Es ist: 28-11-2020, 14:31
Es ist: 28-11-2020, 14:31 Hallo, Gast! (Registrieren)


Fünf Wörter (Porter) (abgeschlossen)
Beitrag #1 |

Fünf Wörter (Porter) (abgeschlossen)
Hallo,
beim Durchlesen der alten Teile ist mir aufgefallen, dass Porter (dere Sieger vom Teil 2 2/2) seine 5 Wörter direkt an das Thema gepostet hatte. Dort sind sie dann anscheinend untergegangen, was ich sehr schade finde.
Stellvertretend daher jetzt seine 5 Wörter.

Riesenrad - Herde - Zone - Hautfalte und Kamelie


Ich bin gespannt.

LG
Addi

PS: Wer Fragen zum Spiel hat, schaue bitte hier oder wende sich direkt an mich. Icon_smile

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #2 |

RE: Fünf Wörter (Porter)
Ok, dann will ich mal:

Der Zuchtbulle Spartakus

Im fernen China müssen nunmehr 1,3 Milliarden Menschen ernährt werden. Da dieses mit extensiver Landwirtschaft und Ökogemüse nicht mehr zu bewerkstelligen ist, gibt es riesige Mastbetriebe, in denen die Tiere auf engem Raum brutal zusammengepfercht dahinsiechen müssen und nichts anderes tun als Fischmehl zu fressen und ihre Schlachtung erwarten.
Dass grösste und stärkste Tiers eines solchen Betriebes war Spartakus, der Zuchtbulle. Es benötigte 3 Stösse mit seinen Hörnern gegen den Eisenverschlag, die so kräftig waren, dass seine Haut Falten warf, ehe dass Schloss zerbrach. Die Herde von mehreren Tausenden Tieren setzte sich einer Stampede gleich in Bewegung, die rettende Freiheit suchend. Die war freilich erst erreicht, wenn sie die die Zone des Landespräfekten und seiner Häscher verlassen hatten und das Ziel sollte dass tibetianische Hochland sein. Wie ein Riesenrad, dass sich aus seinen Ankern löst und unaufhaltsam alles überrollt, was ihm im Wege steht, rollte auch der Trek der Tiere dem Hochland entgegen, verwüstete Vorstädte, Bauernhöfe auf dem Land, die Wälder und Kameliensträucher und war endlich fast am Ziel und ausser Sichtweite des Präfekten und seiner Häscher, als ein falscher Mönch sie verriet. So wurden sie doch noch an der Grenze gestellt und in enge Käfige gesperrt und hatten ihre Freiheit wieder verloren. Spartakus aber musste den Tod am Kreuz sterben.
Er hatte für die Freiheit gekämpft und verlor sein Leben.


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Beitrag #3 |

RE: Fünf Wörter (Porter)
Alt bin ich geworden, geht es mir durch den Kopf, während ich mein Gesicht in dem kleinen Spiegel über dem Schminktisch mustere. Der Griff zur Kameliencreme schon fast ein Automatismus, wie ein Reflex, der mich überkommt, wenn ich die mittlerweile unzählbaren Hautfalten seh, die sich in mein Gesicht graben, wie Zerrbilder des Marianengrabens.
Es sind Spuren des Lebens, des ewigen Riesenrads, das sich ewig dreht und auch vor jemandem wie mir nicht halt machen will.
Aber vielleicht ist es auch meine eigene Schuld, überlege ich mir, die kritische Zone um die Augen herum musternd, die nicht zu unrecht als Krähenfüße bezeichnet wird. Immer bin ich gegen den Strom geschwommen, niemals der Herde der Jasager und ewigen Arschkriecher gefolgt. Ich habe einen eigenen Weg geschaffen, meinen Weg - einen Weg, den niemals vor mir jemand gegangen ist, und so schnell auch niemand nach mir gehen wird.
Und dieser Gedanke ist es, der mich mit Stolz erfüllt, der mich jeden Morgen aufs neue um vier Uhr in der Frühe aufstehen lässt.
Scheiß auf die Falten! Scheiß auf das Alter! Ich bin ein Weltstar! Ein Idol für Millionen!
Und wenn das hautenge Korselett oder der pinkfarbene Body nicht mehr richtig passen wollen, dann mach ich sie eben noch enger.
Du kriegst mich nicht klein, Alter. Du nicht!
Mit geballter Faust drohe ich dem Spiegel, sammle die Kraft und setzte das Gesicht auf, das alle Welt von mir kennt, dann verlasse ich meine Kabine, eile wie schon so oft zuvor den Gang hinunter.
Und werde vom Flutlicht übergossen.

