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Es ist: 03-08-2020, 13:39
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SW 2: Grenzsteine (Adsartha)
Beitrag #1 |

SW 2: Grenzsteine (Adsartha)
350. Jahr der ersten Epoche

Blass hing der Nebel über dem Waldboden, umfloss wie etwas Lebendiges Wurzeln und Unterwuchs, so dass es schien, als wäre die gesamte Umgebung in dampfendes Silber getaucht. Trotz der darin ruhenden Faszination verursachte der Anblick Melchiah eine Gänsehaut, und er begann unbehaglich von einem Fuß auf den anderen zu tänzeln, wobei er seine Augen unruhig hin- und herwandern ließ.
Hatte sich da nicht gerade etwas bewegt? Und warum war es mit einem Mal so still?
„Meister Turêl“, rief er leise über seine Schulter, und als er keine Antwort erhielt, noch einmal drängender: „Meister Turêl!“
Nichts rührte sich, so dass ihm schließlich nichts anderes übrig blieb, als selber in das dichte Strauchwerk zu klettern, in dem sein Meister vor einer gefühlten Ewigkeit verschwunden war, um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.
Fluchend stolperte er voran, zerkratzte sich ein ums andere Mal die schützend vor das Gesicht gehobenen Arme. Dann endlich sah er den roten Mantel Turêls zwischen den Zweigen zu seiner Linken auf blitzen. Erleichtert atmete er auf.
„Melchiah“, begrüßte ihn kurz darauf sein Meister mit einem missbilligen Stirnrunzeln, als er ungelenk aus dem Gebüsch brach. In der knochigen Hand ruhte eine seltsam anmutende Blume, die einer Haarbürste glich, aber in einem unwirklichen roten Lichte schwach vor sich hinglomm.
Einen Moment blieben Melchiahs Augen an dem Leuchten hängen, ehe er sich des Grundes für sein Verhalten bewusst wurde und den Blick hob. „Meister Turêl“, begann er, noch immer leicht außer Atem, „Es wird langsam dunkel. Sollten wir uns nicht besser auf den Rückweg machen? Ich meine, wer weiß, was des Nachtens hier durch die Wälder streift ...“ Erneut ließ er seine Augen unruhig umher huschen.
„Ach, Melchiah.“ Meister Turêl seufzte mit einem nachsichtigen Lächeln auf den faltigen Lippen, ließ aber zu seiner Erleichterung die Pflanze in einem der voluminösen Schulterbeutel verschwinden. Ihr folgten die neuartigen Vergrößerungsgläser, die Turêl von einem Wanderer aus dem Norden auf dem Markt von Endrome erstanden hatte, einige Notizbücher, deren vormals leere Seiten sich in den letzten Tagen mit den Zeichnungen der merkwürdigsten Pflanzen und Tiere gefüllt hatten und eine diverse Anzahl von Wissenssammlungen anderer Naturgelehrter.
„Die Landvermesser sind auch schon seit einer ganzen Weile verschwunden“, versuchte sich Melchiah zu rechtfertigen, doch sein Meister beachtete ihn nicht weiter, drückte ihm nur den Beutel mit den Büchern in die Hände, und schlüpfte durch die Hecke in genau die Richtung aus der er selbst gerade gekommen war.
Melchiah beeilte sich dem roten Mantel zu folgen – zu unbehaglich wurde ihm dieser große, stille Wald von Augenblick zu Augenblick. Und dazu dann noch dieser beängstigende Nebel ...
Vielleicht hatte seine Mutter ja Recht gehabt mit all ihren Bedenken? Zu wild und unerforscht war die Halbinsel westlich des neu gegründeten Staates Kohn’kan - doch gerade das hatte ihn gereizt. So viele unentdeckte Arten, die nur darauf warteten von ihm und seinem Meister gefunden, beschrieben und benannt zu werden, um sie anschließend der wissenschaftlichen Welt vorzustellen.
