Es ist: 19-11-2019, 03:09
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Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
Beitrag #1 |

Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
Der gleiche Titel. Die gleichen Personen. Aber eine neue Geschichte. Ohne Rost und so, wie sie eigentlich hätte sein sollen.

Gefühlszerrissen-Gefühlssturz

Louise stieg in den Zug. Sie freute sich auf ihre Familie, vermisste es, Zeit mit ihr verbringen zu können und sehnte sich nach ihrem Zuhause, ihrer vertrauten Umgebung. Während sie ihren reservierten Platz suchte, dachte sie daran, wie sie gestern Abend mit ihrem Sohn telefoniert hatte.
„Mami? Kommst du bald wieder nach Hause?“, hatte Tommi gefragt.
„Ja, mein Großer. Morgen Nachmittag bin ich wieder bei euch. Gibst du mir Papa noch mal?“ Sie hatte Stephen ihre Ankunftszeit genannt,  er würde sie zu Hause erwarten. Seufzend ließ sich Louise auf den endlich gefundenen Sitz fallen. Der weißhaarige Mann, der neben ihr saß, war damit beschäftigt, ein Kreuzworträtsel zu lösen. Er sah nicht zu ihr auf, sondern hing mit seinen dicken Brillengläsern nur wenige Zentimeter über den schwarzen und weißen Kästchen. Louise hatte sich zwar am Bahnhofskiosk eine Zeitung gekauft, doch sie hatte auf ihrem Wochenendseminar so viel lesen müssen, dass sie nun keine Lust dazu hatte. Sie sah aus dem Fenster.

Mit steifen Gliedern und ihrer kleinen, roten Reisetasche in der Hand öffnete Louise ihre Haustür.
„Tommi! Stephen! Ich bin wieder da!“, rief sie, so fröhlich, wie es ihre Müdigkeit zuließ.
Aber nichts rührte sich. Keine Kinderstimme, die nach ihrer Mutter rief, keine schweren Erwachsenenschritte, die ihr entgegenkamen.
Er wird wohl mit Tommi unterwegs sein und mal wieder keine Uhr dabei haben. Louise musste bei diesem Gedanken lächeln. Sie und Stephen waren schon oft zu spät zu einer Verabredung erschienen, weil er es ablehnte eine Armbanduhr zu tragen und deshalb selten wusste, wie spät es war. Sie stellte ihre Reisetasche auf den Boden und zog ihren Mantel aus.

Ein einzelner Wassertropfen suchte sich seinen Weg durch die rote Landschaft. Er folgte der Haarsträhne bis zur Spitze und ließ sich dann in den Schaum fallen. Louise saß in der Badewanne. Bevor ihre beiden Männer nach Hause kamen, wollte sie diesen ruhigen Moment auszunutzen. Sie genoss die Wärme des Wassers und hörte den Tropfen zu, die von ihren Haaren zurück in die Wanne fielen. Dann zog sie den Stöpsel hinaus. Das Wasser verschwand im Abfluss und ließ lediglich eine Berglandschaft aus Schaum zurück.
Mit nassen Haaren verließ sie das Bad und ging in die Küche. Dort füllte sie den Wasserkocher auf, schaltete ihn an, stellte eine Tasse und ihren Lieblingstee bereit. Gedankenverloren wartete sie darauf, dass das Wasser heiß wurde. Erst als der Dampf aufstieg und der Kocher abschaltete, fiel ihr die Stille im Haus auf.
Zuerst nahm Louise an, sie hätte ihre Familie nicht gehört, während sie im Bad war, doch auch jetzt hörte sie nichts.
Im Wohnzimmer fielen Sonnenstrahlen durch die halbgeschlossenen Rollläden, die ovale Lichtflecke auf das Parkett malten. Auf dem Teppich, vor dem Sofa, lagen Tommis Legosteine. Wie immer hatte er nur mit den Roten und den Gelben gespielt. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie die Farben sah.
Louise ging zum großen Wohnzimmerschrank. Stephen legte dort immer seinen Schlüsselbund in eine Zierschale, in der sie eigentlich Obst hatte aufbewahren wollen. Die Schale war leer. Es war Samstagnachmittag und ihre Familie nicht zu Hause. Louise begann sich Sorgen zu machen.

Wir haben uns lange nicht gesehen, denn ich habe inzwischen eine Familie. Aber irgendetwas hat mich trotzdem zu dir gezogen. Vielleicht ist es das Gefühl, dass du mir wirklich zuhörst. Louise, meine Frau. Du kennst sie vielleicht von früher. Sie ist mal wieder auf einem ihrer Wochenendseminare. Wir verbringen kaum noch Zeit miteinander. Die ganze Woche über arbeite ich und am Wochenende ist sie dann unterwegs. Tommi, unser Sohn, geht seit letztem Sommer in die Schule und wir haben seitdem noch keinen gemeinsamen Familienausflug mit ihm gemacht. Ich habe ihn jetzt zu meiner Schwiegermutter gebracht, ich konnte unser Haus nicht mehr ertragen. So leer. Ohne Louise. Natürlich habe ich versucht, mit ihr darüber zu reden. Aber sie hatte Angst davor, dass ich ihr ausreden wollte, dass sie wieder arbeitet. Richtig zugehört hat sie mir nicht. Nicht so wie du. Du hörst mir zu, siehst mich einfach an und lächelst. Dein Lächeln hat etwas Tröstliches für mich. Du brauchst keine Worte denn dein Blick sagt mir so viel mehr, als Worte es könnten.

