein treues Eheweib spielen wollte, das würde sie ihm schon begreiflich machen.
Von draußen ertönten Stimmen, es waren ausschließlich männliche, doch Dixons war nicht darunter. Silver, ihre Stute war in dem Paddock unter Sinas Fenster untergebracht und hielt sich bewusst fern von den anderen Pferden. Ein junger Apfelschimmel wagte es, an ihrer Flanke zu schnuppern und erhielt augenblicklich einen schmerzhaften Tritt mit den harten Hinterhufen.
Vor der Koppel forderte ein junger Hund, eine niedliche schwarz-weiß gefleckte Promenadenmischung, einen Mann in abgetragener Kleidung auf, ihm Stöckchen zu werfen.
Sina konnte sich eines liebevollen Grinsens nicht erwehren. Der Anblick war zu putzig. Der lange Ast, den das Tier versuchte, bei zu schleppen, war beinahe zweimal so lange, wie er selbst. Verwundert stellte Sina fest, dass der äußerst roh aussehende Kerl sich gutmütig bückte und dem Hund seinen Willen tat. Als er aufblickte und das Mädchen am Fenster erblickte, tippte er höflich zum Gruße an seinen Hut. Sinas Miene verfinsterte sich und sie zog sich vom Fenster zurück. Der Mann in Schwarz, der nach dem Hund pfiff, sah sie nicht mehr.
Die angejahrte Treppe aus Eichenholz ächzte unter den schweren Männerstiefeln. Auffordernd bellte der Welpe. Sina hörte, wie Dixon dem Tier einige freundliche Worte zurief. Krallen kratzten über Holz, Dixons Schritte näherten sich der Tür, hinter der Sina eingesperrt war.
Die Apachen hatten ihr zwar schon sämtliche Waffen abgenommen und selbst wenn sie Dixon ausgehändigt worden waren, befanden sie sich nicht in dem Zimmer. Doch unbewaffnet war nicht unbedingt gleichbedeutend mit hilflos. Auf dem Tisch standen eine Waschschüssel aus schweren geblümten Porzellan und ein ebensolcher Krug, der bis zum Rand mit Wasser gefüllt war. Der einzige Schmuck in diesem Raum, der eher zwar sauber, aber eher zweckmäßig eingerichtet war. Hier fehlte eindeutig die weibliche Hand, obwohl Sina sich nicht des Verdachts erwehren konnte, dass man das Zimmer eigens für sie hergerichtet hatte. Auf dem schmalen Bett lag eine bunte, verblichene Flickendecke, mit der sie sich letzte Nacht zugedeckt hatte.
Ein Schlüssel wurde ins Schloss gesteckt und umgedreht. Sinas Finger schlossen sich um den Henkel des Kruges. Langsam hob sie ihn hoch und war über sein Gewicht überrascht. Das rostige Schaben des Schlüssels im Schloss erinnerte sie an die Gefängniszelle in Fort Brannigan. Sinas atmete schneller, das Herz klopfte ihr bis zum Hals, als die Tür sich langsam öffnete. Die rostfreien, gut geölten Angeln gaben keinen Ton. Eine feuchte, schwarze Hundenase stieß durch den schmalen Spalt. Fröhlich bellend stürmte der Welpe ins Zimmer. Für einen Moment war Sina so irritiert über den Hund, dass sie reflexartig den Krug warf, der an den Türrahmen prallte und in drei große Teile zersprang. Sein Inhalt ergoss sich über den ganzen Holzfußboden und hinterließ dunkle, hässliche Flecke. Der Welpe gab einen erschrockenen Ton von sich, um gleich darauf neugierig an den Scherben zu schnuppern. Dixon trat ein und verhinderte eine mögliche Flucht Sinas, indem er sofort die Tür hinter sich verschloss. Mit vor der Brust verschränkten Armen stellte er sich in den Türrahmen.
„Lass mich sofort hier raus“, zischte Sina drohend zur Begrüßung. Dixon blieb gelassen.
„Guten Morgen, Misses Dixon“, erwiderte er und erinnerte sie damit an ihr Ehegelübde. Sie zog eine Grimasse, die nicht nur den immer noch höllischen Kopfschmerzen geschuldet war.
„Ich bin nicht dein braves Eheweib“, giftete sie und versuchte, sich an ihrem Gatten vorbei zu drängen, der sie ohne große Mühe zur Seite schob.
„Doch, das bist du und ich habe es hier auch schriftlich.“ Er klopfte sich auf die Brusttasche. Sina schnaubte zur Antwort.
„Es war dein Glück, sonst säßest du jetzt noch bei den Apachen fest, meine Liebe.“
Wenig damenhaft spuckte sie zu Boden, was von Dixon mit einem Grinsen quittiert wurde. Sie war einfach ein kleiner Wildfang.