Vor lauter Aufregung hatte er nicht weiter nachgedacht, als Turêl ihn gefragt hatte, sondern nur das Abenteurer und den Ruhm gesehen. Und nun stolperte er im Nirgendwo durch das dichteste Dickicht, die schweren Bücher seines Meisters über der Schulter, während um ihn herum die silberweißen Schwaden immer höher und höher wogten. Mittlerweile konnte er kaum noch seines Meisters Mantel sehen, obwohl dieser nur wenige Meter voraus lief. Wenn das so weiter ging, dann würden sie ernste Schwierigkeiten bekommen, aus diesem unheimlichen Wald raus zu finden.
Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend stolperte Melchiah durch den Wald – das Rot des Mantel seines Meisters wie ein wanderndes Leuchtfeuer ständig vor Augen.
Nach einer Weile, Melchiah konnte unter dem dichten Blätterdach nicht ausmachen, wie viel Zeit inzwischen vergangen war, vermeinte er etwas Neues in dem wabernden Silber zu erkennen: ein seltsames Glimmen. Blau und beständig stärker werdend.
„Meister ...“, hauchte er vorsichtig, doch Turêl hatte bereits innegehalten. Als Melchiah näher trat, sah er statt Unbehagen allerdings nur den altbekannten Wissenshunger auf den alten Zügen. Schon setzte sich sein Meister erneut in Bewegung – folgte dem blauen Leuchten immer weiter, hinein in den Nebel, der sich vor ihnen noch weiter zu verdichten schien.
Und menschenähnliche Formen entwickelte?
Melchiah schüttelte über sich selbst den Kopf. Was für wirre Dinge ihm seine Vorstellungskraft schon wieder eingab. Der Nebel hatte nichts Unheimliches, sondern war nur eine ungewöhnliche, aber für diese Region wohl typische, Wettererscheinung. Und das Gefühl, beobachtet zu werden, war ebenso ein Produkt seiner Angst wie der schnelle Schlag seines Herzens. Sie waren so sicher allein in diesem Wald wie ein kluger Gedanke in dem Kopf eines Orks.
Wie zur Bestätigung nickte Melchiah, nur um den Bruchteil eines Moments später ungläubig die Augen aufzureißen, als sich direkt vor Meister Turêl der dichte Nebel auftat und die Gestalt einer Frau ausspuckte, die alles übertraf, was ihm je in seinen schönsten Träumen begegnet war.
Blaugraues Licht umfloß ihre Gestalt, umschmiegte die mit Stoff so spärlich verhüllten Kurven, deren Anblick seinen Mund trocken werden ließ.
Melchiah schluckte hart, konnte seine Augen nicht von der unwirklichen Erscheinung abwenden. War das wirklich real oder nur ein weiterer Streich seiner Phantasie?
Aber wenn dem so war, dann war wohl auch sein Meister von dieser Eingebung betroffen, denn dieser starrte, wie er am Rande bemerkte, ebenfalls mit offenem Mund auf die Fremde, die ihn um mehr als einen ganzen Kopf überragte.
„Seid gegrüßt“, meinte Turêl schließlich als er sich gefangen hatte und überraschte Melchiah, indem er sich nach der ungewöhnlich ehrerbietig klingenden Begrüßung auch noch verbeugte. „Es ist eine lange Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal die Ehre hatte, jemandem eurer Rasse zu begegnen, werte Elbin.“
Elbin?
Nun da sein Meister es ausgesprochen hatte, bemerkte auch Melchiah die spezifischen Merkmale. Wie hatte er diese Ohren nur übersehen können? Die feinen, unmenschlichen Glieder und Gesichtszüge?
Melchiah konnte nur schwer an sich halten, sich vor die Stirn zu schlagen. Stattdessen erinnerte er sich an seine Lehrstunden in manierlichem Verhalten und verbeugte sich ebenfalls.