Wie jeden Abend wischte Henry die Tische in seiner Gastwirtschaft. Eigentlich war das die Arbeit, die seine Kellnerin hätte erledigen müssen, doch Henry hatte seine Kneipe jahrelang ohne Hilfe geführt. Deshalb war es ihm zur Angewohnheit geworden, nachdem er die Tür zugeschlossen hatte, selbst die Tischplatten zu säubern. Während sein Arm die gewohnte, immer gleiche Bewegung tat, konnte er am Besten nachdenken. Er konnte den vergangenen Tag noch einmal passieren lassen und sich die wichtigen Dinge für den Kommenden erneut ins Gedächtnis rufen. Heute Mittag war dieser merkwürdige Mann wieder aufgetaucht. Henry kannte ihn noch von früher. Sein Name war Stephen und damals kam er regelmäßig in „Henrys Eck“. Immer bestand er darauf, an dem kleinen Tisch in der Nische zu sitzen. Henry kam das schon recht seltsam vor, aber noch seltsamer war, dass Stephen sofort das Lokal verließ, sobald er sah, dass dieser Tisch besetzt war. Wie ein eifersüchtiger Liebhaber drehte er sich dann auf dem Absatz um. Er wunderte sich noch mehr über ihn, als er irgendwann erfuhr, dass Stephen in einer Bank arbeitete. Dann hatte der Wirt gehört, dass er geheiratet hatte. Danach hatte er ihn nicht mehr gesehen. Henry überlegte. Es waren seitdem über sechs Jahre vergangen. Heute war Stephen plötzlich wieder aufgetaucht, hatte sich an denselben Tisch wie damals gesetzt und sich sein Bier bestellt.
Gerade kümmerte sich Henry um den vorletzten Tisch, als er plötzlich ein Klopfen hörte. Eine Frau mit roten Haaren stand vor seiner Kneipe und versuchte, durch das kleine Fenster neben der Tür ins Innere zu sehen.
Es war ungewöhnlich, dass eine junge Frau vor seiner Tür stand und das zu so später Stunde, aber er wollte nicht unhöflich sein. Deshalb öffnete Henry ihr.
„Ich habe schon geschlossen.“ Er hatte diesen Satz schon so oft gesagt, dass er ihm automatisch über die Lippen kam.
„Keine Sorge. Ich möchte nichts trinken. Ich bin Louise Miktos. Ich suche Stephen, meinen Mann.“
„Der sitzt hinten am Nischentisch. Ich konnte ihn noch nicht dazu bringen zu gehen.“ Henry zeigte mit dem Daumen über seine Schulter.
„Das macht nichts. Ich werde ihn heimbringen.“

Stephen saß einfach da. Sein Blick war auf das Bild an der Wand gerichtet. Der Pullover, den sie ihm zu Weihnachten geschenkt hatte, saß makellos an seinem Körper. Auch seine Haare waren ordentlich gekämmt. Nur seine Augen waren dunkel umschattet.
„Hallo Stephen.“ Louise versuchte zu Lächeln, obwohl dieser Anblick sie verunsicherte. Ihr Mann reagierte nicht. Sah sie nicht einmal an.
Sie schaute sich nach dem Wirt um. Henry hatte sich hinter seine Theke zurückgezogen, wischte diese nun gewissenhaft und konzentriert.
„Wieviel hat er getrunken?“
„Er sitzt noch immer an seinem ersten Bier.“
Louise sah sich das Glas, zwischen den Händen ihres Mannes, an. Es war halbleer.
Mit einem Nicken dankte sie Henry und setzte sich dann an den Tisch.
Da sie ihm die direkte Sicht auf das Bild versperrte, sah er sie für einen kurzen Augenblick an.
„Louise.“ Es war keine Frage, sondern eine nüchterne Feststellung.
„Ich dachte mir, dass ich dich hier finde. Hier haben wir uns kennen gelernt.“ Nervös zupfte Louise an ihren Haarspitzen. Stephen reagierte nicht und seine braunen Augen glitten unruhig zwischen ihr und der Wand hin und her.
„Stephen. Warum?“
„Warum was?“
„Warum sitzt du hier? Was ist mit Tommi?“ Ihre Stimme wurde schärfer.
„Ihm geht es gut. Ich habe ihn zu deiner Mutter gebracht.“ Er sah sie nicht an.
„Und warum bist du hier?“
„Ich habe es zu Hause nicht mehr ausgehalten. Ohne dich.“ Seine Stimme verriet keine Gefühlsregung.
„Es tut mir Leid.“ Louise wusste nicht, was sie hätte antworten sollen.
„Aber du weißt, wie viel es mir bedeutet, wieder arbeiten gehen zu können.“
Diesmal reagierte er nicht mehr. Sein Blick glitt an ihr vorbei und fiel wieder starr auf das Bild an der Wand.
„Komm, lass uns nach Hause gehen und über alles reden.“ Hilflosigkeit schwang in ihrer Stimme mit.
Stephen sah sie nicht an. Sie legte ihre Hände um die Finger ihres Mannes, welche nach wie vor den Bierkrug umschlossen. Seine Hände waren warm und sie spürte zum ersten Mal, wie kalt die ihren waren.
Lediglich ein Kopfschütteln verriet, dass Stephen sie überhaupt gehört hatte.
„Na gut.“ Wut stieg in Louise empor. Wut über Stephen, der sich nicht mehr der Realität stellen wollte, und über ihre eigene Hilflosigkeit.
„Dann bleib eben da sitzen.“ Ohne sich noch einmal umzudrehen, verließ Louise die Kneipe.