„Vielen Dank für die Befreiung, aber diese Ehelüge würde ich gerne berichtigen.“
Dixons gutmütiges Lachen reizte sie noch mehr. Sie bemerkte nicht den weichen Blick, mit dem er sie betrachtete, als die Morgensonne durchs Fenster schien und ihr Haar wie Gold schimmern ließ.
Er ließ sich auf der Bettkante nieder.
„Lieber würde ich sterben, als …“, gab sie erregt zurück.
Dixon knirschte mit den Zähnen. Trotz allem war die Kleine ein undankbares Biest. „Ja, ja ich weiß“, fiel er ihr ins Wort und bezwang mit Mühe seinen Zorn. „Du, deine Freundin und dieser kleine Häuptling, ihr würdet alle lieber sterben, als von jemanden wie mir, dem Schurken, Hilfe anzunehmen.“ Er riss an seiner Schuhsohle ein Streichholz an und einen Moment später hing der schwere Geruch von Zigarren im Raum. Nachdenklich paffte Dixon.
Sina war hellhörig geworden. „Wie meinst du das?“, fragte sie. „Sakima steht vermutlich schon am Marterpfahl und …“ Sie mochte sich nicht vorstellen, was er dort zu erdulden hatte. Ihre Kehle war wie zugeschnürt. „Und Katie wird nach Roswell geschleppt und zurück nach Deutschland geschickt. Ich sollte bei ihr sein und sie trösten. Kannst du das nicht verstehen?“ Die letzten Worte schrie sie ihm entgegen.
„Nein“, gab Dixon zurück und stand auf. „Du nützt den beiden hier mehr, als wenn du ebenso gefesselt wie Katie auf deiner Stute säßest.“
„Du meinst, ich nütze dir“, konstatierte sie höhnisch. Sie saß wieder auf der Fensterbank, die Knie angezogen und die Arme darum geschlungen.
„Nein, den beiden“, wiederholte Dixon und zog sich einen der beiden grobgezimmerten Stühle herbei. Er setzte sich darauf und legte die Beine bequem auf den Tisch. „Dem kleinen Häuptling geht es gut. Er ist frei und vermutlich schon wieder bei seinem Stamm.“
Fragend schaute Sina ihn an. Dixon nickte bekräftigend. „Ich habe ihn heute Nacht befreit“, erklärte er wie beiläufig.
Misstrauisch musterte sie ihn. „Du hasst die Indianer so sehr, dass du ihnen ohne zu zögern ihr Land rauben willst. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass du etwas mit dem Mordversuch an Yuma zu tun hattest. Immerhin bist du erschreckend schnell aus diesem Gebüsch aufgetaucht, als Katie und ich mit diesen Kerlen fertig werden. Ich weiß nicht, wer du bist. In Roswell hast du vor meinen Augen kaltblütig einen Mann erschossen.“
„Er hat dich bedroht“, rechtfertigte sich Dixon. „Er hatte eine Waffe und wollte schießen.“
„Er hat dich mit Boss angesprochen“, erwiderte Sina. „Wenn ich genauer nachdenke, er war bei den Kerlen dabei, die Yuma aufhängen wollten.“
„Ich bin der Kopf dieser Bande“, gab Dixon zu. „Ich habe mir Gedanken gemacht.“
Sina atmete schwer.
„Bis ich dich traf“, fuhr er fort. „Es gibt einige Dinge, auf die ich nicht stolz bin und die ich gerne ungeschehen machen würde, aber das ist nicht möglich.“
Er lächelte über Sinas verwunderte Miene. Dixon wirkte plötzlich müde. „Deine Zuneigung habe ich wahrlich nicht verdient und wenn es dein Wunsch ist, kannst du zu jeder Zeit gehen. Weder ich noch einer meiner Männer werden dich daran hindern, doch wenn du deiner Freundin helfen möchtest, musst du noch eine Weile bleiben und mir vertrauen.“
Sina blieb skeptisch. Indirekt hatte er alles zugegeben, was sie ihm vorgeworfen hatte, doch sprach er in einem aufrichtigen Ton. Sie war hin-und hergerissen.
Der Welpe hatte sich auf den Boden gelegt und die Schnauze zwischen den dicken Pfoten vergraben. Seine klugen Knopfaugen wanderten zwischen den beiden Menschen hin und her, als verstünde er jedes Wort.
„Hast du einen Beweis?“, forderte Sina jetzt. Dixon seufzte schwer. Er hatte gehofft, sie würde ihm auch so glauben, doch war er vorbeireitet. Aus seiner Hosentasche zog er eine feine Kette, an der ein Kreuz aus getriebenem Gold hing. Sina sprang vom Fensterbrett und trat an den Tisch. Sie ließ die Kette durch die Finger gleiten und betrachtete sie, als sähe sie sie zum ersten Mal. Doch kannte sie das Schmuckstück ganz genau, denn Katie hatte es stets um den Hals getragen.