„Mensch“, hörte er die Elbin in diesem Moment erwidern und war erstaunt, wie stolz, zurechtweisend und weich deren Stimme in nur einem Wort klingen konnte. Er schaute auf, „dies ist Gothúi gwedh Talath, das Land der Nebelwälder – seit Hunderten von Jahren die Heimat der Dae'Ran. Welch Belang führt Euch und Euresgleichen in unsere Wälder?“
„Eure Wälder?“, wiederholte Turêl, Melchiah konnte deutlich sehen wie verwirrt sein Meister über das gerade gehörte war. „Bitte verzeiht, aber uns war nicht bewusst, dass dieses Gebiet bereits bewohnt ist“, fuhr sein Meister fort. „Mein Name ist Turêl und dies ist mein Lehrling Melchiah. Wir sind Teil einer Expedition aus Gandal' har, die die Grenzen dieses Landes vermessen und eine Übersicht über den Bestand einheimischer Tier- und Pflanzenarten erstellen soll.“
Die Elbin hob fragend eine ihrer fein geschwungenen Augenbrauen, was Meister Turêl dazu veranlasste, kurz die neuen Machtverhältnisse im Süden Athalems zu erläutern. Er war gerade dabei über die Neugründung Kohn'kans zu berichten, da hob die Elbin ihre Hand und gebot ihm, inne zuhalten.
„Die Kriege und Belange Eures Volkes tangieren uns schon seit geraumer Zeit nicht mehr, Mensch. Waltet daher ganz nach Eurem Gutdünken – außerhalb unserer Grenzen.“
„Aber ...“, setzte Meister Turêl an, wohl um erneut auf ihren Auftrag hinzuweisen, doch wieder unterbrach ihn die Elbin mit einer schlichten Geste.
Ihre Stimme war sanft aber bestimmt als sie sprach. „Mensch, Euresgleichen ist hier nicht Willkommen, weder heute noch in ferner Zukunft. Da Ihr Euch unserer Ansprüche nicht bewusst wart, lassen wir Euer Eindringen und Euer lebensverachtendes Verhalten allerdings ungestraft. Solltet Ihr oder ein anderer Eurer Rasse jedoch erneut diese Wälder betreten, werden wir nicht untätig bleiben.“
Die Elbin machte eine anmutige Bewegung mit ihrem Arm, woraufhin der Nebel zu Melchiahs Linken zum wogenden Leben erwachte und ein Weg auftat. „Geht nun und bringt diese Botschaft zu eurem Volke“, war alles, was er noch hörte, dann war die blau schimmernde Gestalt auch schon verschwunden und blieb es auch, egal wie sehr sich auch bemühte, sie in dem dampfenden Unterholz auszumachen.

---

„In Ordnung, Männer, ihr habt den Kommandanten gehört, keine Sperenzchen. Alle bleiben dicht beieinander, Augen auf und volle Konzentration! Alles klar?“
„Ja wohl, Sir!“ Die vielstimmige Antwort der Soldaten zerschnitt die morgendliche Stille des kleinen Lagers, weckte auch den letzten Knecht und trieb ihn aus den klammen Decken zur Arbeit – gerade noch rechtzeitig, um den Abzug des 9. Manipels mitzuerleben.
Die im Gleichschritt stampfenden Füße der 200 durchpflügten das Gras der Ebenen, bis die Sonne auf halber Höhe stand, dann erreichten sie das Unterholz. Zweige brachen unter ihren Stiefeln und ganze Äste wurden aus dem Weg geschlagen, während unzählige Kehlen die Namen der Vermissten riefen.
„Weißt du, Dumah“, wandte sich Atsuko an seinen besten Freund als er sich unbeobachtet fühlte, „ich verstehe nicht, warum wir auf der Suche nach irgendwelchen Möchtegernabenteurern durch diese Wälder rennen müssen, wo wir doch eigentlich im Süden sein sollten, um Köpfe zu spalten.“ Unzufrieden mit dem Auftrag, der ihnen von der Obrigkeit zugeteilt worden war, zertrampelte er die Ansammlung weißer Pilze zu seiner Rechten.