Henry hat die Kerze auf dem Tisch zwischen uns angezündet, doch ihr Licht kann dein Gesicht nicht erwärmen. Aber es lässt die Farbe deines Haares erstrahlen. Rostrot. Glänzend und weich wie das Fell eines Fuchses.
Wenn ich meinen Arm ausstrecken würde, könnte ich dein blasses Gesicht berühren. Aber ich wage es nicht.
Ich stütze meine Ellbogen auf die dunkle Tischplatte, lege die Stirn auf meine Hände und starre in mein Bier. Aber ich nehme den Hopfengeruch nur schwach wahr, denn ich weiß, dass du mich immer noch ansiehst. Und plötzlich stürmt die Erinnerung unserer gemeinsamen Zeit auf mich ein. Ich habe dich oft besucht, mit dir konnte ich all meine Sorgen teilen, sie wurden bedeutungslos. Für mich zählte nur noch deine Schönheit. Deine blasse Haut, die nur an den Wangen einen zarten, rosa Farbton angenommen hat. Deine Augen dunkel, durchdringend, zu schmalen Schlitzen verengt, aber freundlich. Dein schmaler Mund mit den rosigen, weichen Lippen. Deine zarten Hände, die dein flammendes Haar berühren dürfen. Aber dann kam Louise. Eine Jazz-Band spielte und sie saß dort drüben, an einem der großen Tische. Ihr Haar leuchtete flammenrot. Sie hat mich angelächelt und ich habe mich in sie verliebt. Dann ging  plötzlich alles so schnell. Wir waren verheiratet und Tommi kam auf die Welt. Ich liebe meine Familie, aber du lässt mich trotzdem nicht los.


weiter zu Teil 2

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Beitrag #2 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
Hi meine Lady!^^

Der versprochene Kommentar! Icon_smile und ich bin der erste^^ (Yay^^)
Du beginnst mit der selben Szene, wie in der verrosteten Geschichte, aber sonst ist wirklich alles anders Icon_wink

Zitat:Louise stieg in den Zug und freute sich auf ihre Familie.
Aus dem Satz könnte man vielleicht noch etwas mehr machen ... das "freute sich auf ihre Familie" ist ein bisschen knapp, zu einfach ... da könntest du vielleicht noch ein zwei Sätze mehr zu schreiben.^^

Der Anfang ist schön, aber die Szene in der Badewanne ist noch besser^^, du könntest die Geschichte auch direkt in der Badewanne beginnen lassen und sie sich an Telefongespräch und Zugfahrt erinnern lassen ... (dem wanderer gefällt die Badewannen szene^^)

Zitat:Ein einzelner Wassertropfen suche sich seinen Weg durch die rote Landschaft. Er folgte der Haarsträhne bis zur Spitze und ließ sich dann in den Schaum fallen.
sehr schön beschrieben!!!

Zitat:und ließ lediglich eine Berglandschaft aus Schaum zurück.
das Bild gefällt mir!^^

Zitat:Wie immer hatte er nur mit den Roten und den Gelben gespielt. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie die Farben sah.
Die Zugszene und die Ankunftsszene waren noch ein bisschen schleppend (sie wirkten etwas abgehackt, vielleicht wegen den zwei sehr kurzen Abschnitten) aber jetzt bekommt die Geschichte richtig Tiefgang! Louise kommt sehr natürlich rüber ... gefällt mir gut!

Wow, der eingeschobene (kursive) Text ist dir gut gelungen, schön geheimnisvoll (hat er eine Geliebte?), ich bekomme direkt ein ungutes Gefühl im Bauch (das ist positiv^^)

Zitat:Wie jeden Abend wischte Henry die Tische in seiner Gastwirtschaft.
Die Erzählperspektive mitten in der Geschichte zu wechseln ist immer etwas kritisch, aber mich stört das hier überhaupt nicht ... da du ja auch zwischen Louise Stephen wechselst ... aber der Vollständigkeit halber: du könntest den Leser den Wirt von außen durchs Fenster sehen lassen und dann Louise ans Fenster klopfen lassen ... aber mir gefällts auch so, wie es jetzt ist Mrgreen Vor allem, weil so auch ein Rückblick auf Stephens Vergangenheit aus der Sicht eines Aussenstehenden möglich ist!