„Sakima trug dieses Kreuz um den Hals“, erklärte Dixon mit unbewegter Miene. „Erkennst du es wieder? Ich habe es ihm abgenommen, als ich ihn befreite.“
„Ich glaube dir“, lenkte Sina ein. „Katie hat mir erzählt, dass sie diese Kette Sakima als eine Art Liebespfand überlassen hat und der hätte sie sich vermutlich niemals freiwillig abnehmen lassen.“
„Also bekomme ich eine zweite Chance?“, fragte Dixon, Es sollte sarkastisch klingen, doch Sina blieb seine leise Hoffnungen nicht verborgen.
„Wir werden sehen“, antwortete sie so langsam, als überlege sie sich die Worte ganz genau. „Zuerst einmal müssen wir Katie befreien. Warum hast du sie eigentlich nicht gleich mitgebracht?“
Dixon schüttelte den Kopf. „Dich als meine Ehefrau konnte ich herausverlangen. Katies Vater konnte sich nicht weigern und der Häuptling auch nicht, wenn er bei Sinnen gewesen wäre. Aber Katie. Ich wäre tot gewesen, wenn ich mich ihr auch nur auf zwanzig Schritt genähert hätte. Sie wurde ebenso gut bewacht wie du und Sakima.“
„Dann reiten wir zu ihm und befreien sie mit Hilfe der Lakota“, schlug Sina vor. „Bis sie in Roswell angekommen ist, dauert es ja noch ein paar Tage und trotzdem sollten wir uns beeilen.“
„Nur langsam mit den jungen Pferden“, wehrte Dixon ab. „Das würde zu viel Aufsehen erregen.“
Er nahm die Füße von der Tischplatte und Sina setzte sich ihm gegenüber. Ein kleiner Streifen der Hoffnung zeigte sich im Dunkeln, sie hätte laut jubeln mögen. Mit Dixon Pläne auszuhecken, gab ihr eine seltsame Vertrautheit zu ihrem Ehemann. Er wünschte anscheinend kein Blutvergießen, obwohl sie eher das Gegenteil vermutet hätte oder zumindest, dass er den einfachste Weg wählte.
Mit dieser Vermutung lag sie auch nicht so falsch, wie sie feststellen musste, als er ihr seinen Plan erläuterte.
„Von Roswell aus geht eine Postkutsche nach Santa Fe. Katie wird in dieser sitzen müssen, da diese Kutsche nur einmal in der Woche fährt.. Ich werde mit meinen Männern die Kutsche überfallen, Katie befreien.“
Sina grinste zufrieden. „Einfach und genial, dein Plan. Aber denkst du, deine Männer werden ihr Leben für ein Mädchen, das einen Indianer liebt, riskieren?“
„Die Kutsche befördert auch eine Truhe voller Goldmünzen, die ich mit meinen Männern rauben werde. Sie werden glauben, es geht vornehmlich ums Gold.“
Sina sprang von ihrem Stuhl auf und maß mit langen Schritten das Zimmer. Sie verteilte das Wasser aus dem Krug über dem Boden. Abrupt drehte sie sich zu Dixon um, der sie erwartungsvoll anschaute.
„Keine Toten“, verlangte sie. „Das Gold wird wieder zurückgegeben.“
„Aber…“wandte Dixon ein. Er hatte auf den Schatz gehofft und wollte sich mit dem Gold und Sina das Leben versüßen.
Seine Frau machte eine abwehrende Handbewegung und er wusste, das Leben als rechtschaffener Mann begann steinig.
„Das Gold steht uns nicht zu“, erwiderte sie. „Wir befreien nur Katie. Wie du das anstellst, ist mir gleich. Ich bestehe darauf.“
„Sakima muss unbedingt benachrichtigt werden. Bevor er das Kriegsbeil gegen die Apachen ausgräbt“, sinnierte sie weiter.
„Der Häuptling wartet bei seinem Stamm, bis er Nachricht von uns bekommt. Ich habe ihn gebeten, alles mir zu überlassen“, antwortete Dixon.
„Er hat sich einfach so drauf eingelassen?“, rief Sina ungläubig.
„Er hat keine andere Wahl.“ Dixons Worte klangen voll Bitterkeit.
Sina trat dich hinter ihn und legte eine Hand auf seine Schulter. „Danke für alles“, hauchte sie.
Gedankenverloren tätschelte er ihre Finger. „Ich kann nicht glauben, dass ich das tue“, seufzte er theatralisch.
In Sina stieg eine warme Woge des Verständnisses auf. „Immerhin vollbringst du eine gute Tat“, lachte sie.

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Könige der Prärie - 21. Teil - von Persephone - 27-02-2018, 15:10

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