Es ist: 08-03-2021, 05:03
Es ist: 08-03-2021, 05:03 Hallo, Gast! (Registrieren)


Die Perle
Beitrag #1 |

Die Perle
Die Perle

In dunkler, unergründlicher Tiefe
Einsam im Schutz natürlicher Nacht
Ruhet sanft ein zauberhaftes Gebilde
Wächst leis zu begehrenswerter Pracht

Ist’s Glück ein Mensch sie findet?
Sie so stolz erfüllt an sich bindet?

Ihr schöner Traum wird jäh beendet
sehr schmerzvoll wird sie verwendet
Zum Prahlen, krankhaften Strahlen
Zum todbringenden Streit entfachen
Zum Handeln, in Geld verwandeln

Ach,
Perle könntest weiter nur träumen
Den süßen, endlosen, stillen Traum
Hoch über dir weißer Wellenschaum
Unsagbares Leid bliebe ungeschehn,
wenn die Menschen dich nie gesehn.

[Bild: unterderoberflche1ar9.jpg]
[Bild: unterderoberflche1ar9.c268a70364.jpg]

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

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Beitrag #2 |

RE: Die Perle
Hallo Helga,

ehrlich gesagt, ich habe so meine Schwierigkeiten mit Deinem Gedicht. Das liegt zum einen am Inhalt und eben auch an der Umsetzung.

Du beschreibst das Leben einer Perle, wie sie heranreift, der Mensch sie heraufholt und sich dann um selbige streitet. Und die Moral von der Geschicht lieferst du gleich mit:

Unsagbares Leid bliebe ungeschehn,
wenn die Menschen dich nie gesehn.

Warum der erhobene Zeigerfinger? Deine Leser sind doch mündig und können (wenn sie wollen) die Moral selbst ableiten...

Manche Reime wirken auf mich etwas gestelzt, der Rhytmus will sich nicht einstellen. Das liegt zum einen an der unterschiedlichen Silbenzahl in den Zeilen und Strophen, aber auch an manchen Verquerungen - z.B.:

Ihr schöner Traum wird jäh beendet
sehr schmerzvoll wird sie verwendet

Kannst Du mit meiner Kritik etwas anfangen?

Grüße vom Wipfel

Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.

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Beitrag #3 |

RE: Die Perle
Ich bin mir inhaltlich dieses Gedichtes nicht ganz sicher.

Ihr schöner Traum wird jäh beendet
sehr schmerzvoll wird sie verwendet

Prinzipiell ist die Perle selbst ein Fremdkörper in einer Muschel. Sie empfindet keinen Schmerz, was ich von der Muschel nicht mit Sicherheit weiß.
Ich bedaure eher das Tier, das wegen seiner "Krankheit" umgebracht wird, als die Perle, der das reichlich gleichgültig ist.
Sie ist einfach nur ein Fremdkörper, z.B. ein Sandkorn, um das sich Perlmutterschichten gelegt haben.

Ninita

Glück ist eine Zuchtpflanze aus Ehrgeiz und Fleiss,
gesät in eine Mischung von Geduld und Beharrlichkteit,
regelmäßig gedüngt mit Humor. (Xelanja)

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Beitrag #4 |

RE: Die Perle
Hallo meine Kritiker,

also gut, perfekt ist dies Gedicht gewiss nicht.
Man kann es, vorausgesetzt man will es, natürlich auch ohne zu holpern lesen.
Wörtlich würde ich es allerdings sowieso nie betrachtet wissen.
Die Perle ist ein Metapher für Unberührtes, Seltenes, Schönes, welches der Gier der Menschen natürlich nicht entgeht. Die Perle steht hier nur für eine Illusion. Man kann sich der Realität mit schönen Träumen ganz abseits von jeglichem Leben der Gesellschaft nicht auf Dauer entziehen.
Nun, das war halt ein Versuch, den Träumern vom Guten etwas mitzuteilen. Eine Moral wollte ich eigentlich auch nicht verkünden, wenn es auch so aussieht. Also kein Zeigefinger, bitte. Aber wenn ich es recht bedenke: die letzten beiden Zeilen könnte man tatsächlich streichen. Kein schlechter Hinweis vom Wipfel. Also doch: alles Gute kommt von oben!
Zum Bild kommt kein Muh oder Mäh, also ist es auch nicht so doll angekommen. ist aber gar nicht schlimm, weil ziemlich persönlich. War eben auch nur ein Versuch, ein Gedicht zu unterstreichen. Ich malte es, als ich mich scheinbar irgendwie in einer ähnlichen Position befand, sicher, abgeschirmt, allein, weder glücklich noch unglücklich...ist lange her.

Danke dafür, dass Ihr Euch Gedanken um mein Gedicht gemacht habt.
Helga

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