Zitat:Er wunderte sich noch mehr über ihn, als er irgendwann erfuhr, dass Stephen in einer Bank arbeitete.
warum wundert ihn das?

Zitat:Sein Blick war auf das Bild an der Wand gerichtet.
ah^^ *versteht* irgendwie traurig ... und gruselig ... (du könntest auch noch herauszögern, bis der Leser erfährt, wen Stephen da die ganze Zeit anstarrt ...^^ aber auch so ist das sehr überraschend *an dieser Stelle würde ein Daumenhoch-smiley stehen wenn es ihn noch gäbe Icon_wink*

Zitat:Ich habe es zu Hause nicht mehr ausgehalten. Ohne dich.“ Seine Stimme verriet keine Gefühlsregung.
Der Dialog zwischen den beiden, ist toll ... sowohl vom stillistischen Aufbau, wie auch vom (irgendwie düsteren Inhalt) für mich die beste Szene bisher (ja, sogar noch besser als die Badewannenszene^^)

Zitat:Rostrot. Glänzend und weich wie das Fell eines Fuchses.
DA! DA! Da sind noch Spuren von Rost!!!^^ *ggg* schöne Beschreibung ...

Also bisher gefällt mir deine Geschichte sehr gut! Kein Vergleich zu der Rostgeschichte^^
Der Anfang (die ersten beiden Abschnitte) sind noch etwas schleppend (wie schon erwähnt), aber dann wird es immer besser!^^ Deine Geschichte bekommt Tiefgang und Louises Handlungen und Gefühle sind gut nachvoll ziehbar ... und was auch sehr wichtig ist, du bewegst mich dazu mitzufühlen! ^^
Die Idee der eingeschobenen, kursiven Abschnitte finde ich gut, vor allem da du sie (aus der Ich-perspektive) als Fenster in Stephens Gedankenwelt benutzt.
Der scheint irgendwie psychisch krank zu sein, sitzt vor einem Bild und starrt es an, vergöttert es gerade zu. Das Erschreckende ist aber nicht nur diese Realitätsflucht sondern auch, das Louise dem Bild anscheinend sehr, sehr ähnlich sieht (zumindest die Haare, auf die du ja in deinen Beschreibungen einen Fokus legst und die auf den Leser jedenfalls sehr schön wirken)
du hättest vielleicht noch herauszögern können, bis du das Bild erwähnst. aber darum geht es in der Geschichte ja nicht vorrangig (nehme ich an, ich kenne den zweiten Teil ja noch nicht), sonder wie Louise jetzt damit um geht, damit klar kommt ...

Ich bin gespannt wie es weiter geht^^
gerne gelesen!

Ganz liebe Grüße von deinem Wanderer!^^

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

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Beitrag #3 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
mein wanderer ist der erste. Mrgreen

hallo mein wanderer! Icon_smile

Zitat:Du beginnst mit der selben Szene, wie in der verrosteten Geschichte, aber sonst ist wirklich alles andersIcon_wink

ich wollte zumindest eine szene übernehmen.^^

Zitat:Aus dem Satz könnte man vielleicht noch etwas mehr machen ... das "freute sich auf ihre Familie" ist ein bisschen knapp, zu einfach ... da könntest du vielleicht noch ein zwei Sätze mehr zu schreiben.^^

das hatte mir mein gefühl auch schon gesagt. da muss ich mir wohl nochmal gedanken machen, denn bis jetzt ist mir dazu noch nichts gescheites eingefallen.

Zitat:Der Anfang ist schön, aber die Szene in der Badewanne ist noch besser^^, du könntest die Geschichte auch direkt in der Badewanne beginnen lassen und sie sich an Telefongespräch und Zugfahrt erinnern lassen ... (dem wanderer gefällt die Badewannen szene^^)

ich hatte auch schon überlegt direkt damit einzusteigen. aber irgendwie wollte ich dann doch damit beginnen, wie sie heimkommt. und die kleine szene im zug sollte auch noch rein. schön, dass dir die szene gefällt. das zeigt mal wieder, dass ich die besten ideen doch im bad habe. Mrgreen

Zitat:Die Zugszene und die Ankunftsszene waren noch ein bisschen schleppend (sie wirkten etwas abgehackt, vielleicht wegen den zwei sehr kurzen Abschnitten) aber jetzt bekommt die Geschichte richtig Tiefgang! Louise kommt sehr natürlich rüber ... gefällt mir gut!

die waren auch beim schreiben recht schleppend gewesen. ich weiss auch nicht, irgendwie musste ich erst reinkommen. mal schauen, ob ich da noch ein paar sätze reinfummeln kann, die das ein bisschen "flüssiger" machen. ist aber schonmal gut, dass louise jetzt natürlich rüber kommt, sowas ist wichtig.