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Beitrag #4 |

RE: Fünf Wörter (Porter)
Er hätte vorsichtiger sein sollen.
Vor einer Woche hatte er die Annonce in die Zeitung gestellt. Der Erfolg war, dass sich eine Herde alleinstehender Frauen mittleren Alters und mit der Sehnsucht nach Mister Perfect bei ihm gemeldet hatten. Zugeben, seine Meldung hatte nach Mister Perfect geklungen, genau darauf hatte er es immerhin abgesehen, aber er war es nicht. Wenn er genau darüber nachdachte, hätte er sogar ganz gut zu den Frauen mit schütterem Haar und eingefallener Haut gepasst. Aber er sah sich da doch nach etwas anderem um.
Das Bild einer gut gebauten, jungen Blonden kam ihm in den Sinn, doch er schob das Bild beiseite. Eines hatte immerhin in seiner Anzeige gepasst: Er war genauso reich, wie er vorgegeben hatte.
Nach einer Weile, in der er die Meldungen der Frauen musterte, war ihm eine besonders ins Auge gestochen. Ihr Name war Melanie ... Wenn das nicht ein Name war.
Er las sich ihre Angaben durch. Blond, braune Augen, schlank, fröhlich und mit einem Talent zum Haushalten ... Perfekt!
Eine Woche später, er hatte der Blonden eine Nachricht geschickt und sich mit ihr auf dem Rummel verabredet, befand er sich auf dem Weg zum hell erleuchteten Riesenrad. Lachen wurde von Musik übertönt, Paare schlenderten an ihm vorbei. Würde er vielleicht in ein paar Tagen genauso glücklich aussehen ... Die Scheidung lag nun immerhin ein halbes Jahr zurück.
Nervös strich er sich mit der Hand über seine Glatze und nagte an den Zweifeln, die ihn nun doch überkamen. Was, wenn sie ihn ablehnte? Nein, der Geruch nach Geld würde für die Blonde schon reichen. Er postierte sich an dem verabredeten Platz vor dem Riesenrad und wartete. Die Zeit zog sich wie ein Kaugummi in die Länge, doch er blieb beharrlich.
Erst eine Stimme, direkt hinter ihm, riss ihn aus seinen Gedanken: "Ähm ... Hallo? Blubeach?" Er zuckte zusammen. Genau so hatte er sich in der Annonce genannt, aber die etwas knarrige Stimme der Frau passte gar nicht zu dem Bild, dass er sich von der Blonden gemacht hatte. Er drehte sich um und - erstarrte. Nein, das war ... das konnte sie einfach nicht sein.
Eine blonde Frau mittleren Alter lächelte ihn unbeholfen an. Eine Hautfalte legte sich unter ihre freundlichen Augen. Erschrocken schüttelte er den Kopf. Alte Frauen waren in der roten Zone gewesen ... Er sah hinab auf die Kamelie in seiner Hand, das Erkennungszeichen. Ihre blutroten Blätter schienen ihn zu verhöhnen ...