„Recht hast du“, stimmte Dumah zu. „Wäre nicht der Sohn irgendeines Landgrafen unter der Garde gewesen würde sich wahrscheinlich auch niemand um den Verbleib der Gruppe scheren. Aber so ...“
„Ich habe ja gehört“, Raita, ein kleiner Soldat, der schon seit Anbeginn der Ausbildung in Naoto immer ihre Nähe gesucht hatte, war unbemerkt zu ihnen getreten, „das in diesen Wäldern unheimliche Elben leben sollen. Vruah hat gesagt, er hätte mit einigen Gelehrten gesprochen, die nachts einer ganzen Armee in die Arme gelaufen sind. Ihre Augen glühten in einem düsteren Blau, ihre Fingernägel waren so lang wie der Eckzahn eines ausgewachsenen Orks und ihre Stimmen so schrill wie der Paarungsschrei eines Kressels.“
„Pft, so ein Unsinn!“ Dumah spuckte aus.
Auch Atsuko schüttelte den Kopf. „Du glaubst aber auch alles“, meinte er abfällig zu Raita. Im nächsten Moment stöhnte er schmerzerfüllt auf, weil er mit der Nase gegen den dornenbewehrten Schulterharnisch von Dumah gestoßen war. „Verdammt“, brummte er verärgert zwischen seine Finger hindurch, „was soll das?!“
Doch sein Freund antwortete nicht, deutete nur nach vorn. Und dann sah auch Atsuko was ihn und mittlerweile alle anderen ihres Manipels zum Innehalten veranlasst hatte: Leichen – gleich sechzehn davon. Sie hingen, an Hand- und Fußgelenken gebunden, an den Bäumen, und das wohl schon eine ganze Weile, wie das dunkle Blut auf ihrer Kleidung, der grünliche Ton ihrer Haut und die ausgefressenen Höhlen ihrer Augen verrieten.
„Damit hat sich unser Auftrag dann wohl erledigt“, hörte Atsuko Raita leise in seinem Rücken murmeln. Er wollte herumfahren, um den kleinen Wicht einmal ordentlich zusammen zu stauchen, aber Dumahs sachlich kühle Stimme hielt ihn auf.
„Jemand hat ihnen die Kehle durchgeschnitten. Der Menge an Blut nach zu urteilen, war das sogar die Todesursache. Arme Schweine!“
„Ach, ich denke, so ging es wenigstens sch...“
Als Raita nicht weitersprach wandte sich Atsuko verwundert um, nur um sofort darauf entsetzt zurückzuweichen. In Silber gegossener Tod ragte aus Raitas Kehle, raubte ihm die Luft zu atmen, so dass er mit einem entsetzlichen Gurgeln auf den Lippen zusammenbrach.
Atsuko verfolgte es wie versteinert, und erst Dumahs Hand an seinem Arm, heftig schüttelnd, durchbrach seine Erstarrung, brachte den um ihn herum aufgewallten Lärm in sein Bewusstsein.
„Was zum ...“, stieß er hervor, ungläubig das Chaos betrachtend zu dem der bis eben so friedliche Wald in den letzten Sekunden verkommen war. Bereits die Hälfte seiner Kameraden wand sich schreiend am Boden, von Pfeilen gespickte Körper zuckten im letzten Todeskampf, während der Rest versuchte, eine ordentliche Kampfformation aufzubauen. Aber wie kämpfen gegen einen Feind, der überall zu sein schien?
„Crèaaa!“
Der unmenschliche Schrei, geboren aus einer ebensolchen Kehle, fuhr Atsuko durch Mark und Bein, lähmte ihn erneut, und bevor er sich versah, zerstob das Blätterwerk zu seinen Füßen. Ein Regen aus Pflanzenteilen und Erdklumpen prasselte auf ihn hernieder – dahinter erneut der schrille Schrei und eine Furie mit kalt funkelnden Augen.