Zitat:
Zitat:Er wunderte sich noch mehr über ihn, als er irgendwann erfuhr, dass Stephen in einer Bank arbeitete.

warum wundert ihn das?

naja, weil man einen banker nicht unbedingt in einer kleinen dorfkneipe erwartet. eher in szenelokalitäten in der stadt. einfach weil er es sich leisten kann in gehoberen lokalen sich aufzuhalten. zumindest denkt henry so.

Zitat:irgendwie traurig ... und gruselig ... (du könntest auch noch herauszögern, bis der Leser erfährt, wen Stephen da die ganze Zeit anstarrt ...^^

hatte ich versucht, so lange es ging. aber ganz direkt hab ich es noch nicht erwähnt. du bist aber auch ein aufmerksamer leser. Icon_smile

Zitat:Die Idee der eingeschobenen, kursiven Abschnitte finde ich gut, vor allem da du sie (aus der Ich-perspektive) als Fenster in Stephens Gedankenwelt benutzt.

so perspektivenwechsel sind immer kritisch, aber eben immernoch die beste möglichkeit in dem fall stephens gedanken zu zeigen. schön, dass sie dir gefallen.

Zitat:Das Erschreckende ist aber nicht nur diese Realitätsflucht sondern auch, das Louise dem Bild anscheinend sehr, sehr ähnlich sieht

fein, dass du das erkannt hast.

ich hatte auch schon ein ungutes gefühl im bauch gehabt, weil eben die "verrostete" version nicht wirklich was geworden war. aber die überarbeitung scheint sich gelohnt zu haben und ich seh frohen mutes dem zweiten teil entgegen, der auch schon fertig ist und darauf wartet eingestellt zu werden.
danke mein wanderer! Icon_bussi für diesen sehr positiven kommentar. um die "schleppenden" absätze werde ich mir auf jeden fall nochmal gedanken machen.

viele grüße von
deiner Lady

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Beitrag #4 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
Hallo Lady,

das ist also die eigentliche Geschichte und ich kann dir jetzt schon sagen, dass sie mir um ein vielfaches besser gefällt. Alles was mich in der Wettbewerbsgeschichte vermisst habe, finde ich hier wieder. Stephen und Louisa wirken echt und nicht mehr so leblos. Sie werden zu Personen mit Charakter und Gefühlen. Louise eher gerade aus, direkt, impulsiv, die auch in der Lage ist Gefühle auszusprechen, während Stephen eher schweigt und vor sich hin träumt was ich aber eher auf die Einsamkeit schiebe. Ich denke, dass er normalerweise auch eher der offene freudige Typ ist, der seine Frau und seinen Sohn liebt. Er scheint einfach in sich selbst verlorenen zu sein.

Was mir am besten gefallen hat ist das kursive, die Gedanken von Stephan zu dem bild an der Wand von dieser Frau, die Louise so ähnlich sieht. Beim ersten stück dachte ich noch, dass es eine reale Frau wäre, obwohl er in meinen Augen nicht der Typ ist, der fremd geht, sich in die Arme einer anderen flüchtet. Aber im Prinzip macht er es, getrieben von der Einsamkeit.

Auch die Art, wie du es geschrieben hast, mag ich sehr. Erst der Wechsel zwischen den beiden. Louise, wie sie froh ist nach hause zu kommen, dort aber niemanden antrifft, sich erst entspannt, dann aber doch Sorgen macht und los zieht und auf der anderen Seite Stephan in der Kneipe vor seinem ersten Bier, der einfach nicht alleine sein will und das Bild ansieht. Dann schließlich das Zusammentreffen. Louise, die sehr aufgebracht ist und Stephan, der in seiner eigenen Welt zu sein scheint, zu der sie keinen Zugang hat. Es lässt sich gut lesen, geht ineinander über und ist in sich schlüssig.

Gern gelesen, bis zum 2. Teil.

Liebe Grüße

Shaddowlino

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
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Beitrag #5 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
hallo shaddowlino,

es ist schön wieder einen kommentar hier drunter zu finden. Icon_smile

dann will ich mal schauen, was du dazu sagst.

Zitat:Alles was mich in der Wettbewerbsgeschichte vermisst habe, finde ich hier wieder.

sie gefällt dir besser. Icon_jump gut. ich denke es liegt auch an der länge. in der wettbewerbsgeschichte konnte ich einfach nicht so weit ausholen, hab der geschichte zu wenig raum gegeben und mich mehr auf den rost konzentriert, der hier nun fehlt.

Zitat:Stephen und Louisa wirken echt und nicht mehr so leblos. Sie werden zu Personen mit Charakter und Gefühlen.

freut mich, dass sie echt auf dich wirken, das ist immer schwer hinzugriegen.

Zitat:Ich denke, dass er normalerweise auch eher der offene freudige Typ ist, der seine Frau und seinen Sohn liebt. Er scheint einfach in sich selbst verlorenen zu sein.

das hast du ganz richtig erkannt. normalerweise ist er "offener" und eben weil er sich vernachlässigt fühlt ist er "in sich versunken". schön, dass das so bei dir angekommen ist, wie ich es geplant hatte. Icon_wink

Zitat:Beim ersten stück dachte ich noch, dass es eine reale Frau wäre, obwohl er in meinen Augen nicht der Typ ist, der fremd geht, sich in die Arme einer anderen flüchtet. Aber im Prinzip macht er es, getrieben von der Einsamkeit.

prima, wenn du das gedacht hast. ich wollte solange wie möglich den eindruck halten, dass es sich um eine echte frau handelt. er ist tatsächlich kein typ der fremdgeht, aber auch hier ist er ein opfer der einsamkeit.