"kein Mann ist so stark wie eine Frau, die schwach wird" (Hans Holt)
Biancas kleine Werke

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Beitrag #5 |

RE: Fünf Wörter (Porter)
und gleich noch eins

Dialoge

In der Fußgängerzone zur Weihnachtszeit, auf dem zentralen Platz ein Riesenrad, bunt besetzt mit Menschen und Lichtern.
Er, ein gesetzter Mann mit schwarzem Mantel und Melone, der Bart gestutzt, grau meliert. Sie, eine leicht rundliche Frau mit Filzjacke und roter Wollmütze, das Haar dauergewellt, weiß. Beide umgibt ein leichter Geruch nach Kamelie.
Sie kennen sich seit 42 Jahren, damals noch jünger, beweglicher, mit glatten Gesichtszügen. Heute kennen sie jede Hautfalte voneinander auswändig.
Sie: Schatz, lass uns mit dem Riesenrad fahren, die Sicht über die Stadt ist heute so schön.
Er: Sieh dir doch die Herden an, die an der Schlange stehen. Ist es dir die Warterei wirklich wert?
(Er hat Höhenangst, was sie aber gern vergisst.)
Sie: Dann Maronen, riechst du das? Wir haben schon lange keine Maronen mehr gegessen.
Er: Weil du sie nicht verträgst.
Sie: Du bist ein Spaßverderber.
Er: Nein, ich möchte nur nicht, dass es dir schlecht geht.
Worauf er sie bei sich einhakt und gemächlichen Schrittes vom Platz in Richtung Altstadt führt. Zwischen den Geschäften leichtes Glitzern auf dem Gehweg, in den Auslagen Christkugeln und Lametta. Rote und goldene Farbtöne. Traumreisen auf dem Plakat eines Reiseveranstalters.
Sie: Meinst du, wir sollten verreisen über die Feiertage?
Er: Wir sind noch nie verreist im Winter.
Sie: Ein guter Grund, es endlich zu tun.
Er: Wohin möchtest du denn gern?
Sie: Nach Ägypten, Ägypten wäre schön, oder Marokko.
Er: Ich glaube, da kriegen wir jetzt nichts mehr.
(Er hat Flugangst, was sie aber gern vergisst.)
Sie: Nicht? Selbst wenn wir etwas mehr ausgeben als sonst? Wir leben doch sonst so sparsam.
Er: Nein, ich glaube, dafür ist es wirklich zu spät.
Worauf er sie bei sich einhakt und wieder in die entgegengesetzte Richtung führt, am Maronenstand anhält, weswegen sie ihn kurz mustert und er den Kopf schüttelt.
Er: Die Schlange am Riesenrad ist schon viel kürzer geworden. Wenn wir noch etwas von der Stadt sehen wollen, müssen wir uns beeilen, bevor es ganz dunkel ist.
Er schluckt. Sie lächelt.
Denn sie kennt jede Hautfalte von ihm auswändig.


-

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #6 |

RE: Fünf Wörter (Porter)
Mira soll auch noch mitmachen!

Allerdings glaube ich dass meine Geschichte diesmal so stark ist, dass selbst sie keine Chance auf den Sieg hat!


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Beitrag #7 |

RE: Fünf Wörter (Porter)
Meine Antwort Icon_wink

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

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Beitrag #8 |

RE: Fünf Wörter (Porter)
Sodele,
eigentlich sollte ja Porter den Sieger küren, doch da dieser auf keine meiner PNs reagiert hat, und die Siegerehrung schon eine Woche überfällig ist, schließe ich hier mit den Thread.
An Geschichten gab es ja ein bunte Mischung, was ich toll finde - Weiter so! - aber der Reihe nach.

Danster: Die Idee deiner Geschichte find ich gut, doch die Ausarbeitung kriegt leider nur ein ungenügend. Du hastest nicht nur so durch die Geschichte, dass keine Stimmung aufkommt, nein, du hast auch noch Logikgfehler.
1. Eine Stampede dieser Größe kann man gar nicht aus den Augen verliern als Jäger.
2. Was hat ein falscher Mönch da zu suchen? Und wieso ist er falsch? Er hat ja niemanden betrogen, da er kein Freund der Herde war.
3. Wie fängt man denn bitte ein Stampede mit ein paar Käfigen?
4. Ein Rindvieh kann nicht gekreuzigt werden.
Insgesamt hättest du um wirklich überzeugen zu können, mehr in die Tiefe gemusst und das Ende etwas realer gestalten müssen.

Adsartha: Du bist leider ausgeschlossen.