Wie flüssiger Bernstein, dachte Atsuko abstruserweise und war im selben Moment erstaunt darüber. In dem Bruchteil einer Sekunde nahm er alle Details seinen Gegenübers wahr: von dem zarten Hauch von Röte auf den hohen Wangen über die in die braune Mähne geflochtenen Blätter und Federn sowie, nicht zuletzt, das dunkle Kalkül in den Iriden, welche ihn über einen Pfeilschaft hinweg zuzuzwinkern schienen. Ein letztes Lodern, dann lösten sich die Finger – der Pfeil nun plötzlich losgelöst schnellte surrend von der Sehne und brach mit einem dumpfen Krack durch das Holz von Dumahs Schild.
Atsuko wollte sein Schwert ziehen, aber wieder war es Dumahs Stimme – dieses Mal von Panik verzerrt –, die ihn an der Ausführung seines Vorhabens hinderte. „Vergiss es! Es sind viel zu viele!“
„Aber ...“, wollte Atsuko widersprechen, die braunhaarige Furie, die gerade nach einem weiteren Pfeil griff, nicht aus den Augen lassend, da wurde er bereits von seinem Freund am Arm gepackt und durch den Wald gezerrt. Er versuchte noch, einen Blick über die Schulter zu werfen, die Flucht jedoch benötigte seine gesamte Konzentration.
Wie Peitschen schlugen ihm die Zweige der Bäume entgegen und machten ihn fast blind für die Wurzeln und Gräser am Boden, die sich wie absichtlich auf ihren Weg zu legen oder um ihre Beine zu schlingen versuchten.
Atsuko zählte nicht, wie oft er fiel, ebensowenig wie er den Schmerz in Gesicht, Händen und Knien fühlte. Zu groß war die Angst vor den Walddämonen, zu stark der instinktive Trieb zur Flucht. Lautstark hämmernd jagte sein Herz das Blut in jeden Winkel des Körpers, versuchte, die Muskeln zur Höchstleistung zu bringen, trotzdem schien es ihm nicht schnell genug zu gehen. Zu seiner Linken sah er Brachàn zu Boden gehen. Ein dumpfes Aufstöhnen, das Bersten von Zweigen, dann war von dem ruhigen Mann aus Gandal'har nichts mehr zu sehen.
Atsuko fluchte im Stillen, fluchte auf seinen Vater, der ihn zur Armee geschickt hatte, fluchte auf seinen unfähigen Kommandanten, weil dieser die Falle nicht vorausgesehen hatte, und letztendlich fluchte er auf sich selber und darauf, dass er sich so oft vor dem Training gedrückt hatte.
All dies und noch viel mehr schoss ihm durch den Kopf, während er hinter der hoch gewachsenen Gestalt seines Freundes hinterher rannte - das Ende des Waldes bereits vor Augen.
Das der surrende Reigen der Pfeile bereits vor einer ganzen Weile verstummt war, registrierte er nicht, ebenso wenig wie den einen, dunkelrot gefiederten, der an seinem Kopf vorbei gejagt war, nun abgebrochen aus Dumahs Rückenpanzer stak und diesen nicht allzu bald darauf zum taumeln bringen würde – er starb wie er geboren worden war, auf einer blühenden Sommerwiese, in den Armen eines Menschen, der voller Liebe zu ihm herabschaute.

Atsuko Mikr'al selbst überlebte als einer von 36 Männern. Sein offizielles Begehr, die Wälder der westlichen Halbinsel mit militärischer Präsenz zu überrennen, wurde von Gandal'kan und Iqann'kan abgelehnt – zu groß waren die erlittenen Verluste nach dem Krieg gegen die Südländer. Zu groß die Angst der Männer vor den alten Bäumen und dem ihnen innewohnenden steten Geflüster. Versuche, das Gebiet niederzubrennen scheiterten ebenso, und so zogen sich die Menschen zurück, sahen hilflos zu, wie sich die Pflanzen immer dichter und dichter verwoben – zwischen den hölzernen Fingern das Schimmern bleicher Knochen.

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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