Zitat:Es lässt sich gut lesen, geht ineinander über und ist in sich schlüssig.

das freut mich auch besonders. ich hatte schon die befürchtung, dass die häufig wechselnden perspektiven zu verwirrend werden.

vielen dank, für deinen tollen kommentar. es ist schön zu sehen, dass die überarbeitung sich gelohnt hat. ich bin überrascht, dass es dir nun so gut gefällt und ich bin erleichtert. Icon_smile

na dann bin ich mal gespannt, was du zu teil 2 sagst.

lg

Lady

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Beitrag #6 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
Hallo Lady,

an den Wettbewerbsbeitrag kann ich mich noch erinnern. Ich bin gespannt, was du in dieser Version hier anders gemacht hast. Auf jeden Fall ist sie länger. *g*
Ich wollte die Geschichte schon früher kommentieren, aber dann kam immer etwas dazwischen. Manchmal bringt es was, sich spontan an den Computer zu setzen und einfach anzufangen. Und jetzt bin ich hier. Icon_smile

Dieser erste Teil hat mir bisher gut gefallen. Einige Stellen fand ich besonders atmosphärisch, zum Beispiel, als Louise die Legosteine im Wohnzimmer betrachtet, oder als sie und Stephen in der Bar sitzen. Bargeschichten mag ich sowieso sehr gern.
Stephen ist offensichtlich sehr einsam. Er scheint sich mit seiner Frau auseinander gelebt zu haben, sie unternehmen nichts mehr zusammen, sie ist öfter weg und hört ihm auch gar nicht mehr richtig zu. Dabei liebt sie ihn ja eigentlich noch, das merkt man ganz deutlich ... Ich wünschte, ich könnte sagen, die Probleme sind eine Ausnahme bei den beiden, aber leider geschieht das ja nur allzu häufig. Beziehung heißt eben auch arbeiten - daran, dass sie auf Dauer funktioniert, auch wenn der Alltag längst die Oberhand gewonnen hat.

Ich bin sehr gespannt auf das Ende der Geschichte - werden sie sich trennen? Oder einen Weg finden, einander wieder näher zu kommen? Wer ist die Frau im Kursivgedruckten? Ich schätze, ich muss dann gleich weiterlesen. Icon_wink

Sprachlich fand ich es überwiegend sauber, ein paar RS-Fehler sind noch drin, aber ansonsten gut geschrieben, klar strukturiert und so, wie ich es von dir eigentlich auch gewohnt bin. Liest sich angenehm weg und die Gefühle kommen auch nicht zu kurz, selbst wenn sie hier nur leise flüstern, anstatt donnernd zu poltern. Aber das kommt vielleicht noch im zweiten Teil - hier fehlt es mir nicht.

Zum Text:

Zitat:Louise stieg in den Zug. Sie freute sich auf ihre Familie, vermisste es, Zeit mit ihnen verbringen zu können und sehnte sich nach ihrem zu Hause, ihrer vertrauten Umgebung.
Zuhause

Zitat:Seufzend ließ sich Louise auf den endlich gefunden Sitz fallen.
gefundenen

Zitat:Mit steifen Gliedern und mit ihrer kleinen, roten Reisetasche in der Hand, öffnete Louise ihre Haustür.
Kein Komma nach "Hand".
Das zweite "mit" kannst du streichen.

Zitat:Das Wasser verschwand im Abfluss und ließ lediglich eine Berglandschaft aus Schaum zurück.
Schöner Vergleich!

Zitat:Im Wohnzimmer fielen Sonnenstrahlen durch die halbgeschlossenen Rollläden, die ovale Lichtflecke auf das Parkett malten. Auf dem Teppich, vor dem Sofa, lagen Tommis Legosteine. Wie immer hatte er nur mit den Roten und den Gelben gespielt. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie die Farben sah.
Wie gesagt - diese Stelle finde ich sehr stark, sehr atmosphärisch.

Zitat:Die ganze Woche über arbeite ich und am Wochenende ist sie dann Unterwegs.

unterwegs

Zitat:Du brauchst keine Worte denn dein Blick sagt mir soeviel mehr, als Worte es könnten.

so viel Icon_wink

Zitat:Während sein Arm die gewohnte, immer gleiche, Bewegung tat, konnte er am Besten nachdenken.
Kein Komma nach "gleiche"

Zitat:„Ich dachte mir, dass ich dich hier finde. Hier haben wir uns kennengelernt.“
Nach neuer RS: kennen gelernt

Zitat:„Aber du weißt, dass es mir viel bedeutet, dass ich wieder arbeiten kann.“
Man hat mir neulich gesagt, ich verwende zu viele Dass-Sätze (es stimmt). Seitdem achte ich verstärkt drauf, auch bei anderen. Du benutzt "dass" auch sehr häufig. Gerade hier bietet sich eine Umformulierung an, um es zu umgehen.
"Aber du weißt, wie viel es mir bedeutet, wieder arbeiten gehen zu können."