Bianca: Eine ruhige kleine Erzählung, ohne wirkliche Handlung, plätschert ein bissl dahin und endet ebenso ruhig. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie finde ich da nicht wirklich rein. Dein Charakter wirkt mir zu ruhig, zu uninteressant und das Ende kommt zu schnell. Ich hätte gerne mehr gewusst und bleibe mit einem leicht unbefriedigten Zug um die Lippen zurück.

Libbi: Eine tolle Idee, die Art eine Beziehung nur in Dialogform darzustellen. Musste schon schmunzeln, als die Frau gekonnt ihren Mann ausgerickst hat. Auch die Wörter hast du gut untergebracht. Ein schönes und in meinen Augen auch gelungenes Experiment. Icon_wink

Mira: Deine 'Kampfansage' hat mich fast Tränen lachen lassen. Einfach nur genial - sowohl die Idee als auch die Umsetzung. Spritzig, innovativ und auch nachdenklich. Hat mir sehr gut gefallen.

Der erste Platz geht daher erneut an Mira. [Bild: pokal.jpg]

Meinen Glückwunsch! Icon_jump

PS: Du bist *anstubs*

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Beitrag #9 |

RE: Fünf Wörter (Porter)
Och, Adsartha, jetzt mach mich doch nicht so runter...

Du kommst mit Logikfehlern, aber ich finde, so eng sollte man das bei meiner Geschichte nicht sehen. Abgesehen davon gibt es m. E. keine Logikfehler, zumindest nicht die, von denen Du redest.
Zu Punkt 1: Wieso kann man so eine grosse Stampede nicht aus den Augen verlieren - China ist ein grosses Land... Selbst wenn es unwahrscheinlich ist, unlogisch ist es noch lange nicht.
Punkt 2: Wieso der Mönch falsch ist? Was er da zu suchen hat? Man weiss es nicht, ich habe es nicht gesagt, vielleicht hat er gerade die Kronjuwelen der russischen Zarenfamilie geklaut und will sie jetzt im Wald verscharren - denk Dir selber was aus... Jedenfalls ist das für den Verlauf der Geschichte völlig irrelevant. Es würde lächerlich wirken, wenn ich jetzt auf einmal mit der Lebensgeschichte des Mönchs anfangen würde. Das Bild eines Mönchs, der, vermutlich für ein paar Kopeken Verrat begeht, was eine skrupellose Handlung ist (was zu "falsch" passt), reicht aus. Hat mit unlogisch nix zu tun.
Punkt 3: Wer redet von ein paar Käfigen. Es brauchte exakt 2,41 Milliarden Käfige. Und sie wurden nicht mit den Käfigen gefangen, sondern nach dem Fangen in diese eingesperrt. (Der Logik halber musste ich das auch noch sagen.)
Punkt 4: Ein Rindvieh kann nicht gekreuzigt werden. ...ach ja??? Ich behaupte, wenn man äusserst brutal vorgeht, ein paar Knochen bricht und Sehnen reisst, dann schwere Eisennägel durch die Hufen treibt - dann hängt das Vieh!
Abgesehen davon, geht es hier wirklich eins zu eins um einen Zuchtbullen? Ist es nicht eher dass Bild eines Zuchtbullen, das dafür herhalten muss, allgemeinere prozesse darzustellen?

Naja, is ja alles auch egal, was entscheidend ist, ist:
DASS MIR DIE MIRA SCHON WIEDER DEN SIEG VOR DER NASE WEGGESCHNAPPT HAT!
*arg grummel vrdmmn #*#%*

Nächte 5 Wörter bitte!

p.s. ob stimmung aufkommt, ist natürlich dir überlassen...


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Beitrag #10 |

RE: Fünf Wörter (Porter)
*lol* @addi: ich bitte um beruecksichtigung dass ich mit libbi auf zeit und eingeschraenkte woerterzahl geschrieben habe Icon_wink

@mira: herzlichen glueckwunsch Icon_smile

"kein Mann ist so stark wie eine Frau, die schwach wird" (Hans Holt)
Biancas kleine Werke

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