Zitat:„Komm, lass uns nach Hause gehen und über alles Reden.“
reden

Zitat:Seine Hände waren warm und sie spürte zum ersten Mal wie kalt die ihren waren.
Komma nach "Mal".

Zitat:Wut über Stephen, der sich nicht mehr der Realität stellen wollte und über ihre eigene Hilflosigkeit
Komma nach "wollte". Und da fehlt ein Punkt.

Zitat:Ihr Haar leuchtete Flammenrot.

flammenrot

Mhm, zuerst habe ich ja gedacht, er "trifft" sich vielleicht mit der Louise aus der Vergangenheit. Aber der letzte Absatz hat meinen Verdacht dann zunichte gemacht. Ob er wohl doch eine Affäre hat? Aber so ganz kann ich das nicht glauben ...

Ich lese weiter und lasse mich überraschen.

Bis zum nächsten Teil,

Lilly


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Beitrag #7 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
hallo lilly,

wie schön, dass noch jemand hergefunden hat. aber ich habe fest mit dir gerechnet. Icon_wink

ich bin schon ganz gespannt, was du dazu zu sagen hast.

Zitat:Einige Stellen fand ich besonders atmosphärisch, zum Beispiel, als Louise die Legosteine im Wohnzimmer betrachtet, oder als sie und Stephen in der Bar sitzen. Bargeschichten mag ich sowieso sehr gern.

das ist doch schonmal gut. Icon_smileatmosphäre ist ja was wichtiges. wobei ich eigentlich in der bar, gar nicht so sehr darauf geachtet hatte, wie z.b. im wohnzimmer, da hab ich mich sehr auf die atmosphäre konzentriert.

Zitat:Stephen ist offensichtlich sehr einsam. Er scheint sich mit seiner Frau auseinander gelebt zu haben, sie unternehmen nichts mehr zusammen, sie ist öfter weg und hört ihm auch gar nicht mehr richtig zu. Dabei liebt sie ihn ja eigentlich noch, das merkt man ganz deutlich ...

das hast du ganz richtig erkannt. wobei stephen sie ja auch noch liebt. sonst würde ihm ihr fehlen ja nicht soviel ausmachen.

Zitat:Ich bin sehr gespannt auf das Ende der Geschichte - werden sie sich trennen? Oder einen Weg finden, einander wieder näher zu kommen? Wer ist die Frau im Kursivgedruckten? Ich schätze, ich muss dann gleich weiterlesen.

richtig, da musst du weiterlesen, was du ja auch schon getan hast. Icon_wink

Zitat:Liest sich angenehm weg und die Gefühle kommen auch nicht zu kurz, selbst wenn sie hier nur leise flüstern, anstatt donnernd zu poltern. Aber das kommt vielleicht noch im zweiten Teil - hier fehlt es mir nicht.

das freut mich doch ganz besonders. wenn es gut zu lesen ist, ist das doch schonmal die halbe miete. ja, die gefühle sind nicht laut, sondern unterschwellig. ich tu mich immer schwer mit den emotionen und grieg das auch gar nicht so vordergründig hin. ich brauch immer eine geschichte die es zu erzählen gibt. Icon_smile aber schön, dass sie dir nicht fehlen.

Zitat:Man hat mir neulich gesagt, ich verwende zu viele Dass-Sätze (es stimmt). Seitdem achte ich verstärkt drauf, auch bei anderen. Du benutzt "dass" auch sehr häufig. Gerade hier bietet sich eine Umformulierung an, um es zu umgehen.
"Aber du weißt, wie viel es mir bedeutet, wieder arbeiten gehen zu können."

ich merke das schon, ab und zu, dass ich öfter dass-sätze verwende und dann versuch natürlich die zu umgehen. gerade hier an der stelle hab ich mich wirklich schwer getan, deshalb bin ich für deinen vorschlag sehr dankbar. alle anderen textlichen anmerkungen, werd ich kommentarlos übernehmen. (manchmal ist einfach ein blöder tippfehler reingerutscht. )

Zitat:Mhm, zuerst habe ich ja gedacht, er "trifft" sich vielleicht mit der Louise aus der Vergangenheit. Aber der letzte Absatz hat meinen Verdacht dann zunichte gemacht. Ob er wohl doch eine Affäre hat? Aber so ganz kann ich das nicht glauben ...

ich finde deine theorie sehr interssant, daran hatte ich gar nicht gedacht. du wirst überrascht sein ... Icon_smile

vielen dank, lilly für deinen tollen kommentar. es hat mich gefreut, dass es dir so gut gefallen hat. und jetzt bin ich mal gespannt, was du zum zweiten teil, bzw. dem ende sagst.

lg

Lady

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Beitrag #8 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
Hallo Lady, 

Nein, kein Verfolgungswahn. ich bin echt hinter dir her. Ich stalke dich  Mrgreen Mrgreen Mrgreen Mrgreen
Wieder ein ganz anderes Thema, als das, was ich bisher von dir gelesen habe. Du hast ein Talent dafür, aus kleinen Alltagsproblemen unterhaltsamen Stoff zu machen.  Pro

Zitat: Sie freute sich auf ihre Familie, vermisste es, Zeit mit ihnen verbringen zu können 
mit ihr, das es sich auf die Familie bezieht

Zitat:Mit steifen Gliedern und ihrer kleinen, roten Reisetasche in der Hand öffnete Louise ihre Haustür.

„Tommi! Stephen! Ich bin wieder da!“, rief sie, so fröhlich, wie es ihre Müdigkeit zuließ.
Was mich wundert. Die Familie scheint ja eng miteinander verbunden zu sein. Warum wird sie nicht am Bahnhof von Mann und Kind angeholt?

Zitat:Ein einzelner Wassertropfen suchte sich seinen Weg durch die rote Landschaft. Er folgte der Haarsträhne bis zur Spitze und ließ sich dann in den Schaum fallen. Louise saß in der Badewanne. Bevor ihre beiden Männer nach Hause kamen, wollte sie diesen ruhigen Moment auszunutzen. Sie genoss die Wärme des Wassers und hörte den Tropfen zu, die von ihren Haaren zurück in die Wanne fielen. Dann zog sie den Stöpsel hinaus. Das Wasser verschwand im Abfluss und ließ lediglich eine Berglandschaft aus Schaum zurück.

Mit nassen Haaren verließ sie das Bad und ging in die Küche. Dort füllte sie den Wasserkocher auf, schaltete ihn an, stellte eine Tasse und ihren Lieblingstee bereit. Gedankenverloren wartete sie darauf, dass das Wasser heiß wurde. Erst als der Dampf aufstieg und der Kocher abschaltete, fiel ihr die Stille im Haus auf.
Die Beschreibung finde ich sehr langatmig. Mir würde genügen, wenn sie sich nach einem ausgedehnten Entspannungsbad einfach mit einer Tasse Tee (gerne auch die Sorte nennen  Icon_smile ) an den Tisch setzt und plötzlich fällt ihr auf, wie leer es in der Wohnung ohne Mann und Kind ist. 

Zitat:Wir haben uns lange nicht gesehen, denn ich habe inzwischen eine Familie. Aber irgendetwas hat mich trotzdem zu dir gezogen. Vielleicht ist es das Gefühl, dass du mir wirklich zuhörst. Louise, meine Frau. Du kennst sie vielleicht von früher. Sie ist mal wieder auf einem ihrer Wochenendseminare. Wir verbringen kaum noch Zeit miteinander. Die ganze Woche über arbeite ich und am Wochenende ist sie dann unterwegs. Tommi, unser Sohn, geht seit letztem Sommer in die Schule und wir haben seitdem noch keinen gemeinsamen Familienausflug mit ihm gemacht. Ich habe ihn jetzt zu meiner Schwiegermutter gebracht, ich konnte unser Haus nicht mehr ertragen. So leer. Ohne Louise. Natürlich habe ich versucht, mit ihr darüber zu reden. Aber sie hatte Angst davor, dass ich ihr ausreden wollte, dass sie wieder arbeitet. Richtig zugehört hat sie mir nicht. Nicht so wie du. Du hörst mir zu, siehst mich einfach an und lächelst. Dein Lächeln hat etwas Tröstliches für mich. Du brauchst keine Worte denn dein Blick sagt mir so viel mehr, als Worte es könnten.
Liest sich, als würde er in Gedanken einen Brief an eine frühere Geliebt schreiben. Nur als Anmerkung

Mmmh, bin mal gespannt wie es weitergeht. Die beiden scheinen ja eine kleine Krise zu haben, nur weil die Frau weider arbeitet. Aber er liebt sie trotzdem noch 

LG Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #9 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (1/2)
Hallo Persi,

ja diesmal sind wir ja auch in den Emotionen gelandet, auch das passiert mir manchmal. Icon_wink 


Zitat:Was mich wundert. Die Familie scheint ja eng miteinander verbunden zu sein. Warum wird sie nicht am Bahnhof von Mann und Kind angeholt?

Na, weil dann meine Szene nicht mehr funktionieren würde.  Icon_wink Vielleicht war Tommy beim Fußballtraining, vielleicht ist Louise mitgenommen worden, sodass es einfach nicht nötig war sie abzuholen? Ich finde das jetzt nicht sooo ungewöhnlich, als das ich dafür jetzt eine Erklärung suchen muss, glaub ich.


Zitat:Liest sich, als würde er in Gedanken einen Brief an eine frühere Geliebt schreiben. Nur als Anmerkung

Der Eindruck trifft zwar nicht das, was wirklich dahinter steckt, aber es ist trotzdem gut, dass du ihn hast. *geheimnisvoll tue*

Auch hier wieder: Vielen Dank für das durchwühlen, deinen Kommi und überhaupt für deinen langen Atem.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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